Advanced Methods and Practices for Foreign Language Teachers in Dublin

Anreise nach Dublin

Am Samstag, den 15.08.2026, begann unsere Reise nach Dublin. Nach der Ankunft machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft und konnten dort ohne Probleme einchecken. Nach der Anreise war es schön, zunächst etwas zur Ruhe zu kommen und sich auf die kommenden Tage einzustellen.

Ich war gespannt darauf, welche neuen Anregungen ich aus dem Seminar für meine Arbeit im Bereich der Alphabetisierung mitnehmen würde. Gleichzeitig freute ich mich darauf, Lehrkräfte aus verschiedenen europäischen Ländern kennenzulernen und mich mit ihnen über ihre Erfahrungen, Unterrichtsmethoden und unterschiedlichen Arbeitsbereiche auszutauschen.

Am Sonntag hatten wir noch einen freien Tag, bevor das Seminar begann. Deshalb nutzten wir die Gelegenheit, Dublin in Ruhe zu erkunden und uns einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen.

Bei unserem Rundgang konnten wir verschiedene Seiten Dublins kennenlernen. Besonders interessant fand ich die Mischung aus historischen Gebäuden, belebten Straßen und modernen Bereichen. Überall begegneten uns Hinweise auf die Geschichte und Kultur Irlands, gleichzeitig wirkte die Stadt offen und international.

Der Sonntag war für mich ein angenehmer Einstieg in unseren Aufenthalt. Wir konnten erste Eindrücke sammeln, uns orientieren und uns anschließend auf den ersten Seminartag am Montag vorbereiten.

Montag, 17.08.2026 – Erster Seminartag

Am Montag startete unser Seminar in der Teacher Academy. Unsere Gruppe bestand aus 13 Teilnehmenden aus mehreren europäischen Ländern. Schon zu Beginn fiel mir auf, wie unterschiedlich die beruflichen Erfahrungen innerhalb der Gruppe waren. Manche arbeiteten im Fremdsprachenunterricht, andere unterrichteten Fächer wie Mathematik oder Geschichte. Einige Lehrkräfte hatten außerdem Erfahrung im Unterricht mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Unterstützungsbedarfen.

Der Vormittag begann mit mehreren Kennenlernaktivitäten. Zunächst tauschten wir uns in kleinen Gesprächen über unsere beruflichen Hintergründe aus. Dadurch entstand schnell eine offene und angenehme Atmosphäre. Für mich war es interessant zu erfahren, wie unterschiedlich Unterricht in anderen Ländern organisiert wird und welche Methoden die anderen Teilnehmenden in ihrer täglichen Arbeit einsetzen.

Eine weitere Aufgabe bestand darin, mit möglichst vielen Personen aus der Gruppe ins Gespräch zu kommen. Dafür erhielten wir ein Arbeitsblatt mit verschiedenen Fragen. Wir sollten die Fragen gegenseitig stellen und die Antworten der jeweiligen Person notieren. Durch diese Übung kamen wir mit vielen Teilnehmenden in Kontakt und erfuhren gleichzeitig mehr über ihre Interessen und Erfahrungen.

Für meine Arbeit in der Alphabetisierung fand ich diese Form des Kennenlernens besonders interessant. Eine solche Aktivität könnte mit einfachen Fragen, Bildern oder einzelnen Begriffen auch für Lernende mit noch geringen Lese- und Schreibkenntnissen vorbereitet werden. So könnten die Teilnehmenden gleichzeitig neue Wörter kennenlernen und einfache mündliche Kommunikation üben.

Im weiteren Verlauf des Tages sollten wir ein persönliches und ein berufliches Ziel für die Zeit in Dublin aufschreiben. Anschließend wurden einige dieser Erwartungen gemeinsam besprochen. Für mich stand vor allem im Vordergrund, neue Ideen und Methoden kennenzulernen, die ich später in meinen Alphabetisierungskursen einsetzen kann.

Am Ende des Unterrichtstages fand ein gemeinsames Treffen mit Teilnehmenden aus verschiedenen Kursen der Teacher Academy statt. Alle konnten eine kleine Spezialität aus ihrem Heimatland mitbringen. Herr Rashidi und ich hatten Haribo aus Deutschland dabei. Durch diese lockere Veranstaltung ergaben sich viele weitere Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Ländern.

Nach dem Seminar nutzten wir die Zeit, um Dublin weiter zu entdecken. Dabei besuchten wir unter anderem die Christ Church Cathedral und die St Patrick’s Cathedral. Besonders gefallen haben mir die historischen Gebäude und die besondere Atmosphäre rund um diese Sehenswürdigkeiten. Der erste Seminartag verband für mich damit neue fachliche Eindrücke, internationale Begegnungen und erste kulturelle Erfahrungen in Dublin.

Dienstag, 18.08.2026 – CLIL, Sprache und Lernstrategien

Der zweite Seminartag begann mit einer kleineren Gruppe von neun Personen. Dadurch konnten wir viele Aufgaben in überschaubaren Teams bearbeiten und intensiver miteinander ins Gespräch kommen.

Zu Beginn zeigte uns die Dozentin ein Video, das anschließend gemeinsam ausgewertet wurde. Danach folgte eine Kennenlernaufgabe mit dem Titel „Find five things you have in common“. Die Aufgabe bestand darin, Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppe zu entdecken, die nicht sofort offensichtlich waren. In meiner Gruppe stellten wir unter anderem fest, dass wir alle Frauen sind, Sprachen unterrichten und zu Fuß zur Teacher Academy kommen.

Mir gefiel an dieser Übung besonders, dass sie Kommunikation auf eine unkomplizierte Weise fördert. Für Alphabetisierungskurse könnte ich mir eine vereinfachte Variante gut vorstellen. Denkbar wären beispielsweise Bildkarten, Symbole oder sehr kurze Fragen. So könnten auch Teilnehmende mit geringen Schriftsprachkenntnissen miteinander sprechen und gleichzeitig neue Wörter anwenden.

Im weiteren Verlauf beschäftigten wir uns ausführlich mit CLIL, also Content and Language Integrated Learning. Dabei geht es darum, Sprache nicht isoliert zu unterrichten, sondern sie mit einem konkreten Sachthema zu verbinden.

Die Dozentin erläuterte fünf zentrale Bereiche von CLIL: Content, Cognition, Communication, Culture und Competence.

Unter Content versteht man die fachlichen Inhalte, die im Unterricht vermittelt werden.

Cognition bezieht sich auf die Denkprozesse der Lernenden, zum Beispiel Vergleichen, Ordnen oder Schlussfolgern.

Communication beschreibt die sprachlichen Mittel, die benötigt werden, um über ein Thema zu sprechen und Aufgaben zu bearbeiten.

Culture berücksichtigt unterschiedliche kulturelle Hintergründe, Erfahrungen und Sichtweisen.

Competence bedeutet, dass Lernende das neu erworbene Wissen und die Sprache zunehmend selbstständig anwenden können.

Für meinen Alphabetisierungsunterricht war besonders interessant, dass diese Bereiche auch auf sehr einfache Lernstufen übertragen werden können. Ein Alltagsthema kann beispielsweise genutzt werden, um gleichzeitig Buchstaben, Wörter, Bilder und kurze Sätze miteinander zu verbinden.

In einer praktischen Gruppenaufgabe sollten wir anschließend eine Unterrichtseinheit zum Thema „The Solar System“ entwerfen. Dabei mussten wir überlegen, welche Sachinformationen wichtig sind, welche Denkprozesse benötigt werden und welche sprachlichen Mittel die Lernenden brauchen.

Später ging es um verschiedene Thinking Skills. Dazu gehörten unter anderem Vergleichen, Kategorisieren, Ordnen, Vorhersagen und Begründen. Diese Fähigkeiten lassen sich ebenfalls in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen trainieren.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Unterschied zwischen Alltagssprache und akademischer Sprache. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Sprache der Lehrkraft an das jeweilige Lernniveau anzupassen.

Gerade in Alphabetisierungskursen ist dies für mich von großer Bedeutung. Wenn Arbeitsaufträge oder neue Begriffe zu kompliziert formuliert sind, können Lernende schnell den Zugang zur eigentlichen Aufgabe verlieren. Deshalb möchte ich neue Wörter möglichst verständlich einführen und schwierigere Begriffe erst nach und nach ergänzen.

Danach beschäftigten wir uns mit der Bloom’s Taxonomy. Die sechs Bereiche Remembering, Understanding, Applying, Analysing, Evaluating und Creating zeigen, dass Lernen in unterschiedlichen Stufen erfolgen kann.

Auch hier konnte ich einen Bezug zu meiner Arbeit herstellen. In einem Alphabetisierungskurs kann der Lernprozess beispielsweise mit dem Wiedererkennen eines Buchstabens beginnen. Danach können Laute zugeordnet, Wörter gelesen, einfache Bedeutungen verstanden und später kurze eigene Sätze formuliert werden.

Zum Ende des Seminartages beschäftigten wir uns noch mit Möglichkeiten der Wortschatzarbeit und mit verschiedenen aktiven Lernformen. Besonders wichtig war dabei die Idee, dass Lernende möglichst selbst handeln, ausprobieren und miteinander kommunizieren sollen.

Nach dem Seminar nutzten wir den Nachmittag für weitere kulturelle Eindrücke. Wir besuchten das National Museum of Ireland, die National Gallery of Ireland und die National Library of Ireland.

Ein besonderer Höhepunkt war für mich der Besuch des Trinity College. Vor allem die historische Bibliothek, der Long Room und das Book of Kells hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die besondere Atmosphäre dieses Ortes und die Verbindung von Geschichte, Kultur und Bildung machten den Besuch für mich sehr interessant.

Mittwoch, 19.08.2026 – Bloom’s Taxonomy und Cognitive Discourse Functions

Am Mittwoch lag der Schwerpunkt zunächst auf unterschiedlichen Formen von Aufgabenstellungen. Anhand der Bloom’s Taxonomy beschäftigten wir uns damit, welche Verben in Arbeitsaufträgen verwendet werden und welche Art von Leistung dadurch von den Lernenden erwartet wird.

Dabei wurde deutlich, dass Begriffe wie „beschreiben“, „erklären“, „vergleichen“ oder „bewerten“ ganz unterschiedliche Anforderungen stellen. Einige Teilnehmende berichteten aus ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lernbedürfnissen und machten darauf aufmerksam, dass solche Begriffe nicht für alle Lernenden selbstverständlich verständlich sind.

Für meine Arbeit in der Alphabetisierung war dieser Austausch besonders hilfreich. Gerade bei Teilnehmenden mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen ist es wichtig, Aufgaben möglichst klar, einfach und eindeutig zu formulieren. Eine fachlich passende Aufgabe kann schnell zu schwierig werden, wenn bereits die Arbeitsanweisung nicht verstanden wird. Deshalb möchte ich künftig noch stärker darauf achten, kurze Sätze, bekannte Wörter und bei Bedarf auch Bilder oder Beispiele zur Unterstützung einzusetzen.

Im weiteren Verlauf des Tages lernten wir die Cognitive Discourse Functions, kurz CDFs, kennen. Diese beschreiben verschiedene sprachliche und gedankliche Handlungen, die Lernende im Unterricht benötigen.

Dazu gehören:

Describe – etwas beschreiben

Define – einen Begriff bestimmen oder erklären

Classify – Informationen ordnen und Gruppen zuweisen

Explore – ein Thema untersuchen und Informationen sammeln

Explain – etwas verständlich erklären

Evaluate – eine Einschätzung oder Beurteilung vornehmen

Report – Informationen weitergeben

Die einzelnen Funktionen bauen teilweise aufeinander auf. Describe, Define und Classify helfen zunächst dabei, neue Inhalte wahrzunehmen und zu ordnen. Explore und Explain unterstützen ein tieferes Verständnis. Evaluate und Report verlangen anschließend eine stärkere eigenständige Nutzung des erworbenen Wissens.

Für die Alphabetisierung können diese Schritte deutlich vereinfacht eingesetzt werden. Eine Aufgabe könnte beispielsweise damit beginnen, dass die Lernenden ein Bild betrachten und einzelne Gegenstände benennen. Danach könnten passende Wörter zugeordnet, einfache Unterschiede erkannt oder kurze Aussagen formuliert werden. Mit zunehmender Sicherheit beim Lesen und Schreiben können die Aufgaben nach und nach erweitert werden.

Nach dem Unterricht besuchten wir Kilmainham Gaol. Unsere Dozentin hatte uns zuvor den hilfreichen Tipp gegeben, am Morgen nach kurzfristig verfügbaren Eintrittskarten zu suchen. Dadurch konnten wir tatsächlich noch Tickets für den Besuch erhalten.

Der Rundgang durch das ehemalige Gefängnis war für mich sehr beeindruckend. Wir erfuhren dort viel über die irische Geschichte und insbesondere über den Kampf um die Unabhängigkeit Irlands. Die alten Zellen, die verschiedenen Bereiche des Gefängnisses und die Geschichten der dort inhaftierten Menschen vermittelten einen sehr persönlichen Eindruck von den damaligen Ereignissen.

Der Besuch war für mich eine interessante Ergänzung zum Seminar, weil wir dadurch nicht nur fachliche Inhalte kennengelernt, sondern auch einen weiteren wichtigen Teil der Geschichte und Kultur Irlands erlebt haben.

Donnerstag, 20.08.2026 – Digitale Unterrichtsmethoden und künstliche Intelligenz

Am Donnerstag stand der Seminartag ganz im Zeichen digitaler Unterrichtsmöglichkeiten und künstlicher Intelligenz. Für mich war dieser Tag besonders spannend, weil viele der vorgestellten Anwendungen direkt auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen angepasst werden können.

Zu Beginn lernten wir ClassroomScreen kennen. Die Anwendung bietet verschiedene Funktionen, mit denen Unterricht übersichtlich organisiert werden kann. Dazu gehören beispielsweise Timer, Gruppeneinteilungen, Symbole, Arbeitsaufträge und weitere visuelle Hilfen.

Gerade im Alphabetisierungsunterricht können solche visuellen Elemente eine gute Unterstützung sein. Wenn Lernende noch Schwierigkeiten beim Lesen längerer Arbeitsanweisungen haben, können Bilder, Symbole und kurze Hinweise dabei helfen, Aufgaben schneller zu verstehen und selbstständiger zu bearbeiten.

Anschließend wurde Classroom Zen vorgestellt. Auch dieses digitale Werkzeug bietet verschiedene Möglichkeiten für den Unterricht, unter anderem für Wortschatzarbeit, Rechtschreibung und Schreibübungen. Solche Anwendungen könnten ergänzend eingesetzt werden, um Wörter häufiger zu wiederholen und Lerninhalte abwechslungsreicher zu gestalten.

Besonders interessant fand ich Diffit AI. Mit diesem Programm können Unterrichtsmaterialien erstellt und an unterschiedliche Lernstände angepasst werden. Gemeinsam mit Herrn Rashidi richtete ich einen Testzugang ein und wir probierten verschiedene Funktionen aus.

Für meine Alphabetisierungskurse sehe ich hier einen großen Vorteil. Ein Thema kann beispielsweise zunächst nur mit Bildern und einzelnen Buchstaben eingeführt werden. Danach können Laute, Silben und kurze Wörter hinzukommen. Auf einem höheren Lernstand lassen sich daraus einfache Sätze und kleine Texte entwickeln.

Auch die Verbindung mit Alltagsthemen gefällt mir sehr. Inhalte wie Einkaufen, Familie, Wohnen, Arztbesuch, Arbeit oder Behördengänge spielen im Leben vieler Teilnehmender eine wichtige Rolle. Solche Themen können gleichzeitig für Wortschatzarbeit sowie für Lese- und Schreibübungen genutzt werden.

Nach einer Pause beschäftigten wir uns mit verschiedenen Formen der Aussprache im Englischen. Dabei wurde deutlich, dass Sprache je nach Region und Herkunft unterschiedlich klingen kann. Für mich war dieser Austausch interessant, weil auch im Deutschunterricht unterschiedliche Aussprachen und individuelle sprachliche Hintergründe eine Rolle spielen.

Im nächsten Teil des Seminars lernten wir, mit Google AI Studio eigene Hörmaterialien zu erstellen. Herr Rashidi und ich entwickelten gemeinsam einen kurzen Dialog zwischen einem Arzt und einer Migrantin aus der Ukraine. Dieser Dialog wurde anschließend mit zwei unterschiedlichen Stimmen als Audiodatei umgesetzt.

Für meinen Unterricht bietet diese Möglichkeit viele interessante Ansätze. Eine Hörübung könnte beispielsweise mit einzelnen Lauten oder Wörtern beginnen. Die Lernenden könnten das passende Bild auswählen oder den gehörten Laut einem Buchstaben zuordnen.

Später könnten kurze Sätze und einfache Dialoge eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben miteinander verbinden. Auch weitere Übungen wie Zuordnungen, Lückentexte oder einfache Verständnisfragen können passend zum Hörtext erstellt werden.

Im weiteren Verlauf stellte uns die Dozentin außerdem NotebookLM vor. Dort können eigene Dokumente und Materialien genutzt und mit Hilfe künstlicher Intelligenz weiterbearbeitet oder zusammengefasst werden.

Der Donnerstag zeigte mir besonders deutlich, wie digitale Werkzeuge dazu beitragen können, Materialien individueller und flexibler zu gestalten. Für Alphabetisierungskurse ist dies hilfreich, weil innerhalb einer Gruppe oft sehr unterschiedliche Lernstände vorhanden sind.

Nach dem Seminar gingen wir erneut durch Dublin und besuchten unter anderem Temple Bar. Dort herrschte eine ganz andere Stimmung als während des Unterrichts. Die vielen Menschen, die Musik und die zahlreichen Restaurants und Pubs sorgten für eine lebendige Atmosphäre.

Freitag, 21.08.2026 – Letzter Seminartag

Am Freitag stand bereits der letzte gemeinsame Seminartag auf dem Programm. Zu Beginn beschäftigten wir uns mit dem Thema Migration. In der Gruppe sammelten wir unterschiedliche Gründe dafür, warum Menschen ihr Herkunftsland verlassen. Genannt wurden unter anderem wirtschaftliche Schwierigkeiten, politische Probleme, bessere berufliche Chancen, Bildung, Familienzusammenführung und klimatische Veränderungen.

Anschließend arbeiteten wir mit historischen Bildern und kurzen Texten. Dabei sollten wir überlegen, welche Migrationsgeschichten hinter den dargestellten Personen stehen könnten und welche Ursachen eine Auswanderung möglicherweise hatte.

Eine der umfangreicheren Aufgaben wurde in mehreren Arbeitsphasen durchgeführt. Jede Gruppe erhielt einen Text, der in der Mitte eines großen A3-Blattes befestigt wurde. In der ersten Runde sollten unbekannte oder schwierige Wörter markiert und erklärt werden.

Danach wurde das Blatt an eine andere Gruppe weitergegeben. Diese sollte eine geeignete Überschrift für den Text finden. Zusätzlich wurde auch eine künstliche Intelligenz nach einem möglichen Titel gefragt. In der nächsten Runde bestand die Aufgabe darin, den Inhalt des Textes mit nur wenigen Wörtern zusammenzufassen.

Anschließend wurden Fragen zum Text formuliert, die später von einer anderen Gruppe beantwortet werden mussten. Zum Schluss wurde der Inhalt noch durch eine Zeichnung dargestellt.

Mir gefiel an dieser Methode besonders, dass ein Text nicht nur gelesen, sondern auf sehr unterschiedliche Weise bearbeitet wurde. Für meinen Alphabetisierungsunterricht lässt sich diese Übung deutlich vereinfachen. Anstelle eines längeren Textes könnte beispielsweise ein Bild, ein einzelnes Wort oder ein sehr kurzer Satz verwendet werden. Die Lernenden könnten Buchstaben erkennen, Wörter einem Bild zuordnen oder gemeinsam einfache Begriffe sammeln.

Nach einer kurzen Pause folgte eine weitere Gruppenaktivität. Wir erhielten jeweils verschiedene Teile unvollständiger Bilder. Die fehlenden Teile waren bei anderen Personen im Raum verteilt. Deshalb mussten wir miteinander sprechen, Fragen stellen und nach den passenden Teilen suchen.

Diese Aufgabe fand ich für meine eigene Arbeit besonders interessant. Im Alphabetisierungsunterricht könnten anstelle von Bildteilen beispielsweise einzelne Buchstaben oder Silben verteilt werden. Die Teilnehmenden müssten dann den passenden Buchstaben beziehungsweise die passende Silbe finden und könnten daraus gemeinsam Wörter zusammensetzen. Dadurch werden Bewegung, Kommunikation und das Lernen von Schrift miteinander verbunden.

Zum Ende des Seminartages erhielten wir noch Informationen über Hurling, eine traditionelle irische Sportart. Die Dozentinnen zeigten uns dazu Videos und erklärten einige Grundlagen.

Danach machten wir gemeinsam ein Gruppenfoto. Anschließend wurden die Teilnahmezertifikate feierlich überreicht. Damit endete unsere Seminarwoche in der Teacher Academy.

Nach dem Unterricht fuhren wir nach Howth. Dort konnten wir die Umgebung von Dublin noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Besonders schön fand ich die Atmosphäre rund um den Hafen und die Küste. Das Meer, die Boote und die ruhigere Umgebung bildeten einen angenehmen Gegensatz zum lebhaften Zentrum Dublins.

Nach den vielen neuen Eindrücken der Seminarwoche war der Aufenthalt in Howth eine schöne Möglichkeit, den letzten Kurstag entspannt ausklingen zu lassen.

Samstag, 22.08.2026 – Ausflug nach Nordirland

Am Samstag stand kein Unterricht mehr auf dem Programm. Deshalb nutzten wir den Tag für einen Ausflug zur Game of Thrones Studio Tour in Nordirland. Die Fahrt von Dublin dauerte ungefähr eineinhalb Stunden.

Während des Besuchs konnten wir zahlreiche originale Kulissen, Kostüme und Requisiten aus der Serie sehen. Besonders interessant war für mich, wie viele einzelne Arbeitsschritte notwendig sind, um eine solche Produktion entstehen zu lassen.

Neben den bekannten Kulissen konnten wir auch sehen, welchen Anteil Kostümdesign, Masken, Bühnenbau und technische Effekte an der Entstehung der einzelnen Szenen haben. Dadurch bekam man einen ganz anderen Eindruck von der Arbeit, die hinter einer großen Film- und Fernsehproduktion steckt.

Der Ausflug war abwechslungsreich und bildete einen schönen Abschluss unseres Aufenthalts.

Sonntag, 23.08.2026 – Rückreise

Am Sonntag war schließlich unsere Rückreise geplant. Nach dem Aufenthalt in Dublin machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen zurück nach Hamburg. Von dort aus fuhren wir anschließend weiter nach Tornesch.

Nach dieser intensiven Woche kehrten wir mit vielen neuen Eindrücken, fachlichen Anregungen und persönlichen Erinnerungen nach Hause zurück.

Kurze Zusammenfassung

Die Weiterbildung in Dublin war für mich eine sehr interessante und hilfreiche Erfahrung. Besonders wertvoll fand ich, dass viele Unterrichtsmethoden nicht nur vorgestellt, sondern von uns selbst ausprobiert wurden.

Für meine Tätigkeit im Bereich der Alphabetisierung konnte ich zahlreiche neue Ideen sammeln. Besonders wichtig war für mich die Frage, wie Lernmaterialien an unterschiedliche Lernstände angepasst werden können. Nicht alle Teilnehmenden verfügen über die gleichen Kenntnisse beim Lesen und Schreiben. Deshalb müssen Aufgaben so gestaltet werden, dass sie weder überfordern noch unterfordern.

Viele der kennengelernten Methoden lassen sich für meinen Unterricht vereinfachen. Buchstaben, Laute, Silben, Bilder und kurze Wörter können beispielsweise miteinander verbunden werden. Schritt für Schritt können daraus einfache Sätze und kleine Texte entstehen.

Auch die digitalen und KI-gestützten Anwendungen waren für mich sehr interessant. Sie bieten die Möglichkeit, Materialien individueller vorzubereiten und verschiedene Übungen zum Hören, Lesen, Schreiben und zum Wortschatz zu erstellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war für mich die verständliche Formulierung von Aufgaben. Gerade im Alphabetisierungsunterricht müssen Arbeitsanweisungen möglichst klar und übersichtlich sein. Bilder, Symbole und Beispiele können dabei zusätzlich unterstützen.

Sehr bereichernd war außerdem der Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Arbeitsbereiche führten während der Seminarwoche zu vielen interessanten Gesprächen.

Neben der fachlichen Weiterbildung hatten wir auch die Möglichkeit, Dublin und seine Umgebung kennenzulernen. Die Besuche kultureller und historischer Orte sowie die verschiedenen Ausflüge machten die Mobilität für mich auch persönlich zu einer besonderen Erfahrung.

Insgesamt nehme ich aus dieser Woche viele neue Ideen mit, die ich in Zukunft in meinen Alphabetisierungskursen ausprobieren und entsprechend den Bedürfnissen meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterentwickeln möchte.


Advanced Methods and Practices for Foreign Language Teachers in Dublin

Eman Rashidi

17.08 – 21.08.2026 in Dublin

Anreise nach Dublin:

Am Samstag, den 15.08.2026, sind wir in Dublin angekommen. Nach unserer Ankunft machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel und checkten dort ein. Die Vorfreude auf die bevorstehende Seminarwoche war groß, da uns nicht nur neue fachliche Inhalte, sondern auch der Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern erwartete.

Den Sonntag nutzten wir, um uns zunächst ein wenig mit Dublin vertraut zu machen und erste Eindrücke von der Stadt und der näheren Umgebung zu sammeln. So konnten wir uns in Ruhe orientieren und uns gleichzeitig auf den Beginn des Seminars am nächsten Tag vorbereiten. Bereits die ersten Eindrücke von Dublin machten uns neugierig auf die kommende Woche und auf die vielen neuen Erfahrungen, die uns während unseres Aufenthalts erwarten würden.

Montag, den 17.08.2026:

Am Montag, den 17.08.2026, begann unser erster Seminartag in Dublin. Insgesamt nahmen 13 Personen aus verschiedenen europäischen Ländern an dem Kurs teil. Die Gruppe war sehr international zusammengesetzt. Unter anderem kamen die Teilnehmenden aus Deutschland, Lettland, Tschechien, Kroatien, Polen, Belgien, Spanien, Italien und Frankreich. Begleitet wurde der Kurs von zwei Dozentinnen. Unsere Dozentin hieß Emma O’Hare und arbeitet seit mehreren Jahren für Europass.


Zu Beginn des Seminartages standen zunächst das gegenseitige Kennenlernen und organisatorische Angelegenheiten im Mittelpunkt. Wir stellten uns zunächst jeweils einer Person neben uns vor und kamen dadurch schnell miteinander ins Gespräch. Auf diese Weise erfuhr ich bereits einiges über die beruflichen Hintergründe der anderen Teilnehmenden.

Die Gruppe bestand aus Lehrkräften mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Einige unterrichten Fremdsprachen, andere Fächer wie Geschichte oder Mathematik. Mehrere Teilnehmende arbeiten außerdem mit Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen. Eine Teilnehmerin aus Polen unterrichtet beispielsweise an einer Universität und bereitet Studierende auf medizinisches Englisch vor. Frau Qaser arbeitet im Bereich Deutsch und Alphabetisierung. Diese unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen machten den Austausch von Anfang an besonders interessant.

Anschließend erhielten wir eine Anwesenheitsliste und wurden über die Verwendung von Fotos sowie die korrekte Schreibweise unserer Namen informiert. Die Teilnehmenden konnten dabei ihre Zustimmung zur Verwendung von Bildern geben.

Danach erzählte uns die Dozentin zunächst etwas über Dublin, die Stadt und verschiedene Sehenswürdigkeiten. Noch vor der ersten Pause folgte eine weitere Kennenlernaktivität. Jede Person erhielt ein Blatt mit verschiedenen Fragen und freien Feldern für Namen. Unsere Aufgabe bestand darin, mit den anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, ihnen jeweils eine Frage zu stellen und ihre Antworten auf dem Blatt zu notieren. Diese Methode fand ich sehr gelungen, weil man dadurch nicht nur die Namen der anderen kennenlernte, sondern auch direkt persönliche Gespräche entstanden.

Nach der Pause wurden einige Antworten gemeinsam besprochen. Dadurch konnten wir noch mehr über die anderen Kursteilnehmenden erfahren. Zusätzlich wurde eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Diese sollte während der Seminarwoche für den Austausch von Informationen, Fotos und organisatorischen Hinweisen genutzt werden.

Eine weitere Aufgabe bestand darin, auf einem Notizzettel jeweils ein persönliches und ein berufliches Ziel beziehungsweise eine Erwartung an den Aufenthalt in Dublin zu formulieren. Anschließend tauschten wir uns darüber aus. Dadurch wurde deutlich, dass die Teilnehmenden trotz ihrer unterschiedlichen beruflichen Hintergründe viele ähnliche Erwartungen an die Seminarwoche hatten: neue Unterrichtsmethoden kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Im weiteren Verlauf informierten uns die Dozentinnen über Irland und einige kulturelle Besonderheiten des Landes.

Ein schöner Abschluss des ersten Seminartages war ein internationales Treffen mit den Teilnehmenden der verschiedenen Kurse der Teacher Academy. Alle waren eingeladen, eine kleine Spezialität aus ihrem Heimatland mitzubringen. Frau Qaser und ich hatten Haribo aus Deutschland dabei. Auch die anderen Teilnehmenden stellten typische Kleinigkeiten aus ihren Ländern auf den Tischen bereit. Dadurch entstand eine angenehme und lockere Atmosphäre, in der man auch mit Personen aus anderen Kursen ins Gespräch kommen konnte.

Nach dem Unterricht nutzte ich die Gelegenheit, Dublin noch etwas genauer zu erkunden. Die Stadt machte auf mich einen sehr lebendigen und zugleich historischen Eindruck. In der Innenstadt treffen alte Gebäude, Kirchen und traditionelle Architektur auf moderne Geschäfte, Restaurants und ein vielfältiges Stadtleben. Besonders auffällig war die offene und internationale Atmosphäre. Gleichzeitig begegnet man an vielen Stellen der irischen Geschichte und Kultur.

Bei unserem Rundgang besuchten wir unter anderem die Christ Church Cathedral und die St Patrick’s Cathedral. Die Christ Church Cathedral gehört zu den ältesten und bedeutendsten Kirchen Dublins. Ihre Geschichte reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück. Das Gebäude beeindruckt besonders durch seine mittelalterliche Architektur und seine zentrale Lage im historischen Teil der Stadt.

Anschließend besuchten wir die St Patrick’s Cathedral. Sie ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Dublins und gilt als die größte Kathedrale Irlands. Besonders bekannt ist sie auch durch ihre Verbindung zu Jonathan Swift, dem Autor von „Gullivers Reisen“, der dort im 18. Jahrhundert als Dekan tätig war.

Der erste Seminartag war damit sowohl fachlich als auch persönlich ein gelungener Einstieg in die Woche. Neben dem Kennenlernen der internationalen Gruppe erhielten wir erste Einblicke in die Organisation des Seminars und konnten gleichzeitig bereits einige Eindrücke von Dublin, seiner Geschichte und seiner besonderen Atmosphäre sammeln.

Dienstag, 18.08.2026

Am Dienstag, den 18.08.2026, begann unser zweiter Seminartag nach dem gemeinsamen Frühstück. Wir waren wieder pünktlich in der Teacher Academy. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag typisch für Dublin: Bei Temperaturen zwischen etwa 11 und 17 Grad war es überwiegend bewölkt.

An diesem Tag waren neun Teilnehmende anwesend. Da die ursprüngliche Gruppe mit insgesamt 13 Personen relativ groß war, war sie bereits in zwei kleinere Gruppen aufgeteilt worden. Dadurch war es möglich, intensiver miteinander zu arbeiten und sich bei den verschiedenen Aufgaben besser auszutauschen.

Der Unterricht begann mit einem kurzen Video. Anschließend sollten wir darüber nachdenken, welche Botschaft hinter dem Video steckt. Dabei ging es unter anderem darum, dass es beim Lernen nicht immer ausreicht, eine Aufgabe lediglich für jemanden zu erledigen. Vielmehr ist es wichtig, den Lernenden zu zeigen und zu erklären, wie etwas funktioniert, damit sie anschließend selbstständig handeln können. Für mich war dies ein interessanter Gedanke, da gerade im Sprachunterricht die Selbstständigkeit der Lernenden eine wichtige Rolle spielt.

Danach wurden wir in drei Gruppen mit jeweils drei Personen aufgeteilt. Unsere erste Aufgabe lautete: „Find five things you have in common.“ Dabei sollten wir fünf Gemeinsamkeiten innerhalb unserer Gruppe finden. Typische und leicht erkennbare Gemeinsamkeiten wie Kaffee, Reisen, der Lehrerberuf, Europa oder Lesen waren ausdrücklich ausgeschlossen.

In unserer Gruppe stellten wir unter anderem fest, dass wir alle verheiratet sind, zum ersten Mal in Dublin waren, uns für Geschichte und Natur interessieren, regelmäßig Sport treiben und weitere Sprachen sprechen. Die Übung war einfach aufgebaut, führte aber schnell zu längeren Gesprächen. Für den Sprachunterricht halte ich eine solche Aufgabe für sehr geeignet, weil die Lernenden Fragen stellen, auf Antworten reagieren und Gemeinsamkeiten formulieren müssen. Je nach Sprachniveau kann die Aufgabe von einfachen A1-Fragen bis hin zu ausführlicheren Gesprächen auf A2- oder B1-Niveau angepasst werden.

Anschließend sprach die Dozentin kurz über künstliche Intelligenz und deren zunehmende Bedeutung bei der Recherche im Internet. Dabei wurde auch thematisiert, dass KI-generierte Informationen inzwischen in vielen digitalen Angeboten unmittelbar angezeigt werden und dass es deshalb wichtig ist, Informationen kritisch zu prüfen und verschiedene Quellen miteinander zu vergleichen.

Der nächste große Schwerpunkt des Tages war CLIL, also Content and Language Integrated Learning. Dabei werden fachliche Inhalte und das Erlernen einer Fremdsprache miteinander verbunden. Die Lernenden beschäftigen sich somit nicht ausschließlich mit der Sprache selbst, sondern verwenden die Fremdsprache gleichzeitig, um sich mit einem bestimmten Sachthema auseinanderzusetzen.

Die Dozentin stellte zunächst vier Faktoren vor, die bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden sollten: Subjects, Students, Style und Space. Für die Lehrkraft bedeutet dies, dass sowohl das Unterrichtsthema als auch die Lerngruppe, die Art des Unterrichtens und die vorhandenen räumlichen beziehungsweise organisatorischen Bedingungen berücksichtigt werden müssen.

Danach beschäftigten wir uns mit dem Unterschied zwischen Soft CLIL und Hard CLIL. Beim Soft CLIL steht die Sprache stärker im Mittelpunkt. Die Unterrichtseinheit wird in der Regel von einer Sprachlehrkraft durchgeführt und ein Sachthema dient als Grundlage für das Sprachenlernen. Beim Hard CLIL liegt der Schwerpunkt dagegen stärker auf dem Fachinhalt. Hier wird ein Fach, beispielsweise Geschichte, Geografie oder Naturwissenschaften, in einer Fremdsprache unterrichtet.

Im Seminar wurden anschließend fünf zentrale Leitbegriffe von CLIL behandelt:

Content bezeichnet den fachlichen Inhalt einer Unterrichtseinheit. Die Lernenden sollen nicht nur neue sprachliche Mittel erwerben, sondern gleichzeitig Wissen über ein bestimmtes Thema aufbauen.

Cognition beschreibt die Denkprozesse, die für die Bearbeitung eines Themas benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise Vergleichen, Einordnen, Analysieren, Vorhersagen oder Begründen. Die Lernenden sollen also nicht nur Informationen wiederholen, sondern aktiv mit ihnen arbeiten.

Communication bezieht sich auf die Sprache, die benötigt wird, um die jeweiligen Inhalte zu verstehen, darüber zu sprechen und Aufgaben zu bearbeiten. Die Lehrkraft muss deshalb überlegen, welche Wörter, Satzstrukturen und sprachlichen Mittel die Lernenden für eine Aufgabe benötigen.

Culture bedeutet, unterschiedliche kulturelle Perspektiven und Erfahrungen in den Unterricht einzubeziehen. Die Lernenden sollen erkennen, dass Themen je nach Land, Kultur und persönlichem Hintergrund unterschiedlich wahrgenommen werden können.

Competence beschreibt schließlich die Fähigkeit, das erworbene fachliche und sprachliche Wissen selbstständig und angemessen anzuwenden. Ziel ist es, dass Lernende zunehmend sicherer werden und ihr Wissen auch in neuen Situationen einsetzen können.

Anschließend sollten wir das CLIL-Konzept anhand einer konkreten Unterrichtsplanung ausprobieren. Die Aufgabe lautete, gemeinsam eine Unterrichtseinheit zum Thema „The Solar System“ zu entwickeln. Dabei sollten wir drei Bereiche berücksichtigen: Concept, Procedure und Language.

Beim Bereich Concept ging es darum, welche fachlichen Inhalte vermittelt werden sollen, beispielsweise die Unterschiede zwischen den Planeten. Bei Procedure sollten wir überlegen, wie die Lernenden diese Informationen erwerben und welche Denkfähigkeiten sie dafür benötigen, beispielsweise Vergleichen, Interpretieren oder Ordnen. Beim Bereich Language musste festgelegt werden, welche sprachlichen Strukturen für die Aufgabe notwendig sind, zum Beispiel Komparativ und Superlativ, wenn Planeten hinsichtlich ihrer Größe, Entfernung oder anderer Eigenschaften miteinander verglichen werden.

Jede Gruppe stellte anschließend ihre Ideen vor und die Dozentin sammelte die Ergebnisse an der Tafel. Besonders hilfreich fand ich dabei, dass eine Unterrichtseinheit nicht nur aus einem Thema besteht, sondern bereits bei der Planung berücksichtigt werden sollte, welches Wissen, welche Denkprozesse und welche sprachlichen Mittel die Lernenden benötigen.

Nach einer Pause beschäftigten wir uns ausführlicher mit sogenannten Thinking Skills. Dazu gehörten Comparing, Categorising, Sequencing, Predicting und Justifying. Auf Deutsch bedeutet dies unter anderem Vergleichen, Kategorisieren, eine Reihenfolge herstellen, Vorhersagen treffen und Aussagen begründen. Diese Fähigkeiten können meiner Meinung nach auch im Sprachunterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 schrittweise aufgebaut werden.

Danach ging es um Kommunikation und um sogenannte Cognates. Dabei handelt es sich um Wörter, die in verschiedenen Sprachen eine ähnliche Form und Bedeutung besitzen. Solche Ähnlichkeiten können für Lernende hilfreich sein, weil bereits vorhandenes sprachliches Wissen genutzt werden kann, um neue Wörter leichter zu verstehen.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Unterschied zwischen BICS und CALP. BICS steht für Basic Interpersonal Communicative Skills und bezeichnet vor allem die Sprache, die in alltäglichen Kommunikationssituationen verwendet wird. CALP steht dagegen für Cognitive Academic Language Proficiency und beschreibt eine anspruchsvollere, stärker bildungs- beziehungsweise fachsprachlich geprägte Sprache.

In einer Gruppenaufgabe sollten wir deshalb einfache Begriffe und ihre anspruchsvolleren beziehungsweise akademischeren Entsprechungen miteinander vergleichen.

BISCCALP
guessEstimate, Speculate
RulesLaws, Regulation, Theorem
Take a waySubtract
Sameidentical
Way, steps, planMethode
ManyLoads of, numerous

Diese Aufgabe fand ich für meine eigene Arbeit besonders interessant. Im Unterricht muss immer berücksichtigt werden, welches Sprachniveau die Lernenden bereits erreicht haben. Gerade bei Teilnehmenden auf den Niveaustufen A1 bis B1 sollte eine unnötig komplizierte Sprache vermieden werden. Zunächst sollte ein Begriff so verständlich wie möglich vermittelt werden. Anspruchsvollere oder fachsprachliche Synonyme können anschließend schrittweise ergänzt werden. Dadurch können Überforderung und Frustration vermieden werden, während der Wortschatz der Lernenden trotzdem kontinuierlich erweitert wird.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bloom’s Taxonomy. Sie beschreibt unterschiedliche Ebenen des Lernens und Denkens. Wir beschäftigten uns mit den sechs Bereichen Remembering, Understanding, Applying, Analysing, Evaluating und Creating.

Beim Remembering geht es darum, bereits gelerntes Wissen abzurufen. Understanding bedeutet, Inhalte zu verstehen und mit eigenen Worten wiederzugeben. Beim Applying wird das Gelernte in einer konkreten Aufgabe angewendet. Analysing verlangt, Informationen genauer zu untersuchen und Zusammenhänge zu erkennen. Evaluating bedeutet, etwas zu beurteilen und die eigene Entscheidung zu begründen. Creating bildet schließlich eine besonders anspruchsvolle Ebene, bei der die Lernenden auf Grundlage ihres Wissens selbst etwas Neues entwickeln.

Für meinen Unterricht ist dieses Modell hilfreich, weil Aufgaben dadurch gezielter formuliert werden können. Nicht jede Aufgabe sollte lediglich darin bestehen, Wörter oder Regeln wiederzugeben. Je nach Sprachniveau können die Lernenden beispielsweise Informationen vergleichen, ihre Meinung begründen, Situationen beurteilen oder selbst Dialoge und kurze Texte entwickeln.

Danach führten wir eine Übung zur Wortschatzarbeit durch. Dabei wurde gezeigt, dass ein neues Wort auf unterschiedliche Weise erschlossen und gefestigt werden kann. Man kann beispielsweise ein Synonym oder ein Gegenteil finden, das Wort in eine Geschichte einbauen, seine Bedeutung beschreiben oder erklären, in welcher Situation es verwendet wird. Diese unterschiedlichen Zugänge können dazu beitragen, dass neue Wörter nicht nur kurzfristig auswendig gelernt, sondern besser verstanden und langfristig behalten werden.

Zum Abschluss beschäftigten wir uns mit der sogenannten Learning Pyramid. Dieses Modell stellt unterschiedliche Lernformen anschaulich dar und verdeutlicht vor allem den Unterschied zwischen eher passivem und aktivem Lernen. Für meinen Unterricht nehme ich daraus insbesondere mit, dass Lernende möglichst häufig selbst aktiv werden sollten. Diskussionen, Gruppenarbeiten, praktische Übungen, das Anwenden von Wissen und das gegenseitige Erklären können dazu beitragen, dass sich die Teilnehmenden intensiver mit den Lerninhalten beschäftigen. Gerade im Fremdsprachenunterricht erscheint mir dies sinnvoll, weil Sprache letztlich durch aktive Anwendung gelernt und gefestigt werden muss.

Nach dem Unterricht nutzten wir die Zeit erneut, um verschiedene kulturelle Einrichtungen in Dublin zu besuchen. Dazu gehörten das National Museum of Ireland, die National Gallery of Ireland und die National Library of Ireland. Museumsbesuche gehören für mich persönlich zu einem Aufenthalt in einer anderen Stadt dazu. Sowohl bei beruflichen als auch bei privaten Reisen versuche ich deshalb, wenn es zeitlich möglich ist, mindestens ein Museum zu besuchen. Dadurch erhält man häufig einen besonderen Einblick in die Geschichte, Kultur und Entwicklung eines Landes.

Das National Museum of Ireland bietet mit seinen verschiedenen Sammlungen einen umfangreichen Einblick in die Archäologie, Geschichte und Kultur Irlands. Die archäologische Sammlung in der Kildare Street ist insbesondere für die Entwicklung der irischen Zivilisation von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter von Bedeutung.

Auch die National Gallery of Ireland war für mich sehr interessant. Sie beherbergt die nationale Kunstsammlung Irlands und umfasst Werke irischer sowie internationaler Künstler aus mehreren Jahrhunderten.

Daneben besuchten wir die National Library of Ireland. Sie wurde 1877 gegründet und hat die Aufgabe, das dokumentarische Erbe Irlands zu sammeln, zu bewahren und zugänglich zu machen. Ihre Sammlungen umfassen heute mehr als zwölf Millionen Objekte, darunter Bücher, Manuskripte, Fotografien, Karten und historische Dokumente.

Ein besonderes Erlebnis an diesem Tag war für mich außerdem der Besuch des Trinity College Dublin, dieses Mal mit einem regulären Eintrittsticket. Besonders beeindruckt haben mich die historische Bibliothek und das Book of Kells.

Das Book of Kells ist ein aufwendig gestaltetes Evangelienmanuskript aus dem 9. Jahrhundert. Es enthält die vier Evangelien in lateinischer Sprache und wurde auf Pergament geschrieben. Heute gehört es zu den bedeutendsten historischen Schätzen der Bibliothek des Trinity College.

Ebenso beeindruckend war der Long Room der Old Library. Dieser historische Bibliothekssaal ist fast 65 Meter lang und wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Normalerweise beherbergt er rund 200.000 der ältesten Bücher der Bibliothek. Die hohen Bücherregale, die Architektur und die zahlreichen Büsten von Schriftstellern und Denkern vermitteln eine ganz besondere Atmosphäre.

Der Besuch des Trinity College und insbesondere des Book of Kells war für mich einer der kulturellen Höhepunkte unseres bisherigen Aufenthalts. Nach einem sehr inhaltsreichen Seminartag war es eine besondere Erfahrung, die irische Geschichte und Kultur anschließend noch einmal auf diese Weise unmittelbar erleben zu können.

Mittwoch, 19.08.2026

Am Mittwoch begann unser dritter Seminartag. Auch an diesem Morgen war ich wieder frühzeitig in der Teacher Academy. Das Wetter zeigte sich zunächst von seiner sonnigen Seite. Allerdings hatten wir bereits mehrfach gehört, dass man sich auf das Wetter in Dublin nicht unbedingt verlassen könne. Auch für diesen Tag war im weiteren Tagesverlauf wieder Regen angekündigt.

An diesem Tag waren beide Seminargruppen anwesend und wir arbeiteten erneut mit zwei Dozentinnen. Zwei Teilnehmende aus der anderen Gruppe wechselten zeitweise zu unserer Gruppe, da sie einige der vorgesehenen Aufgaben bereits am Vortag bearbeitet hatten und uns deshalb bei der Durchführung unterstützen konnten.

Zu Beginn erhielten wir verschiedene Verben und weitere Begriffe beziehungsweise Aufgabenformen, die wir den passenden Kategorien zuordnen sollten. Zunächst versuchten wir, die Zuordnung selbstständig in der Gruppe vorzunehmen. Anschließend wurden die Ergebnisse gemeinsam mit der Dozentin kontrolliert und besprochen.

Danach beschäftigten wir uns erneut intensiver mit der Bloom’s Taxonomy. Wir erhielten eine Übersicht mit verschiedenen Verben, die den sechs Bereichen Remember, Understand, Apply, Analyze, Evaluate und Create zugeordnet werden können.

Dabei wurde deutlich, dass die verwendeten Verben einen großen Einfluss darauf haben, welche Art von Antwort von den Lernenden erwartet wird. Eine Aufgabe, bei der etwas lediglich genannt oder wiedergegeben werden soll, stellt andere Anforderungen als eine Aufgabe, bei der die Lernenden vergleichen, erklären, bewerten oder selbst etwas entwickeln sollen.

Für meine eigene Unterrichtspraxis fand ich diesen Aspekt besonders interessant. Gerade bei der Vorbereitung auf mündliche Prüfungen können solche unterschiedlichen Arten von Fragestellungen sehr hilfreich sein. Die Lernenden müssen nicht nur über einen ausreichenden Wortschatz verfügen, sondern auch verstehen, was mit einer bestimmten Aufgabenstellung von ihnen erwartet wird.

Bei einer mündlichen Prüfung kann beispielsweise ein Unterschied darin bestehen, ob die Lernenden etwas beschreiben, ihre Meinung äußern, etwas vergleichen oder ihre Entscheidung begründen sollen. Wenn solche Aufgabenformen bereits während der Prüfungsvorbereitung regelmäßig geübt werden, können sich die Teilnehmenden besser auf die jeweilige Situation einstellen. Für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 möchte ich deshalb künftig noch stärker darauf achten, Fragestellungen gezielt und dem jeweiligen Sprachniveau entsprechend einzusetzen.

Im weiteren Verlauf des Tages beschäftigten wir uns mit den Cognitive Discourse Functions, kurz CDFs. Dazu erhielten wir eine ausführliche Präsentation der Dozentinnen. Die CDFs beschreiben sprachliche und kognitive Handlungen, die Lernende benötigen, um Wissen aufzunehmen, zu strukturieren und schließlich selbstständig wiederzugeben.

Im Seminar wurden sieben zentrale Cognitive Discourse Functions behandelt:

Describe bedeutet, Merkmale oder Beobachtungen zu beschreiben. Lernende sollen beispielsweise erkennen und sprachlich ausdrücken können, wie eine Person, ein Gegenstand oder eine Situation aussieht beziehungsweise welche Eigenschaften vorhanden sind.

Define bedeutet, einen Begriff zu identifizieren und seine Bedeutung zu erklären. Dabei geht es darum, ein Konzept möglichst verständlich zu bestimmen.

Classify beschreibt das Ordnen beziehungsweise Einteilen von Informationen in Gruppen oder Kategorien. Die Lernenden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen und entsprechende Verbindungen herstellen.

Explore bedeutet, Informationen zu sammeln und ein Thema genauer zu untersuchen. Die Lernenden setzen sich dabei aktiv mit einem Gegenstand auseinander und versuchen, zusätzliche Informationen zu gewinnen.

Explain bedeutet, Zusammenhänge verständlich darzustellen und dadurch zu zeigen, dass ein Inhalt tatsächlich verstanden wurde.

Evaluate verlangt von den Lernenden, etwas zu beurteilen und diese Beurteilung mit nachvollziehbaren Gründen zu begründen.

Report bedeutet schließlich, erworbene Informationen strukturiert an andere weiterzugeben.

Die Dozentinnen fassten diese Funktionen außerdem in drei größere Bereiche zusammen. Describe, Define und Classify helfen den Lernenden zunächst dabei, neues Wissen wahrzunehmen und zu organisieren. Explore und Explain dienen dazu, dieses Wissen weiter zu vertiefen und Zusammenhänge besser zu verstehen. Evaluate und Report verlangen schließlich, das Gelernte aktiv anzuwenden, zu beurteilen und anderen mitzuteilen.

Auch hierbei konnte ich einen direkten Bezug zu meinem eigenen Sprachunterricht erkennen. Auf den niedrigeren Sprachniveaus können beispielsweise einfache Beschreibungen und Zuordnungen im Vordergrund stehen. Mit zunehmenden Sprachkenntnissen können die Aufgaben anspruchsvoller werden. Auf A2- oder B1-Niveau können die Lernenden beispielsweise Zusammenhänge erklären, ihre Meinung begründen oder über eigene Erfahrungen berichten.

Im Anschluss entstand eine interessante Diskussion mit mehreren Lehrkräften, die mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lernbedürfnissen arbeiten. Sie wiesen darauf hin, dass nicht alle Lernenden Begriffe wie „analysieren“, „bewerten“, „klassifizieren“ oder ähnliche Aufgabenstellungen unmittelbar verstehen können.

Daraus entwickelte sich ein Austausch darüber, wie wichtig eine verständliche Formulierung von Arbeitsaufträgen ist. Eine Aufgabe kann fachlich sinnvoll sein, aber trotzdem ihr Ziel verfehlen, wenn die Lernenden bereits an der Formulierung der Aufgabe scheitern. Deshalb sollte eine Lehrkraft immer prüfen, ob die verwendeten Begriffe und Fragestellungen zum Lernstand der jeweiligen Gruppe passen.

Auch für meinen Unterricht ist dies von großer Bedeutung. Besonders bei A1- und A2-Lernenden müssen Arbeitsaufträge klar, kurz und möglichst eindeutig formuliert werden. Erst mit zunehmender Sprachkompetenz können komplexere Aufgabenstellungen eingeführt werden. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die Lernenden schrittweise mit typischen Prüfungsformulierungen vertraut zu machen, damit diese später nicht allein wegen unbekannter Aufgabenverben Schwierigkeiten haben.

Nach dem Seminar hatten wir an diesem Tag die Möglichkeit, Kilmainham Gaol zu besuchen. Bereits die Organisation des Besuchs war interessant. Unsere Dozentin hatte uns darauf hingewiesen, dass kurzfristig zusätzliche Eintrittskarten beziehungsweise stornierte Tickets am jeweiligen Besuchstag ab 9:15 Uhr auf der offiziellen Internetseite angeboten werden können. Diesen Hinweis haben wir genutzt und tatsächlich noch Eintrittskarten bekommen. Auch auf der offiziellen Website des Museums wird empfohlen, bei ausverkauften Terminen am gewünschten Besuchstag ab 9:15 Uhr nach zusätzlichen Tickets oder Stornierungen zu schauen.

Kilmainham Gaol ist heute einer der bedeutendsten historischen Erinnerungsorte Dublins. Das Gefängnis wurde 1796 als neues County Gaol für Dublin eröffnet. Neben gewöhnlichen Strafgefangenen wurden dort im Laufe seiner Geschichte auch zahlreiche politische Gefangene inhaftiert, die mit dem irischen Unabhängigkeitskampf verbunden waren.

Eine besondere Bedeutung erhielt das Gefängnis während des Osteraufstands von 1916. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden zahlreiche Beteiligte dort festgehalten. Vierzehn führende Männer des Aufstands wurden zwischen dem 3. und 12. Mai 1916 im sogenannten Stonebreakers’ Yard durch Erschießungskommandos hingerichtet. Zu ihnen gehörten unter anderem Patrick Pearse, Thomas Clarke, Joseph Plunkett und James Connolly.

Kilmainham Gaol war außerdem während des irischen Unabhängigkeitskrieges und des anschließenden Bürgerkrieges von großer Bedeutung. Sowohl Männer als auch Frauen wurden dort aus politischen Gründen inhaftiert. Nach der Entlassung der letzten Gefangenen wurde das Gefängnis 1924 nicht mehr als Haftanstalt genutzt. In den 1960er-Jahren wurde das inzwischen stark verfallene Gebäude durch eine Gruppe von Freiwilligen restauriert und als nationaler Erinnerungsort erhalten.

Besonders eindrucksvoll war es, die historischen Zellen, die verschiedenen Gebäudeteile und den Stonebreakers’ Yard selbst zu sehen. Durch den Besuch wurde die komplizierte Geschichte Irlands und insbesondere der lange Weg zur Unabhängigkeit wesentlich greifbarer, als dies allein durch Bücher oder Erzählungen möglich wäre.

Für mich war der Mittwoch damit erneut eine interessante Verbindung aus fachlicher Weiterbildung und kultureller Auseinandersetzung mit Irland. Im Seminar konnte ich konkrete Ideen für die Gestaltung von Aufgabenstellungen und die Vorbereitung meiner Teilnehmenden auf mündliche Prüfungen mitnehmen. Der anschließende Besuch von Kilmainham Gaol ermöglichte mir zusätzlich einen intensiven Einblick in einen wichtigen Teil der irischen Geschichte

Donnerstag und Freitag, 20-21.08.2026

Am Donnerstag kamen wir erneut pünktlich in der Teacher Academy an. Das Wetter war an diesem Morgen etwas bewölkt und windig. Alle Teilnehmenden sowie beide Dozentinnen waren anwesend.

Der Schwerpunkt dieses Seminartages lag auf digitalen Unterrichtsmethoden und dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Bereits zu Beginn hatten die Dozentinnen den Raum für die digitale Arbeit vorbereitet und unter anderem ausreichend Möglichkeiten geschaffen, unsere elektronischen Geräte anzuschließen. Da in Irland andere Steckdosen als in Deutschland verwendet werden, empfand ich diese Vorbereitung als sehr aufmerksam. Ich selbst hatte bereits einen passenden Adapter dabei, den ich von einer früheren Reise nach Schottland besaß.

Als erstes stellte uns die Dozentin ClassroomScreen vor. Diese Anwendung kann insbesondere für das Classroom-Management eingesetzt werden. Mit verschiedenen digitalen Werkzeugen können beispielsweise Arbeitszeiten angezeigt, Schülerinnen und Schüler zufällig ausgewählt, Gruppen gebildet, Arbeitsaufträge eingeblendet und Unterrichtsphasen übersichtlich strukturiert werden. Dadurch kann die Lehrkraft den Unterricht besser organisieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass alle Lernenden möglichst aktiv beteiligt werden. ClassroomScreen bietet dafür unter anderem Timer, einen Randomizer, einen Group Maker, Umfragen und weitere Werkzeuge.

Eine Teilnehmerin aus Tschechien berichtete anschließend über ihre eigenen Erfahrungen mit ClassroomScreen. Sie nutzt eine kostenpflichtige Version und setzt die Anwendung regelmäßig für die Organisation ihres Unterrichts ein.

Danach stellte uns die Dozentin eine weitere Anwendung namens Classroom Zen vor. Auch hier lernten wir verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung und Organisation des Unterrichts kennen. Beispielsweise können Übungen zum Wortschatz, zur Rechtschreibung und zum Schreiben eingesetzt werden.

Besonders interessant war für mich anschließend die Vorstellung von Diffit AI. Mit Hilfe dieser Anwendung können Lehrkräfte Unterrichtsmaterialien erstellen und an unterschiedliche Lernniveaus anpassen. Es können beispielsweise Texte, Lese- und Schreibaufgaben, Wortschatzübungen sowie Fragen zu verschiedenen Themen erstellt werden.

Für meinen eigenen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 sehe ich darin einen großen Nutzen. Ein Thema kann für unterschiedliche Sprachniveaus aufbereitet werden, sodass Lernende mit verschiedenen sprachlichen Voraussetzungen geeignete Materialien erhalten. Gerade bei alltagsbezogenen Themen wie Arbeit, Arztbesuch, Körperteile, Post, Behördenbesuche oder Leben in Deutschland könnten solche Materialien sehr hilfreich sein.

Frau Qaser und ich erstellten gemeinsam einen Testzugang und probierten die Anwendung direkt aus. Als Beispiel ließen wir eine Übung zu den Personalpronomen erstellen. Dabei konnten wir feststellen, dass das Programm auch für deutschsprachige Unterrichtsmaterialien verwendet werden kann. Besonders gut gefiel mir, dass die erstellten Materialien anschließend noch verändert und an das gewünschte Sprachniveau angepasst werden konnten.

Die Anwendung hat bei uns einen so positiven Eindruck hinterlassen, dass wir nach unserer Rückkehr mit der Leitung der VHS darüber sprechen möchten, ob ein entsprechender Zugang auch für unsere Arbeit und möglicherweise für weitere Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden könnte.

Nach einer Pause, in der uns Obst und Nüsse angeboten wurden, ging es zunächst um das Thema Aussprache. Eine Teilnehmerin, die Englisch unterrichtet, stellte eine Frage zur Aussprache verschiedener Wörter. Daraus entwickelte sich ein Gespräch darüber, dass Englisch in unterschiedlichen Ländern und Regionen verschieden ausgesprochen wird. Dazu gehören beispielsweise britische, amerikanische, irische, schottische oder indische Sprachvarianten. Für Lernende ist es wichtig zu wissen, dass es nicht immer nur eine einzige Aussprache gibt und dass sie im Alltag mit unterschiedlichen Akzenten konfrontiert werden können.

Danach beschäftigten wir uns mit der Erstellung eigener Audiodateien für Hörverstehensübungen. Zunächst erstellten wir mit ChatGPT einen passenden Dialog. Dieser konnte anschließend in Google AI Studio übernommen und mit unterschiedlichen Stimmen als Audio ausgegeben werden. Bei einem Dialog müssen die verschiedenen Sprecher eindeutig gekennzeichnet werden. Anschließend können Stimmen und weitere Merkmale ausgewählt und die Audiodatei erzeugt werden. Die Text-to-Speech-Funktion von Gemini ermöglicht grundsätzlich auch die Erstellung von Audios mit mehreren Sprechern sowie die Steuerung von Eigenschaften wie Stil und Akzent.

Frau Qaser und ich entwickelten gemeinsam eine Hörverstehensaufgabe zum Thema „Beim Arzt“. Wir erstellten dafür einen Dialog zwischen einem Arzt und einer Migrantin aus der Ukraine und wandelten diesen anschließend in eine Audiodatei mit zwei Stimmen um.

Das Ergebnis hat mich sehr überzeugt. Gerade für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 kann ich auf diese Weise Hörtexte erstellen, die genau zum aktuellen Unterrichtsthema und zum jeweiligen Sprachniveau passen. Aus einem Dialog lassen sich anschließend zusätzlich Verständnisfragen, Multiple-Choice-Aufgaben, Richtig-Falsch-Aufgaben, Wortschatzübungen oder Lückentexte entwickeln.

Dadurch können mehrere Fertigkeiten miteinander verbunden werden: Die Teilnehmenden hören zunächst einen Dialog, können den entsprechenden Text lesen, Fragen beantworten, neue Wörter lernen und anschließend die Situation selbst nachspielen. Besonders für alltagsnahe Themen sehe ich darin einen großen Vorteil.

Wir experimentierten außerdem damit, aus den erstellten Inhalten mit Hilfe von KI weitere Arbeitsmaterialien und visuell gestaltete Arbeitsblätter zu entwickeln. Dadurch wurde deutlich, dass künstliche Intelligenz nicht nur bei der Texterstellung, sondern auch bei der anschließenden Weiterentwicklung von Unterrichtsmaterialien eingesetzt werden kann.

Nach einer weiteren Pause stellte uns die Dozentin NotebookLM von Google vor. Dabei handelt es sich um einen KI-gestützten Recherche- und Lernassistenten, in den eigene Quellen wie PDFs, Texte, Webseiten, Präsentationen oder Audiodateien eingebunden werden können. Auf Grundlage dieser Quellen können unter anderem Zusammenfassungen, Lernmaterialien, Mindmaps und Audio-Zusammenfassungen erstellt werden.

Diese Möglichkeit fand ich ebenfalls interessant, da umfangreichere Materialien dadurch strukturiert und für die Unterrichtsvorbereitung aufbereitet werden können. Besonders hilfreich ist, dass sich die Antworten auf die bereitgestellten Quellen beziehen und dadurch gezielter mit dem eigenen Unterrichtsmaterial gearbeitet werden kann.

Der Donnerstag gehörte für mich zu den praktischsten Tagen der gesamten Seminarwoche. Vor allem die digitalen Möglichkeiten zur Erstellung von Materialien, zur Differenzierung verschiedener Sprachniveaus und zur Entwicklung eigener Hörverstehensaufgaben möchte ich zukünftig stärker in meinem Unterricht einsetzen.

Nach dem Seminar waren wir erneut in der Innenstadt unterwegs. Dabei besuchten wir unter anderem Temple Bar und erkundeten weitere Straßen und Ecken Dublins. Temple Bar vermittelte eine besonders lebendige Atmosphäre mit vielen Menschen, Pubs und Musik. Der Spaziergang durch die Stadt war nach dem umfangreichen Seminartag eine gute Gelegenheit, weitere Eindrücke vom Leben in Dublin zu sammeln.

Am Freitag begann unser letzter Seminartag in Dublin. Nach dem Frühstück kamen wir wieder pünktlich in der Teacher Academy an. Zu Beginn fragte die Dozentin, wie die Teilnehmenden den vergangenen Nachmittag verbracht hatten. Einige hatten an einer Bootstour teilgenommen und berichteten über ihre Erfahrungen.

Das erste fachliche Thema des Tages war Emigration beziehungsweise Migration. Die Dozentin fragte uns zunächst, aus welchen Gründen Menschen ihr Heimatland verlassen und in ein anderes Land ziehen. Innerhalb der Gruppe wurden zahlreiche Gründe genannt. Dazu gehörten beispielsweise wirtschaftliche Schwierigkeiten, politische Probleme, Klimaveränderungen, bessere Arbeitsmöglichkeiten, Bildung, Familienzusammenführung sowie der Wunsch nach neuen Erfahrungen.

Anschließend zeigte uns die Dozentin verschiedene Bilder von Menschen und historische Darstellungen. Wir sollten überlegen, welche Geschichte sich möglicherweise hinter den Bildern verbirgt und aus welchen Gründen die dargestellten Personen ausgewandert oder eingewandert sein könnten. Danach wurden unsere Vermutungen gemeinsam besprochen.

Im nächsten Schritt folgte eine umfangreiche Gruppenarbeit. Jede Gruppe erhielt einen kurzen Text zum Thema Migration sowie ein großes A3-Blatt. Der Text wurde in die Mitte des Blattes geklebt und rundherum wurden verschiedene Bereiche für mehrere Aufgaben eingerichtet.

In der ersten Runde sollten wir den Text lesen, schwierige Wörter unterstreichen und deren Bedeutung beziehungsweise Übersetzung notieren. Anschließend wurde das A3-Blatt an die nächste Gruppe weitergegeben.

In der zweiten Runde sollte jede Gruppe eine passende Überschrift für den neuen Text finden. Zusätzlich wurde eine künstliche Intelligenz nach einem möglichen Titel gefragt. Bei einem der Texte entschied sich unsere Gruppe beispielsweise für die Überschrift „Reasons for Emigration“, während die KI „Ireland under British Rule“ vorschlug. Dadurch konnten wir vergleichen, wie Menschen und eine KI denselben Text unterschiedlich interpretieren und zusammenfassen.

Danach wurden die Blätter erneut weitergegeben. In der nächsten Runde mussten wir den jeweiligen Text lesen und seinen Inhalt mit nur ungefähr 20 Wörtern zusammenfassen. Diese Aufgabe fand ich besonders interessant, da man gezwungen war, sich auf die wichtigsten Informationen eines Textes zu konzentrieren.

In der folgenden Runde sollten aus dem Text zwei Fragen entwickelt werden. Danach wurden die Blätter wieder an eine andere Gruppe weitergegeben, die diese Fragen beantworten musste. Dabei entstanden beispielsweise Fragen dazu, welche Maßnahmen die irische Regierung zur Unterstützung der irischen Sprache ergriffen hat und ob Sprache als wichtiges Symbol der eigenen Identität angesehen werden kann.

Als letzte Aufgabe sollte schließlich eine Zeichnung erstellt werden, die einen wichtigen Inhalt des jeweiligen Textes darstellte.

Diese Form der Gruppenarbeit gefiel mir sehr gut, weil ein einzelner Text auf unterschiedliche Weise bearbeitet wurde. Lesen, Wortschatzarbeit, Zusammenfassen, Fragestellungen, Schreiben, Kommunikation und kreatives Arbeiten wurden miteinander verbunden. Zudem musste jede Gruppe die Arbeit der vorherigen Gruppe weiterführen.

Nach einer kurzen Pause folgte eine weitere Gruppenaktivität. Jede Gruppe erhielt Teile von mehreren unvollständigen Bildern. Die fehlenden Teile befanden sich jedoch bei anderen Personen im Raum. Unsere Aufgabe bestand darin, miteinander zu sprechen, Fragen zu stellen und herauszufinden, wer das jeweils benötigte Bildstück besaß.

Diese Übung halte ich für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 für besonders gut geeignet. Sie kann beispielsweise genutzt werden, um Fragen zu üben, Informationen zu erfragen und den Wortschatz zu einem bestimmten Thema zu erweitern. Gleichzeitig müssen die Lernenden aktiv auf andere Personen zugehen und miteinander kommunizieren.

Die Aufgabe kann je nach Sprachniveau unterschiedlich gestaltet werden. Auf A1-Niveau können sehr einfache Fragen verwendet werden. Auf A2- oder B1-Niveau können die Teilnehmenden genauere Beschreibungen geben, Rückfragen stellen oder anschließend über das vollständige Bild sprechen. Dadurch entsteht eine echte Kommunikationssituation, in der Sprache benötigt wird, um ein konkretes Ziel zu erreichen.

Zum Ende des Seminartages erzählten uns die Dozentinnen etwas über Hurling, einen traditionellen irischen Mannschaftssport. Zusätzlich sahen wir Videos, wodurch wir einen besseren Eindruck von dem Spiel und seiner Bedeutung in Irland erhielten.

Anschließend machten wir gemeinsam ein Gruppenfoto. Danach wurde der Unterricht offiziell beendet und die Teilnahmezertifikate wurden uns feierlich überreicht. Damit endete unsere intensive Seminarwoche in der Teacher Academy.

Nach dem Kurs fuhren wir noch nach Howth. Howth liegt an der Küste in der Nähe von Dublin und unterscheidet sich deutlich von der lebhaften Innenstadt. Der Ort ist insbesondere durch seinen Hafen, die Küstenlandschaft und die Klippen geprägt. Vom Zentrum Dublins ist Howth mit dem Zug in ungefähr 25 Minuten erreichbar. Entlang des Hafens befinden sich zahlreiche Restaurants und Cafés, und von den Küstenwegen hat man einen weiten Blick auf das Meer und die Umgebung.

Mir gefiel dort besonders die ruhige und maritime Atmosphäre. Nach einer sehr intensiven Seminarwoche war es angenehm, am Wasser entlangzulaufen, die Boote im Hafen zu sehen und die Meeresluft zu genießen. Howth vermittelte noch einmal einen ganz anderen Eindruck von Dublin und seiner Umgebung und war für mich ein schöner Abschluss unseres letzten Seminartages.

Samstag, den 22.08.2026

Da das Seminar am Freitag beendet war, nutzten wir den Samstag noch für einen besonderen Ausflug. Wir besuchten die Game of Thrones Studio Tour in Banbridge in Nordirland. Von Dublin aus beträgt die Fahrt ungefähr 90 Minuten. Die Ausstellung befindet sich in den Linen Mill Studios, die tatsächlich als Drehort für die Serie genutzt wurden.

Während der Tour konnten wir originale Filmsets, Kostüme, Requisiten und verschiedene Bereiche aus der Produktion von Game of Thrones sehen. Dazu gehören unter anderem bekannte Schauplätze wie Winterfell, King’s Landing und Dragonstone. Außerdem erhält man Einblicke in die Herstellung von Kostümen, Spezialeffekten, Masken und Requisiten.

Besonders interessant fand ich, einmal zu sehen, wie viel Arbeit hinter einer solchen Filmproduktion steckt. Im Fernsehen sieht man am Ende nur die fertigen Szenen. In den Studios wurde dagegen deutlich, wie viele unterschiedliche Bereiche wie Bühnenbau, Kostümdesign, Masken, Spezialeffekte und digitale Technik zusammenarbeiten müssen, damit eine solche Produktion entstehen kann.

Der Ausflug war für mich ein sehr interessanter kultureller Abschluss unseres Aufenthalts.

Am Sonntag endete schließlich unser Aufenthalt in Irland. Nach einer abwechslungsreichen und intensiven Woche machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen von Dublin zurück nach Hamburg. Von dort aus ging es anschließend weiter nach Tornesch.

Kurze Zusammenfassung

Die Seminarwoche in Dublin war für mich sowohl beruflich als auch persönlich eine wertvolle Erfahrung. Besonders hilfreich waren die vielen praktischen Übungen, die nicht nur theoretisch vorgestellt, sondern unmittelbar von uns selbst ausprobiert wurden.

Für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 nehme ich zahlreiche neue Ideen mit. Dazu gehören insbesondere kommunikative Gruppenaufgaben, CLIL, Bloom’s Taxonomy, Cognitive Discourse Functions sowie neue Möglichkeiten zur Wortschatzarbeit und Prüfungsvorbereitung.

Von besonderer Bedeutung war für mich außerdem der Einsatz digitaler und KI-gestützter Werkzeuge. Die Möglichkeit, Texte auf unterschiedliche Sprachniveaus anzupassen, eigene Hörverstehensaufgaben zu erstellen und daraus weitere Übungen zu entwickeln, kann meine zukünftige Unterrichtsvorbereitung deutlich erweitern.

Neben den fachlichen Inhalten war auch der internationale Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern sehr bereichernd. Die unterschiedlichen Erfahrungen, Unterrichtsformen und beruflichen Hintergründe führten während der gesamten Woche zu interessanten Gesprächen und neuen Perspektiven.

Gleichzeitig bot der Aufenthalt die Möglichkeit, Dublin und die irische Kultur näher kennenzulernen. Die Besuche historischer und kultureller Orte, Museen, Howth sowie der Ausflug nach Nordirland ergänzten die fachliche Weiterbildung sehr gut.

Insgesamt nehme ich aus dieser Mobilität viele neue Ideen, Erfahrungen und praktische Methoden mit, die ich nach meiner Rückkehr in meinem eigenen Unterricht ausprobieren und weiterentwickeln möchte.

Yoga and Meditation for Educators: Be a Great Teacher, Be Your Best Self in Dublin

7.7.2025 – 12.7.2025

von Silke Seeling

Das Allerbeste und ich finde Wichtigste solch eines Projektes ist die Völkerverbindung und das Verständnis für andere Menschen und Kulturen!

Wir waren 13 Teilnehmer, neben mir noch 2 weitere aus Deutschland: Kassel und Leipzig. Die Spanier und Portugiesen konnten sich sprachlich besonders gut untereinander verständigen. Außerdem gab es noch 3 Teilnehmer aus Italien.

Das Wetter in Dublin war außergewöhnlich warm und trocken.

Der Montagabend war geprägt von vielen neuen Eindrücken: neue Lehrkräfte, eine spannende internationale Gruppe, ein erster Überblick über die Lehrinhalte sowie eine Einführung in die Veranstaltungsräume – und all das auf Englisch.
Auch abseits des Unterrichts gab es viel zu entdecken – insbesondere dabei, sich im neuen Alltag zurechtzufinden.

Am Nachmittag fand dann in den Räumen der Akademie eine kleine Messe mit kulinarischen Köstlichkeiten aus den Heimatländern aller Teilnehmer der Akademie in der Woche statt.

Am Abend gab es dann eine schnelle Stärkung – traditionelles Irish Stew. Auch wenn es nicht ganz meinem Geschmack entsprach, war es eine interessante kulinarische Erfahrung.

Ich hatte das Gefühl, dass sich ab Mittwoch langsam eine gewisse Vertrautheit mit allem einstellte. Die Temperaturen stiegen an, wir konnten die Yogaeinheiten nach draußen verlegen und auch der morgige Schulweg in der noch kühlen Luft war einfach umwerfend, da die Akademie in einer schönen Umgebung liegt.

Abends stand dann Tanzen auf Irisch auf dem Programm, mit circa 20 Personen und einem sehr enthusiastischen Iren.

Bereits nach einer Stunde herrschte eine freundschaftliche Atmosphäre in der Gruppe, alle lachten, trotz der Hitze im Raum.

Die ersten drei Tage des Kurses haben wir viel meditiert, was ich ganz sicher in meine Kurse bei der vhs mitnehmen werde; genauso wie das sogenannte Yin Yoga.

Zwei Praktiken, die viel Ruhe in meinen Unterricht bringen werden und ganz sicher zur Entspannung der Teilnehmer führt.

Unsere Lehrerinnen Susan und Amy haben sehr viel Wert auf Meditation gelegt, um vor den Yogaeinheiten im Raum anzukommen und sich zu entspannen.

Der Atem, die Brücke zwischen ‚Mind‘ und ‚Body‘ kommt durch die Meditation zur Ruhe.

Eine ruhige, tiefe Atmung kann sogar lebensverlängernd wirken: Susan brachte das Beispiel eines schnell hechelnden Hundes, der ja bekanntlich nicht älter als 20 Jahre wird. 

Meditation sollte geübt werden, da es nicht so leicht ist, den unruhigen rastlosen Geist zur Ruhe zu bringen und die Gedanken kommen und gehen zur lassen.

Alles hat Zeit bis nach der Meditation.

Hilfsmittel können z.B. die sogenannte ‚Boxatmung‘ sein, bei der man sich einen Kasten vorstellt mit 4 Stufen zum Einatmen, vier Stufen zum Anhalten des Atems, vier Stufen zum Ausatmen und vier Stufen zum Atem anhalten.

Relativ ausführlich haben wir uns auch mit Yin Yoga beschäftigt.

Yin symbolisiert dabei das schwarze, weibliche Element; Yang das weiße, männliche.

Etwas Yin ist immer im Yang-Element und umgekehrt; symbolisiert durch kleine Punkte in schwarz bzw. weiß. 

Yin und Yang repräsentieren dabei die Dualität, die zwei unterschiedlichen Charaktere in uns, die in Harmonie gebracht werden können und sich gegenseitig ergänzen.

Dabei haben wir fünf Asanas praktiziert: den Meditationssitz, die Herzöffnung mittels einer großen Rolle unter dem Rücken, die Drachenhaltung, den sogenannten Schwan und eine Twisthaltung.

Nicht zu vergessen das sogenannte Shavasana, die Ruhehaltung, die grundsätzlich nach den praktizierten Asanas geübt werden sollte.

Obwohl ich schon lange Yoga praktiziere, war es trotzdem sehr bereichernd, die Yogaeinheiten mit den drei Kriegern, der Berghaltung, dem herabschauenden Hund und der Kobra (um nur einige der praktizierten Asanas zu nennen) von Susan und Amy angeleitet zu bekommen. 

Ab Donnerstag wurden wir auf unsere Abschlussprüfung am Freitag vorbereitet, was auch spannend zu beobachten war, da wir in Gruppen zusammenarbeiteten. Ich fertigte zusammen mit Teilnehmern aus Italien an der Ausarbeitung. In meiner Gruppe trafen unterschiedliche Herangehensweisen aufeinander. Gemeinsam konnten wir eine gelungene Ausarbeitung erstellen. Freitag fand dann nach der Meditation bei herrlichstem Wetter die Präsentation jedes einzelnen statt.

Nach bestandener Prüfung gab es dann die Zertifikate. Susan und Amy haben wohl noch nie so viele Fotos machen müssen.

Hier ein Video von der kleinen Feier, wo dann vor Freude auch noch getanzt wurde. 🙂 

Abends hat sich dann der größte Teil der Gruppe in Amy’s Restaurant zum Essen getroffen.

Habt tausend Dank für alles und, dass ich das erleben durfte!

Hospitation zur Grundbildung in Dublin und Limerick, Irland

Von dieser Mobilität profitierten vhs-Kolleginnen und Kollegen aus zwei Bundesländern: aus Mecklenburg-Vorpommern und aus Schleswig-Holstein, die sich alle für Grundbildung und Schulabschlusskurse engagieren. In erster Linie ermöglichte der Aufenthalt in Irland, die Arbeit dort kennenzulernen, in zweiter auch einen intensiven Austausch zwischen den beiden Bundesländern.

Montag, 31.03.2025: Dublin: CASPr und AONTAS

„It’s all about empowering adults through education to foster community participation and break cycles of disadvantage.“

Der Dachverband AONTAS hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, uns als aufnehmende Organisation zur Verfügung zu stehen. AONTAS nennt sich selber die Stimme der Erwachsenenbildung in Irland. Die Kollegin Lorraine O‘Connor war der erste Kontakt nach Irland und sollte sich als Glücksgriff erweisen. Denn sie hat alle Kontakte in Irland für uns hergestellt – sei es in Dublin oder in Limerick.

Am Montag traf uns Lorraine in der Hotel-Lobby und brachte uns zunächst zu CASPr (Community After School Programme), einer Bildungseinrichtung, die in der Dubliner North East Inner City sozialräumliche Bildungs- und Mitmachangebote für Kinder und Erwachsene bereithält. Die Leiterin der Erwachsenenbildung (Training Manager), Lynn Simpson, nahm uns zusammen mit Aleena, der Verantwortlichen für die Nachmittagsbetreuung der 5- bis 12-jährigen Kinder, in Empfang.

Das Bildungszentrum feierte letztes Jahr sein 30-jähriges Bestehen und hat seine Ursprünge in der Kinder-Betreuung nach der Schule, um den Kindern aus bildungsbenachteiligten und z.T. von Sucht betroffenen Familien eine sinnvolle und lehrreiche Nachmittags-Gestaltung zu ermöglichen („the aim was to keep the children off the streets“). Über die Arbeit mit den Kindern entstand der Kontakt zu den Familien und bald lag der Fokus auf dem ganzen System Familie und darüber hinaus auf dem sozialen Lernen und dem Zusammenhalt im Quartier. Hier spielt die Erwachsenenbildung neben der Kinderbetreuung eine entscheidende Rolle, da es mitunter darum geht, die Familien mit formalen und informellen Bildungsangeboten zu stabilisieren, Menschen über das kostenfreie offene Kursangebot (und die dort gebotene emotionale Unterstützung) Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu vermitteln, sowie Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements und der reellen Weiterbildung (hier: in der Kinderpflege) aufzuzeigen. Davon, so sind sich hier alle sicher, profitiert letzten Endes auch die Gemeinschaft im Quartier. Deshalb ist eine Ausrichtung des Angebots an den Bedarfen der Gemeinschaft so wichtig und die systematische Erfassung des Feedbacks der Lernenden für die qualitative Weiterentwicklung des Programms essentiell.

In Lynns Ausführungen begegnete uns zum ersten Mal ein Phänomen, das uns auch bei unseren nächsten Treffen in Bildungseinrichtungen immer wieder begegnen sollte: Dem Handeln aus einer ehemaligen eigenen Betroffenheit heraus. So erzählte uns Lynn, dass sie selber als junge Erwachsene mit LRS die Schule ohne Abschluss verließ und dann nach ein paar Jahren in prekären Arbeitsverhältnissen über informelle Bildungsangebote wieder zurückfand und ihren Abschluss nachholte. Nun wolle sie anderen Mut machen, diesen Weg ebenfalls zu gehen. 

Heute bietet CASPr:

  • Die Betreuung von Krippenkindern am Vormittag
  • Die Betreuung von ca. 30 Schulkindern am Nachmittag, wobei uns Aileen die vielen schönen Aktivitäten vorgestellt hat, die mit den Kindern unternommen werden – viele davon mit einer äußerst wertvollen pädagogischen und präventiven Zielsetzung
  • informelle, nicht-zertifizierte Kurse wie Yoga, Stricken, Meditation, Umgang mit mobilen Endgeräten, Lesen und Schreiben etc.
  • Krisenberatung für Familien, Schuldnerberatung etc.; wenn keine eigene Hilfe möglich ist, erfolgt eine Verweisberatung an Netzwerkpartner
  • Verschiedene themenbezogene Projekte (z.B. Teilnahme an der Pride Parade mit selbst gestalteten Plakaten, Pilotkurs Future Female Leaders)
  • Arbeit mit der sozialen Gemeinschaft direkt im Quartier (Garten- und Mitmachprojekte wie z.B. Neugestaltung des Außenbereichs und den I-love-myself-tree)
  • Akkreditierte Weiterbildung (1-jährig) in der Kinderpflege.

Hier erfuhren wir zum ersten Mal, dass das Mitdenken von Themen der Erwachsenenbildung in Irland auf nationaler Ebene (und damit einhergehend auch die staatliche finanzielle Förderung) ursprünglich einer Gruppe von Frauen zu verdanken ist, die immer wieder auf soziale Missstände und Schwierigkeiten in den Familien und Quartieren aufmerksam gemacht haben. Mehr Bildungsmöglichkeiten und Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe zu schaffen, sei hier immer wieder die zentrale Forderung gewesen und diese wurde am Ende von der Regierung als nationale Strategie angenommen. Dieses „Grassroot Movement“ führte im Endeffekt dazu, dass das ETB (Educational Training Board) nun jedes Jahr Mittel für die Grundbildung von Familien und Communities bereitstellt. Da die Beträge allerdings von Jahr zu Jahr variieren, sind die Bildungszentren sehr auf Förderung angewiesen. So wird z.B. Lynns Stelle über drei verschiedene Projekte finanziert.

Zuletzt hat uns noch der Einrichtungsleiter, Tom O’Brian, kurz begrüßt und uns von der Wichtigkeit ihrer aller Arbeit im Sinne eines ganzheitlichen Bildungsansatzes berichtet.

Am Montag Nachmittag hat Lorraine uns in die AONTAS-Zentrale (Aos Oideachais Náisiúnta Trí Aontú Saorálach) eingeladen, um dort die Arbeit der Organisation zu präsentieren und uns ihr Kollegium vorzustellen. AONTAS ist eine Mitgliederorganisation, die sich für die Förderung und Entwicklung der Erwachsenenbildung in Irland einsetzt. Hauptziel ist, Erwachsenen Lernmöglichkeiten zu bieten, um ihre persönliche und berufliche Entwicklung zu unterstützen. Die Organisation arbeitet dafür nicht nur eng mit Bildungsanbietern und politischen Entscheidungsträgern zusammen. Sie legt auch einen hohen Stellenwert, die Stimme der Lernenden in ihre Arbeit einzubeziehen. Es lassen sich dabei fünf Kernbereiche der Arbeit von AONTAS nennen:

1. Interessenvertretung und Lobbyarbeit

2. Unterstützung von Lernenden: Im Learner Forum bietet AONTAS Lernenden die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen und Feedback zu geben. So stellen sie sicher, dass die Stimme der Lernenden in Entscheidungsprozessen berücksichtigt wird.

3. Community Education Network: AONTAS koordiniert ein Netzwerk von Bildungsanbietern zum Praxisaustausch und um Ressourcen zu teilen. So wird lebenslanges Lernen auf lokaler Ebene gefördert.

4. Forschung: AONTAS hat eine eigene Forschungsabteilung

5. Veranstaltungen und Kampagnen: AONTAS organisiert Veranstaltungen und Kampagnen – zum Beispiel das Adult Learners` Festival. So wird Sichtbarkeit hergestellt und die Erwachsenenbildung öffentlich in den Fokus gerückt. Dies gelingt unter anderem mit dem Star-Award, der besondere Projekte oder Leistungen von Lernenden würdigt.

Auffallend war, dass die soziale Situation der irischen Gesellschaft immer wieder erwähnt wurde: Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Suchterfahrungen in Familien, Suizidraten, soziale Ungleichheit und Migration werden immer wieder genannt – einerseits als Ursache für die Entwicklung des Erwachsenenbildungssystems in der Vergangenheit. Andererseits hat man diese Probleme weiterhin im Blick, wenn es darum geht, wie Lernende gefördert werden können. Deshalb bedeutet Erwachsenenbildung hier auch, dass die Familien – also auch die Kinder – mitgedacht werden, dass günstige Freizeitangebote ermöglicht werden und ganz selbstverständlich psychologische oder sozialpädagogische Maßnahmen in einzelne Projekte implementiert werden.

Dienstag, 01.04.2025, Dublin: Besuch des Dachverbandes für Grundbildung NALA (National Adult Literacy Agency)

Nachdem wir am Vortag die Organisationen CASPr und AONTAS aufgesucht und bereits erste theoretische und praktische Eindrücke gesammelt haben, sollte es am heutigen Tag zu NALA (National Adult Literacy Agency), einem Dachverband für Grundbildung, in den südlichen Teil der Stadt Dublin gehen. Nach einem kurzen Stück mit der Tram (Straßenbahn) und einem sonnigen Fußmarsch waren wir gegen 10:30 Uhr vor Ort. Die Institution selbst befindet sich mitten in einem Wohngebiet und einer unmittelbaren Schulumgebung. Empfangen wurden wir von Colleen Dube (CEO NALA) und Aoife Crawford (Research and Policy Officer). Unser Aufenthalt bei NALA diente in erster Linie dem Kennenlernen der Organisation und deren Arbeitsauftrag im irischen Bildungssystem sowie dem Austausch untereinander. Unterstützt wurde der Austausch durch Fergus Dolan (Literacies Development Worker), einem weiteren Teamkollegen, welcher uns im Fachbereich der Grundbildung einen Einblick in praktische Umsetzungsmöglichkeiten gab.

NALA ist eine mitgliedergestützte Organisation, welche (Lernenden-)Bedarfe im Grundbildungsbereich erforscht, direkte Bildungsangebote konzipiert und darüber hinaus über jahresübergreifende Strategiepläne das irische Bildungssystem auf politischer Ebene mitsteuert. Dabei wird Grundbildung immer als Bestandteil der Menschenrechte betrachtet, in welcher Lernprozesse zu einer nachhaltigen lebenslangen Veränderung von Denk- und Verhaltensweisen anregen sollen. Der Arbeitsauftrag von NALA basiert auf der Idee, dass Lernen mehr als bloßer Wissenserwerb ist, sondern ein lebenslanges Lernen (lifelong learning) ermöglicht und somit die Integration in die Gesellschaft fördern soll. In Dublin selbst, aber auch landesweit, gibt es verschiedene NALA-Angebote, darunter Zentren (Learn with NALA), welche die Lese-, Schreib-, Mathematik- oder digitalen Fähigkeiten verbessern sollen. Im ganzen Land gibt es über 100 lokale Alphabetisierungsdienste für Erwachsene, die von ETBs und kommunalen Bildungszentren betrieben werden. Jeder Dienst bietet kostenfreie Kurse (Level 1-3) für Erwachsene in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechtschreibung, Mathematik, Technik und Computer an. Man kann den örtlichen Dienst direkt aufsuchen und vor Ort mit geschulten Tutoren in Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen arbeiten. Zusätzlich wird nach individuellem Lern(enden)bedarf auch ein online-Angebot (NALA Distance learning) bzw. 1:1 Lernen über das Telefon mit einem Tutor vorgehalten. Alle Angebote können von Personen nach dem 16. Lebensjahr genutzt werden. Interessant ist hier, dass die Zahl der Lernenden, die in die Klassen kommen, niedriger ist als die Zahl derer, die sich für das selbständige Lernen auf Distanz (online oder telefonisch begleitet) entscheiden. Die Lern(enden)bedarfe (learner‘s needs) stehen grundsätzlich an erster Stelle und werden separat unter anderem über „Learner´s voice“ dargestellt. Neben den Lernzentren gibt es auch Learner Days, an welchen sich Personen zu den Programmen und Angeboten informieren bzw. austauschen können. Um aktive Lernerfolge nach außen zu tragen, werden sogenannte Learner Stories genutzt.

Durchschnittlich haben derzeit laut PIAAC-Studie in Irland 21% der Bevölkerung „unmet literary needs“, brauchen also Unterstützung in grundlegenden alltäglichen Situationen (Lesen/Schreiben, Rechnen, Nutzung digitaler Geräte). Durch die verstärkte Migration in den vergangenen Jahren sind auch die Herausforderungen der Erwachsenenbildung mit den gegebenen Bedürfnissen gewachsen. Nichts desto trotz lässt sich ein weitestgehender Erfolg messen. Parallel erstreckt sich die Reichweite von Programmen bis hin zu Inhaftierten und Personen der irischen „Traveller-Community“.

Um eine bestmögliche telefonische Erreichbarkeit für Lernende zu garantieren, gibt es den Freephone service, den überraschend viele (1.325 in 2024) für einen Erstkontakt nutzen. Zur Unterstützung und Akquise von motivierten Kursleitungen im Bereich der Erwachsenengrundbildung wird im Besonderen der „NALA’s Tutoring Service“ eingesetzt. Um auch die ländlichsten Gebiete zu erreichen, wird trotz des digitalen Zeitalters gern der „Postal Service AnPost“ als Kooperationspartner bei öffentlichkeitswirksamen Aktionen genutzt, da dieser in der irischen Bevölkerung höchstes Vertrauen genießt. Unterstützt wird der Arbeitsauftrag von weiteren kooperierenden Partnern, wie z.B. Bibliotheken. Besonders beeindruckend war, dass NALA seine Weiterbildungslehrwerke teils selbst entwickelt und diese den Teilnehmenden kostenfrei zur Verfügung stellen kann. Die Finanzierung der Organisation und damit verbundenen Aufgaben ist überwiegend staatlich (die Regierung stellt jährlich 2,6 Mio. an Mitteln für die Grundbildung zur Verfügung), wird aber auch durch private und wirtschaftliche Zuwendungsgeber und Projektmittel ergänzt. Eine starke Vernetzung auf politischer Ebene ist dabei das A und O einer erfolgreichen, zukunftsweisenden Zusammenarbeit aller Akteure im Sinne des lebenslangen Lernens.

Mittwoch, 02.04.2025

Halbzeit – Zeit bereits Gehörtes, Gesehenes und Erlebtes zu reflektieren

Wir befinden uns bereits auf halber Strecke unserer Weiterbildungsreise. Bevor wir in Richtung Limerick, an der Westküste Irlands, aufbrechen, treffen wir uns in gemeinsamer Runde für einen größeren Austausch. Man bemerkt recht schnell, dass alle Teilnehmenden voller wertvoller Eindrücke sind. Die ersten beiden Tage waren von den Besuchen bei CASPr, AONTAS und NALA geprägt. Jede der besuchten Organisationen bildet eine wichtige Aufgabe im irischen Bildungssystem. Was allen gemein ist, ist, dass sie die Stimmen der Gesellschaft Irlands und somit der Lernenden repräsentieren und ihnen einen Raum zur Verwirklichung ihrer Bedürfnisse geben. Was bei allen bisherigen Treffen mit den Organisationen hervorsticht, ist der Fokus auf die starke Berücksichtigung der Lernendenbedarfe und dem damit verbundenen intensiven Dialog mit den Lernenden selbst. Learner’s voices und auch Lernbotschafter in Form von Learner stories sind die mit wichtigsten Marketingstrategien, um auf gesellschaftlicher und politischer Ebene neue Bildungsstrategiepläne und -tendenzen vorzustellen bzw. umzusetzen. Die Forschungsarbeit des Landes orientiert sich hierbei an den Stimmen der Lernenden und den evaluierenden Organisationen. Die dadurch erfassten individuellen Lernerfolge des einzelnen Lernenden können auch die geleistete Bildungsarbeit der jeweiligen Organisationen stärker sichtbar machen. Unweigerlich stellten wir einen Vergleich zum deutschen Bildungssystem her. Wir stellen schnell fest, dass sich unsere Teilnehmenden im Grundbildungsbereich eher im Alphalevel 2 befinden. Im Gegenzug wird in Irland bereits verstärkt im Level 3 unterrichtet. Für unseren eigenen Auftrag im Arbeitsalltag nehmen wir mit, den Fokus verstärkt auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zu legen, verstärkt Gespräche und Interaktionen mit den Lernenden selbst zu suchen und eigene Ideen in der Umsetzung zu kreieren. Die konzeptionelle Vorarbeit darf dabei das Selbstvertrauen und die Authentizität der Teilnehmenden in den Learner stories (Lernbotschaften) nicht überschatten. Hier bedarf es einem feinen und sensibilisierten Fingerspitzengefühl, um die Kernbotschaft der Learner stories im Zwischenspiel von Teilnehmenden und Bildungsinstitutionen prägnant hervorzuheben.

„Für unsere Arbeit ist die Erfahrung der Lernenden WICHTIG!“

Des Weiteren haben wir erfahren, dass über öffentlichkeitswirksame Learner-Festivals die Gesellschaft Irlands in einem lockeren und erlebnisreichen Rahmen aufgefordert wird, ihre Bedürfnisse öffentlich kundzutun. Die Teilnehmenden erhalten hier eine weitere Möglichkeit, ihre Stimme für die Bildungszukunft Irlands einzusetzen. Wir tauschen uns bis zur Weiterfahrt nach Limerick weiter intensiv und kritisch miteinander aus und versetzen uns in die Lage des jeweils anderen, um für uns neue Erkenntnisse und Lernerfahrungen noch deutlicher zu machen. Unter anderem diskutieren wir nochmals die Umsetzungsmöglichkeiten von Grundbildungskursen bis hin zu Schulabschlusskursen in JVAs in Mecklenburg-Vorpommern bzw. Schleswig-Holstein. Auch der Family-Learning-Ansatz wird in Irland im Einklang mit einem gesamtheitlichen Bildungskonzept zwischen den Generationen (Eltern-Kind) gefördert. Auf der anschließenden Zugfahrt nach Limerick setzen wir unsere Gespräche fort und lassen uns vom umgebenden Grün der Landschaft inspirieren. Was nehmen wir bisher mit? Begeisterung, Neues auszuprobieren und den Gesamtkontext zwischen Lernenden, Lehrenden und zu vermittelten Inhalten voranzubringen.

„Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“ (Cranberries – Irish rockband, 1993)

Unser ZIEL sollte es daher sein – die Lernenden im BLICK zu behalten und der (Bildungs-) Zukunft der Lernenden eine Stimme zu geben!

Nach dem intensiven Austausch haben wir uns auf den Weg zum Bahnhof gemacht: Auf nach Limerick!

Donnerstag, 03.04.2024: Grundbildungsarbeit in Stadtteilzentren in Limerick bei LCEN (Limerick Community Education Network)

Am Donnerstag haben wir uns in einem Minibus auf den Weg zum Southill Family Resource Center gemacht. Dort erwarteten uns Jim Prior (Southill Manager/LCEN-Mitglied) und Ellen Walsh Kerley (LCEN Development Worker).

Das Limerick Community Education Network (LCEN) fungiert als Dachverband für verschiedene Stadtteilzentren, die eine breite Palette an Beratungs- und Unterstützungsangeboten bereitstellen. Laut Ellen sind diese Zentren „under our umbrella“ vereint. Das Southill Family Resource Center bietet beispielsweise:

• Beratungsdienste: Familienunterstützung, Erwachsenentherapie, Spieltherapie für Kinder, Beratung bei Spielsucht, Community-Gruppen, Bildungsangebote, Gesundheits- und Wohlfühlberatung, Peer-Support, Sozialrechtsberatung, psychische Gesundheits-Unterstützung, u. v. m.

• Zahlreiche kostenlose Kurse und Weiterbildungsmaßnahmen, darunter akkreditierte Kurse auf Niveau 5 (entspricht ungefähr dem mittleren Schulabschluss), die mit Unterstützung des Limerick and Clare Education and Training Board (LCETB) angeboten werden. Diese Qualifikationen erleichtern den Zugang zum Arbeitsmarkt und ermöglichen weiterführende Studien.

Die Auswahl der Kurse orientiert sich sowohl an den Bedürfnissen der potenziellen Teilnehmenden als auch an den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Besonders gefragt sind derzeit Programme in den Bereichen Kinderbetreuung (Childcare) – aufgrund des Fachkräftemangels – sowie Gesundheitswesen (Healthcare), da eine abgeschlossene Qualifikation auf Niveau 5 bessere Jobchancen eröffnet oder den Zugang zu weiterführenden Ausbildungsmöglichkeiten, etwa für den Pflegeberuf, erleichtert.

Weiterhin haben wir die Our Lady of Lourdes Community Services Group, die St. Mary’s Adult Education Group und das Northside Family Resource Center besucht. Ihnen allen ist ein breit gefächertes Beratungs- und Bildungsangebot gemeinsam, das darauf abzielt:

• das Gemeinschaftsleben in sozial benachteiligten Stadtteilen zu stärken,

• einen geschützten Raum für Austausch und Unterstützung zu schaffen,

• Menschen zur Teilnahme an offenen, fast kostenfreien Kursen zu motivieren,

• individuelle Potenziale zu entdecken und zu fördern,

• langfristig das Selbstbewusstsein für weiterführende Bildungswege zu stärken.

Diese Zentren befinden sich in Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Drogenabhängigkeit und sozialen Isolationstendenzen – häufig einhergehend mit einer alarmierenden Suizidrate unter Jugendlichen. Besonders beeindruckend ist die familiäre Atmosphäre, die in allen Einrichtungen spürbar ist. Die Mitarbeitenden setzen auf individuelle Beratung und unterstützen auch Menschen mit niedriger Bildungsqualifikation (Levels 1–4, entsprechen ungefähr Klasse 1-9), einschließlich Alphabetisierungsbedarf.

Ein weiteres wichtiges Instrument zur Bekämpfung von Isolation ist der „Essen auf Rädern“-Service, der Betroffene ermutigt, regelmäßig die Kantine eines Zentrums zum Mittagessen zu besuchen.

Neben spezifischen Bildungsangeboten für Erwachsene gibt es viele Programme, die auf die gesamte Familie ausgerichtet sind. Durch Eltern-Kind-Kurse wie Backworkshops, Kindergartengruppen oder Schülernachmittagsbetreuung wird der Kontakt zu den Eltern gestärkt. Dies ermöglicht es, familiäre Herausforderungen zu erkennen und gezielt Unterstützung anzubieten. Diese Kurse werden als „Türöffner“ für weiterführende Kurse verstanden.

Ein langfristiges Ziel der Zentren ist es, mehrere Generationen innerhalb einer Familie in die Programme zu integrieren. In einigen Fällen werden Absolventinnen von Weiterbildungsmaßnahmen direkt in den Zentren beruflich eingebunden – etwa im Bereich Kinderbetreuung oder durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Selbstständige wie Friseurinnen. Die Community ist in diesem Verständnis mehr als nur ein Angebot an einzelnen Kursen.

Dieses eng verknüpfte Netzwerk aus Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten ist durch eine effektive Zusammenarbeit verschiedener Institutionen und die besonders engagierte Arbeit leidenschaftlicher Mitarbeiter*innen möglich. Den Teilnehmenden werden Hilfestellungen angeboten, die über den Lernkontext hinausgehen und ihnen eine umfangreiche Teilhabe am Bildungsprozess ermöglichen. Dadurch werden diese Zentren nicht nur Orte der Bildung, sondern vor allem Anlaufstellen für Hoffnung und Gemeinschaft. Auffällig ist die Mischung aus „accredited“ und „non-accredited“ Kursen, d.h. Kursen, bei denen ein Abschluss erworben werden kann, und solchen, bei denen das nicht der Fall ist. Die Institutionen nutzen non-accredited Kurse als niederschwelligen Zugang, um in erster Linie Eltern zu erreichen und sie schrittweise in akkreditierte Bildungsangebote zu überführen. Dadurch wird ermöglicht, dass auch ihre Kinder langfristig vom Bildungszugang und den damit einhergehenden Chancen profitieren.

Die hinter den Zentren stehende Idee ist die der Co-Produktion, d.h. dass Mitarbeiter*innen und Bürger*innen gleichermaßen ihre Skills und ihr Wissen der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Betont wurde immer wieder die Zusammenarbeit mit den Lernenden. Das Angebot wird als eine Art Kreislauf verstanden: Zuerst werden (in informeller Form, d.h. durch Gespräche, Austausch etc.) die Bedarfe erhoben, dann wird ein Kurs eingerichtet und durchgeführt und im Anschluss daran werden Rückmeldungen ausgewertet, ob die Kursform verändert bzw. verbessert werden kann.

Ein weiterer Begriff, der immer wieder fiel, ist der des „wrap around model“, d.h., dass alle Hauptakteure in den Lernprozess miteinbezogen werden sollen. Die Lernenden erhalten somit ein ganzes Paket an Maßnahmen, die aufeinander abgestimmt sind.

Ferner verstehen sich die Zentren als Anwälte der Lernenden. Sie sind NGOs, d.h. unabhängig vom Staat.

Es gibt viele Aspekte, die sich von unseren Ansätzen unterscheiden und die eine Überlegung wert wären, ob sie nicht auch bei uns umsetzbar wären: die Familie als Ursprung für Bildungsangebote zu sehen und nicht den einzelnen, und hier insbesondere die Frauen, die Beseitigung institutioneller Hindernisse und die Unterstützung der Lernenden über das einzelne Kursangebot hinaus.

Abgerundet wurde der Tag durch ein gemeinsames Abendessen mit den irischen Kolleginnen und Kollegen, bei dem wir uns in entspannter Atmosphäre über verschiedene Aspekte unserer Arbeit austauschen konnten. Dabei wurde deutlich, wie viele Parallelen unsere Tätigkeitsfelder trotz nationaler Unterschiede aufweisen. Gleichzeitig wurden auch Unterschiede thematisiert, die sich insbesondere durch abweichende politische Strukturen oder gesellschaftliche Gegebenheiten erklären lassen. Diese Unterschiede führten zu einem interessanten Austausch über Herausforderungen, Methoden und Chancen in dem jeweiligen nationalen Kontext.

Neben den fachlichen Konversationen standen auch das persönliche Kennenlernen und der Austausch über die kulturellen Eindrücke im Vordergrund, und es war schön zu sehen, wie aus der Begegnung erste Ideen für einen möglichen Gegenbesuch in Deutschland entstanden.

Der Tag hat nochmal gezeigt, wie wichtig Begegnungen im internationalen Kontext sind – sie fördern nicht nur den fachlichen Austausch, sondern helfen auch dabei, neue Ideen und Perspektiven zu entwickeln. Eine solche Begegnung schafft die Basis für eine langfristige Kooperation.

Freitag, 04.04.2024, Limerick

Am letzten Tag unserer Erasmus+ Fortbildung besuchten wir das College of Further Education & Training in Limerick. Dieses befindet sich in einem alten, herrschaftlichen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das von Einheimischen auch „Red Tech“ genannt wird, weil in dem roten Backsteinbau früher das Limerick Institute of Technology untergebracht war.

Wir wurden von Síle O’Riordan, der Leiterin des Colleges, herzlich empfangen und in einen Konferenzraum mit moderner Einrichtung und Smartboard geführt. Bei einer kurzen Vorstellungsrunde wurden bereits einige Querschnittsstellen und Anknüpfungspunkte zwischen unseren Tätigkeiten sichtbar, die in der späteren Tee- bzw. Kaffeepause zu interessanten Fragen und einem regen Austausch führten. Jede/r war neugierig, etwas über die Arbeitsbereiche des/der Anderen zu hören, um im besten Fall Inspirationen für die eigene Arbeit zu bekommen.

Doch zunächst hatte Síle das Wort und stellte ihre Bildungseinrichtung als ein „Multi-Campus College“ vor, das in Zusammenarbeit mit den regionalen Gemeindezentren an 300 verschiedenen Lernorten Kurse, u.a. aus den Bereichen Grundbildung, Englisch als Fremdsprache, berufliche Weiterbildung oder Jugendbildung anbietet.

Dazu kommen noch beratende Tätigkeiten. Insgesamt werden 10.000 Lernende betreut. Die Mischung von urbaner und ländlicher Bildungsarbeit bringt jeweils ihre ganz speziellen Herausforderungen mit sich, die uns von der eigenen vhs-Arbeit durchaus auch bekannt sind. Dazu gehören u.a. Themen wie Isolation, Erreichbarkeit und (öffentliche) Transportmöglichkeiten im ländlichen Raum. In manchen irischen Städten sind Armut und Drogensucht die Faktoren, durch die der Zugang zur Bildung erschwert wird. 

Die Bildungsarbeit folgt einer ganzheitlichen Strategie, die Síle als „wrap around service“ bezeichnete und setzt nicht nur eine enge Zusammenarbeit mit den Community Centern vor Ort voraus, sondern auch, dass sich die Mitarbeitenden in den Centern direkt mit den Teilnehmenden über deren Bedarfe unterhalten, um möglichst passgenau deren Weiterbildungswünsche zu erfüllen. Hervorgehoben wurde von den Gastgebern in diesem Fall das St. Marys Community Centre, welches wir am vergangenen Tag besuchen durften und welches zwar klein, aber stark frequentiert ist. Als nächstes informierten uns Mitarbeitende von Síle über die verschiedenen Kurse, die in dem Campus des Red Tech angeboten werden.

So berichtete uns Sean O‘ Carroll über das „Youth Provision“ und das „Youth Reach“-Programm. Hierbei haben Schulabbrecher die Möglichkeit, ihren Abschluss nachzuholen. Im Unterschied zu Deutschland können die Schüler bereits mit 16 Jahren daran teilnehmen. Diese zweite Chance erhalten auch verurteilte junge Straftäter, die bereits im Gefängnis sitzen, oder Jugendliche, die zumindest mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Ähnlich wie in Deutschland haben auch unsere irischen Kolleg*innen festgestellt, dass die Teilnehmenden ihrer Kurse immer mehr psychische Probleme haben, mit Autismus oder mit Depressionen leben oder Suizidgedanken haben, worauf in den Kursen reagiert werden muss. Meist helfen – wie bei uns – Kooperationen mit externen Fachkräften. Teils ist es jedoch schwierig, stets den komplexen Bedürfnissen der Teilnehmenden gerecht zu werden. Die Kurse werden in der Stadt sowie in vielen kleineren Orten im Limerick County angeboten. Dabei ist eine weitere Herausforderung die Zahl der Kursinteressierten. Häufig können Sean und seine Kolleg*innen die hohe Nachfrage nicht bewältigen. Selbst in den kleinen Kursorten kommen oft bis zu 12 Teilnehmende zusammen.

Im Anschluss an Sean sprach Geraldine über ihre Grundbildungskurse, wobei 50 % der Teilnehmenden Zugewanderte sind. Die Teilnehmenden dieser Kurse bewegen sich dabei auf dem „Education Level“ 1-3. Neben den reinen Alphabetisierungskursen werden auch themen-basierte Grundbildungskurse wie Kochen, Gartenbau oder Kunst angeboten. Diese nicht abschlussbezogenen bzw. nicht akkreditierten Kurse sind gute Einsteigerkurse für Erstlernende, die sich (wieder) an ein formelles Lernen gewöhnen oder erst einmal Selbst-vertrauen aufbauen müssen – „learn to learn“ ist die Devise. Besonders für Zugewanderte sind diese Kurse ein guter Einstieg. Für alle Kursinteressierten haben Geraldine und ihre Kolleg:innen eine Art Einstufungstest entwickelt. „Very effective!“, hieß es von ihr, was natürlich unsere Neugier geweckt hat und wir hoffen sehr, den Test noch zugesandt zu bekommen. Grund für das Einsetzen des Tests ist, dass jeder Mensch nicht nur sehr unterschiedliche Vorkenntnisse in Wort und Schrift, sondern auch ganz verschiedene Lernerfahrungen gemacht hat. Dazu kommen dann noch mögliche (ggf. bisher nicht festgestellte) Lernbehinderungen oder durch Erkrankungen bzw. Drogenkonsum ausgelöste Lernbeeinträchtigungen. Für die Durchführung dieser Tests ist deshalb auch eine hohe Sensibilität und besondere Mitarbeiterschulung nötig.

Wenn Teilnehmende die Grundbildungskurse der Level 1-3 erfolgreich absolviert haben, wird ihnen die Möglichkeit geboten, Kurse auf dem Level 4 bis 6 am College zu besuchen. Darüber gab Adèle Auskunft. Es handelt sich dabei z.B. um berufliche Fortbildungskurse für Menschen aus dem Einzelhandel, die sich für Beförderungen spezialisieren möchten. Es werden ebenfalls Kurse im Bereich Gesundheitswesen oder Kinderbetreuung für Teilnehmende angeboten, die einen Berufswechsel anstreben. Diese Kurse sind sehr praxisnah orientiert. Ziel ist es, die Teilnehmenden mit Hilfe dieser Kurse direkt in Arbeit zu bringen. Für Zugewanderte ist eine Teilnahme an dieser Art Kurse erst möglich, wenn sie eine Aufenthaltserlaubnis haben.

Tom Kent, der Regionalkoordinator für Alphabetisierung, rundete Adèles Vortrag mit allgemeinen Informationen zum Stand der Grundbildung in Irland und den sich wandelnden Grundbildungsbedürfnissen ab. Wie auch in Deutschland sind es heute viel mehr Lebensbereiche, für die Lese- und Schreibfähigkeiten sowie Mathematikkenntnisse essenziell sind. Dazu kommen noch digitale oder Medien-Kompetenzen.

Während des Austausches in der Tee/Kaffeepause wurde sehr deutlich, dass unsere irischen Kolleg*innen mit ähnlichen Herausforderungen in der Bildungsarbeit zu kämpfen haben wie wir: Wie können wir Teilnehmende gewinnen, die aus den sogenannten bildungsfernen Schichten kommen oder Bildung bzw. Bildungseinrichtungen aufgrund negativer Schulerfahrungen sehr kritisch gegenüberstehen? Die „family learning courses“, die in Irland angeboten werden, sind dafür ein guter Ansatz.

Weitere gemeinsame Fragen waren: Sind Kurse/Kursleitende in der jeweiligen Region verfügbar? Gibt es genug Gelder für die Durchführung der Kurse?

Nach der Pause gab es noch ein gelungenes Praxisbeispiel für einen kreativen Grundbildungskurs von Paddy O’Connor. Er leitet bereits im dritten Jahr in Folge ein Creative Arts Studio, in dem Teilzeitkurse zum Thema Drehbuchschreiben, Kostümdesign, Videoschnitt, Songwriting o. Ä. angeboten werden. Mit Begeisterung hat er uns Filmplakate seiner Teilnehmenden und Fotos vom Kursgeschehen gezeigt.

Das Interessante an der Arbeit in Hinsicht auf unsere Tätigkeit ist, dass auch in einen Medienkurs Grundbildungsinhalte einfließen können, die Teilnehmenden Selbstvertrauen beim Lernen bekommen und gleichzeitig ihre Fähigkeiten im Lesen und Schreiben verbessern. Im zweiten Teil des Kurses können sie sogar ein Level 2 erreichen und dafür ein Zertifikat bekommen.

Zum Schluss berichtete Emma Maher, eine Bildungs- oder Berufsberaterin, von ihrer Arbeit im Projekt STEAM (Science, Technology, Engineering, Art, Maths) und stellte die Übung „What lights you up?“ vor. Sie geht damit in Schulen und hilft Schüler*innen oder auch deren Eltern, die eigene Persönlichkeit besser kennenzulernen, Interessen, Leidenschaften, Fähigkeiten und Begabungen herauszuarbeiten sowie evtl. verborgene Talente zu entdecken. Es geht darum, was den Einzelnen ausmacht, welche Talente und Fähigkeiten er/sie hat oder wo seine/ihre Leidenschaft liegt. Das Ziel ist, die Schüler*innen im Hinblick auf eine Ausbildung nach der Schule oder auf die Studien- oder Berufswahl zu sensibilisieren. Den einleitenden Teil der Übung haben wir gemeinsam mit Emma absolviert. Schon dieses kurze Praxisbeispiel war sehr mitreißend und motivierte uns, über uns selbst und unsere Fähigkeiten nachzudenken.

Insgesamt hat uns dieser Tag am College of Further Education & Training einen guten Einblick in die Arbeit der Mitarbeitenden und die Vielseitigkeit der Kursangebote gegeben. Die irischen Kolleg*innen waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen und auch sehr interessiert an unserer Arbeit. Dies lässt hoffen, dass wir uns auch in Zukunft austauschen werden.

Egzona Alija, Cornelia Bade, Donatella Capriz, Ascan Dieffenbach, Antje Findeisen, Dana Kaminski, Sabine Karwath, Katrin Gellermann, Adrienne Rausch, Christine Voigt

The Best Digital Tools for Language Teachers, Dublin

von D. Lausen

Bericht über meine Erasmus-Reise
Wo: Dublin, Ireland, Teacher Academy
Wann: 07.07.-14.07.2024
Thema: The best digital tools for language teachers

Einleitung: Vom 07.07.2024 bis 14.07.2024 hatte ich die Gelegenheit, an einer einwöchigen Erasmus-Reise zur Teacher Academy in Irland teilzunehmen. Das Thema der Reise war “Digitalisierung für Fremdsprachenunterricht”. Diese Erfahrung war nicht nur lehrreich, sondern auch inspirierend und hat mir viele neue Perspektiven eröffnet.

Hintergrund/Motivation: Vor der Reise habe ich keine digitalen Instrumente in meinem Unterricht eingesetzt. Ich unterrichte Englisch und Deutsch in BAMF-Kursen seit 15 Jahren. Meine Motivation für die Reise war die Vielfalt der Instrumente kennenzulernen und ein paar für meinen Unterricht und meine Zielgruppen auszusuchen, und die ersten Erfahrungen in einem geschützten Raum damit zu machen. Kurz vor meiner Reise haben wir beschlossen, einen Azubi-DeuFöV-Kurs ab September im hybriden Format durchführen zu wollen. Aus der Sicht war die Fortbildung zeitlich und inhaltlich genau richtig.

Reiseverlauf: Während der Woche diskutierten wir den Einsatz verschiedener Apps und Tools im Unterricht und probierten diese aus. Die Themen reichten von der Nutzung interaktiver Whiteboards bis hin zum Einsatz der KI-Instrumente im Fremdsprachenunterricht.

Meine Highlights der Woche:

  • Padlet: sehr gut geeignet für die Erstellung eines digitalen Portfolios für einen Kurs.
  • Edpuzzle: mit Edpuzzle habe ich ein Video über Dublin für meinen Englischkurs erstellt, mit Aufgaben wie Multiple Choice und offene Fragen. Mit meinem Kurs fahre ich Ende November noch mal nach Dublin. Mit dem Video können meine Teilnehmenden bereits vor der Reise die ersten Eindrücke über Dublin sammeln und planen, was sie dort sehen wollen.
  • Let’s go noodles: gut für Warm-Ups, viele lustige interaktive Übungen.
  • Symbaloo: sehr gut für die Erstellung und die Verfolgung von Lernwegen und Entwicklungen, gut geeignet für Ferienaufgaben.
  • Geoguesser: man kann einen Standort in der Welt aussuchen und dahin zoomen, um einen virtuellen Spaziergang dort zu unternehmen. Im Integrationskurs könnte man seine Heimat den anderen zeigen oder raten und argumentieren, wo man gerade ist.
  • Perplexity und Chat GPT: fürs Entwickeln von Diskussionsfragen in Fortgeschrittenenkursen.
  • Mentimeter: für Meinungsumfragen im Unterricht und Diskussionen
  • Twee: sehr gut für Tedtalk Videos geeignet, damit können Aufgaben zum Video und Diskussionsfragen erstellt werden.

Kulturelle Exkursionen: Neben den akademischen Aktivitäten hatten wir auch die Gelegenheit, die irische Kultur und Geschichte zu erkunden, was die Reise noch bereichernder machte.

Erfahrungen und Erkenntnisse: Die Reise hat mir gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung in der modernen Bildung ist. Ich habe viele praktische Tipps und Strategien gelernt, die ich in meinem eigenen Unterricht anwenden kann. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der digitalen Werkzeuge und deren Potenzial, den Unterricht interaktiver und ansprechender zu gestalten. Ein großer Vorteil vom Nutzen der digitalen Tools ist die Zeitersparnis in der Vor- und Nachbereitung.
Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mein Englisch aufzufrischen. Was ich besonders bei solchen Fortbildungen mag, ist der Einsatz der für mich unbekannten Unterrichtsmethoden (Diskussionsmethoden, Gruppenmethoden), die ich auch gern mitnehme und in meinem Unterricht einsetzte. Besonders gut daran ist es, dass ich diese Methoden aus der Sicht einer Teilnehmerin erfahre und deren Wirkung auf Teilnehmenden als Kursleiterin besser verstehen kann.

Fazit: Die Erasmus-Reise zur Teacher Academy in Irland war eine wertvolle Erfahrung, die meinen Horizont erweitert und mir neue Ideen für die Integration digitaler Technologien in den Unterricht gegeben hat. Ich freue mich darauf, das Gelernte in meiner VHS umzusetzen und meinen Teilnehmer*innen eine moderne und innovative Lernumgebung zu bieten.

Tagebuch meiner Reise:

Am 07.07.2024 bin ich mit dem Flugzeug in Dublin angekommen.
1. Tag: Am 08.07.2024 startete der Kurs an der Teacher Academy. Das Thema des Seminars lautet Digital tools for language teachers. Heute ging es vorerst um folgende Themen:
-> einander kennenlernen (Methoden: Fragekarten und Partnerinterview)
-> individuelle Ziele fürs Seminar festlegen (Methode: a poll with padlet)
-> die App Padlet kennenlernen und selbst ausprobieren

Außerdem hat unsere Seminarleitung Sarajane Doogan uns viele Tipps gegeben, was man in Dublin gesehen haben muss.
Am Ende des Tages fand eine internationale Food Messe statt. Man konnte verschiedene Spezialitäten aus den Ländern der Teilnehmenden probieren.

2. Tag: Den zweiten Tag hat der Trainer Robert Schwamborn übernommen und wir haben uns mit verschiedenen Apps und Tools beschäftigt:
-> Warm-Ups and funny activities: noodles.com
-> Dokumentation von Unterrichtsplänen, Hospitationen etc.: Onenote.com, evernote, screencast-o-matic.com
-> Verfolgen von Lernfortschritten und Erstellen von Hausaufgaben: symboloo
-> Integration von Videos und Erstellung von Aufgaben für Videos: edpuzzle
-> Erstellen von eigenen Zeitschriften: fodey.com

In der 2. Tageshälfte haben wir uns mit der Kreativität beschäftigt. Es ging um verschiedene Phasen des Prozesses und darum, welche mit speziellen digitalen Tools unterstützt werden können. Der kreative Prozess erfordert viel Sammeln von Informationen und deren Sortierung und Aufbewahrung. In dem Zusammenhang haben wir folgende Apps angeschaut: Onenote, mind maps.
Am Nachmittag hatten wir Zeit, die Stadt zu erkunden. Mit ein paar Teilnehmenden aus meiner Gruppe habe ich Trinity College und das Haus von Oskar Wild besucht.
Das war ein ereignisvoller und schöner Tag, der leider, typisch für Ireland, sehr regnerisch war.

 

3. Tag: Am 10.07.2024 ging es dann weiter mit Trainer Mark McGuigan.
Folgende Apps haben wir ausprobiert:
-> App für Warm-Up: Random Name Selector
-> App für die Kontrolle und Bewertung der Aufgaben im Unterrichtsraum: plickers

Wir haben über den Einsatz der KI im Unterricht gesprochen. Viele Kolleginnen haben die Sorge, dass wir Lehrer*innen bald durch die KI ersetzt werden. Mark hat uns zu Perspektivenwechsel angeregt. Es wird uns nicht ersetzen, wir benutzen es. Es kann unseren Job erleichtern, insbesondere bei der Unterrichtsvorbereitung und in den Situationen, wo wir als Lehrer nicht physisch da sein können. An diesem Vormittag haben wir ChatGPT und Perplexity ausprobiert. Das sind zwei gute Instrumente zum Erstellen von Fragen und Diskussionsinhalten.
Eine andere ganz sinnvolle und in der Handhabung einfache App ist Mentimeter. Damit können Präsentationen erstellt werden und Meinungsumfragen durchgeführt und visuell für alle dargestellt werden.
Am Nachmittag haben wir uns Tools für die Wortschatzarbeit und das Sprechen angeschaut: worldwall.net, wordle.de/ mywordle (hier kann man eigenen Wordle erstellen), contexto, baamboozle, jeopardylabs, Heylama.

Am Nachmittag sind wir mit dem Zug zu den Kliffen nach Howth gefahren. Die Fahrt dauerte 30 Minuten. Das war eine wunderschöne Wanderung.

 

4. Tag: Am 11.07. haben wir weitere digitale Instrumente besprochen:
-> Erstellen von Aufgaben zu Videos auf TedTalk und youtube: twee
-> Sprachtraining mit einem digitalen Sprechpartner: piai
-> Apps zum Erstellen von Bildern: Dala 3 und Copilot und
-> Tools zum Lernen mit Musik: lyricstraining, suno, PSSI.
Außerdem haben wir uns mit der Ethik vom KI-Einsatz auseinandergesetzt.

Am Nachmittag haben wir den Auftrag bekommen, in kleinen Gruppen eine Unterrichtseinheit für unsere Zielgruppe mit Einsatz von den digitalen Instrumenten zu planen. Die Präsentation war für den Freitag geplant.

Nach dem Kurs ging es zum Tanzen: Wir haben einen Einführungsworkshop in Irish Dance bekommen. Das war sehr unterhaltsam.
Anschließend waren wir bei der National Gallery und haben in dem ältesten Bookshop von Dublin Hodges Figgis geshoppt. Den Abend haben wir gemütlich in einem Pub ausklingen lassen.

5. Tag: Am letzten Kurstag haben wir unsere Unterrichtsentwürfe vorgestellt.
Anschließend haben die Zertifikate bekommen. Am Nachmittag haben wir einen Ausflug nach Powerscourt Garden unternommen.

6. Tag: An diesem Tag hatten wir Zeit zu unserer Verfügung für kulturelle Aktivitäten. Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben ein Bier in dem Temple Bar getrunken. Am Abend haben wir uns alle getroffen, um den letzten Abend gemeinsam zu verbringen.

Embodied Language Teaching: Add Movement to Your Classroom, Dublin

von G. Schindler

16.-21. Oktober 2023

Europass Teacher Academy Dublin

Ankunft

Ich habe mich entschieden, mit Ryanair von Billund, Dänemark, einen Tag vor dem Kurs nach Dublin zu fliegen. Sie boten den besten Preis. Außerdem schien es logisch zu sein, auf diese Weise zu fliegen. Ryanair ist ein irisches Unternehmen mit einer Harfe im Logo.

Dublin liegt eine Stunde hinter Deutschland. Ich kam um Mitternacht an und wurde zu meiner Erleichterung von einem Taxifahrer empfangen, der vom Hotel Fitzwilliam Townhall organisiert worden war, das in einem historischen Gebäude im georgianischen Stil untergebracht ist. Wenn man zum ersten Mal in Dublin ist, braucht man ein oder zwei Tage, um sich an die linke Fahrspur zu gewöhnen (um genau zu sein, an das Überqueren der Straße – ich habe mich nicht getraut zu fahren) und an den Adapterstecker, um sein Handy aufzuladen. Übrigens kann man am Flughafen einen Adapter kaufen.

Hotel Fitzwilliam Townhall

Montag, 16. Oktober

Der erste Kurstag ist immer aufregend, und dieser Tag in der Europass Teacher Academy Dublin ist keine Ausnahme. Neue Gesichter, verschiedene Nationalitäten, eine Vorstellungsrunde und die Spiele zum Eisbrechen. Außerdem wird uns die Liste der Sehenswürdigkeiten in Dublin präsentiert. Zu meiner Überraschung sind viele Museen kostenlos und wirklich einen Besuch wert. Ich nenne nur einige von ihnen: National Gallery, Chester Beatty Museum, Trinity College. Um sich in der Stadt zu bewegen, empfiehlt es sich, eine Leap Card für Busse, Straßenbahnen und Züge zu kaufen. Ich ziehe es vor, zu Fuß zu gehen, da mein Hotel in Laufnähe zur Teacher Academy und zu den meisten Sehenswürdigkeiten liegt.

Ich bin in einer Gruppe mit einer Englischlehrerin aus Simbabwe, die in Kroatien lebt, und einer Englischlehrerin aus Kiel. Nur drei Teilnehmerinnen. Sie wollten den Kurs absagen, aber weil es ein neuer Kurs ist, wurde grünes Licht dafür gegeben. Wir sind sehr dankbar dafür.

Unsere Dozentin Miriam Stewart hat heute 2 Aktivitäten für uns: Sprachporträt und Theaterspiele zum Beispiel: Schal. Wir stellen Hans und Gretel mit Hilfe des Schals und ohne Worte dar und die andere Gruppe, oder in unserem Fall eine Dozentin, erzählt die Geschichte. Was für eine wunderbare Idee, eine Sprache zu lehren. Wir erfahren, dass Sprache eine körperliche Fähigkeit ist – Stimme und Körper sind beim Spracherwerb extrem wichtig. Je mehr wir uns bewegen und unser Muskelgedächtnis aktivieren, desto besser.

Theaterspiel: Schal 1

Theaterspiel: Halstuch 2

Am Nachmittag treffen wir uns in der Halle der Akademie zur Food Fair, um Lebensmittel aus unseren Ländern zu präsentieren.

Der meistbesuchte Stand ist natürlich Irland. Der Teller mit Scones (ein kleiner ungesüßter oder leicht gesüßter Kuchen aus Mehl, Fett und Milch, manchmal mit Obst) leert sich sehr schnell.

Food Fair

Scones

Danach besuche ich die National Gallery, wo ich neben Gustav Klimt auch ein Bild der deutschen Künstlerin Hannah Höch mit dem Titel „Duft“ finde. Sie stammt aus Berlin und wurde von den Nazis als „degenerierte“ Künstlerin eingestuft.

Hannah Höchs Bild „Duft“ (1937)

Nachdem ich etwa 2 Stunden in der National Gallery verbracht habe, fühle ich mich hungrig und schließe mich einer Gruppe von Lehrern in einem der berühmtesten Restaurants in Dublin an, „The Church“ (es war früher eine Kirche), in dem es verschiedene irische Biere einschließlich Guinness, ausgezeichnetes Essen und traditionelle irische Musik und Tanz gibt. Eine tolle Wahl und ein toller Abschluss des 1. Tages.

Restaurant The Church

Dienstag, 17. Oktober

Mein Tag beginnt mit einem Sandwich und Rührei im örtlichen Café. Der Himmel ist grau, aber es regnet nicht. Ein perfekter Tag, um zu lernen, wie man die englische Aussprache mit Bewegung vermitteln kann.

Indem wir einatmen und die Arme heben, zeigen wir, wie viel Energie und Vitalität wir haben. Genug, um mit einem Lächeln im Gesicht vorwärts zu gehen. Die englische Aussprache zu beherrschen ist nicht einfach, besonders, weil es so viele Dialekte und Akzente auf der Welt gibt. Das Gute daran ist, dass wir sie nicht zu kopieren brauchen. Es wird vorgeschlagen, ein Bewusstsein für den Klang zu entwickeln, indem wir ihn sehen, hören und fühlen. Es ist wichtig, unseren eigenen authentischen Klang im Englischen zu finden, und der ist wahrscheinlich eine Mischung aus unserer Muttersprache und der Zielsprache. Eine der besten bewusstseinsbildenden Aktivitäten sind Tongue Twisters -Zungenbrecher. Es ist eine Phrase oder ein Satz, der normalerweise keine Bedeutung hat, aber er bewegt den Gesichtsmuskel auf englische Art.

Das Spiel Conductor hilft uns, uns der Melodie, des Rhythmus, der Geschwindigkeit und der Tonhöhe von Wörtern und Sätzen bewusst zu werden. Die Teile des Sprachunterrichts, die oft vernachlässigt oder als nicht so wichtig angesehen werden, werden plötzlich geschätzt und gewürdigt. Es gibt einige Laute im Englischen, die Lernende in Deutschland verwirren, wie zum Beispiel „th“. Warum lernen wir sie nicht mit Spielen wie Sound Stories? Wir wählen zum Beispiel zwei Laute aus – „a“ und „o“ – und gestalten einen Dialog nur mit diesen beiden Lauten. Es klingt ein bisschen verrückt, aber es funktioniert.

Es ist auch wichtig, dass die Lernenden so viel wie möglich involviert werden. Das nennt man autonomes Lernen. Die Fortgeschrittenen können auch ihre eigenen Aktivitäten kreieren.

Am Ende ist es wichtig, wie Miriam sagt, dass alle Fehler erwartet, respektiert, kontrolliert und korrigiert werden.

Am Nachmittag genießen wir eine von der Schule organisierte und von Sinead geleitete kostenlose Stadtrundfahrt. Neben dem Dublin Castle, der St. Patrick’s Cathedral und Temple Bar besuchen wir auch die Statue von Oscar Wilde. Irland kann auf viele weltberühmte Schriftsteller wie James Joyce, George Bernard Shaw, Samuel Beckett, William Butler Yeats usw. stolz sein.

Foto von mir und Oscar Wilde Statue

Mittwoch, 18. Oktober

Heute ist ein sehr kreativer Tag – wir entdecken den Selbstausdruck in einer Fremdsprache. Wir beginnen mit einem Toning in Form einer ABC-Zentrierung. A steht für „Achtsamkeit“, B steht für „Atem und Gleichgewicht“ und C steht für „Wahl zwischen Entspannung und Energie“.

Musik ist ein guter Freund aller Aktivitäten, die wir durchführen. Sie sorgt für die richtige Stimmung und Atmosphäre.

Intonation und Rhythmus werden erforscht, indem wir einen Satz auf Englisch sagen und gehen und später in anderen Sprachen vergleichen, z.B. Englisch mit Deutsch, Russisch, Spanisch, Afrikaans – Rhythmus der Sprache. Probieren Sie es selbst aus. Gehen Sie im Rhythmus von „I feel happy today“. Die Intonation ist kulturell, aber auch persönlich. Es ist erlaubt, emotional und spielerisch zu sein. Sie erweist sich als einer der Grundsteine des Embodied Learning – verkörperten Sprachenlernens.

Wussten Sie übrigens, dass es möglich ist, uns mit nur einem Wort auszudrücken z.B. Banane. Wenn man es zweimal sagt und einen Gesichtsausdruck, eine Emotion und Körpersprache hinzufügt, kann man verschiedene Emotionen zeigen. Unglaublich.

Der Höhepunkt des Tages ist das Erstellen meines eigenen Gedichts – Patchwork Poem – indem ich Wörter und Sätze aus Gedichten nehme, die uns die Lehrerin gegeben hat. Danach lese ich mein Gedicht vor der Klasse vor. Das bin ich in einer anderen Sprache – Intonation, Melodie, Aussprache, Körpersprache, Emotionen.

Am Abend bringt uns John Davis traditionellen irischen Tanz bei. Er wird von der Akademie organisiert. Was für eine Freude!

Irischer Tanz mit John Davis

Donnerstag, 19. Oktober

Grammatik kann Spaß machen, wenn man sie mit der Methode des verkörperten Englisch lernt. Ohne Buch. Themen: Modalwörter, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, usw. werden gestikuliert, gehandelt, gefühlt und gezeigt.

Der Grammatik-Workshop ist eine Aktivität, bei der eine Gruppe von Menschen die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von jemandem zeigt. Später diskutieren wir darüber, was gezeigt wurde und wie wir uns bei dieser Aktivität gefühlt haben.

Am Ende wurde Grammatik zu einer sehr emotionalen Erfahrung und blieb mir definitiv besser in Erinnerung als das Lesen und Auswendiglernen von Grammatikregeln aus einem Buch.

Dann haben wir eine eigene Aktivität zum Unterrichten von Pronomen entwickelt. Eine Herausforderung, aber ein mögliches und angenehmes Lernen.

Grammatik Workshop – Modalverben lernen

Freitag, 20. Oktober

Der letzte Tag ist immer traurig, zumindest für mich. Der Regentag verstärkt meine Gefühle. Aber das Thema des heutigen Tages: Improvisation muntert mich auf. Was kann man durch Improvisation lernen? Auf jeden Fall Kommunikation, aber auch Schreiben, Grammatik, z.B. die Wortstellung im Satz.

Wir versinken in solchen Aktivitäten wie „Tell me about…“, „Let’s go to the beach“, „Remember, when we went to Vegas“.

Besonders hervorheben möchte ich die Wirkung des Spiels „Once upon a time“. Jeder der Spieler fügt spontan ein Wort an das vorherige Wort an und bildet so einen Satz. Am Ende erhalten wir eine Geschichte mit Anfang und Ende.

Die letzte Aufgabe besteht darin, sich eine eigene Unterrichtsstunde mit den Aktivitäten der Woche auszudenken. Im Anschluss daran erhalten wir ein Zertifikat, Feedback und reflektieren die besten Momente der Woche. Der bemerkenswerteste Moment der Woche war, mein authentisches Selbst in Englisch durch Embodied English zu finden.

Ich habe eine Menge gelernt. Alle Ideen des verkörperten Englischlernens sind es wert, in VHS-Kurse integriert zu werden. Außerdem bin ich bereit, anderen Sprachlehrern der VHS zu erzählen, wie man Bewegung in den Unterricht einbauen kann. Sie gibt Energie und macht die Sprachreisen angenehmer.

Mein Tag endet mit einem Besuch im Gaiety Theatre, wo das Stück „Hangmen“ von Martin McDonagh gezeigt wird – eine Black Comedy – düstere Komödie mit viel Slang im Stil von Monty Python.

Plakat „Hangmen“

Saal des Gaiety Theatres

Samstag, 21. Oktober

Ein Tagesausflug nach Glendalough und Russborough, organisiert von der Akademie.

Es ist eine einstündige Fahrt in die ländliche Umgebung Irlands, um die Natur und das kulturelle Erbe Irlands zu genießen. Unglaublich, wie viele Grünschattierungen die Natur Irlands hat!

Irlands Landschaft durch das Busfenster

Glendalough – Klosterstadt

Bäume in Glendalough

Bibliothek im Kunstmuseum Russborough

Pub Searsons – Verabschiedung mit Kolleginnen aus Italien, Kroatien und Estland

Tschüss, tschüss Dublin! Eine so kulturreiche Stadt! Ich werde die Dubliner, meine neuen Freunde und Kollegen aus anderen Ländern vermissen. Dublin ist definitiv ein Ort, den man besuchen, erleben und wiederkommen sollte.

 

 

Sustainability and Environment in Education

31.7.-5.8. 2023 in Dublin, Irland

von R.L.

Sonntag, 30.07.2023 – Anreisetag

Mein Flug nach Dublin startet um 10 Uhr in Hamburg. Der Flughafen ist nicht so voll, wie ich befürchtet habe, die Sicherheitskontrollen bringe ich schnell hinter mich und habe vor dem zweistündigen Direktflug noch Zeit für einen Kaffee. Wir kommen pünktlich um kurz nach 11 Uhr in Dublin an, es gibt eine Zeitverschiebung von einer Stunde.
Man kann über die Atlas School, bei der ich den Kurs besuche, Zimmer in einer schuleigenen Residence buchen. Da ich mich eher kurzfristig für diesen Kurs angemeldet hatte, gab es aber nur noch Zimmer ohne eigenes Bad, daher entschied ich mich für eine andere Unterkunft. Ich habe ein Zimmer im Studentenwohnheim des Trinity College gebucht. Bei der Ankunft bin ich überrascht, dass die Zimmer im Vergleich zu anderen Wohnheimzimmern, die ich auf den Britischen Inseln gesehen habe, recht komfortabel sind. Allerdings sind sie auch teuer – wie alles in Dublin. Die Lebenshaltungskosten in dieser Stadt sind sehr hoch.
Ich lasse mein Gepäck im Zimmer und erkunde den Weg zur Atlas Language School, laut Google sind es 2,4 km. Unterwegs sehe ich viele Dublinbikes, ein Radleihsystem vergleichbar mit unseren Stadträdern. Zurück im Zimmer öffne ich einen Account bei Dublinbikes und lade mir die App herunter, ich werde mit dem Rad zum Kursort fahren.


Montag, 31. Juli 2023

Das Programm beginnt um 9 Uhr, wir sollen zur Einführung zehn Minuten vorher da sein. Ich habe in der Nähe meines Zimmers eine Fahrradstation gefunden und mache mich auf den Weg. Mit dem Linksverkehr kann ich mich anfreunden aber den Verkehr der Stadt empfinde ich insgesamt als recht chaotisch und anstrengend. Dubliner Fußgänger halten beispielsweise grundsätzlich nicht an roten Ampeln, wer anhält, wird sofort als Tourist identifiziert.
Die Atlas Language School liegt in Portobello, einer sehr beliebten Wohngegend, direkt am Old Canal. Es ist ein altes, schönes Gebäude. In der Eingangshalle drängen sich Teilnehmende aus zwei Erasmus+ Lehrerprogrammen und unzählige Schüler im Teenageralter aus allgemeinen Sprachkursen, die auch heute starten. Kurz darauf sind alle auf ihre Gruppen verteilt, ich gehe mit neun weiteren Teilnehmenden und unserer Kursleiterin Ali O´Brien in unseren Raum.
In meiner Gruppe sind zwei Lehrerinnen aus der Slowakei, eine aus Polen, eine aus Ungarn, vier aus Italien und ein Lehrer aus Spanien. Sie unterrichten alle an weiterführenden Schulen. Vier von ihnen sind Englischlehrerinnen, die anderen unterrichten Geografie, Geschichte, Architektur und technische bzw. naturwissenschaftliche Fächer. Unterrichtssprache ist Englisch. Die Sprachkenntnisse der Teilnehmenden sind sehr unterschiedlich, man kann sich aber mit allen gut austauschen. Einige von ihnen werden zwei Wochen bleiben, die meisten sind wie ich nur für eine Woche da.
Ali ist eine erfahrene Lehrerin, sie kommt ursprünglich aus Belfast, lebt jetzt aber in Dublin. Wir werden im Unterricht Google Classroom benutzen, Ali versucht, auf Papier zu verzichten. Der Raum ist mit einem Smartboard ausgestattet, wir sind vorher alle gebeten worden, ein Tablet oder einen Laptop mitzubringen.
Zu Beginn interviewen wir alle unsere Sitznachbarn und stellen sie kurz vor, dann beginnt das Programm. Jeder Kurstag ist in zwei Vormittagslernblöcke aufgeteilt, nachmittags gibt es Angebote, bei denen die Teilnahme freiwillig ist.
Erstes Vormittagsthema ist „Sustainability in the ELT Classroom“.
Wir versuchen, den Begriff genauer zu definieren, stellen Fragen dazu. Fotos mit einfachen Gegenständen, z.B. verschiedenfarbige Buntstifte werden genutzt, um Diskussionsstarter zum Thema Nachhaltigkeit zu finden. Wir überlegen, wie man deklaratives, prozedurales und konditionales Wissen der Lernenden durch gezieltes Fragen abrufen kann. Wir sprechen auch sehr ausführlich über die 17 UN Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Im zweiten Unterrichtsblock geht es um Dublin: Parks, Plätze, öffentlicher Raum – Wer hat Zugang zu welchen Anlagen? In Dublin waren traditionell die meisten Parks verschlossen und nur für die privilegierte Gruppe der „Schlüsselinhaber“ nutzbar. Einer der kleinen Parks ist immer noch für die Öffentlichkeit gesperrt. In Gruppen wählen wir je einen Park aus und sammeln Informationen über Geschichte, Besonderheiten, mögliche Aktivitäten etc.
Nachmittags treffen wir uns zu einem Stadtrundgang. Der Stadtrundgang ist ein kursübergreifendes Angebot, es gibt sehr viele Teilnehmende. Ich beende ihn zusammen mit einigen anderen aus meiner Gruppe in einem Pub.

Lernergebnis Tag 1:
– Wiederholung von Begrifflichkeiten
– Besprechung der SDGs
– Einblicke in die Struktur der Grünanlagen in Dublin, Austausch mit
anderen Teilnehmenden über die Situation in ihren Herkunftsländern

Dienstag, 1. August 2023

Heute probiere ich einen anderen Weg mit dem Fahrrad zur Schule. Ich fahre am Old Canal entlang, hier sind trotz regnerischen Wetters viele Radfahrer unterwegs. Es ist ein schöner Weg.

Erstes Vormittagsthema: „Alternative Approaches to Lesson Design. Project-Based Learning”
Wir überlegen, wie man Projekte im Unterricht umsetzen kann. Einzelne mögliche Stationen einer einwöchigen Projektidee werden durchgespielt. Wir diskutieren ein Bewertungsschema für die Ergebnisse von Projektarbeit.

Zweiter Unterrichtsblock: A Green Analysis
In Kleingruppen wählen wir ein Thema in der Sprachschule oder der direkten Umgebung, um es auf Nachhaltigkeit zu untersuchen.
Thema meiner Gruppe sind die Dublinbikes. Direkt neben der Schule ist eine Station. Wir sehen uns an, wie das System funktioniert, welche Bereiche der Stadt abgedeckt sind, wie die Anbindung an andere öffentliche Verkehrsmittel funktioniert. Anschließend interviewen wir einige Nutzer der Dublinbikes und fragen unter anderem, ob sie die Räder ganzjährig nutzen, ob es für sie ein Ersatz für das Auto ist etc. Wir machen kurze Videos mit den Interviews.

Die anderen Gruppen haben die Sprachschule und das Café der Sprachschule als Themen ausgewählt. Anschließend präsentieren wir alle unsere Green Analysis.

Nachmittags besuchen wir das Trinity College mit dem Long Room und dem Book of Kelts. Der Long Room ist eine beeindruckende alte Bibliothek. Im Moment sind leider die Bücher wegen Renovierungsarbeiten nicht im Raum. Ich gehe danach noch in die National Gallery, die sich direkt neben dem Campus befindet.

Lernergebnis Tag 2:
– Wir haben mögliche Abläufe für Projektarbeit kennengelernt.
– Wir haben selbst ein Mikroprojekt durchgeführt, was man in ähnlicher
Weise auch zu Hause in Kursen umsetzen könnte.

Mittwoch, 2. August 2023

Im ersten Unterrichtsblock am Vormittag besucht uns Aishling. Sie ist eine junge Geographielehrerin aus Dublin. Aishling stellt uns Projekte vor, die an ihrer (Regel-)Schule zum Thema Nachhaltigkeit umgesetzt werden und erzählt uns, wie Nachhaltigkeit in den Schulalltag integriert wird. Anschließend steht sie für Fragen zur Verfügung. Es folgt ein lebhafter Austausch über die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen in den verschiedenen Ländern.
Das zweite Thema dieses Vormittags ist Irland und der Brexit.
Wir reden über die irische Grenze. Ali zeigt uns einige interessante interaktive Seiten, die man in Kursen nutzen kann, um Vokabular zu dem Thema zu visualisieren.

Nachmittags besuchen wir das GPO Museum (GPO General Post Office). Das GPO Museum ist ein recht neues Museum, in dem irische Geschichte interaktiv präsentiert wird.

Lernergebnis Tag 3:
– Einblicke in den irischen Schulalltag
– Informationen zur Bedeutung des Brexits für die irische Grenze
– Interessante interaktive Seiten zur Nutzung in Kursen

Donnerstag, 3. August 2023

Am Donnerstag geht es noch einmal um irische Geschichte.
Ali spielt mit uns eine mögliche Unterrichtseinheit durch. Wir sammeln unser Wissen zur irischen Geschichte und tauschen uns mit unseren Nachbarn aus. Dann sehen wir ein Video. Wir ordnen Begriffe zu und diskutieren Fragen in Kleingruppen.
Das zweite Thema ist Gentrifikation.
Dublin ist wie viele andere europäische Großstädte von Gentrifikation betroffen. Besonders stark leiden die Menschen in dem Stadtviertel „Liberties“ darunter. Wir klären, was Gentrifikation ist, welche Auswirkungen es gibt etc. Im Anschluss sehen wir ein Video, in dem gezeigt wird, wie eine Gruppe von Ladenbesitzern in den Liberties versucht, mit dem Problem umzugehen und die neu zugezogenen Bevölkerungsgruppen zu bewegen, lokal zu konsumieren.
Am Nachmittag machen wir einen geführten Spaziergang durch die Liberties und haben Gelegenheit, mit Anwohnern über das Thema Gentrifizierung und lokalen Konsum zu sprechen. Zum Schluss gehen wir alle in ein Pub.

Lernergebnis Tag 4:
– Anregungen, wie man eine Unterrichtseinheit zu irischer Geschichte gestalten könnte
– Wissen über Gentrifizierung in Dublin

Freitag, 4. August 2023

Der letzte Kurstag – die Woche ist wie im Flug vorbeigegangen. Heute ist Aishling wieder unsere Kursleiterin, Thema sind Nahrungsmittel. Wir sprechen über die Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion auf die Umwelt. Nahrungsmittelsicherheit und Abfall. Mit Nahrungsmittelsicherheit (food security) ist hier das zweite UN SDG „Kein Hunger“ gemeint. Zum Start zeigt uns Aishling einen kurzen Film über den ökologischen Fußabdruck eines Cheeseburgers. Weitere Punkte, über die wir sprechen sind food security und Lebensmitteltafeln.

Nach einer gemeinsamen Reflektion des Kurses und dessen, was wir mitnehmen, gehen wir alle gemeinsam in das Schulcafé. Zum Abschluss kann sich hier jeder nach Anleitung einen Irish Coffee machen, den wir dann gemeinsam trinken.
Am Nachmittag gibt es kein Programm. Ich nutze ihn zu einem ausführlichen Spaziergang durch die Stadt.

Lernergebnis Tag 5:
– Besseres Wissen über den ökologischen Fußabdruck von Nahrungsmitteln
– Interessante Ansätze um Food sustainability in Kursen zu thematisieren.
– …. jetzt weiß ich, wie man einen echten Irish Coffee macht.

Samstag, 5. August 2023

Ich sehe mir einige Museen und Bibliotheken in Dublin an. Als erstes gehe ich in die Chester Beatty Library, die eigentlich ein Museum ist. Hier werden Manuskripte, Alte Bücher und Buchillustrationen aus Europa, dem Mittleren Osten, Nord Afrika und Asien gezeigt. Danach mache ich einen kurzen Spaziergang zur St. Patrick´s Cathedral. Da es gerade nicht regnet, mache ich eine Pause in dem kleinen Park vor der Kathedrale. Weiter geht es zu Marsh´s Library. Etwas versteckt hinter der Kathedrale liegt diese Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert, die seitdem nicht verändert wurde. Ich gehe früh ins Zimmer, für den Rückflug um 6.30 Uhr werde ich früh aufstehen müssen.

Sonntag, 6. August 2023 – Abreisetag

Der Wecker klingelt um halb drei. Die Mitarbeiter an der Rezeption haben mir für kurz nach drei ein Taxi bestellt und gesagt, wenn sie es bei der Security ankündigen, könne es auf den Campus fahren – ich bin gespannt, ob das funktioniert. Meine Skepsis war nicht unberechtigt, der Taxifahrer ruft mich an und sagt, alle Tore seien verschlossen. Bis ich am Tor bin, ist er schon weg. Erfreulicherweise ist auf den Straßen hier im Stadtzentrum auch um diese Uhrzeit sehr viel Leben und es ist kein Problem, ein anderes Taxi zu finden, was mich zum Flughafen fährt. Der Flughafen in Dublin ist groß und er ist auch morgens um vier sehr belebt. Es war gut, viel Zeit für die Sicherheitskontrollen einzuplanen.

Es war eine tolle Woche hier in Dublin, ich habe viel gelernt und gesehen. Besonders gut gefallen hat mir aber der Austausch mit Kollegen und Kolleginnen aus anderen europäischen Ländern. Wir haben uns näher kennengelernt und bleiben hoffentlich in Kontakt. Auch bei Themen, die politisch nicht unumstritten sind, haben wir gemerkt, dass wir gut miteinander reden konnten und unsere Einstellungen oft sehr ähnlich waren. Durch die Woche habe ich viele neue Ideen auch für meine Unterrichtsgestaltung bekommen.

Vielen Dank, dass ich an dem Projekt teilnehmen durfte!

Photo & Video Making in our Classroom: Creating and Adapting Original Visual Resources, Dublin

von S. R.

Sonntag, 7. Juli 2019: Anreise

Meine Anreise nach Dublin erfolgte sehr problemlos. Da ich schon vorab nach Irland geflogen bin und eine Kollegin in ihrem Ferienhaus in der Nähe der Cliffs of Moher besucht habe und noch zwei Tage am Ring of Kerry verbracht habe, fuhr ich mit dem Mietwagen von Kenmare zu meiner Gastmutter im Norden Dublins. Waren die Straßen im Süden Irlands noch teilweise sehr leer, nahm der Verkehr um Dublin deutlich zu. Nimmt man einen Mietwagen am Flughafen, landet man unweigerlich auf einer Mautstrecke, die nur schlecht umfahren werden kann. Da ich mich nach 4 Tagen schon an den Linksverkehr gewöhnt hatte, fuhr ich auch in Dublin zügig zu meinem Ziel. Eine Reihenhaussiedlung in der Nähe des Phönixparks soll für die nächsten 6 Nächte mein Zuhause sein.

Ich war ganz gespannt auf meine Gastmutter, auch wenn wir uns im Vorfeld schon rege ausgetauscht hatten. Am Ende einer Sackgasse, ganz in der Nähe der Autobahn, liegt das Haus, das von außen einen sehr gepflegten Eindruck macht. Von der Gastmutter werde ich herzlich in Empfang genommen. Zuerst werde ich in die Küche gebeten und bekomme den üblichen Tee oder wahlweise auch einen Kaffee angeboten. Danach zeigt Mary mir mein Zimmer. Wer schon in Irland war, weiß, wie klein Gästezimmer sein können. Aber ich denke, dass es für die paar Tage reichen wird.

Nach einer kurzen Pause erkunde ich noch die Gegend, um mich zu orientieren. Um 20:30 Uhr gibt es Abendessen in der kleinen, renovierungsbedürftigen Küche. Gemeinsam mit Mary esse ich und dabei können wir uns über alle möglichen Themen unterhalten. Erst um 23:00 Uhr beenden wir unser Gespräch.

Morgen zeigt Mary mir, welchen Bus ich zur Schule nehmen muss. Nach ihren Angaben benötige ich zwischen 45 und 60 Minuten für den Schulweg. Gut, dass die Schule nicht um 9:00 Uhr, sondern erst um 13:30 Uhr beginnt. Die Zeiten wurden kurzfristig geändert.

Mal sehen, was der Tag morgen bringt.

 

Montag, 8. Juli 2019: 1. Kurstag

Nach einer ruhigen Nacht bin ich gleich nach dem Frühstück zum nächsten Supermarkt gelaufen, um mir eine Leap-Karte zu kaufen. Das System für Dublin ähnelt dem Londoner System mit der Oyster Card. Man kauft eine Karte, die mit einem bestimmten Betrag aufgeladen wird. Bei jeder Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird diese Karte dann belastet bis zu einem Maximalbetrag von 7€ täglich. Leider wussten weder Angestellte noch Chefin in dem Supermarkt, was die Tagessätze sind und wie genau die Leapcard funktioniert, aber im Bus könnte mir weitergeholfen werden.

Mit meiner neu erworbenen Karte machte ich mich auf zur nächsten Bushaltestelle und fragte den Busfahrer, ob er auch am St Stephen‘s Green hält. Dies bejahte er. Nach einer 45-minütigen Fahrt kamen wir zum St Stephen‘s Green, wo ich auch den Bus Stop Button betätigte. Leider fuhr der Busfahrer weiter, da ich nicht aufgestanden bin. Bei der robusten Fahrweise wollte ich erst nach dem Halt des Busses aufstehen und zur Tür gehen. Zwei weitere Stopps vergingen, ohne dass der Fahrer angehalten hätte, obwohl das Signal leuchtete. Als ich ihn darauf ansprach meinte er nur kurz angebunden, dass ich selbst Schuld sei, da ich ja sitzen geblieben wäre. Für alle Dublinfahrer an dieser Stelle der Hinweis, dass ein einfaches Signal nicht jeden Fahrer dazu bewegt, auch anzuhalten.

Die Schule habe ich dann recht gut gefunden. In unserer Klasse sind insgesamt 14 Teilnehmende aus 5 Nationen: 4 aus La Réunion, 4 aus Ungarn, 4 aus Deutschland und jeweils 1 Teilnehmerin aus Spanien und Slowenien.

Die Vorstellungsrunde begann damit, dass man auf eine Person zeigte und dann seinen Namen sagte. Nach einiger Zeit musste dann auf eine Person gezeigt werden und deren Namen gesagt werden. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es ist mal eine andere Art, sich kennenzulernen und die Namen zu lernen.

Danach „wanderten“ immer jede zweite Person zu einem anderen Partner. Dabei wurde über Themen gesprochen wie:

  • das Außergewöhnlichste in meinem Leben
  • das Bedauerlichste in meinem Leben (my deepest regret) das Schönste an meinem Land und der Stadt in der ich lebe, welche Stereotype habe ich von den Iren.

Wir haben uns dann gemeinsam im Programm Slack angemeldet, um untereinander vernetzt zu sein und Daten oder Spiele für den Unterricht austauschen zu können.

Mein persönliches Highlight war die Vorstellung des Programms ‚kahoot‘. Ich kann mir gut vorstellen, damit in Zukunft zu arbeiten, denn es bietet die Möglichkeit, „trockenen“ Grammatikunterricht mit Spielen aufzulockern, sei es als Team-spiel oder als Einzelspieler. Dabei erhalte ich als Lehrkraft gleich eine Auswertung meiner Teilnehmenden und kann so individueller auf ihre Lernbedürfnisse eingehen. Ich denke, dass es am Anfang ein ziemlich großer Aufwand sein wird, alle Spiele vorzubereiten, aber wenn es einmal geschafft ist, könnte ich mir vorstellen, dass es großen Spaß macht, es zu benutzen. So habe ich mir vorgenommen, dass ich z. B. den placement test als Spiel einpflege und den Teilnehmenden entweder im Unterricht oder zu Hause die Aufgabe stelle, diesen zu absolvieren. Für mich würde dann die einzelne Auswertung entfallen und es würde bei mir eine große Zeitersparnis bringen. Alle Teilnehmenden würden im Unterricht einen Zugang zum Spiel bekommen und müssten dies dann mit einem Mobiltelefon oder Tablet spielen. Allerdings brauche ich dann im Klassenraum sowohl Internetzugang als auch einen Beamer. In einigen Schulen ist dies bereits Standard, aber in anderen müsste da noch nachgerüstet werden. Mir persönlich hat das Programm jedenfalls sehr gut gefallen und ich denke, dass ich mich heute nach dem Abendessen gleich dran setzen werde und anfangen werde, Fragen einzupflegen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass jeder meine Daten kopieren kann und diese als seine eigenen ausgeben kann. Daher muss ich immer daran denken, diese Daten nur für mich freizugeben, wenn ich nicht möchte, dass jeder weltweit auf die Daten zugreift.

Nach einem ziemlich langen Fußmarsch habe ich dann eine Bushaltestelle für meinen Bus gefunden und bin ziemlich müde und erschöpft wieder bei meiner Landlady angekommen. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn der Kurs am Vormittag, wie geplant, stattgefunden hätte, denn dann hätten wir mehr Freizeit in Dublin gehabt. So müssen wir um 13:30 Uhr in der Schule sein und können nicht wirklich etwas vor der Schule unternehmen. Das ist wirklich sehr schade.

Am Mittwoch wird nun die Stadtführung stattfinden anstelle vom ursprünglich geplanten Dienstag Nachmittag. Der Tagesausflug am Samstag soll voraussichtlich zu den Cliffs of Moher führen. Da ich am vergangenen Donnerstag gerade dort war, weiß ich noch nicht, ob ich mich daran beteiligen werde. Unser Lehrer Philip will sich erkundigen, was wir sonst noch besichtigen werden und danach werde ich entscheiden, ob ich an diesem freiwilligen Ausflug teilnehme oder ob ich lieber am Freitag nach der Schule direkt wieder in den Südwesten Irlands fahren werde.

 

Dienstag, 9. Juli 2019: 2. Kurstag

Auch heute beginnt die Schule wieder um 13:30 Uhr. Leider kann man am Vormittag nicht wirklich viel machen, wenn man um eine bestimmte Zeit an der Schule sein muss. Der Bus, der mich aus dem Vorort in die Innenstadt bringt, braucht für die Strecke zwischen 45 Und 60 Minuten. Dazu kommen Fußweg und ggfs. Wartezeiten. Also verlasse ich um 11:00 Uhr das Haus, um nicht unpünktlich zu sein.

In der Stadt angekommen, entscheide ich mich dazu, nicht bis zur nächstmöglichen Haltestelle zu fahren, sondern bereits vorher auszusteigen, um ein bisschen durch die Grafton Street zu bummeln und das Flair der Stadt aufzunehmen. Dabei treffe ich eine Mitschülerin und wir gehen den Rest des Wegs gemeinsam. Um Routinen zu durchbrechen, setzen wir uns bewusst an einen anderen Platz. Es ist immer hilfreich, mal die Perspektive zu wechseln und mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Austausch zwischen uns Lehrenden gefällt mir sehr gut und ich überlege, ob ich an dem Ausflug am Samstag nicht doch teilnehmen soll, um weiter Teil dieser Gemeinschaft zu sein, auch wenn ich die Cliffs of Moher und die angrenzende Burren-Landschaft schon letzte Woche mit meiner Kollegin und Freundin schon besucht habe.

Im Seminar lernen wir, wie wir einen eigenen YouTube Channel erstellen, um Videos mit unseren Teilnehmenden teilen zu können. Dazu drehen wir kurze Videoclips mit Handy oder Tablet, um diese dann hochladen zu können. Die Clips können gekürzt und mit Musik unterlegt werden. All das üben wir, bevor wir mit Handy und Tablet eine neue Aufgabe gestellt bekommen. Wir sollen Fotos zu 9 verschiedenen Themen fotografieren. Dazu haben wir weniger als eine Stunde Zeit. Im nahegelegenen St Stephen’s Green finden wir viele Motive und kreieren eigene. Mit ausreichend Material kehren wir in den Klassenraum zurück und lernen an unseren Bildern, wie man sie mit Snapseed einfach bearbeiten kann und mit Google Präsentationen in einer Gruppenarbeit verarbeiten kann.

Die Arbeit mit den beiden Programmen ist noch ungewohnt und muss später verfestigt werden. Es kann ein guter Ansatz sein, allerdings müssten dann alle Klassenräume mit dem entsprechenden technischen Equipment ausgestattet sein. Mal sehen, was ich davon im Unterricht anwenden kann.

Morgen früh werden wir eine Stadtführung durch Dublin machen und hoffentlich viele Fotos und Videos machen können. Ich bin gespannt und freue mich auf den morgigen Tag.

 

Mittwoch, 10. Juli 2019: 3. Kurstag

Heute haben wir mit einem Stadtrundgang unseren Schultag begonnen. Um 11 Uhr waren alle aus unserer Gruppe und einer weiteren Gruppe versammelt, um mit Fintan, einem Lehrer der ULearn, einen Rundgang zu machen. Leider fing es an zu nieseln, sodass wir den Rundgang mit Schirm durchführen mussten. Die ersten Stopps fanden im St Stephen’s Green statt, bei dem wir Wissenswertes zur Geschichte des Parks und einige Anekdoten erzählt bekamen. Unser Stadtführer vermittelte sein Wissen sehr unterhaltsam und hat uns sicherlich Lust auf mehr Dublin gemacht. Nach dem St Stephen’s Green sind wir weiter Richtung Amtssitz des Premier Ministers gegangen. In direkter Nähe des Regierungsviertels befindet sich auch eine Statue des Autors Oscar Wilde, die wir natürlich auch besucht haben. Weiter ging es zur Library und zum Parlament, wo gerade, als wir dort ankamen, eine Demonstration erwartet wurde. Wir hatten die Farmer schon vorher gesehen und hörten sie jetzt lautstark, bevor wir den langen Zug sehen konnten. Sie protestierten gegen den Entzug der Lebensgrundlage der irischen Farmer.

In der Grafton Street angekommen, verabschiedete der Stadtführer uns in die Mittagspause. Der Unterricht begann mit der Vorstellung aller deutschen Kolleginnen. Zwei sind festangestellte Lehrerinnen im Staatsdienst, eine andere Kollegin und ich sind freiberuflich tätig, sodass wir den Schwerpunkt auf unser Tätigkeitsgebiet gelegt haben und nicht auf die Eigenheiten der jeweiligen Schule.

Dann ging es an die Bearbeitung unserer Fotos. Unser Lehrer zeigte uns, wie wir Fotos bearbeiten können, um sie für den Unterricht einsetzbar zu machen. Dazu stellte er uns die Programme ThingLink und genial.ly vor. ThingLink mussten wir uns wieder als App runterladen, um damit unsere Fotos so bearbeiten können, dass Informationen über interaktive Punkte in den Fotos von den Benutzern aufgerufen werden können. Diese Methode finde ich sehr interessant, vor allem, wenn man Geschichte unterrichtet und ein altes Bild hat, bei dem man den Schülerinnen und Schülern weitere Informationen über Personen oder Gegenstände geben möchte, dies aber so interessanter gestalten kann, als nur durch eine Bildunterschrift. Auch kurze Videosequenzen kann man so hinterlegen und das Lernerlebnis für die Teilnehmenden verbessern.

Für die iPad User stellte Philip im Anschluss das Programm iMovie vor. Mit Hilfe dieses Programmes kann man eigene Videosequenzen einfach bearbeiten und auch vertonen. Danach wurden die bearbeiteten Videos auf YouTube hochgeladen und allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse konnten wir uns dann kurz vor Unterrichtsende ansehen.

 

Donnerstag, 11. Juli 2019: 4. Kurstag

Mittlerweile ist die Gruppe gut eingespielt und es ist sehr schade, dass der Kurs schon bald zu Ende geht.

Heute bin ich extra ein bisschen eher zur Schule gefahren, um vorab noch die Statue von Molly Malone zu suchen. Stand sie früher am Eingang zur Grafton Street, steht sie nun in einer Seitenstraße auf einem Platz, ganz in der Nähe der Touristeninformation. Natürlich wollen alle ein Bild von und mit ihr machen, so dass man schon ein wenig Zeit mitbringen sollte, um ein einigermaßen brauchbares Bild aufnehmen zu können.

In der Klasse haben wir dann zunächst das Programm Flipgrid kennengelernt. Mit diesem Programm können wir Klassen einpflegen und für diese dann Aufgaben erstellen, die die Schüler über eine QR Code zugeteilt bekommen können. Wenn der QR Code nicht eingegeben werden kann, kann alternativ auch der Klassencode sowie der persönliche Code eingegeben werden, um so die gestellte Aufgabe als Schüler zu bekommen. In der Lehrerversion können wir selbst unsere Klassen einpflegen und diverse Aufgaben erstellen und von den Lernenden bearbeiten lassen.

Das Hauptthema dieses Nachmittags war jedoch das Erstellen eines eigenen Films mit der Vorgabe, dass unterschiedliche Perspektiven und Filmtechniken angewendet werden sollen. Zunächst wurden wir dazu in Gruppen eingeteilt. Die Gruppen mussten zunächst ein Storyboard erarbeiten und diesen dann filmisch umsetzen.

Unsere Gruppe entschied sich dazu, ein kleines Schaf, das Katharina von einer irischen Freundin geschenkt bekommen hatte, als Hauptfigur zu nehmen und dieses vom Land in die Hauptstadt zu schicken. Mit der Hilfe von Kate, unserer Kollegin aus La Réunion, erkundete das Schaf dann Dublin.

Die passenden Drehorte fanden wir in St Stephen‘s Green, in der Grafton Street und bei der Statue von Molly Malone. Bei bestem Wetter konnten wir die Filmsequenzen drehen und diese dann anschließend im Unterrichtsraum zusammenschneiden und bearbeiten. Dabei haben wir dann das Programm iMovie genutzt, das wir gestern schon ausprobieren konnten.

Der Tag ging eigentlich viel zu schnell vorbei, denn alle Ideen, die wir hatten, konnten in der Kürze der Zeit nicht umgesetzt werden. Morgen werden wir dann alle Ergebnisse sehen und besprechen können.

Am Abend sind wir dann in einem irischen Pub mit einigen Kolleginnen zum Abendessen eingekehrt. Gerade diese informellen Austausche finde ich besonders wichtig, da sich so wichtige Kontakte knüpfen lassen und eventuell Kooperationen zwischen Schulen entstehen können.

 

Freitag, 12. Juli 2019: 5. Kurstag

Die Woche ging sehr schnell vorbei und wir haben viel gelernt.

Der heutige Tag begann mit den noch ausstehenden Vorstellungen. Im Anschluss könnten wir dann die Kurzfilme ansehen, die am gestrigen Tag gefilmt, geschnitten und vertont wurden. Man hat deutlich gemerkt, wie viel Spaß die Teilnehmenden an diesem Projekt hatten.

Aber auch die Arbeit kam nicht zu kurz. Am verbleibenden Nachmittag haben wir noch die Programme Socrative (zunächst als Schülerversion und danach als Lehrerversion) und Edpuzzle kennengelernt. Auch hierzu wurden viele Übungen gemacht und alle Teilnehmenden haben ein individuelles Quiz erstellt, das für die anderen im Anschluss zum Ausprobieren freigegeben wurde. Auch bei diesen Programmen kann ich mir gut vorstellen, diese im Unterricht anzuwenden. Es braucht zwar alles eine gewisse Vorbereitungszeit, aber wenn diese einmal investiert wurde, kann man die Aufgaben relativ leicht auf die eigene Klasse zuschneiden, so dass der Unterricht auch mit mehr digitalen Medien abgehalten werden kann.

Weiterhin haben wir noch ein Umfragetool kennengelernt, bei dem man mit relativ wenig Aufwand eine eigene Umfrage zu Themen, wie z.B. einer Klassenfahrt, erstellen kann und die dann je nach Bearbeitungsfortschritt automatisch ausgewertet wird.

Zum Schluss des Kurses bekamen wir noch unsere Zertifikate ausgehändigt. Da wir nicht so auseinandergehen wollten, sind wir noch mit fast allen Teilnehmenden und dem Lehrer in einen Pub gegangen, um die intensive Woche ausklingen zu lassen. Da ich nicht so zufrieden mit meiner Gastfamilie war, hatte ich mich am Morgen entschieden, nicht am Ausflug zu den Cliffs of Moher teilzunehmen, sondern schon den Abend zu nutzen, um für ein paar Tage in die Grafschaft Kerry zu fahren.

Alles in allem kann ich sagen, dass mir die Woche viele neue Ideen mit auf den Weg gegeben hat, die jetzt auch im Unterricht eingesetzt werden sollen. Einige Ideen sind für mich sicherlich einfacher umsetzbar als andere, aber ich werde daran arbeiten sukzessive mehr und mehr digitale Arbeitsweisen zu nutzen.

Vielen Dank, dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte und ich würde mich freuen, auch an weiteren Projekten teilnehmen zu können.

Photo & Video Making in our Classroom: Creating and Adapting Original Visual Resources (2), Dublin

von F. L.

Montag, 8. Juli 2019

Kurzfristig, und zwar am letzten Freitag, wurde mitgeteilt, dass der Unterricht statt morgens immer viereinhalb Stunden später beginnen würde. Die Schule in Dublin hat WLAN, was sehr nützlich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingang der Schule

In der Gruppe sind 14 Teilnehmer, hauptsächlich Frauen, aus Slowenien, Ungarn, Frankreich (Réunion) und Deutschland. Der Trainer, Philip, führt mit uns mehrere Spiele durch, die uns helfen sollen, die Vornamen der Gruppenmitglieder in unser Gedächtnis zu bekommen.

Als Kommunikationsplattform online für die Gruppe dient die App „Slack“. Wir schauen uns auch „Kahoot“ an. Mit diesem Programm kann man ein Quiz für seine TN erstellen, diese können zwischen mehreren Antworten wählen, die richtig oder falsch sein können. So kann man spielerisch neues Wissen einführen. Die Analysemöglichkeiten sind auch sehr umfassend.

Als TN machen wir mit Kahoot ein Quiz über Dublin, anschließend erstellen wir selber eins.

Da die Gruppe recht groß ist, werden die Präsentationen der einzelnen TN auf zwei oder drei Tage aufgeteilt. Theoretisch sollen sie je ca. fünf Minuten dauern, können aber schon einmal eine Viertelstunde in Anspruch nehmen. Man erfährt eine Menge über Schulsysteme in anderen Ländern, Schulen, Hauptstädte usw.

Morgen werden wir uns mit Google Drive, YouTube und weiteren Programmen und Kanälen beschäftigen.

 

Dienstag, 9. Juli 2019

Heute ging es vor allem um freie Google-Programme und Bildbearbeitung.

Es ging los mit dem Kreieren eines Youtube-Kanals. Mittels der entsprechenden App kann man z. B. öffentliche oder private Playlists erstellen und diese seinen TN zur Verfügung stellen. Je nach Gruppe könnte man diese Aufgabe auch einem oder mehreren TN übertragen. Die Gruppen beschäftigen sich mit den Listen, qualitativ minderwertige Videos können so gleich herausgefiltert werden.

Anschließend zogen wir einzeln oder in Paaren durch die Umgebung, um zu bestimmten Themen Fotos zu machen (z. B. Farben, Reflektion, Bewegung usw.)

 

Eine Stunde später fanden wir uns im Unterrichtsraum wieder und bearbeiteten die Bilder mit Snapseed, einem Bildeditor, und Google Präsentation (Google Slides). Alle in unserer Gruppe haben Gmail, ein Emailprogramm, und damit auch Google Drive, ein Speicherprogramm für Dateien, Anhänge, Bilder, Videos usw. Mittels dieser Programme erstellten wir eine gemeinsame Präsentation unserer gesammelten Fotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

Treppenaufgang

Vorteil dieser Apps ist es, dass sie nichts kosten, das es keine Copyright-Probleme gibt (Snapshot), das sie leicht zu nutzen sind und sie auch in Heimarbeit einzusetzen sind.

Es gibt natürlich zwei Seiten der Medaille, aber das war heute nicht das Thema.

Soviel zur technischen Seite. Die Stimmung in der Gruppe ist gut, der Lernstoff überwältigend. Wir kommen wegen der Größe der Gruppe etwas langsamer voran, sind aber noch im grünen Bereich.

Morgen am Vormittag wird es einen Gang durch Dublin geben. Wir können dann gleichzeitig unsere Hausaufgaben machen, welche darin bestehen, einige kurze Videos zu drehen. Bestimmt finden wir gute Motive.

 

Mittwoch, 10. Juli 2019

Heute gab es eine Führung von ca. 75 Minuten durch die Dubliner Innenstadt, hauptsächlich ging es dabei mit ungefähr 30 Leuten durch das Regierungsviertel, vorbei am Sitz des Premierministers und an einer Demonstration unzufriedener Bauern, durch Parks und Hauptgeschäftsstraßen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Parkzaun

 

Wir standen am Denkmal Oscar Wildes und blickten auf sein Geburtshaus. Unser Führer unterhielt uns auf kurzweilige Art und rezitierte auch ein Gedicht von Yeats.

Im Unterricht standen heute Videos im Vordergrund. Wir begannen mit der „Produktion“ interaktiver Bilder, welche man sehr gut im Unterricht einsetzen kann. Benutzt wurde die App ThingLink.

Alternativ dazu gibt es das Online-Programm Genially, mit dem man auch Bilder editieren kann. Allerdings ist es für den Einsatz an Smartphones nicht wirklich geeignet, weil die Darstellung dort einfach zu klein ist.

Dann nahmen wir uns die kurzen Video-Sequenzen, die wir als Hausaufgaben gedreht hatten, vor. Wir teilten uns in eine Android- und eine Apple-Gruppe, da es unterschiedliche Apps gibt. Außerdem macht es oft einen Unterschied, mit welchem Gerät man arbeitet. Die jeweilige Darstellung an Smartphone, Tablet und Laptop kann unterschiedlich ausfallen. Für Android ist Incompetech geeignet, für Apple iMovie. Die Apps enthalten unterschiedliche Möglichkeiten wie Filter, Schneidewerkzeug, musikalische Untermalung …. Bei der eingesetzten Musik ist besonders auf das Copyright zu achten. Es gibt Musikstücke, die man mit Quellenangabe frei einsetzen kann. Die Betriebssysteme verhalten sich hier recht unterschiedlich.

Morgen geht es darum, sich in Gruppen eine Geschichte auszudenken und ein Video zu drehen.

Hier noch einige Dinge, die mir aufgefallen sind:

Dublin ist sehr teuer. Eine kleine Wohnung kostet im Monat um die € 2000. Das führt dazu, daß viele Leute sich die Mieten nicht mehr leisten können. Heute früh ging ich durch einen Park im Zentrum, viele Bänke waren im wahrsten Sinne des Wortes belegt.

Pub in Dublin

Der Tourismus boomt. Die Stadt ist voller Menschen. Überall sieht man Busse und Bahnen.

Es sind sehr viele junge Leute unterwegs, man hört Sprachen aus aller Herren Länder.

Die Stimmung ist sehr entspannt und freundlich.

Der Supermarkt um die Ecke verkauft Bananen einzeln, eine kostet € 0,34.

 

Donnerstag, 11. Juli 2019

Heute schauten wir uns zu Beginn das Programm Flipgrid an. Es dient als Lernplattform und als Basis für soziales Lernen. Schüler können zu einer Aufgabe Videos von bis zu fünf Minuten Länge erstellen. Dies ist genau die Art, in der junge Menschen lernen. Vermutlich kann man sie auf diese Art gut erreichen und motivieren.

Nach der Pause ging es an die Aufgabe, ein Video mit einer Geschichte zu drehen. Wir sprachen über Bewegung, Winkel, wie man eine Kamera / ein Smartphone / ein Tablet halten kann, um den Film unterhaltsam zu gestalten. Wir teilten uns in zwei Android- und eine Apple-Gruppe auf, da die beiden Systeme sehr unterschiedlich sind. Wir diskutierten eine Geschichte mit Handlungsablauf sowie Kameraeinstellungen, besetzten die Rollen (Regisseur, Schauspieler usw.), besorgten uns die benötigten Requisiten und legten los. Das Video sollte – ohne Vor- und Abspann – die Länge von zwei Minuten nicht überschreiten. Für das Filmen der Sequenzen hatten wir knapp 90 Minuten. Nachdem wir zur Schule zurückgekehrt waren, begaben wir uns an das Bearbeiten des Gedrehten: Wir schnitten, setzten Filter ein, diskutierten die beste Folge der Schnitte und suchten unter Beachtung des Copyrights nach der passenden musikalischen Untermalung. Die Apps, die wir einsetzten, waren Power Director für Android und iMovie für Apple. Incompetech war für die Musik zuständig.

Morgen werden wir den anderen Gruppen die Filme vorführen. Außerdem gab es noch nicht von allen TN die Präsentationen, sechs von vierzehn sind noch offen. Freitag ist schon der letzte Tag; ich werde dann berichten, was wir noch alles gemacht haben.

Anmerkung:

In Irland benötigt man Reisestecker (Adapter), weil hier die Steckdosen drei Pole aufweisen. Zusätzlich sitzt auf jeder Dose ein winziger Schalter, der erst einzuschalten ist, bevor der Strom fließt.

Freitag, 12. Juli 2019

Heute war mein Tag der Kultur: Zuerst ging ich zum Gebäude mit dem Book of Kells, dann zum irischen Nationalmuseum, Abteilung Kultur, daraufhin zur irischen Nationalbibliothek.

 

 

 

 

 

 

 

Eingang Nationalbibliothek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fenster der Nationalbibliothek

Alles liegt glücklicherweise dicht beieinander. Die Besuche lohnen sich. Im Nationalmuseum kann man u.a. Moorleichen betrachten. Ein spanischsprachiger Besucher war so entsetzt, dass er die Hände über dem Kopf zusammenschlug und etliche Male „macabro“ rief.

Weiter ging es zu Iveagh Gardens, einem sehr schönen Park nicht weit entfernt.

Um 13 Uhr fing der Unterricht an. Wir fingen mit den restlichen Präsentationen an. Ich finde es immer interessant, Berichte über andere Länder, Kulturen und Traditionen zu hören und Schul- und Unterrichtsformen miteinander zu erfahren. Den gegenseitigen Austausch finde ich immer sehr wichtig und bereichernd. Man kann sehr häufig etwas für seine eigenen Kurse nutzen.

Die drei gestern erstellten Videos wurden gezeigt und besprochen. Die Filme haben mir alle sehr gut gefallen. Hinter zwei Minuten auf dem Schirm stecken aber schnell mehrere Stunden Arbeit.

Es folgte Besprechung und Test weiterer Apps und Programme: Mit Google Forms kann man unter Benutzung verschiedener Designs Umfragen erstellen und analysieren. Socrative, es gibt eine App für Lehrer und eine für Schüler, erlaubt die Einstufung der Schüler. Edpuzzle ermöglicht es, Videos z. B. mit Fragen oder einem Quiz zu verbinden und so den Unterricht motivierender zu machen.

Gegen Ende gab es noch eine Manöverkritik und die Zertifikate wurden ausgegeben.

Insgesamt gesehen wurden wir mit einer Fülle von Informationen bedacht. Ich halte es für wichtig, alles noch einmal durchzuspielen und langsam in den eigenen Unterricht einzuführen. Alles werden wir nicht nutzen können, je nach Struktur der eigenen TN, der Ausstattung mit Technik und der eigenen Interessenlage werde ich sorgfältig auswählen, was ich wie implementiere.

Morgen schließt sich für Interessierte noch ein Ausflug an die irische Westküste, und zwar nach Burren und den Cliffs of Moher, an. Wir werden wohl insgesamt sieben bis acht Stunden reine Fahrzeit haben und von acht bis ca. 18:30 Uhr unterwegs sein.

Vielen Dank für die Möglichkeit, teilnehmen zu können.

 

Samstag, 13. Juli 2019

Am sechsten Tag unternahmen wir noch einen Tagesausflug nach Galway, Burren und den Klippen von Moher an der Westküste Irlands. Das Wetter versprach, sehr gut zu werden. Wir sollten um 8 Uhr starten, führen jedoch tatsächlich erst eine halbe Stunde später los. In Galway machten wir einen kleinen Zwischenstopp, um uns die Stadt anzuschauen und vielleicht etwas zu essen. Leider ging uns eine Mitreisende verloren, was die Weiterfahrt etwas spannungsreich gestaltete. Wir warteten eine ganze Zeit nach der zu Beginn des Aufenthaltes vereinbarten Abfahrtszeit und kreisten noch etwas in der Stadt, sie war jedoch nicht zu finden und auch telefonische Kontaktversuche schlugen fehl. Wir trafen sie dann zufällig an den Klippen 15 Minuten vor unserer geplanten Rückreise nach Dublin. Sie war in einen falschen Bus gestiegen, kehrte dann aber mit uns zurück.

Die Mitfahrt in den Westen hat sich wirklich gelohnt, die Landschaft ist atemberaubend, die Klippen sind sehenswert. Das Wetter spielte auch mit und die Stimmung im Bus – wir waren ungefähr 60 Passagiere plus Fahrer plus Reiseführer – war gut. Die TN stammten aus der Mongolei, Guadeloupe, Spanien, Italien, Ungarn, Frankreich und anderen Ländern. Ich war wohl die einzige Deutsche an Bord. Die Reise hat mich viel gelehrt und mir Freude gemacht. Noch einmal vielen Dank für diese Gelegenheit!

Digital Game-based Learning & Augmented Reality for Schools, Dublin

von E. S. L.

Tag 1, Montag, 13. Mai 2019

Der Kurs Digital Game-Based Learning & Augmented Reality for Schools findet in der Südstadt von Dublin, an der Harcourt Straße statt. Diese Straße ist sehr bekannt, da dort „Dracula“ Autor Bram Stoker lebte. Das National Museum ist auch ein paar Schritte von hier.

Unser Lehrer heißt Bulent Donmez und kommt aus der Türkei, lebt aber in Dublin seit 2 Monaten. Bevor er nach Dublin gekommen ist, hat er viele Jahren in Italien gelebt und gearbeitet.

Die Frauenquote ist ausgesprochen hoch (80%). Die Teilnehmer kommen überwiegen aus Polen, einer aus Spanien und ich aus Deutschland.  Außer ich unterrichten sind die anderen Teilnehmer Lehrer an normalen Schulen (Grundschule und Oberstufe).

Die Erfahrung mit Digital Gamed-Based Learning im Unterricht ist sehr unterschiedlich, was den Austausch sehr interessant macht. Einige haben schon einige Tools ausprobiert, andere kennen die Tools und benutzen diese schon. Sowohl die Schule aus Polen (Zamosc) als auch aus Spanien (in der Nähe von Valencia) benutzen bereits viele Medien wie Whiteboard, Tablets sowie Softwares und Tools wie Kahoot, Scratch, Ode, usw. im Unterricht. Die Nutzung ist von Lehrer zu Lehrer sehr unterschiedlich.

Wir wurden herzlich begrüßt. Die wichtigsten Informationen über den Kurs wurden mitgeteilt. Wir haben uns vorgestellt und über uns und unsere Arbeit berichtet. Ein Video über Dublin in 360° mit einer Virtual Reality Brille wurde vorgestellt. Daher mussten wir folgenden Apps herunterladen: „Cardboard“ und Cloud Video Player für Apple.

Nach der Pause haben wir uns über unsere Erfahrungen mit Digital Education Games ausgetauscht, wie ich oben erwähnt habe.

Was ich von Heute mitnehme sind einige neue Apps sowie die Art und Weise der Einführung mit den Geräten. Wir mussten sie sofort benutzen und ausprobieren. Damit wurde das Thema „Willkommen in Dublin“ behandelt.

Wir haben einen spannenden Lernplan für die Woche. Ich freue mich schon darauf.

Tag 2, Dienstag, 14. Mai 2019

„Das Herunterladen der Apps sowie die Standardisierung von allen Geräten in der Klasse“ nimmt zum Beginn jedes Unterrichts viel Zeit und Raum ein, aber es ist nötig. Nur so kann ein gelungenes Lernen mit den Apps durchgeführt werden und die Teilnehmer haben ein sicheres gefühlt neue Formen des Lernens auszuprobieren bzw. schalten nicht so schnell ab.

Heute haben wir mit der Einführung einer neuen App begonnen: „Quizizz“ www.quizizz.com. Mit dieser App kann der Lehrer ein Quiz zu unterschiedlichen Themen erstellen bzw. vorbereiten, durchführen und zusammen mit den Schülern ihre eigenen Ergebnisse prüfen. Wenn man die App „Kahoot“ schon kennt, dann weiß man sicherlich schon genau worum es geht. Die Schüler können spielerisch lernen (allein oder in der Gruppe). Am Ende des Quiz kann der Lehrer sowohl das individuelle Ergebnis als auch die Punkte der gesamten Klassen erhalten, evaluieren und sich ein Bild über den Lernprozess machen.

Wir haben zuerst aus der Perspektive eines Schülers ein Quiz über Dublin alleine gespielt. Danach haben wir die ganze Klasse zusammen als Wettbewerb gespielt. Ich habe gewonnen Yippee!!! ;). Zum Schluss haben wir unser gemeinsames Ergebnis überprüft und darüber reflektiert bzw. diskutiert. Dieser Ablauf war super und hilfreich für uns, dadurch haben wir zuerst selbst ein Gefühl über das Spiel und die Nutzung erhalten.

Quizizz ist eine interessante und benutzerfreundliche App zur Erstellung von unterschiedlichen Quiz zum Lernen. Bilder können in jeder Frage bzw. Antwort ergänzt werden. Leider kann man kein Video einfügen. Es wäre noch schöner gewesen, wenn man mit kurzen Videos als Darstellung einer Situation, ein Quiz erstellen könnte.

Ich würde diese App für meinen Sprachkurs sowohl als Einführung eines Themas (als Vorkenntnisse, um den Teilnehmern zu aktivieren) als auch zum Schluss eines Kapitels nutzen. Für fortgeschrittene Kurse würde ich die App z. B. dafür nutzen, eine Kultur näher kennen zu lernen.

Ich könnte mir auch vorstellen, Quiz für Soft Skills zu entwickeln.

Man sollte nicht vergessen, dass die Vorbereitung viel Zeit im Anspruch nimmt. Aus diesem Grund würde ich mir eine kollaborative Zusammenarbeit wünschen, wo z. B. viele Lehrer aus verschiedenen VHS zusammen Content erstellen, sich austauschen, ergänzen usw.

Meine Reflexion: Eine Siloarbeit heutzutage ist nicht mehr denkbar. Wissen teilen und kollaboratives Lehren und Lernen ist sehr wichtig.

Der Zugang zu dem Quiz als Schüler läuft über einen Email-Account oder einen Link.

Nach der Pause hat Bulent, der Lehrer die Plattform „edmodo“ vorgestellt. https://www.edmodo.com.

„Edmodo“ ist ein digitaler Klassenraum mit besonderen und unbegrenzten Abspeicherung von Aufgaben, Quiz, Lernprozessen, usw. Diese Plattform ist auch eine sogennante Community wo Lehrer, Schüler und Eltern involviert sind.  Die Gestaltung und das Layout erinnere mich ein bisschen an Facebook.

Heute wurde diese Plattform nur ganz kurz eingeführt. Als Hausaufgabe müssen wir intuitiv zu Hause alle Funktionen ausprobieren bzw. entdecken. Morgen werden wir damit arbeiten.

Wir haben uns im Lehrermodus angemeldet und können unsere eigenen Kurse erstellen. Ich finde es ist eine super Plattform, wo man nicht nur seine Kurse digital verwaltet kann, sondern auch mit anderen Dozenten und Eltern kommunizieren bzw. sich austauschen kann.

Heute haben wir viel gelernt. Es war aber auch sehr anstrengt so viele Stunden mit unterschiedlichen Geräten (zwischen Tablet, Laptop und Mobil) zu arbeiten. Ein paar Pausen dazwischen mit frischer Luft waren sehr willkommen.

Tag 3, Mittwoch, 15.05.2019

Heute Morgen wurde eine kleine Stadtführung zu Fuß für alle Teilnehmer von der Erasmus Gruppe angeboten. Es war ganz interessant die Stadt in dieser Art und Weise zu entdecken. Danach hatten wir ein bisschen Zeit etwas zu essen. Um 13:30 Uhr hat der Kurs pünktlich begonnen.

Heute wurde zum Beginn die App „Quizlet“ vorgestellt. Mit Quizlet kann jeder Inhalte lernen und nutzen, die von anderen Nutzern erstellt wurden, oder eigene Lernsets erstellen.

Zuerst haben wir aus der Perspektiven eines Schülers ein paar Lernsets wie Karteikarten, Frage/Antwort, Test, Zuordnen und als Spiel ausprobiert. Danach haben wir live in Zwei Gruppen gespielt. Es war eine schöne Erfahrung, da wir als Gruppe die gleiche Frage in jedem Tablet erhalten haben, aber die Antwort war nur auf einem Tablet der Gruppemitglieder eingeblendet. Also mussten wir nicht nur auf unseren Bildschirm, sondern auch auf den Bildschirmen der anderen aufpassen.

Der Zugang zum Quizlet erfolgt über eine email-Account von Google oder Facebook.

Diese App kann man ganz gut für Sprachtrainings benutzen oder für das Erlernen bestimmte Begriffe. Ich persönlich bevorzuge für das Vokabellernen Wort + Bild statt die beiden Begriffe direkt zu übersetzen. Die App besitzt eine Datenbank von Bildern und Grafiken, was die Gestaltung der Lernsets benutzerfreundlicher macht.

Nach der Pause wurde die App „Studystack“ eingeführt. Im Grunde ist es sehr ähnlich wie die Quizlet App. Man kann bestehende Karten herausholen und benutzen oder seine eigenen Lernkarten erstellen. Es ist geeignet für Sprachenlernen bzw. Vokabeln lernen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Karten zu verwenden: Als Flashcards, Hangman, Hungry Bug, Matching, Crossword oder QuizStudystack. Im Vergleich zum Quizlet kann man keine Bilder hinzufügen. Der Ablauf der Nutzung dieser App war wie die o.g.

Der Browser „Lyrictraining“ www.lyricstraining.com wurde vorgestellt. Diese Plattform ist ideal für Sprachtrainings. Man kann ein bestimmtes Lied nach Zielsprache finden und den Text mit ein paar Übungen wie z. B. Wort ergänzen, verwenden. Man hat auch die Möglichkeit, diese Übung nach Sprachniveau anzupassen.

Ich finde eine super Plattform zur Übung der Aussprache, Sprechtraining, usw. Ich würde sie aber für Fortgeschrittene Teilnehmer benutzen. Der Zugang erfolgt zu einem Facebook Konto.

Eine andere App zum Sprachtraining ist „Funeasylearn“. Man kann Vokabeln lernen. Diese App kann man nur aus der Schülerperspektiven nutzen. Als Lehrermodus ist es leider nicht möglich.

Diese App könnte ich mir vorstellen, meinen Schüler für das Selbstlernen oder Ergänzungen des Kurses zu empfehlen. Eine sehr gute Übung ist die Aussprache von Wörtern.

Zum Schluss wurde www.geoguessr.com kurz eingeführt. Hier werden Fotos von Landschaften, Städte, Gebäude, Denkmäler, usw. dargestellt. Der Nutzer kann sein Wissen über die Bilder testen bzw. erkunden.

Ich könnte mir vorstellen, „Geoguessr“ für den Unterricht in Landeskunde, Sprachen, Kulturen usw., als Warm-up eines Themas zu nutzen.

Wie gestern haben wir heute viele neue Apps kennengelernt und ausprobiert. Es ist immer spannend, wenn man selber den Inhalt erstellen kann. Morgen geht es um Virtual Reality. Ich freue mich schon darauf!!!

Tag 4, Donnerstag, 16.05.2019

Heute haben wir mit dem Browser „Learningapps“ www.learningapps.org begonnen. Dieser Browser unterstützt Lern- und Lehrprozesse mit kleinen interaktiven multimedialen Bausteinen, die online erstellt und in Lerninhalte eingebunden werden. Es gibt viele Kategorien und man kann eine bestehende Vorlage bearbeiten bzw. anpassen.

Wie gewohnt haben wir diesen Browser zuerst aus der Schülerperspektive verwendet. Danach hat jeder seine eigene App kreiert bzw. angepasst.

Ein Beispiel von mir:

https://learningapps.org/display?v=p038d0go319

Nach der Pause hatten wir einen kurzen Input über das Thema „Gamification“ erhalten. Danach wurde der Browser www.go.edpuzzle.com eingeführt, wo wir das Thema Gamification mit kurzen Videos vertiefen konnten. Es gab auch die Möglichkeit, eine kleine Zertifizierung als Nutzer zu erhalten.

Wir haben mit der Nutzerzertifizierung begonnen aber Aufgrund der geringen Zeit, mussten wir das abbrechen.

Danach haben wir uns als Dozenten angemeldet. Dort konnten wir einen Klassenraum erstellen, um bestehende Videos von YouTube, TED-Talks zu bearbeiten. Ich habe z. B. ein paar Fragen gestellt, Kommentare eingefügt und ein paar Feedbacks gegeben.

Mit diesem Browser kann man viele Videos für den Unterricht verwenden. Es ist eine tolle Plattform. Ich würde es weiter benutzen.

Nach der zweiten Pause haben wir einen Input erhalten zum Thema Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Wir werden die Präsentation am Ende des Kurses erhalten.

Als Hausaufgabe sollten wir die App HR Reveal herunterladen.

Ich habe das Gefühl, dass wir so viele neue Apps und Browsers kennenlernen. Es ist die Gefahr, dass man von vielen Angeboten überfordert sein kann. Ich würde mir zuerst nur ein paar Apps auswählen, die mir ganz gut gefallen, beginnen und vertiefen. Danach werde ich die anderen auch weiter verfolgen.

Es ist auch wichtig, die Frage zu stellen, ob man in Richtung Gamification oder Digital Game Based Learning geht.

Tag 5, Freitag, 17.05.2019

Heute ist Freitag, der letzte Tag unseres Kurses. Es regnet (typisches Wetter in Dublin) aber nicht für uns. Die ganze Woche war sehr schön. Die Zeit ist rasant vergangen. Ich hatte viel Spaß beim Lernen. Wie gewohnt haben wir pünktlich begonnen. Man spürt schon die Müdigkeit im Raum. Man ist nicht mehr agil und kreativ. Wahrscheinlich ist es normal. Wir haben in den letzten Tagen 5 Stunden täglich mit verschiedenen Geräten bzw. Apps voll konzentriert gearbeitet.

Heute haben wir mit der App „HP Reveal“ begonnen. Da ich mit mehreren iOS Geräten arbeite, habe ich Probleme beim Herunterladen dieser App. Am Ende musste ich mit einem Kollegen zusammenarbeiten.

HRReveal

Diese App bietet Interaktion zwischen physischen Objekten mit Augmented Reality (AR).  Man kann sie für Erklärung komplexer Begriffe nutzen. Man kann z. B. Bild mit Video interagieren. Wir haben den gleichen Ablauf wie immer verfolgt: Erklärung – Mitmachen – Ausprobieren und Zeigen.

Augmentedreality

Die zweite App hieß „Augmented Class“. Diese App ist so ähnlich wie HP Reveal. Ganz positiv bei dieser App fand ich, ist die Möglichkeit Text einzufügen. Ich könnte mir vorstellen, Bilder bzw. Videos mit Texten und Augmented Class zu interagieren.

Die App lässt sich leicht zu bedienen. Voraussetzung ist eine gute Internetverbindung, da viele Geräte bzw. Nutzer im Raum gleichzeitig arbeiten bzw. interagieren.

Nach der Pause hatten wir die App „Expeditions“ von Google ausprobiert. Dort gibt es mehr als 230 virtuelle Ausflüge als AR (Augmented Reality) und VR (Virtuelle Reality), die man an seine Schüler weitergeben kann und pädagogische sinnvolle Diskussionen über das jeweilige Themengebiet ermöglichen kann. Es ist eine tolle App, aber nimmt viel Kapazität in dem Mobil bzw. Tablet.  Wir haben die Erklärung erhalten und ausprobiert, aber viele der Teilnehmer konnten weiter nicht arbeiten, da die Geräte zu viel Speicher benötigen.

Zum Schluss wurden zwei Apps vorgestellt, die man auch mit AR und VR für pädagogische Zwecke nutzen könnte. Einige Apps davon dienen nur zur Verwendung bestehende Videos. Mit anderen Apps könnte man es anpassen oder selber kreieren, aber es ist sehr aufwändig. Da die Zeit so knapp war, konnten wir leider nicht beide Apps vertiefen. Ich würde das aber machen, da ich dieses Thema sehr interessant finde.

Die Arbeit mit Apps für AR und VR im Unterricht finde ich toll. Die Umsetzung in der Realität ist es aber schwierig, da die Ausstattung (Brille, Smartphone, Tablets und schnelles Internet) nicht in vielen Schulen vorhanden sind.  Es gibt natürlich viele Lösungen. Ganz wichtig ist es: „Machen und Ausprobieren“.

Der Kurs endete mit der Übergabe den Zertifikaten.

Ich könnte mir vorstellen, ein Projekt mit Online Game Based Learning und Augmented Reality mit und für VHS und Schulen in Schleswig-Holstein zu entwickeln, wo Content und Anwendung ausgetauscht und weiterentwickeln wird. Was halten Sie davon?

Vielen Dank! Es war wieder eine schöne Lernzeit.