Anreise nach Dublin
Am Samstag, den 15.08.2026, begann unsere Reise nach Dublin. Nach der Ankunft machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft und konnten dort ohne Probleme einchecken. Nach der Anreise war es schön, zunächst etwas zur Ruhe zu kommen und sich auf die kommenden Tage einzustellen.
Ich war gespannt darauf, welche neuen Anregungen ich aus dem Seminar für meine Arbeit im Bereich der Alphabetisierung mitnehmen würde. Gleichzeitig freute ich mich darauf, Lehrkräfte aus verschiedenen europäischen Ländern kennenzulernen und mich mit ihnen über ihre Erfahrungen, Unterrichtsmethoden und unterschiedlichen Arbeitsbereiche auszutauschen.
Am Sonntag hatten wir noch einen freien Tag, bevor das Seminar begann. Deshalb nutzten wir die Gelegenheit, Dublin in Ruhe zu erkunden und uns einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen.
Bei unserem Rundgang konnten wir verschiedene Seiten Dublins kennenlernen. Besonders interessant fand ich die Mischung aus historischen Gebäuden, belebten Straßen und modernen Bereichen. Überall begegneten uns Hinweise auf die Geschichte und Kultur Irlands, gleichzeitig wirkte die Stadt offen und international.
Der Sonntag war für mich ein angenehmer Einstieg in unseren Aufenthalt. Wir konnten erste Eindrücke sammeln, uns orientieren und uns anschließend auf den ersten Seminartag am Montag vorbereiten.
Montag, 17.08.2026 – Erster Seminartag

Am Montag startete unser Seminar in der Teacher Academy. Unsere Gruppe bestand aus 13 Teilnehmenden aus mehreren europäischen Ländern. Schon zu Beginn fiel mir auf, wie unterschiedlich die beruflichen Erfahrungen innerhalb der Gruppe waren. Manche arbeiteten im Fremdsprachenunterricht, andere unterrichteten Fächer wie Mathematik oder Geschichte. Einige Lehrkräfte hatten außerdem Erfahrung im Unterricht mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Unterstützungsbedarfen.
Der Vormittag begann mit mehreren Kennenlernaktivitäten. Zunächst tauschten wir uns in kleinen Gesprächen über unsere beruflichen Hintergründe aus. Dadurch entstand schnell eine offene und angenehme Atmosphäre. Für mich war es interessant zu erfahren, wie unterschiedlich Unterricht in anderen Ländern organisiert wird und welche Methoden die anderen Teilnehmenden in ihrer täglichen Arbeit einsetzen.
Eine weitere Aufgabe bestand darin, mit möglichst vielen Personen aus der Gruppe ins Gespräch zu kommen. Dafür erhielten wir ein Arbeitsblatt mit verschiedenen Fragen. Wir sollten die Fragen gegenseitig stellen und die Antworten der jeweiligen Person notieren. Durch diese Übung kamen wir mit vielen Teilnehmenden in Kontakt und erfuhren gleichzeitig mehr über ihre Interessen und Erfahrungen.
Für meine Arbeit in der Alphabetisierung fand ich diese Form des Kennenlernens besonders interessant. Eine solche Aktivität könnte mit einfachen Fragen, Bildern oder einzelnen Begriffen auch für Lernende mit noch geringen Lese- und Schreibkenntnissen vorbereitet werden. So könnten die Teilnehmenden gleichzeitig neue Wörter kennenlernen und einfache mündliche Kommunikation üben.
Im weiteren Verlauf des Tages sollten wir ein persönliches und ein berufliches Ziel für die Zeit in Dublin aufschreiben. Anschließend wurden einige dieser Erwartungen gemeinsam besprochen. Für mich stand vor allem im Vordergrund, neue Ideen und Methoden kennenzulernen, die ich später in meinen Alphabetisierungskursen einsetzen kann.
Am Ende des Unterrichtstages fand ein gemeinsames Treffen mit Teilnehmenden aus verschiedenen Kursen der Teacher Academy statt. Alle konnten eine kleine Spezialität aus ihrem Heimatland mitbringen. Herr Rashidi und ich hatten Haribo aus Deutschland dabei. Durch diese lockere Veranstaltung ergaben sich viele weitere Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Ländern.



Nach dem Seminar nutzten wir die Zeit, um Dublin weiter zu entdecken. Dabei besuchten wir unter anderem die Christ Church Cathedral und die St Patrick’s Cathedral. Besonders gefallen haben mir die historischen Gebäude und die besondere Atmosphäre rund um diese Sehenswürdigkeiten. Der erste Seminartag verband für mich damit neue fachliche Eindrücke, internationale Begegnungen und erste kulturelle Erfahrungen in Dublin.



Dienstag, 18.08.2026 – CLIL, Sprache und Lernstrategien
Der zweite Seminartag begann mit einer kleineren Gruppe von neun Personen. Dadurch konnten wir viele Aufgaben in überschaubaren Teams bearbeiten und intensiver miteinander ins Gespräch kommen.
Zu Beginn zeigte uns die Dozentin ein Video, das anschließend gemeinsam ausgewertet wurde. Danach folgte eine Kennenlernaufgabe mit dem Titel „Find five things you have in common“. Die Aufgabe bestand darin, Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppe zu entdecken, die nicht sofort offensichtlich waren. In meiner Gruppe stellten wir unter anderem fest, dass wir alle Frauen sind, Sprachen unterrichten und zu Fuß zur Teacher Academy kommen.
Mir gefiel an dieser Übung besonders, dass sie Kommunikation auf eine unkomplizierte Weise fördert. Für Alphabetisierungskurse könnte ich mir eine vereinfachte Variante gut vorstellen. Denkbar wären beispielsweise Bildkarten, Symbole oder sehr kurze Fragen. So könnten auch Teilnehmende mit geringen Schriftsprachkenntnissen miteinander sprechen und gleichzeitig neue Wörter anwenden.
Im weiteren Verlauf beschäftigten wir uns ausführlich mit CLIL, also Content and Language Integrated Learning. Dabei geht es darum, Sprache nicht isoliert zu unterrichten, sondern sie mit einem konkreten Sachthema zu verbinden.
Die Dozentin erläuterte fünf zentrale Bereiche von CLIL: Content, Cognition, Communication, Culture und Competence.
Unter Content versteht man die fachlichen Inhalte, die im Unterricht vermittelt werden.
Cognition bezieht sich auf die Denkprozesse der Lernenden, zum Beispiel Vergleichen, Ordnen oder Schlussfolgern.
Communication beschreibt die sprachlichen Mittel, die benötigt werden, um über ein Thema zu sprechen und Aufgaben zu bearbeiten.
Culture berücksichtigt unterschiedliche kulturelle Hintergründe, Erfahrungen und Sichtweisen.
Competence bedeutet, dass Lernende das neu erworbene Wissen und die Sprache zunehmend selbstständig anwenden können.

Für meinen Alphabetisierungsunterricht war besonders interessant, dass diese Bereiche auch auf sehr einfache Lernstufen übertragen werden können. Ein Alltagsthema kann beispielsweise genutzt werden, um gleichzeitig Buchstaben, Wörter, Bilder und kurze Sätze miteinander zu verbinden.
In einer praktischen Gruppenaufgabe sollten wir anschließend eine Unterrichtseinheit zum Thema „The Solar System“ entwerfen. Dabei mussten wir überlegen, welche Sachinformationen wichtig sind, welche Denkprozesse benötigt werden und welche sprachlichen Mittel die Lernenden brauchen.
Später ging es um verschiedene Thinking Skills. Dazu gehörten unter anderem Vergleichen, Kategorisieren, Ordnen, Vorhersagen und Begründen. Diese Fähigkeiten lassen sich ebenfalls in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen trainieren.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Unterschied zwischen Alltagssprache und akademischer Sprache. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Sprache der Lehrkraft an das jeweilige Lernniveau anzupassen.
Gerade in Alphabetisierungskursen ist dies für mich von großer Bedeutung. Wenn Arbeitsaufträge oder neue Begriffe zu kompliziert formuliert sind, können Lernende schnell den Zugang zur eigentlichen Aufgabe verlieren. Deshalb möchte ich neue Wörter möglichst verständlich einführen und schwierigere Begriffe erst nach und nach ergänzen.
Danach beschäftigten wir uns mit der Bloom’s Taxonomy. Die sechs Bereiche Remembering, Understanding, Applying, Analysing, Evaluating und Creating zeigen, dass Lernen in unterschiedlichen Stufen erfolgen kann.
Auch hier konnte ich einen Bezug zu meiner Arbeit herstellen. In einem Alphabetisierungskurs kann der Lernprozess beispielsweise mit dem Wiedererkennen eines Buchstabens beginnen. Danach können Laute zugeordnet, Wörter gelesen, einfache Bedeutungen verstanden und später kurze eigene Sätze formuliert werden.
Zum Ende des Seminartages beschäftigten wir uns noch mit Möglichkeiten der Wortschatzarbeit und mit verschiedenen aktiven Lernformen. Besonders wichtig war dabei die Idee, dass Lernende möglichst selbst handeln, ausprobieren und miteinander kommunizieren sollen.
Nach dem Seminar nutzten wir den Nachmittag für weitere kulturelle Eindrücke. Wir besuchten das National Museum of Ireland, die National Gallery of Ireland und die National Library of Ireland.
Ein besonderer Höhepunkt war für mich der Besuch des Trinity College. Vor allem die historische Bibliothek, der Long Room und das Book of Kells hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die besondere Atmosphäre dieses Ortes und die Verbindung von Geschichte, Kultur und Bildung machten den Besuch für mich sehr interessant.



Mittwoch, 19.08.2026 – Bloom’s Taxonomy und Cognitive Discourse Functions
Am Mittwoch lag der Schwerpunkt zunächst auf unterschiedlichen Formen von Aufgabenstellungen. Anhand der Bloom’s Taxonomy beschäftigten wir uns damit, welche Verben in Arbeitsaufträgen verwendet werden und welche Art von Leistung dadurch von den Lernenden erwartet wird.
Dabei wurde deutlich, dass Begriffe wie „beschreiben“, „erklären“, „vergleichen“ oder „bewerten“ ganz unterschiedliche Anforderungen stellen. Einige Teilnehmende berichteten aus ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lernbedürfnissen und machten darauf aufmerksam, dass solche Begriffe nicht für alle Lernenden selbstverständlich verständlich sind.
Für meine Arbeit in der Alphabetisierung war dieser Austausch besonders hilfreich. Gerade bei Teilnehmenden mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen ist es wichtig, Aufgaben möglichst klar, einfach und eindeutig zu formulieren. Eine fachlich passende Aufgabe kann schnell zu schwierig werden, wenn bereits die Arbeitsanweisung nicht verstanden wird. Deshalb möchte ich künftig noch stärker darauf achten, kurze Sätze, bekannte Wörter und bei Bedarf auch Bilder oder Beispiele zur Unterstützung einzusetzen.
Im weiteren Verlauf des Tages lernten wir die Cognitive Discourse Functions, kurz CDFs, kennen. Diese beschreiben verschiedene sprachliche und gedankliche Handlungen, die Lernende im Unterricht benötigen.
Dazu gehören:
Describe – etwas beschreiben
Define – einen Begriff bestimmen oder erklären
Classify – Informationen ordnen und Gruppen zuweisen
Explore – ein Thema untersuchen und Informationen sammeln
Explain – etwas verständlich erklären
Evaluate – eine Einschätzung oder Beurteilung vornehmen
Report – Informationen weitergeben
Die einzelnen Funktionen bauen teilweise aufeinander auf. Describe, Define und Classify helfen zunächst dabei, neue Inhalte wahrzunehmen und zu ordnen. Explore und Explain unterstützen ein tieferes Verständnis. Evaluate und Report verlangen anschließend eine stärkere eigenständige Nutzung des erworbenen Wissens.
Für die Alphabetisierung können diese Schritte deutlich vereinfacht eingesetzt werden. Eine Aufgabe könnte beispielsweise damit beginnen, dass die Lernenden ein Bild betrachten und einzelne Gegenstände benennen. Danach könnten passende Wörter zugeordnet, einfache Unterschiede erkannt oder kurze Aussagen formuliert werden. Mit zunehmender Sicherheit beim Lesen und Schreiben können die Aufgaben nach und nach erweitert werden.
Nach dem Unterricht besuchten wir Kilmainham Gaol. Unsere Dozentin hatte uns zuvor den hilfreichen Tipp gegeben, am Morgen nach kurzfristig verfügbaren Eintrittskarten zu suchen. Dadurch konnten wir tatsächlich noch Tickets für den Besuch erhalten.
Der Rundgang durch das ehemalige Gefängnis war für mich sehr beeindruckend. Wir erfuhren dort viel über die irische Geschichte und insbesondere über den Kampf um die Unabhängigkeit Irlands. Die alten Zellen, die verschiedenen Bereiche des Gefängnisses und die Geschichten der dort inhaftierten Menschen vermittelten einen sehr persönlichen Eindruck von den damaligen Ereignissen.
Der Besuch war für mich eine interessante Ergänzung zum Seminar, weil wir dadurch nicht nur fachliche Inhalte kennengelernt, sondern auch einen weiteren wichtigen Teil der Geschichte und Kultur Irlands erlebt haben.
Donnerstag, 20.08.2026 – Digitale Unterrichtsmethoden und künstliche Intelligenz
Am Donnerstag stand der Seminartag ganz im Zeichen digitaler Unterrichtsmöglichkeiten und künstlicher Intelligenz. Für mich war dieser Tag besonders spannend, weil viele der vorgestellten Anwendungen direkt auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen angepasst werden können.
Zu Beginn lernten wir ClassroomScreen kennen. Die Anwendung bietet verschiedene Funktionen, mit denen Unterricht übersichtlich organisiert werden kann. Dazu gehören beispielsweise Timer, Gruppeneinteilungen, Symbole, Arbeitsaufträge und weitere visuelle Hilfen.
Gerade im Alphabetisierungsunterricht können solche visuellen Elemente eine gute Unterstützung sein. Wenn Lernende noch Schwierigkeiten beim Lesen längerer Arbeitsanweisungen haben, können Bilder, Symbole und kurze Hinweise dabei helfen, Aufgaben schneller zu verstehen und selbstständiger zu bearbeiten.
Anschließend wurde Classroom Zen vorgestellt. Auch dieses digitale Werkzeug bietet verschiedene Möglichkeiten für den Unterricht, unter anderem für Wortschatzarbeit, Rechtschreibung und Schreibübungen. Solche Anwendungen könnten ergänzend eingesetzt werden, um Wörter häufiger zu wiederholen und Lerninhalte abwechslungsreicher zu gestalten.
Besonders interessant fand ich Diffit AI. Mit diesem Programm können Unterrichtsmaterialien erstellt und an unterschiedliche Lernstände angepasst werden. Gemeinsam mit Herrn Rashidi richtete ich einen Testzugang ein und wir probierten verschiedene Funktionen aus.
Für meine Alphabetisierungskurse sehe ich hier einen großen Vorteil. Ein Thema kann beispielsweise zunächst nur mit Bildern und einzelnen Buchstaben eingeführt werden. Danach können Laute, Silben und kurze Wörter hinzukommen. Auf einem höheren Lernstand lassen sich daraus einfache Sätze und kleine Texte entwickeln.
Auch die Verbindung mit Alltagsthemen gefällt mir sehr. Inhalte wie Einkaufen, Familie, Wohnen, Arztbesuch, Arbeit oder Behördengänge spielen im Leben vieler Teilnehmender eine wichtige Rolle. Solche Themen können gleichzeitig für Wortschatzarbeit sowie für Lese- und Schreibübungen genutzt werden.
Nach einer Pause beschäftigten wir uns mit verschiedenen Formen der Aussprache im Englischen. Dabei wurde deutlich, dass Sprache je nach Region und Herkunft unterschiedlich klingen kann. Für mich war dieser Austausch interessant, weil auch im Deutschunterricht unterschiedliche Aussprachen und individuelle sprachliche Hintergründe eine Rolle spielen.
Im nächsten Teil des Seminars lernten wir, mit Google AI Studio eigene Hörmaterialien zu erstellen. Herr Rashidi und ich entwickelten gemeinsam einen kurzen Dialog zwischen einem Arzt und einer Migrantin aus der Ukraine. Dieser Dialog wurde anschließend mit zwei unterschiedlichen Stimmen als Audiodatei umgesetzt.
Für meinen Unterricht bietet diese Möglichkeit viele interessante Ansätze. Eine Hörübung könnte beispielsweise mit einzelnen Lauten oder Wörtern beginnen. Die Lernenden könnten das passende Bild auswählen oder den gehörten Laut einem Buchstaben zuordnen.
Später könnten kurze Sätze und einfache Dialoge eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben miteinander verbinden. Auch weitere Übungen wie Zuordnungen, Lückentexte oder einfache Verständnisfragen können passend zum Hörtext erstellt werden.
Im weiteren Verlauf stellte uns die Dozentin außerdem NotebookLM vor. Dort können eigene Dokumente und Materialien genutzt und mit Hilfe künstlicher Intelligenz weiterbearbeitet oder zusammengefasst werden.
Der Donnerstag zeigte mir besonders deutlich, wie digitale Werkzeuge dazu beitragen können, Materialien individueller und flexibler zu gestalten. Für Alphabetisierungskurse ist dies hilfreich, weil innerhalb einer Gruppe oft sehr unterschiedliche Lernstände vorhanden sind.
Nach dem Seminar gingen wir erneut durch Dublin und besuchten unter anderem Temple Bar. Dort herrschte eine ganz andere Stimmung als während des Unterrichts. Die vielen Menschen, die Musik und die zahlreichen Restaurants und Pubs sorgten für eine lebendige Atmosphäre.



Freitag, 21.08.2026 – Letzter Seminartag
Am Freitag stand bereits der letzte gemeinsame Seminartag auf dem Programm. Zu Beginn beschäftigten wir uns mit dem Thema Migration. In der Gruppe sammelten wir unterschiedliche Gründe dafür, warum Menschen ihr Herkunftsland verlassen. Genannt wurden unter anderem wirtschaftliche Schwierigkeiten, politische Probleme, bessere berufliche Chancen, Bildung, Familienzusammenführung und klimatische Veränderungen.
Anschließend arbeiteten wir mit historischen Bildern und kurzen Texten. Dabei sollten wir überlegen, welche Migrationsgeschichten hinter den dargestellten Personen stehen könnten und welche Ursachen eine Auswanderung möglicherweise hatte.
Eine der umfangreicheren Aufgaben wurde in mehreren Arbeitsphasen durchgeführt. Jede Gruppe erhielt einen Text, der in der Mitte eines großen A3-Blattes befestigt wurde. In der ersten Runde sollten unbekannte oder schwierige Wörter markiert und erklärt werden.
Danach wurde das Blatt an eine andere Gruppe weitergegeben. Diese sollte eine geeignete Überschrift für den Text finden. Zusätzlich wurde auch eine künstliche Intelligenz nach einem möglichen Titel gefragt. In der nächsten Runde bestand die Aufgabe darin, den Inhalt des Textes mit nur wenigen Wörtern zusammenzufassen.
Anschließend wurden Fragen zum Text formuliert, die später von einer anderen Gruppe beantwortet werden mussten. Zum Schluss wurde der Inhalt noch durch eine Zeichnung dargestellt.
Mir gefiel an dieser Methode besonders, dass ein Text nicht nur gelesen, sondern auf sehr unterschiedliche Weise bearbeitet wurde. Für meinen Alphabetisierungsunterricht lässt sich diese Übung deutlich vereinfachen. Anstelle eines längeren Textes könnte beispielsweise ein Bild, ein einzelnes Wort oder ein sehr kurzer Satz verwendet werden. Die Lernenden könnten Buchstaben erkennen, Wörter einem Bild zuordnen oder gemeinsam einfache Begriffe sammeln.
Nach einer kurzen Pause folgte eine weitere Gruppenaktivität. Wir erhielten jeweils verschiedene Teile unvollständiger Bilder. Die fehlenden Teile waren bei anderen Personen im Raum verteilt. Deshalb mussten wir miteinander sprechen, Fragen stellen und nach den passenden Teilen suchen.
Diese Aufgabe fand ich für meine eigene Arbeit besonders interessant. Im Alphabetisierungsunterricht könnten anstelle von Bildteilen beispielsweise einzelne Buchstaben oder Silben verteilt werden. Die Teilnehmenden müssten dann den passenden Buchstaben beziehungsweise die passende Silbe finden und könnten daraus gemeinsam Wörter zusammensetzen. Dadurch werden Bewegung, Kommunikation und das Lernen von Schrift miteinander verbunden.
Zum Ende des Seminartages erhielten wir noch Informationen über Hurling, eine traditionelle irische Sportart. Die Dozentinnen zeigten uns dazu Videos und erklärten einige Grundlagen.
Danach machten wir gemeinsam ein Gruppenfoto. Anschließend wurden die Teilnahmezertifikate feierlich überreicht. Damit endete unsere Seminarwoche in der Teacher Academy.

Nach dem Unterricht fuhren wir nach Howth. Dort konnten wir die Umgebung von Dublin noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Besonders schön fand ich die Atmosphäre rund um den Hafen und die Küste. Das Meer, die Boote und die ruhigere Umgebung bildeten einen angenehmen Gegensatz zum lebhaften Zentrum Dublins.
Nach den vielen neuen Eindrücken der Seminarwoche war der Aufenthalt in Howth eine schöne Möglichkeit, den letzten Kurstag entspannt ausklingen zu lassen.


Samstag, 22.08.2026 – Ausflug nach Nordirland
Am Samstag stand kein Unterricht mehr auf dem Programm. Deshalb nutzten wir den Tag für einen Ausflug zur Game of Thrones Studio Tour in Nordirland. Die Fahrt von Dublin dauerte ungefähr eineinhalb Stunden.
Während des Besuchs konnten wir zahlreiche originale Kulissen, Kostüme und Requisiten aus der Serie sehen. Besonders interessant war für mich, wie viele einzelne Arbeitsschritte notwendig sind, um eine solche Produktion entstehen zu lassen.
Neben den bekannten Kulissen konnten wir auch sehen, welchen Anteil Kostümdesign, Masken, Bühnenbau und technische Effekte an der Entstehung der einzelnen Szenen haben. Dadurch bekam man einen ganz anderen Eindruck von der Arbeit, die hinter einer großen Film- und Fernsehproduktion steckt.
Der Ausflug war abwechslungsreich und bildete einen schönen Abschluss unseres Aufenthalts.

Sonntag, 23.08.2026 – Rückreise
Am Sonntag war schließlich unsere Rückreise geplant. Nach dem Aufenthalt in Dublin machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen zurück nach Hamburg. Von dort aus fuhren wir anschließend weiter nach Tornesch.
Nach dieser intensiven Woche kehrten wir mit vielen neuen Eindrücken, fachlichen Anregungen und persönlichen Erinnerungen nach Hause zurück.
Kurze Zusammenfassung
Die Weiterbildung in Dublin war für mich eine sehr interessante und hilfreiche Erfahrung. Besonders wertvoll fand ich, dass viele Unterrichtsmethoden nicht nur vorgestellt, sondern von uns selbst ausprobiert wurden.
Für meine Tätigkeit im Bereich der Alphabetisierung konnte ich zahlreiche neue Ideen sammeln. Besonders wichtig war für mich die Frage, wie Lernmaterialien an unterschiedliche Lernstände angepasst werden können. Nicht alle Teilnehmenden verfügen über die gleichen Kenntnisse beim Lesen und Schreiben. Deshalb müssen Aufgaben so gestaltet werden, dass sie weder überfordern noch unterfordern.
Viele der kennengelernten Methoden lassen sich für meinen Unterricht vereinfachen. Buchstaben, Laute, Silben, Bilder und kurze Wörter können beispielsweise miteinander verbunden werden. Schritt für Schritt können daraus einfache Sätze und kleine Texte entstehen.
Auch die digitalen und KI-gestützten Anwendungen waren für mich sehr interessant. Sie bieten die Möglichkeit, Materialien individueller vorzubereiten und verschiedene Übungen zum Hören, Lesen, Schreiben und zum Wortschatz zu erstellen.
Ein weiterer wichtiger Punkt war für mich die verständliche Formulierung von Aufgaben. Gerade im Alphabetisierungsunterricht müssen Arbeitsanweisungen möglichst klar und übersichtlich sein. Bilder, Symbole und Beispiele können dabei zusätzlich unterstützen.
Sehr bereichernd war außerdem der Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Arbeitsbereiche führten während der Seminarwoche zu vielen interessanten Gesprächen.
Neben der fachlichen Weiterbildung hatten wir auch die Möglichkeit, Dublin und seine Umgebung kennenzulernen. Die Besuche kultureller und historischer Orte sowie die verschiedenen Ausflüge machten die Mobilität für mich auch persönlich zu einer besonderen Erfahrung.
Insgesamt nehme ich aus dieser Woche viele neue Ideen mit, die ich in Zukunft in meinen Alphabetisierungskursen ausprobieren und entsprechend den Bedürfnissen meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterentwickeln möchte.






















































































