Gruppenreise zur digitalen Transformation in Brüssel

20.04.2026

Der Montag war unser Anreisetag. Alle Teilnehmenden reisten individuell in Brüssel an. Am Abend gab es schon die Möglichkeit, sich bei einem gemeinsamen Abendessen in Kleingruppen zu begegnen.

21.04.2026 – Europäische Erwachsenenbildung im Kontext digitaler Transformation

Der Dienstag war der erste Tag unserer Erasmus+ Mobilität. Wir nutzten die erste Stunde des Programms für ein ausführliches Kennenlernen, Erwartungsabklärung und eine Einführung in das Programm und den Ablauf der nächsten drei Tage.

Danach stand der erste Programmtag unserer Exkursion nach Brüssel im Zeichen der europäischen Perspektive auf Erwachsenenbildung und deren Rolle im Kontext der digitalen Transformation. Mit der European Association for the Education of Adults (EAEA) lernten wir eine zentrale Interessenvertretung kennen, die sich für die Sichtbarkeit und strategische Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung auf europäischer Ebene einsetzt. Die Einblicke in aktuelle politische Entwicklungen machten deutlich, dass die strukturelle und finanzielle Absicherung dieses Bildungsbereichs zunehmend unter Druck gerät.

Besonders deutlich wurde dabei die Spannung zwischen einem ganzheitlichen Bildungsverständnis und einer zunehmenden Fokussierung auf arbeitsmarktbezogene Verwertbarkeit. Vor dem Hintergrund digitaler Transformationsprozesse wurde jedoch deutlich, dass Erwachsenenbildung weit über berufliche Qualifizierung hinausgeht und eine zentrale Rolle für gesellschaftliche Teilhabe, Demokratieförderung und individuelle Entwicklung spielt.

Die Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation wurde dabei als Querschnittsaufgabe deutlich, die sowohl strukturelle als auch didaktische Veränderungen in der Erwachsenenbildung erfordert.

Im fachlichen Austausch wurde die digitale Transformation als umfassender Veränderungsprozess sichtbar, der sowohl technologische als auch didaktische und organisatorische Dimensionen umfasst. Digitale Kompetenzen wurden als grundlegende Voraussetzung für Teilhabe in allen Lebensbereichen herausgestellt. Gleichzeitig wurde eine wachsende Diskrepanz zwischen Zugang zu digitalen Technologien und deren reflektierter Nutzung deutlich.

Ein praxisnahes Beispiel stellte ein KI-gestütztes Tool zur Erfassung und Sichtbarmachung informell erworbener Kompetenzen dar. Dieses eröffnet neue Möglichkeiten für individualisierte Lernprozesse, Kompetenzanerkennung und Bildungsplanung und verdeutlicht das Potenzial digitaler Anwendungen für die Erwachsenenbildung. In diesem Zusammenhang lernten wir auch den Ansatz AI4AL (Artificial Intelligence for Adult Learning) kennen, der darauf abzielt, non-formal und informell erworbene Kompetenzen systematisch sichtbar zu machen und für Bildungs- und Beschäftigungskontexte nutzbar zu machen.

Der Besuch bei MAKS in der zweiten Tageshälfte zeigte eindrücklich, wie digitale Grundbildung im Quartier niedrigschwellig umgesetzt werden kann. Besonders relevant für unsere Lernziele war die Verbindung von digitaler Kompetenzentwicklung mit sozialer Teilhabe und Vertrauensarbeit in den Communities.

Die Arbeit vor Ort verdeutlichte, dass digitale Transformation nur dann wirksam ist, wenn sie an den Lebensrealitäten der Menschen ansetzt und durch stabile Strukturen unterstützt wird.

Die im MAKS umgesetzten Ansätze verdeutlichen, wie digitale Grundbildung als Teil von sozialer Teilhabe niedrigschwellig und zielgruppenorientiert gestaltet werden kann.

22.04.2026 – Europäische Netzwerke als Treiber digitaler Transformation

Der zweite Tag verdeutlichte die Bedeutung europäischer Netzwerke für die Gestaltung digitaler Transformationsprozesse in der Erwachsenenbildung. Die Lifelong Learning Platform zeigte eindrucksvoll, wie vielfältige Akteure gemeinsam daran arbeiten können, lebenslanges Lernen als grundlegendes Prinzip in Europa zu stärken.

Im Kontext der digitalen Transformation wurde deutlich, dass Bildungsangebote zunehmend flexibel, modular und zielgruppenorientiert gestaltet werden müssen. Ansätze wie Micro-Credentials oder individuelle Lernkonten eröffnen neue Möglichkeiten, um Bildungsbiografien zu strukturieren und sichtbar zu machen.

Der Austausch mit ALLDigital machte deutlich, dass digitale Grundkompetenzen eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe darstellen. Gleichzeitig wurde die digitale Transformation als sozialer Prozess verstanden, der Fragen von Inklusion, Zugangsgerechtigkeit und digitalem Wohlbefinden einschließt. Besonders relevant für unsere Praxis war die Erkenntnis, dass sowohl Lernende als auch Lehrende kontinuierlich in ihrer digitalen Kompetenzentwicklung unterstützt werden müssen.

Die vorgestellten Projekte zeigten konkrete Ansätze zur Umsetzung barrierearmer und inklusiver digitaler Bildung. Dabei wurde deutlich, dass innovative Lernformate und praxisorientierte Methoden entscheidend sind, um neue Zielgruppen zu erreichen.

Insgesamt wurde deutlich, dass digitale Transformation nicht nur technologische Entwicklungen umfasst, sondern tiefgreifende Auswirkungen auf Lernprozesse, Zugänge zu Bildung und gesellschaftliche Teilhabe hat.

Am Nachmittag besuchten wir das EU-Parlament und trafen dort MEP Delara Burghardt und den Assistenten von MEP Rasmus Andresen. Herr Andresen selbst war leider kurzfristig verhindert.

Der Besuch im Europäischen Parlament ergänzte die Perspektiven des Vormittags um eine politische Dimension. Die Einblicke in Entscheidungsprozesse und Förderstrukturen verdeutlichten, dass die Rahmenbedingungen für digitale Transformation maßgeblich durch politische Prioritätensetzungen beeinflusst werden. Die unsicheren Zukunftsperspektiven für europäische Förderprogramme unterstreichen die Notwendigkeit, den gesellschaftlichen Mehrwert von Erwachsenenbildung – insbesondere im Kontext digitaler Transformation – stärker sichtbar zu machen und aktiv zu vertreten.

Am Abend bot ein gemeinsames Social Dinner in einem Street-Food-Markt die Gelegenheit, die Eindrücke des Tages in informellem Rahmen weiter zu vertiefen. Dieser Rahmen erwies sich als besonders wertvoll für die Vernetzung und Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse.

23.04.2026 – Digitale Transformation als Organisationsentwicklungsprozess

Der dritte Tag ermöglichte mit dem Besuch bei Crescendo CVO in Mechelen einen vertieften Einblick in die institutionelle Umsetzung digitaler Transformation. Die Analyse des belgischen Bildungssystems zeigte, wie stark strukturelle Rahmenbedingungen die Ausgestaltung von Erwachsenenbildung beeinflussen.

Besonders gewinnbringend für unsere Lernziele war die systematische Herangehensweise der Einrichtung an digitale Transformationsprozesse. Auf Grundlage einer umfassenden Analyse der Bedarfe und Kompetenzen von Lernenden und Lehrenden wurde eine klare digitale Strategie entwickelt. Die gezielte Auswahl und Implementierung von Tools sowie die begleitende Qualifizierung der Lehrkräfte verdeutlichten, dass digitale Transformation als langfristiger Organisationsentwicklungsprozess verstanden werden muss. Es wurde deutlich, dass eine reflektierte und transparente Nutzung dieser Technologien entscheidend für ihre Akzeptanz ist.

Konkrete Anwendungen, insbesondere im Bereich KI-gestützter Lernangebote, zeigten, wie digitale Technologien zur Individualisierung von Lernprozessen und zur Förderung von Motivation eingesetzt werden können. Ergänzend lernten wir das sogenannte „App Wheel“ kennen, ein praxisorientiertes Instrument zur systematischen Auswahl und Einordnung digitaler Tools für Lehr- und Lernprozesse. Diese unterstützen Lehrkräfte dabei, digitale Anwendungen zielgerichtet und didaktisch sinnvoll in ihre Bildungsangebote zu integrieren.

Es wurde sichtbar, wie Bildungsangebote konsequent an den Bedarfen der Zielgruppen ausgerichtet werden können. Praxisnahe und kreative Ansätze, etwa die stärkere Verlagerung von Lernangeboten in den öffentlichen Raum, eröffnen neue Möglichkeiten, Reichweite und Sichtbarkeit von Erwachsenenbildung zu erhöhen.

Das CVO zeigte exemplarisch, wie digitale Transformation als strategischer Organisationsentwicklungsprozess verstanden und systematisch umgesetzt werden kann.

Insgesamt konnten wir unsere Kompetenzen in der Analyse, Bewertung und Gestaltung digitaler Transformationsprozesse deutlich erweitern. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es uns, strategische Impulse für die Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung in unserem Kontext abzuleiten und praxisorientiert umzusetzen.

Die gewonnenen Erkenntnisse stärken unsere Fähigkeit, digitale Transformationsprozesse in der Erwachsenenbildung aktiv mitzugestalten und in unseren jeweiligen Kontexten weiterzuentwickeln.

24.04.2026

Der Freitag war der Abreisetag der Teilnehmenden. An diesem Tag gab es keine weitere gemeinsame Aktivität.

AI for School Leadership: Transformative Strategies for a Digital Age auf Malta

von Hannah Sauer, 20.–26.04.2026

Vom 20. bis 26. April 2026 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen des Erasmus+-Programms an einer einwöchigen Fortbildung zum Thema Künstliche Intelligenz im Bildungsbereich auf Malta teilzunehmen. Der Kurs wurde von der Teacher Academy Malta in der Altstadt von Valetta durchgeführt.

Meine Anreise aus Deutschland mit dem Flugzeug verlief reibungslos und bereits beim Ankommen spürte ich die mediterrane Atmosphäre der Insel, Sonnenschein und Meeresluft, aber auch ein sehr hohes Verkehrsaufkommen.

Montag, 20.04.2026: Ankommen und Kennenlernen

Der Kurs begann um 9:00 Uhr im über 400 Jahre alten Gebäude der Teacher Academy in der Altstadt von Valetta mit einer herzlichen Begrüßung durch den Akademieleiter und Kursdozenten Nikolaus Conrad.

In der Vorstellungsrunde lernten wir uns als bunt gemischte Gruppe kennen. Lehrkräfte und Schulleiter aus Spanien, Bulgarien, Portugal, den Niederlanden und Griechenland: Eine echte europäische Mischung, die den Austausch von Anfang an bereicherte.

Nach einer Ice-Breaker-Aktivität, bei der wir unterreinander ins Gespräch kamen, gab uns Herr Conrad einen Überblick über den Wochenplan und die geplanten kulturellen Aktivitäten. Dann ging es direkt ins Thema:

  • Was ist Künstliche Intelligenz?
  • Geschichte und Entwicklung der KI
  • Verschiedene Modelle und Programme
  • Chancen und Gefahren beim Einsatz von KI
  • Die eigene Verantwortung im Umgang mit KI-Tools

Besonders eindrücklich fand ich, wie Herr Conrad die Grundlagen verständlich vermittelte und gleichzeitig Raum für unsere ersten Fragen und Bedenken ließ. Viele von uns hatten bereits auf verschiedenene Art und Weise Berührungspunkte mit ChatGPT oder ähnlichen Tools, aber die systematische Einordnung war für alle hilfreich.

Am Nachmittag stand eine geführte Bustour durch Valletta auf dem Programm. Die Hauptstadt Maltas beeindruckte mich mit ihrer reichen Geschichte, von den Spuren der Johanniter bis hin zur barocken Pracht der Gebäude und der Kathedrale. Abends fand zudem ein Feuerwerksfestival am Hafen statt, welches sehr beeindruckend war und sehr viele Zuschauer anlockte.

Dienstag, 21.04.2026: Prompts, Tools und erste Praxisübungen

Der zweite Tag war intensiv und praxisorientiert. Herr Conrad stellte uns verschiedene KI-Tools und Programme vor, u.a.:

  • Gemini (besonders stark bei Bildern und Recherche)
  • Claude AI (Alternative zu ChatGPT)
  • NotebookLM (für Zusammenfassungen, Mindmaps und Audio-Versionen)

Ein Schwerpunkt lag auf dem Verfassen effektiver Prompts. Wir lernten den Unterschied zwischen einem „guten“ und einem „schlechten“ Prompt kennen und wie entscheidend die Formulierung für die Qualität der Ergebnisse ist. Besonders interessant fand ich die Idee, einen eigenen Prompt Coach zu entwickeln, der auf die spezifischen Bedürfnisse der eigenen Institution, der eigenen Arbeitsweise oder für Lehrer auch  auf den Unterricht abgestimmt ist.

Wir übten praktisch:

  • Prompts für die Erstellung von Podcasts, Präsentationen und Quiz
  • Generierung von Tabellen und Newslettern
  • Systematische Verbesserung der eigenen Prompts

In der anschließenden Diskussion tauschten wir Erfahrungen über Schwierigkeiten aus, zum Beispiel, wenn KI-Tools plausibel klingende, aber faktisch falsche Informationen liefern. Zudem betonte Herr Conrad immer wieder die Bedeutsamkeit alle KI-generierten Informationen kritisch zu betrachten und stets auf deren Sinnhaftigkeit und Wahrheitsgehalt zu hinterfragen.

Der Nachmittag war frei für die individuelle Erkundung von Valletta. Ich schlenderte durch die engen Gassen, vorbei an den bunten Holzbalkonen, und genoss den Blick auf den Grand Harbour.

Mittwoch, 22.04.2026: Ethik, Recht und der EU AI Act

Dieser Tag war geprägt von tiefergehenden Diskussionen zu ethischen und rechtlichen Fragen im Umgang mit KI:

  • Ethische Dimensionen: Wann ist der Einsatz von KI vertretbar? Wo liegen die Grenzen?
  • Der EU AI Act: Chancen, Risiken, Risikolevel und konkrete Beispiele
  • Ländervergleiche innerhalb und außerhalb der EU

Wir diskutierten intensiv über den KI-Einsatz im Unterricht, insbesondere bei Prüfungen und Bewertungen. Welche Verantwortung tragen Lehrkräfte, wenn SchülerInnen KI-generierte Texte einreichen? Wie können wir als Bildungseinrichtungen sinnvolle Regeln aufstellen?

Zudem disktutiereten wir ein Zukunftsszenario, das viel Gesprächsstoff bot: Kann KI eines Tages Lehrkräfte ersetzen? Die Meinungen gingen auseinander, aber einig waren wir uns, dass die menschliche Beziehung sowie Empathie im Lernprozess nicht durch Algorithmen ersetzt werden kann.

Am Nachmittag unternahmen wir eine Exkursion nach Mdina und Rabat. Mdina, die „stille Stadt“, verzaubert mit ihrer verwunschenen und mittelalterlichen Atmosphäre. Die engen Gassen, die hohen Mauern und die Stille sind ein deutlicher Kontrast zum lebhaften Valetta. In Rabat besichtigten wir die Katakomben, ein eindrucksvolles Zeugnis der frühen Geschichte Maltas.

Donnerstag, 23.04.2026: Vom EU AI Act zur Praxis

Aufbauend auf den Vortag vertieften wir die historische Entwicklung der KI und widmeten uns erneut dem EU AI Act. Heute mit Fokus auf Datenschutz und konkrete Umsetzung:

  • Projektplanung zur Auditierung: Wie können Schulen und Bildungseinrichtungen die Regelungen des EU AI Act praktisch umsetzen?
  • Entwicklung von KI-Richtlinien für die eigene Organisation
  • Führungsverantwortung beim KI-Einsatz

Besonders wertvoll fand ich die Diskussion über Trainingsmöglichkeiten für KollegInnen. Wie führt man ein Team an KI heran, das vielleicht skeptisch oder unsicher ist? Herr Conrad gab uns viele praktische Tipps aus seiner eigenen Erfahrung.

Der kulturelle Höhepunkt des Tages war die Besichtigung des Grand Master’s Palace in Valletta. Die prächtigen Räume und die Rüstungskammer erzählen von der Zeit der Johanniter, die Malta über Jahrhunderte prägten. Anschließend unternahmen wir einen langen Spaziergang durch die Altstadt, wo es immer wieder neue Gassen und Fleckchen zu entdecken gab.

Freitag, 24.04.2026: Best Practices und Abschluss

Am letzten Kurstag ging es wiedermals um die praktische Umsetzung des Gelernten:

  • Best-Practice-Beispiele und Tools für die Unterrichtsplanung
  • Einführung von KI in Schulen/im Bildungsbereich: Was brauchen KollegInnen? (Akzeptanz, Training, verbindliche Regelungen)
  • Herausforderungen beim Einsatz von KI für Bewertungen, Prüfungen

In der Abschlussdiskussion reflektierten wir gemeinsam und konnten noch offene Fragen klären.

Das gemeinsame Abschlussessen bot die perfekte Gelegenheit zum Netzwerken. Es gab traditionelle maltesische Küche und ich probierte die typischen Ftira (maltesisches Fladenbrot) sowie eine mediterrane Platte, u.a. mit Ġbejna (lokaler Ziegenkäse).

Artificial Intelligence Tools for Language Teachers in Florenz

von A. Marin

Vom 20.10. bis 26.10.2025 habe ich in Florenz an der oben genannten englischsprachigen Erasmus+-Fortbildung des Landesverbandes der VHS Schleswig-Holstein teilgenommen. Den Lehrgang hat die „Europass Teacher Academy“ mit Hauptsitz in Florenz durchgeführt.

Ich bin mit der Bahn über München an- und abgereist. Dies hat trotz der bahnüblichen Verspätungen gut geklappt. Eine Bahnanreise ist natürlich aus Umweltgründen zu empfehlen. Sie dauert allerdings ziemlich lange und zieht sich über 2 Tage. Ich fand es jedoch sehr interessant, mit der Bahn unter anderem die Alpen zu durchqueren und die norditalienische Landschaft und die Toskana aus dieser Perspektive kennenzulernen.

Zug München Florenz

Das Wetter war während meiner Fortbildung morgens und abends recht frisch, tagsüber konnte man jedoch meist draußen sitzen. Leider gab es auch 3 Regentage.

Die Teacher Academy liegt direkt in der wunderschönen Innenstadt von Florenz in einem beeindruckenden Gebäude im florentinischen Stil. Die Unterrichtsräume sind meist groß und sehr modern ausgestattet. Nicht so glücklich fand ich, dass wir Teilnehmende in Reihen hintereinander saßen.

Montag, 20. Oktober

Heute um 9:00 Uhr ging es los. Beim Betreten des Gebäudes ist mir sehr positiv aufgefallen, dass wir von unserer Trainerin und den Angestellten ganz besonders freundlich empfangen wurden. Der erste Eindruck ist eben sehr wichtig.

Zunächst stellte sich unsere italienische Trainerin Ester Maria vor: Sie kommt aus Turin, hat Erziehungswissenschaften studiert und an Grundschulen in englischer und italienischer Sprache gearbeitet. Weiterhin hat sie sich auf den Einsatz digitaler Medien spezialisiert.

Wir sind elf Teilnehmende, wobei der Altersdurchschnitt eher höher lag: vier Kroatinnen, eine Lettin, eine Schwedin, eine Französin, eine Bulgarin, eine Deutsche, ein Italiener und ich. Anschließend haben wir uns alle kurz vorgestellt, insbesondere unsere Tätigkeiten: Lediglich 2 Kroatinnen unterrichten an Grundschulen, alle anderen sind in der Erwachsenenbildung oder an Gymnasien tätig und unterrichten dort meist Englisch. Ich fand gut, dass die Mehrheit ältere Schüler bzw. Erwachsene – wie ich – unterrichten, da wir so unsere Erfahrungen austauschen und vergleichen konnten. Wir haben alle unseren eigenen Laptop mitgebracht. Einige hatten schon Künstliche Intelligenz kennengelernt und verwendet. Für mich war dies ein neues Gebiet.

Danach sollte jeder seinen Namen vertikal auf einen Zettel schreiben und für jeden Buchstaben eine auf sich zutreffende Eigenschaft in der Erstsprache notieren. Anschließend wurden diese Zettel verteilt und jeder sollte seinen Zettel wiederfinden. Dadurch kamen wir ins Gespräch und wir sollten anschließend über die fotografische Übersetzungsfunktion von Google, die ich nicht kannte, die Eigenschaften übersetzen lassen. So sprachen wir mit mehreren Personen. Diese Kennenlernübung fand ich sehr gelungen.

Danach ging es um die Begriffe Intelligenz und künstlich: künstlich, weil es z.B. kein selbstständiges Denken ist, sondern Gedanken nur stimuliert werden. Wir definierten den Begriff Algorithmus: Computer analysieren große Datenmengen, lernen daraus, und entwickeln so Muster und lösen Probleme. Künstliche Intelligenz liefert dann ein Ergebnis aufgrund ähnlicher Konstellationen.
Beispiele: Spamfilter und Sprach-/Texterkennung. 

Wir sprachen über Chat GPT: „Generated Pre-trained Transformer“ und diskutierten unsere Erfahrungen.

Dann haben wir einen abstrakten Begriff gezeichnet und diese Zeichnung mit Hilfe des Programms „Animate your Drawing“ in Figuren verwandelt. Dann sollten wir diese Figur erklären. Für Fortgeschrittene eine gute Übung.

Prompts für Bild- und Texterstellung


Dienstag, 21. Oktober


Erste Aufgabe war heute, mit ChatGPT ein Bild zu generieren. Dabei ging es um den Begriff „prompt“, nämlich die Instruktionen, z.B. was auf dem Bild sein soll und was nicht, z.B. Person, Tier oder Objekt, den Zweck, relevante Details, Ton und Stil. Wir haben so mit den „prompts“ ein Bild einer Lehrerin in einem modernen Klassenraum erstellt.
Ich kann mir vorstellen, dies mal auszuprobieren. Dies setzt natürlich voraus, dass Teilnehmende dafür Smartphone oder Laptop nutzen möchten.

Mit ChatGPT erstelltes Bild

Als nächstes sollten wir mit ChatGPT anhand von prompts einen Unterrichtsplan generieren und diesen danach in einen Chart verwandeln, Lehrernotizen hinzufügen und in ein Word-Dokument einfügen. Anschließend machen wir dasselbe mit Gemini, einer weiteren KI-Anwendung.

Gemini ist eher besser für Bilder und ChatGPT besser für Texte.

Wir haben mit Gemini eine sogenannte Deep Research über den Dom von Florenz gemacht. Ich fand erstaunlich, wie detailliert das Ergebnis, nämlich der Text, war.

Dann haben wir mit Chat GPT anhand von prompts eine Geschichte geschrieben: wo und wann sie stattfand, welche Personen usw… Danach haben wir diese mehrfach abgewandelt, z.B. haben wir das Sprachniveau verändert (z.B. von B2 zu A2). Ich fand erstaunlich, wie gut das Ergebnis war und einen interessanten Ansatz, den man ausprobieren kann.

Zum Schluss gab es heute eine Diskussion über Pros und Cons von künstlicher Intelligenz im Unterricht.

Pros z.B.: motivierend, neu, sofortiges Feedback, spielerischer Ansatz


Cons z.B.: Gefahr von Hackern, Datenschutz, Anfälligkeit für Fehler, und zwar auch solche, die man schwer erkennt, einige technische Voraussetzungen nötig.

Mittwoch, 22. Oktober

Zunächst gab es heute eine Konversationsübung: gegenseitig Fragen stellen, die auf Kärtchen standen.

Dann erklärte unserer Trainerin, wie man einen QR-Code generiert, was wir kurz übten.

Danach ging es um Chatbots. Wir entwarfen zunächst eine Definition: „Programm, das mit Menschen mittels künstlicher Intelligenz kommunizieren kann“.

Wir lernten den Chatbot Mizou.com praktisch kennen. Dort kann man mit Lernenden online in Kontakt treten, kommunizieren, Aufgaben stellen und Antworten entgegennehmen. Das ist sicher eine gute Sache, aber ich frage mich, ob man das an Volkshochschulen einsetzen kann: Heterogenität und Motivation der Teilnehmenden, zusätzlicher Aufwand und unterschiedliche technische Voraussetzungen.

Anschließend lernten wir das Programm NotebookLM kennen: Eine PDF-Datei mit einem Text sollte hochgeladen werden und wir haben davon eine Audioversion, eine Mindmap und Karteikarten erstellt.

Letztes Thema heute: Wie kann man auf Bildern und in Texten künstliche Intelligenz erkennen? Anhand eines Quizzes stellten wir fest, dass die Unterscheidung sehr schwer ist.

Übrigens fällt mir auch auf, dass unsere Kursleiterin alle Teilnehmenden sehr gut einbezieht und den Lernstoff gut visualisiert. Ich denke, das ist allgemein sehr wichtig und bestätigt mich auch.

Donnerstag, 23. Oktober

Zunächst gab es heute erneut eine Konversationsübung: nach Körpergröße, Augenfarbe, Schuhgröße usw. in Reihe aufstellen und dies diskutieren. Gute Übung, die man machen kann.

Dann haben wir diskutiert, ob künstliche Intelligenz ein „Mitdesigner“ sein kann, wenn man z.B. eine Präsentation entwirft. Dazu haben wir das KI-Programm „Gamma“ kennengelernt. Wir nutzten dabei prompts wie Umriss, Bilder, Karten und ein YouTube-Video einfügen. Wir haben gelernt, dass man so tatsächlich eine Präsentation erstellen kann.

Nächstes Thema war, mit dem KI-Programm Suno Lieder zu entwerfen. Ich fand erstaunlich, dass dieses Programm selbstständig anhand von prompts gute Lieder schaffen kann. Wir haben jeder ein Lied über unsere Heimatstädte geschaffen und ich fand erstaunlich wie gut die prompts in das Lied eingebaut wurden. Das kann man probieren mit interessierten Teilnehmenden.

mit Sumo erstelltes Lied

Dann haben wir Gamma in Dreiergruppen praktisch angewandt: Unsere Gruppe hatte das Thema „florentinischer mittelalterlicher Fußball“. Wir haben dazu Texte aus dem Internet kopiert und in eine PDF-Datei importiert. Gamma hat dann eine einheitliche gute Version erstellt. Das Ergebnis fand ich erstaunlich gut.

Freitag, 24. Oktober

Heute war erste Aufgabe aus kleinen Gegenständen/buntem Papier etwas zu formen, das unsere Stimmung hinsichtlich des Kurses in dieser Woche widerspiegelt. Dies dauerte ziemlich lang und wir haben die Figuren in das KI-Programm Canvas Magic Studio eingefügt und von ihm interpretieren lassen.

Danach haben wir das Programm „Magic School“ kennengelernt.
Jeder hat damit ein Lied zum Thema Past Simple/Present Perfect geschaffen. Es war beeindruckend, wie gelungen und unterhaltsam das Lied war.

Als Nächstes haben wir mit „Magic School“ eine Textzusammenfassung einer ausführlichen PDF-Datei über den Dom von Florenz erstellt. Danach haben wir mit Magic School Fragen und ein Quiz entwerfen lassen.

Anschließend stellte unsere Trainerin das Programm Diffit vor, mit dem wir ebenso eine PDF-Datei bearbeitet haben und ein Multiple-Choice-Quiz erstellt haben.

Zum Schluss gab es eine Feedback- Runde: Wir waren alle sehr zufrieden, uns aber auch einig, dass die KI-Programme Übung benötigen. Es gab dann ein gemeinsames Foto und die Zertifikate.

Im unmittelbaren Anschluss an den Kurs fand um 14:30 eine Halbtags-Exkursion nach Chianti statt. Wir fuhren mit dem Bus durch die sehr schöne Toskana und besuchten zwei Weingüter. Natürlich gab es auch Weinproben der bekannten Chiantiweine. Hierbei hatten wir auch nochmal Gelegenheiten zu Gesprächen über die Fortbildung, die Arbeit und unsere Eindrücke von Florenz.

Beim Weingut nahe Chianti (Toscana)
Abschlussfoto

Samstag, 25.Oktober

Am Samstag war kein weiterer Ausflug angesetzt. Ich habe daher auf eigene Faust zunächst den großen, überwältigenden Dom von Florenz von außen besichtigt sowie den vorgelagerten imposanten Platz. Anschließend habe ich an einer ausführlichen Live-Führung im Dom in Englisch teilgenommen. Eine solche ist unbedingt zu empfehlen, da man Hintergrundinformationen erhält. Dies hat mich alles sehr beeindruckt.  

Land und Leute

Florenz, die Hauptstadt der Toskana ist eine tolle Stadt. Sie gilt als Geburtsort der Renaissance, hat etwa 360.000 Einwohner und ist bekannt für Kunst, Architektur und Kultur. Es gibt daher viele grandiose Sehenswürdigkeiten, die jedes Jahr Millionen von Touristen anziehen. Obwohl ich dort in der Nebensaison war, musste man bei vielen Sehenswürdigkeiten lange anstehen, z.B. am Eingang zum Dom.

Auffällig fand ich, dass es an den Haltestellen der Busse/Straßenbahnen keine Überdachung (Regen) bzw. Sitzplätze gibt. Wie mir ItalienerInnen sagten, soll so vor allem das historische Stadtbild nicht beeinträchtigt werden. Das Preisniveau schien mir ähnlich wie in Deutschland. Das gilt auch für Wohnraum. Sehr positiv ist mir die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der ItalienerInnen aufgefallen, etwa bei Fragen nach dem Weg. Ich habe bemerkt, dass sie – zu Recht – auch stolz auf ihre Stadt sind.

Resümee

Ich habe einen sehr guten Einblick in das für mich neue Gebiet der Künstlichen Intelligenz bekommen, praktisches Wissen für den Unterricht erworben und viele Impulse bekommen.

Auch habe ich gemerkt, wie umfangreich und komplex Künstliche Intelligenz ist.

Ganz besonders gut hat mir die große fachliche Kompetenz und Freundlichkeit unserer Trainerin gefallen. Auch unsere Arbeitsatmosphäre und der nette Umgang untereinander hat mir sehr gut gefallen. Der fachliche Austausch zum Thema mit den Teilnehmenden aus vielen verschiedenen Ländern war für mich sehr interessant. Unterricht aus der Teilnehmendenperspektive war ebenfalls erneut eine aufschlussreiche Erfahrung, da mir bewusst wurde, was man selber gut und nicht so gut macht.

Lediglich einige Aufgaben zogen sich nach meinem Geschmack manchmal etwas zu lange hin.

Außerhalb des Kurses habe ich viele kulturelle Eindrücke von dieser schönen Stadt bekommen und auch einen Einblick in das Leben in Florenz und Italien gewonnen.

Insgesamt war die Fortbildung eine tolle und sehr wertvolle Erfahrung. Daher möchte ich eine Erasmus+-Fortbildung allen Interessierten ausdrücklich empfehlen.

Gruppenreise zur digitalen Transformation, Aarhus


Diese Folge des vhscast wurde produziert von Karl Damke. Die verwendete Musik ist : „soulcraft“ by airtone 2024 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial (4.0)

Digitale Transformation in der Erwachsenenbildung: Erkenntnisse aus Aarhus
Ergänzung zum Podcast der Erasmus+-Reise (April 2025)

Die viertägige Erasmus+-Reise nach Aarhus im April 2025 hatte ein zentrales Thema: die digitale Transformation in Bildungseinrichtungen. Während der Podcast die Reise atmosphärisch und persönlich einfangen konnte, zeigt dieser Blogeintrag vertiefend auf, welche Impulse und Learnings im Kontext digitaler Bildung, Medienkompetenz und digitaler Infrastruktur besonders prägend waren und dient somit als Impuls, Reflexionshilfe und Orientierung für die weitere Arbeit im Kontext digitaler Erwachsenenbildung.

Tag 1 – FO Aarhus: Digitale Grundbildung als strukturelles Element

Der Auftakt der Reise führte in das FO Aarhus – eine Bildungseinrichtung, die in ihrer Struktur und Zielgruppenarbeit an deutsche Volkshochschulen erinnert, sich aber durch eine explizite Verankerung digitaler Grundbildung als vierte Säule im Gesamtkonzept abhebt. Neben Dänisch, Mathematik und Englisch ist die digitale Bildung ein tragender Bestandteil der Qualifizierungsmaßnahmen für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf: darunter Menschen mit Behinderung, Geflüchtete, ältere Menschen und Menschen ohne Schulabschluss.

Digitale Grundbildung wird im FO Aarhus nicht als technisches Add-on verstanden, sondern als Schlüsselkompetenz zur gesellschaftlichen Teilhabe. Vermittelt werden medienpädagogische Fähigkeiten, ein reflektierter Umgang mit digitalen Tools, App-Nutzung im Alltag sowie Themen wie Datenschutz und IT-Sicherheit. Besonders erwähnenswert ist der Einsatz sogenannter Medienlotsen, die in der Face-to-Face-Arbeit individuelle Zugänge schaffen – ein Ansatz, der niedrigschwellige Medienkompetenzförderung auf Augenhöhe ermöglicht.

Tag 2 – Dokk1 und DokkX: Öffentliche Räume als Knotenpunkte digitaler Innovation

Der zweite Tag war geprägt vom Besuch des Dokk1 – Skandinaviens größtem öffentlichen Bibliotheks- und Kulturzentrum. Das Dokk1 ist ein Paradebeispiel dafür, wie digitale Transformation mit Bürgernähe, Lebensweltorientierung und kultureller Teilhabe verbunden werden kann. Die Architektur selbst steht sinnbildlich für Offenheit und Interaktion: überall kostenfreies WLAN, Social-Media-Anbindung zur Besucherbeteiligung, barrierefreie Räume und digitale Servicepunkte der Stadt Aarhus.

Besonders inspirierend war das Maker Lab im Dokk1: Ein Raum, in dem kreatives Arbeiten mit neuen Technologien wie 3D-Druckern, Robotik oder Programmierung aktiv gefördert wird – niedrigschwellig, experimentell und partizipativ. Solche Räume ermöglichen es Menschen jeden Alters, sich auf spielerische Weise mit digitalen Technologien vertraut zu machen.

Ein Highlight war auch der Besuch im DokkX, einer Ausstellung zu Wohlfahrtstechnologien im Obergeschoss des Hauses. Hier wurde deutlich, wie digitale Lösungen helfen können, ein selbstbestimmtes Leben – insbesondere für Menschen mit körperlichen Einschränkungen – zu erleichtern. Von Sprachassistenzen bis zu intelligenten Alltagshelfern zeigt das DokkX, wie Inklusion durch Digitalisierung aktiv gefördert werden kann.

Tag 3 – Testrup Højskole und das digitale Gemeinwesen Dänemarks

Am dritten Tag zeigte sich ein ganz anderer Aspekt digitaler Transformation: die bewusste Balance von analogem und digitalem Lernen. Die Testrup Højskole als „freie Akademie“ versteht sich als Ort des Experimentierens und der Persönlichkeitsbildung. Obwohl viele Kurse bewusst auf digitale Reduktion setzen – insbesondere in kreativen Fächern wie Keramik oder Musik –, wird die Kommunikation digital organisiert. Tägliche Versammlungen starten mit digitalen Tools, und die Außendarstellung der Schule über Social Media ist professionell und strategisch ausgerichtet.

Am Nachmittag wurde im Rathaus von Aarhus noch einmal die große Linie sichtbar: Dänemark gilt als globaler Vorreiter der Digitalisierung des öffentlichen Sektors. Beeindruckend sind dabei nicht nur die Zahlen (z. B. 88 % der Bürger haben in den letzten zwölf Monaten digitale Behördendienste genutzt), sondern vor allem die Konsequenz der Umsetzung: Schriftverkehr erfolgt ausschließlich digital, ePayment ist Standard, über 90 digitale Dienstleistungen sind obligatorisch. Diese konsequente Strategie wurde durch eine hervorragende Infrastruktur, digitale Bürgeridentitäten und ein hohes Maß an Vertrauen in staatliche Systeme ermöglicht. Auch das bietet Orientierung für die Erwachsenenbildung: Digitalisierung ist nicht nur eine technische Frage, sondern eine kulturelle und strategische Entscheidung auf systemischer Ebene.

Tag 4 – Den Gamle By: Digitales Lernen im musealen Raum

Der Abschluss der Reise führte ins Freilichtmuseum Den Gamle By, wo die Gruppe eine digitale Rallye mit der App Actionbound absolvierte. Die Nutzung digitaler Tools zur Erschließung historischer Kontexte machte deutlich, wie sinnstiftend Technologie in Lernprozesse eingebettet werden kann. Besonders eindrucksvoll waren interaktive Formate wie sprechende Hologrammfiguren oder multimediale Werkstattszenen. Das Museum nutzt digitale Inszenierung nicht als Gimmick, sondern als integrativen Bestandteil der Wissensvermittlung.

Dabei wurde deutlich, dass Digitalisierung nicht zwangsläufig modernistisch und abstrakt sein muss – sie kann auch emotionale Anknüpfungspunkte schaffen, Geschichte erfahrbar machen und Bildungsräume öffnen, die sowohl analog als auch digital wirken.

Fazit: Impulse für die Volkshochschulwelt

Die Bildungsreise nach Aarhus hat gezeigt: Digitalisierung in der Erwachsenenbildung ist dann besonders wirksam, wenn sie nicht nur als Technologie, sondern als Haltung verstanden wird – als Werkzeug zur Teilhabe, zur Selbstermächtigung und zur inklusiven Bildungsgestaltung. Drei zentrale Erkenntnisse lassen sich festhalten:

1. Digitale Grundbildung als Teilhabe-Instrument

Besonders das FO Aarhus hat verdeutlicht, wie wichtig niedrigschwellige Angebote sind, die verschiedene Zielgruppen befähigen, sich souverän in einer digitalisierten Welt zu bewegen.

2. Infrastruktur und Räume neu denken

Das Dokk1 zeigt, wie öffentliche Räume durch digitale Ausstattung zu dynamischen Lernorten werden – offen, partizipativ und vernetzt.

3. Digitalisierung ist ein kultureller Wandel

In Dänemark zeigt sich: Digitale Transformation gelingt, weil sie strategisch gewollt, 3 konsequent umgesetzt und gesellschaftlich getragen wird. Erwachsenenbildung kann und sollte hier eine aktive Rolle einnehmen – nicht nur vermittelnd, sondern gestaltend.

ICT Tools for School Administration and Non-Teaching Staff, Florenz

von Natalie Wedemeyer

Wo:                Florenz, Italien – europass Teacher Academy
Wann:           07.04. – 13.04.2025

Einleitung:

Vom 07.04.- 13.04.2025 hatte ich die Gelegenheit, an der Erasmus-Reise zur Teacher Academy in Florenz teilzunehmen. Das Thema der Fortbildung war “Informations- und Kommunikationstechnologien für Schulverwaltungen sowie Verwaltungsangestellte”.

Motivation:

Vor der Reise habe ich kaum Informations- oder Kommunikationstechnologien oder digitale Medien für meine tägliche Arbeit in der Verwaltung gekannt und somit auch noch nicht eingesetzt. Meine Motivation für diese Reise war somit sehr hoch, dass ich erste Erfahrungen mit neuen Technologien machen werde.

Kulturelle Exkursionen:

Neben der täglichen Fortbildung in der Teacher Academy hatten wir auch die Gelegenheit, die italienische Kultur von Florenz und der Umgebung in der Toskana kennenzulernen. Des Weiteren konnten wir natürlich auch die kulinarischen Besonderheiten von Florenz genießen.

Anreise:

Am Sonntag, 06. April 2025 bin ich mit dem Flugzeug in Florenz angekommen. Dann hieß es Einchecken im Hotel und anschließend habe ich meine Umgebung erkundet und den Weg zur Teacher Academy bereits einmal „abgelaufen“, ca. 15 Minuten Fußmarsch. Schon der Blick in die Straße, in der sich die Schule befand, war jeden Tag aufs Neue atemberaubend, da man von dort aus direkt den großen Florenzer Dom erblicken konnte.

Blick auf den Dom von Florenz

1. Tag: Montag, 07. April 2025

Am 07.04.2025 startete der Kurs an der Teacher Academy in Florenz. Das Gebäude, welches im 16. Jahrhundert erbaut wurde (eine großartige Renaissance-Architektur), befand sich mitten in der Altstadt.

Am ersten Tag begrüßte uns unsere Lehrerin Cristina Salvatori ganz herzlich und wir stellten uns alle einmal vor. Dann haben wir gemeinsam eine Begehung der Schule und der Räumlichkeiten gemacht.

Anschließend ging es mit ein paar „Ice-Breaking-Activities“ los, um uns besser kennenzulernen. Unsere Gruppe bestand aus insgesamt 7 Frauen: aus Kroatien, Irland, Ungarn, Schweden (2 Teilnehmerinnen), Tschechien und ich als Einzige aus Deutschland. Dann haben die ersten Teilnehmer unserer Gruppe die vorbereiteten Präsentationen vorgestellt.

Kennenlernen des Programmes Padlet: Es ist ein Programm mit der eine digitale Pinnwand entsteht, auf der Texte, Bilder, Videos, Links, Sprachaufnahmen, Bildschirmaufnahmen und Zeichnungen abgelegt werden können. Padlet haben wir für den Rest der Woche als „Memo-Board“ für unsere Gruppe benutzt.

Zum Schluss des ersten Tages haben wir gemeinsam durch „Brainstorming“ eine Zusammenfassung der Themen, der Bedürfnisse und der Ziele für diese Woche zusammengetragen.

Den ersten Tag haben wir dann zu viert mit Wein, leckerer Pizza und gutem „Gelato“ abgeschlossen.

Leckeres italienisches „Gelato“ (Eis)
Gemeinsamer Abend mit Pizza und Wein

2. Tag: Dienstag, 08. April 2025

Am zweiten Tag haben dann die restlichen Teilnehmer unserer Gruppe die Präsentationen vorgestellt, so dass wir nun einen Überblick unserer Schulen/Einrichtungen erhalten hatten. Der heutige Schwerpunkt war: Wo verwenden wir Informations- und Kommunikationstechnologien auf der Arbeit? Welche kennen wir bereits? Was sind die Herausforderungen der täglichen Arbeit in der Verwaltung?

Kennenlernen des Programmes Canva: Plattform für Online-Design und visuelle Kommunikation z.B. auch für Präsentationen zu verwenden und auch für viele Vorlagen. Wir hatten im Kurs auch immer Zeit, um die neuen Programme auszuprobieren, Fragen zu stellen, etc.

Nach Unterrichtsschluss am Nachmittag haben vier von unserer Gruppe beschlossen, den Expresszug vom Bahnhof Florenz nach Pisa zu nehmen. Es war ungefähr 1 Std. Fahrt. Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir in Pisa an. Wir liefen ca. 25 Minuten zu Fuß durch das nette Städtchen bis hin zum berühmten „schiefen Turm von Pisa“ – auf Italienisch: „Torre pendente di Pisa“.

Dann ging es für uns hoch auf den 56 m hohen schiefen Glockenturm aus weißem Marmor. Der Turm neigte sich bereits bei seiner Fertigstellung im Jahr 1372 zur Seite. Er steht neben der romanischen Kathedrale aus gestreiftem Marmor auf der Piazza dei Miracoli. Es war ein toller Ausblick von ganz oben! Ein „zauberhafter“ Tag!

Blumiger Empfang am Bahnhof von Pisa
Kulinarisch gut, auch in Pisa: Bruschetta

3. Tag: Mittwoch, 09. April 2025

Am dritten Tag haben wir dann nochmals mit Canva Präsentationen und Flyer erstellt. Alle erstellten Präsentationen, Ideen, Entwürfe etc. haben wir immer unter unser Memo-Board mit Padlet gespeichert. Somit hatten wir alle immer die Infos der Tage in einem Link und mussten uns nicht die Dateien zusenden.

Als nächstes Thema hatten wir dann „Suchen, auswählen und verwenden der besten Vorlagen“ für unsere tägliche Arbeit.

Kennenlernen von Google forms / Outlook forms. Mit Google Formulare kann man Onlineumfragen, Quizze und Formulare erstellen, an andere Personen senden und die Antworten in Echtzeit analysieren. Wenn man Formulare bearbeitet und Antworten gemeinsam mit anderen analysieren möchte, kann man das Formular z.B. für Kollegen/ Mitbearbeiter freigeben.

Konzentriertes Arbeiten…

4. Tag: Donnerstag, 10. April 2025

Am vierten Tag haben wir mit Chat GPT gestartet. Chat GPT, auch bekannt als Generative Pretrained Transformer (GPT), ist ein hochmoderner KI-Chatbot. Er nutzt fortschrittliche Algorithmen für maschinelles Lernen, um menschenähnliche Antworten auf ein scheinbar grenzenloses Spektrum von Anfragen zu generieren.

Wofür kann man Chat GPT in der Verwaltung anwenden? Welche Vor- und Nachteile gibt es durch das Benutzen von Chat GPT?

  • Fragen stellen zu verschieden Alltagsthemen in der Verwaltung.
  • Projektbeschreibungen erstellen
  • Texte zusammenfassen
  • Konzepte oder Inhaltsangaben komplexer Texte gut und bündig zusammenfassen

Anschließend lernten wir auch Copilot kennen. Copilot ist ein KI-gestütztes Tool, dass bei Arbeitsaufgaben hilft. Es hilft beim Erstellen, Erfassen, Organisieren und Abrufen von Informationen. Man kann damit z.B. Pläne entwerfen, Listen erstellen, Informationen zu organisieren und vieles mehr.

Dann lernten wir im Zusammenhang mit den KI-Tools auch noch das Programm QuillBot kennen. Quillbot nutzt fortschrittliche Algorithmen des maschinellen Lernens und der natürlichen Sprachverarbeitung (Natural Language Processing, NLP). Diese Algorithmen analysieren den eingegebenen Text und erzeugen eine neue Version, die inhaltlich gleich, aber sprachlich unterschiedlich ist. Mit dem Programm kann man u.a. auch einen Text einfügen und es wird geprüft, ob der Text mit AI generiert ist oder nicht. Mit Prozentangabe.

Gute Laune im Kursraum

5. Tag: Freitag, 11. April 2025

Am fünften und somit unserem letzten Kurs-Tag haben wir das Programm Trello kennengelernt. Trello ist ein Programm, mit dem man Arbeitsabläufe, Aufgaben, Projekte vereinfachen und standardisieren kann. Alle Aufgaben können gut organisiert werden und auch mit Kolleginnen/Kollegen geteilt werden. Es ist somit ein gutes visuelles Arbeitsverwaltungstool.

Des Weiteren haben wir auch noch Tipps und Tricks in Outlook gelernt. Wie kann ich meine Einstellungen persönlich einrichten? Wie können in Outlook Regeln erstellt werden? Es gab erneut Zeit zum Ausprobieren, Fragen stellen etc. Unsere Lehrerin konnte stets alles gut erklären und die Fragen beantworten. Darüber hinaus hatte sie immer gute Tipps und Tricks parat.

Kurz vor dem Kursende haben wir dann nochmals alles von der Woche zusammengefasst und auch eine Auswertung des Kurses („Course evaluation“) gemacht. Dann bekamen wir alle das Abschlusszertifikat, was mit einem gut gelaunten Abschlussfoto „gekrönt“ wurde.

Gruppenfoto mit dem Abschlusszertifikat

Direkt im Anschluss an den Kurs mussten wir uns dann alle beeilen, dass wir pünktlich zum Treffpunkt am Busbahnhof in Florenz ankamen. Wir „schnappten“ uns also unsere Laptoptaschen und Rucksäcke und verstauten diese unterwegs zum Bahnhof bei einer Kursteilnehmerin im Hotel, da ihr Hotel sehr nah am Bahnhof war.

Dann ging es für uns alle mit dem Busunternehmen „Ciao Florence“ und einem Reisebus in die Chianti Region, um an einer Tour zu einer Weinverkostung teilzunehmen. Dieser Tagesausflug wurde über unsere Schule Teacher Academy im Rahmen des Erasmus Kurses für uns angeboten. Nach einer guten Stunde Busfahrt kamen wir dann an der ersten Station unserer Verkostung an. Ein kleines Weingut in Greve in der Chianti Region. Dort wurden wir von der Besitzerin begrüßt und sie erzählte uns viele interessante Dinge über die Region, über die Weinreben und natürlich über das Herstellen von Wein und vieles mehr. Es war sehr angenehm kühl im Weinkeller, denn draußen hatten wir bereits sommerliche Temperaturen von ca. 27 Grad.

Kleine Olivenbäume in der Chianti Region
Der Tisch zur Weinverkostung

Nach der ersten Weinverkostung stiegen wir alle wieder in den Bus ein und fuhren weiter zu einem anderen Weingut in der Nähe. Auch dort wurden wir alle wieder herzlich empfangen und erhielten weitere interessante Informationen rund um das Weingut, den Wein usw. Der Weinkeller sah etwas moderner und viel größer aus.

Der Weinkeller des Weingutes Tenuta di Nozzole

Dieser Ausflug war für uns alle sehr eindrucksvoll und wir haben viel über die Region und über Wein erfahren. Wir waren uns einig, dass es mal schön war, aus dem „Stadt-Alltag“ aus Florenz zu entkommen. Unsere Augen freuten sich über die vielen verschiedenen Grüntöne aus der Natur und auch die frische Luft tat gut.

Ein Glas Chianti Wein

Und der Wein war natürlich sehr lecker! Dieser Ausflug war somit das letzten Team-Event, an dem fast alle aus unserer Gruppe teilgenommen haben.

Gruppenfoto inmitten der Weinreben

Samstag, 12. April 2025

Der Samstag war für mich/für uns zur freien Verfügung, denn unseren Ausflug hatten wir bereits gestern gemacht. Meine Kurskolleginnen aus Schweden und aus Tschechien reisten auch erst am Sonntag zurück, so dass wir noch einen ganzen Tag gemeinsam verbringen konnten. Da wir uns wirklich super verstanden haben und zu einem tollen „Quartett“ (2 Teilnehmerinnen aus Schweden, 1 Teilnehmerin aus Tschechien und ich aus Deutschland) zusammengewachsen sind, haben wir viel Zeit gemeinsam in Florenz verbracht.

Den Samstag haben wir einfach ganz locker in der Florenzer Innenstadt verbracht, inmitten der vielen Touristengruppen, die in die Stadt strömten. Wir genossen den Tag in unseren Lieblingscafés und kauften ein paar letzte Souvenirs für Zuhause ein.

Abends gab es dann das letzte gemeinsame Abendessen in einem tollen Restaurant. Rundum ein gelungener Abschlusstag in Florenz!

Dom von Florenz

Kulinarische Highlights:

Sonntag, 13. April 2025

Am Sonntag reiste ich dann mit viel neuem Wissen und tollen Eindrücken und Erlebnissen zurück nach Deutschland. Es war eine wundervolle Zeit in Florenz!

Fazit:

Die Erasmus-Reise nach Florenz war für mich eine wertvolle Erfahrung und hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, seinen persönlichen Horizont zu erweitern und sich mit Menschen aus anderen Ländern auszutauschen. Ich konnte meine digitalen Kompetenzen für meine Arbeit erweitern und auch meine sprachlichen Kompetenzen (in Englisch und Italienisch) verbessern.

Die Reise hat mir neue Impulse für den Einsatz digitaler Technologien in meiner täglichen Arbeit in der Verwaltung gegeben. Ich würde die Erasmus + Reise auf jeden Fall weiterempfehlen und kann mir gut vorstellen, eine erneute Reise mit dem Erasmus + Programm zu machen.

Artificial Intelligence Tools for Language Teachers, Valencia

von I. Faroldi und D. Berry

vom 28. Oktober – 2. November 2024

Anreise

Ready to go ?
Die Reise nach Valencia ist gestartet und wir freuen uns sehr.
Wir verlassen das sonnige Hamburg und landeten in Valencia, wo der Regen auf uns wartete.
Wir erkunden die Stadt um ein Gefühl zu bekommen.
Valencia ist eine wunderschöne Stadt aber sehr rutschig, wenn es regnet.


Montag, 28.10.2024
Die Europass-Schule liegt sehr zentral, in der Nähe von der Mercat central, der Markthalle.
14 Lehrkräfte aus unterschiedlichen EU-Ländern (Ungarn, Deutschland, Niederlande, Belgien) und sogar zwei Lehrerinnen aus Costa Rica haben sich und deren Schulen kurz vorgestellt.
Wir hatten auch eine kurze Präsentation über die VHS Elmshorn vorbereitet
(siehe hier: https://prezi.com/p/edit/4snodp83etlk).


Geschenke am ersten Tag ?


Unser Klassenzimmer für die Woche

Wir hatten kurze „icebreaker“ Spiele in Form von Aktivitäten um eine entspannte Atmosphäre zu kreieren. Solche Aktivitäten bringen die Lernenden dazu, miteinander zu interagieren und sich besser kennenzulernen. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und erleichtert die Zusammenarbeit.
Wir werden einige definitiv in der Zukunft gut im Unterricht einsetzten können. Ein Beispiel hier:

 

Wir hatten die ersten Schritte in der Welt der KI geschafft und etwas über die Geschichte der künstlichen Intelligenz erfahren.
Wir sind voller Erwartung auf den morgigen Tag, wo wir die Welt der KI eintreten werden.

Dienstag, 29.10.2024

Heute war ein sehr erfolgreicher, aber intensiver Tag. Wir sind in der Welt der KI eingetaucht.
Wir haben mehrere Aufgaben in unserer google classroom Klasse bekommen:

    • wir haben gelernt, wie man perfekte „prompts“ schreiben kann
    • wie man mit KI-Unterrichtspläne, Tests und kreative Aufgaben vorbereiten kann
    • wie man aus Texten mit SUNO ein Lied in wenige Minuten kreieren kann
    • wir haben uns mit „question well“ in Zusammenhang mit Kahoot und andere gamification tools auseinandergesetzt

Das Beste war aber unsere „marshmallow challenge“: in Gruppen mussten wir eine bestimmte Aufgabe mit der Hilfe von KI lösen. Sehr witzig und perfekt als „teambuilding-activity“ (siehe Foto):

Nachmittags sollten wir Fotomaterial in der Stadt sammeln, aber es war zuerst extrem windig und dann fing es an stark zu regnen.

Mittwoch 30.10.2024

Der Tag ist leider mit traurigen Nachrichten über Überflutungen gestartet.

Viele Kolleg*innen hatte Schwierigkeiten die Schule zu erreichen, weil Verkehrsmittel sehr beschränkt fuhren.
Die Atmosphäre in der Stadt war sehr bedrückend und es war eine Stille, die unrealistisch klang.

Aber wir konnten trotzdem unseren Kurs fortfahren.
Wir haben sehr viele interessante KI-Möglichkeiten entdeckt und getestet.
Anbei nur einige Programme als Beispiel:

https://garticphone.com
https://youglish.com/
https://gliglish.com/intl/de
https://lyricstraining.com
https://speechgen.io/
https://ttsmaker.com/
https://play.ht/
https://www.naturalreaders.com/online/

Die meisten Apps waren sehr inspirierend und kreativ, so dass wir mehrere Ideen entwickeln konnten, wie wir zukünftig unsere Lerneinheiten noch sinnvoller und Teilnehmer-näher vorbereiten können.
Wir mussten sogar zeichnen ?

Das Wetter war, komischerweise, wunderschön: sonnig und warm. Daher war es möglich im Zentrum zu Fuß unterwegs zu sein um einige KI-Tools zu testen.

Highlight des Tages:
wWr haben die App goosechase (https://goosechase.com) im Stadtcentrum von Valencia in Gruppe getestet: es ist eine Art von KI-Schatzsuche, die man sehr schnell und in einfacher Weise vorbereiten kann. Es hat sehr viel Spaß gemacht und meine Gruppe, „die Pisa-Gruppe“ hat gewonnen.

Donnerstag 31.10.2024

Heute, trotz schrecklicher Nachrichten aus der Umgebung (Notfallalarm in der Nacht, dann früh am Vormittag und auch tagsüber), konnten wir sehr gut vorankommen und sehr hilfreiche KI-Anwendungen testen.
Wir haben mit Nearpod angefangen und interaktive Lerninhalte erstellt.

Danach haben wir interaktive Übungen mit einem Besuch des Museums Centre del Carme Cultura Contemporànea verbunden: wir sollten einen Stuck Kunst aussuchen und mit der Nutzung von chat GPT/Copilot, Google Lens und Canva eine KI-Präsentation erstellen.

Wir mussten sogar Bilder und Videomaterial mit der Nutzung der KI vorbereiten. Ein Beispiel hier:

Highlight des Tages für mich und meinen Kollegen: Erstellung von Lernmaterial und Lehrplänen mit der App Diffit. Diffit ist eine wunderschöne Lösung um differenziertes Lernmaterial zu kreieren. Wir konnten nicht aufhören, Lerninhalte zu erstellen ?
Halloween wird in Valencia groß „gefeiert“ und, trotz allem, konnte man viele verkleidete Personen unterwegs sehen.

Das Rathaus ist wunderschön.

 

Freitag 01.11.2024 (+ Samstag 02.11.2024)

Da die öffentliche Verkehrsmittelsituation sehr schwierig ist, haben wir entschieden heute den ganzen Tag zu arbeiten, damit einige Kolleg*innen schon morgen die Möglichkeit haben , abzureisen.
Wir haben einige Aufgaben für den morgigen Tag als Hausaufgaben bekommen, die wir digital zuschicken müssen.
Die Sonne scheint und es sind mehr als 20 Grad draußen aber man spürt die Katastrophe rum herum:

Kein Wasser mehr im Supermarkt.

Also langer Tag heute und komische Stimmung unterwegs, aber trotzdem sehr erfolgreich.
Wir haben den Tag mit dem Programm Twee angefangen: wir haben geübt, wie man Lehrpläne erstellt und Aufgaben, die zu dem Lehrplan passen.
Twee ist sehr umfangreich und wir konnten Texte, Videos, Lieder und Sprechaufgaben erstellen und testen, wunderbar!
Danach haben wir uns mit einer Vielfalt von Apps beschäftigt: Hemingway, Reflect, Quillbot, Magic school, Gamma, Eduaide, Fliki, fobizz u.s.w.

Wir waren sehr glücklich unsere Zertifikate zu bekommen!

Fazit der Fortbildung in Valencia

Unsere Fortbildung in Valencia war eine äußerst bereichernde und lehrreiche Erfahrung, die nicht nur neue Technologien und Arbeitsweisen nähergebracht hat, sondern uns auch konkrete Werkzeuge und Ideen für die zukünftige Gestaltung unseres Unterrichts vermittelt hat. Rückblickend können wir sagen, dass wir nicht nur unser Wissen über künstliche Intelligenz (KI) erweitert haben, sondern auch viele praktische Anwendungen und innovative Methoden entdeckt haben, die wir sowohl in der VHS Elmshorn als auch in unserem eigenen Unterrichtsalltag direkt umsetzen können.

Besonders gut:
Ein großes Highlight war sicherlich die Einführung in die verschiedenen KI-Tools und deren praktische Nutzung: das ist, insbesondere für heterogene Lerngruppen, sehr wertvoll. Die Teamarbeit und das spielerische Lernen mit KI waren nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern haben uns auch gezeigt, wie wir Spiele oder Teamaktivitäten in unserem eigenen Unterricht einbauen können, um das Gemeinschaftsgefühl und die Zusammenarbeit der Lernenden zu stärken. Solche Methoden können nicht nur den Unterricht auflockern, sondern auch die Kreativität der Teilnehmenden fördern.

Was war weniger gelungen?
Trotz der überwältigenden Zahl an positiven Aspekten gab es auch einige Herausforderungen. Besonders der schwierige Zugang zu einigen Programmen aufgrund von Rechten und technischen Hürden (notwendige Anmeldungen) war ein kleines Manko. Auch die unvorhergesehenen Wetterbedingungen und die dadurch bedingte Einschränkung der Stadterkundung waren bedauerlich. Doch insgesamt überwiegen die positiven Erlebnisse.

Perspektiven und zukünftige Anwendungsmöglichkeiten
Die Fortbildung hat uns nicht nur ein tieferes Verständnis für die Einsatzmöglichkeiten von KI im Unterricht vermittelt, sondern auch konkrete Ideen geliefert, wie wir diese in der Praxis umsetzen können. Besonders wertvoll ist der Umgang mit KI-Tools zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien. In der VHS Elmshorn werden wir in Zukunft verstärkt auf Programme wie Diffit setzen, um differenzierte Lerninhalte für unsere Teilnehmenden zu erstellen. Dies ist besonders wichtig, da unsere Lerngruppen oft sehr heterogen sind, was den Bedarf an individuell zugeschnittenen Materialien noch verstärkt.

Zukünftig möchten wir auch verstärkt auf Tools zurückgreifen, um kreative Lernaktivitäten zu entwickeln, die den Unterricht auflockern und den Teilnehmenden eine spielerische Herangehensweise an neue Themen ermöglichen. Besonders in der Erwachsenenbildung, wo es oft schwieriger ist, die Lernenden zu motivieren, bieten sich solche gamifizierten Ansätze an, um den Lernprozess unterhaltsamer und einprägsamer zu gestalten.

Fortbildungsbedarf? JA!
Obwohl wir in dieser Fortbildung bereits viele neue Technologien kennengelernt haben, gibt es noch zahlreiche Aspekte der KI, die wir weiter vertiefen können. Ein weiterer Fortbildungsbedarf besteht sicherlich in der vertieften Anwendung von KI in der individuellen Lernbegleitung, um personalisierte Lernpfade zu erstellen. Eine Hospitation wäre vielleicht eine Möglichkeit.

Insgesamt war die Fortbildung in Valencia eine einmalige Gelegenheit, uns nicht nur mit aktuellen Trends und Technologien im Bildungsbereich auseinanderzusetzen, sondern auch praktische und kreative Ideen zu entwickeln, wie wir diese in unserem Unterricht einsetzen können. Wir sind motiviert, das Gelernte in unserer eigenen Praxis umzusetzen, und freuen uns darauf, in den kommenden Monaten die vielfältigen Anwendungen in unseren Unterricht zu integrieren. Wir planen einen Austausch mit den Kolleg*innen einzubringen, voraussichtlich in Januar 2025.

Gleichzeitig bleibt es wichtig, uns kontinuierlich fortzubilden und offen für neue Entwicklungen zu bleiben, um auch in Zukunft den technologischen Wandel im Bildungsbereich mitzugehen.
Adiós Valencia – und auf bald im Unterricht!

ChatGPT and Basic AI Tools, Florenz

von Heidi Krautwald

Florenz, 12.-17. August 2024

Sonntag, 11. August 2024, Anreisetag

Als ich mich für das Erasmus+-Programm bewarb, stand für mich fest, dass ich die Reise zum Ort der Fortbildung mit der Bahn bewerkstelligen wollte. Meine Wahl fiel auf Florenz und meine Idee war, mit dem Nachtzug aus Kiel anzureisen. Die DB App gab eine Verbindung an, die sich allerdings, wie ich dachte, -noch- nicht buchen ließ.
Erstaunt und erfreut las ich bei Bewilligung des Antrags, dass aufgrund der Entscheidung für „green travelling“ für Hin- und Rückfahrt jeweils zwei weitere Reisetage finanziert wurden.
Es stellte sich heraus, dass sich meine Vorstellung, mit dem Nightjet zu reisen nicht zu realisieren war, da die Verbindungen aufgrund von Bauarbeiten in den Sommermonaten nicht zur Verfügung standen. Also musste ich mir eine andere Variante überlegen, und so plante ich auf der Hinreise einen Zwischenstopp in Frankfurt und auf der Rückreise einen in Stuttgart ein.

Frankfurt Hbf

Obwohl sich die Abfahrt am frühen Sonntag Morgen um 15 Minuten verzögert und sich die Umsteigezeit von 28 Minuten am Münchener Hauptbahnhof bedenklich zu verringern scheint, verbreitet der in breitem Hessisch babbelnde Zugbegleiter mit Witz und guter Laune soviel Optimismus, dass die Fahrt trotzdem ein Genuss ist, zumal ein Teil der Verspätung aufgeholt werden kann und ich den Anschlusszug ohne Stress erreiche.

Blick aus dem Zugfenster

Der Zug von München nach Bologna ist sehr voll und als Exemplar älteren Datums weniger bequem als ein ICE, aber er kommt pünktlich am nächsten Umsteigebahnhof an. In Bologna bekomme ich einen ersten Eindruck von der Hitzewelle, die Italien erfasst hat. Der Frecciarossa-Zug von Trenitalia bringt mich schnell und komfortabel an meinen Zielort.

Frecciarossa in Florenz

Nach insgesamt 12 Stunden Fahrzeit komme ich also in Florenz an. Meine Unterkunft ist fußläufig vom Bahnhof aus zu erreichen und der check-in klappt prima. Da die Organisation best rent, die als Partner für die Europass Teacher Academy arbeitet, keine weitere Buchung für den Zeitraum hat, kann ich das angebotene Appartment für mich alleine nutzen.

Piazza del Duomo

Bei Sonnenuntergang unternehme ich einen Willkommens-Spaziergang zum fünf Minuten entfernten Dom, danach stelle ich bis in den späten Abend die geforderte Präsentation für die Vorstellungsrunde zusammen.

Montag, 12. August 2024, Erster Kurstag

Heute klettert das Thermometer in Florenz auf 39 Grad!
Am Morgen mache ich mich auf den Weg zum Unterrichtsort und komme an einigen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Florenz vorbei.
Pünktlich um 9 Uhr erscheine ich in der Europass Teacher Academy in der Via Rustici.


Der Unterrichtsraum ist mit 14 Teilnehmenden gut gefüllt – 4 kommen aus Island, 2 aus Irland, 2 aus Österreich, 2 aus Ungarn, 1 aus Polen, 1 aus Tschechien, 1 aus Belgien und ich aus Deutschland.
Die Kursleiterin Raquel López Hernández ist jung und dynamisch, spricht viel und schnell. Wie gut, dass ich im Frühjahr an der vhs einen Englisch-C1 Konversationskurs belegt hatte.
Nachdem sie einiges über sich erzählt hat gibt es eine erste Kennenlernrunde, in der wir jeweils unsere Sitznachbarn vorstellen.
Raquel empfiehlt uns verschiedene Möglichkeiten, unsere Freizeit zu gestalten, welche Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen, gibt Tipps, wo man gut essen kann etc.
Nach einer Kaffeepause zeigen wir unsere vorbereiteten Präsentationen und erzählen von uns, wo wir herkommen und von den Schulen, an denen wir arbeiten).

Erasmus presentation

Ich fühle mich ein wenig als Außenseiterin. Als einzige bin ich keine Lehrerein einer allgemeinbildenden Schule, sondern arbeite als freie Dozentin unter sehr anderen Bedingungen an der Volkshochschule. Und mit 64 Jahren bin ich um einiges älter als die meisten anderen Teilnehmenden.
Auch das Interesse an Kunstprojekten, kreativen Kooperationen, künstlerischen Ansätzen und Kunstgeschichte im allgemeinen (außer den must-see-Museen) stößt bei den anderen nicht auf Resonanz.

Raquels Unterricht ist eher auf den Gebrauch im Lehrer- und Kollegiumsalltag ausgerichtet. Trotzdem bin ich neugierig und davon überzeugt, dass ich in den nächsten Tagen genügend Input bekommen werde.
Gegen 13.30 Uhr endet der erste Kurstag.

Draußen ist es so heiß, dass keine großen Aktivitäten möglich sind. Ich mache noch einen Abstecher zur Touristinformation, wo ich die Gelegenheit habe, mit einem netten jungen Mitarbeiter italienisch zu sprechen.
Nach einer Pause in meiner Unterkunft breche ich gegen 16 Uhr auf zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die Altstadt und dem Stadtteil Oltrarno am Südufer des Arno. Besonders im Quartier San Niccoló werde ich fündig, als ich eine Fotoserie über Streetart (vielfach Zitate aus der Kunstgeschichte) aufnehme, hier der Videoclip Streetart in Florenz:

Das erste italienische Eis, das ich esse, schmilzt aufgrund der Hitze so schnell, dass ich beschließe, keinen weiteren Versuch der Gelato-Verkostung zu wagen.
Auf dem Rückweg genieße ich den Sonnenuntergang mit Blick auf die Ponte Vecchio.

Dienstag, 13. August 2024, Zweiter Kurstag

Wir sind mit unserem Kurs umgezogen, da uns am anderen Standort der Europass Teacher Academy in der Via San Egidio ein klimatisierter Raum zur Verfügung steht.

Heute geht es als erstes darum, wie künstliche Intelligenz entwickelt wurde, welche Voraussetzungen dafür nötig waren und wie rasant sich die KI weiterentwickelt.

Wir sammeln in Kleingruppen Pro und Contra zur Nutzung von KI. Es kommen interessante Aspekte zur Sprache – wenn es nach mir ginge, könnten wir das Thema noch ausführlicher besprechen.
Als nächstes werden wir mit drei verschiedenen Varianten von OpenAI bekannt gemacht, die entsprechenden Apps werden heruntergeladen (jetzt ist mein Computer noch mehr vernetzt – ob ich das überhaupt möchte…?)

Wir arbeiten mit ChatGPT, Copilot und Gemini.

Raquel zeigt uns, wie wir möglichst präzise Prompts formulieren, damit die KI brauchbares Material liefert. Erste eigene Versuche liefern überraschende Ergebnisse. Gleichzeitig beeindruckend und erschreckend. Man bekommt eine Ahnung, dass der Mensch in vielen Bereichen durch KI ersetzbar sein wird.

Aber natürlich hat der Einsatz von KI auch positive Seiten. Wir sollen alle einen Unterrichtsplan mit ChatGPT erstellen. Das geht erstaunlich gut, die inhaltlichen Vorschläge und Formulierungen sind gut verständlich. Eine gute Grundlage, vieles davon lässt sich ohne weiteres übernehmen. Der „persönliche touch“ fehlt, aber als Basis mit Möglichkeit zur Modifizierung eignet sich das Ergebnis allemal.

Unterrichtsplan für einen online-Kurs in Fotografie

Die Aussicht, die Unterrichtsplanung durch den Einsatz von KI zu erleichtern, kommt mir sehr entgegen, so kann ich meine kreative Energie auf den inhaltlichen und zwischenmenschlichen Bereich des Unterrichts (und auf meine eigenen Kunstprojekte) konzentrieren.

Es ist weiterhin sehr heiß in Florenz. Am Nachmittag besuche ich den botanischen Garten, einer der ältesten in Italien (gegründet 1545). Ich vermisse das Meer – aber ich genieße sehr, hier zu sein! Ich laufe in einem großen Bogen zurück zu meinem Quartier. Die Hitze ist sehr anstrengend und ich bin froh, dass ich in meinem Apartment die Klimaanlage anstellen kann.

Mittwoch, der 13. August 2024, Dritter Kurstag

Heute lernen wir weitere OpenAIs kennen.
Als erstes kreieren alle mit Suno einen „morning song“. Wie einfach das geht! Ich denke sofort an einen ganzen Berufszweig von Musikern/Komponisten (für Auftragsarbeiten), der damit überflüssig wird…

KI Suno Morning Song

Als nächstes arbeiten wir mit Gamma. Man kann damit in Windeseile Präsentationen erstellen. Raquel ist sehr überzeugt von dieser AI, auch die anderen sind sehr angetan von ihren Ergebnissen. Ich selbst finde meine KI-generierte Präsentation schrecklich, absolut nicht mein Stil, regelrecht kontraproduktiv. Was ich meinen Kursteilnehmenden nahe- und beibringen möchte, ist das genaue Gegenteil. Hier ist für mich also weiterhin „Handarbeit“ in Indesign oder Powerpoint gefragt.

Produkt von KI Gamma: Fotoreise nach Venetien

Als letztes für diesen Tag experimentieren wir mit „I can’t draw„, das in Padlet integriert ist. Die Aufgabe ist, ein eigenes Foto möglichst genau zu beschreiben und sich daraufhin von der KI ein Bild kreieren zu lassen. Bei „normalen“ Motiven klappt das ganz gut.
Mit meinem Bügeleisenbild (siehe Präsentation vom ersten Tag) kann die KI nichts anfangen und ignoriert wichtige Angaben, um mir ein beliebiges Portrait einer langhaarigen Frau zu liefern.
Eine Bestätigung für mich, dass das Bild ein künstlerisches Unikat ist 😉

Am -weiterhin sehr heißen- Nachmittag besuche ich das Museo Novecento. Sehr angenehm kühl und leer – eine Wohltat zwischen den Eindrücken der überfüllten Stadt. Ich besuche eine beeindruckende Ausstellung der Künstlerin Louise Bourgeois (1911-2010) von ihrem Spätwerk, das hauptsächlich zwischen 2007 und 2009 entstanden ist.

Ausstellungsansicht im Museo Novecento

Donnerstag, der 15. August 2024, Vierter Kurstag

Heute beschäftigen wir uns mit weiteren Möglichkeiten, OpenAI zu benutzen.
Mit Microsoft Designer haben wir die Aufgabe, ein Logo zu entwerfen. Der Erfolg ist eher mittelmäßig, weil das Programm seltsame Phantasiewörter in den Entwurf einbaut. Wahrscheinlich wird in ein paar Monaten die Entwicklung weiter vorangeschritten sein, sodass man ganz andere Ergebnisse erzielen kann. Ich probiere außerdem, mit dem Programm einen Avatar zu erstellen.

Misslungene Logos mit Microsoft Designer

Avatar von Microsoft Designer

Als nächstes beschäftige ich mich mit Adobe Firefly. Die Möglichkeiten, fotorealistische Darstellungen zu kreieren, sind hier wesentlich ausgereifter. Schon fast erschreckend, wie naturalistisch die Ergebnisse wirken. In Zukunft muss man noch viel genauer hinschauen, welche Bilder echte Fotos und welche gänzlich computergeneriert sind.

Porträts mit Adobe Firefly

Raquel stellt uns die GenAI Chatbot Prompt Library for Educators vor. Dort bekommt man Hilfe, wie man mit guten Prompts in ChatGPT, Copilot, Gemini etc. gute Ergebnisse erzielt. Unsere Aufgabe ist, ein Quiz zu erstellen. Auch hier interessant, wie unterschiedlich der Output der verschiedenen AIs ausfällt.

Zum Schluss beschäftigen sich die anderen Teilnehmer mit Eduaide und Magic School. Da diese Programme speziell für (allgemeinbildende) Schulen konzipiert sind und mich als Dozentin an der vhs weniger betreffen, lote ich stattdessen die Möglichkeiten der bildgenerativen Programme aus.
Ich möchte gerne wissen, wie die künstliche Intelligenz meine Altersgruppe bildlich darstellt und versuche, mit den entsprechenden Prompts verschiedene Bildergebnisse zu generieren. Interessant, dass die KI den Teil der Vorgaben ignoriert, der nicht in ihr „Weltbild“ zu passen scheint.

Adobe Firefly, Porträt Arme Frau

Am Nachmittag nehme ich an einer „Free Tour“ (pay what you wish) mit dem Thema „Renaissance and Medici Tales“ teil. Unser Guide Giacomo (Typ Hugh Grant) bringt auf eine charmante, humorvolle und unterhaltsame Weise in bestem Englisch sein fundiertes Wissen unter die Leute.
Um das Touristenprogramm zu vervollständigen, verweile ich zum Sonnenuntergang erst an der Kirche di San Miniato al Monte – mit relativ wenigen Besuchern eher ein Geheimtipp – und laufe dann hinunter zur völlig überlaufenen Piazzale Michelangelo. Auf dem Rückweg nutze ich die blaue Stunde, um die obligatorischen Touristenfotos von der beleuchteten Ponte Vecchio aufzunehmen.

 

Freitag, der 16. August 2024, Fünfter Kurstag

Heute rufen wir als warm-up folgende website auf: https://www.whichfaceisreal.com/index.php und überlegen gemeinsam, welches Foto echt und welches computergeneriert ist. Man muss sehr genau hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen. Diese Übung werde ich sicherlich auch in meinen Kursen durchführen, um die Wahrnehmung zu schärfen und die inhärente Problematik zu diskutieren.

Danach stellt uns Raquel die europäische Gesetzgebung und die rechtlichen Grundlagen zur Nutzung von KI im Bildungsbereich vor:

European Law AI EU

Da die anderen Teilnehmer alle von allgemeinbildenden Schulen kommen, beziehen sich die Informationen hauptsächlich auf den Unterricht mit minderjährigen Schülern. Die anschließende Diskussion in Kleingruppen dreht sich dann auch mehr um die Rahmenbedingungen an den jeweiligen Schulen als um die eigene Haltung und den Umgang mit KI. Meine Fragen bezüglich der Möglichkeit, Schülern ein Vorbild zu sein bzw. sie mit der eigenen Meinung zu einem verantwortungsbewussten Handeln zu bewegen, erfahren in der Gruppe leider wenig Resonanz.

Nach der Diskussion gibt uns Raquel noch eine kurze Einführung, wie man ein Padlet zusammenstellen kann. Sie zeigt uns, wie wir das für den Workshop erstellte Padlet sichern und mit allen Informationen bzw. Links auf dem eigenen Computer speichern können.

Zum Schluss werden die Zertifikate übergeben und ein Gruppenbild aufgenommen. Wir bedanken uns alle sehr bei Raquel für einen gelungenen Kurs, ihre nette und kompetente Art und für die vielen Informationen, die wir erhalten haben. Jetzt liegt es an jedem Einzelnen, wie wir das Wissen einsetzen und weitertragen.

Am Nachmittag nimmt ein Großteil der Erasmus+Absolventen an dem angebotenen Kulturprogramm teil. Wir haben uns alle für eine Bustour ins Chiantigebiet mit Weinverkostung angemeldet. Leider ist die Tourbegleiterin ein Reinfall, zu erwartende Informationen zur Gegend und zu Land und Leuten bleiben aus. Die angebotenen lokalen Spezialitäten und Weine schmecken sehr gut. Aber das Ganze hat eher den Charakter einer Werbeveranstaltung als eines kulturellen Beitrags.

Chianti-Gebiet

Weinverkostung

Nach der Rückkehr gehe ich am Abend ins Open Air-Kino, nur ein paar Schritte von meiner Unterkunft entfernt. Im Innenhof des Klosters di Sant’Orsola, das heutzutage ein Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst ist, wird der Film „Il Segreto di Liberato“, ein Dokumentarfilm mit Animationsanteilen gezeigt.

Sonnabend, der 17. August 2024, Sechster Tag in Florenz

Ursprünglich war dieser Tag für den kulturellen Beitrag vorgesehen. Da für die Bustour ins Chianti-Gebiet auch die Option am Freitag Nachmittag bestand, habe ich unverhofft den Sonnabend zur freien Verfügung. Ich entscheide mich trotz der Sehnsucht nach dem Meer gegen eine Fahrt nach Viareggio (zumal ich schon mehrfach dort gewesen bin), auch eine andere Stadt zu besuchen scheint mir nicht zwingend notwendig zu sein. Also nutze ich die Gelegenheit, Florenz weiter zu Fuß zu erkunden. Ich breche morgens um sieben mit meiner Kamera auf, freue mich an dem besonderen Morgenlicht und an der Möglichkeit, das Alltagsleben ohne die später einsetzenden Touristenströme beobachten zu können.

Ich unternehme einen langen Spaziergang auf einem Trampelpfad auf der Nordseite entlang des Arno, begegne Pleinair-Malerinnen und Hundebesitzern und komme an einem Ruderclub vorbei. Auf dem Rückweg besuche ich den Markt von Sant’Amborgio, der hauptsächlich von Einheimischen frequentiert wird.

Ruderclub am Arno

Am Nachmittag drehe ich eine Runde über den Mercato Centrale. Mehr als die Waren interessieren mich die Marktbeschicker und ich imaginiere deren Arbeitsalltag. Leider sind meine Italienischkenntnisse noch nicht wieder soweit aufgefrischt, dass ich ein tiefergreifendes Gespräch über die jeweiligen Lebensbedingungen führen könnte, abgesehen von der Frage, ob die Standbesitzer sich während der Öffnungszeiten des Marktes darauf einließen.

Später laufe ich bis zum westlichen Südufer des Arnos und durchquere einen Park, in dem in der Mehrheit afrikanische Obdachlose auf den Bänken schlafen. Ein krasser Gegensatz dazu die hochpreisigen Boutiquen, an denen ich auf dem Rückweg vorbeikomme und an deren Türen fast ausnahmslos schwarze Männer in feinen Anzügen den Einlass bewachen.
Neben dem Verhalten der Touristenmassen konnte ich heute ein wenig das Leben der Einheimischen beobachten. Die Zeit reicht allerdings nicht aus, um den Fragen nachzugehen, die sich daraus ergeben.

 

Sonntag, 18. August 2024, Abreisetag

Früh morgens stehe ich auf und packe meine Sachen.
Gegen 7.15 Uhr gehe ich aus dem Haus, entsorge den Müll und freue mich über einen letzten kleinen Rundgang mit der Kamera durch die noch angenehm leere Altstadt. Ich schaue beim Aufbau der Stände auf dem Mercato Centrale zu und versuche, dabei die Uhr im Blick zu behalten.
Um acht laufe ich mit meinem Gepäck zum Bahnhof, es sind nur zehn Minuten Fußweg. Der italienische Frecciarossa-Schnellzug fährt pünktlich um 8.36 Uhr ab. Ab Verona sind die Züge sehr voll, aber bis auf eine Verspätung zwischen München und Stuttgart klappt alles bestens. Ich lege einen kleinen Zwischenstopp bei meinen Schwestern ein, bevor ich am Dienstag zurück nach Kiel fahre.

Mein Fazit

Die Reise mit der Bahn ist zwar zeitaufwändig, für mich trotzdem zweifellos die beste Wahl der Verkehrsmittel.
Das Erasmus+Programm ist eine tolle Möglichkeit, sich für den Nutzen der entsendenden Institution fortzubilden und gleichzeitig der eigenen Reiselust nachzugehen.
Ich bin dankbar für das Privileg des lebenslangen Lernens und werde jede Gelegenheit nutzen, das neu erlangte Wissen mit der Fähigkeit des kritischen Hinterfragens zu kombinieren und es an meine Kursteilnehmenden und Mitmenschen weiterzutragen.

 

Artificial Intelligence for Education, Rom

Artificial Intelligence for Education: Exploring the Frontiers of ICT
von Z. Gruetzmacher – vhs Itzehoe

Bericht über meine Erasmus-Reise
Rom, Italien
12-17 August 2024

Ich habe mich für diesen Kurs entschieden, da ich ein großes Interesse an KI und ihren Anwendungsmöglichkeiten im Bildungsbereich habe. Meine Wahl für Rom fiel auf die Möglichkeit, mich mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen europäischen Ländern auszutauschen und mein Englisch zu verbessern, da der Kurs komplett in englischer Sprache abgehalten wurde.
Nach Abstimmungen mit dem Landesverband der Volkshochschule Schleswig-Holsteins und der Europass Teacher Academy konnte ich meine Teilnahme am Kurs bestätigen und erhielt von Dr. Christine Contrada, der Kursleiterin, ausführliche Informationen zum Programm und den Inhalten.
Bereits zu Beginn konnten wir alle Inhalte digital über ein Kollaborationstool abrufen und uns auch vor Kursbeginn vorstellen sowie unsere Schulen.
Am 11. August begann meine Reise. Ich flog von Hamburg nach Rom und wurde von 38 Grad und Sonnenschein empfangen. Nach einem ersten Eindruck von dieser wundervollen Stadt und einem köstlichen Abendessen in einem traditionellen römischen Restaurant, konnte ich am Abend noch einmal das Wochenprogramm durchgehen und meinen ersten Tag in der Akademie planen.

Screenshot Website Teacher Academy

TAG 1: Montag, 12.8.2024

Die Akademie war 1,5 km von meinem Hotel entfernt, deshalb entschied ich mich, zu Fuß zu gehen und die Stadt zu erkunden. Unterwegs kam ich am Trevi-Brunnen vorbei, der morgens nicht so überfüllt ist wie tagsüber. So konnte ich ihn während der Woche mehrmals bewundern.

Um 9:30 Uhr begann der Kurs mit der Vorstellung der Kursleiterin und der Teilnehmer. Alle persönlichen Informationen hatten wir bereits vorher auf Padlet hochgeladen, so dass wir sie auf der Leinwand im Klassenzimmer teilen und etwas mehr über uns erzählen konnten.
Anschließend erklärte uns die Kursleiterin das Programm und die Arbeitsweise für die Woche. Sie gab uns auch Informationen und Empfehlungen zu Rom und seinen Sehenswürdigkeiten.
Um dann ins Thema KI einzusteigen, machten wir ein Brainstorming zu diesem Thema.

 

 

TAG 2: Dienstag, 13.8.2024

Am zweiten Tag beschäftigten wir uns mit der Definition, der Geschichte, der Entwicklung und der Funktionsweise der KI. Außerdem zogen wir einen Vergleich zwischen der menschlichen Denkweise und KI.
Ein weiteres Thema des Tages war der ethische Aspekt, die Vor- und Nachteile, die Risiken des Einsatzes von KI und die Regeln, die bei ihrer Nutzung beachtet werden sollten. Dieses Thema wurde in Gruppen bearbeitet und anschließend der gesamten Gruppe zur Diskussion und zum Austausch vorgestellt.

Im zweiten Teil des Tages probierten wir verschiedene Werkzeuge der KI aus und präsentierten die Ergebnisse der gesamten Gruppe, um uns über die geleistete Arbeit auszutauschen.
Ich habe ein Video über Schleswig-Holstein mit dem Tool Invideo generiert.

 

TAG 3: Mittwoch, 14.8.2024

Am dritten Tag unseres Kurses beschäftigten wir uns damit, wie man KI im Unterricht einsetzen kann. Um dies anhand praktischer Beispiele zu vertiefen, konnten wir verschiedene Werkzeuge ausprobieren. Jeder Teilnehmer wählte ein Werkzeug aus und präsentierte seine Ergebnisse der gesamten Gruppe.

Zu den von uns getesteten Werkzeugen gehörten beispielsweise: Quizzizz, Quillionz, Yippity, ChatGPT, Google Bard, Edulastic, Taskade, Art Remix (Google Arts & Culture), Poem Postcards (Google Arts & Culture), Hello History (Chat with AI Generated Historical Figures), Suno, invideo AI und magic.remix.ai., etc.

Im zweiten Teil der Stunde stellten die Hälfte der Teilnehmenden ihre Institutionen vor.

TAG 4: Donnerstag, 15.8.2024

Am vierten Tag begannen wir mit einer Partnerarbeit. Jedes Paar testete drei verschiedene KI-Tools und präsentierte anschließend die Ergebnisse der gesamten Gruppe.
Wir konzentrierten uns auf die Fächer Mathematik, Geschichte und Sprache. Dabei arbeiteten wir mit folgenden Tools:

  • Photomath (eine App, mit der man mathematische Aufgaben scannen und schrittweise Lösungen in Echtzeit erhalten kann)
  • Image Creator in Bing (zum Erstellen historischer Bilder)
  • ChatGPT (um die Stimme berühmter Persönlichkeiten zu imitieren)

Nach dieser Aufgabe tauschten sich alle Teilnehmenden darüber aus, ob sie bereits Erfahrungen mit anderen KI-Tools gemacht hatten, die nicht auf unserer Liste standen. Dieser Austausch war sehr interessant, da alle bereits mit verschiedenen Tools gearbeitet hatten.

Im letzten Teil der Stunde stellten weitere Teilnehmer ihre Institutionen vor. An diesem Tag war ich an der Reihe. Ich habe Schleswig-Holstein mit Hilfe eines Werkzeugs der KI präsentiert (Aufgabe von Tag 2) und anschließend den Landesverband Schleswig-Holstein sowie die vhs Itzehoe und die Angebote, die sie bereitstellt.

Aus meiner Präsentation

 

TAG 5: Freitag, 16.8.2024

Der letzte Tag war der Vorbereitung von Projekten und deren Präsentation im Unterricht gewidmet.

 

Ich habe drei Projekte vorbereitet, die ich in meinen Sprachkursen anwenden könnte.

Projekt 1: In einem Spanischkurs für Erwachsene arbeiten. Die Teilnehmer bitten ein Tool der KI, eine Reise für eine bestimmte Gruppe vorzubereiten. (Ich habe KI-Gemini für mein Beispiel verwendet).

Mit dem Ergebnis kann der/die Kursleiter/in Leseverständnisaufgaben bearbeiten oder Begründungen geben.

Alternative Aufgabe: Die Teilnehmer stellen drei verschiedene KI-Tools zum Thema: Vorbereitung einer Reise. Die Teilnehmer vergleichen die Ergebnisse und wählen das am besten geeignete aus und erklären ihre Wahl.

Projekt 2: (KI-Tool verwendet: Gemini) Um an einem DAZ-Deutschkurs mitzuarbeiten. Ziel ist es, mit Material zu arbeiten, das dem Kontext der Studierenden angepasst ist.

  • Die Lehrkraft bittet ein Tool der künstlichen Intelligenz, einen Text/Biographie in der ersten Person vorzubereiten.
  • Das Ergebnis kann verwendet werden, um an Leseverständnis, Wortschatz, Grammatik usw. zu arbeiten.
  • Die Kursteilnehmer können die Geschichte lesen und mit Bildern illustrieren.Projekt 3: Eine KI-Tool (KI-Tool verwendet: SUNO) bitten, einen spanischen Song zu generieren, um die Aussprache des Buchstabens R im Spanischunterricht zu üben. Ziel ist es, die Aussprache auf spielerische Weise zu trainieren. Die KI erstellt ein Lied, das zum Lernstand/Kontext der Teilnehmenden passt.

Der letzte Teil unseres Kurses war Reflexionen und Schlussfolgerungen zum Kurs gewidmet, sowie der Übergabe der Zertifikate.

TAG 6: Samstag, 17.8.2024

Dieser Tag war der selbstgeführten kulturellen Erkundung Roms gewidmet.
An dem Tag habe ich die Vatikanische Museen und die Sixtinische Kapelle besucht. Das war eine fantastische Tour um meinen Besuch im Rom zu beenden.

 

 

Mein Fazit:
In dieser Woche habe ich sehr viel gelernt, viele Informationen über verschiedene KI-Tools erhalten. Die intensive Arbeitswoche war äußerst bereichernd, nicht nur aufgrund des neu erworbenen Wissens, sondern auch durch den Austausch mit Kollegen aus verschiedenen Ländern und Bildungseinrichtungen. Auch das ständige Üben der englischen Sprache während der gesamten Woche war sehr positiv für die Verbesserung meiner Sprachkenntnisse.

Es könnte keine bessere Möglichkeit geben, neues Wissen und Erfahrungen an einem so wunderbaren Ort wie Rom zu sammeln. Meine Erfahrung war fantastisch.

The Best Digital Tools for Language Teachers, Dublin

von D. Lausen

Bericht über meine Erasmus-Reise
Wo: Dublin, Ireland, Teacher Academy
Wann: 07.07.-14.07.2024
Thema: The best digital tools for language teachers

Einleitung: Vom 07.07.2024 bis 14.07.2024 hatte ich die Gelegenheit, an einer einwöchigen Erasmus-Reise zur Teacher Academy in Irland teilzunehmen. Das Thema der Reise war “Digitalisierung für Fremdsprachenunterricht”. Diese Erfahrung war nicht nur lehrreich, sondern auch inspirierend und hat mir viele neue Perspektiven eröffnet.

Hintergrund/Motivation: Vor der Reise habe ich keine digitalen Instrumente in meinem Unterricht eingesetzt. Ich unterrichte Englisch und Deutsch in BAMF-Kursen seit 15 Jahren. Meine Motivation für die Reise war die Vielfalt der Instrumente kennenzulernen und ein paar für meinen Unterricht und meine Zielgruppen auszusuchen, und die ersten Erfahrungen in einem geschützten Raum damit zu machen. Kurz vor meiner Reise haben wir beschlossen, einen Azubi-DeuFöV-Kurs ab September im hybriden Format durchführen zu wollen. Aus der Sicht war die Fortbildung zeitlich und inhaltlich genau richtig.

Reiseverlauf: Während der Woche diskutierten wir den Einsatz verschiedener Apps und Tools im Unterricht und probierten diese aus. Die Themen reichten von der Nutzung interaktiver Whiteboards bis hin zum Einsatz der KI-Instrumente im Fremdsprachenunterricht.

Meine Highlights der Woche:

  • Padlet: sehr gut geeignet für die Erstellung eines digitalen Portfolios für einen Kurs.
  • Edpuzzle: mit Edpuzzle habe ich ein Video über Dublin für meinen Englischkurs erstellt, mit Aufgaben wie Multiple Choice und offene Fragen. Mit meinem Kurs fahre ich Ende November noch mal nach Dublin. Mit dem Video können meine Teilnehmenden bereits vor der Reise die ersten Eindrücke über Dublin sammeln und planen, was sie dort sehen wollen.
  • Let’s go noodles: gut für Warm-Ups, viele lustige interaktive Übungen.
  • Symbaloo: sehr gut für die Erstellung und die Verfolgung von Lernwegen und Entwicklungen, gut geeignet für Ferienaufgaben.
  • Geoguesser: man kann einen Standort in der Welt aussuchen und dahin zoomen, um einen virtuellen Spaziergang dort zu unternehmen. Im Integrationskurs könnte man seine Heimat den anderen zeigen oder raten und argumentieren, wo man gerade ist.
  • Perplexity und Chat GPT: fürs Entwickeln von Diskussionsfragen in Fortgeschrittenenkursen.
  • Mentimeter: für Meinungsumfragen im Unterricht und Diskussionen
  • Twee: sehr gut für Tedtalk Videos geeignet, damit können Aufgaben zum Video und Diskussionsfragen erstellt werden.

Kulturelle Exkursionen: Neben den akademischen Aktivitäten hatten wir auch die Gelegenheit, die irische Kultur und Geschichte zu erkunden, was die Reise noch bereichernder machte.

Erfahrungen und Erkenntnisse: Die Reise hat mir gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung in der modernen Bildung ist. Ich habe viele praktische Tipps und Strategien gelernt, die ich in meinem eigenen Unterricht anwenden kann. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der digitalen Werkzeuge und deren Potenzial, den Unterricht interaktiver und ansprechender zu gestalten. Ein großer Vorteil vom Nutzen der digitalen Tools ist die Zeitersparnis in der Vor- und Nachbereitung.
Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mein Englisch aufzufrischen. Was ich besonders bei solchen Fortbildungen mag, ist der Einsatz der für mich unbekannten Unterrichtsmethoden (Diskussionsmethoden, Gruppenmethoden), die ich auch gern mitnehme und in meinem Unterricht einsetzte. Besonders gut daran ist es, dass ich diese Methoden aus der Sicht einer Teilnehmerin erfahre und deren Wirkung auf Teilnehmenden als Kursleiterin besser verstehen kann.

Fazit: Die Erasmus-Reise zur Teacher Academy in Irland war eine wertvolle Erfahrung, die meinen Horizont erweitert und mir neue Ideen für die Integration digitaler Technologien in den Unterricht gegeben hat. Ich freue mich darauf, das Gelernte in meiner VHS umzusetzen und meinen Teilnehmer*innen eine moderne und innovative Lernumgebung zu bieten.

Tagebuch meiner Reise:

Am 07.07.2024 bin ich mit dem Flugzeug in Dublin angekommen.
1. Tag: Am 08.07.2024 startete der Kurs an der Teacher Academy. Das Thema des Seminars lautet Digital tools for language teachers. Heute ging es vorerst um folgende Themen:
-> einander kennenlernen (Methoden: Fragekarten und Partnerinterview)
-> individuelle Ziele fürs Seminar festlegen (Methode: a poll with padlet)
-> die App Padlet kennenlernen und selbst ausprobieren

Außerdem hat unsere Seminarleitung Sarajane Doogan uns viele Tipps gegeben, was man in Dublin gesehen haben muss.
Am Ende des Tages fand eine internationale Food Messe statt. Man konnte verschiedene Spezialitäten aus den Ländern der Teilnehmenden probieren.

2. Tag: Den zweiten Tag hat der Trainer Robert Schwamborn übernommen und wir haben uns mit verschiedenen Apps und Tools beschäftigt:
-> Warm-Ups and funny activities: noodles.com
-> Dokumentation von Unterrichtsplänen, Hospitationen etc.: Onenote.com, evernote, screencast-o-matic.com
-> Verfolgen von Lernfortschritten und Erstellen von Hausaufgaben: symboloo
-> Integration von Videos und Erstellung von Aufgaben für Videos: edpuzzle
-> Erstellen von eigenen Zeitschriften: fodey.com

In der 2. Tageshälfte haben wir uns mit der Kreativität beschäftigt. Es ging um verschiedene Phasen des Prozesses und darum, welche mit speziellen digitalen Tools unterstützt werden können. Der kreative Prozess erfordert viel Sammeln von Informationen und deren Sortierung und Aufbewahrung. In dem Zusammenhang haben wir folgende Apps angeschaut: Onenote, mind maps.
Am Nachmittag hatten wir Zeit, die Stadt zu erkunden. Mit ein paar Teilnehmenden aus meiner Gruppe habe ich Trinity College und das Haus von Oskar Wild besucht.
Das war ein ereignisvoller und schöner Tag, der leider, typisch für Ireland, sehr regnerisch war.

 

3. Tag: Am 10.07.2024 ging es dann weiter mit Trainer Mark McGuigan.
Folgende Apps haben wir ausprobiert:
-> App für Warm-Up: Random Name Selector
-> App für die Kontrolle und Bewertung der Aufgaben im Unterrichtsraum: plickers

Wir haben über den Einsatz der KI im Unterricht gesprochen. Viele Kolleginnen haben die Sorge, dass wir Lehrer*innen bald durch die KI ersetzt werden. Mark hat uns zu Perspektivenwechsel angeregt. Es wird uns nicht ersetzen, wir benutzen es. Es kann unseren Job erleichtern, insbesondere bei der Unterrichtsvorbereitung und in den Situationen, wo wir als Lehrer nicht physisch da sein können. An diesem Vormittag haben wir ChatGPT und Perplexity ausprobiert. Das sind zwei gute Instrumente zum Erstellen von Fragen und Diskussionsinhalten.
Eine andere ganz sinnvolle und in der Handhabung einfache App ist Mentimeter. Damit können Präsentationen erstellt werden und Meinungsumfragen durchgeführt und visuell für alle dargestellt werden.
Am Nachmittag haben wir uns Tools für die Wortschatzarbeit und das Sprechen angeschaut: worldwall.net, wordle.de/ mywordle (hier kann man eigenen Wordle erstellen), contexto, baamboozle, jeopardylabs, Heylama.

Am Nachmittag sind wir mit dem Zug zu den Kliffen nach Howth gefahren. Die Fahrt dauerte 30 Minuten. Das war eine wunderschöne Wanderung.

 

4. Tag: Am 11.07. haben wir weitere digitale Instrumente besprochen:
-> Erstellen von Aufgaben zu Videos auf TedTalk und youtube: twee
-> Sprachtraining mit einem digitalen Sprechpartner: piai
-> Apps zum Erstellen von Bildern: Dala 3 und Copilot und
-> Tools zum Lernen mit Musik: lyricstraining, suno, PSSI.
Außerdem haben wir uns mit der Ethik vom KI-Einsatz auseinandergesetzt.

Am Nachmittag haben wir den Auftrag bekommen, in kleinen Gruppen eine Unterrichtseinheit für unsere Zielgruppe mit Einsatz von den digitalen Instrumenten zu planen. Die Präsentation war für den Freitag geplant.

Nach dem Kurs ging es zum Tanzen: Wir haben einen Einführungsworkshop in Irish Dance bekommen. Das war sehr unterhaltsam.
Anschließend waren wir bei der National Gallery und haben in dem ältesten Bookshop von Dublin Hodges Figgis geshoppt. Den Abend haben wir gemütlich in einem Pub ausklingen lassen.

5. Tag: Am letzten Kurstag haben wir unsere Unterrichtsentwürfe vorgestellt.
Anschließend haben die Zertifikate bekommen. Am Nachmittag haben wir einen Ausflug nach Powerscourt Garden unternommen.

6. Tag: An diesem Tag hatten wir Zeit zu unserer Verfügung für kulturelle Aktivitäten. Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben ein Bier in dem Temple Bar getrunken. Am Abend haben wir uns alle getroffen, um den letzten Abend gemeinsam zu verbringen.