Artificial Intelligence for Education: Exploring the Frontiers of ICT in Helsinki

Helsinki 3.8.2026-8.8.2026

Lerntagebuch von Ilenia Faroldi

03.08.2026

Ich starte den Tag mit einem herzlichen „Hyvää päivää!“ – „Guten Tag“ auf Finnisch – und einem Cappuccino. Die Finnen sind echte Kaffeeliebhaber, deshalb bekommt man in Helsinki fast überall einen ausgezeichneten Kaffee.

Gut gestärkt spaziere ich am Töölönlahti entlang, einem wunderschönen Park im Herzen Helsinkis, bevor ich schließlich die Schule erreiche.

Eine finnische Besonderheit fällt mir sofort auf: In der Schule gilt das Motto „Schuhe aus!“. Deshalb laufen alle – Lehrkräfte und Teilnehmende – ganz selbstverständlich in Socken durch das Gebäude. Das sorgt für eine entspannte und gemütliche Atmosphäre.

Heute findet unser Kurs im Raum „Sisu“ statt. Schon fühlen wir uns ein bisschen wie zu Hause und werden von unserer Trainerin herzlich begrüßt.

David, mein Lehrer-Kollege aus Elmshorn, entdeckt gleich eine finnische Besonderheit: die Fenster. Er wundert sich, warum es zwei Fenster hintereinander gibt – typisch Finnland!

Dann kann der Kurstag beginnen!

Zunächst erhalten wir eine Einführung in das Thema Künstliche Intelligenz. Anschließend präsentieren wir unsere Volkshochschule.

Unsere Kolleginnen und Kollegen im Kurs sind sehr neugierig und interessieren sich besonders für das System der Volkshochschulen in Deutschland. Es entstehen viele spannende Fragen und ein interessanter Austausch.

Unsere internationalen Kolleginnen und Kollegen kommen aus verschiedenen Ländern. Im Laufe des Tages lernen wir ihre Bildungssysteme kennen und tauschen uns über Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus. So erhalten wir spannende Einblicke in den Schulalltag und die Erwachsenenbildung in den jeweiligen Ländern.

Erster Tag geschafft!

Motto des Tages:

Das Highlight des Tages für mich: In Helsinki hat gerade ein neues Café eröffnet – das Mumin-Café! Ich bin sofort begeistert und überrede mehrere Kolleginnen und Kollegen mitzukommen.

Das Ergebnis? Die beste und schönste Waffel, die ich je gegessen habe. Ein perfekter Abschluss für einen gelungenen Tag!

04.08.2026

Der Tag begann mit einer spannenden Einführung in die finnische Kultur. Dabei lernten wir typische Begriffe und Traditionen kennen: die Mumins, Marimekko, Salmiakki, Sisu, die Aurora Borealis und das Sommer-Mökki. Natürlich durfte auch eine Kostprobe von Salmiakki nicht fehlen. Das salzige Lakritz sorgte für gemischte Reaktionen – neugierig probiert wurde es von allen, geliebt allerdings nicht immer!

Doch dann wartete die Arbeit auf uns. Wir beschäftigten uns intensiv mit dem Thema Prompting und lernten zahlreiche nützliche KI-Tools kennen. Wir konnten sie direkt ausprobieren, ihre Möglichkeiten entdecken und sie gleichzeitig auch kritisch hinterfragen. So wurde schnell deutlich, dass nicht jedes Tool für jeden Zweck gleichermaßen geeignet ist.

Anschließend probierten wir verschiedene KI-Tools aus und diskutierten ihre Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.

  • Curipod unterstützt Lehrkräfte bei der Erstellung interaktiver Unterrichtsstunden mit Umfragen, Quizzen und kreativen Aufgaben.
  • Twee hilft beim Erstellen von Sprachübungen, Fragen, Dialogen und Unterrichtsmaterialien – besonders für den Fremdsprachenunterricht
  • Diffit passt Texte automatisch an unterschiedliche Sprachniveaus an und erstellt passende Aufgaben dazu.
  • Napkin verwandelt Ideen oder Texte in übersichtliche Schaubilder und Visualisierungen.
  • SimpleShow erstellt aus kurzen Texten anschauliche Erklärvideos mit Illustrationen.
  • Ideogram erzeugt mithilfe von KI kreative Bilder, Poster und Grafiken – auch mit gut lesbarem Text.

Besonders spannend war, die verschiedenen Tools selbst auszuprobieren und ihre Stärken und Grenzen kennenzulernen. Viele davon bieten interessante Möglichkeiten, den Unterricht abwechslungsreicher und kreativer zu gestalten

Wir waren alle sehr kreativ und hatten viel Spaß!

Hier einige Beispiele!

Den Tag ließen wir mit einer Walking Tour mit der Gruppe durch Helsinki ausklingen. Zu Fuß entdeckten wir die Stadt, ihre Atmosphäre und viele interessante Ecken.

Natürlich wollten wir auch die finnische Küche kennenlernen. Ich aß mit großer Freude die berühmten finnischen frischen Erbsen, während David gebratene kleine Maränen genoss. Für uns beide war es eine gelungene kulinarische Entdeckung und ein schöner Abschluss eines erlebnisreichen Tages.

05.08.2026

Das Thema des Tages war Assessment. Dabei beschäftigten wir uns mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll in die Leistungsbewertung und den Unterricht integriert werden kann.

Im Mittelpunkt stand ein Perspektivwechsel: KI sollte nicht ausschließlich als Problem oder Risiko betrachtet werden – wie es in der öffentlichen Diskussion oft der Fall ist –, sondern als hilfreiches Werkzeug für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Kursteilnehmende. Richtig eingesetzt kann die KI-Lernprozesse unterstützen, individualisieren und bereichern.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Wie verhindern wir den Einsatz von KI?“, sondern vielmehr: „Wie können wir unseren Unterricht so gestalten, dass KI sinnvoll und verantwortungsvoll integriert wird?“

Diese Diskussion regte zum Nachdenken an und eröffnete viele neue Perspektiven.

Ein weiteres spannendes Thema war die AI Assessment Scale (AIAS). Dieses Modell zeigt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Aufgaben nicht einfach erlaubt oder verboten sein müsste. Stattdessen werden verschiedene Stufen definiert – von keiner Nutzung von KI bis hin zur gezielten und transparenten Zusammenarbeit mit KI.

Die AIAS hilft Lehrkräften dabei, klare Erwartungen zu formulieren und passende Aufgaben zu entwickeln. So wissen die Lernenden genau, ob und wie sie KI nutzen dürfen. Für uns wurde deutlich, dass Transparenz und ein bewusster Umgang mit KI entscheidend sind, um Lernen und Leistungsbewertung fair und zeitgemäß zu gestalten.

Anschließend setzten wir die AI Assessment Scale (AIAS) ganz praktisch ein. In Gruppen nahmen wir Aufgaben, die wir bereits in der Vergangenheit entwickelt hatten, noch einmal unter die Lupe und bewerteten sie anhand der verschiedenen AIAS-Stufen.

Dabei überlegten wir, ob und in welchem Umfang der Einsatz von KI bei diesen Aufgaben sinnvoll wäre und wie die Arbeitsaufträge entsprechend angepasst werden könnten. Die Gruppenarbeit war sehr gelungen: durch den Austausch unterschiedlicher Erfahrungen und Ideen entstanden viele neue Anregungen für unseren eigenen Unterricht (sogar Physikunterricht).

Nach dem Unterricht stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: ein Ausflug nach Suomenlinna, der beeindruckenden Festungsinsel vor den Toren Helsinkis.

Mit der Fähre erreichten wir die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Insel und erkundeten ihre historischen Festungsanlagen, die geheimnisvollen Steintunnel und die malerischen Wege entlang der Küste. Dabei erfuhren wir viel über die bewegte Geschichte der Festung, die im 18. Jahrhundert zum Schutz Helsinkis erbaut wurde.

Neben der faszinierenden Geschichte begeisterte uns vor allem die einzigartige Natur. Zwischen den alten Mauern und den Felsen grasten zahlreiche Weißwangengänse (wir allen kannten diese nicht), und immer wieder boten sich wunderschöne Ausblicke auf den Finnischen Meerbusen.

Suomenlinna verbindet Geschichte, Kultur und Natur auf besondere Weise und war für uns ein unvergessliches Erlebnis – ein Ort, den man bei einem Besuch in Helsinki auf keinen Fall verpassen sollte.

06.08.2026

Ein besonderer Besuch führte uns heute Nachmittag in die Zentralbibliothek Oodi im Herzen von Helsinki.

Schon beim Betreten wird klar: Oodi ist viel mehr als eine klassische Bibliothek. Sie versteht sich als offener Ort zum Lesen, Lernen, Arbeiten, Treffen und vor allem auch zum Ausprobieren und Selbermachen.

Besonders interessant war für uns die Verbindung von Bibliothek, Digitalisierung und neuen Technologien.

Auf der zweiten Etage befindet sich beispielsweise die Urban Workshop, in der Besucherinnen und Besucher verschiedene technische Geräte nutzen und neue Fähigkeiten ausprobieren können – vom 3D-Drucker über Lasercutter bis hin zu digitalen Arbeitsplätzen. Auch Studios für Musik, Fotografie, Video und Audio stehen kostenlos zur Verfügung.

Für uns als Lehrkräfte war vor allem die Frage spannend, welche Rolle KI in einer solchen Lernumgebung spielen kann.

KI wird hier nicht nur als fertiges Werkzeug betrachtet, sondern steht im größeren Zusammenhang mit digitaler Kompetenz, kreativem Arbeiten und selbstständigem Lernen. Die Idee dahinter passt sehr gut zu unserem Erasmus-Kurs: Neue Technologien sollen nicht einfach die bisherigen Methoden ersetzen, sondern Menschen dabei unterstützen, selbst aktiv zu werden, Neues auszuprobieren und eigene Ideen umzusetzen.

Auch die Bibliothek selbst verbindet Tradition und Technologie. Im „Book Heaven“ finden sich rund 100.000 Bücher, gleichzeitig bewegen sich dort automatisierte Transportroboter durch die Bibliothek.

Oodi hat uns deshalb besonders beeindruckt:

Eine Bibliothek muss heute nicht mehr nur ein Ort für Bücher sein. Sie kann ein Ort für Wissen, Begegnung, Kreativität und digitale Zukunft sein. Und genau hier entsteht die spannende Verbindung zu KI: Nicht die Technologie steht im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die lernen, gestalten und mit ihr neue Möglichkeiten entdecken.

Thema des Tages: Herausforderungen im Umgang mit KI

Ein weiterer wichtiger Punkt unseres Kurses waren die aktuellen Herausforderungen im Umgang mit KI.

Es wurden verschiedene Aspekte zusammengefasst, die uns zum Nachdenken gebracht haben: Missbrauch und Deepfakes, Vorurteile und Fehlinformationen, die Auswirkungen auf die Umwelt, ethische Fragen, Plagiate und Datenschutz.

Besonders deutlich wurde, dass KI nicht nur viele neue Möglichkeiten bietet, sondern auch Verantwortung mit sich bringt. KI-generierte Bilder, Videos oder Texte können täuschend echt wirken und Fehlinformationen verbreiten.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie wir mit Urheberrecht und Plagiaten umgehen und welche persönlichen Daten wir mit KI-Tools teilen.

Auch der ökologische Aspekt war interessant: Die Nutzung von KI benötigt große Mengen an Rechenleistung und damit Energie. Deshalb sollten wir uns nicht nur fragen, was KI kann, sondern auch, wie und wofür wir sie einsetzen.

Für uns als Lehrkräfte bedeutet das, dass neben der praktischen Nutzung von KI auch die kritische und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit dieser Technologie immer wichtiger wird.

07.08.2026

Thema des Tages: KI strategisch integrieren

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie generative KI sinnvoll in Bildungseinrichtungen integriert werden kann. Dabei wurden vier wichtige Schritte vorgestellt:

  1. Zunächst braucht es eine gemeinsame Strategie und klare Leitlinien.
  2. Danach sollten die Lehrkräfte geschult und bei der Umsetzung unterstützt werden.
  3. Auch Schülerinnen und Schüler sowie die gesamte Bildungsgemeinschaft sollten lernen, verantwortungsvoll mit KI umzugehen.
  4. Schließlich ist es wichtig, den Einsatz regelmäßig zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Für uns wurde deutlich: KI-Integration ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess aus Lernen, Ausprobieren und Reflektieren

Die letzte Aufgabe des Tages war die Entwicklung eines „Student Contract for AI-generated Content“.

Dabei beschäftigten wir uns mit den EU-Leitlinien zum Umgang mit KI und überlegten, welche Regeln für unsere eigene Bildungseinrichtung sinnvoll wären. Ziel war es, gemeinsam klare und verständliche Leitlinien für die Nutzung von KI durch Lernende zu entwickeln – transparent, verantwortungsvoll und passend zu unserem Unterricht.

Das Ergebnis unserer Gruppe!

Unser Erasmus-Kurs in Helsinki war eine inspirierende und bereichernde Erfahrung. Wir haben nicht nur viel über KI, neue Unterrichtsmethoden und Finnland gelernt, sondern auch viele wertvolle Ideen, Eindrücke und Begegnungen mit nach Hause genommen.

Eine Woche voller Lernen, Entdecken, Austauschen und neuer Perspektiven – und vor allem mit viel Motivation für die Zukunft!

Artificial Intelligence for Education: Exploring the Frontiers of ICT in Helsinki

Tag 1 – Ankommen in Helsinki

Der Tag beginnt auf Finnisch: „Hyvää päivää!“ …Was für eine Sprache! Und natürlich mit einem Kaffee. Helsinki macht es Kaffeeliebhabern leicht – guter Kaffee scheint hier wirklich überall zu finden zu sein.

Nach einem Spaziergang entlang des Wassers erreiche ich unsere Schule für die Woche. Dort erwartet uns gleich die erste finnische Besonderheit: „Schuhe ausziehen bitte!“. In der Schule laufen alle in Socken herum. Eine interessante und ziemlich entspannte Art, den Unterrichtstag zu beginnen. Unser Kursraum heißt „Sisu“ – ein finnischer Begriff, der für Ausdauer, Stärke und Durchhaltevermögen steht: das ist mein neues Lieblingswort bekommen. Ein passender Name für einen Kurs, in dem wir uns intensiv mit einem Thema beschäftigen werden, das ständig neue Fragen aufwirft: AI!

KI im Unterricht – mehr als nur ein Tool

Nach einer Einführung in die Schule und in die finnische Bildungslandschaft geht es direkt um KI und ihre Bedeutung für Bildung.

Besonders interessant ist der Austausch mit den internationalen Kolleginnen und Kollegen. Wir kommen aus unterschiedlichen Ländern und Bildungssystemen und stellen schnell fest: Die Herausforderungen sind ähnlich, aber die Lösungen teilweise sehr unterschiedlich.

Für mich wird immer deutlicher, dass KI nicht einfach eine technische Neuerung ist. Die entscheidende Frage lautet: Was verändert sich dadurch für unsere Art zu unterrichten?

Das kulinarische Highlight des Tages ist der Besuch im Mumin-Café. Während andere sich vielleicht mehr für die Architektur oder die Geschichte Helsinkis interessieren, ist die Waffel eindeutig ein Erlebnis für sich.

Tag 2 – Prompting – gute Ergebnisse beginnen mit guten Fragen

Ein großer Schwerpunkt des Kurses ist für mich das Prompting. Wir testen verschiedene Möglichkeiten, wie man KI gezielt anweisen kann, um bessere und passendere Ergebnisse zu erhalten.

Dabei probieren wir zahlreiche Tools aus: Curipod, Twee, Diffit, Napkin, SimpleShow und Ideogram. Einige helfen bei Unterrichtsplanung und Übungen, andere bei der Visualisierung oder bei der Erstellung von Videos und Bildern.

Besonders spannend finde ich, dass die Qualität des Ergebnisses stark davon abhängt, wie wir mit der KI kommunizieren. Ein guter Prompt braucht Kontext, ein klares Ziel und möglichst genaue Vorgaben.

Wir probieren aus, vergleichen Ergebnisse und diskutieren auch kritisch:

Wann spart KI tatsächlich Zeit – und wann produziert sie einfach zusätzlichen Korrekturaufwand?

Natürlich besteht Helsinki nicht nur aus Unterricht. Wir bekommen eine Einführung in die finnische Kultur und lernen Begriffe wie Sisu, Mökki, Marimekko, Salmiakki und Aurora Borealis kennen.

Das berühmte Salmiakki wird selbstverständlich getestet. Mein persönliches Urteil: definitiv gewöhnungsbedürftig und nicht my cup of tea!!

Tag 3 – Assessment

Besonders interessant wird es für mich beim Thema Assessment.

Wir diskutieren darüber, wie sich Leistungsbewertung verändert, wenn Lernende jederzeit auf KI zurückgreifen können. Die einfache Lösung wäre, KI zu verbieten. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Wir beschäftigen uns deshalb mit der AI Assessment Scale (AIAS). Sie bietet verschiedene Stufen des KI-Einsatzes – von Aufgaben ohne KI-Unterstützung bis hin zu Aufgaben, bei denen KI bewusst und transparent eingesetzt wird.

Anstatt KI nur als Problem zu sehen, beginnen wir, die Frage anders zu stellen:

Wie müssen wir Aufgaben und Prüfungen verändern, damit Lernen auch mit KI sinnvoll möglich ist?

Diese Perspektive finde ich besonders interessant. Vielleicht müssen wir weniger darüber nachdenken, wie wir KI verhindern können, und stärker darüber, was Lernende durch eine Aufgabe tatsächlich lernen sollen.

Alte Aufgaben, neue Perspektive

Mit der AIAS überprüfen wir anschließend Aufgaben, die wir bereits früher erstellt haben. In Gruppen analysieren wir sie und überlegen, welche Rolle KI bei diesen Aufgaben spielen könnte.

Dabei entstehen interessante Diskussionen: Welche Aufgaben funktionieren noch genauso wie früher? Welche müssen verändert werden? Wo kann KI unterstützen und wo würde sie den eigentlichen Lernprozess ersetzen?

Die Gruppenarbeit zeigt mir, dass Assessment in Zukunft wahrscheinlich stärker auf Prozess, Reflexion, Kreativität und individuelle Entscheidungen ausgerichtet sein muss.

Suomenlinna – Geschichte trifft Natur

Zum Ausgleich zur digitalen Welt besuchen wir Suomenlinna. Die historische Festungsinsel beeindruckt mit ihren Mauern, Tunneln und der Landschaft am Meer.

Zwischen Geschichte und Natur bleibt natürlich auch Zeit für einige Fotos – und für die zahlreichen Gänse, die die Insel offensichtlich genauso gerne besuchen wie wir.

Tag 4- Oodi

Ein Besuch in der Helsinkier Zentralbibliothek Oodi zeigt uns eine andere Seite des digitalen Lernens. Oodi ist nicht einfach ein Ort, an dem Bücher stehen. Es gibt Räume zum Arbeiten, kreative Werkstätten, digitale Technologien und Möglichkeiten, eigene Projekte umzusetzen.

Für mich passt das sehr gut zu unserem Kursthema: Technologie wird dann interessant, wenn sie Menschen ermöglicht, selbst etwas zu gestalten.

Technologie im Alltag

Auf unserem Weg durch Helsinki begegnet uns immer wieder moderne Technologie – manchmal sogar auf vier Rädern. Dieser kleine autonome Lieferroboter von Wolt ist unterwegs, um Bestellungen selbstständig zu den Kundinnen und Kunden zu bringen. Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, wie künstliche Intelligenz und Automatisierung längst Teil unseres Alltags geworden sind. Während wir im Kurs darüber diskutieren, wie KI das Lernen und Arbeiten verändert, begegnen wir draußen ganz praktisch den Ergebnissen dieser technologischen Entwicklung.

Helsinki zeigt damit einmal mehr: Die Zukunft der Technologie findet nicht nur im Klassenzimmer statt – sie fährt manchmal einfach an uns vorbei.

Tag 5- Student contract for A1 generated content

Ein weiterer Arbeitsauftrag besteht darin, einen „Student Contract for AI-generated Content“ zu entwickeln.

Wir beschäftigen uns mit europäischen Empfehlungen und überlegen, welche Regeln für unsere eigene Bildungseinrichtung sinnvoll wären. Dabei geht es nicht nur um Verbote, sondern vor allem um Transparenz und Verantwortung.

Wann muss ein Lernender angeben, dass KI verwendet wurde? Was darf KI übernehmen? Was muss selbst geleistet werden?

Eine klare Vereinbarung könnte hier für alle Beteiligten mehr Sicherheit schaffen.

KI mit Plan statt KI als Zufall

Wir lernen außerdem eine Strategie kennen, wie KI langfristig in einer Bildungseinrichtung eingeführt werden kann.

Dabei geht es um vier Schritte: eine gemeinsame Grundlage schaffen, Mitarbeitende weiterbilden, Lernende und die Gemeinschaft einbeziehen sowie den Einsatz regelmäßig evaluieren.

Für mich ist besonders der letzte Punkt wichtig. KI entwickelt sich so schnell, dass eine einmal erstellte Regelung wahrscheinlich nicht für immer funktionieren wird.

KI-Einsatz muss deshalb ein Prozess bleiben: ausprobieren, bewerten, verbessern und wieder ausprobieren.

Fazit – mit neuen Fragen nach Hause

Die Woche in Helsinki hat mir vor allem gezeigt, dass die entscheidende Frage nicht lautet, ob wir KI im Unterricht einsetzen, sondern wie.

Ich nehme viele konkrete Ideen zum Prompting, zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien und vor allem zum AI-Assessment mit. Gleichzeitig nehme ich auch einige neue Fragen mit nach Hause. Und vielleicht ist genau das ein gutes Ergebnis eines Erasmus-Kurses: nicht mit allen Antworten zurückzukommen, sondern mit besseren Fragen.

Advanced Methods and Practices for Foreign Language Teachers in Dublin

Anreise nach Dublin

Am Samstag, den 15.08.2026, begann unsere Reise nach Dublin. Nach der Ankunft machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft und konnten dort ohne Probleme einchecken. Nach der Anreise war es schön, zunächst etwas zur Ruhe zu kommen und sich auf die kommenden Tage einzustellen.

Ich war gespannt darauf, welche neuen Anregungen ich aus dem Seminar für meine Arbeit im Bereich der Alphabetisierung mitnehmen würde. Gleichzeitig freute ich mich darauf, Lehrkräfte aus verschiedenen europäischen Ländern kennenzulernen und mich mit ihnen über ihre Erfahrungen, Unterrichtsmethoden und unterschiedlichen Arbeitsbereiche auszutauschen.

Am Sonntag hatten wir noch einen freien Tag, bevor das Seminar begann. Deshalb nutzten wir die Gelegenheit, Dublin in Ruhe zu erkunden und uns einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen.

Bei unserem Rundgang konnten wir verschiedene Seiten Dublins kennenlernen. Besonders interessant fand ich die Mischung aus historischen Gebäuden, belebten Straßen und modernen Bereichen. Überall begegneten uns Hinweise auf die Geschichte und Kultur Irlands, gleichzeitig wirkte die Stadt offen und international.

Der Sonntag war für mich ein angenehmer Einstieg in unseren Aufenthalt. Wir konnten erste Eindrücke sammeln, uns orientieren und uns anschließend auf den ersten Seminartag am Montag vorbereiten.

Montag, 17.08.2026 – Erster Seminartag

Am Montag startete unser Seminar in der Teacher Academy. Unsere Gruppe bestand aus 13 Teilnehmenden aus mehreren europäischen Ländern. Schon zu Beginn fiel mir auf, wie unterschiedlich die beruflichen Erfahrungen innerhalb der Gruppe waren. Manche arbeiteten im Fremdsprachenunterricht, andere unterrichteten Fächer wie Mathematik oder Geschichte. Einige Lehrkräfte hatten außerdem Erfahrung im Unterricht mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Unterstützungsbedarfen.

Der Vormittag begann mit mehreren Kennenlernaktivitäten. Zunächst tauschten wir uns in kleinen Gesprächen über unsere beruflichen Hintergründe aus. Dadurch entstand schnell eine offene und angenehme Atmosphäre. Für mich war es interessant zu erfahren, wie unterschiedlich Unterricht in anderen Ländern organisiert wird und welche Methoden die anderen Teilnehmenden in ihrer täglichen Arbeit einsetzen.

Eine weitere Aufgabe bestand darin, mit möglichst vielen Personen aus der Gruppe ins Gespräch zu kommen. Dafür erhielten wir ein Arbeitsblatt mit verschiedenen Fragen. Wir sollten die Fragen gegenseitig stellen und die Antworten der jeweiligen Person notieren. Durch diese Übung kamen wir mit vielen Teilnehmenden in Kontakt und erfuhren gleichzeitig mehr über ihre Interessen und Erfahrungen.

Für meine Arbeit in der Alphabetisierung fand ich diese Form des Kennenlernens besonders interessant. Eine solche Aktivität könnte mit einfachen Fragen, Bildern oder einzelnen Begriffen auch für Lernende mit noch geringen Lese- und Schreibkenntnissen vorbereitet werden. So könnten die Teilnehmenden gleichzeitig neue Wörter kennenlernen und einfache mündliche Kommunikation üben.

Im weiteren Verlauf des Tages sollten wir ein persönliches und ein berufliches Ziel für die Zeit in Dublin aufschreiben. Anschließend wurden einige dieser Erwartungen gemeinsam besprochen. Für mich stand vor allem im Vordergrund, neue Ideen und Methoden kennenzulernen, die ich später in meinen Alphabetisierungskursen einsetzen kann.

Am Ende des Unterrichtstages fand ein gemeinsames Treffen mit Teilnehmenden aus verschiedenen Kursen der Teacher Academy statt. Alle konnten eine kleine Spezialität aus ihrem Heimatland mitbringen. Herr Rashidi und ich hatten Haribo aus Deutschland dabei. Durch diese lockere Veranstaltung ergaben sich viele weitere Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Ländern.

Nach dem Seminar nutzten wir die Zeit, um Dublin weiter zu entdecken. Dabei besuchten wir unter anderem die Christ Church Cathedral und die St Patrick’s Cathedral. Besonders gefallen haben mir die historischen Gebäude und die besondere Atmosphäre rund um diese Sehenswürdigkeiten. Der erste Seminartag verband für mich damit neue fachliche Eindrücke, internationale Begegnungen und erste kulturelle Erfahrungen in Dublin.

Dienstag, 18.08.2026 – CLIL, Sprache und Lernstrategien

Der zweite Seminartag begann mit einer kleineren Gruppe von neun Personen. Dadurch konnten wir viele Aufgaben in überschaubaren Teams bearbeiten und intensiver miteinander ins Gespräch kommen.

Zu Beginn zeigte uns die Dozentin ein Video, das anschließend gemeinsam ausgewertet wurde. Danach folgte eine Kennenlernaufgabe mit dem Titel „Find five things you have in common“. Die Aufgabe bestand darin, Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppe zu entdecken, die nicht sofort offensichtlich waren. In meiner Gruppe stellten wir unter anderem fest, dass wir alle Frauen sind, Sprachen unterrichten und zu Fuß zur Teacher Academy kommen.

Mir gefiel an dieser Übung besonders, dass sie Kommunikation auf eine unkomplizierte Weise fördert. Für Alphabetisierungskurse könnte ich mir eine vereinfachte Variante gut vorstellen. Denkbar wären beispielsweise Bildkarten, Symbole oder sehr kurze Fragen. So könnten auch Teilnehmende mit geringen Schriftsprachkenntnissen miteinander sprechen und gleichzeitig neue Wörter anwenden.

Im weiteren Verlauf beschäftigten wir uns ausführlich mit CLIL, also Content and Language Integrated Learning. Dabei geht es darum, Sprache nicht isoliert zu unterrichten, sondern sie mit einem konkreten Sachthema zu verbinden.

Die Dozentin erläuterte fünf zentrale Bereiche von CLIL: Content, Cognition, Communication, Culture und Competence.

Unter Content versteht man die fachlichen Inhalte, die im Unterricht vermittelt werden.

Cognition bezieht sich auf die Denkprozesse der Lernenden, zum Beispiel Vergleichen, Ordnen oder Schlussfolgern.

Communication beschreibt die sprachlichen Mittel, die benötigt werden, um über ein Thema zu sprechen und Aufgaben zu bearbeiten.

Culture berücksichtigt unterschiedliche kulturelle Hintergründe, Erfahrungen und Sichtweisen.

Competence bedeutet, dass Lernende das neu erworbene Wissen und die Sprache zunehmend selbstständig anwenden können.

Für meinen Alphabetisierungsunterricht war besonders interessant, dass diese Bereiche auch auf sehr einfache Lernstufen übertragen werden können. Ein Alltagsthema kann beispielsweise genutzt werden, um gleichzeitig Buchstaben, Wörter, Bilder und kurze Sätze miteinander zu verbinden.

In einer praktischen Gruppenaufgabe sollten wir anschließend eine Unterrichtseinheit zum Thema „The Solar System“ entwerfen. Dabei mussten wir überlegen, welche Sachinformationen wichtig sind, welche Denkprozesse benötigt werden und welche sprachlichen Mittel die Lernenden brauchen.

Später ging es um verschiedene Thinking Skills. Dazu gehörten unter anderem Vergleichen, Kategorisieren, Ordnen, Vorhersagen und Begründen. Diese Fähigkeiten lassen sich ebenfalls in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen trainieren.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Unterschied zwischen Alltagssprache und akademischer Sprache. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Sprache der Lehrkraft an das jeweilige Lernniveau anzupassen.

Gerade in Alphabetisierungskursen ist dies für mich von großer Bedeutung. Wenn Arbeitsaufträge oder neue Begriffe zu kompliziert formuliert sind, können Lernende schnell den Zugang zur eigentlichen Aufgabe verlieren. Deshalb möchte ich neue Wörter möglichst verständlich einführen und schwierigere Begriffe erst nach und nach ergänzen.

Danach beschäftigten wir uns mit der Bloom’s Taxonomy. Die sechs Bereiche Remembering, Understanding, Applying, Analysing, Evaluating und Creating zeigen, dass Lernen in unterschiedlichen Stufen erfolgen kann.

Auch hier konnte ich einen Bezug zu meiner Arbeit herstellen. In einem Alphabetisierungskurs kann der Lernprozess beispielsweise mit dem Wiedererkennen eines Buchstabens beginnen. Danach können Laute zugeordnet, Wörter gelesen, einfache Bedeutungen verstanden und später kurze eigene Sätze formuliert werden.

Zum Ende des Seminartages beschäftigten wir uns noch mit Möglichkeiten der Wortschatzarbeit und mit verschiedenen aktiven Lernformen. Besonders wichtig war dabei die Idee, dass Lernende möglichst selbst handeln, ausprobieren und miteinander kommunizieren sollen.

Nach dem Seminar nutzten wir den Nachmittag für weitere kulturelle Eindrücke. Wir besuchten das National Museum of Ireland, die National Gallery of Ireland und die National Library of Ireland.

Ein besonderer Höhepunkt war für mich der Besuch des Trinity College. Vor allem die historische Bibliothek, der Long Room und das Book of Kells hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die besondere Atmosphäre dieses Ortes und die Verbindung von Geschichte, Kultur und Bildung machten den Besuch für mich sehr interessant.

Mittwoch, 19.08.2026 – Bloom’s Taxonomy und Cognitive Discourse Functions

Am Mittwoch lag der Schwerpunkt zunächst auf unterschiedlichen Formen von Aufgabenstellungen. Anhand der Bloom’s Taxonomy beschäftigten wir uns damit, welche Verben in Arbeitsaufträgen verwendet werden und welche Art von Leistung dadurch von den Lernenden erwartet wird.

Dabei wurde deutlich, dass Begriffe wie „beschreiben“, „erklären“, „vergleichen“ oder „bewerten“ ganz unterschiedliche Anforderungen stellen. Einige Teilnehmende berichteten aus ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lernbedürfnissen und machten darauf aufmerksam, dass solche Begriffe nicht für alle Lernenden selbstverständlich verständlich sind.

Für meine Arbeit in der Alphabetisierung war dieser Austausch besonders hilfreich. Gerade bei Teilnehmenden mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen ist es wichtig, Aufgaben möglichst klar, einfach und eindeutig zu formulieren. Eine fachlich passende Aufgabe kann schnell zu schwierig werden, wenn bereits die Arbeitsanweisung nicht verstanden wird. Deshalb möchte ich künftig noch stärker darauf achten, kurze Sätze, bekannte Wörter und bei Bedarf auch Bilder oder Beispiele zur Unterstützung einzusetzen.

Im weiteren Verlauf des Tages lernten wir die Cognitive Discourse Functions, kurz CDFs, kennen. Diese beschreiben verschiedene sprachliche und gedankliche Handlungen, die Lernende im Unterricht benötigen.

Dazu gehören:

Describe – etwas beschreiben

Define – einen Begriff bestimmen oder erklären

Classify – Informationen ordnen und Gruppen zuweisen

Explore – ein Thema untersuchen und Informationen sammeln

Explain – etwas verständlich erklären

Evaluate – eine Einschätzung oder Beurteilung vornehmen

Report – Informationen weitergeben

Die einzelnen Funktionen bauen teilweise aufeinander auf. Describe, Define und Classify helfen zunächst dabei, neue Inhalte wahrzunehmen und zu ordnen. Explore und Explain unterstützen ein tieferes Verständnis. Evaluate und Report verlangen anschließend eine stärkere eigenständige Nutzung des erworbenen Wissens.

Für die Alphabetisierung können diese Schritte deutlich vereinfacht eingesetzt werden. Eine Aufgabe könnte beispielsweise damit beginnen, dass die Lernenden ein Bild betrachten und einzelne Gegenstände benennen. Danach könnten passende Wörter zugeordnet, einfache Unterschiede erkannt oder kurze Aussagen formuliert werden. Mit zunehmender Sicherheit beim Lesen und Schreiben können die Aufgaben nach und nach erweitert werden.

Nach dem Unterricht besuchten wir Kilmainham Gaol. Unsere Dozentin hatte uns zuvor den hilfreichen Tipp gegeben, am Morgen nach kurzfristig verfügbaren Eintrittskarten zu suchen. Dadurch konnten wir tatsächlich noch Tickets für den Besuch erhalten.

Der Rundgang durch das ehemalige Gefängnis war für mich sehr beeindruckend. Wir erfuhren dort viel über die irische Geschichte und insbesondere über den Kampf um die Unabhängigkeit Irlands. Die alten Zellen, die verschiedenen Bereiche des Gefängnisses und die Geschichten der dort inhaftierten Menschen vermittelten einen sehr persönlichen Eindruck von den damaligen Ereignissen.

Der Besuch war für mich eine interessante Ergänzung zum Seminar, weil wir dadurch nicht nur fachliche Inhalte kennengelernt, sondern auch einen weiteren wichtigen Teil der Geschichte und Kultur Irlands erlebt haben.

Donnerstag, 20.08.2026 – Digitale Unterrichtsmethoden und künstliche Intelligenz

Am Donnerstag stand der Seminartag ganz im Zeichen digitaler Unterrichtsmöglichkeiten und künstlicher Intelligenz. Für mich war dieser Tag besonders spannend, weil viele der vorgestellten Anwendungen direkt auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen angepasst werden können.

Zu Beginn lernten wir ClassroomScreen kennen. Die Anwendung bietet verschiedene Funktionen, mit denen Unterricht übersichtlich organisiert werden kann. Dazu gehören beispielsweise Timer, Gruppeneinteilungen, Symbole, Arbeitsaufträge und weitere visuelle Hilfen.

Gerade im Alphabetisierungsunterricht können solche visuellen Elemente eine gute Unterstützung sein. Wenn Lernende noch Schwierigkeiten beim Lesen längerer Arbeitsanweisungen haben, können Bilder, Symbole und kurze Hinweise dabei helfen, Aufgaben schneller zu verstehen und selbstständiger zu bearbeiten.

Anschließend wurde Classroom Zen vorgestellt. Auch dieses digitale Werkzeug bietet verschiedene Möglichkeiten für den Unterricht, unter anderem für Wortschatzarbeit, Rechtschreibung und Schreibübungen. Solche Anwendungen könnten ergänzend eingesetzt werden, um Wörter häufiger zu wiederholen und Lerninhalte abwechslungsreicher zu gestalten.

Besonders interessant fand ich Diffit AI. Mit diesem Programm können Unterrichtsmaterialien erstellt und an unterschiedliche Lernstände angepasst werden. Gemeinsam mit Herrn Rashidi richtete ich einen Testzugang ein und wir probierten verschiedene Funktionen aus.

Für meine Alphabetisierungskurse sehe ich hier einen großen Vorteil. Ein Thema kann beispielsweise zunächst nur mit Bildern und einzelnen Buchstaben eingeführt werden. Danach können Laute, Silben und kurze Wörter hinzukommen. Auf einem höheren Lernstand lassen sich daraus einfache Sätze und kleine Texte entwickeln.

Auch die Verbindung mit Alltagsthemen gefällt mir sehr. Inhalte wie Einkaufen, Familie, Wohnen, Arztbesuch, Arbeit oder Behördengänge spielen im Leben vieler Teilnehmender eine wichtige Rolle. Solche Themen können gleichzeitig für Wortschatzarbeit sowie für Lese- und Schreibübungen genutzt werden.

Nach einer Pause beschäftigten wir uns mit verschiedenen Formen der Aussprache im Englischen. Dabei wurde deutlich, dass Sprache je nach Region und Herkunft unterschiedlich klingen kann. Für mich war dieser Austausch interessant, weil auch im Deutschunterricht unterschiedliche Aussprachen und individuelle sprachliche Hintergründe eine Rolle spielen.

Im nächsten Teil des Seminars lernten wir, mit Google AI Studio eigene Hörmaterialien zu erstellen. Herr Rashidi und ich entwickelten gemeinsam einen kurzen Dialog zwischen einem Arzt und einer Migrantin aus der Ukraine. Dieser Dialog wurde anschließend mit zwei unterschiedlichen Stimmen als Audiodatei umgesetzt.

Für meinen Unterricht bietet diese Möglichkeit viele interessante Ansätze. Eine Hörübung könnte beispielsweise mit einzelnen Lauten oder Wörtern beginnen. Die Lernenden könnten das passende Bild auswählen oder den gehörten Laut einem Buchstaben zuordnen.

Später könnten kurze Sätze und einfache Dialoge eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben miteinander verbinden. Auch weitere Übungen wie Zuordnungen, Lückentexte oder einfache Verständnisfragen können passend zum Hörtext erstellt werden.

Im weiteren Verlauf stellte uns die Dozentin außerdem NotebookLM vor. Dort können eigene Dokumente und Materialien genutzt und mit Hilfe künstlicher Intelligenz weiterbearbeitet oder zusammengefasst werden.

Der Donnerstag zeigte mir besonders deutlich, wie digitale Werkzeuge dazu beitragen können, Materialien individueller und flexibler zu gestalten. Für Alphabetisierungskurse ist dies hilfreich, weil innerhalb einer Gruppe oft sehr unterschiedliche Lernstände vorhanden sind.

Nach dem Seminar gingen wir erneut durch Dublin und besuchten unter anderem Temple Bar. Dort herrschte eine ganz andere Stimmung als während des Unterrichts. Die vielen Menschen, die Musik und die zahlreichen Restaurants und Pubs sorgten für eine lebendige Atmosphäre.

Freitag, 21.08.2026 – Letzter Seminartag

Am Freitag stand bereits der letzte gemeinsame Seminartag auf dem Programm. Zu Beginn beschäftigten wir uns mit dem Thema Migration. In der Gruppe sammelten wir unterschiedliche Gründe dafür, warum Menschen ihr Herkunftsland verlassen. Genannt wurden unter anderem wirtschaftliche Schwierigkeiten, politische Probleme, bessere berufliche Chancen, Bildung, Familienzusammenführung und klimatische Veränderungen.

Anschließend arbeiteten wir mit historischen Bildern und kurzen Texten. Dabei sollten wir überlegen, welche Migrationsgeschichten hinter den dargestellten Personen stehen könnten und welche Ursachen eine Auswanderung möglicherweise hatte.

Eine der umfangreicheren Aufgaben wurde in mehreren Arbeitsphasen durchgeführt. Jede Gruppe erhielt einen Text, der in der Mitte eines großen A3-Blattes befestigt wurde. In der ersten Runde sollten unbekannte oder schwierige Wörter markiert und erklärt werden.

Danach wurde das Blatt an eine andere Gruppe weitergegeben. Diese sollte eine geeignete Überschrift für den Text finden. Zusätzlich wurde auch eine künstliche Intelligenz nach einem möglichen Titel gefragt. In der nächsten Runde bestand die Aufgabe darin, den Inhalt des Textes mit nur wenigen Wörtern zusammenzufassen.

Anschließend wurden Fragen zum Text formuliert, die später von einer anderen Gruppe beantwortet werden mussten. Zum Schluss wurde der Inhalt noch durch eine Zeichnung dargestellt.

Mir gefiel an dieser Methode besonders, dass ein Text nicht nur gelesen, sondern auf sehr unterschiedliche Weise bearbeitet wurde. Für meinen Alphabetisierungsunterricht lässt sich diese Übung deutlich vereinfachen. Anstelle eines längeren Textes könnte beispielsweise ein Bild, ein einzelnes Wort oder ein sehr kurzer Satz verwendet werden. Die Lernenden könnten Buchstaben erkennen, Wörter einem Bild zuordnen oder gemeinsam einfache Begriffe sammeln.

Nach einer kurzen Pause folgte eine weitere Gruppenaktivität. Wir erhielten jeweils verschiedene Teile unvollständiger Bilder. Die fehlenden Teile waren bei anderen Personen im Raum verteilt. Deshalb mussten wir miteinander sprechen, Fragen stellen und nach den passenden Teilen suchen.

Diese Aufgabe fand ich für meine eigene Arbeit besonders interessant. Im Alphabetisierungsunterricht könnten anstelle von Bildteilen beispielsweise einzelne Buchstaben oder Silben verteilt werden. Die Teilnehmenden müssten dann den passenden Buchstaben beziehungsweise die passende Silbe finden und könnten daraus gemeinsam Wörter zusammensetzen. Dadurch werden Bewegung, Kommunikation und das Lernen von Schrift miteinander verbunden.

Zum Ende des Seminartages erhielten wir noch Informationen über Hurling, eine traditionelle irische Sportart. Die Dozentinnen zeigten uns dazu Videos und erklärten einige Grundlagen.

Danach machten wir gemeinsam ein Gruppenfoto. Anschließend wurden die Teilnahmezertifikate feierlich überreicht. Damit endete unsere Seminarwoche in der Teacher Academy.

Nach dem Unterricht fuhren wir nach Howth. Dort konnten wir die Umgebung von Dublin noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Besonders schön fand ich die Atmosphäre rund um den Hafen und die Küste. Das Meer, die Boote und die ruhigere Umgebung bildeten einen angenehmen Gegensatz zum lebhaften Zentrum Dublins.

Nach den vielen neuen Eindrücken der Seminarwoche war der Aufenthalt in Howth eine schöne Möglichkeit, den letzten Kurstag entspannt ausklingen zu lassen.

Samstag, 22.08.2026 – Ausflug nach Nordirland

Am Samstag stand kein Unterricht mehr auf dem Programm. Deshalb nutzten wir den Tag für einen Ausflug zur Game of Thrones Studio Tour in Nordirland. Die Fahrt von Dublin dauerte ungefähr eineinhalb Stunden.

Während des Besuchs konnten wir zahlreiche originale Kulissen, Kostüme und Requisiten aus der Serie sehen. Besonders interessant war für mich, wie viele einzelne Arbeitsschritte notwendig sind, um eine solche Produktion entstehen zu lassen.

Neben den bekannten Kulissen konnten wir auch sehen, welchen Anteil Kostümdesign, Masken, Bühnenbau und technische Effekte an der Entstehung der einzelnen Szenen haben. Dadurch bekam man einen ganz anderen Eindruck von der Arbeit, die hinter einer großen Film- und Fernsehproduktion steckt.

Der Ausflug war abwechslungsreich und bildete einen schönen Abschluss unseres Aufenthalts.

Sonntag, 23.08.2026 – Rückreise

Am Sonntag war schließlich unsere Rückreise geplant. Nach dem Aufenthalt in Dublin machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen zurück nach Hamburg. Von dort aus fuhren wir anschließend weiter nach Tornesch.

Nach dieser intensiven Woche kehrten wir mit vielen neuen Eindrücken, fachlichen Anregungen und persönlichen Erinnerungen nach Hause zurück.

Kurze Zusammenfassung

Die Weiterbildung in Dublin war für mich eine sehr interessante und hilfreiche Erfahrung. Besonders wertvoll fand ich, dass viele Unterrichtsmethoden nicht nur vorgestellt, sondern von uns selbst ausprobiert wurden.

Für meine Tätigkeit im Bereich der Alphabetisierung konnte ich zahlreiche neue Ideen sammeln. Besonders wichtig war für mich die Frage, wie Lernmaterialien an unterschiedliche Lernstände angepasst werden können. Nicht alle Teilnehmenden verfügen über die gleichen Kenntnisse beim Lesen und Schreiben. Deshalb müssen Aufgaben so gestaltet werden, dass sie weder überfordern noch unterfordern.

Viele der kennengelernten Methoden lassen sich für meinen Unterricht vereinfachen. Buchstaben, Laute, Silben, Bilder und kurze Wörter können beispielsweise miteinander verbunden werden. Schritt für Schritt können daraus einfache Sätze und kleine Texte entstehen.

Auch die digitalen und KI-gestützten Anwendungen waren für mich sehr interessant. Sie bieten die Möglichkeit, Materialien individueller vorzubereiten und verschiedene Übungen zum Hören, Lesen, Schreiben und zum Wortschatz zu erstellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war für mich die verständliche Formulierung von Aufgaben. Gerade im Alphabetisierungsunterricht müssen Arbeitsanweisungen möglichst klar und übersichtlich sein. Bilder, Symbole und Beispiele können dabei zusätzlich unterstützen.

Sehr bereichernd war außerdem der Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Arbeitsbereiche führten während der Seminarwoche zu vielen interessanten Gesprächen.

Neben der fachlichen Weiterbildung hatten wir auch die Möglichkeit, Dublin und seine Umgebung kennenzulernen. Die Besuche kultureller und historischer Orte sowie die verschiedenen Ausflüge machten die Mobilität für mich auch persönlich zu einer besonderen Erfahrung.

Insgesamt nehme ich aus dieser Woche viele neue Ideen mit, die ich in Zukunft in meinen Alphabetisierungskursen ausprobieren und entsprechend den Bedürfnissen meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterentwickeln möchte.


Advanced Methods and Practices for Foreign Language Teachers in Dublin

Eman Rashidi

17.08 – 21.08.2026 in Dublin

Anreise nach Dublin:

Am Samstag, den 15.08.2026, sind wir in Dublin angekommen. Nach unserer Ankunft machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel und checkten dort ein. Die Vorfreude auf die bevorstehende Seminarwoche war groß, da uns nicht nur neue fachliche Inhalte, sondern auch der Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern erwartete.

Den Sonntag nutzten wir, um uns zunächst ein wenig mit Dublin vertraut zu machen und erste Eindrücke von der Stadt und der näheren Umgebung zu sammeln. So konnten wir uns in Ruhe orientieren und uns gleichzeitig auf den Beginn des Seminars am nächsten Tag vorbereiten. Bereits die ersten Eindrücke von Dublin machten uns neugierig auf die kommende Woche und auf die vielen neuen Erfahrungen, die uns während unseres Aufenthalts erwarten würden.

Montag, den 17.08.2026:

Am Montag, den 17.08.2026, begann unser erster Seminartag in Dublin. Insgesamt nahmen 13 Personen aus verschiedenen europäischen Ländern an dem Kurs teil. Die Gruppe war sehr international zusammengesetzt. Unter anderem kamen die Teilnehmenden aus Deutschland, Lettland, Tschechien, Kroatien, Polen, Belgien, Spanien, Italien und Frankreich. Begleitet wurde der Kurs von zwei Dozentinnen. Unsere Dozentin hieß Emma O’Hare und arbeitet seit mehreren Jahren für Europass.


Zu Beginn des Seminartages standen zunächst das gegenseitige Kennenlernen und organisatorische Angelegenheiten im Mittelpunkt. Wir stellten uns zunächst jeweils einer Person neben uns vor und kamen dadurch schnell miteinander ins Gespräch. Auf diese Weise erfuhr ich bereits einiges über die beruflichen Hintergründe der anderen Teilnehmenden.

Die Gruppe bestand aus Lehrkräften mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Einige unterrichten Fremdsprachen, andere Fächer wie Geschichte oder Mathematik. Mehrere Teilnehmende arbeiten außerdem mit Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen. Eine Teilnehmerin aus Polen unterrichtet beispielsweise an einer Universität und bereitet Studierende auf medizinisches Englisch vor. Frau Qaser arbeitet im Bereich Deutsch und Alphabetisierung. Diese unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen machten den Austausch von Anfang an besonders interessant.

Anschließend erhielten wir eine Anwesenheitsliste und wurden über die Verwendung von Fotos sowie die korrekte Schreibweise unserer Namen informiert. Die Teilnehmenden konnten dabei ihre Zustimmung zur Verwendung von Bildern geben.

Danach erzählte uns die Dozentin zunächst etwas über Dublin, die Stadt und verschiedene Sehenswürdigkeiten. Noch vor der ersten Pause folgte eine weitere Kennenlernaktivität. Jede Person erhielt ein Blatt mit verschiedenen Fragen und freien Feldern für Namen. Unsere Aufgabe bestand darin, mit den anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, ihnen jeweils eine Frage zu stellen und ihre Antworten auf dem Blatt zu notieren. Diese Methode fand ich sehr gelungen, weil man dadurch nicht nur die Namen der anderen kennenlernte, sondern auch direkt persönliche Gespräche entstanden.

Nach der Pause wurden einige Antworten gemeinsam besprochen. Dadurch konnten wir noch mehr über die anderen Kursteilnehmenden erfahren. Zusätzlich wurde eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Diese sollte während der Seminarwoche für den Austausch von Informationen, Fotos und organisatorischen Hinweisen genutzt werden.

Eine weitere Aufgabe bestand darin, auf einem Notizzettel jeweils ein persönliches und ein berufliches Ziel beziehungsweise eine Erwartung an den Aufenthalt in Dublin zu formulieren. Anschließend tauschten wir uns darüber aus. Dadurch wurde deutlich, dass die Teilnehmenden trotz ihrer unterschiedlichen beruflichen Hintergründe viele ähnliche Erwartungen an die Seminarwoche hatten: neue Unterrichtsmethoden kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Im weiteren Verlauf informierten uns die Dozentinnen über Irland und einige kulturelle Besonderheiten des Landes.

Ein schöner Abschluss des ersten Seminartages war ein internationales Treffen mit den Teilnehmenden der verschiedenen Kurse der Teacher Academy. Alle waren eingeladen, eine kleine Spezialität aus ihrem Heimatland mitzubringen. Frau Qaser und ich hatten Haribo aus Deutschland dabei. Auch die anderen Teilnehmenden stellten typische Kleinigkeiten aus ihren Ländern auf den Tischen bereit. Dadurch entstand eine angenehme und lockere Atmosphäre, in der man auch mit Personen aus anderen Kursen ins Gespräch kommen konnte.

Nach dem Unterricht nutzte ich die Gelegenheit, Dublin noch etwas genauer zu erkunden. Die Stadt machte auf mich einen sehr lebendigen und zugleich historischen Eindruck. In der Innenstadt treffen alte Gebäude, Kirchen und traditionelle Architektur auf moderne Geschäfte, Restaurants und ein vielfältiges Stadtleben. Besonders auffällig war die offene und internationale Atmosphäre. Gleichzeitig begegnet man an vielen Stellen der irischen Geschichte und Kultur.

Bei unserem Rundgang besuchten wir unter anderem die Christ Church Cathedral und die St Patrick’s Cathedral. Die Christ Church Cathedral gehört zu den ältesten und bedeutendsten Kirchen Dublins. Ihre Geschichte reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück. Das Gebäude beeindruckt besonders durch seine mittelalterliche Architektur und seine zentrale Lage im historischen Teil der Stadt.

Anschließend besuchten wir die St Patrick’s Cathedral. Sie ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Dublins und gilt als die größte Kathedrale Irlands. Besonders bekannt ist sie auch durch ihre Verbindung zu Jonathan Swift, dem Autor von „Gullivers Reisen“, der dort im 18. Jahrhundert als Dekan tätig war.

Der erste Seminartag war damit sowohl fachlich als auch persönlich ein gelungener Einstieg in die Woche. Neben dem Kennenlernen der internationalen Gruppe erhielten wir erste Einblicke in die Organisation des Seminars und konnten gleichzeitig bereits einige Eindrücke von Dublin, seiner Geschichte und seiner besonderen Atmosphäre sammeln.

Dienstag, 18.08.2026

Am Dienstag, den 18.08.2026, begann unser zweiter Seminartag nach dem gemeinsamen Frühstück. Wir waren wieder pünktlich in der Teacher Academy. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag typisch für Dublin: Bei Temperaturen zwischen etwa 11 und 17 Grad war es überwiegend bewölkt.

An diesem Tag waren neun Teilnehmende anwesend. Da die ursprüngliche Gruppe mit insgesamt 13 Personen relativ groß war, war sie bereits in zwei kleinere Gruppen aufgeteilt worden. Dadurch war es möglich, intensiver miteinander zu arbeiten und sich bei den verschiedenen Aufgaben besser auszutauschen.

Der Unterricht begann mit einem kurzen Video. Anschließend sollten wir darüber nachdenken, welche Botschaft hinter dem Video steckt. Dabei ging es unter anderem darum, dass es beim Lernen nicht immer ausreicht, eine Aufgabe lediglich für jemanden zu erledigen. Vielmehr ist es wichtig, den Lernenden zu zeigen und zu erklären, wie etwas funktioniert, damit sie anschließend selbstständig handeln können. Für mich war dies ein interessanter Gedanke, da gerade im Sprachunterricht die Selbstständigkeit der Lernenden eine wichtige Rolle spielt.

Danach wurden wir in drei Gruppen mit jeweils drei Personen aufgeteilt. Unsere erste Aufgabe lautete: „Find five things you have in common.“ Dabei sollten wir fünf Gemeinsamkeiten innerhalb unserer Gruppe finden. Typische und leicht erkennbare Gemeinsamkeiten wie Kaffee, Reisen, der Lehrerberuf, Europa oder Lesen waren ausdrücklich ausgeschlossen.

In unserer Gruppe stellten wir unter anderem fest, dass wir alle verheiratet sind, zum ersten Mal in Dublin waren, uns für Geschichte und Natur interessieren, regelmäßig Sport treiben und weitere Sprachen sprechen. Die Übung war einfach aufgebaut, führte aber schnell zu längeren Gesprächen. Für den Sprachunterricht halte ich eine solche Aufgabe für sehr geeignet, weil die Lernenden Fragen stellen, auf Antworten reagieren und Gemeinsamkeiten formulieren müssen. Je nach Sprachniveau kann die Aufgabe von einfachen A1-Fragen bis hin zu ausführlicheren Gesprächen auf A2- oder B1-Niveau angepasst werden.

Anschließend sprach die Dozentin kurz über künstliche Intelligenz und deren zunehmende Bedeutung bei der Recherche im Internet. Dabei wurde auch thematisiert, dass KI-generierte Informationen inzwischen in vielen digitalen Angeboten unmittelbar angezeigt werden und dass es deshalb wichtig ist, Informationen kritisch zu prüfen und verschiedene Quellen miteinander zu vergleichen.

Der nächste große Schwerpunkt des Tages war CLIL, also Content and Language Integrated Learning. Dabei werden fachliche Inhalte und das Erlernen einer Fremdsprache miteinander verbunden. Die Lernenden beschäftigen sich somit nicht ausschließlich mit der Sprache selbst, sondern verwenden die Fremdsprache gleichzeitig, um sich mit einem bestimmten Sachthema auseinanderzusetzen.

Die Dozentin stellte zunächst vier Faktoren vor, die bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden sollten: Subjects, Students, Style und Space. Für die Lehrkraft bedeutet dies, dass sowohl das Unterrichtsthema als auch die Lerngruppe, die Art des Unterrichtens und die vorhandenen räumlichen beziehungsweise organisatorischen Bedingungen berücksichtigt werden müssen.

Danach beschäftigten wir uns mit dem Unterschied zwischen Soft CLIL und Hard CLIL. Beim Soft CLIL steht die Sprache stärker im Mittelpunkt. Die Unterrichtseinheit wird in der Regel von einer Sprachlehrkraft durchgeführt und ein Sachthema dient als Grundlage für das Sprachenlernen. Beim Hard CLIL liegt der Schwerpunkt dagegen stärker auf dem Fachinhalt. Hier wird ein Fach, beispielsweise Geschichte, Geografie oder Naturwissenschaften, in einer Fremdsprache unterrichtet.

Im Seminar wurden anschließend fünf zentrale Leitbegriffe von CLIL behandelt:

Content bezeichnet den fachlichen Inhalt einer Unterrichtseinheit. Die Lernenden sollen nicht nur neue sprachliche Mittel erwerben, sondern gleichzeitig Wissen über ein bestimmtes Thema aufbauen.

Cognition beschreibt die Denkprozesse, die für die Bearbeitung eines Themas benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise Vergleichen, Einordnen, Analysieren, Vorhersagen oder Begründen. Die Lernenden sollen also nicht nur Informationen wiederholen, sondern aktiv mit ihnen arbeiten.

Communication bezieht sich auf die Sprache, die benötigt wird, um die jeweiligen Inhalte zu verstehen, darüber zu sprechen und Aufgaben zu bearbeiten. Die Lehrkraft muss deshalb überlegen, welche Wörter, Satzstrukturen und sprachlichen Mittel die Lernenden für eine Aufgabe benötigen.

Culture bedeutet, unterschiedliche kulturelle Perspektiven und Erfahrungen in den Unterricht einzubeziehen. Die Lernenden sollen erkennen, dass Themen je nach Land, Kultur und persönlichem Hintergrund unterschiedlich wahrgenommen werden können.

Competence beschreibt schließlich die Fähigkeit, das erworbene fachliche und sprachliche Wissen selbstständig und angemessen anzuwenden. Ziel ist es, dass Lernende zunehmend sicherer werden und ihr Wissen auch in neuen Situationen einsetzen können.

Anschließend sollten wir das CLIL-Konzept anhand einer konkreten Unterrichtsplanung ausprobieren. Die Aufgabe lautete, gemeinsam eine Unterrichtseinheit zum Thema „The Solar System“ zu entwickeln. Dabei sollten wir drei Bereiche berücksichtigen: Concept, Procedure und Language.

Beim Bereich Concept ging es darum, welche fachlichen Inhalte vermittelt werden sollen, beispielsweise die Unterschiede zwischen den Planeten. Bei Procedure sollten wir überlegen, wie die Lernenden diese Informationen erwerben und welche Denkfähigkeiten sie dafür benötigen, beispielsweise Vergleichen, Interpretieren oder Ordnen. Beim Bereich Language musste festgelegt werden, welche sprachlichen Strukturen für die Aufgabe notwendig sind, zum Beispiel Komparativ und Superlativ, wenn Planeten hinsichtlich ihrer Größe, Entfernung oder anderer Eigenschaften miteinander verglichen werden.

Jede Gruppe stellte anschließend ihre Ideen vor und die Dozentin sammelte die Ergebnisse an der Tafel. Besonders hilfreich fand ich dabei, dass eine Unterrichtseinheit nicht nur aus einem Thema besteht, sondern bereits bei der Planung berücksichtigt werden sollte, welches Wissen, welche Denkprozesse und welche sprachlichen Mittel die Lernenden benötigen.

Nach einer Pause beschäftigten wir uns ausführlicher mit sogenannten Thinking Skills. Dazu gehörten Comparing, Categorising, Sequencing, Predicting und Justifying. Auf Deutsch bedeutet dies unter anderem Vergleichen, Kategorisieren, eine Reihenfolge herstellen, Vorhersagen treffen und Aussagen begründen. Diese Fähigkeiten können meiner Meinung nach auch im Sprachunterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 schrittweise aufgebaut werden.

Danach ging es um Kommunikation und um sogenannte Cognates. Dabei handelt es sich um Wörter, die in verschiedenen Sprachen eine ähnliche Form und Bedeutung besitzen. Solche Ähnlichkeiten können für Lernende hilfreich sein, weil bereits vorhandenes sprachliches Wissen genutzt werden kann, um neue Wörter leichter zu verstehen.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Unterschied zwischen BICS und CALP. BICS steht für Basic Interpersonal Communicative Skills und bezeichnet vor allem die Sprache, die in alltäglichen Kommunikationssituationen verwendet wird. CALP steht dagegen für Cognitive Academic Language Proficiency und beschreibt eine anspruchsvollere, stärker bildungs- beziehungsweise fachsprachlich geprägte Sprache.

In einer Gruppenaufgabe sollten wir deshalb einfache Begriffe und ihre anspruchsvolleren beziehungsweise akademischeren Entsprechungen miteinander vergleichen.

BISCCALP
guessEstimate, Speculate
RulesLaws, Regulation, Theorem
Take a waySubtract
Sameidentical
Way, steps, planMethode
ManyLoads of, numerous

Diese Aufgabe fand ich für meine eigene Arbeit besonders interessant. Im Unterricht muss immer berücksichtigt werden, welches Sprachniveau die Lernenden bereits erreicht haben. Gerade bei Teilnehmenden auf den Niveaustufen A1 bis B1 sollte eine unnötig komplizierte Sprache vermieden werden. Zunächst sollte ein Begriff so verständlich wie möglich vermittelt werden. Anspruchsvollere oder fachsprachliche Synonyme können anschließend schrittweise ergänzt werden. Dadurch können Überforderung und Frustration vermieden werden, während der Wortschatz der Lernenden trotzdem kontinuierlich erweitert wird.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bloom’s Taxonomy. Sie beschreibt unterschiedliche Ebenen des Lernens und Denkens. Wir beschäftigten uns mit den sechs Bereichen Remembering, Understanding, Applying, Analysing, Evaluating und Creating.

Beim Remembering geht es darum, bereits gelerntes Wissen abzurufen. Understanding bedeutet, Inhalte zu verstehen und mit eigenen Worten wiederzugeben. Beim Applying wird das Gelernte in einer konkreten Aufgabe angewendet. Analysing verlangt, Informationen genauer zu untersuchen und Zusammenhänge zu erkennen. Evaluating bedeutet, etwas zu beurteilen und die eigene Entscheidung zu begründen. Creating bildet schließlich eine besonders anspruchsvolle Ebene, bei der die Lernenden auf Grundlage ihres Wissens selbst etwas Neues entwickeln.

Für meinen Unterricht ist dieses Modell hilfreich, weil Aufgaben dadurch gezielter formuliert werden können. Nicht jede Aufgabe sollte lediglich darin bestehen, Wörter oder Regeln wiederzugeben. Je nach Sprachniveau können die Lernenden beispielsweise Informationen vergleichen, ihre Meinung begründen, Situationen beurteilen oder selbst Dialoge und kurze Texte entwickeln.

Danach führten wir eine Übung zur Wortschatzarbeit durch. Dabei wurde gezeigt, dass ein neues Wort auf unterschiedliche Weise erschlossen und gefestigt werden kann. Man kann beispielsweise ein Synonym oder ein Gegenteil finden, das Wort in eine Geschichte einbauen, seine Bedeutung beschreiben oder erklären, in welcher Situation es verwendet wird. Diese unterschiedlichen Zugänge können dazu beitragen, dass neue Wörter nicht nur kurzfristig auswendig gelernt, sondern besser verstanden und langfristig behalten werden.

Zum Abschluss beschäftigten wir uns mit der sogenannten Learning Pyramid. Dieses Modell stellt unterschiedliche Lernformen anschaulich dar und verdeutlicht vor allem den Unterschied zwischen eher passivem und aktivem Lernen. Für meinen Unterricht nehme ich daraus insbesondere mit, dass Lernende möglichst häufig selbst aktiv werden sollten. Diskussionen, Gruppenarbeiten, praktische Übungen, das Anwenden von Wissen und das gegenseitige Erklären können dazu beitragen, dass sich die Teilnehmenden intensiver mit den Lerninhalten beschäftigen. Gerade im Fremdsprachenunterricht erscheint mir dies sinnvoll, weil Sprache letztlich durch aktive Anwendung gelernt und gefestigt werden muss.

Nach dem Unterricht nutzten wir die Zeit erneut, um verschiedene kulturelle Einrichtungen in Dublin zu besuchen. Dazu gehörten das National Museum of Ireland, die National Gallery of Ireland und die National Library of Ireland. Museumsbesuche gehören für mich persönlich zu einem Aufenthalt in einer anderen Stadt dazu. Sowohl bei beruflichen als auch bei privaten Reisen versuche ich deshalb, wenn es zeitlich möglich ist, mindestens ein Museum zu besuchen. Dadurch erhält man häufig einen besonderen Einblick in die Geschichte, Kultur und Entwicklung eines Landes.

Das National Museum of Ireland bietet mit seinen verschiedenen Sammlungen einen umfangreichen Einblick in die Archäologie, Geschichte und Kultur Irlands. Die archäologische Sammlung in der Kildare Street ist insbesondere für die Entwicklung der irischen Zivilisation von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter von Bedeutung.

Auch die National Gallery of Ireland war für mich sehr interessant. Sie beherbergt die nationale Kunstsammlung Irlands und umfasst Werke irischer sowie internationaler Künstler aus mehreren Jahrhunderten.

Daneben besuchten wir die National Library of Ireland. Sie wurde 1877 gegründet und hat die Aufgabe, das dokumentarische Erbe Irlands zu sammeln, zu bewahren und zugänglich zu machen. Ihre Sammlungen umfassen heute mehr als zwölf Millionen Objekte, darunter Bücher, Manuskripte, Fotografien, Karten und historische Dokumente.

Ein besonderes Erlebnis an diesem Tag war für mich außerdem der Besuch des Trinity College Dublin, dieses Mal mit einem regulären Eintrittsticket. Besonders beeindruckt haben mich die historische Bibliothek und das Book of Kells.

Das Book of Kells ist ein aufwendig gestaltetes Evangelienmanuskript aus dem 9. Jahrhundert. Es enthält die vier Evangelien in lateinischer Sprache und wurde auf Pergament geschrieben. Heute gehört es zu den bedeutendsten historischen Schätzen der Bibliothek des Trinity College.

Ebenso beeindruckend war der Long Room der Old Library. Dieser historische Bibliothekssaal ist fast 65 Meter lang und wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Normalerweise beherbergt er rund 200.000 der ältesten Bücher der Bibliothek. Die hohen Bücherregale, die Architektur und die zahlreichen Büsten von Schriftstellern und Denkern vermitteln eine ganz besondere Atmosphäre.

Der Besuch des Trinity College und insbesondere des Book of Kells war für mich einer der kulturellen Höhepunkte unseres bisherigen Aufenthalts. Nach einem sehr inhaltsreichen Seminartag war es eine besondere Erfahrung, die irische Geschichte und Kultur anschließend noch einmal auf diese Weise unmittelbar erleben zu können.

Mittwoch, 19.08.2026

Am Mittwoch begann unser dritter Seminartag. Auch an diesem Morgen war ich wieder frühzeitig in der Teacher Academy. Das Wetter zeigte sich zunächst von seiner sonnigen Seite. Allerdings hatten wir bereits mehrfach gehört, dass man sich auf das Wetter in Dublin nicht unbedingt verlassen könne. Auch für diesen Tag war im weiteren Tagesverlauf wieder Regen angekündigt.

An diesem Tag waren beide Seminargruppen anwesend und wir arbeiteten erneut mit zwei Dozentinnen. Zwei Teilnehmende aus der anderen Gruppe wechselten zeitweise zu unserer Gruppe, da sie einige der vorgesehenen Aufgaben bereits am Vortag bearbeitet hatten und uns deshalb bei der Durchführung unterstützen konnten.

Zu Beginn erhielten wir verschiedene Verben und weitere Begriffe beziehungsweise Aufgabenformen, die wir den passenden Kategorien zuordnen sollten. Zunächst versuchten wir, die Zuordnung selbstständig in der Gruppe vorzunehmen. Anschließend wurden die Ergebnisse gemeinsam mit der Dozentin kontrolliert und besprochen.

Danach beschäftigten wir uns erneut intensiver mit der Bloom’s Taxonomy. Wir erhielten eine Übersicht mit verschiedenen Verben, die den sechs Bereichen Remember, Understand, Apply, Analyze, Evaluate und Create zugeordnet werden können.

Dabei wurde deutlich, dass die verwendeten Verben einen großen Einfluss darauf haben, welche Art von Antwort von den Lernenden erwartet wird. Eine Aufgabe, bei der etwas lediglich genannt oder wiedergegeben werden soll, stellt andere Anforderungen als eine Aufgabe, bei der die Lernenden vergleichen, erklären, bewerten oder selbst etwas entwickeln sollen.

Für meine eigene Unterrichtspraxis fand ich diesen Aspekt besonders interessant. Gerade bei der Vorbereitung auf mündliche Prüfungen können solche unterschiedlichen Arten von Fragestellungen sehr hilfreich sein. Die Lernenden müssen nicht nur über einen ausreichenden Wortschatz verfügen, sondern auch verstehen, was mit einer bestimmten Aufgabenstellung von ihnen erwartet wird.

Bei einer mündlichen Prüfung kann beispielsweise ein Unterschied darin bestehen, ob die Lernenden etwas beschreiben, ihre Meinung äußern, etwas vergleichen oder ihre Entscheidung begründen sollen. Wenn solche Aufgabenformen bereits während der Prüfungsvorbereitung regelmäßig geübt werden, können sich die Teilnehmenden besser auf die jeweilige Situation einstellen. Für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 möchte ich deshalb künftig noch stärker darauf achten, Fragestellungen gezielt und dem jeweiligen Sprachniveau entsprechend einzusetzen.

Im weiteren Verlauf des Tages beschäftigten wir uns mit den Cognitive Discourse Functions, kurz CDFs. Dazu erhielten wir eine ausführliche Präsentation der Dozentinnen. Die CDFs beschreiben sprachliche und kognitive Handlungen, die Lernende benötigen, um Wissen aufzunehmen, zu strukturieren und schließlich selbstständig wiederzugeben.

Im Seminar wurden sieben zentrale Cognitive Discourse Functions behandelt:

Describe bedeutet, Merkmale oder Beobachtungen zu beschreiben. Lernende sollen beispielsweise erkennen und sprachlich ausdrücken können, wie eine Person, ein Gegenstand oder eine Situation aussieht beziehungsweise welche Eigenschaften vorhanden sind.

Define bedeutet, einen Begriff zu identifizieren und seine Bedeutung zu erklären. Dabei geht es darum, ein Konzept möglichst verständlich zu bestimmen.

Classify beschreibt das Ordnen beziehungsweise Einteilen von Informationen in Gruppen oder Kategorien. Die Lernenden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen und entsprechende Verbindungen herstellen.

Explore bedeutet, Informationen zu sammeln und ein Thema genauer zu untersuchen. Die Lernenden setzen sich dabei aktiv mit einem Gegenstand auseinander und versuchen, zusätzliche Informationen zu gewinnen.

Explain bedeutet, Zusammenhänge verständlich darzustellen und dadurch zu zeigen, dass ein Inhalt tatsächlich verstanden wurde.

Evaluate verlangt von den Lernenden, etwas zu beurteilen und diese Beurteilung mit nachvollziehbaren Gründen zu begründen.

Report bedeutet schließlich, erworbene Informationen strukturiert an andere weiterzugeben.

Die Dozentinnen fassten diese Funktionen außerdem in drei größere Bereiche zusammen. Describe, Define und Classify helfen den Lernenden zunächst dabei, neues Wissen wahrzunehmen und zu organisieren. Explore und Explain dienen dazu, dieses Wissen weiter zu vertiefen und Zusammenhänge besser zu verstehen. Evaluate und Report verlangen schließlich, das Gelernte aktiv anzuwenden, zu beurteilen und anderen mitzuteilen.

Auch hierbei konnte ich einen direkten Bezug zu meinem eigenen Sprachunterricht erkennen. Auf den niedrigeren Sprachniveaus können beispielsweise einfache Beschreibungen und Zuordnungen im Vordergrund stehen. Mit zunehmenden Sprachkenntnissen können die Aufgaben anspruchsvoller werden. Auf A2- oder B1-Niveau können die Lernenden beispielsweise Zusammenhänge erklären, ihre Meinung begründen oder über eigene Erfahrungen berichten.

Im Anschluss entstand eine interessante Diskussion mit mehreren Lehrkräften, die mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lernbedürfnissen arbeiten. Sie wiesen darauf hin, dass nicht alle Lernenden Begriffe wie „analysieren“, „bewerten“, „klassifizieren“ oder ähnliche Aufgabenstellungen unmittelbar verstehen können.

Daraus entwickelte sich ein Austausch darüber, wie wichtig eine verständliche Formulierung von Arbeitsaufträgen ist. Eine Aufgabe kann fachlich sinnvoll sein, aber trotzdem ihr Ziel verfehlen, wenn die Lernenden bereits an der Formulierung der Aufgabe scheitern. Deshalb sollte eine Lehrkraft immer prüfen, ob die verwendeten Begriffe und Fragestellungen zum Lernstand der jeweiligen Gruppe passen.

Auch für meinen Unterricht ist dies von großer Bedeutung. Besonders bei A1- und A2-Lernenden müssen Arbeitsaufträge klar, kurz und möglichst eindeutig formuliert werden. Erst mit zunehmender Sprachkompetenz können komplexere Aufgabenstellungen eingeführt werden. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die Lernenden schrittweise mit typischen Prüfungsformulierungen vertraut zu machen, damit diese später nicht allein wegen unbekannter Aufgabenverben Schwierigkeiten haben.

Nach dem Seminar hatten wir an diesem Tag die Möglichkeit, Kilmainham Gaol zu besuchen. Bereits die Organisation des Besuchs war interessant. Unsere Dozentin hatte uns darauf hingewiesen, dass kurzfristig zusätzliche Eintrittskarten beziehungsweise stornierte Tickets am jeweiligen Besuchstag ab 9:15 Uhr auf der offiziellen Internetseite angeboten werden können. Diesen Hinweis haben wir genutzt und tatsächlich noch Eintrittskarten bekommen. Auch auf der offiziellen Website des Museums wird empfohlen, bei ausverkauften Terminen am gewünschten Besuchstag ab 9:15 Uhr nach zusätzlichen Tickets oder Stornierungen zu schauen.

Kilmainham Gaol ist heute einer der bedeutendsten historischen Erinnerungsorte Dublins. Das Gefängnis wurde 1796 als neues County Gaol für Dublin eröffnet. Neben gewöhnlichen Strafgefangenen wurden dort im Laufe seiner Geschichte auch zahlreiche politische Gefangene inhaftiert, die mit dem irischen Unabhängigkeitskampf verbunden waren.

Eine besondere Bedeutung erhielt das Gefängnis während des Osteraufstands von 1916. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden zahlreiche Beteiligte dort festgehalten. Vierzehn führende Männer des Aufstands wurden zwischen dem 3. und 12. Mai 1916 im sogenannten Stonebreakers’ Yard durch Erschießungskommandos hingerichtet. Zu ihnen gehörten unter anderem Patrick Pearse, Thomas Clarke, Joseph Plunkett und James Connolly.

Kilmainham Gaol war außerdem während des irischen Unabhängigkeitskrieges und des anschließenden Bürgerkrieges von großer Bedeutung. Sowohl Männer als auch Frauen wurden dort aus politischen Gründen inhaftiert. Nach der Entlassung der letzten Gefangenen wurde das Gefängnis 1924 nicht mehr als Haftanstalt genutzt. In den 1960er-Jahren wurde das inzwischen stark verfallene Gebäude durch eine Gruppe von Freiwilligen restauriert und als nationaler Erinnerungsort erhalten.

Besonders eindrucksvoll war es, die historischen Zellen, die verschiedenen Gebäudeteile und den Stonebreakers’ Yard selbst zu sehen. Durch den Besuch wurde die komplizierte Geschichte Irlands und insbesondere der lange Weg zur Unabhängigkeit wesentlich greifbarer, als dies allein durch Bücher oder Erzählungen möglich wäre.

Für mich war der Mittwoch damit erneut eine interessante Verbindung aus fachlicher Weiterbildung und kultureller Auseinandersetzung mit Irland. Im Seminar konnte ich konkrete Ideen für die Gestaltung von Aufgabenstellungen und die Vorbereitung meiner Teilnehmenden auf mündliche Prüfungen mitnehmen. Der anschließende Besuch von Kilmainham Gaol ermöglichte mir zusätzlich einen intensiven Einblick in einen wichtigen Teil der irischen Geschichte

Donnerstag und Freitag, 20-21.08.2026

Am Donnerstag kamen wir erneut pünktlich in der Teacher Academy an. Das Wetter war an diesem Morgen etwas bewölkt und windig. Alle Teilnehmenden sowie beide Dozentinnen waren anwesend.

Der Schwerpunkt dieses Seminartages lag auf digitalen Unterrichtsmethoden und dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Bereits zu Beginn hatten die Dozentinnen den Raum für die digitale Arbeit vorbereitet und unter anderem ausreichend Möglichkeiten geschaffen, unsere elektronischen Geräte anzuschließen. Da in Irland andere Steckdosen als in Deutschland verwendet werden, empfand ich diese Vorbereitung als sehr aufmerksam. Ich selbst hatte bereits einen passenden Adapter dabei, den ich von einer früheren Reise nach Schottland besaß.

Als erstes stellte uns die Dozentin ClassroomScreen vor. Diese Anwendung kann insbesondere für das Classroom-Management eingesetzt werden. Mit verschiedenen digitalen Werkzeugen können beispielsweise Arbeitszeiten angezeigt, Schülerinnen und Schüler zufällig ausgewählt, Gruppen gebildet, Arbeitsaufträge eingeblendet und Unterrichtsphasen übersichtlich strukturiert werden. Dadurch kann die Lehrkraft den Unterricht besser organisieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass alle Lernenden möglichst aktiv beteiligt werden. ClassroomScreen bietet dafür unter anderem Timer, einen Randomizer, einen Group Maker, Umfragen und weitere Werkzeuge.

Eine Teilnehmerin aus Tschechien berichtete anschließend über ihre eigenen Erfahrungen mit ClassroomScreen. Sie nutzt eine kostenpflichtige Version und setzt die Anwendung regelmäßig für die Organisation ihres Unterrichts ein.

Danach stellte uns die Dozentin eine weitere Anwendung namens Classroom Zen vor. Auch hier lernten wir verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung und Organisation des Unterrichts kennen. Beispielsweise können Übungen zum Wortschatz, zur Rechtschreibung und zum Schreiben eingesetzt werden.

Besonders interessant war für mich anschließend die Vorstellung von Diffit AI. Mit Hilfe dieser Anwendung können Lehrkräfte Unterrichtsmaterialien erstellen und an unterschiedliche Lernniveaus anpassen. Es können beispielsweise Texte, Lese- und Schreibaufgaben, Wortschatzübungen sowie Fragen zu verschiedenen Themen erstellt werden.

Für meinen eigenen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 sehe ich darin einen großen Nutzen. Ein Thema kann für unterschiedliche Sprachniveaus aufbereitet werden, sodass Lernende mit verschiedenen sprachlichen Voraussetzungen geeignete Materialien erhalten. Gerade bei alltagsbezogenen Themen wie Arbeit, Arztbesuch, Körperteile, Post, Behördenbesuche oder Leben in Deutschland könnten solche Materialien sehr hilfreich sein.

Frau Qaser und ich erstellten gemeinsam einen Testzugang und probierten die Anwendung direkt aus. Als Beispiel ließen wir eine Übung zu den Personalpronomen erstellen. Dabei konnten wir feststellen, dass das Programm auch für deutschsprachige Unterrichtsmaterialien verwendet werden kann. Besonders gut gefiel mir, dass die erstellten Materialien anschließend noch verändert und an das gewünschte Sprachniveau angepasst werden konnten.

Die Anwendung hat bei uns einen so positiven Eindruck hinterlassen, dass wir nach unserer Rückkehr mit der Leitung der VHS darüber sprechen möchten, ob ein entsprechender Zugang auch für unsere Arbeit und möglicherweise für weitere Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden könnte.

Nach einer Pause, in der uns Obst und Nüsse angeboten wurden, ging es zunächst um das Thema Aussprache. Eine Teilnehmerin, die Englisch unterrichtet, stellte eine Frage zur Aussprache verschiedener Wörter. Daraus entwickelte sich ein Gespräch darüber, dass Englisch in unterschiedlichen Ländern und Regionen verschieden ausgesprochen wird. Dazu gehören beispielsweise britische, amerikanische, irische, schottische oder indische Sprachvarianten. Für Lernende ist es wichtig zu wissen, dass es nicht immer nur eine einzige Aussprache gibt und dass sie im Alltag mit unterschiedlichen Akzenten konfrontiert werden können.

Danach beschäftigten wir uns mit der Erstellung eigener Audiodateien für Hörverstehensübungen. Zunächst erstellten wir mit ChatGPT einen passenden Dialog. Dieser konnte anschließend in Google AI Studio übernommen und mit unterschiedlichen Stimmen als Audio ausgegeben werden. Bei einem Dialog müssen die verschiedenen Sprecher eindeutig gekennzeichnet werden. Anschließend können Stimmen und weitere Merkmale ausgewählt und die Audiodatei erzeugt werden. Die Text-to-Speech-Funktion von Gemini ermöglicht grundsätzlich auch die Erstellung von Audios mit mehreren Sprechern sowie die Steuerung von Eigenschaften wie Stil und Akzent.

Frau Qaser und ich entwickelten gemeinsam eine Hörverstehensaufgabe zum Thema „Beim Arzt“. Wir erstellten dafür einen Dialog zwischen einem Arzt und einer Migrantin aus der Ukraine und wandelten diesen anschließend in eine Audiodatei mit zwei Stimmen um.

Das Ergebnis hat mich sehr überzeugt. Gerade für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 kann ich auf diese Weise Hörtexte erstellen, die genau zum aktuellen Unterrichtsthema und zum jeweiligen Sprachniveau passen. Aus einem Dialog lassen sich anschließend zusätzlich Verständnisfragen, Multiple-Choice-Aufgaben, Richtig-Falsch-Aufgaben, Wortschatzübungen oder Lückentexte entwickeln.

Dadurch können mehrere Fertigkeiten miteinander verbunden werden: Die Teilnehmenden hören zunächst einen Dialog, können den entsprechenden Text lesen, Fragen beantworten, neue Wörter lernen und anschließend die Situation selbst nachspielen. Besonders für alltagsnahe Themen sehe ich darin einen großen Vorteil.

Wir experimentierten außerdem damit, aus den erstellten Inhalten mit Hilfe von KI weitere Arbeitsmaterialien und visuell gestaltete Arbeitsblätter zu entwickeln. Dadurch wurde deutlich, dass künstliche Intelligenz nicht nur bei der Texterstellung, sondern auch bei der anschließenden Weiterentwicklung von Unterrichtsmaterialien eingesetzt werden kann.

Nach einer weiteren Pause stellte uns die Dozentin NotebookLM von Google vor. Dabei handelt es sich um einen KI-gestützten Recherche- und Lernassistenten, in den eigene Quellen wie PDFs, Texte, Webseiten, Präsentationen oder Audiodateien eingebunden werden können. Auf Grundlage dieser Quellen können unter anderem Zusammenfassungen, Lernmaterialien, Mindmaps und Audio-Zusammenfassungen erstellt werden.

Diese Möglichkeit fand ich ebenfalls interessant, da umfangreichere Materialien dadurch strukturiert und für die Unterrichtsvorbereitung aufbereitet werden können. Besonders hilfreich ist, dass sich die Antworten auf die bereitgestellten Quellen beziehen und dadurch gezielter mit dem eigenen Unterrichtsmaterial gearbeitet werden kann.

Der Donnerstag gehörte für mich zu den praktischsten Tagen der gesamten Seminarwoche. Vor allem die digitalen Möglichkeiten zur Erstellung von Materialien, zur Differenzierung verschiedener Sprachniveaus und zur Entwicklung eigener Hörverstehensaufgaben möchte ich zukünftig stärker in meinem Unterricht einsetzen.

Nach dem Seminar waren wir erneut in der Innenstadt unterwegs. Dabei besuchten wir unter anderem Temple Bar und erkundeten weitere Straßen und Ecken Dublins. Temple Bar vermittelte eine besonders lebendige Atmosphäre mit vielen Menschen, Pubs und Musik. Der Spaziergang durch die Stadt war nach dem umfangreichen Seminartag eine gute Gelegenheit, weitere Eindrücke vom Leben in Dublin zu sammeln.

Am Freitag begann unser letzter Seminartag in Dublin. Nach dem Frühstück kamen wir wieder pünktlich in der Teacher Academy an. Zu Beginn fragte die Dozentin, wie die Teilnehmenden den vergangenen Nachmittag verbracht hatten. Einige hatten an einer Bootstour teilgenommen und berichteten über ihre Erfahrungen.

Das erste fachliche Thema des Tages war Emigration beziehungsweise Migration. Die Dozentin fragte uns zunächst, aus welchen Gründen Menschen ihr Heimatland verlassen und in ein anderes Land ziehen. Innerhalb der Gruppe wurden zahlreiche Gründe genannt. Dazu gehörten beispielsweise wirtschaftliche Schwierigkeiten, politische Probleme, Klimaveränderungen, bessere Arbeitsmöglichkeiten, Bildung, Familienzusammenführung sowie der Wunsch nach neuen Erfahrungen.

Anschließend zeigte uns die Dozentin verschiedene Bilder von Menschen und historische Darstellungen. Wir sollten überlegen, welche Geschichte sich möglicherweise hinter den Bildern verbirgt und aus welchen Gründen die dargestellten Personen ausgewandert oder eingewandert sein könnten. Danach wurden unsere Vermutungen gemeinsam besprochen.

Im nächsten Schritt folgte eine umfangreiche Gruppenarbeit. Jede Gruppe erhielt einen kurzen Text zum Thema Migration sowie ein großes A3-Blatt. Der Text wurde in die Mitte des Blattes geklebt und rundherum wurden verschiedene Bereiche für mehrere Aufgaben eingerichtet.

In der ersten Runde sollten wir den Text lesen, schwierige Wörter unterstreichen und deren Bedeutung beziehungsweise Übersetzung notieren. Anschließend wurde das A3-Blatt an die nächste Gruppe weitergegeben.

In der zweiten Runde sollte jede Gruppe eine passende Überschrift für den neuen Text finden. Zusätzlich wurde eine künstliche Intelligenz nach einem möglichen Titel gefragt. Bei einem der Texte entschied sich unsere Gruppe beispielsweise für die Überschrift „Reasons for Emigration“, während die KI „Ireland under British Rule“ vorschlug. Dadurch konnten wir vergleichen, wie Menschen und eine KI denselben Text unterschiedlich interpretieren und zusammenfassen.

Danach wurden die Blätter erneut weitergegeben. In der nächsten Runde mussten wir den jeweiligen Text lesen und seinen Inhalt mit nur ungefähr 20 Wörtern zusammenfassen. Diese Aufgabe fand ich besonders interessant, da man gezwungen war, sich auf die wichtigsten Informationen eines Textes zu konzentrieren.

In der folgenden Runde sollten aus dem Text zwei Fragen entwickelt werden. Danach wurden die Blätter wieder an eine andere Gruppe weitergegeben, die diese Fragen beantworten musste. Dabei entstanden beispielsweise Fragen dazu, welche Maßnahmen die irische Regierung zur Unterstützung der irischen Sprache ergriffen hat und ob Sprache als wichtiges Symbol der eigenen Identität angesehen werden kann.

Als letzte Aufgabe sollte schließlich eine Zeichnung erstellt werden, die einen wichtigen Inhalt des jeweiligen Textes darstellte.

Diese Form der Gruppenarbeit gefiel mir sehr gut, weil ein einzelner Text auf unterschiedliche Weise bearbeitet wurde. Lesen, Wortschatzarbeit, Zusammenfassen, Fragestellungen, Schreiben, Kommunikation und kreatives Arbeiten wurden miteinander verbunden. Zudem musste jede Gruppe die Arbeit der vorherigen Gruppe weiterführen.

Nach einer kurzen Pause folgte eine weitere Gruppenaktivität. Jede Gruppe erhielt Teile von mehreren unvollständigen Bildern. Die fehlenden Teile befanden sich jedoch bei anderen Personen im Raum. Unsere Aufgabe bestand darin, miteinander zu sprechen, Fragen zu stellen und herauszufinden, wer das jeweils benötigte Bildstück besaß.

Diese Übung halte ich für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 für besonders gut geeignet. Sie kann beispielsweise genutzt werden, um Fragen zu üben, Informationen zu erfragen und den Wortschatz zu einem bestimmten Thema zu erweitern. Gleichzeitig müssen die Lernenden aktiv auf andere Personen zugehen und miteinander kommunizieren.

Die Aufgabe kann je nach Sprachniveau unterschiedlich gestaltet werden. Auf A1-Niveau können sehr einfache Fragen verwendet werden. Auf A2- oder B1-Niveau können die Teilnehmenden genauere Beschreibungen geben, Rückfragen stellen oder anschließend über das vollständige Bild sprechen. Dadurch entsteht eine echte Kommunikationssituation, in der Sprache benötigt wird, um ein konkretes Ziel zu erreichen.

Zum Ende des Seminartages erzählten uns die Dozentinnen etwas über Hurling, einen traditionellen irischen Mannschaftssport. Zusätzlich sahen wir Videos, wodurch wir einen besseren Eindruck von dem Spiel und seiner Bedeutung in Irland erhielten.

Anschließend machten wir gemeinsam ein Gruppenfoto. Danach wurde der Unterricht offiziell beendet und die Teilnahmezertifikate wurden uns feierlich überreicht. Damit endete unsere intensive Seminarwoche in der Teacher Academy.

Nach dem Kurs fuhren wir noch nach Howth. Howth liegt an der Küste in der Nähe von Dublin und unterscheidet sich deutlich von der lebhaften Innenstadt. Der Ort ist insbesondere durch seinen Hafen, die Küstenlandschaft und die Klippen geprägt. Vom Zentrum Dublins ist Howth mit dem Zug in ungefähr 25 Minuten erreichbar. Entlang des Hafens befinden sich zahlreiche Restaurants und Cafés, und von den Küstenwegen hat man einen weiten Blick auf das Meer und die Umgebung.

Mir gefiel dort besonders die ruhige und maritime Atmosphäre. Nach einer sehr intensiven Seminarwoche war es angenehm, am Wasser entlangzulaufen, die Boote im Hafen zu sehen und die Meeresluft zu genießen. Howth vermittelte noch einmal einen ganz anderen Eindruck von Dublin und seiner Umgebung und war für mich ein schöner Abschluss unseres letzten Seminartages.

Samstag, den 22.08.2026

Da das Seminar am Freitag beendet war, nutzten wir den Samstag noch für einen besonderen Ausflug. Wir besuchten die Game of Thrones Studio Tour in Banbridge in Nordirland. Von Dublin aus beträgt die Fahrt ungefähr 90 Minuten. Die Ausstellung befindet sich in den Linen Mill Studios, die tatsächlich als Drehort für die Serie genutzt wurden.

Während der Tour konnten wir originale Filmsets, Kostüme, Requisiten und verschiedene Bereiche aus der Produktion von Game of Thrones sehen. Dazu gehören unter anderem bekannte Schauplätze wie Winterfell, King’s Landing und Dragonstone. Außerdem erhält man Einblicke in die Herstellung von Kostümen, Spezialeffekten, Masken und Requisiten.

Besonders interessant fand ich, einmal zu sehen, wie viel Arbeit hinter einer solchen Filmproduktion steckt. Im Fernsehen sieht man am Ende nur die fertigen Szenen. In den Studios wurde dagegen deutlich, wie viele unterschiedliche Bereiche wie Bühnenbau, Kostümdesign, Masken, Spezialeffekte und digitale Technik zusammenarbeiten müssen, damit eine solche Produktion entstehen kann.

Der Ausflug war für mich ein sehr interessanter kultureller Abschluss unseres Aufenthalts.

Am Sonntag endete schließlich unser Aufenthalt in Irland. Nach einer abwechslungsreichen und intensiven Woche machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen von Dublin zurück nach Hamburg. Von dort aus ging es anschließend weiter nach Tornesch.

Kurze Zusammenfassung

Die Seminarwoche in Dublin war für mich sowohl beruflich als auch persönlich eine wertvolle Erfahrung. Besonders hilfreich waren die vielen praktischen Übungen, die nicht nur theoretisch vorgestellt, sondern unmittelbar von uns selbst ausprobiert wurden.

Für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 nehme ich zahlreiche neue Ideen mit. Dazu gehören insbesondere kommunikative Gruppenaufgaben, CLIL, Bloom’s Taxonomy, Cognitive Discourse Functions sowie neue Möglichkeiten zur Wortschatzarbeit und Prüfungsvorbereitung.

Von besonderer Bedeutung war für mich außerdem der Einsatz digitaler und KI-gestützter Werkzeuge. Die Möglichkeit, Texte auf unterschiedliche Sprachniveaus anzupassen, eigene Hörverstehensaufgaben zu erstellen und daraus weitere Übungen zu entwickeln, kann meine zukünftige Unterrichtsvorbereitung deutlich erweitern.

Neben den fachlichen Inhalten war auch der internationale Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern sehr bereichernd. Die unterschiedlichen Erfahrungen, Unterrichtsformen und beruflichen Hintergründe führten während der gesamten Woche zu interessanten Gesprächen und neuen Perspektiven.

Gleichzeitig bot der Aufenthalt die Möglichkeit, Dublin und die irische Kultur näher kennenzulernen. Die Besuche historischer und kultureller Orte, Museen, Howth sowie der Ausflug nach Nordirland ergänzten die fachliche Weiterbildung sehr gut.

Insgesamt nehme ich aus dieser Mobilität viele neue Ideen, Erfahrungen und praktische Methoden mit, die ich nach meiner Rückkehr in meinem eigenen Unterricht ausprobieren und weiterentwickeln möchte.

Artificial Intelligence Tools for Language Teachers in Valencia

Im Rahmen des Erasmus+-Programms nahm ich vom 27.07. – 01.08. 2026 an einer einwöchigen Fortbildung der Europass Teacher Academy in Valencia teil. Der Kurs wurde von Iacopo Falciani geleitet und beschäftigte sich mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Die Fortbildung war sehr praxisorientiert und bot zahlreiche Möglichkeiten, verschiedene digitale Werkzeuge selbst auszuprobieren.

Unsere internationale Lerngruppe bestand aus 13 Lehrkräften aus Deutschland, Polen, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und den USA. Der Austausch mit den Kolleginnen war sehr interessant. Wir konnten Erfahrungen aus unterschiedlichen Bildungssystemen kennenlernen und viele Ideen für unseren Unterricht sammeln.

Während der Woche arbeiteten wir mit zahlreichen KI-gestützten Programmen und Anwendungen. Wir lernten verschiedene Chatbots kennen und diskutierten deren Möglichkeiten, aber auch die Grenzen und den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Themen wie Datenschutz, Urheberrecht und die Erkennung von KI-generierten Bildern spielten ebenfalls eine wichtige Rolle.

Ein Schwerpunkt des Kurses war das praktische Arbeiten. Wir testeten verschiedene digitale Werkzeuge wie NotebookLM, Gemini, Quizlet, Kahoot, Plickers, Baamboozle und Skribbl.io. Durch Gruppenarbeiten, Präsentationen und gemeinsame Übungen konnten wir die Programme sofort ausprobieren und ihre Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht kennenlernen.

Besonders interessant war die Arbeit mit SUNO. Mit diesem KI-Tool erstellten wir Lieder zu verschiedenen Themen. Ich finde diese Möglichkeit sehr motivierend und kreativ. Die selbst erstellten Lieder möchte ich künftig in meinem Alphabetisierungskurs einsetzen, um Wortschatz, Aussprache und Grammatik auf spielerische Weise zu vermitteln und die Lernenden zusätzlich zu motivieren.

Außerdem arbeiteten wir mit Gamma Slides. Dort erstellte ich eine Präsentation zum Thema „Deutsche Kultur“. Diese Anwendung möchte ich künftig in den Orientierungskursen nutzen, um Präsentationen über Deutschland zu erstellen und allgemeine Informationen zu Geschichte, Kultur, Politik und Gesellschaft anschaulich zu vermitteln.

Ein weiteres interessantes Tool war Storybook. Damit können Bücher zu unterschiedlichen Themen erstellt werden. Diese Möglichkeit finde ich besonders für den Alphabetisierungskurs sehr wertvoll. Ich möchte eigene einfache Bücher mit Bildern und kurzen Texten entwickeln, um das Lesen und Sprachlernen abwechslungsreicher und motivierender zu gestalten.

Die Fortbildung war nach dem Prinzip „Learning by Doing“ aufgebaut. Nach kurzen theoretischen Einführungen arbeiteten wir überwiegend praktisch in Gruppen oder Partnerarbeit. Dadurch konnte ich alle Programme selbst ausprobieren und direkt überlegen, wie ich sie künftig in meinem Unterricht einsetzen kann. Diese praxisnahe Arbeitsweise war besonders hilfreich.

Aufenthalt in Valencia

Bereits der erste Tag unseres Aufenthaltes hielt ein besonderes Highlight bereit: Am Abend durften wir ein wunderschönes, rund 20-minütiges Feuerwerk erleben, das die Stadt in beeindruckende Farben tauchte und Lust auf die kommende Woche machte. Den gesamten Juli über feiert Valencia die Gran Fira – ein traditionsreiches Sommerfest voller Konzerte, Kulturveranstaltungen und Umzüge. Das Feuerwerk am Abend des 26. Juli bildete den offiziellen, glanzvollen Schlusspunkt dieses monatelangen Stadtfestes.

Neben der Fortbildung bot auch der Aufenthalt in Valencia viele unvergessliche Eindrücke. Ich hatte die Möglichkeit, die Stadt und ihre Kultur kennenzulernen. Besonders beeindruckt haben mich das Oceanogràfic, das Museu de les Ciències, die historische Iglesia San Juan del Hospital, der wunderschöne Strand.

Im Centro de Arte Hortensia Herrero konnte ich unter anderem beeindruckende Werke von Anselm Kiefer und weiteren internationalen Künstlerinnen und Künstlern bewundern.

Sehr gut gefallen haben mir auch der Mercado Central, die Plaza Redonda mit ihren kleinen Geschäften sowie die gemütlichen Gassen der Altstadt. Natürlich durfte auch die spanische Küche nicht fehlen. Ich habe viele landestypische Gerichte probiert und war von der Vielfalt und dem ausgezeichneten Geschmack begeistert. Ich hatte das große Glück, viele landestypische Köstlichkeiten zu probieren: Von hauchdünnem Jamón über die berühmten valencianischen Tomaten mit ihrem intensiven, unfehlbaren Geschmack bis hin zu einer Vielfalt an frischen Meeresfrüchten. Ein absolutes Highlight war dabei die traditionelle Paella mit Garnelen, die den unverwechselbaren Geschmack der Region perfekt widerspiegelte.

Das sonnige Wetter, das Meer und die entspannte Atmosphäre der Stadt machten den Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis. Neben den fachlichen Inhalten der Fortbildung war auch das Kennenlernen anderer Kulturen und Menschen eine große persönliche Bereicherung.

Lernergebnisse

Durch die Fortbildung konnte ich meine digitalen Kompetenzen erheblich erweitern. Ich habe gelernt,

  • verschiedene KI-Chatbots sinnvoll im Unterricht einzusetzen,
  • NotebookLM und Gemini für die Unterrichtsvorbereitung zu nutzen,
  • Präsentationen mit Gamma Slides zu erstellen,
  • Bücher mit Storybook zu entwickeln,
  • Lieder mit SUNO für den Unterricht zu erstellen,
  • digitale Lernspiele mit Quizlet, Kahoot, Plickers, Baamboozle, Skribbl.io, Goosechase usw. einzusetzen,
  • KI-generierte Bilder kritisch zu beurteilen,
  • Datenschutz und Urheberrecht beim Einsatz von KI zu berücksichtigen.

Besonders wichtig ist für mich der praktische Nutzen dieser Werkzeuge. Die mit Gamma Slides erstellten Präsentationen werde ich im Orientierungskurs einsetzen, um Informationen über Deutschland anschaulich zu vermitteln. Die mit Storybook erstellten Bücher sowie die mit SUNO komponierten Lieder möchte ich künftig im Alphabetisierungskurs verwenden, um den Unterricht abwechslungsreicher, kreativer und motivierender zu gestalten.

Diese Fortbildung war für mich sowohl beruflich als auch persönlich ein voller Erfolg. Ich habe nicht nur viele neue digitale Werkzeuge kennengelernt, sondern auch wertvolle Kontakte zu Lehrkräften aus verschiedenen Ländern geknüpft. Die Kombination aus praxisnaher Fortbildung, internationalem Austausch und den vielen kulturellen Eindrücken in Valencia hat mich sehr bereichert. Ich werde die neu gewonnenen Kenntnisse in meinem Unterricht einsetzen und meine Erfahrungen gerne mit meinen Kolleginnen und Kollegen teilen, damit auch sie von den vielfältigen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz im Unterricht profitieren können.

Die Fortbildungswoche in Valencia hat meine Erwartungen übertroffen. Ich nehme nicht nur viele neue Ideen und digitale Kompetenzen mit nach Hause, sondern auch schöne Erinnerungen an eine faszinierende Stadt und an den Austausch mit engagierten Lehrkräften aus verschiedenen Ländern.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Koordinatorinnen für die hervorragende Organisation dieser Fortbildung. Diese Woche hat mir nicht nur die wertvolle Gelegenheit geboten, meine Kenntnisse im Bereich der künstlichen Intelligenz praxisnah zu vertiefen, sondern mir auch die Wünsche erfüllt, Spanien kennenzulernen. Die gewonnenen Impulse und Eindrücke werden meine Arbeit noch lange nachhaltig bereichern.

Artifical Intelligence Tools for Language Teachers in Valencia

Sonntag, 26.07.2026

Am Sonntag fliegen meine Kollegin und ich von Hamburg nach Valencia. Nach der Ankunft beziehen wir unser Apartment und machen zunächst einen Spaziergang durch die Stadt. Sonnenschein bei 31 Grad, so habe ich mir Valencia vorgestellt! Wir bekommen einen ersten Eindruck von Valencia, entdecken die Umgebung und schauen auch schon, wo unser Kurs am nächsten Morgen stattfindet. So können wir entspannt in die Erasmus-Woche starten.

Montag, 27.07.2026

Am ersten Kurstag lernen wir die anderen 11 Teilnehmerinnen kennen. Unser Kursleiter heißt Iacopo, er ist Italiener und der einzige Mann in der Runde. Die Gruppe ist sehr international. Die Frauen kommen aus Bulgarien, der Slowakei, Ungarn, Tschechien, Polen und sogar aus den USA. Alle unterrichten Sprachen, allerdings an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen und mit unterschiedlichen Zielgruppen. Das alles erfahren wir aus den Präsentationen, die alle Kursteilnehmerinnen im Vorfeld vorbereitet haben. Auch meine Kollegin und ich haben eine kleine Präsentation vorbereitet, in der wir von unserer Arbeit an der Volkshochschule und unseren Erfahrungen im Bereich Deutsch als Zweitsprache erzählen. Wir stellen fest, dass wir die einzigen sind, die im Bereich Erwachsenenbildung arbeiten.

Iacopo stellt uns das Padlet vor, das uns während der gesamten Kurswoche begleitet. Dort finden wir den Kursplan und die verschiedenen Inhalte, mit denen wir uns im Laufe der Woche beschäftigen und mit eigenen Materialien und Ergebnisse ergänzen werden. Mich freut, dass wir auch nach dem Kurs von zu Hause aus weiterhin darauf zugreifen können.

Danach steigen wir direkt in das Thema KI ein. Wir probieren erste Anwendungen aus und erfahren unter anderem, wie KI durch Daten und menschliche Eingaben lernt. Besonders interessant ist für mich die Frage, wie solche spielerischen Anwendungen für den Sprachunterricht genutzt werden können. Gerade bei BSK-B2 und Integrationskursen könnten sie eine abwechslungsreiche Möglichkeit sein, Wortschatz zu wiederholen und die Lernenden stärker einzubeziehen.

Am Ende des Tages bleibt noch Zeit, sich über die Stadt auszutauschen. Iacopo gibt uns ein paar nützliche Tipps für den Aufenthalt in Valencia.

Der erste Tag ist sehr abwechslungsreich und ich nehme bereits viele neue Eindrücke mit. Ich bin gespannt, was uns in den nächsten Tagen erwartet und welche neuen Ideen ich für meinen Unterricht mitnehmen kann.

Dienstag, 28.07.2026

Am Dienstag beschäftigen wir uns zunächst mit verschiedenen KI-Chatbots. Wir tauschen uns darüber aus, wer welche Anwendungen nutzt und welche Vor- und Nachteile sie haben. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird angesprochen. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass gute Prompts Zeit und Energie sparen können. Dabei wird auch deutlich, dass Kommunikation mit KI nicht unbedingt „freundlich“, sondern vor allem funktional und präzise sein sollte.

Anschließend lernen wir NotebookLM kennen und probieren verschiedene Funktionen aus. Wir arbeiten mit eigenen Quellen und erstellen daraus Texte, Audio- und Videoinhalte. Für den Sprachunterricht finde ich diese Möglichkeit besonders interessant, da sich Materialien gezielt auf eine bestimmte Lerngruppe und deren Bedürfnisse abstimmen lassen. Natürlich sollte man den KI-Ergebnissen nicht blind vertrauen und sie immer überprüfen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind reale und KI-generierte Bilder. Wir versuchen, sie zu unterscheiden und unsere Einschätzung zu begründen. Dabei merken wir, dass es gar nicht so leicht ist, sie auseinander zu halten. Danach erstellen wir in Gruppenarbeit mithilfe von Gemini AI eigene Bilder mithilfe von Prompts, ohne diese zu verraten. Die anderen Gruppen versuchen anschließend, den jeweiligen Prompt zu erraten. Dabei wird deutlich, wie wichtig eine genaue und verständliche Bildbeschreibung ist. Für einen fortgeschrittenen Sprachunterricht sehe ich hier viele Möglichkeiten, insbesondere für Sprechanlässe, Wortschatzarbeit und Bildbeschreibungen. Auch für Dialoge, Infografiken oder die Visualisierung grammatischer Regeln können solche Bilder eingesetzt werden.

Mittwoch, 29.07.2026

Am Mittwoch starten wir mit einem kurzen Austausch darüber, was wir am Vortag gemacht und ausprobiert haben. Danach lernen wir Quick, Draw! kennen und erfahren spielerisch, wie KI durch die Daten und Eingaben der Nutzerinnen und Nutzer lernt.

Mit Skribbl.io probieren wir ein digitales Zeichen- und Ratespiel aus. Wir erstellen eigene Wortlisten, mit Unterstützung von ChatGPT, und ich überlege dabei, wie sich solche Spiele für die Wortschatzarbeit im DaF-Unterricht einsetzen lassen.

Danach lernen wir verschiedene Anwendungen für Quiz- und Lernspiele kennen, darunter Quizlet, Blooket, Plickers, Kahoot, Wayground, Baamboozle, Socrative und Microsoft Forms. Besonders interessant finde ich die Möglichkeit, dass nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Lernende selbst Quizze erstellen können. Für meine BSK-B2 Kurse könnte ich mir beispielsweise vorstellen, dass die Teilnehmenden gemeinsam Quizfragen zu beruflichem Wortschatz oder Prüfungsthemen entwickeln. Aktives Mitgestalten ist auf jeden Fall nachhaltiger und effektiver als passives Lernen.

Wir erstellen außerdem digitale Lernkarten und erfahren, wie ChatGPT oder Gemini bei der Vorbereitung solcher Materialien helfen können. Eine Idee, die ich auf jeden Fall mitnehme, ist eine eigene Sammlung von bewährten Prompts anzulegen, die ich für wiederkehrende Aufgaben im Unterricht nutzen und weiterentwickeln kann.

Auch Audio und Musik werden ausprobiert. Wir wandeln Texte in gesprochene Sprache (luvvoice.com) um und erstellen eigene Lieder mit KI (suno.com) Gerade diese kreativen Möglichkeiten zeigen, wie abwechslungsreich digitale Medien im Sprachunterricht eingesetzt werden können.

Nach dem Kurs bleibt noch Zeit, Valencia zu entdecken. Meine Kollegin und ich besuchen unter anderem den Turia-Garten und entdecken ganz in der Nähe unseres Apartments ein kleines Restaurant mit einem leckeren Drei-Gänge-Menü zu einem sehr günstigen Preis. Wir fühlen uns dort sofort wohl und beschließen, ab jetzt jeden Tag dort essen zu gehen. Die Atmosphäre ist typisch spanisch: laut, fröhlich, lebendig und völlig ungezwungen.

Donnerstag, 30.07.2026

Am Donnerstag wird es besonders praktisch und kreativ. Mit der App Goosechase machen wir eine digitale Schnitzeljagd durch Valencia. Die Aufgaben reichen von sprachlichen Herausforderungen über das Fotografieren ungewöhnlicher Dinge bis hin zu kleinen kreativen Aktionen. Zurück im Kursraum schauen wir uns die Ergebnisse gemeinsam an, dabei wird viel gelacht und erzählt.

Danach lernen wir, wie man eine solche digitale Schnitzeljagd selbst erstellt. Ich kann mir gut vorstellen, so etwas auch mit meinen Lernenden in einem Integrationskurs zu machen, zum Beispiel als Sprach- und Stadtrallye oder beim Besuch eines Museums. Leider kostet diese App, wie viele andere gute Apps Geld, bietet aber auch eine eingeschränkte kostenlose Version an. Die Kosten hängen vom Verwendungszweck und der Gruppengröße ab.

Wir lernen Gamma.app kennen, mit dem sich schnell Präsentationen erstellen lassen, und beschäftigen uns auch mit NotebookLM. Ich sehe hier vor allem Möglichkeiten für die Unterrichtsvorbereitung und für die Aufbereitung von Materialien für einen B2-Kurs.

Den späten Nachmittag und Abend verbringen wir im El Oceanográfico, dem größten Aquariumkomplex Europas. Es war einer der Höhepunkte meiner Reise.

Freitag, 31.07.2026

Am letzten Kurstag geht es noch einmal um verschiedene digitale Möglichkeiten für den Unterricht. Wir lernen unter anderem Anwendungen zum Scannen und Digitalisieren von Materialien kennen und schauen uns weitere kreative Einsatzmöglichkeiten von KI an. Um ein paar Apps zu nennen: plantnet, iNATURALIST, Merlin, Photomath. Eher was für Nawi-Lehrer als für Sprachlehrer, aber trotzdem unterhaltsam. Witzig finde ich die Idee ein eigenes illustriertes Buch mit Gemini Storybook zu erstellen. Das probieren wir alle sofort aus und posten unsere Ergebnisse in Padlet.

Nach der Pause beschäftigen wir uns mit Bildbearbeitung. Bei einem kleinen Fotowettbewerb kombinieren wir ein echtes Foto, das in Valencia aufgenommen wurde, mit einem KI-generierten Bild und denken uns dazu eine kurze Geschichte aus. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich und zeigen, wie kreativ man KI einsetzen kann.

Zum Abschluss überreichen wir uns gegenseitig die Zertifikate. Jede von uns hat schon am Dienstag heimlich einen Namen gezogen und heute übergeben wir die Zertifikate mit persönlichen Worten, einem Lied oder einem kleinen Gedicht. Das ist ein sehr schöner und persönlicher Abschluss der gemeinsamen Woche.

Samstag, 01.08.2026

Am Samstag nutzen wir den Tag, um noch mehr von Valencia zu sehen. Da alle Kursteilnehmerinnen noch am Montag eine 24-Stunden-Touristenkarte bekommen haben, nutzen wir sie für weitere Erkundungen. Wir besuchen unter anderem das Museo de Bellas Artes und das Centro de Arte Hortensia Herrero. Natürlich gehört auch ein Besuch am Strand dazu.

Wir genießen unseren letzten Tag in Valencia und lassen die vielen Eindrücke der vergangenen Woche auf uns wirken. Danach heißt es Abschied nehmen von dieser wunderschönen Stadt und zurück nach Deutschland.

Was ich mitnehme

Die Woche hat mir gezeigt, wie vielfältig KI im Sprachunterricht eingesetzt werden kann. Ich nehme viele konkrete Ideen für meinen DaF-Unterricht mit und fühle mich sicherer darin, KI gezielt für die Vorbereitung und Gestaltung von Unterricht einzusetzen. Besonders wichtig sind für mich die Arbeit mit guten Prompts, die Erstellung interaktiver Lernaktivitäten und die Möglichkeit, Texte, Bilder, Audio und Spiele miteinander zu verbinden. Gleichzeitig nehme ich die Erkenntnis mit, dass die Lehrkraft weiterhin entscheidet, was pädagogisch sinnvoll ist und was zu den Lernenden passt.

Während dieser Fortbildung gab es sehr viel Input und eine Fülle an Materialien, die ich erst einmal in Ruhe verarbeiten muss. Aufgrund des Zeitmangels konnte man vieles nur oberflächlich kennenlernen. Der Kurs gab mir aber eine gute Grundlage und ich möchte mich auch weiterhin intensiv mit dem Thema beschäftigen.

Ich bedanke mich recht herzlich bei meinen Koordinatorinnen für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Mobilität!

Arts for the Inclusion of Migrants, Refugees and Disadvantaged Populations in Florenz

Wer sich gleichermaßen für Reisen und für Fortbildungen begeistert wie ich, weiß sicherlich, wie aufregend es ist, jede neue Bildungsreise vorzubereiten. Auch dieses Mal startete ich voller Begeisterung mit den Vorbereitungen meines Aufenthalts in Florenz – gleich nachdem die Unterlagen abgegeben und meine Mobilität bestätigt worden waren. Ich hatte mich dieses Mal jedoch für einen für mich sehr untypischen Kurs entschieden. Einmal vorab: In puncto künstlerische Kreativität bin ich tatsächlich untalentiert! Ich bin ein Mensch der Worte und der Musik – Malen und Zeichnen sind dafür einfach so an mir vorbeigerannt …

Aber der Gedanke, Inklusion und Ausdruck aus einer anderen Perspektive zu betrachten, Kunst mit Sozialwissenschaften sowie Themen wie Inklusion und Nachhaltigkeit zu verbinden und mich selbst dabei etwas herauszufordern, gefiel mir sehr. Also dann – tschüss, liebe Komfortzone, wir sehen uns wieder in Deutschland!

Ich habe mich entschieden, trotz der langen Strecke mit dem Auto zu fahren. Es gibt keine direkten Flüge nach Florenz von einem nahen gelegenen Flughafen, und die Bahn hatte mir in letzter Zeit das Gefühl gegeben, mich nicht so wirklich auf sie verlassen zu können – ich wollte meine Mobilität nicht dem Zufall überlassen. Im Nachhinein war das auch wirklich gut so: Ich war flexibel und konnte unterwegs viel mehr sehen und erleben.

Die Anreise war unproblematisch. Mein Weg führte durch die wunderschöne Natur Österreichs (der Halt am Fernsteinsee war ein Muss!), durch das italienische Südtirol direkt in die Toskana, und ich genoss die schönen Aussichten sehr. Da ich einen Tag früher angereist war, nutzte ich die Gelegenheit, die Stadt schon einmal kennenzulernen, unseren Treffpunkt zu finden und die Parkmöglichkeiten zu erkunden. Und selbstverständlich auch, die Köstlichkeiten Italiens zu genießen!

Tag 1, 22.06.2026

Nachdem wir uns alle in den Räumlichkeiten von Europass in der Via Sant’Egidio eingefunden hatten, ging es nach einer netten Begrüßung zu unseren eigentlichen Kursräumlichkeiten, die nur einige Meter weiter lagen. Es handelte sich dabei um ein wunderschönes Atelier auf zwei Ebenen, das alles bot, was ein Künstler (vermute ich doch!) so braucht. Den kurzen Weg dorthin nutzten wir, um uns etwas kennenzulernen. Zwei Teilnehmerinnen kamen aus Portugal, zwei aus Slowenien, fünf aus Griechenland und außer mir noch eine deutsche Teilnehmerin aus Karlsruhe. Unsere Dozentin heißt Monica Ogaz und kommt ursprünglich aus Mexiko, lebt aber schon seit vielen Jahren in Italien. Sie ist so sympathisch, dass wir uns alle sofort sehr wohl fühlten. Monica machte uns gleich klar, dass jeder von uns ein Künstler sein kann, egal wie begabt er sich selbst einschätzt – und letztendlich geht es in diesem Kurs um etwas ganz anderes. Sie ermutigte uns, intuitiv zu sein und uns keine Sorgen darüber zu machen, was wir kreieren, solange es zu uns passt.

Wir starteten direkt mit den Präsentationen über unsere Schulen und lernten die sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen der Teilnehmenden aus verschiedenen europäischen Ländern kennen. Schnell entstanden erste Gespräche über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die Herausforderungen des pädagogischen Alltags.

Ein zentrales Thema war von Beginn an die Frage, wie Kommunikation gelingen kann – besonders dann, wenn Sprache allein nicht ausreicht. Gemeinsam diskutierten wir über verschiedene Kommunikationsformen und darüber, welche Rolle Kunst dabei spielen kann, Menschen miteinander zu verbinden, nachhaltige Inklusion zu schaffen und einander besser zu verstehen. Ebenso beschäftigten wir uns mit dem Unterschied zwischen Integration und Inklusion und stellten fest, dass echte Teilhabe weit mehr bedeutet, als lediglich Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Besonders gefallen hat mir die kreative Aufgabe, einen persönlichen „Fingerprint“ zu gestalten. Die Aufgabe lautete: Fingerabdrücke sind sehr individuell und machen Menschen einzigartig. Wenn du dich selbst ohne Sprache, nur mit Farben, Figuren und Symbolen darstellen solltest, sodass man dich daran sofort erkennen kann – was würdest du malen? Wie würde dein Fingerabdruck dann aussehen? Oha … Na, dann gebt mir doch mal die Pinsel und die Stifte! Dann stand ich aber da und wusste zuerst gar nichts damit anzufangen. Und dann doch … Nein, aus mir wird immer noch kein Botticelli! Aber wer hätte gedacht, dass es so viel Spaß machen würde? Tatsächlich war ich im Nachhinein sehr zufrieden mit meinem „Fingerprint“ und auch ein bisschen stolz, dass er so gut gelungen war, dass meine Sitznachbarin Katerini aus Griechenland mich anhand dessen tatsächlich sehr gut beschreiben konnte.

Unser Fingerabdruck spiegelte auf ganz individuelle Weise Charaktereigenschaften, Interessen und Werte wider. Anschließend versuchten die anderen Teilnehmenden, die dargestellten Botschaften zu entschlüsseln. Dabei wurde deutlich, dass Bilder oft mehr erzählen können als Worte. Es entstand eine sehr schöne Diskussionsrunde über Diversität und über die Ausdrucksformen, die uns die Natur zur Verfügung gestellt hat. Um nachhaltige Inklusion zu schaffen, muss man also genau beobachten und nicht nur zuhören – ja, auch dann, wenn es stressig ist und Zeit investiert werden muss. Stichwort „Zeit“: Diese verging tatsächlich wie im Flug!

Danach gingen wir gemeinsam zu einem Markt in unmittelbarer Nähe (danke, Monica- hier gab es die besten Erdbeeren, die man sich vorstellen kann!)  und sammelten dort verschiedene Begriffe – Warenbezeichnungen, Obst- und Gemüsesorten, Kleidung etc. – auf Italienisch. Wir erhielten die Aufgabe, diese später in verschiedenen Sprachen zu vergleichen. Schon hier zeigte sich, dass Lernen nicht nur am Schreibtisch stattfindet, sondern überall dort, wo Menschen beobachten und miteinander ins Gespräch kommen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten wir trotz 44 Grad die Stadt Florenz. Zwischen historischen Gassen, beeindruckender Architektur und italienischen Spezialitäten lernten wir uns auch persönlich immer besser kennen. Die erste Scheu war schnell verschwunden – aus einer Gruppe fremder Menschen entwickelte sich bereits am ersten Tag eine kleine internationale Gemeinschaft. Es fiel uns irgendwie sehr leicht, miteinander zusammenzusitzen und uns zu unterhalten. Natürlich wurden gleich die ersten persönlichen Bilder und Geschichten ausgetauscht: „Schau mal, das ist meine Familie …“

Die Fahrt zurück zu meiner Unterkunft am Abend war sehr malerisch, da sie mich direkt durch die sonnengebadete toskanische Berglandschaft voller Olivenbäume und Weinreben führte. Mit dem Auto anzureisen war also tatsächlich die richtige Entscheidung!

Tag 2, 23.06.2026

Der zweite Tag begann mit der Auswertung unserer Marktbeobachtungen. Erstaunlicherweise konnten sich fast alle anhand der gesehenen Schilder und Bilder an die italienischen Wörter erinnern. Diese Erfahrung machte deutlich, wie stark visuelle Eindrücke das Lernen unterstützen können – besonders beim Erwerb einer neuen Sprache. Im normalen Alltag ist uns die Bedeutung von Bildern und Symbolen gar nicht bewusst. Wir übersehen sie teilweise, weil wir uns auf die Sprache verlassen. Doch gerade für Menschen mit geringen Sprachkenntnissen können diese eine Brücke zur Verständigung sein. Was ist wo? Wie heißt das, was ich brauche? Wie sieht es geschrieben aus? Wie finde ich es wieder? Bildung ist für uns Europäer grundsätzlich leicht zugänglich – viele sprechen bereits nach dem Schulabschluss mehr oder weniger gut mindestens eine Fremdsprache. Wie ist es aber, wenn du dich in einem anderen Land befindest, dessen Alphabet für dich eher wie Straßenkunst als wie Buchstaben aussieht? Dann muss man sich auf Symbole und Bilder verlassen, und die Einheimischen sollten wiederum verstehen, dass Kommunikation zu Beginn oft nur auf diese Weise möglich ist. Inklusion in Bildern und Farben …

Besonders spannend war anschließend eine ungewöhnliche Zeichenübung: Wir zeichneten unser Gegenüber, ohne auf das Blatt zu schauen, während wir permanent Blickkontakt hielten. Hat schon einmal jemand versucht, einem kaum bekannten Menschen zwei Minuten lang ununterbrochen in die Augen zu schauen und dabei zu schweigen? Es ist schwieriger, als man sich das vorstellen kann! Monica warnte uns, dass es teilweise unangenehm wirken könnte, wir sollten es jedoch versuchen. Wir sollten die Übung einmal mit der linken und einmal mit der rechten Hand durchführen. Dabei ging es nicht um Perfektion, sondern darum, Kontrolle loszulassen und genauer hinzusehen – also um nonverbale Kommunikation, Wahrnehmung und soziale Nähe.

Gemeinsam überlegten wir danach, wie kreative Methoden im beruflichen Alltag eingesetzt werden können. Eine Idee war beispielsweise, Prüfungsräume oder Wartebereiche mit Farben und Papier auszustatten, um Stress abzubauen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken kreativ auszudrücken. Wir sprachen außerdem darüber, wie Kunst Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung helfen kann, Gefühle auszudrücken und miteinander in Kontakt zu kommen, selbst wenn sprachliche Barrieren bestehen. Ja, Handys bieten oft Übersetzungshilfen, aber auch diese versagen oder sind teilweise ungenau. Und wer nicht von Technik und Internetempfang abhängig sein möchte und die Fähigkeit, allein zurechtzukommen, nicht verlieren will, lernt, diese immer weiterzuentwickeln.

Am Nachmittag besuchten wir die Bibliothek Oblate und anschließend eine außergewöhnliche Buchhandlung im Odeon-Cinema. Dort suchten wir gezielt nach Buchcovern, die Vielfalt, Inklusion oder gesellschaftliche Teilhabe darstellen. Es war faszinierend zu entdecken, wie viel eine einzelne Illustration über gesellschaftliche Werte erzählen kann.

Die Bibliothek ist wunderschön und ein wahrer Begegnungsort, aber das Konzept des Odeon-Cinemas fand ich genial. Ja, das ist tatsächlich ein Kino, ABER … Nach dem Boom der Streaming-Anbieter wurde den pfiffigen Italienern sehr schnell klar, dass die Kinokultur für die jüngeren Generationen schon bald an Reiz verlieren würde. Also überlegten sie sich, wie sie ihr wunderbares altes Kino in diesem beeindruckenden Gebäude weiterhin am Leben erhalten könnten. Und dann kam die Idee: Sie haben tatsächlich im Erdgeschoss des Kinos eine tolle Buchhandlung eingerichtet, die den Besuchern nicht nur eine große Auswahl an Büchern in mehreren Sprachen bietet, sondern auch die Möglichkeit, direkt vor der Leinwand zu entspannen. Dort laufen Stummfilme oder Filme mit englischen oder italienischen Untertiteln ohne Ton. Man kann sich davor hinsetzen, die angenehme Kühle genießen und sich mit einem Buch zurückziehen. Im ersten Stock gibt es sogar kleine Tische, an denen man am PC arbeiten oder etwas trinken kann. Ganz oben befindet sich dann der eigentliche Kinosaal, in dem abends nach wie vor aktuelle Filme gegen Bezahlung gezeigt werden. Der Plan scheint aufzugehen – denn sowohl die Buchhandlung als auch das Kino sind permanent gut besucht. Wenn der Buchladen schließt, öffnet das Kino, und Miete wird nur einmal gezahlt…Ein schönes Beispiel dafür, wie man zwei Branchen miteinander verbinden kann, um beide am Leben zu erhalten!

Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten wir weiter die Stadt und sicherten uns bereits die Eintrittskarten für den Besuch der Uffizien am nächsten Tag.

Tag 3, 24.06.2026

Der dritte Tag führte uns noch tiefer in die Welt der Emotionen und der Kunst. Gemeinsam betrachteten wir Bilderbücher wie Das Farbenmonster und Il Buco von Anna Llenas, die eindrucksvoll zeigen, wie Farben und Formen ohne viel Text Gefühle ausdrücken können. Es wurde schnell deutlich, dass Kunst eine universelle Sprache sein kann – unabhängig von Alter, Herkunft oder Sprachkenntnissen.

In Gruppen gestalteten wir anschließend Plakate zum Thema Inklusion. Auf unser Plakat war ich sehr stolz! Wir haben uns überlegt, die Wörter des Satzes „We are all part of the world“ zwischen verschiedenen Bildern, Symbolen und Slogans zu verstecken, damit die Menschen wirklich genau beobachten müssen, um sie letztendlich zu entdecken. Dabei haben wir das Wort „part“ so dargestellt, dass darin „ART“ ganz besonders hervorgehoben wurde – Art (Kunst, ganz egal welche seiner Formen) ist das, was uns alle verbinden kann. Dabei diskutierten wir, wie sich Zugehörigkeit, Vielfalt und gegenseitiger Respekt bildlich darstellen lassen. Unterschiedliche Ideen ergänzten sich, neue Perspektiven entstanden und aus vielen einzelnen Gedanken entwickelte sich ein gemeinsames Gesamtbild.

Später beschäftigten wir uns mit der Wirkung von Farben und Symbolen sowie mit den unterschiedlichen kulturellen Prägungen der Teilnehmenden. Der Austausch über Mentalitäten und persönliche Erfahrungen machte deutlich, wie unterschiedlich Menschen dieselbe Situation wahrnehmen können – und wie bereichernd genau diese Vielfalt ist.

Nach einem typisch toskanischen Mittagessen mit Lampredotto (ich beschreibe es lieber nicht – aber für alle, die nachschauen wollen, gleich vorab: Es war sehr lecker!) ging es zunächst zum Rosengarten und anschließend hinauf zur Piazzale Michelangelo. Von dort bot sich uns nicht nur ein beeindruckender Blick über Florenz, sondern auch zahlreiche Inspirationen für Farben, Licht und kreative Gestaltung.

Der Höhepunkt des Tages wartete jedoch am Nachmittag: der Besuch der Galerie Uffizien. Vier Stunden lang tauchten wir in die Welt großer Künstler ein und stellten fest, dass selbst diese Zeit kaum ausreicht, um alle Werke angemessen zu betrachten. Kunstgeschichte wurde plötzlich greifbar und zeigte, wie sehr sich der Blick auf den Menschen über die Jahrhunderte verändert hat. Es war zwar sehr stickig und überlaufen in den großen Räumlichkeiten und auf der Terrasse der Cafeteria sogar kochend heiß und kaum auszuhalten – aber für mich war dieser Besuch ein absolutes Highlight. Allein das Gebäude mit seinen bemalten Decken und Verzierungen ist sehr sehenswert, zumal die Fenster Blicke in die Stadt bieten, die man nirgendwo sonst bekommt. Die Sammlung der Werke der genialen Künstler Italiens jedoch ist absolut grandios!

Tag 4, 25.06.2026

Am vierten Tag standen Emotionen erneut im Mittelpunkt – diesmal aus psychologischer Sicht. Wir beschäftigten uns mit den Theorien von Sigmund Freud und deren Einfluss auf Künstler wie Pablo Picasso und Salvador Dalí. Dabei diskutierten wir, wie Träume, Erinnerungen und innere Konflikte ihren Weg in die Kunst finden und warum kreativer Ausdruck gerade für Menschen mit belastenden Erfahrungen so wichtig sein kann. Solche Menschen dazu zu motivieren, sich an einer neuen Gesellschaft zu beteiligen, ist nicht so einfach. Oft versuchen sie auch in einem anderen Land, unter ihresgleichen zu bleiben. Gefühle wie Scheu, Wut, Angst und oft auch Aussichtslosigkeit schaffen Barrieren zwischen Menschen und sorgen dafür, dass sie kein Gespür füreinander entwickeln.

Monica fragte uns ganz nebenbei, wie uns die Galerie Uffizien gefallen habe. Wir schwärmten davon, und dann erzählte sie uns, dass wir großes Glück gehabt hatten, sie bereits am Vorabend besucht zu haben. Aufgrund der extremen Hitze und der fehlenden Lüftungsmöglichkeiten schlossen die Uffizien ihre Türen für Besucher vorübergehend direkt ab diesem Tag – kein Wunder bei den 46 Grad, die wir hatten! Das war uns bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst gewesen, dass wir quasi geradeso noch da reingekommen sind. Wie gut, dass wir so organisiert waren und uns noch rechtzeitig vor der Schließung Tickets besorgen konnten!

Anschließend gestalteten wir einen persönlichen Emotionsbaum. Die Wurzeln symbolisierten das, was uns Halt gibt, der Stamm unsere Stärken und Schwächen, die Baumkrone unsere Wünsche und Ziele und die fallenden Blätter all das, was wir loslassen möchten. Diese Übung bot Raum für Selbstreflexion und machte sichtbar, wie unterschiedlich Lebenswege sein können.

Während ich meinen Baum zeichnete, wurde mir bewusst, dass ich an allen Tagen bisher nicht nur die praktischen Übungen, sondern auch das Malen und Zeichnen selbst sehr genossen hatte. Meine „Werke“ zeugen zwar nicht gerade von einem Hauch künstlerischer Begabung, aber darum ging es auch gar nicht. Ich muss gestehen, dass ich mich dabei einfach sehr gut gefühlt habe. Monica ließ jedes Mal Musik laufen, wenn wir kreativ werden mussten. Die Kombination aus Farben und Musik hat mich so unglaublich entspannt, dass ich die Pinsel gar nicht mehr aus der Hand legen mochte, wenn die Übung zu Ende ging. Für eine Person wie mich, die für Picasso nicht besonders viel übrig hat (und deren Kreationen noch „abstrakter“ geworden sind als seine), war das tatsächlich eine überraschende Selbstentdeckung. In meinem Fall war der Weg zum Ergebnis das, was mir etwas brachte. Das Ergebnis selbst war mir gar nicht mehr so wichtig – sondern das Gefühl, dass ich, während ich die Farben vor mir sah und damit arbeitete, meine Gedanken sortieren und über vieles intensiver nachdenken konnte.

Danach verließen wir erneut den Seminarraum und suchten in der Stadt nach Statuen, die uns zu eigenen Figuren inspirieren sollten. Aus den Skulpturen entstanden fantasievolle Charaktere mit individuellen Eigenschaften, Gefühlen und Lebensgeschichten. In kleinen Gruppen entwickelten wir daraus gemeinsame Geschichten und stellten fest, wie spannend es sein kann, unterschiedliche Persönlichkeiten miteinander agieren zu lassen. Zum Abschluss gestalteten wir passende Masken als Vorbereitung für ein Rollenspiel am nächsten Tag.

Nach Unterrichtsende ließen wir den Tag auf dem Mercato Centrale ausklingen. Bei gutem Essen tauschten wir uns über Erasmus-Erfahrungen, Job-Shadowing-Projekte und die Herausforderungen unseres Berufsalltags aus. Erstaunlicherweise wurde schnell klar, dass viele Probleme unabhängig vom jeweiligen Land nahezu identisch sind – eine Erkenntnis, die ebenso beruhigend wie verbindend war.

Tag 5, 26.06.2026

Der letzte Kurstag begann mit der Fertigstellung unserer Masken und mündete direkt in die Aufführung der gemeinsam entwickelten Theatergeschichte. Darin spielten wir Menschen in einer Notsituation, die unterschiedliche Sprachen sprachen und dennoch versuchten, miteinander zu kommunizieren. Was haben wir gelacht! Wie kann es sein, dass elf Personen, die sich kaum kennen, so wortlos miteinander eine schlüssige Pantomime spielen können – und das dabei so lustig und gleichzeitig so authentisch wirkt? Diese Übung wurde für viele von uns zum emotionalen Höhepunkt der gesamten Woche. Und: Die Gruppe, die performte, verstand sich untereinander, und diejenigen, die zuschauen mussten, verstanden ebenfalls alles. Also, wo fangen nachhaltige Integration und Inklusion eigentlich an? Richtig – beim genauen Beobachten und bei der ersten bildlichen Wahrnehmung!

Anschließend vertieften wir das Thema Kommunikation in einer Präsentation über zwischenmenschliche Beziehungen und besuchten danach die Kunstakademie von Florenz. Dort erhielten wir spannende Einblicke in die Ausbildung angehender Künstlerinnen und Künstler und diskutierten über die Bedeutung von Kunst für die persönliche Entwicklung.

Zum Abschluss wartete noch eine ganz besondere kreative Aufgabe auf uns. Mit geschlossenen Augen zeichneten wir zu wechselnder Musik spontane Linien auf ein Blatt Papier. Daraus entstanden später individuelle Bilder. Anschließend wurden die Werke immer wieder an die nächste Person weitergegeben, die sie ergänzte oder veränderte. Als wir unsere Bilder schließlich zurückerhielten, hatten sie sich vollständig verändert – und dennoch waren sie immer noch unsere eigenen.

Diese Übung wurde zu einer wunderbaren Metapher für das Leben: Wir beginnen unseren Weg, ausgestattet mit Eigenschaften, die wir nicht bewusst mitgebracht haben, mit eigenen Vorstellungen und Zielen. Doch Begegnungen mit anderen Menschen verändern unsere Richtung, bereichern uns, stellen uns vor Herausforderungen und hinterlassen Spuren. Genau darin liegt die Stärke von Gemeinschaft und Inklusion.

Nach dieser Reflexion erhielten wir unsere Teilnahmezertifikate. Doch der eigentliche Abschluss wartete noch: Gemeinsam machten wir eine Tour durch das Chianti-Gebiet mit Wein- und Käseverkostung. Zwischen Weinbergen, gutem Essen und vielen Gesprächen wurde mir klar, dass ich locker noch mindestens eine weitere Woche in Florenz hätte verbringen können – mit genau diesen mittlerweile nicht mehr ganz so unbekannten Menschen.

Und dass mir das intuitive Malen fehlen wird. Für das ich nach wie vor überhaupt kein Talent habe.

Und dennoch – kaum zu Hause angekommen, habe ich mir tatsächlich Farben bestellt, einfach weil ich damit eine neue Methode gefunden habe, dem Stress entgegenzuwirken und dabei tiefgründiger nachdenken und planen zu können – auch wenn meine Werke niemals in den Uffizien hängen werden!

Für mich persönlich steht fest, dass ich bereits beim nächsten Dozententreffen mit meinen Deutschdozentinnen und -dozenten über einige der kreativen Übungen sprechen werde. Ich finde sie tatsächlich ebenso einfach wie verbindend. Sie fördern Inklusion, bieten die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken, und ermöglichen es gleichzeitig, auf eine ungezwungene Weise Deutsch zu üben.

Die Handys im Kursraum zu lassen, anschließend gemeinsam loszuziehen und Begriffe selbst zu sammeln und zu lernen, erscheint mir als eine wunderbare Methode. Sie stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und regt gleichzeitig zum Austausch untereinander an. Auch die Idee, die Stressbewältigung vor oder während der Prüfungen mit Buntstiften zu unterstützen, finde ich spannend – warum eigentlich nicht?

Und weil wir Volkshochschule sind – und damit kreativ, bunt, innovativ und auf positive Weise anders –, könnten wir vielleicht eines Tages sogar die Deutschkursräume mit den entstandenen Werken gestalten und verschönern. Das hätte gleich einen doppelten Effekt: Die Kunstwerke würden die Räume lebendiger machen und gleichzeitig als Gesprächsanlass dienen. Eine schöne kleine Übung für neue Teilnehmende könnte beispielsweise sein: „Wisst ihr, wem die Werke an der Wand gehören und wie sie entstanden sind? Schätzt doch einmal!“ So kämen sie ganz nebenbei ins Sprechen und könnten ihre Deutschkenntnisse in einer entspannten Atmosphäre anwenden.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie unsere pädagogischen Fachkräfte den Austausch über meine Erfahrungen aufnehmen werden. Vielleicht lässt sich die eine oder der andere sogar für diesen inspirierenden Kurs begeistern und ihn selbst besuchen – darüber würde ich mich sehr freuen.

AI for Administrative and Non-Teaching Staff in Florenz

23.03.26-27.03.26

Vom 23. bis 27. März 2026 habe ich im Rahmen von Erasmus+ am Kurs „AI for administrative and non-teaching staff“ in Florenz teilgenommen. Der Kurs richtet sich an Mitarbeitende aus Verwaltung, Organisation und Planung im Bildungsbereich und beschäftigt sich mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll und verantwortungsvoll im Arbeitsalltag eingesetzt werden kann.


Am Montagvormittag nutze ich die Gelegenheit, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Besonders beeindruckend sind die Piazza del Duomo mit der gewaltigen Kathedrale Santa Maria del Fiore, die Piazza della Signoria mit ihren Skulpturen und historischen Gebäuden sowie die Piazza della Repubblica, einer der lebendigsten Plätze der Stadt. Am Nachmittag beginnt dann der Kurs.

Tag 1: Erste Schritte in die KI-Welt

Der Kurs findet in einem historischen Palazzo in der Altstadt von Florenz statt, nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt. Die Gruppe ist klein und international: Drei Teilnehmende kommen aus Dänemark, zwei aus Belgien, eine aus Griechenland und ich aus Deutschland. Geleitet wird der Kurs von Roberta, die brasilianisch-italienische Wurzeln hat und mit viel Erfahrung, Flexibilität und Humor eine offene Lernatmosphäre schafft. Statt langer Vorstellungsrunden steigen wir direkt in das Thema ein. Zum Kennenlernen nennen wir lediglich unseren Namen und unser italienisches Lieblingsessen. Anschließend tauschen wir uns in Kleingruppen darüber aus, welche KI-Tools wir bereits nutzen und welche Herausforderungen uns dabei begegnen.


Besonders angenehm ist, dass Roberta immer wieder kurze aktivierende Übungen einbaut und die meisten Aufgaben in Gruppenarbeit bearbeiten lässt. Dadurch entsteht schnell eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre.


Nach der Kaffeepause – die wir für einen Cappuccino in der Pasticceria Ricordi gegenüber nutzen – erhalten wir außerdem zahlreiche Tipps zu Florenz, von Restaurants und Gelaterias bis hin zu weniger bekannten Sehenswürdigkeiten.


Inhaltlich beschäftigen wir uns zunächst mit dem sogenannten Prompting. Mithilfe von Lego-Steinen visualisieren wir den Aufbau eines guten Prompts. Eine Tabelle liefert dabei hilfreiche Stichworte für verschiedene Aufgabenstellungen. Anschließend vergleichen wir die Sprachmodelle ChatGPT, Gemini und Copilot anhand identischer, selbst entwickelter Prompts für typische Verwaltungsaufgaben. Danach lassen wir die Systeme ihre eigenen Prompts optimieren und vergleichen erneut die Ergebnisse.


Eine wichtige Erkenntnis des Tages: Nicht das verwendete Tool allein entscheidet über die Qualität der Antworten. Mindestens ebenso wichtig sind die Qualität der Eingabe und die Fähigkeit, Ergebnisse kritisch zu bewerten und weiterzuentwickeln. Für die Arbeit an der Volkshochschule sehe ich hier Potenzial insbesondere bei standardisierten E-Mails, Kursbeschreibungen und anderen wiederkehrenden Textaufgaben.


Als wir den Kursraum am Abend verlassen, ist es bereits dunkel. Der erste Tag macht deutlich, dass die Woche weit mehr werden wird als eine reine Tool-Schulung.

Tag 2: Kontext ist alles

Der Dienstag beginnt um 9 Uhr mit einer kurzen Ankommensrunde. Anschließend erstellen wir auf Basis eines Fotos der Whiteboard-Notizen vom Vortag mit verschiedenen KI-Systemen Mind Maps und vergleichen die Ergebnisse. Dabei zeigt sich erneut, dass identische Aufgabenstellungen keineswegs identische Resultate liefern. Unterschiede entstehen durch Details im Prompt, die Historie des jeweiligen Nutzers und teilweise auch durch zufällige Faktoren.


Mehrere spielerische Übungen verdeutlichen anschließend die Grenzen von KI. Bei einer Variante der „Stillen Post“ erleben wir, wie Informationen auf dem Weg verloren gehen oder verändert werden. In einer weiteren Übung erzählt eine Person von einem emotionalen Thema, während die zuhörende Person keinerlei Reaktion zeigen darf. Die entstehende Unsicherheit macht deutlich, wie wichtig nonverbale Kommunikation für menschliche Interaktion ist. Besonders schön ist die nächste Aufgabe für Zweierteams: Roberta zeigt das berühmte Fresko „Der Zug der Heiligen Drei Könige“ von Benozzo Gozzoli (original im Palazzo Medici Riccardi). Eine Person sieht das Bild und beschreibt es, natürlich ohne den Titel zu nennen, während die andere Person anschließend beurteilt, wie präzise die Beschreibung tatsächlich war. Auch hier wird deutlich, wie schwierig die Vermittlung komplexer Informationen ohne gemeinsamen Kontext sein kann.


Die wichtigste Erkenntnis des Vormittags lautet: KI fehlt vieles von dem, was Menschen als
selbstverständlich voraussetzen – soziale Kompetenzen, kulturelles Hintergrundwissen und die Fähigkeit, Situationen intuitiv einzuordnen.


Nach einem Cappuccino bei Ricordi beschäftigen wir uns mit der Eisenhower-Matrix und
analysieren, welche Aufgaben in unserem Arbeitsalltag besonders viel Zeit beanspruchen. Daraus leiten wir Tätigkeiten ab, die sich für den Einsatz von KI eignen könnten.
Anschließend lernen wir verschiedene Werkzeuge kennen. MagicSchool.ai wird von den meisten Teilnehmenden als wenig relevant für unsere Tätigkeiten eingeschätzt, da die Anwendungen vor allem auf Lehrkräfte ausgerichtet sind.


Deutlich positiver fällt die Bewertung von NotebookLM aus. Das Google-Tool ermöglicht die Analyse und Zusammenfassung selbst ausgewählter Quellen und beschränkt sich bewusst auf diese Informationen. Für viele von uns ist dies das bislang interessanteste Werkzeug des Kurses.


Gerade für die Auswertung umfangreicher Dokumente, Projektunterlagen, itzungsprotokolle oder Förderrichtlinien sehe ich großes Potenzial für die Arbeit an der VHS.


Zum Abschluss testen wir Gamma zur Erstellung von Präsentationen. Die Einschätzungen bleiben gemischt.


Am Nachmittag führt mich ein Spaziergang zunächst durch den Park „Giardino Bardini „und später hinauf zum Piazzale Michelangelo. Von dort bietet sich bei Sonnenuntergang einer der schönsten Blicke über die Dächer von Florenz.

Tag 3: Von der Idee zum Projekt

Der Mittwoch beginnt mit einem Austausch über unsere bisherigen Erlebnisse in Florenz. Danach folgt eine kleine Übung mit Google Lens. Wer findet am schnellsten heraus, wo ein Foto aufgenommen wurde und wer das dargestellte Kunstwerk geschaffen hat?
Anschließend fragt Roberta nach unseren bisherigen Aha-Momenten. Überraschend einig ist sich die Gruppe dabei, dass NotebookLM bislang den größten praktischen Nutzen verspricht.


Im nächsten Themenblock beschäftigen wir uns mit Projektmanagement. Wir definieren zunächst, was ein Projekt eigentlich ist, entwickeln anschließend eigene Projektideen und formulieren konkrete Ziele sowie Meilensteine. Die Ergebnisse werden gemeinsam auf dem Whiteboard festgehalten.


Nach einer verkürzten Kaffeepause – diesmal reicht es nur für einen schnellen Espresso aus dem Automaten – arbeiten wir erstmals mit Claude, dem Sprachmodell von Anthropic. Mithilfe eines Fotos unserer Whiteboard-Notizen und eines einfachen Prompts lassen wir eine Projektstruktur erstellen.


Erneut zeigt sich, wie unterschiedlich KI-Systeme arbeiten. Durch gezieltes Nachfragen und weitere Prompts verbessern wir die Ergebnisse schrittweise, bis sie tatsächlich nutzbar werden. Besonders beeindruckend sind die Übersetzungen in die verschiedenen Muttersprachen der Teilnehmenden.


Ob Dänisch, Deutsch, Französisch oder Griechisch – die Qualität ist durchweg hoch.
Am Nachmittag besuchen wir gemeinsam die Biblioteca delle Oblate, eine öffentliche Bibliothek in einem ehemaligen Kloster. Auf der Dachterrasse mit Blick auf den Dom reflektieren wir den bisherigen Kursverlauf. Die Rückmeldungen fallen einheitlich aus: Wir schätzen vor allem, dass wir nicht oberflächlich durch eine Vielzahl von Tools geführt werden, sondern ausreichend Zeit erhalten, einzelne Anwendungen intensiv zu testen und miteinander zu vergleichen.


Den restlichen Nachmittag geht es wieder bergauf zur Basilica di San Miniato al Monte. Besonders eindrucksvoll ist der alte Friedhof rund um die Kirche, der wie ein erwunschener Garten über der Stadt liegt.

Tag 4: KI im Arbeitsalltag

Am Donnerstag zeigt sich Florenz von einer ungewohnt norddeutschen Seite: Regen, Wind und deutlich kühlere Temperaturen bestimmen den Tag. Im Kursraum ist es dagegen angenehm warm und gemütlich.


Zum Einstieg analysieren wir verschiedene Bilder und diskutieren, ob sie echt oder KI-generiert sind. Dabei wird deutlich, wie schwierig diese Unterscheidung inzwischen geworden ist. Historische Beispiele zeigen zudem, dass Bildmanipulation keineswegs erst mit KI begonnen hat. Neu ist jedoch die Geschwindigkeit und Qualität, mit der heute täuschend echte Inhalte erzeugt werden können.


Der Schwerpunkt des Tages liegt auf dem praktischen Einsatz von KI. Als Reaktion auf unser Feedback erhalten wir Zeit, systematisch zu analysieren, welche wiederkehrenden Aufgaben wir automatisieren oder unterstützen könnten.


Mithilfe vorbereiteter Tabellen erfassen wir typische Tätigkeiten, priorisieren sie und überlegen, welche Werkzeuge sich dafür eignen. Die Ergebnisse sind vielfältig: automatische Erstellung von Protokollen, Umwandlung unstrukturierter Daten in Excel-Tabellen oder die bessere Organisation digitaler Ablagen mit Werkzeugen wie dem AI File Sorter von Microsoft.


Eine interessante Erkenntnis lautet, dass KI nicht nur Aufgaben erledigen kann, sondern auch bei der Auswahl geeigneter KI-Werkzeuge unterstützt. Viele Systeme helfen inzwischen bei der Verbesserung von Prompts oder schlagen passende Anwendungen für bestimmte Aufgaben vor.


Für die VHS erscheint mir insbesondere die Unterstützung bei Dokumentation,
Wissensmanagement und Dateiorganisation interessant.


Im weiteren Verlauf diskutieren wir kritische Fragen: Welche Risiken birgt KI? Welche
Auswirkungen könnte sie auf Arbeitsplätze haben? Welche ethischen Herausforderungen
entstehen durch ihre Nutzung? Die Diskussionen fallen differenziert aus und zeigen, dass
technologische Begeisterung allein nicht ausreicht.


Am Nachmittag besuche ich die Basilica Santo Spirito und später das wundervolle Giunti Odeon, ein historisches Theater und heute Kombination aus Drittem Ort, Buchhandlung und Kino, wo ich den Film „Hamnet“ im englischen Original sehe.

Tag 5: Chancen, Risiken und Verantwortung

Der letzte Kurstag beginnt erst am Nachmittag. Den Vormittag nutze ich für den krönenden
Abschluss meines Aufenthalts: der Besuch des Palazzo Medici Riccardi mit den wunderschönen Fresken in der (erstaunlich kleinen) Cappella dei Magi.


Zum Einstieg in den letzten Kurstag arbeiten wir mit dem Kartenspiel „Dixit“. Mithilfe der
fantasievollen Motive beschreiben wir, wie wir vor Kursbeginn über KI gedacht haben und wie wir die Technologie jetzt einschätzen. Viele berichten von einem Wandel: von Unsicherheit, Skepsis oder Überforderung hin zu größerem Verständnis und mehr Handlungssicherheit.


Im weiteren Verlauf diskutieren wir die Zukunft von Bildung und Schule. Einigkeit besteht darüber, dass Schulen auch in einer von KI geprägten Welt unverzichtbare Orte des sozialen Lernens bleiben werden.


Anschließend beschäftigen wir uns mit den ökologischen Auswirkungen von KI. Besonders der steigende Energiebedarf großer Rechenzentren wird thematisiert. Aus meiner Sicht sollte dabei noch stärker auf den Ressourcenverbrauch der Hardwareproduktion und die Folgen des Rohstoffabbaus eingegangen werden. Diese Aspekte sind vielen Nutzenden kaum bewusst.

Ein weiteres Diskussionsthema sind mögliche Zukunftsszenarien für KI. Die Bandbreite reicht von erheblichen gesellschaftlichen Risiken bis hin zu positiven Entwicklungen durch internationale Regulierung und verantwortungsvollen Einsatz. Unabhängig von den unterschiedlichen Einschätzungen wird deutlich, dass wir die großen Entwicklungen nur begrenzt beeinflussen können, wohl aber unser eigenes Verhalten.


Zum Abschluss formulieren wir persönliche Leitlinien für den Umgang mit KI. Dazu gehören Fragen wie: Kann ich eine Aufgabe selbst mit vertretbarem Aufwand erledigen? Ist der Einsatz von KI wirklich notwendig? Nutze ich das passende Werkzeug? Gehe ich verantwortungsvoll mit Ressourcen um?


Diese Diskussion gehört für mich zu den wertvollsten Bestandteilen des gesamten Kurses, weil sie die technische Perspektive um ethische und gesellschaftliche Aspekte ergänzt.
Nach der Zertifikatsvergabe nehme ich an einem italienischen Kochkurs teil, einer der angebotenen kulturellen Aktivitäten. Die anderen Kulturangebote – eine einverkostungstour oder ein Ausflug in die Region Cinque Terre – finden erst am Samstag statt. Gemeinsam mit Teilnehmenden anderer Erasmus+-Kurse stellen wir frische Pasta her und lernen die Grundlagen einer traditionellen Carbonara kennen. Der Kochabend bietet vor allem die Gelegenheit zum Austausch mit Menschen aus ganz Europa.

Fazit

Der Kurs hat meine Erwartungen übertroffen. Besonders wertvoll war nicht die Vorstellung
möglichst vieler Werkzeuge, sondern die Möglichkeit, ausgewählte Anwendungen intensiv
auszuprobieren, kritisch zu vergleichen und gemeinsam zu reflektieren.


Für meine Arbeit an der Volkshochschule nehme ich vor allem drei Dinge mit: ein besseres
Verständnis dafür, welche Aufgaben sich sinnvoll mit KI unterstützen lassen, konkrete Werkzeuge wie NotebookLM oder Claude, die ich weiter testen möchte, sowie die Erkenntnis, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit KI ebenso wichtig ist wie die technische Beherrschung der Werkzeuge.


Ebenso wertvoll war der internationale Austausch. Trotz unterschiedlicher Bildungssysteme standen wir vor sehr ähnlichen Fragen: Welche Aufgaben lassen sich automatisieren? Wo bleiben menschliche Kompetenzen unverzichtbar? Und wie können wir KI so einsetzen, dass sie unsere Arbeit unterstützt, ohne neue Probleme zu schaffen?
Roberta hat den Kurs flexibel an unsere Bedürfnisse angepasst, Fragen aufgegriffen und Inhalte entsprechend weiterentwickelt. Für sie war es der erste Kurs dieser Art – dafür war das Konzept durchdacht und praxisnah.


Die wichtigste Erkenntnis dieser Woche lautet für mich: KI ist kein Ersatz für menschliches Denken, sondern ein Werkzeug. Der Nutzen entsteht nicht durch das Tool selbst, sondern durch die Menschen, die es kritisch, kompetent und verantwortungsvoll einsetzen.


(Bericht mit Unterstützung von KI erstellt)

Game-Based Learning in Action: Designing Engaging Educational Games for the Classroom in Split

Split, 18.- 23. Mai 2026, Lina Edu Teacher Training Course

Die Fortbildung in Split war insgesamt eine sehr bereichernde und positive Erfahrung. Besonders hervorzuheben sind die drei kroatischen Kursleiter, die nicht nur ausgesprochen freundlich und kompetent waren, sondern den Kurs auch in sehr gutem Englisch durchgeführt haben. Die Inhalte wurden überwiegend in Vortragsform vermittelt, was mir persönlich stellenweise etwas zu umfangreich erschien. Dennoch war die Atmosphäre während des gesamten Kurses angenehm und professionell.

Sehr beeindruckt hat mich außerdem der Tagungsort, das „Center of Excellence“. Sowohl die moderne Ausstattung als auch die Organisation vor Ort hinterließen einen hervorragenden Eindruck. Überraschend war für mich zudem zu erfahren, dass Kiel gemeinsam mit Split und Brest Partner in einem trilateralen Wissenschaftsprojekt ist. Dadurch entstand zusätzlich ein interessanter internationaler Bezug.

Die Gruppe der Kursteilnehmer bestand neben mir aus drei weiteren Deutschen, davon eine Teilnehmerin aus Schleswig-Holstein und zwei aus Rheinland-Pfalz. Wir verstanden uns von Anfang an sehr gut, sodass wir auch außerhalb der Unterrichtszeiten viel gemeinsam unternahmen. Nach dem Unterricht trafen wir uns regelmäßig zum Essen oder zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten, was die Woche zusätzlich bereichert hat und zu einem sehr angenehmen Gemeinschaftsgefühl beitrug.

Der Unterricht fand täglich von 9.00 bis 14.00 Uhr statt. Obwohl es nur wenige Kaffeepausen gab, empfanden wir dies kaum als belastend, da wir intensiv mit der Entwicklung unseres Spiels beschäftigt waren und häufig so vertieft arbeiteten, dass die Zeit schnell verging. Ziel der Woche war es, in kleinen Lerngruppen ein eigenes Spielkonzept zu entwickeln.

Mein eigenes Projekt war kein Videospiel, dennoch habe ich zahlreiche digitale Werkzeuge genutzt – sowohl zur Vorbereitung als auch während des Kurses selbst. Dazu gehörten unter anderem verschiedene Internetseiten, Canva, PowerPoint und CapCut. Diese digitalen Hilfsmittel unterstützten mich bei der Gestaltung und Präsentation meines selbst entwickelten Grammatik-Kartenspiels.

Auch Split als Fortbildungsort erwies sich als ausgezeichnete Wahl. Die Stadt bietet eine große Auswahl an erschwinglichen Ferienwohnungen, viele davon sogar in unmittelbarer Nähe des Tagungsortes. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung: Strände und Bademöglichkeiten in der Nähe, die sehenswerte Altstadt, preiswerte Ausflugsangebote mit Bus oder Boot sowie viele gute und zugleich günstige Restaurants machten den Aufenthalt besonders angenehm.

Besonders freue ich mich darauf, mein selbst entwickeltes Grammatik-Kartenspiel im Herbst mit meiner neuen Lerngruppe einzusetzen. Außerdem möchte ich unserer Kursleiterin Ivana anschließend eine Rückmeldung zu den Erfahrungen mit dem Spiel geben.

Herzlichen Dank an den LV der vhs in Kiel, dass ich die Möglichkeit hatte, neue Erfahrungen bzgl. Unterricht, Landeskunde und neuen Menschen zu machen!

Cultivating Diversity and Inclusion in Barcelona

Ein Bericht von Egzona Alija

Ich hatte die Gelegenheit, am Kurs „Cultivating Diversity and Inclusion“ in Barcelona teilzunehmen – eine Erfahrung, die mich sowohl fachlich als auch persönlich bereichert hat. Gemeinsam mit Kolleginnen aus Schweden, Belgien, Griechenland und Polen durfte ich eine inspirierende Woche erleben, die geprägt war von offenem Austausch, neuen Perspektiven und wertvollen Impulsen. In einer angenehmen und internationalen Lernatmosphäre konnten wir voneinander lernen, unsere Erfahrungen teilen und gemeinsam Ideen weiterentwickeln. An dem Kurs wollte ich teilnehmen, da das Thema Diversität und Inklusion an unserer Volkshochschule in Rendsburg eine zentrale Rolle spielt. Besonders interessiert hat mich die Frage, wie in anderen europäischen Ländern mit diesem Thema umgegangen wird, welche Ansätze dort verfolgt werden und welche Erfahrungen gemacht wurden. Der internationale Austausch bot hierfür eine wertvolle Gelegenheit, den eigenen Blick zu erweitern und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen.


Der Kurs begann am Montag, den 13.04.2026, mit einer Einführung durch die Dozentin Frau Y. Ojeda. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema der menschlichen Pyramiden, der sogenannten „Castells“, die eine bedeutende Rolle in der katalanischen Tradition spielen. Diese beeindruckenden Bauwerke sind jedoch weit mehr als ein kulturelles Symbol – sie veranschaulichen grundlegende Werte, die sich auch in der Rolle einer Lehrkraft widerspiegeln. Um ein Castell stabil und erfolgreich aufzubauen, sind vor allem drei Aspekte entscheidend: Struktur, Ruhe und Solidarität. Jede beteiligte Person trägt Verantwortung für das Gelingen des Ganzen und nur durch Vertrauen und Zusammenarbeit kann der Turm bestehen. Diese Prinzipien lassen sich auch auf den schulischen Kontext übertragen: Auch als Lehrkraft gilt es, eine stabile und unterstützende Gemeinschaft zu schaffen, die den Lernenden Halt gibt. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig die „Struktur“ der Klasse zu bewahren, Ruhe auszustrahlen und Solidarität und Gemeinschaft zu fördern. Am Anschluss an diese Einführung folgte bereits die erste gemeinsame Aktivität, die dem Kennenlernen diente. Dafür wurden wir in drei Gruppen eingeteilt. Unsere Aufgabe bestand darin, Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppe zu finden und diese jeweils auf einzelne Karten festzuhalten- pro Karte eine Gemeinsamkeit. Mit den gesammelten Karten sollten wir anschließend eine Kartenpyramide bauen. Ziel war es, möglichst viele Gemeinsamkeiten zu entdecken, denn je mehr Karten wir hatten, desto höher konnte unsere Pyramide werden. Am Ende gewann die Gruppe mit dem höchsten Turm.


Um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, in welchen Kontexten wir jeweils arbeiten und mit welchen Zielgruppen wir in unserem beruflichen Alltag zu tun haben, sollte im Vorfeld eine kurze Präsentation vorbereitet werden. Jede Teilnehmerin stellte in einer etwa fünfminütigen Präsentation ihre konkrete Tätigkeit, ihre Einrichtung sowie die jeweilige Zielgruppe vor. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen und in einen vertiefenden Austausch zu gehen. Es war besonders spannend zu sehen, wie viele Parallelen es trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen gab- und gleichzeitig, wie vielfältig unsere Arbeitsrealitäten sind. Vertreten waren unterschiedliche Schulformen und -größen, von kleineren Einrichtungen mit etwa 80 Lernenden bis hin zu großen Institutionen mit bis zu 700 Teilnehmenden. Auch die Zielgruppen reichten von Kindesalter bis hin zum Erwachsenalter. Diese Vielfalt eröffnete einen breiten Blick auf unterschiedliche pädagogische Ansätze und Herausforderungen im europäischen Kontext. Der Kurs war für alle besonders im Hinblick auf die Frage wichtig, wie wir besser mit dem Thema Migration umgehen und wie wir SchülerInnen stärker in die Klassengemeinschaft einbinden können, um eine gelungene Integration zu fördern.

Der Dienstag begann mit einer aktivierenden Kennenlernrunde in Form des Spiels „Ich packe meinen Koffer“. In dieser Variante sollte jede Teilnehmerin ihren Namen nennen und sich selbst eine positive Eigenschaft zuschreiben, die mit ihrem Anfangsbuchstaben beginnt. Diese Übung veranschaulichte auf einfache, aber wirkungsvolle Weise, wie sich solche Methoden auch im Unterricht einsetzen lassen. Durch die positive Selbstzuschreibung wird jede*r Einzelne sichtbar und als wertvoller Teil der Gemeinschaft wahrgenommen. Gleichzeitig wird der Fokus bewusst auf Stärken gelegt. Die Aktivität zeigt, wie wichtig es ist, Positivität in den Vordergrund zu stellen und Lernende darin zu bestärken, sich selbst und andere mit einem positiven Blick wahrzunehmen. Wenn Schulen die zentralen Elemente- Wohlbefinden, schülerzentrierte Ansätze und lebenslanges Lernen-umsetzen, schaffen Lehrkräfte unterstützende Lernumgebungen. Dadurch können SchülerInnen in mehrsprachigen Klassenzimmern sich besser am Lernprozess beteiligen und wichtige sozial-emotionale Kompetenzen entwickeln. Wohlbefinden ist ein fester
Bestandteil des europäischen Curriculums und steht im Zentrum des Europäischen
Bildungsraums. Es umfasst und fördert emotionale Selbstregulation, körperliche und psychische Gesundheit und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl der Lernenden. Im Anschluss haben wir über die 21st Century Skills gesprochen, die SchülerInnen auf die Anforderungen der modernen Welt vorbereiten. Sie lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  • Lernkompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösung und Kreativität, die eigenständiges und reflektiertes Lernen ermöglichen
  • Grundlegende und fachübergreifende Kompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen, digitale und mediale Fähigkeiten, die ein effektives Verstehen und Kommunizieren von Informationen erlauben.
  • Sozial-emotionale und persönliche Kompetenzen wie Teamarbeit, Kommunikation,
    Anpassungsfähigkeit und Selbstmanagement, die für das Leben, die Arbeit und das
    gesellschaftliche Miteinander wichtig sind.

Folgende sechs Eigenschaften werden einer Lehrkraft des 21. Jahrhunderts zugeschrieben:

  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, um auf unterschiedliche Lernende, Technologien und Lernumgebungen einzugehen
  • Kollaboration und Vernetzung, um fächerübergreifend zusammenzuarbeiten und Netzwerke aufzubauen
  • kreative Ansätze mit klarer Zielsetzung, damit Lerninhalte nachhaltig verankert werden
  • kulturelle Sensibilität und Inklusivität, um Vielfalt zu schätzen und eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle zugehörig fühlen
  • emotionale Intelligenz und Empathie, um Lernende zu unterstützen und ihre Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen
  • KI-Kompetenz, um intelligente Tools gezielt einzusetzen und individuelles Lernen zu fördern

Der Mittwoch begann mit einer Situationssimulation: Jede Teilnehmerin erhielt einen
Papierschnipsel mit einer kurzen Beschreibung, warum sie ihr Heimatland verlassen musste. Anschließend tauschten wir uns untereinander aus und fanden uns in Gruppen zusammen, je nachdem, aus welchen Gründen wir glaubten zusammenzupassen. Dabei entstanden zwei Gruppen: wirtschaftliche Zuwanderer und schutzsuchende Zuwanderer. In der anschließenden Plenumsdiskussion besprachen wir, worauf im Umgang mit zugewanderten Schüler*innen besonders zu achten ist. Aus dieser Diskussion heraus kamen wir auf das „Principal of Universal Learning (UDL)“. Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Lebensrealitäten und Bedürfnisse der SchülerInnen wurde deutlich, wie wichtig es ist, Unterricht so zu gestalten, dass alle Lernenden erreicht werden. Das Konzept zielt darauf ab, Informationen auf verschiedene Weise bereitzustellen, unterschiedliche Materialien zugänglich zu machen und den SchülerInnen zu ermöglichen, ihre Ideen mit vielfältigen Methoden und Werkzeugen auszudrücken. Dadurch können individuelle Voraussetzungen besser berücksichtigt und Chancengleichheit im Lernen gefördert werden.


Am Nachmittag ging es für unsere Gruppe auf die Migratour, ein Projekt, das in mehr als 30
Städten europaweit angeboten wird. Bei der Tour geht es darum, durch Spaziergänge die Vielfalt und den Reichtum unterschiedlicher Kulturen innerhalb der Stadt zu zeigen. Die Tour wird stets von einem Guide mit Zuwanderungsgeschichte durchgeführt. Ziel ist es, die Vielfalt der Kulturen in Barcelona, wo über 300 Sprachen gesprochen werden, erlebbar zu machen, Gemeinschaftsnetzwerke in verschiedenen Stadtteilen zu erkunden und Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu reflektieren. Außerdem sollen Stereotypen und Rassismus abgebaut und Koexsistenz, Toleranz, Resilienz und Inklusion gefördert werden. Auf unserer Tour hatten wir die Möglichkeit verschiedene wichtige Orte für zugewanderte Personen zu besuchen. Sie begann an einem Sprachzentrum und führte weiter zu zwei Werkstätten für Menschen, deren Aufenthaltsstatus noch nicht geklärt ist. Diese Werkstätten bieten den zugewanderten Menschen einen Zufluchtsort, an dem sie zum Beispiel Kleidung und Taschen herstellen und sich kreativ engagieren können. Die Erlöse durch den Verkauf dienen der Finanzierung neuer Nähmaschinen und anderer Ausstattung. Besonders spannend war zu beobachten, auf welche unterschiedliche Weise in verschiedenen europäischen Ländern mit Herausforderungen von Migration und
Integration umgegangen wird.

Der Donnerstag begann mit einer Einführung in die SEE-Think-Wonder-Strategie. Dabei handelt es sich um eine Methode, die Lehrkräfte einsetzen, um das Denken von Lernenden durch die Einsetzung von Kunst und Musik sichtbar zu machen. Diese Denkstrategien sind nicht nur darauf ausgelegt Wissen zu vermitteln, sondern auch, um Ideen zu entwickeln. Denn wenn Denken sichtbar wird, kann es reflektiert, diskutiert und vertieft werden. Als Gruppe hatten wir die Gelegenheit, die See-Think-Wonder-Methode an einem abstrakten Gemälde auszuprobieren. Wir durchliefen dabei drei Phasen: Was fällt uns auf? Was denken wir über das Gesehene? Und welche Fragen kommen uns dazu in den Sinn? Dabei ging es nicht um richtig oder falsch- jede Interpretation war gültig. Wichtig war, tiefer über das Geschehene nachzudenken. Nach dem Austausch im Plenum ging es für uns ins Museu Nacional d’Art de Catalunya, wo wir in zwei Gruppen unterschiedliche Aufgaben bzw. Stationen zum Thema Kulturschock durchlaufen sollten. Bei den Aufgaben ging es darum, Bezüge zwischen unseren eigenen Erfahrungen im Arbeitsalltag und den Gemälden herzustellen. Unsere Ergebnisse haben wir anschließend auf einem Padlet hochgeladen, sodass wir durch Videos und Bilder Einblicke in die Ergebnisse der anderen Gruppe erhalten konnten. Besonders spannend war der Austausch, denn durch die Zusammenarbeit in der Gruppe bekamen wir Einblicke, wie in anderen Ländern mit Themen wir Diversität, Integration und Inklusion umgegangen wird.

Am Freitag reflektierten wir gemeinsam die Ergebnisse unseres Museumsbesuchs. In einer angenehmen Runde tauschten wir uns darüber aus, was es bedeutet, dazuzugehören, und wie man Hindernisse überwinden kann. Der Freitag wurde genutzt, um eine kleine Abschiedszeremonie zu gestalten. In Dreiergruppen erstellten wir mithilfe eines KI-Tools aus den wichtigsten Schlagwörtern der Woche einen eigenen Song, der anschließend über einen Songgenerator abgespielt wurde. Zum Abschluss erhielten wir unsere Zertifikate. Es war ein schöner Moment, um die Woche noch einmal Revue passieren zu lassen.

Am letzten Tag der Erasmus-Reise hatte jede Teilnehmerin die Möglichkeit, an einer Aktivität ihrer Wahl teilzunehmen. Zur Auswahl standen drei Sehenswürdigkeiten: Sant Pau, Casa Amatller und Poble Espanyol. Ich entschied mich für Letzteres. Das Poble Espanyol ist ein Freilichtmuseum, das typische Bauwerke, Plätze und Handwerkskunst aus verschiedenen Regionen Spaniens nachbildet. Dort kann man einen kleinen Überblick über die Vielfalt der spanischen Architektur und Kultur bekommen und gleichzeitig traditionelle Handwerkskunst erleben. Im Anschluss stand noch eine Hop on Hop off Bustour auf dem Programm. Diese Fahrt rundete meinen Aufenthalt in der wunderschönen Stadt perfekt ab. Ich bin dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben. Sowohl die inhaltlichen als auch die kulturellen Eindrücke haben mich nachhaltig geprägt. Es war eine unvergessliche Erfahrung, die mich dazu angeregt hat, das Gelernte in meinen beruflichen Alltag zu integrieren.