Photo & Video Making in our Classroom: Creating and Adapting Original Visual Resources, Dublin

von S. R.

Sonntag, 7. Juli 2019: Anreise

Meine Anreise nach Dublin erfolgte sehr problemlos. Da ich schon vorab nach Irland geflogen bin und eine Kollegin in ihrem Ferienhaus in der Nähe der Cliffs of Moher besucht habe und noch zwei Tage am Ring of Kerry verbracht habe, fuhr ich mit dem Mietwagen von Kenmare zu meiner Gastmutter im Norden Dublins. Waren die Straßen im Süden Irlands noch teilweise sehr leer, nahm der Verkehr um Dublin deutlich zu. Nimmt man einen Mietwagen am Flughafen, landet man unweigerlich auf einer Mautstrecke, die nur schlecht umfahren werden kann. Da ich mich nach 4 Tagen schon an den Linksverkehr gewöhnt hatte, fuhr ich auch in Dublin zügig zu meinem Ziel. Eine Reihenhaussiedlung in der Nähe des Phönixparks soll für die nächsten 6 Nächte mein Zuhause sein.

Ich war ganz gespannt auf meine Gastmutter, auch wenn wir uns im Vorfeld schon rege ausgetauscht hatten. Am Ende einer Sackgasse, ganz in der Nähe der Autobahn, liegt das Haus, das von außen einen sehr gepflegten Eindruck macht. Von der Gastmutter werde ich herzlich in Empfang genommen. Zuerst werde ich in die Küche gebeten und bekomme den üblichen Tee oder wahlweise auch einen Kaffee angeboten. Danach zeigt Mary mir mein Zimmer. Wer schon in Irland war, weiß, wie klein Gästezimmer sein können. Aber ich denke, dass es für die paar Tage reichen wird.

Nach einer kurzen Pause erkunde ich noch die Gegend, um mich zu orientieren. Um 20:30 Uhr gibt es Abendessen in der kleinen, renovierungsbedürftigen Küche. Gemeinsam mit Mary esse ich und dabei können wir uns über alle möglichen Themen unterhalten. Erst um 23:00 Uhr beenden wir unser Gespräch.

Morgen zeigt Mary mir, welchen Bus ich zur Schule nehmen muss. Nach ihren Angaben benötige ich zwischen 45 und 60 Minuten für den Schulweg. Gut, dass die Schule nicht um 9:00 Uhr, sondern erst um 13:30 Uhr beginnt. Die Zeiten wurden kurzfristig geändert.

Mal sehen, was der Tag morgen bringt.

 

Montag, 8. Juli 2019: 1. Kurstag

Nach einer ruhigen Nacht bin ich gleich nach dem Frühstück zum nächsten Supermarkt gelaufen, um mir eine Leap-Karte zu kaufen. Das System für Dublin ähnelt dem Londoner System mit der Oyster Card. Man kauft eine Karte, die mit einem bestimmten Betrag aufgeladen wird. Bei jeder Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird diese Karte dann belastet bis zu einem Maximalbetrag von 7€ täglich. Leider wussten weder Angestellte noch Chefin in dem Supermarkt, was die Tagessätze sind und wie genau die Leapcard funktioniert, aber im Bus könnte mir weitergeholfen werden.

Mit meiner neu erworbenen Karte machte ich mich auf zur nächsten Bushaltestelle und fragte den Busfahrer, ob er auch am St Stephen‘s Green hält. Dies bejahte er. Nach einer 45-minütigen Fahrt kamen wir zum St Stephen‘s Green, wo ich auch den Bus Stop Button betätigte. Leider fuhr der Busfahrer weiter, da ich nicht aufgestanden bin. Bei der robusten Fahrweise wollte ich erst nach dem Halt des Busses aufstehen und zur Tür gehen. Zwei weitere Stopps vergingen, ohne dass der Fahrer angehalten hätte, obwohl das Signal leuchtete. Als ich ihn darauf ansprach meinte er nur kurz angebunden, dass ich selbst Schuld sei, da ich ja sitzen geblieben wäre. Für alle Dublinfahrer an dieser Stelle der Hinweis, dass ein einfaches Signal nicht jeden Fahrer dazu bewegt, auch anzuhalten.

Die Schule habe ich dann recht gut gefunden. In unserer Klasse sind insgesamt 14 Teilnehmende aus 5 Nationen: 4 aus La Réunion, 4 aus Ungarn, 4 aus Deutschland und jeweils 1 Teilnehmerin aus Spanien und Slowenien.

Die Vorstellungsrunde begann damit, dass man auf eine Person zeigte und dann seinen Namen sagte. Nach einiger Zeit musste dann auf eine Person gezeigt werden und deren Namen gesagt werden. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es ist mal eine andere Art, sich kennenzulernen und die Namen zu lernen.

Danach „wanderten“ immer jede zweite Person zu einem anderen Partner. Dabei wurde über Themen gesprochen wie:

  • das Außergewöhnlichste in meinem Leben
  • das Bedauerlichste in meinem Leben (my deepest regret) das Schönste an meinem Land und der Stadt in der ich lebe, welche Stereotype habe ich von den Iren.

Wir haben uns dann gemeinsam im Programm Slack angemeldet, um untereinander vernetzt zu sein und Daten oder Spiele für den Unterricht austauschen zu können.

Mein persönliches Highlight war die Vorstellung des Programms ‚kahoot‘. Ich kann mir gut vorstellen, damit in Zukunft zu arbeiten, denn es bietet die Möglichkeit, „trockenen“ Grammatikunterricht mit Spielen aufzulockern, sei es als Team-spiel oder als Einzelspieler. Dabei erhalte ich als Lehrkraft gleich eine Auswertung meiner Teilnehmenden und kann so individueller auf ihre Lernbedürfnisse eingehen. Ich denke, dass es am Anfang ein ziemlich großer Aufwand sein wird, alle Spiele vorzubereiten, aber wenn es einmal geschafft ist, könnte ich mir vorstellen, dass es großen Spaß macht, es zu benutzen. So habe ich mir vorgenommen, dass ich z. B. den placement test als Spiel einpflege und den Teilnehmenden entweder im Unterricht oder zu Hause die Aufgabe stelle, diesen zu absolvieren. Für mich würde dann die einzelne Auswertung entfallen und es würde bei mir eine große Zeitersparnis bringen. Alle Teilnehmenden würden im Unterricht einen Zugang zum Spiel bekommen und müssten dies dann mit einem Mobiltelefon oder Tablet spielen. Allerdings brauche ich dann im Klassenraum sowohl Internetzugang als auch einen Beamer. In einigen Schulen ist dies bereits Standard, aber in anderen müsste da noch nachgerüstet werden. Mir persönlich hat das Programm jedenfalls sehr gut gefallen und ich denke, dass ich mich heute nach dem Abendessen gleich dran setzen werde und anfangen werde, Fragen einzupflegen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass jeder meine Daten kopieren kann und diese als seine eigenen ausgeben kann. Daher muss ich immer daran denken, diese Daten nur für mich freizugeben, wenn ich nicht möchte, dass jeder weltweit auf die Daten zugreift.

Nach einem ziemlich langen Fußmarsch habe ich dann eine Bushaltestelle für meinen Bus gefunden und bin ziemlich müde und erschöpft wieder bei meiner Landlady angekommen. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn der Kurs am Vormittag, wie geplant, stattgefunden hätte, denn dann hätten wir mehr Freizeit in Dublin gehabt. So müssen wir um 13:30 Uhr in der Schule sein und können nicht wirklich etwas vor der Schule unternehmen. Das ist wirklich sehr schade.

Am Mittwoch wird nun die Stadtführung stattfinden anstelle vom ursprünglich geplanten Dienstag Nachmittag. Der Tagesausflug am Samstag soll voraussichtlich zu den Cliffs of Moher führen. Da ich am vergangenen Donnerstag gerade dort war, weiß ich noch nicht, ob ich mich daran beteiligen werde. Unser Lehrer Philip will sich erkundigen, was wir sonst noch besichtigen werden und danach werde ich entscheiden, ob ich an diesem freiwilligen Ausflug teilnehme oder ob ich lieber am Freitag nach der Schule direkt wieder in den Südwesten Irlands fahren werde.

 

Dienstag, 9. Juli 2019: 2. Kurstag

Auch heute beginnt die Schule wieder um 13:30 Uhr. Leider kann man am Vormittag nicht wirklich viel machen, wenn man um eine bestimmte Zeit an der Schule sein muss. Der Bus, der mich aus dem Vorort in die Innenstadt bringt, braucht für die Strecke zwischen 45 Und 60 Minuten. Dazu kommen Fußweg und ggfs. Wartezeiten. Also verlasse ich um 11:00 Uhr das Haus, um nicht unpünktlich zu sein.

In der Stadt angekommen, entscheide ich mich dazu, nicht bis zur nächstmöglichen Haltestelle zu fahren, sondern bereits vorher auszusteigen, um ein bisschen durch die Grafton Street zu bummeln und das Flair der Stadt aufzunehmen. Dabei treffe ich eine Mitschülerin und wir gehen den Rest des Wegs gemeinsam. Um Routinen zu durchbrechen, setzen wir uns bewusst an einen anderen Platz. Es ist immer hilfreich, mal die Perspektive zu wechseln und mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Austausch zwischen uns Lehrenden gefällt mir sehr gut und ich überlege, ob ich an dem Ausflug am Samstag nicht doch teilnehmen soll, um weiter Teil dieser Gemeinschaft zu sein, auch wenn ich die Cliffs of Moher und die angrenzende Burren-Landschaft schon letzte Woche mit meiner Kollegin und Freundin schon besucht habe.

Im Seminar lernen wir, wie wir einen eigenen YouTube Channel erstellen, um Videos mit unseren Teilnehmenden teilen zu können. Dazu drehen wir kurze Videoclips mit Handy oder Tablet, um diese dann hochladen zu können. Die Clips können gekürzt und mit Musik unterlegt werden. All das üben wir, bevor wir mit Handy und Tablet eine neue Aufgabe gestellt bekommen. Wir sollen Fotos zu 9 verschiedenen Themen fotografieren. Dazu haben wir weniger als eine Stunde Zeit. Im nahegelegenen St Stephen’s Green finden wir viele Motive und kreieren eigene. Mit ausreichend Material kehren wir in den Klassenraum zurück und lernen an unseren Bildern, wie man sie mit Snapseed einfach bearbeiten kann und mit Google Präsentationen in einer Gruppenarbeit verarbeiten kann.

Die Arbeit mit den beiden Programmen ist noch ungewohnt und muss später verfestigt werden. Es kann ein guter Ansatz sein, allerdings müssten dann alle Klassenräume mit dem entsprechenden technischen Equipment ausgestattet sein. Mal sehen, was ich davon im Unterricht anwenden kann.

Morgen früh werden wir eine Stadtführung durch Dublin machen und hoffentlich viele Fotos und Videos machen können. Ich bin gespannt und freue mich auf den morgigen Tag.

 

Mittwoch, 10. Juli 2019: 3. Kurstag

Heute haben wir mit einem Stadtrundgang unseren Schultag begonnen. Um 11 Uhr waren alle aus unserer Gruppe und einer weiteren Gruppe versammelt, um mit Fintan, einem Lehrer der ULearn, einen Rundgang zu machen. Leider fing es an zu nieseln, sodass wir den Rundgang mit Schirm durchführen mussten. Die ersten Stopps fanden im St Stephen’s Green statt, bei dem wir Wissenswertes zur Geschichte des Parks und einige Anekdoten erzählt bekamen. Unser Stadtführer vermittelte sein Wissen sehr unterhaltsam und hat uns sicherlich Lust auf mehr Dublin gemacht. Nach dem St Stephen’s Green sind wir weiter Richtung Amtssitz des Premier Ministers gegangen. In direkter Nähe des Regierungsviertels befindet sich auch eine Statue des Autors Oscar Wilde, die wir natürlich auch besucht haben. Weiter ging es zur Library und zum Parlament, wo gerade, als wir dort ankamen, eine Demonstration erwartet wurde. Wir hatten die Farmer schon vorher gesehen und hörten sie jetzt lautstark, bevor wir den langen Zug sehen konnten. Sie protestierten gegen den Entzug der Lebensgrundlage der irischen Farmer.

In der Grafton Street angekommen, verabschiedete der Stadtführer uns in die Mittagspause. Der Unterricht begann mit der Vorstellung aller deutschen Kolleginnen. Zwei sind festangestellte Lehrerinnen im Staatsdienst, eine andere Kollegin und ich sind freiberuflich tätig, sodass wir den Schwerpunkt auf unser Tätigkeitsgebiet gelegt haben und nicht auf die Eigenheiten der jeweiligen Schule.

Dann ging es an die Bearbeitung unserer Fotos. Unser Lehrer zeigte uns, wie wir Fotos bearbeiten können, um sie für den Unterricht einsetzbar zu machen. Dazu stellte er uns die Programme ThingLink und genial.ly vor. ThingLink mussten wir uns wieder als App runterladen, um damit unsere Fotos so bearbeiten können, dass Informationen über interaktive Punkte in den Fotos von den Benutzern aufgerufen werden können. Diese Methode finde ich sehr interessant, vor allem, wenn man Geschichte unterrichtet und ein altes Bild hat, bei dem man den Schülerinnen und Schülern weitere Informationen über Personen oder Gegenstände geben möchte, dies aber so interessanter gestalten kann, als nur durch eine Bildunterschrift. Auch kurze Videosequenzen kann man so hinterlegen und das Lernerlebnis für die Teilnehmenden verbessern.

Für die iPad User stellte Philip im Anschluss das Programm iMovie vor. Mit Hilfe dieses Programmes kann man eigene Videosequenzen einfach bearbeiten und auch vertonen. Danach wurden die bearbeiteten Videos auf YouTube hochgeladen und allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse konnten wir uns dann kurz vor Unterrichtsende ansehen.

 

Donnerstag, 11. Juli 2019: 4. Kurstag

Mittlerweile ist die Gruppe gut eingespielt und es ist sehr schade, dass der Kurs schon bald zu Ende geht.

Heute bin ich extra ein bisschen eher zur Schule gefahren, um vorab noch die Statue von Molly Malone zu suchen. Stand sie früher am Eingang zur Grafton Street, steht sie nun in einer Seitenstraße auf einem Platz, ganz in der Nähe der Touristeninformation. Natürlich wollen alle ein Bild von und mit ihr machen, so dass man schon ein wenig Zeit mitbringen sollte, um ein einigermaßen brauchbares Bild aufnehmen zu können.

In der Klasse haben wir dann zunächst das Programm Flipgrid kennengelernt. Mit diesem Programm können wir Klassen einpflegen und für diese dann Aufgaben erstellen, die die Schüler über eine QR Code zugeteilt bekommen können. Wenn der QR Code nicht eingegeben werden kann, kann alternativ auch der Klassencode sowie der persönliche Code eingegeben werden, um so die gestellte Aufgabe als Schüler zu bekommen. In der Lehrerversion können wir selbst unsere Klassen einpflegen und diverse Aufgaben erstellen und von den Lernenden bearbeiten lassen.

Das Hauptthema dieses Nachmittags war jedoch das Erstellen eines eigenen Films mit der Vorgabe, dass unterschiedliche Perspektiven und Filmtechniken angewendet werden sollen. Zunächst wurden wir dazu in Gruppen eingeteilt. Die Gruppen mussten zunächst ein Storyboard erarbeiten und diesen dann filmisch umsetzen.

Unsere Gruppe entschied sich dazu, ein kleines Schaf, das Katharina von einer irischen Freundin geschenkt bekommen hatte, als Hauptfigur zu nehmen und dieses vom Land in die Hauptstadt zu schicken. Mit der Hilfe von Kate, unserer Kollegin aus La Réunion, erkundete das Schaf dann Dublin.

Die passenden Drehorte fanden wir in St Stephen‘s Green, in der Grafton Street und bei der Statue von Molly Malone. Bei bestem Wetter konnten wir die Filmsequenzen drehen und diese dann anschließend im Unterrichtsraum zusammenschneiden und bearbeiten. Dabei haben wir dann das Programm iMovie genutzt, das wir gestern schon ausprobieren konnten.

Der Tag ging eigentlich viel zu schnell vorbei, denn alle Ideen, die wir hatten, konnten in der Kürze der Zeit nicht umgesetzt werden. Morgen werden wir dann alle Ergebnisse sehen und besprechen können.

Am Abend sind wir dann in einem irischen Pub mit einigen Kolleginnen zum Abendessen eingekehrt. Gerade diese informellen Austausche finde ich besonders wichtig, da sich so wichtige Kontakte knüpfen lassen und eventuell Kooperationen zwischen Schulen entstehen können.

 

Freitag, 12. Juli 2019: 5. Kurstag

Die Woche ging sehr schnell vorbei und wir haben viel gelernt.

Der heutige Tag begann mit den noch ausstehenden Vorstellungen. Im Anschluss könnten wir dann die Kurzfilme ansehen, die am gestrigen Tag gefilmt, geschnitten und vertont wurden. Man hat deutlich gemerkt, wie viel Spaß die Teilnehmenden an diesem Projekt hatten.

Aber auch die Arbeit kam nicht zu kurz. Am verbleibenden Nachmittag haben wir noch die Programme Socrative (zunächst als Schülerversion und danach als Lehrerversion) und Edpuzzle kennengelernt. Auch hierzu wurden viele Übungen gemacht und alle Teilnehmenden haben ein individuelles Quiz erstellt, das für die anderen im Anschluss zum Ausprobieren freigegeben wurde. Auch bei diesen Programmen kann ich mir gut vorstellen, diese im Unterricht anzuwenden. Es braucht zwar alles eine gewisse Vorbereitungszeit, aber wenn diese einmal investiert wurde, kann man die Aufgaben relativ leicht auf die eigene Klasse zuschneiden, so dass der Unterricht auch mit mehr digitalen Medien abgehalten werden kann.

Weiterhin haben wir noch ein Umfragetool kennengelernt, bei dem man mit relativ wenig Aufwand eine eigene Umfrage zu Themen, wie z.B. einer Klassenfahrt, erstellen kann und die dann je nach Bearbeitungsfortschritt automatisch ausgewertet wird.

Zum Schluss des Kurses bekamen wir noch unsere Zertifikate ausgehändigt. Da wir nicht so auseinandergehen wollten, sind wir noch mit fast allen Teilnehmenden und dem Lehrer in einen Pub gegangen, um die intensive Woche ausklingen zu lassen. Da ich nicht so zufrieden mit meiner Gastfamilie war, hatte ich mich am Morgen entschieden, nicht am Ausflug zu den Cliffs of Moher teilzunehmen, sondern schon den Abend zu nutzen, um für ein paar Tage in die Grafschaft Kerry zu fahren.

Alles in allem kann ich sagen, dass mir die Woche viele neue Ideen mit auf den Weg gegeben hat, die jetzt auch im Unterricht eingesetzt werden sollen. Einige Ideen sind für mich sicherlich einfacher umsetzbar als andere, aber ich werde daran arbeiten sukzessive mehr und mehr digitale Arbeitsweisen zu nutzen.

Vielen Dank, dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte und ich würde mich freuen, auch an weiteren Projekten teilnehmen zu können.

Tschechische Republik: ITC Course Digital Competencies through Tablets

von R. S.

Montag: 22.07.2019

Das Institut ICT (International Training Center) liegt in einem studentischen Wohnviertel (Praha7) wo zahlreiche Restaurants, Kneipen und Lounges zu finden sind. Man benötigt 10 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmittel, um in die Innenstadt zu gelangen. Die Hotels, vom Institut empfohlen, liegen in Laufnähe ( 2 bzw. 10 Minuten zu Fuß). Das Büro arbeitet professionell und führt auch TEFL Zertifikatskurse durch. Bezahlung der Teilnahmegebühr kann vor Ort in bar oder mit Kreditkarte erfolgen. Die Räume sind mit Laptops, Beamer und Flipchart ausgestattet.  Tipps für Geldwechsel oder öffentlichen Verkehr und Preisgestaltung der Fahrkarten werden gern gegeben und angenommen. Es laufen, neben den Kurs „Digital Competencies through Tablets“, noch 2 weitere Kurse parallel, einer über „Innovationen im Unterricht“ und einer über „Personal Management“. Die Gruppe von 9 Teilnehmern ist homogen (Alter, beruflicher Hintergrund, Interesse) und besteht aus 2 türkischen Ingenieuren von der Universität aus dem Bereich Logistik und Maschinenbau. 4 polnische Lehrer, davon 3 für Mathematik, Geschichte, und eine für Englisch und Deutsch. Ein finnischer Mathematiklehrer und eine Lehrerin aus Estland ebenfalls für Mathematik; und mir. Die Englischkenntnisse sind teilweise unterschiedlich. Unser Dozent aus Sizilien ist mit den vorgestellten Plattformen so sehr vertraut, dass man ihn mit dem Durchgang von einem zum anderen Punkt etwas bremsen muss. Aber er ist dankbar für Reaktionen und Fragen, die er ausführlich beantwortet. Allerdings ist die Fragestellung nach Nutzung des iPads für heute hintenangestellt. Es wird ein bereitgestellter Laptop genutzt, der die Plattform besser erklärt und man direkt probieren kann und den Anweisungen der Programmpunkte folgen kann. Prag ist eine wunderbare Stadt, sie lebt von der Tradition und dem Flair des Vergangenen. Bei der Stadtführung, organisiert vom Veranstalter, sieht man unzählige Touristen auf den ausgetretenen Pfaden, die besichtigt werden wollen: der Fenstersturz von der Prager Burg, die Karlsbrücke, Franz Kafka, die Kaffeehäuser „Slavia“ und Café „Louvre“ und die Rathausuhr mit dem Glockenspiel. Prag lohnt sich immer für eine Reise. Im Kurs werden heute 2 computergestützte Plattformen vorgestellt, die eine Interaktion von Lehrern mit Schülern/Studenten ermöglichen. Beide stammen aus den USA und werden von Google, Microsoft, Amazone und Facebook unterstützt (Besitzer Microsoft). Die erste heißt „flipgrid.com“.  Leider ist diese nur auf Englisch verfügbar, was für den deutschen Sprachraum nicht immer einsetzbar ist, allerdings optimal für den Englisch-Unterricht sowie dem Vokabellernen. Primär dient die Plattform aber dem Aufbau eines Lehrer-Schüler-Lernraumes. Die Zweite Plattform, „quizlet.com“, ist auch auf Deutsch verfügbar. Ein weltweit zur Verfügung gestelltes Kursangebot in verschiedenen Sprachen, auch von deutschen Teilnehmern, ermöglicht auf die bereits existierenden Kurse zurückzugreifen und sie in eigenen Kursen bereit zu stellen. Also keine neue Erfindung des Rades. Allerdings ist die Zielgruppe auf Schüler eingeschränkt, da ein universitäres Wissen nicht vorhanden ist (nicht in der Basis-Version). Für beide Plattformen gilt: der Anfang ist kostenlos, will man tiefer in die Materie von und mit Kursen einsteigen, kostet es und hat keine Begrenzung nach oben hin. Somit ist der Dozent meist auf seine eigene Arbeit angewiesen.

Dienstag: 23.07.2019

Es wird ein sehr warmer Tag werden, sagt der Wetterbericht (aktuell 31 Grad Celsius). Heute stehen „QR-Codes“ und „Storytelling“ auf dem Programm.

Unsere Dozentin, Denisa Mouchova, führt uns mit einem Spiel in das Thema ein. QR bedeutet „Quick Response“ und ermöglicht Informationen in vielfacherweise zu übermitteln, aber auch zu verbergen. Es kann Videos, Töne und vielfache Interaktionen beinhalten. Die Aufgabe besteht aus dem Lesen eines QR-Codes (mit Hilfe einer App, z.B. „Kaspersky“) und ist verbunden mit 20 verschiedenen Aufgaben für die Teilnehmer: Erstellen von Fotos von Objekten (Blätter, Insekten, Steinen), was die Kommunikation innerhalb der Gruppe deutlich fördert.

Die nächste Aufgabe besteht in der Erstellung eines QR-Codes mit Hilfe einer App (z.B. https://www.the-grcode-generator.com/). Ob als Text (z.B. dem eigenen Namen), als Foto oder Video oder einem Buch, alles ist möglich und wird ausprobiert. (Bei eigenem Probieren kann es passieren, dass man seine einzeln erzeugten CR-Codes nicht wiederfindet. Problem konnte nicht gelöst werden. Tipp: Er sollte direkt ausgedruckt werden.)

Nachdem wir uns mit den Eigenheiten vertraut gemacht haben, geht es an die Erstellung eines kleinen Buches mit Hilfe von „Book Creator“ (IOS oder Android). Es zeigt sich, dass IOS das bessere System ist, weil es mehr technische Möglichkeiten zur Erstellung gibt: Drehen des Bildes, farbliche Veränderung, Einfügen von Bildern, Karten usw.  Das Android-Produkt nennt sich „Kids Story Builder“ oder „Story Jumper“ (online) und ist sehr einfach gehalten, alles in Englisch. Alles ist selbst erklärend. In Estland und Finnland haben die Kollegen dies schon öfters mit ihren Schülern ausprobiert.

Der nächste Schritt ist die Erstellung eines Comics mit Hilfe von „toontastic“, einem sehr umfangreichen (300 MB) Werkzeug, was allerdings eine Menge Möglichkeiten und Spaß bieten kann, indem eigene Bilder (Portraits), Musik, Sprache eingefügt werden kann.

Zur Auflockerung gibt es ein weiteres Spiel, welches sich die mobilen Geräte der Schüler zu Nutzen macht: „Story Dice“ (App-Store), ein elektronisches Würfelspiel mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Man würfelt 4 oder mehr Bilder und erzählt daraus eine Geschichte. Der Gag ist das Schütteln des mobilen Gerätes, Handys!!

Abschließend erstellen die kleinen Gruppen einen Flyer mit Hilfe des Laptops. Dieser soll morgen in einem Wettbewerb von den anderen begutachtet und bewertet werden.

 

Mittwoch: 24.07.2019


Die türkischen Kollegen hatten nur 3 Tage Fortbildung genehmigt bekommen, fehlten heute also.
Vorstellung der Poster/Flyer, die gestern erstellt wurden. Jede Gruppe berichtet über die Entstehungsgeschichte  und das angestrebte Ziel sowie deren Umsetzung.

Nächster Punkt: Classroom management applications
Es werden „teacher kit“ und „classDojo“  für Android und iOS vorgestellt.
„Teacher kit“ hat sehr viele Nutzer (360 MB), was auch in Deutsch verfügbar, aber deutlich auf das US Schul-System ausgerichtet ist. Auch hier gibt es eine Premium Version, die bezahlt werden muss und viele weitere Extras bietet (40,99 Euro pro Jahr). Erfahrung hierzu haben die polnischen und finnischen Lehrer, auch zur Kommunikation mit den Eltern. Sie bereiten damit Prüfungen vor, Hausaufgaben können somit kontrolliert werden. Schüler nennen es Kriminal-Register (Finnland), weil alles kontrolliert wird, auch wie lange man ein Video angeschaut hat.

Die zweite App ist eher ein Spiel, „classDojo“ und ist auf Deutsch verfügbar.
Ziel der App ist es Studenten/Schüler, Eltern und Lehrer zusammen zu bringen. Und eine Klassen- Gemeinschaft zu bilden. Angeblich nutzen 95 % der US Schulen diese App. Im deutschen Raum nutzen angeblich auch Kindergärten diese App, um besser miteinander kommunizieren zu können. Kosten: 49,99 $ pro Jahr. Es erscheint eher für die Primarstufe geeignet, da es mit Monstern und anderen Figuren arbeitet. Es geht nicht um Noten, sondern um Kommentare für die Eltern. Und das in einer konstruktiven Form von, was könnte noch verbessert werden. „ClassDojo“ ist sehr kommunikativ und es ermöglicht Gruppenarbeit.

Zur Nutzung von Videobeiträgen wird „Edpuzzle.com“ empfohlen. Das Motto lautet: Nutze Videos aber auf Deine eigene Art und Weise. Ein Werkzeug, welches sehr viele Videos bereithält, welche die Schüler ansehen sollen.
Die Bearbeitung und Vorbereitung durch den Lehrer erfolgt durch Auswahl, Zuschneiden, Test-Fragen einbauen und  Kommentare einfügen (Achtung, das ist  wichtiger Prüfungsstoff) in Textform oder auch per Mikrofon.  Es gibt eine Premium Version (genannt Pro Version) von „Edpuzzle“ welche nach 20 benutzen Videos ansteht. 95 $ für eine ganze Schule pro Monat. Pro Lehrer 9,50 $ pro Monat.  Auch hier ist der Kontakt zum Studenten wichtig, Vorgaben zur Bearbeitung des Videos, bis wann er es gesehen haben soll. Mit Kontrolle, wieviel er vom Video gesehen hat.
Man kann folgende Plattformen von bereitgestellten Videos nutzen:
YouTube, National Geographic, Khan Academy, Veritasium, Numberphile, Crash Course, TED talks.
Dies erscheint eine gute Alternative für höhere Schulklassen zu sein.
Exkurs. Fake Videos sind ebenfalls im Umlauf: Is the earth actually flat? Eines von sehr vielen  beliebten Video , welche der Hit in Finnland sind.

Zum Schluss 2 weitere Apps:
Von Google gibt es Expeditions (auch für iOS verfügbar) verlangt ein Google Account. Und muss erst erstellt werden. Es ist der Einstieg für Virtuell Reality – Brillen. Dazu später mehr.

Etwas lustiger ist „Augmented reality“, genannt „Quiver“ und stellt eine interaktive Erfahrung der realen Umwelt dar, wobei die Objekte, die sich in der realen Welt befinden durch computergenerierte Wahrnehmungsinformationen aufgewertet werden. Manchmal über mehrere sensorische Modalitäten hinweg (visuelles, haptisch, somatosensorisch und olfaktorisch). Dieses Tool arbeitet mit zunächst selbst erstellten ausgemalten und kolorierten Bildern. Dann wird das Tool eröffnet und es zeigt was man als dreidimensionales Spiel alles machen kann.

 

 

Donnerstag: 25.07.2019

Unsere Dozentin, Linda ist Psychologin.
Als „Icebreaker“  sollen wir uns malen/ zeichnen und beschreiben.  Ist sehr kommunikativ und motivierend für alle Teilnehmer.
Dann ein Test: How mindful are you? Dieser Achtsamkeits-Test, den die Dozentin aus London mitgebracht hat, erscheint etwas fragwürdig, zumal er auf einen buddhistischen Lehrer verweist, Jack Kornfield. Allerdings führt der Test auch zu der Frage, wie Achtsamkeit erfahren und praktiziert werden kann. Eine Diskussion schließt sich innerhalb der Gruppe daran an.

Der Übergang zur Definition von Mind-Mapping ist nicht ganz leicht nachzuvollziehen, wird aber mit vollzogen. (siehe am Ende des Tages)

Definition:
Mind-Mapping ist eine Arbeitsmethode, die ein flexibles, kreatives und (so wird behauptet) gehirngerechtes Arbeiten ermöglicht. Sie wurde von Tony Buzan in den 1970er Jahren auf der Grundlage von gehirnphysiologischen Hypothesen entwickelt.
Mind-Mapping ist eine spezielle Art sich übersichtliche Notizen zu machen. Im Gegensatz zur klassischen linearen Struktur der Aufzeichnungen, ist die Mind-Map eine auf den ersten Blick übersichtliche „Karte“, die das zentrale Thema sofort erkennbar machen soll. Im Zentrum steht das Thema/ein wesentlicher Aspekt und von da aus verzweigen sich alle Gedanken. In dieser Darstellung der Verzweigungen kann man übersichtlich lernen, planen und organisieren, auch Referate und Präsentationen strukturieren. Zitat aus einer Kölner Uni-Schrift: © Reich, K. (Hg.): Methodenpool. In: URL: http://methodenpool.uni-koeln.de 2003 ff .

Es werden verschiedenen Mind-Mapping Apps ausprobiert:
Mindmup.com ist eine auch in Deutsch verfügbare Software. Verlangt aber gleich Geld für die Gold-Version. Achtung: Mindmup.de ist ein Reiseportale.
„Xmind“. Über App erreichbares Werkzeug. Verlangt eine Bezahlung.
„Mimind“. Von der Dozentin empfohlen. Und wird von allen genutzt.
„Mindmeister“. Nur Kaufversion verfügbar.

Ein Exkurs in die Psychologie der Gesichtsausdrücke:
Anger, fear, disgust, surprise, happiness, sadness.

Wie geht man mit Ärger um? Wie geht man mit Ekel im Gesichtsausdruck um?
Dies führt zur Frage, wie man Aufmerksamkeit bei Schüler erzielen kann um so einen guten Unterricht zu gestalten. Die wichtige Botschaft ist: wenn man Aufmerksamkeit erregen will, soll man Überraschung erzeugen. Und Freude bedeutet zusätzlich Offenheit. Abschließend diskutieren wir über die Möglichkeiten Schüler zu motivieren. Denn heute ist der Lehrer nicht mehr der Wissende, denn überall sind Informationen verfügbar (Internet, Mobiltelefon). Heute gibt es Führer (leader) und Motivatoren, die einen dazu bringen sollen sich für etwas zu interessieren.

Zum Schluss eine Empfehlung der Dozentin einen Test zu gestalten, um die Motivation zu steigern: „Socrative Student“  und ein Video von Toni Buzan, der ja als der Erfinder des Mind-Mappings gilt: „To Manage the knowledge“.

Freitag: 26.07.2019

Was Neues.

Noch ein Mind Map Werkzeug: coggle.it. Wurde gestern vergessen, scheint aber ein Ableger von Microsoft zu sein. Wir spielen damit.

Zurück zu „Socrative“.com vom Vortag. Ein Werkzeug mit dem man ein Quiz erstellen kann, was zur Überprüfung der Schüler genutzt wird. Die Fragen könne aus multiple Choice, falsch oder richtig sowie in kurzen Antworten bestehen. Auch hier ist die bessere Version kostenpflichtig, mit 99,99 $ pro Jahr. Ein Vorteil ist, die direkte Rückmeldung über den Wissensstand der Schüler sowie bei kombinierten Fragen, Wissenslücken zu entdecken, um den Unterricht besser nachbessern zu können.

Zur Erstellung eines eigenen Videos wird von der Dozentin animator.com empfohlen.

Eine kleine Anwendung ist kostenlos, dann aber muss bezahlt werden (33,00 $ pro Monat).

 

Abschlussbericht:

Der Kurs: ITC Course Digital Competencies through Tablets, Prague (22. bis 26.7.2019) war ein sehr interessanter Kurs, der meine Erwartungen allerdings nicht voll erfüllt hat. Kompetente Dozenten, angenehme Ausstattung der Räume. Der Kurs wurde von ausreichenden Pausen unterbrochen, was bei der Hitze sehr angenehm war. Die Gruppe hatte sich von 9 auf 7 reduziert, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Alle waren sehr motiviert, alle haben die gestellten Aufgaben bearbeitet, wenn auch manchmal langsam, aber alle haben gewartet bis alle fertig waren. So hatten alle ein Erfolgserlebnis, etwas gelernt zu haben. Das Pensum war sehr umfangreich, aber es ermöglichte einen großen Überblick zu bekommen, von dem aus man sich seine Favoriten Apps heraussuchen kann. Die psychologischen Spiele haben sehr zum angenehmen Klima beigetragen. Jeder konnte aus sich heraus gehen, wenn er wollte.
Die Versorgung/Betreuung durch die Schule war sehr gut, da die Temperaturen bereits am Vormittag über 32 Grad Celsius erreichten. Tee, Kaffee und Wasser sowie salziges Gebäck standen bereit.
Bei einem Gespräch mit dem Instituts Chef Lukas hob er hervor, dass sie verschiedene Kurse im Angebot haben. Die TEFL-Tests sind nicht mehr im Angebot. Sie bieten auch Einzelkurse für kleinen, geschlossene Gruppen an (so war z.B. eine Gruppe von 14 Leuten aus Schweden hier). Für das Folgeprogramm  der EU (Erasmus+ „diveristy“ ) haben sie bereits  Angebote eingereicht.
Daher lohnt sich Prag durchaus  als einen Ort für zukünftige Kurse, nicht nur im Sommer, der Winter scheint für die Tschechische Küche romantischer.

Kritik:

Zusammenfassend muss man sagen, das die Anwendungen nicht direkt auf die Tablets zugeschnitten waren. Es wurde anfangs immer auf den Laptop zurückgegriffen, konkret: alle Dozenten haben keine direkte Tablet-Applikation bereitgestellt oder erwähnt. Erst auf Nachfrage haben wir eine App heruntergeladen und auf unseren Tablets genutzt.

In Gesprächen habe ich festgestellt, dass Kollegen letztes Jahr die Kurse „Digital Competencies in Tablets“…. in Malta besucht haben und diese wesentlich anwendungsbezogener und auf Tablets ausgerichtet sind. Was zu überprüfen wäre.

Wichtig erscheint mir jetzt, die Unterschiede bei Anwendungen von IOS oder Android genauer herauszuarbeiten um selbst bei den Studenten mögliche Fehler schneller zu erkennen und erklären zu können.

Positiv:

Ich habe eine Fülle von Anwendungen kennengelernt, die Auswahl, welche die besten für meine Ziele sind, muss noch getroffen werden. Wesentlich für mich ist aus den Gesprächen die Erkenntnis, dass es heute mehr und mehr darum geht, die Schüler/Studenten zu motivieren sich für ein Thema zu begeistern. Das Wissen ist durch Internet und Apps jederzeit und überall verfügbar, aber es bedeutet nicht, dass es auch anwendbar ist, und genutzt wird. Für den Bereich Volkshochschule bedeutet dies, die Teilnehmer müssen von ihren einzelnen Positionen und aus ihren einzelnen Situationen abgeholt werden. Sie müssen sehen und erkennen, dass sie wahrgenommen werden in ihrer Welt.

Ob wir sie mit digitalen Mitteln besser erreichen, wäre auszutesten und auf jeden Fall auszuprobieren.

 

 

Malta: Boost your ICT Skills – Technology for the Classroom (8)

von R. S.

 Sonntag: 14.07.2019 – Tag der Anreise

„Mach doch einfach mal ein Quizz über Malta!“ hatte meine Quizz-begeisterte 13-jährige Tochter vorgeschlagen, da ich beim Koffer packen zugegeben hatte, relativ wenig über dieses etwas Abseits in Europa gelegene Stückchen Planet zu wissen. Das tue ich tatsächlich erst am Münchener Flughafen, während ich auf meinen Anschlussflug nach Malta warte. Das Quizz ist gnadenlos und vergibt mir nur 50%. Zum Bestehen braucht man ja bekanntlich 51…Aber immerhin! Dennoch möchte ich das nicht auf mir sitzen lassen, die tief verborgene Schulstreberin in mir runzelt leicht pikiert die Stirn, und ich beschließe jetzt schon, hier so viel es geht zu sehen und mitzunehmen. Kein einziges Wölkchen trübt den Himmel während des Landeanflugs über Malta. Ich trete aus dem Flugzeug hinaus und laufe gefühlt direkt gegen eine Wand aus heißer Luft… 38 Grad, 14.30 Uhr! In den ersten Minuten auf Malta versuche ich mich innerlich auf der Hitze einzustellen. Nach der Gepäckausgabe treffe ich schon gleich die Mitarbeiterin der ETI-Malta, die auf mich wartet und sich um meinen Transport zum Hotel kümmert. Dort bekomme ich ein hübsches Zimmer, in dem ich allerdings keine 15 Minuten bleibe, denn ich will sofort los und alles sehen, was ich an einem Nachmittag bzw. Abend sehen kann.  Mein Hotel heißt Golden Tulip Vivaldi und liegt direkt am Meer. Es hat zwar keinen Sandstrand, aber an dieser Stelle der Insel bildet sich eine interessante flache Felsenformation, umgeben von relativ seichtem Wasser, so dass man dort schwimmen kann. Es ist dort allerdings gerade richtig überfüllt, und ich beschließe wieder zu kommen, wenn ich weniger Menschen „am Strand“ vermute. Ich kehre um und mache mich auf die Suche nach dem „Ort des Geschehens“- und kaum 2 Minuten später ist die Suche auch beendet, denn das ESE-Gebäude, in dem mein Kurs stattfinden soll, liegt bei meinem Hotel wortwörtlich um die Ecke. Perfekt! Der Rest des Abends verbringe ich mit dem Erkunden von St. Julian’s. Ich stöbere in ein paar kleinen Geschäften, schaue wo ich gut Lebensmittel einkaufen kann und beobachte die fröhlichen bunten Mengen von feiernden jungen Menschen. St. Julian’s ist die absolute Party-Zone der Insel, und ich merke es immer mehr, denn je später es wird, umso voller wird es draußen. Nach einer ausgiebigen Runde zu Fuß gehe ich zurück ins Hotel.  Ich bin schon sehr gespannt auf morgen, und – wie hätte es anders sein sollen! – nach nur drei Stunden Schlaf, zwei Mal Fliegen und einem recht langen Fußmarsch wahnsinnig müde.

Montag: 15.07.2019

Wecken geht eindeutig sanfter! Eine Gruppe Jugendliche, die in dem gegenüberliegenden Hotel untergebracht ist, gibt ein ziemlich eigenartiges Konzert auf ihrem Balkon…um 5.30 Uhr. Ich beschließe also aufzustehen und die frühen Stunden zu nutzen, um einen Spaziergang zum felsigen Strand direkt vor meinem Hotel zu machen. Nun ist es wirklich so, dass niemand da ist, so dass ich die Ruhe genießen kann und ein paar Fotos schießen kann. Zurück ins Hotel, ab 7 Uhr gibt es Frühstück und da ich eine der ersten Gäste im Frühstücksraum bin, kann ich mir auch einen schönen Platz direkt am Fenster mit Meerblick aussuchen.  Ein wirklich guter Start in den Tag! Um 8.30 Uhr bin ich auch schon im ESE-Gebäude. Wir versammeln uns im Foyer, über 100 Menschen, denn es beginnen heute mehrere Kurse á 2 Gruppen- die Anmeldungen waren zu viel, so dass die Klassen geteilt werden mussten. Die jungen Mitarbeiterinnen der ETI-Malta vermerken die Anwesenden und machen jeweils ein Foto von uns für die ETI-Ausweise. Danach werden wir von der Direktorin Frau Sandra Montalto begrüßt. Unsere Namen werden pro Kurs und Dozent laut vorgelesen und jeder, der seinen Namen hört, tritt einfach nach Vorn und folgt dann seinem Dozenten in den Kursraum. Das ESE-Gebäude scheint neu und explizit zum Bildungszwecken gebaut zu sein, denn es ist überall verglast und dabei so gut isoliert, dass man nichts von den anderen Räumen hört, obwohl man die Menschen durch die Glaswand sieht. Eine wirklich gute Sache! In meinem Kurs – ICT: Empowerment making use of technology tools – sind wir 12 Personen, nur Damen. Zwei davon kommen aus Österreich, eine aus Italien, und der Rest aus Polen. Unsere Dozentin heißt Valerie und hat eine ruhige, freundliche Ausstrahlung.   Kurz vor dem Beginn des Unterrichts bittet eine der Damen aus Polen den Kurs wechseln zu dürfen, da ihre Freundin in dem anderen Kurs aufgeteilt wurde. Sie fühlt sich unsicher mit der englischen Sprache und hat sich erhofft, durch ihre Freundin während des Unterrichts etwas Unterstützung zu bekommen. Nun hat sie wirklich große Angst, den Kurs nicht mitmachen zu können, ist den Tränen nahe und ich fühle mich in unseren Deutschkursen versetzt, denn so etwas kommt bei uns relativ häufig bei einer Kursaufteilung vor. So nehme ich meine erste Lektion dieses Seminars wahr: die Bereitschaft zu lernen ist fast immer eine Sache des Gemüts, nicht des Könnens. Das vergisst man schnell, wenn man im Büro sitzt und einfach nur die Planung macht und Personendaten einträgt… Diese Teilnehmerin ist für eine Woche hier und es geht dabei um einen Weiterbildungskurs, dennoch fällt ihr die Vorstellung sehr schwer, den Kurs „allein“ weiterzumachen. Für Menschen, die für eine unbestimmte Zeit in einem fremden Land sind, wird es also umso wichtiger sein den Kurs zusammen mit einem Freund zu machen – und sei es nur um für sich selbst das Gefühl zu gewinnen, dass man das „packen“ kann. Ich verspreche mir ein bisschen mehr Acht drauf zu geben und in solchen Situationen etwas nachsichtiger zu sein. Die Direktorin Sandra Montalto reagiert souverän und tauscht dann eine polnische gegen eine andere polnische Teilnehmerin aus: Ordnung muss sein!  Alles ist wieder gut und unser Unterricht kann beginnen.

Valerie fängt gleich richtig „digital“ an. Anstatt eine trockene Vorstellungsrunde bekommen wir die Aufgabe, unsere Namen, Funktionen am Arbeitsplatz, sowie einige Hobbies und Interessen in einer Tabelle einzutragen, die auf dem interaktiven Bildschirm für alle sichtbar ist. Danach sollen wir uns gegenseitig Fragen stellen, die sich aus diesen Informationen ergeben.  Jeder ist einmal dran und so langsam kommen wir in ein sehr spannendes Gruppengespräch. Weiter geht es mit den Möglichkeiten, die uns die Google- Speicherplattform „Google Drive“ zur Verfügung stellt. Hat jemand gewusst, dass Google Drive ein automatischer „Ent-PDF-ler“ ist? Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass ich dieses Wort richtig geschrieben habe, noch weniger dafür, dass es überhaupt existiert – vermutlich nicht. Auf jeden Fall kann man die mit Google Drive geöffnete PDF-Dateien wie Word-Dateien bearbeiten und für „Büromenschen“ ist das schon eine wichtige Information. Mit Google Drive arbeiten wir weiter an der Erstellung einer eigenen Website. Dafür arbeiten wir in Gruppen zu viert und ich komme automatisch in die Gruppe der zwei österreichischen Damen (Maria und Christa) und die Dame aus Italien (Barbara). Barbara ist die Erste, die mir gleich die Hand gibt und mit mir anfängt zu plaudern – direkt auf Italienisch, da sie mich irrtümlicherweise ihrer eigenen Heimat zugeordnet hatte. Ich kläre das auf und nutze später die Gelegenheit, mein leider eingerostetes Italienisch zu üben. Unsere Gruppe nimmt als Thema der Website „Menschenrechte“. Wir suchen passende Fotos und Links zur Gestaltung der Seite und haben Spaß beim Ausprobieren von Farben, Layouts und Verlinkungen über Bilder und Wörter. Die Zeit vergeht sehr schnell, und unser Unterricht ist plötzlich zu Ende.

Ich eile ins Hotel, ziehe mich schnell um und mache mich auf den Weg zur Bugibba Bay. Ich schaue mir das Malta National Aquarium an. Im Gegensatz zu St. Julian’s ist Bugibba Bay ruhig und relativ geordnet. Es geht weiter mit dem Bus zur Balutta Bay, wo ich die Our Lady of Mount Carmel Church anschaue, ehe ich den nächsten Bus nach Valletta nehme. Valletta begeistert mich total!

Die Architektur, die schmalen Gassen, die Läden und die Menschen – alles ist absolut sehenswert und man muss an vielen Stellen mehrfach und genau schauen, weil man noch mehr entdeckt. Ich bin froh, dass morgen eine geführte Tour in Valetta geplant ist und ich noch einmal herkomme, um mehr von dieser wunderbaren Stadt zu sehen und zu erfahren. Jetzt gibt es nur noch etwas zu Essen und dann den Rückweg ins Hotel, den ich trotz steigender Müdigkeit zu Fuß zurücklege, um einfach noch mehr sehen und fotografieren zu können. Zurück im Hotel abgekommen sehe ich, dass es bereits fast 23.00 Uhr ist, also jetzt nur noch ins Bett. Tag Zwei kann kommen! 🙂

 

Dienstag: 16.07.2019

Da ich gestern so lange in Valletta geblieben bin, fällt die Nacht entsprechend kurz aus. Dennoch ist es kein Problem für mich um 6.30 Uhr aufzustehen, denn einerseits freue ich mich schon auf das Frühstück und einen guten Kaffee, andererseits hat mir der Kurs gestern wirklich gut gefallen und ich bin auf den heutigen Kurstag schon sehr gespannt. Nach dem Frühstück geht es auch schon zu ETI – Malta – wie praktisch, dass ich wirklich nur 2 Minuten zu Fuß dorthin brauche! Die Atmosphäre in ETI erinnert mich an ein Studentenwohnheim. Überall sitzen Kursteilenehmer mit ihren großen Taschen und plaudern, tauschen Kopien von Unterlagen aus oder diskutieren über verschiedenen Themen. Im Foyer treffe ich Barbara aus Italien, die mit zu meinem Kurs gehört und sie winkt mir zu. Ich geselle mich zu ihr und ihrer Kollegin Sandra, die einen anderen Kurs besucht aber in den Pausen immer mit zu uns kommt. Wir trinken zusammen schnell einen Espresso, ehe wir uns Richtung Unterrichtsraum begeben.

Unsere Dozentin Valerie ist schon da und wartet auf uns. Unsere Gruppe bekommt „Zuwachs“- Eva aus Deutschland ist auch zu unserem Kurs gewechselt und nun sind wir 13. Das heutige Thema – Erstellen eines Blogs. Es ist ähnlich wie das Erstellen einer Website, bietet allerdings einige Möglichkeiten mehr und ist viel persönlicher. Ich muss wieder Valerie für ihre Geduld und Freundlichkeit bewundern. Sie ist auch wirklich daran interessiert, dass ALLE den Unterricht folgen können und die einzelnen Schritte verstehen und sie interessiert sich für die Ergebnisse, die ihre “Schüler“ erzielen. Immer und immer wieder geht sie zu jedem von uns, schaut sich die Blogs an, gibt Tipps, äußert Lob, bringt sich mit Ideen ein.  Wir arbeiten immer noch mit Google, besser gesagt mit seiner Blogerstellungsoption. Es sind viele kleine Schritte notwendig, bis ein Blog entsteht und es kostet ordentlich Zeit, den zu erstellen und dann zu pflegen. Man kann sich ewig damit aufhalten, die richtigen Farben, Themen, Fotos einzusetzen, alles schöner und ansprechender zu gestalten. Es wird gefragt, ob jemand schon Erfahrungen in der Nutzung von Blogs für den Unterricht hat. Das scheint wohl tatsächlich noch niemand ausprobiert zu haben, aber es ergibt sich dadurch eine sehr interessante Diskussion darüber, welche Vorteile diese Form vom Lernen haben würde. Manche Teilnehmerinnen geben zu, sich noch sehr schwer mit der Vorstellung zu tun, die digitale Form des Unterrichtens anzunehmen. An erster Stelle aber, weil sie sich selbst nicht genug bekannt damit gemacht haben, und sich an Technik und digitalen Medien nicht so wirklich trauen. Es ist sehr interessant zu hören, wie jeder drüber denkt. Valerie ermutigt uns alles einfach auszuprobieren und zeigt uns die sinnvolle Einsetzung von Blog-Gadgets, die man für einen Unterrichtsblog unbedingt gebrauchen könnte und was man damit alles machen kann. Ich hoffe sehr, dass ich vor allem meine Deutsch-Dozenten, die ihre Kurse immer monatelang und manchmal über ein Jahr lang mit den gleichen Leuten durchführen, dafür begeistern kann, sich an einem eigenen Lehr-Blog zu versuchen. Ich nehme das als Gedankennotiz für mich mit.

Nach dem Unterricht gehe ich zurück ins Hotel, ich habe Zeit bis 18.30 Uhr, weil dann die geführte Tour nach Valletta geplant ist. Ich entscheide mich also diese Zeit zu nutzen und den Pool auf der Dachterrasse des Hotels endlich auszuprobieren. Zu meiner Überraschung ist der Pool leer, einige Leute haben nur die Liegen belegt und entspannen in der Sonne. „It’s too cold for swimming!“, erklärt lächelnd eine Dame. Ich staune. Ja, es ist windig hier oben und heute sind es „nur“ 29 Grad… Aber ein bisschen Wind wird wohl eine ordnungsgemäß eingebürgerte Norddeutsche garantiert nicht davon abhalten schwimmen zu gehen, schon erst recht nicht bei herrlichen 29 Grad! Und da es niemand tut, beanspruche ich den Pool komplett für mich. Nach einer Weile gesellen sich doch noch ein paar Leute dazu, die sich von „dieser Kälte“ nicht abschrecken lassen. Eine Dame davon kenne ich doch – es ist die Teilnehmerin, die ursprünglich in meinem Kurs eingeplant war und aus Unsicherheit über ihre Englischkenntnisse zu ihrer Freundin gewechselt hatte. Wir kommen beim Schwimmen ins Gespräch und so erfahre ich über die Abläufe ihres Kurses. Auch sie ist absolut zufrieden und äußert sich sehr positiv über ihre Dozentin und die Atmosphäre im Kurs. Ich sage zu ihr, dass ich nun nach unserer Unterhaltung auf Englisch finde, sie soll sich überhaupt keine Sorgen machen wegen ihrer Kenntnisse, denn ich kann sie bestens verstehen – sie strahlt mich an. Wir verabreden uns für den nächsten Tag auf einen Kaffee in der kurzen Kurspause.

Unsere Führung nach Valletta startet pünktlich um 18.30 Uhr. Mit dem Bus geht es durch den dichten Abendverkehr immer weiter und der Guide erklärt uns jetzt schon einiges über das Land und seine Geschichte. Was für eine faszinierende Stadt ist Valletta! Wir schauen uns zuerst in dem Theatergebäude einen Film über die Geschichte Maltas von den Urzeiten bis zu den heutigen Tagen an, danach erkunden wir zu Fuß die Hauptstadt fast 4 Stunden lang. Es ist ein warmer Sommerabend und draußen tobt das Leben! Die Tour gefällt mir sehr gut und man kann dabei richtig in die Geschichte der Insel eintauchen. Als wir dann zurück in unserem „Party-Viertel“ sind entscheiden Maria, Christa und ich noch Tapas essen zu gehen – keine von uns hat etwas zu Abend gegessen. Kein Problem, denn Tapas essen kann man hier 24 Stunden lang. Wir genießen den Abend zusammen und lachen viel. Auf dem Weg zurück zum Hotel bekomme ich noch die Mondfinsternis beim Vollmond zu sehen. Ja, das ist ein wirklich würdiges Ende dieses schönen Tages!

 

Mittwoch: 17.07.2019

 

Heute bin ich vor dem Wecker wach und kann einfach ganz in Ruhe die Eindrücke der vergangenen 2 Tage sortieren. Ganz ohne Stress startet der Mittwoch mit dem Frühstück (das Hotel macht das übrigens absolut wunderbar!) und mit einem kleinen Spaziergang zum Strand. Da sind einige „Frühschwimmer“ zu sehen. Hätte ich auch gern gemacht, aber so viel Zeit ist nicht mehr übrig -morgen vielleicht!

Vor dem Unterricht treffe ich Christa und Maria auf der Terrasse des ESE-Gebäudes. Nachdem wir gestern so lange zusammen gesessen hatten sind wir alle drei nicht so wirklich ausgeschlafen – umso besser schmeckt der Kaffee jetzt. Wir müssen über ein paar lustige Situationen des gestrigen Abends lachen und tauschen uns nebenbei aus zum Thema Freizeitaktivitäten für heute Nachmittag. Christa und Maria wollen zum berühmten Strand „St. Peter’s Pool“- der zumindest der Fotos aus, den Internet nach zu urteilen, ein kleines Naturphänomen ist. Sie schlagen vor, dass ich mitkomme. Sehr verlockend, aber ich habe schon andere Koordinaten in meinem Entdecker-Compass eingegeben: ich möchte heute die Insel Gozo ansteuern. ETI-Malta bietet zwar eine Tour dahin an, allerdings am Samstag – da reise ich wieder ab. Ich möchte Gozo aber unbedingt sehen, also hatte ich schon meine Karte ausgebreitet (Google Maps) und mir die Route dahin sorgfältig markiert (Standort-Speicherung). Ich bin jetzt schon gespannt wie das gehen wird, denn noch habe ich keine Ahnung von wo genau die Fähre startet und wie lange das Ganze in Anspruch nehmen wird – ich habe nur den Nachmittag zur Verfügung.

Zurück in dem Klassenraum geht es heute an einem sehr spannenden Thema heran: Erstellen von eigenen digitalen Aufgaben und Quizzen. Valerie macht uns mit den Internetseite Learningapps.com bekannt. Huch …wieso ist der Bildschirm plötzlich wie eingefroren? Es stellt sich heraus, dass das gleichzeitige Anmelden von zu vielen Benutzern auf der Plattform sie vorübergehend außer Gefecht setzt. Wir schließen alle einmal die Seite, und Valerie zeigt uns zuerst alles vorne – das sind eindeutig die Vorteile eines interaktiven Bildschirms im Unterricht! Nach ein paar Minuten loggen wir uns eine nach der anderen noch einmal im Learingsapps.com ein. Dieses Mal geht es. Die Plattform bietet unglaublich viele Möglichkeiten an. Das Menü ist nach Themen unterteilt – Deutsch als Fremdsprache, Geschichte, Englisch, Mathe… Einfach alles. Und was nicht da ist kannst du selbst erstellen. Du hast die Möglichkeit deine Aufgaben als eine „Multiple-Choice-Frage“ einzurichten, als „Open-End-Frage“, oder als „Match“- Verbinden von Frage und Antwort. Du kannst auch bereits vorhandenen Tests in deinem Account kopieren und nur umändern oder ergänzen. Dank einer anderen Plattform namens Edpuzzle kannst du auch ein Video zu einem bestimmten Lernthema präparieren und mit Fragen versehen, wobei dann das Video kurz nach der besagten Sequenz anhält und die Frage eingeblendet wird. Die Antwort kann man direkt eingeben und dann checken, ob diese richtig war. Danach geht das Video bis zur nächsten Frage weiter. Wenn man fertig mit allem ist was man vorbereiten möchte, kann man das entweder einer Klasse zur Verfügung stellen, gleichzeitig mehreren Klassen, einer einzigen Person für die individuelle Förderung oder aber für alle online bereitstellen. Sehr hilfreich, denn so könnten Dozenten, die deutlich mehr Erfahrung haben, ihre Materialien und fertig gestellten Aufgaben an die jüngeren Dozenten weiterleiten und sich austauschen. Unterricht muss man so oder so vorbereiten – wenn man das direkt am PC machen würde, und die Zeit einmal dafür investieren würde, kann man das immer wieder nutzen und nur bei Bedarf entsprechend verändern. Vor allem aber spart es Zeit für Kopieren und natürlich Unmengen an Papier. Ich werde unsere Dozenten definitiv als Erstes über diese Lernplattform in Kenntnis setzen – vielleicht kennen manche sie schon. Es sind jetzt schon so viele Aufgaben dort hochgeladen worden, alles steht bereits da und darf auch frei verwendet werden. Vor allem aber ist diese Plattform sehr übersichtlich gestaltet, sodass eigentlich gar nicht die Gefahr besteht, dass Personen, die mit Lernplattformen nicht so viel Erfahrung haben und sich noch dagegen „sträuben“, damit nicht zurechtkommen, sich davon wie erschlagen fühlen und dann direkt wieder offline gehen. Was man sucht, findet man beim ersten Blick auf den Bildschirm und das ist schon sehr wichtig. Wir verbringen den heutigen Tag damit ein Video bei Edpuzzle zu dem Thema der am Montag erstellten eigenen Website entsprechend zu präparieren, verschiedene Art von Aufgaben auf Learningsapps.com zu erstellen und das Ganze dann auf unsere neue Seite und auf den Blog hoch zu laden, zu verlinken oder einzufügen. So wird die Seite zum einen weiter gepflegt und gewinnt immer mehr an Ausdruck, zum anderen aber können wir das Gelernte in den vergangenen Tagen festigen, in dem wir uns weiterhin an der Seitengestaltung und Bloggestaltung üben.  Die Zeit ist wieder im Handumdrehen vorbei und schon haben wir „Feierabend“.  Ich kehre zum Hotel zurück, wo ich mich nur kurz umziehe und einfach drauf los fahre – ich möchte Insel Gozo so schnell es geht erreichen.

Und das funktioniert besser als gedacht! Mit dem Bus 222 geht’s von St. Julian’s direkt nach Cirkewwa, das dauert zwar ca. eine Stunde, aber man fährt durch die ganze Insel Richtung Norden und kann noch so viel sehen. Dort angekommen steht die Fähre bereit zum Boarding. Man braucht (noch) nicht zu bezahlen, das muss man erst bei der Rücktour, also einfach rein und 5 Min später ging es los. Die Überfahrt selbst dauert ca. 15-20 Minuten, die Fähre startet alle 30 Minuten bis Mitternacht, und genauso zurück. Gozo hat kulturell wie geschichtlich so viel zu bieten, dass ich dort komplett in die Inselatmosphäre eintauche und zum ersten Mal vergesse, Fotos zu machen. Dies fällt mir erst wieder ein, als ich an den Klippen bei dem im Jahre 2017 bei einem Sturm ins Meer gestürzte Naturphänomen „Azure Window“ stehe und das Naturspiel der in den Felsen schlagenden Wellen bewundere. Einer der Orte an dem die Zeit wirklich stehen bleibt! Ich bekomme bei diesem Anblick Gänsehaut. Ich setze mich einfach hin und bleibe da, um den Tag ausklingen zu lassen und einfach an gar nichts zu denken.

Die Rückfahrt zurück auf die Hauptinsel Malta gestaltet sich genauso unkompliziert – für die Malteser ist das schließlich Alltag. Sie nehmen die Fähre wie wir die Nordbahn. Die etwas lang andauernde Busreise zu meinem Heimatviertel auf Malta nutze ich, um mir ein paar Orte zu merken, die mir beim vorbei fahren aufgefallen sind und ich dann in den restlichen Tagen versuche zu besichtigen. Ich bin aber noch so aufgeregt von Allem, das ich gesehen habe, dass ich noch in den warmen Abend einen langen Spaziergang mache, bevor es zum Hotel geht – mit dem Gefühl, dass sich dieser Tag für mich bis zu der letzten Minute gelohnt hat.

 

Donnerstag: 18.07.2019

Der erste Morgen, an dem ich vom Wecker geweckt werde – die feiernden jungen Menschen auf den Straßen scheinen wohl dieses Mal nicht in Gesangslaune gewesen zu sein. Frühstücken, kurz spazieren gehen und dann geht es schon zum Kurs.

Heute arbeiten wir weiter mit Edpuzzle und Learnningsapp.com, wobei letzteres immer noch nicht ohne zu stocken funktionieren wollte. Das lässt unsere Dozentin Valerie keine Ruhe und sie macht sich auf die Suche nach der Störung. Technik hat zu funktionieren, meint sie, und wird mir somit gleich noch mehr sympathisch. Sie zieht einen Kollegen dazu, während wir mit TED-ED (eine weitere Plattform für digitales Lernen) neue Übungen kreieren und uns damit vertraut machen. Und tatsächlich ist bald die Ursache für die nicht funktionierende Learningapps.com gefunden: wichtige Updates waren noch nicht ausgeführt. Nun geht alles, Valerie atmet erleichtert auf. Sie möchte uns wirklich so viel beibringen wie es nur in dieser Zeit möglich ist, und ich merke, dass sie inzwischen einen Blick für jede von uns entwickelt hat, denn sie merkt immer sofort, wer etwas mehr Unterstützung braucht und eilt dahin, ermutigt und zeigt wie man sich die einzelnen Schritte zur Gestaltung einer Aufgabe leichter merken kann. Natürlich ist alles eine Frage der Übung! Natürlich wird man das nicht von heute auf morgen können – wichtig ist, es nicht abzulehnen, denn es bringt eine unglaubliche Arbeitserleichterung mit sich, und ja, eine Menge Spaß! Da hat sie wirklich recht, es macht schon viel Spaß und Valerie erzählt uns so begeistert darüber, dass ich fast den Wunsch verspüre das Unterrichten selbst auszuprobieren. Eine wirklich tolle Dozentin, ich werde sie definitiv vermissen!

Weiter geht’s mit der Erstellung eines Lernvideos und das Zusammenschneiden von Audioeffekten.  Dafür hat Valerie natürlich auch die richtigen Seiten: 123apps und spark.adobe.com.  Beide Seiten bieten eine große Vielfalt an Möglichkeiten im Bereich der Videoerstellung und Audioeffekte und somit sind sie sehr hilfreich, vor allem aber kostenlos. Unsere Dozentin weist uns auch immer wieder daraufhin, dass wir jedes Mal, wenn wir Materialien aus dem Internet benutzen sicher gehen sollten, dass dabei keine Probleme mit dem Copyright (nein, es ist nicht das gleiche wie right of copy!) entstehen und wir uns lieber für etwas anderes entscheiden sollten, ehe wir etwas benutzen dessen Freizugänglichkeit nicht sichergestellt ist. Ich merke, Datenschutz ist auch hier so richtig angekommen!  Wir bekommen eine sehr interessante Aufgabe, um zu verstehen warum Audioeffekte beim Lernen so wichtig sind. Wir sehen in einem Video einen jungen Mann, der mehrfach nacheinander das Wort „bar“ ausspricht. Dann sollen wir weiter schauen – der Mann im Video formt die Lippen zu einem „F“ und sagt „far“, das englische Wort für „weit“- denken wir zumindest und äußern das auch, als Valerie uns fragt, was wir gehört haben. Es stellt sich aber heraus, dass dies falsch ist – im Video hört man immer noch „bar“, und nicht „far“ – und beim erneuten Hören mit geschlossenen Augen hören wir es auch klar und deutlich. Unsere Sinne für das Visualisieren sind stärker als unser Gehör, deshalb lässt es sich davon täuschen, was wir vor den Augen haben. Umso wichtiger ist also unser Hörverstehen zu stärken, denn wir haben nicht immer die Möglichkeit eine Konversation direkt mit der Person zu führen und sie dabei immer zu sehen – besonders für Telefonate, Studienvorlesungen, Bahnhofsansagen etc. ist dies sehr wichtig. Noch eine Aufgabe, die ich sehr interessant fand: wir sollten uns alle ein sehr schönes klassisches Musikstück anhören und während des Hörens uns überlegen was für Assoziationen dieses Stück bei uns hervorruft, wo sind wir gedanklich dabei, was sehen wir.  Wir sollen uns dann mit unseren Sitznachbarn darüber austauschen. Maria sagt, sie fühlt sich in dem Mittelalter versetzt, in einem großen Saal, für mich klingt das Stück nostalgisch und ich muss an das Meer denken, Barbara meint, sie fühlte sich wie in einem Wald, in dem alles friedlich und unberührt ist. Christa guckt uns ganz überrascht an. Als sie dann meint „Mittelalter? Meer? Wald? Für mich hat sich das wie PLEASE-HOLD-THE-LINE angehört!“ – da müssen wir alle ganz laut lachen! Es war wie zurück auf den Boden der Tatsachen plumpsen nach zu viel Träumerei! Daran sieht man aber, wie unterschiedlich Menschen sind, und dass man genau das hört und versteht, was einem momentan am nächsten liegt oder beschäftigt. Und das ist, was die Wichtigkeit in dem Üben des Hörverstehens darstellt: es muss geübt werden, nicht das zu hören, was man denkt gehört zu haben, sondern was wirklich gesagt wird. Diese Aufgabe werde ich auch an unseren Dozenten weiterleiten, da ich sie kreativ und zugleich gut für eine Diskussionsrunde finde. Ein sehr lustiger und lernreicher Unterrichtstag geht zu Ende.

 

Nach dem Unterricht mache ich mich auf den Weg nach Silema. Ich habe Zeit bis 18.30 Uhr, denn dann ist die geführte Tour nach M’dina geplant. Ich laufe zu Fuß, obwohl es wie jeden Tag hier seitdem ich da bin sehr heiß ist und mein Ziel nicht gerade vor der Tür. Aber ich will alles in Ruhe sehen können. Da anhalten, wo ich wirklich möchte. Beobachten, fotografieren, genießen (und während dessen sehr gern ein Eis essen!).  Mein Weg führt an der Küste entlang, weiter hinten sehe ich Valletta, und bei jedem weiteren Schritt entdecke ich eine neue Blickperspektive, die ein Foto wert ist.  Man kann nicht alles auf Malta sehen, nur weil man da ist. Man muss sich Zeit nehmen, den Blickwinkel wechseln, noch einmal genau hinschauen…

Die Zeit vergeht sehr schnell, ich laufe dann zurück zum Hotel und pünktlich um 18.30 Uhr stehe ich vor dem ESE-Gebäude. Unsere Tour startet mit einem Stau. Nicht so toll, aber wir nutzen die Zeit, um im Bus miteinander zu reden und unsere Eindrücke von Malta und dem Kurs auszutauschen. Endlich in M’dina angekommen! Einst die Hauptstadt Maltas, hat M’dina viel hinter sich gebracht. Mehrere Einflüsse sind bei dem Erbauen und die Entwicklung der Stadt zu sehen, in der Architektur, in den Elementen… Wunderschönen hellen Gebäuden, liebevoll verziert- wenn die daneben parkenden Autos nicht wären, könnte man meinen, zurück in einer anderen Zeit gereist zu sein. M’dina ist für mich mehr Zeit wert. Vielleicht schaffe ich es morgen noch einmal hierher, um alles noch einmal zu sehen und zu bewundern. Dort findet auch ein Stadtfest mit vielen netten Ständen und Köstlichkeitenstatt, dort bleiben wir auch recht lange als Abschluss des Tages.

 

Freitag: 19.07.2019

Und plötzlich ist es Freitag. Der letzte Kurstag beginnt wieder mit einem herrlichen Frühstück an meinem inzwischen Lieblingsplatz im Hotel – das große Fenster mit dem Blick direkt aufs Meer. Natürlich laufe ich danach wie jeden anderen Tag davor kurz zum felsigen Strand und genieße die Sonne des frühen Morgens, bevor ich mich auf den Weg zu ETI-Malta mache, um meinen Kurs abzuschließen.

Wie jedes Mal ist unsere Dozentin Valerie längst vor uns da – der interaktive Bildschirm an der Wand ist wie immer schon eingeschaltet und auf der entsprechenden Internetseite geöffnet, die Unterlagen, um die wir gebeten haben liegen jeweils auf unseren Plätzen. Sie möchte keine Minute unserer Zeit verschwenden, sie möchte uns noch eine Menge zeigen und auch uns die Möglichkeit geben, die selbst kreierten Internetseiten und Blogs zu präsentieren. Wir versuchen uns als Erstes an Cartoons kreieren. Ich muss zugeben, dass mir das mehr Spaß macht als ich mir vorstellen konnte. Es entstehen dabei sehr witzige Dialoge. Aufgaben als Cartoons haben den Vorteil, dass man sich Texte, die auf diese Art präsentiert werden, besser merken kann. Wenn ich unterrichten würde, würde ich diese Möglichkeit nicht unterschätzen, denn letztendlich geht’s beim Unterrichten auch darum, den Schülern das Lernen auch zu erleichtern und ansprechend zu gestalten. Wir erstellen Cartoons und bewegliche Avatare, tragen diese in unseren Websites ein, verlinken und vernetzen uns mit nützlichen Internetquellen – immer wieder auf den Datenschutz und das Copyright achtend. Wir benutzen die selbst kreierten Cartoons auch dafür, mit adobe.sparks.com ein weiteres Lernvideo zu gestalten. Jetzt, da wir damit schon gearbeitet haben, geht das richtig schnell, das äußert auch eine der Teilnehmerinnen in demselben Moment, in dem ich es denke. Das niederlegt auch den Mythos, dass die Vorbereitung von Online-Aufgaben viel zu zeitaufwendig wäre, um in der Praxis angewendet zu werden, denn das täuscht. Sicher muss man Zeit investieren, um sich damit vertraut zu machen, und auch um die Aufgaben zu erstellen. Aber fängt man damit an, gewinnt man an Sicherheit, und dann schafft man etwas, was man nachhaltig verwenden kann. Man muss nicht sofort sein Unterricht komplett digital gestalten. Man kann damit anfangen, ein bisschen davon anzuwenden, immer mehr digitale Aufgaben in seinem Unterricht zu integrieren, und irgendwann geschieht es von allein. Eine Teilnehmerin meint, dies sei vermutlich ein „Generationsproblem“ und hofft, dass die nächste Genration von Lehrern vielleicht aufgeschlossener auf diese Art zu unterrichten reagiert. Valerie lächelt und meint, wenn eine Generation sich einer Sache bewusst ist, so steht es ihr auch frei, diese Sache jederzeit zu ändern, wenn sie sie ändern möchte. Hatte ich schon erwähnt, dass ich wirklich sehr mag, wie Valerie unterrichtet? Es war ein unglaublich vielfältiges Input, was sie uns während des gesamten Kurses mitgegeben hat, in einer verhältnismäßig kurzen Zeit, dennoch hat sie uns nicht einmal gedrängt, unsere Fragen unbeantwortet gelassen oder uns das Gefühl gegeben, dass sie etwas stresst – und das auf einer sehr humorvollen Art. Ob sie unsere bunte, teilweise etwas zu laute Truppe genauso empfunden hat weiß ich nicht, aber wir haben uns wirklich willkommen gefühlt zu fragen, zu diskutieren und unter ihrer Regie Neues auszuprobieren. An dieser Stelle ein wirklich großes Lob an sie für ihre Geduld und Respekt! Wir präsentieren zum Schluss unsere Webseiten, es sind wirklich sehr unterschiedliche Ideen und Gestaltungen dabei. So geht der Kurs zu Ende und wir bekommen unsere Zertifikate. Ich bedanke mich bei Valerie für den wirklich gelungenen Kurs und im Anschluss verabrede ich mich mit Christa und Maria für einen letzten gemeinsamen Abend auf Malta. Von Barbara, meine italienische Kurs-Kollegin, so wie Iwona – das polnische Mädchen, das am Anfang aus Unsicherheit unseren Kurs gewechselt hat und ich später beim Schwimmen wieder traf – muss ich mich allerdings jetzt schon verabschieden, und uns drei fällt das schon ein bisschen schwer. Aber wir bleiben im Kontakt!

Ich gehe kurz ins Hotel, und dann geht es direkt weiter nach M’dina. Ja, ich hatte mir versprochen zu dieser schönen faszinierenden Stadt zurück zu kehren und sie mir ganz in Ruhe noch einmal anzuschauen. Und das mache ich jetzt. An dem heißen Nachmittag bieten die schmalen Gassen mit sandfarbenen, schön verzierten Gebäuden etwas Kühle und schaffen um mich eine Atmosphäre wie in einer Zeitreise. The Silent City wird M’dina genannt. Ein bisschen verstehe ich das jetzt, zum einen Teil auch deshalb, weil M’dina ihre „Geheimnisse“ gut für sich verborgen halten kann: jetzt erst merke ich, dass hinter den schweren alten Türen sich hier und dort kleine Läden verbergen – sie waren geschlossen bei der Abendtour. Ich besuche noch die Katakomben, Kirchen, The Tales of the Silent City, kaufe kurz in einigen kleinen Läden ein, und bleibe wieder vor der hohen Mauer stehen, von wo aus eine atemberaubende Aussicht Richtung Valletta mit dem Meer ganz hinten genossen werden kann.

Ein ganz toller Ort zum einmal Durchatmen (noch besser geht das mit einem großen Vanille-Eis in der Hand😊). Natürlich schaffe ich nicht alles zu sehen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich sehr bald Malta wieder besuchen möchte. Mit dem Bus geht es dann zum Marsaxlokk, The Fishing Village – an dieser Stelle muss ich sagen, dass wenn die Atmosphäre hier zum Träumen anregt, spätestens bei dem Fahren mit dem öffentlichen Verkehr auf Malta man wieder aufwacht, da die Busse immer überfüllt sind und eine Mischung aus schwindelerregendem Rasen und scharfem Bremsen bieten! Ich erreiche Marsaxlokk dann nach einer knappen Stunde mit Umsteigen in Valletta. Sehr malerisch gelegen, ein richtiges Fischerdorf mit bunten Booten und vielen kleinen Restaurants. Das animiert mich dazu eine Portion frischen gegrillten Fisch zu genießen bevor es mit dem Bus zurück nach Valletta geht. Dort treffe ich Maria und Christa aus Österreich wie verabredet und wir bleiben zusammen bis spät in der Nacht. Wir verbringen einen wirklich lustigen Abend und lachen sehr viel, auch hier fällt uns das Verabschieden schwer und wir hoffen uns bald wieder zu sehen, denn unsere Nummern haben wir längst ausgetauscht. Es ist 2.30 Uhr als ich zurück zum Hotel kehre.

Es ist schwierig diese kurze, aber intensive Zeit nur mit ein paar Worten wieder zu geben und noch schwieriger ein Fazit zu ziehen – das sind einfach zu viele Eindrücke, die mich bewegen und ich für mich selbst noch sortieren muss. Ich werde mich daran ganz bestimmt noch eine sehr lange Zeit erinnern. Mit einem Lächeln erinnern. Reisen war für mich schon immer die beste Art, etwas Neues zu lernen, nicht nur deshalb, weil dabei das Lernen schon beginnt sobald man seinen Fuß vor der Tür setzt. Wenn man verreist, nur um zu lernen, dann hat man seine ganzen Sinne danach ausgerichtet und nimmt man viel mehr wahr. Was habe ich auf dieser Reise gelernt? Ich habe einen wunderbaren Kurs über digitales Unterrichten besucht und gesehen, wie man die technologische Entwicklung sinnvoll für die Bildung nutzen kann. Ich habe mich daran erinnert, dass Lernen von den Menschen selbst abhängt und man sie dazu ermutigen kann schon allein dadurch, dass man ihre Ängste wahrnimmt und effektiv dagegen vorgeht. Ich habe erlebt, dass Unterrichten nicht nur heißt, Input zu geben und Ergebnisse zu erwarten, sondern da noch viel mehr investiert wird: Freundlichkeit, Menschlichkeit, Beobachtungsgabe… Geduld! Ich habe ein wundervolles kleines Land entdeckt, mit einer ereignisreichen Geschichte, die die Geschichte meiner eigenen ursprünglichen Heimat in vielen Dingen ähnelt und mich dazu anregt, bald wieder eine Reise zu planen. Und ich habe neue Bekanntschaften geschlossen. Ich hatte es mir eigentlich genauso vorgestellt… und irgendwie auch nicht. Denn es ist für mich noch schöner gewesen.  Dafür bin ich dankbar.

Und… ah, ja! Ein Malta-Quiz würde nun ganz bestimmt deutlich besser ausfallen!

Photo & Video Making in our Classroom: Creating and Adapting Original Visual Resources (2), Dublin

von F. L.

Montag, 8. Juli 2019

Kurzfristig, und zwar am letzten Freitag, wurde mitgeteilt, dass der Unterricht statt morgens immer viereinhalb Stunden später beginnen würde. Die Schule in Dublin hat WLAN, was sehr nützlich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingang der Schule

In der Gruppe sind 14 Teilnehmer, hauptsächlich Frauen, aus Slowenien, Ungarn, Frankreich (Réunion) und Deutschland. Der Trainer, Philip, führt mit uns mehrere Spiele durch, die uns helfen sollen, die Vornamen der Gruppenmitglieder in unser Gedächtnis zu bekommen.

Als Kommunikationsplattform online für die Gruppe dient die App „Slack“. Wir schauen uns auch „Kahoot“ an. Mit diesem Programm kann man ein Quiz für seine TN erstellen, diese können zwischen mehreren Antworten wählen, die richtig oder falsch sein können. So kann man spielerisch neues Wissen einführen. Die Analysemöglichkeiten sind auch sehr umfassend.

Als TN machen wir mit Kahoot ein Quiz über Dublin, anschließend erstellen wir selber eins.

Da die Gruppe recht groß ist, werden die Präsentationen der einzelnen TN auf zwei oder drei Tage aufgeteilt. Theoretisch sollen sie je ca. fünf Minuten dauern, können aber schon einmal eine Viertelstunde in Anspruch nehmen. Man erfährt eine Menge über Schulsysteme in anderen Ländern, Schulen, Hauptstädte usw.

Morgen werden wir uns mit Google Drive, YouTube und weiteren Programmen und Kanälen beschäftigen.

 

Dienstag, 9. Juli 2019

Heute ging es vor allem um freie Google-Programme und Bildbearbeitung.

Es ging los mit dem Kreieren eines Youtube-Kanals. Mittels der entsprechenden App kann man z. B. öffentliche oder private Playlists erstellen und diese seinen TN zur Verfügung stellen. Je nach Gruppe könnte man diese Aufgabe auch einem oder mehreren TN übertragen. Die Gruppen beschäftigen sich mit den Listen, qualitativ minderwertige Videos können so gleich herausgefiltert werden.

Anschließend zogen wir einzeln oder in Paaren durch die Umgebung, um zu bestimmten Themen Fotos zu machen (z. B. Farben, Reflektion, Bewegung usw.)

 

Eine Stunde später fanden wir uns im Unterrichtsraum wieder und bearbeiteten die Bilder mit Snapseed, einem Bildeditor, und Google Präsentation (Google Slides). Alle in unserer Gruppe haben Gmail, ein Emailprogramm, und damit auch Google Drive, ein Speicherprogramm für Dateien, Anhänge, Bilder, Videos usw. Mittels dieser Programme erstellten wir eine gemeinsame Präsentation unserer gesammelten Fotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

Treppenaufgang

Vorteil dieser Apps ist es, dass sie nichts kosten, das es keine Copyright-Probleme gibt (Snapshot), das sie leicht zu nutzen sind und sie auch in Heimarbeit einzusetzen sind.

Es gibt natürlich zwei Seiten der Medaille, aber das war heute nicht das Thema.

Soviel zur technischen Seite. Die Stimmung in der Gruppe ist gut, der Lernstoff überwältigend. Wir kommen wegen der Größe der Gruppe etwas langsamer voran, sind aber noch im grünen Bereich.

Morgen am Vormittag wird es einen Gang durch Dublin geben. Wir können dann gleichzeitig unsere Hausaufgaben machen, welche darin bestehen, einige kurze Videos zu drehen. Bestimmt finden wir gute Motive.

 

Mittwoch, 10. Juli 2019

Heute gab es eine Führung von ca. 75 Minuten durch die Dubliner Innenstadt, hauptsächlich ging es dabei mit ungefähr 30 Leuten durch das Regierungsviertel, vorbei am Sitz des Premierministers und an einer Demonstration unzufriedener Bauern, durch Parks und Hauptgeschäftsstraßen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Parkzaun

 

Wir standen am Denkmal Oscar Wildes und blickten auf sein Geburtshaus. Unser Führer unterhielt uns auf kurzweilige Art und rezitierte auch ein Gedicht von Yeats.

Im Unterricht standen heute Videos im Vordergrund. Wir begannen mit der „Produktion“ interaktiver Bilder, welche man sehr gut im Unterricht einsetzen kann. Benutzt wurde die App ThingLink.

Alternativ dazu gibt es das Online-Programm Genially, mit dem man auch Bilder editieren kann. Allerdings ist es für den Einsatz an Smartphones nicht wirklich geeignet, weil die Darstellung dort einfach zu klein ist.

Dann nahmen wir uns die kurzen Video-Sequenzen, die wir als Hausaufgaben gedreht hatten, vor. Wir teilten uns in eine Android- und eine Apple-Gruppe, da es unterschiedliche Apps gibt. Außerdem macht es oft einen Unterschied, mit welchem Gerät man arbeitet. Die jeweilige Darstellung an Smartphone, Tablet und Laptop kann unterschiedlich ausfallen. Für Android ist Incompetech geeignet, für Apple iMovie. Die Apps enthalten unterschiedliche Möglichkeiten wie Filter, Schneidewerkzeug, musikalische Untermalung …. Bei der eingesetzten Musik ist besonders auf das Copyright zu achten. Es gibt Musikstücke, die man mit Quellenangabe frei einsetzen kann. Die Betriebssysteme verhalten sich hier recht unterschiedlich.

Morgen geht es darum, sich in Gruppen eine Geschichte auszudenken und ein Video zu drehen.

Hier noch einige Dinge, die mir aufgefallen sind:

Dublin ist sehr teuer. Eine kleine Wohnung kostet im Monat um die € 2000. Das führt dazu, daß viele Leute sich die Mieten nicht mehr leisten können. Heute früh ging ich durch einen Park im Zentrum, viele Bänke waren im wahrsten Sinne des Wortes belegt.

Pub in Dublin

Der Tourismus boomt. Die Stadt ist voller Menschen. Überall sieht man Busse und Bahnen.

Es sind sehr viele junge Leute unterwegs, man hört Sprachen aus aller Herren Länder.

Die Stimmung ist sehr entspannt und freundlich.

Der Supermarkt um die Ecke verkauft Bananen einzeln, eine kostet € 0,34.

 

Donnerstag, 11. Juli 2019

Heute schauten wir uns zu Beginn das Programm Flipgrid an. Es dient als Lernplattform und als Basis für soziales Lernen. Schüler können zu einer Aufgabe Videos von bis zu fünf Minuten Länge erstellen. Dies ist genau die Art, in der junge Menschen lernen. Vermutlich kann man sie auf diese Art gut erreichen und motivieren.

Nach der Pause ging es an die Aufgabe, ein Video mit einer Geschichte zu drehen. Wir sprachen über Bewegung, Winkel, wie man eine Kamera / ein Smartphone / ein Tablet halten kann, um den Film unterhaltsam zu gestalten. Wir teilten uns in zwei Android- und eine Apple-Gruppe auf, da die beiden Systeme sehr unterschiedlich sind. Wir diskutierten eine Geschichte mit Handlungsablauf sowie Kameraeinstellungen, besetzten die Rollen (Regisseur, Schauspieler usw.), besorgten uns die benötigten Requisiten und legten los. Das Video sollte – ohne Vor- und Abspann – die Länge von zwei Minuten nicht überschreiten. Für das Filmen der Sequenzen hatten wir knapp 90 Minuten. Nachdem wir zur Schule zurückgekehrt waren, begaben wir uns an das Bearbeiten des Gedrehten: Wir schnitten, setzten Filter ein, diskutierten die beste Folge der Schnitte und suchten unter Beachtung des Copyrights nach der passenden musikalischen Untermalung. Die Apps, die wir einsetzten, waren Power Director für Android und iMovie für Apple. Incompetech war für die Musik zuständig.

Morgen werden wir den anderen Gruppen die Filme vorführen. Außerdem gab es noch nicht von allen TN die Präsentationen, sechs von vierzehn sind noch offen. Freitag ist schon der letzte Tag; ich werde dann berichten, was wir noch alles gemacht haben.

Anmerkung:

In Irland benötigt man Reisestecker (Adapter), weil hier die Steckdosen drei Pole aufweisen. Zusätzlich sitzt auf jeder Dose ein winziger Schalter, der erst einzuschalten ist, bevor der Strom fließt.

Freitag, 12. Juli 2019

Heute war mein Tag der Kultur: Zuerst ging ich zum Gebäude mit dem Book of Kells, dann zum irischen Nationalmuseum, Abteilung Kultur, daraufhin zur irischen Nationalbibliothek.

 

 

 

 

 

 

 

Eingang Nationalbibliothek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fenster der Nationalbibliothek

Alles liegt glücklicherweise dicht beieinander. Die Besuche lohnen sich. Im Nationalmuseum kann man u.a. Moorleichen betrachten. Ein spanischsprachiger Besucher war so entsetzt, dass er die Hände über dem Kopf zusammenschlug und etliche Male „macabro“ rief.

Weiter ging es zu Iveagh Gardens, einem sehr schönen Park nicht weit entfernt.

Um 13 Uhr fing der Unterricht an. Wir fingen mit den restlichen Präsentationen an. Ich finde es immer interessant, Berichte über andere Länder, Kulturen und Traditionen zu hören und Schul- und Unterrichtsformen miteinander zu erfahren. Den gegenseitigen Austausch finde ich immer sehr wichtig und bereichernd. Man kann sehr häufig etwas für seine eigenen Kurse nutzen.

Die drei gestern erstellten Videos wurden gezeigt und besprochen. Die Filme haben mir alle sehr gut gefallen. Hinter zwei Minuten auf dem Schirm stecken aber schnell mehrere Stunden Arbeit.

Es folgte Besprechung und Test weiterer Apps und Programme: Mit Google Forms kann man unter Benutzung verschiedener Designs Umfragen erstellen und analysieren. Socrative, es gibt eine App für Lehrer und eine für Schüler, erlaubt die Einstufung der Schüler. Edpuzzle ermöglicht es, Videos z. B. mit Fragen oder einem Quiz zu verbinden und so den Unterricht motivierender zu machen.

Gegen Ende gab es noch eine Manöverkritik und die Zertifikate wurden ausgegeben.

Insgesamt gesehen wurden wir mit einer Fülle von Informationen bedacht. Ich halte es für wichtig, alles noch einmal durchzuspielen und langsam in den eigenen Unterricht einzuführen. Alles werden wir nicht nutzen können, je nach Struktur der eigenen TN, der Ausstattung mit Technik und der eigenen Interessenlage werde ich sorgfältig auswählen, was ich wie implementiere.

Morgen schließt sich für Interessierte noch ein Ausflug an die irische Westküste, und zwar nach Burren und den Cliffs of Moher, an. Wir werden wohl insgesamt sieben bis acht Stunden reine Fahrzeit haben und von acht bis ca. 18:30 Uhr unterwegs sein.

Vielen Dank für die Möglichkeit, teilnehmen zu können.

 

Samstag, 13. Juli 2019

Am sechsten Tag unternahmen wir noch einen Tagesausflug nach Galway, Burren und den Klippen von Moher an der Westküste Irlands. Das Wetter versprach, sehr gut zu werden. Wir sollten um 8 Uhr starten, führen jedoch tatsächlich erst eine halbe Stunde später los. In Galway machten wir einen kleinen Zwischenstopp, um uns die Stadt anzuschauen und vielleicht etwas zu essen. Leider ging uns eine Mitreisende verloren, was die Weiterfahrt etwas spannungsreich gestaltete. Wir warteten eine ganze Zeit nach der zu Beginn des Aufenthaltes vereinbarten Abfahrtszeit und kreisten noch etwas in der Stadt, sie war jedoch nicht zu finden und auch telefonische Kontaktversuche schlugen fehl. Wir trafen sie dann zufällig an den Klippen 15 Minuten vor unserer geplanten Rückreise nach Dublin. Sie war in einen falschen Bus gestiegen, kehrte dann aber mit uns zurück.

Die Mitfahrt in den Westen hat sich wirklich gelohnt, die Landschaft ist atemberaubend, die Klippen sind sehenswert. Das Wetter spielte auch mit und die Stimmung im Bus – wir waren ungefähr 60 Passagiere plus Fahrer plus Reiseführer – war gut. Die TN stammten aus der Mongolei, Guadeloupe, Spanien, Italien, Ungarn, Frankreich und anderen Ländern. Ich war wohl die einzige Deutsche an Bord. Die Reise hat mich viel gelehrt und mir Freude gemacht. Noch einmal vielen Dank für diese Gelegenheit!

There is an App for That! Exploring the Best Apps for Teaching and Student Learning (2), Florenz

von A. W.-S.

Montag, 1. Juli 2019

Unser Teacher heißt Iacopo und ist aus Florenz. Zunächst erfolgt die Begrüßung der Teilnehmenden. Im Kurs sind Teilnehmer_innen aus Ungarn, Spanien, Portugal und Finnland. Insgesamt 12 Personen.

Iacopo erklärt die Organisation und den Unterricht und informiert über die Stadtführungen. Dann stellen sich die Teilnehmer_innen nochmals ausführlicher vor. Vertreten sind eine Grundschule aus Helsinki/Finnland,  eine Mittelschule aus Torres Noves/Portugal, eine Sprachschule aus Alicante/Spanien, eine Mittelschule aus Budapest/Ungarn und eine Mittelschule Malaga/Spanien.

Heutige Themen sind:

  • Zur Kommunikation in Bildungsinstitutionen mit unterschiedlichen Personengruppen sollte es eine Plattform geben. Die Teilnehmer benutzen u.a. Moodle, Google Classroom, WhatsApp, E-mail, Facebook.
  • Letztere sind zu vermeiden, weil sie u. a. nicht den Dsgvo-Richtlinien entsprechen.
  • Ich berichte über die vhs.cloud und deren Nutzung.
  • Allgemein sollten nicht zu viele verschiedene Programme zur Kommunikation oder zum file sharing benutzt werden.
  • Es sollte in jeder Institution einen ICT bzw. Verantwortlichen für Digitalisierung geben, der Mitarbeiter schult und Programme erklärt und Anwendungen evaluiert.
  • Office365 wird empfohlen. Das Programm EDMODO wird vorgestellt.

 

Dienstag, 2. Juli 2019
  • Wir tauschen uns über den Gebrauch von Smartphones und die Regel zu deren Anwendung im Unterricht aus.
  • Die Grundschullehrerinnen berichten über deren Missbrauch zum Chatten, Spielen etc. im Unterricht.
  • In anderen Ländern scheint der Gebrauch des Smartphones im Unterricht jedoch nicht so restriktiv (außer in Portugal). Sie machen sich die positiven Aspekte zu Nutze und stehen neuen Technologien offener gegenüber.
  • Diskussion über die sog. „Millenium question“: Balance zwischen Gebrauch von neuen Technologien und realem Leben. Die Digitalisierung betrifft nicht das einzelne Individuum, sondern Gesellschaften.

Exkurs über die vier Typen von Innovation, um herauszuarbeiten, welches Ausmaß die Innovationen der letzten 20 Jahre haben: Man unterscheidet Innovationen:

  • unsere physischen Möglichkeiten betreffend (Flugzeug, Auto)
    • unsere 5 Sinne betreffend (Brille, Hörgerät)
    • unser Umfeld (Waschmaschine, Fernseher)
    • unser Gehirn betreffend (Buch, Internet)
  • Der exzessive Gebrauch neuer Technologien kann zu Abhängigkeiten führen und verändert das Lernverhalten.
  • Nach der Pause werden die Programme Kahoot und Quizizz, Plickers und Quizlet für den Unterricht eingeführt und ausprobiert.
  • Am Nachmittag steht eine Stadtführung an.

 

Mittwoch, 3. Juli 2019

Heute startet der Kurs am Nachmittag. In Florenz werden alle Hitzerekorde gebrochen.

Heute ist das Thema „Videos“. Es geht darum, neue, beliebte Formate, in den Unterricht zu integrieren. Vorbild ist natürlich YouTube. Im Kurs wird der professionelle Umgang mit YouTube als soziales Medium eingeübt und ausprobiert. Darüber hinaus geht es auch um die Problematik des Urheberrechts und des Datenschutzes.

Die Anwendung TED.Ed wird vorgestellt und ausprobiert. Wir integrierten ein YouTube Video in eine selbst gestaltete Lektion, die einen Multiple Choice Test, eine vertiefende Ebene und ein Diskussionsforum umfasst.

Da ich im Gegensatz zu allen anderen nicht selbst lehre, habe ich ein Tutorial gestaltet, das meinen Kursleitern den Umgang mit digitalen Medien und deren Integration in ihren Unterricht zeigt.

Das ist die erste wirklich hilfreiche Anwendung, da weder die Plattform edmodo für uns sinnvoll ist (da es ja schon eine cloud gibt), noch Quiz-Apps zum Erlernen von Sprachen für unsere Zielgruppe geeignet scheinen. Natürlich kann man mit diesen Tools den Unterricht auflockern und lebendiger gestalten. Darüber hinaus scheinen die Anwendungen als „Einstieg“ zur Nutzung digitaler Medien spielerisch und niedrigschwellig.

 

Donnerstag, 4. Juli 2019

Heute ist wieder am Nachmittag Unterricht. Wir beginnen den Kurstag mit der Nachricht über den Ausbruch des Stromboli.

Als neue Anwendung wird trello eingeführt und vorgestellt. Damit kann man Unterrichtsthemen auf verschiedenen Ebenen strukturieren. Diese App ist für die Anwendung am PC vorgesehen.

Insgesamt wäre es wünschenswert, mehr Anwendungen kennen zu lernen, die man direkt mit dem Smartphone ausführen könnte, denn das ist der einfachste Einstieg in digitales Lernen ist und ein Tool, das jeder dabei hat.

Nach der Pause wird die Anwendung hp reveal vorgestellt. Mit dieser App können Teilnehmende  – ohne eine Suchmaschine oder Wikipedia zu bemühen, durch das Scannen von Bildern oder Mustern vertiefende Inhalte mit dem Smartphone erhalten. Leider gibt es ein paar Nachteile: Die Kamera muss während des Abspielens der vertiefenden Informationen die ganze Zeit still über dem Basis-Motiv gehalten werden. Außerdem scheint es anfällig für Fehler, abhängig vom Betriebssystem bzw. der WiFi-Verbindung.

Anschließend wird das Programm Canva eingeführt und ausprobiert. Canva ist ein Design-Programm, das sehr einfach zu bedienen und daher sehr hilfreich ist!

 

Freitag, 5. Juli 2019

Letzter Kurstag. Morgen findet eine ganztägige Exkursion in die Toskana statt. Heute lernen wir das letzte Mal etwas über digitale Anwendungen für den Unterricht an Bildungsinstitutionen.

Das Programm lyrics training wird heute vorgestellt und dazu werden wieder Aufgaben gestellt. Das Programm ermöglicht das Erlernen einer Sprache durch Musik. Das ist sicher bei jüngeren Schülern sehr beliebt. Allerdings ist auch dieses Programm störanfällig und nicht ganz unkompliziert…

Als nächstes wird das Programm LearningApps vorgestellt. Es ist leicht anzuwenden, aber auch ein bisschen simpel – wie leider viele Apps eher nicht für vertiefende Inhalte, insbesondere für Erwachsene geeignet sind.

Im letzten Teil stellen Teilnehmende der Weiterbildung eigene good practice Programme vor. Beelinguapp, today in history, Seterra, Symbolab, Khan Academy zum Beispiel.

Insgesamt muss festgestellt werden, dass es zwar viele kostenlose Lernwebsites oder Apps gibt, die aber auf penetrante Art begreiflich machen, wovon sie leben: dem Sammeln von Daten. Für Schüler ist die Anwendung oft – aber nicht immer – einfacher, sie können die Programme ohne Registrierung nutzen. Die Registrierung für die vorgestellten Seiten und Apps für Lehrende läuft oft über Google. Wenn man bisher noch nicht paranoid war in Bezug auf seine Daten, dann spätestens nach dieser Woche. Das ist ganz bestimmt ein Thema mit den Kursleitenden!

There is an App for That! Exploring the Best Apps for Teaching and Student Learning, Florenz

von D. H. R.

Montag, 01.07.2019

Nachdem ich bereits zwei Tage Italien hinter mir habe, geht’s nun endlich los. Ich bin gespannt.

Vor Kursstart dachte ich mir, wäre es schön, noch einiges andere zu sehen und bin statt nach Florenz erst einmal nach Mailand geflogen und habe dort den Samstag verbracht.

Mailänder Dom

Sonntag ging es dann mit dem Frecciarossa (Schnellzug) von Milano nach Firenze, ein Klacks. Und leider war damit mein Sonntag auch gegessen, denn bis ich in meiner Unterkunft angekommen war, war ich bei 38 Grad gefühlt dreimal gestorben.

Morgens in der Frühe ist es zum Glück auszuhalten. Also auf auf – Schule suchen. Ich dachte erst, dass ich mich bestimmt verlaufen würde, insbesondere da ich zu Fuß rund 25 Minuten einplanen musste. Aber siehe da – ich musste, man mag’s kaum glauben, immer nur geradeaus – frei nach dem Motto: Alle Wege führ’n nach Florenz (oder war das Rom?).

In der Schule angekommen, pünktlich, war ich trotzdem der Letzte. Zu zwölft sitzen wir da also in dem kleinen Däumchen und warten auf Iacopo’s Startschuss. Nach einigen organisatorischen Dingen geht es erst mal los mit einer ausführlichen Vorstellungsrunde: Letztlich sind wir zwei Ungarn, drei Portugiesinnen, drei Finninnen, eine Spanierin und ein Spanier, sowie eine Deutsche und ich, als Deutscher. Interessante Mischung.

Für mich persönlich ist es allein schon großartig genug, dass ich Italienisch, Spanisch und Portugiesisch an ein und demselben Ort praktizieren kann. Großartig!

Nach einer langwierigen Runde, geht’s endlich an Inhalte. Persönlich konnte ich davon jedoch nichts mitnehmen, geschweige denn gut gebrauchen. Der Großteil der Zeit ging letztendlich für die Vorstellung von Edmondo drauf, eine Kommunikationsplattform für Lehrkräfte und Lernende. Meiner Meinung nach auch relativ unspektakulär.

Persönlich hoffe ich, dass morgen der große Schub kommt und es endlich losgeht.

Warten wir es ab…

Dienstag, 02.07.2019

Nachdem ich tatsächlich von meinem gemieteten Apartment in ein Hotel gewechselt habe, geht es heute endlich an Themen im Kurs.

Zu Beginn möchte Iacopo mit uns über Handynutzung, soziale Medien und moderne Generationen reden. In Finnland hat fast jeder Erstklässler schon ein Handy und sie werden auch genutzt. In Deutschland und Frankreich sind diese jedoch an Schulen ja meist schon verboten. Ein Problem ist hier nicht nur die Ablenkungsgefahr per se, sondern vor allem auch die Verfügbarkeit von Falschinformation.

Von der allgemeinen Handynutzung kamen wir schnell zur Generation der Handys, des Social Media und des Internets. Zum Einstieg sahen wir hierzu ein Video über Millenials und ihr Verständnis von der Welt und ihr Selbstverständnis. Persönlich fand ich die ersten 90 Minuten sehr anstrengend und weit ab vom eigentlichen Thema. Nicht gut.

Im Anschluss haben wir uns den Rest des Tages mit verschiedenen Quiz-Tools beschäftigt. Da der Großteil des Kurses Kahoot! schon kannte, haben wir uns mit vornehmlich mit Quizlet und Quizziz beschäftigt und unsere eigenen Fragen entworfen. Das war tatsächlich echt super. Mehr Zeit war dann aber auch nicht mehr.

Nach einem fixen Mittagessen mit meiner wunderbaren spanischen Kollegin Elena ging es dann auf Stadtführung. 2 Stunden in sengender Hitze ging es um künstlerische und architektonische Feinheiten in Florenz – schön und nett, aber bei 38 Grad….

Kathedrale von Florenz

Tatsächlich haben Elena und ich den Abend dann auch noch gemeinsam verbracht, gut gegessen und sogar gefeiert. Incredible!

Mittwoch, 03.07.2019

Ausschlafen. Da unser Kurs Mittwoch, Donnerstag und Freitag nachmittags von 14:00 bis 19:00 Uhr ist, kann man doch ganz gut etwas länger schlafen, insbesondere, wenn man das Florenzer Nachtleben ausprobiert hat.

Allerdings ist der Schulweg in sengender Mittagshitze dann doch nicht so toll, was mich dazu bewogen hat, den Bus zu nehmen. Puh!

Los geht’s! Heute geht es rund um Videos im Unterricht. Den Start macht natürlich YouTube und das Erstellen von Playlisten und so weiter. Ehrlich gesagt, für jüngere Generationen etwas lahm, das kennt man dann doch. Darüber hinaus ist dies lediglich eine Methode der Selbstorganisation und hat wenig mit dem Einsatz im Unterricht zu tun.

Teil zwei macht TED-ed. Eine Unterrichtseinsatzmethode von TED. Hier kann man direkt Unterrichtseinheiten und Stunden rund um ein Video planen. Es können Quizfragen erstellt, weiterführende Links hinzugefügt und Diskussionsmöglichkeiten integriert werden. Grundsätzlich eine tolle Idee, jedoch fiel es uns allen schwer das Ganze zu verstehen, insbesondere da Iacopo es nicht wirklich gut eingeführt hatte. Dennoch habe ich mich am Ende dazu durchringen können eine von mir bereits gehaltene Stunde neu aufzulegen. Hierzu habe ich ein Interview mit der chilenischen Schriftstellerin Isabel Allende genutzt. Das funktionierte ganz gut.

Last but not least: Edpuzzle. Edpuzzle arbeitet auch mit Videos und bietet hier Möglichkeiten zu schneiden, Fragen mitten im Video zu stellen, Texte und Audio zu ergänzen. Sollte ein Teilnehmer das erstellte Video ansehen, so kann die Lehrkraft genau nachverfolgen, wie viel und wie oft das Video oder einzelne Teile davon gesehen wurden. Ebenso kann man die beantworteten Fragen auswerten und Noten vergeben. Klasse. Das gefällt mir. Allerdings war dies noch komplizierter als TED-ed und die Gruppe tat sich sichtlich schwer etwas zu erstellen, insbesondere da auch hier die Erklärungen wieder zu spärlich waren.

Hoffen wir mal, dass es morgen besser wird. Ich bleibe am Ball!

Donnerstag, 04.07.2019

Die Hälfte der geplanten Zeit ist um und es geht in den vierten Schulungstag. Nachdem der bereits dritte Tag mich doch eher gelangweilt hat, hoffe ich, dass nun endlich eine Wendung kommt.

Colazione in Florenz

Nach einem knappen Frühstück bei Caffè freddo mit meiner Kollegin Elena aus Spanien geht’s zum Kurs – heute steht das ein oder andere auf dem Programm.

Los geht’s mit Trello – einem Programm das eigentlich eher von Organisationen, Firmen oder Arbeitsgruppen zur Aufgabenbearbeitung, -übersicht und -teilung genutzt wird. Iacopo zeigt uns jedoch, dass dieses auch für den Unterricht genutzt werden kann, wenn man den Teilnehmern hierüber Aufgaben stellt und diese bearbeiten lässt. Man könnte theoretisch auch eine Lernstandsübersicht anlegen. Allerdings finde ich das ganze System für die VHS eher ungeeignet und diskutiere hierüber auch mit KollegInnen. In der Sekundarstufe II wäre dies sicherlich nützlich ­– bei uns an der VHS eher nicht.

Im zweiten Teil geht es um den Nutzen von Augmented Reality. Mit HP Reveal kann man Bilder aufnehmen und interaktiv mit Videos hinterlegen. Heißt: Wenn ein Teilnehmer mit seinem Handy eins der Bilder scannen würde, würde das von der Lehrkraft hinterlegte Lernvideo aufklappen und loslaufen. Sehr interessant und äußerst modern – persönlich sehe ich hier große Kompetenzen für den Geschichtsunterricht. Oder auch für die Naturwissenschaften. Tatsächlich könnte ich mir auch vorstellen, dass ich dies in einem meiner Literaturkurse einarbeiten würde.

Mehrfach stellen wir jedoch fest, dass der Umgang mit der App und Fehlerquellen nicht ganz einfach sind. Deshalb kostet es komplette 90 Minuten bis wir auch nur halbwegs etwas zustande bekommen – ist das sinnvoll?

Zum Abschluss führt Iacopo das Designtool Canova ein, mit dem Zertifikate, Materialien und ähnliches supereinfach superschnell und supermodern designt werden können. Ups! Das kenne ich tatsächlich schon, da ich Canova bereits seit 2015 kenne. Wie schade. Iacopo merkt mir das jedoch an und gibt mir schnell einen Arbeitsauftrag – ich solle mich mit LyricsTraining beschäftigen. Und ich muss sagen – das ist etwas, wonach ich immer gesucht habe! Ich habe mich sofort verliebt. Der Hammer. Es können YouTube-Musikvideos mit den Songtexten hinterlegt und synchronisiert werden, so dass online oder auch in ausgedruckter Form Lücken ausgefüllt werden müssen. Das war für mich bisher immer müßige Arbeit – jetzt ist das auf einmal ganz easy. Ich bin happy und zufrieden.

Abends geht es dann fein essen. Großartig.

Freitag, 05.07.2019

So langsam kommt das Ende näher und mir wird bewusst, wie sehr mir meine Kollegin Elena aus Spanien ans Herz gewachsen ist. Unglaublich. Wie gut, dass wir noch ein bisschen Zeit haben.

In unserem letzten Unterricht soll es abschließend nochmal um LyricsTranslate gehen, welches ich bereits am Vortag schon ausprobiert hatte. Trotzdem nochmal ganz nett, um sich noch etwas reinzufuchsen. Darüberhinaus geht es um Apps die nur Auf Handy und/oder Tablet und eben nicht am PC nutzbar sind und auch speziell nur für ein Fach nutzbar sind. Da haben wir mehrere Mathematik-, Geografie-, Sprach-, und Geschichtsapps. Unspektakulär. Die einzige Sprachapp die Iacopo vorstellt macht sich Geschichten in Mutter- und Fremdsprache zu Nutze und ist nun für A1/A2 nach GER tatsächlich gar nicht geeignet. Mannomann.

Die Website learning apps ist dann doch noch sehr funktional. Hier kann man auf eine Riesenauswahl Miniübungen zu allen möglichen Fächern zurückgreifen. Und sogar selbst welche erstellen, was supereinfach ist. Elena und ich erstellen sofort für den Spanischunterricht ein Geografiespiel zu Südamerika. Und als Geografielehrer muss Iacopo natürlich ranhalten – und verliert gegen den Computer. Yes! 😉

Abschließend fordert er mich dann auch noch auf, doch mal die App vorzustellen, von der ich immer so schwärmte. Auch das noch – aber ich mache es natürlich gern. Eine meiner Lieblingsapps ist Drops. Drops ist im Gegensatz zu Duolingo und anderen eine reine Vokabellern-App. Und hebt sich durch ihr einzigartiges System von den üblichen Karteikarten-Apps ab. Echt klasse. Die Kollegen finden es super.

Damit kommen wir dann auch zur feierlichen Urkundenübergabe und Verabschiedung. Schade, so schnell ging alles vorüber.

Die ersten verabschieden sich schon, die meisten sehen wir aber am Samstag nochmal auf unserer Exkursionsfahrt wieder. Ich bin gespannt.

Samstag, 06.07.2019

Früh aufstehen – auch das noch. Ich hatte mich gerade daran gewöhnt, dass der Unterricht um 14:00 Uhr beginnt, da geht die Exkursion jetzt um 8:45 Uhr los. Und da der Treffpunkt im Westen der Stadt ist, muss ich tatsächlich das Taxi bedienen um dort hinzukommen. Und der erste Eindruck war für mich persönlich ganz gemischt.

Kaum ausgestiegen wurden wir von Gloria überfallen. Unserer Reiseleiterin, die unsere Tour in Italienisch, Spanisch und Englisch moderierte. Gekonnt war davon leider nur Italienisch, der Rest mit extremem Akzent und vielen Fehlern. Oh nein.

Dennoch geht es pünktlich los, mit rund 50 Leuten im Doppeldecker.

Erster Stop: SAN GIMIGNANO: Ein kleines verschlafenes Städtchen im Süden von Florenz, berühmt für seine Geschwistertürme und eine traumhafte Altstadt mit großartiger Aussicht über die Toskana. Hier möchte man verweilen. Aber nein! Gloria und ihre Kollegin Giulia haben uns mehrfach darauf hingewiesen, dass „se compänie is not älloued to weit moree dhen fäiveh minets.“ Deshalb schnell und pünktlich zum Bus zurück.

in San Gimignano

Weiter geht es zu einem kleinen Burgdörfchen, wo wir tatsächlich 35 Minuten verbrachten. Es war so unspektakulär, dass ich mir nicht mal den Namen merken konnte. Und tatsächlich fehlt hier auch schon die erste Teilnehmerin aus den USA, sodass sich unsere Abfahrt um 5 Minuten verzögert.

Mittagessen gibt es dann inklusive Weinverkostung auf einem Weingut in der Region Chianti – berühmt für den gleichnamigen Wein. Das ganze Ding ist darauf ausgerichtet, für große Touristengruppen Weinproben auszurichten. Haken ist jedoch, dass nicht wirklich probiert wird, sondern man einfach drei verschiedene vorgesetzt bekommt – und nicht nippt, sondern ganze Gläser hat. Auweia. Dazu Nudeln nach deutscher Machart (also mehr als al dente) und einen dürftigen Antipasti-Teller. Im Großen und Ganzen war es supernett – jedoch nervte mich das ständige Anpreisen der Weine, Essigs und Öle so sehr, dass ich zwischenzeitlich den Raum verlassen musste. Ich fühlte mich sehr auf einer Ü60-Kaffeefahrt. Ohje.

Und dennoch: Beim Essen lernten wir Yolanda aus Barcelona kennen, die einen anderen Kurs besucht hatte. Und verstanden uns auf Anhieb gut. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir tatsächlich sogar gemeinsam. Welch Schicksalswendung 🙂

Weitergeht nach Siena. Eine schöne, wirklich schöne Stadt. Da nun aber die große Mittagshitze bzw. Nachmittagshitze über uns hing, seilten wir uns ab und verbrachten einen eher „spanischen“ Nachmittag in einer Bar, von deren Balkon wir einen phänomenalen Ausblick auf die Piazza hatten. Man fühlte sich tatsächlich etwas königlich.

Wir schauten uns noch die Stadt an und trafen kurz nach 18 Uhr unsere Reisegruppe wieder um den Rückweg anzutreten.

Somit ging also der letzte Tag zu Ende und tatsächlich kam am Abend noch die große Sentimentalität. Elena und ich sind uns so ans Herz gewachsen, dass wir uns die ein oder andere Träne nicht verkneifen konnten. Was uns aber schon klar ist – zwischen Kiel und Alicante wird uns ab sofort ein Band verbinden. Wir haben uns gefunden und werden uns nicht wieder verlieren. Danke dafür, Erasmus+!

Sonntag 07.07.2019

Rückreise. Juhu. Los geht’s. Oder auch nicht. Ich habe tatsächlich alle Pläne über den Haufen geworfen, spontan beschlossen noch drei Tage zu bleiben. So gut gefällt es mir. Wie schön.

Kurze Zeit später kommt tatsächlich auch eine Mail von Eurowings – mein Flug wurde gecancelt. Als hätte ich es gewusst. Es sollte halt so sein. Traumhaft.

Photo & Video Making in our Classroom: Creating and Adapting Original Visual Resources, Barcelona (2)

von E. R.

Am 30.06.2019 bin in Barcelona angekommen, bei bestem Wetter: strahlende Sonne und 33 Grad Lufttemperatur. Fast zu schade zum Lernen! Ich habe schnell meinen Zug zum Hotel genommen, denn ich wollte keine Minute verpassen und so schnell es geht mich mit der Stadt vertraut machen. Einchecken ging ohne Probleme – und dann habe ich mir als Erstes etwas zum Essen besorgt, denn so viel Aufregung macht vor allem hungrig! Danach habe ich mich auf Erkundungstour begeben: Sagrada Familia musste direkt besichtigt werden, und gleich am ersten Tag musste auch die Fahrt mit dem Lift zu Berg Montejuic sein! Der Abend ließ ich dann bei einer Portion spanischen Fast Foods ausklingen.

Montag, 1. Juli 2019

Erster Tag des Seminares, Aufstehen gleich um 06:00 Uhr! Nach dem Frühstück habe ich versucht, den Weg zum Kurs zu finden. Nach ein paar Minuten hin – und her klappte dies letztendlich auch!

Laut Plan sollte der Kurs um 09:00 Uhr stattfinden. Der Kursleiter, Herr Alessandro Pumpo, hat uns pünktlich begrüßt und über seine Aktivitäten erzählt.

Er meinte, dass es zwei Ziele des Projektes Erasmus gibt: „to be update“, und kulturelles Programm.

Danach haben wir uns vorgestellt. Es ist schön, dass wir zehn Personen aus verschiedenen europäischen Ländern her gekommen sind. Außer mir sind hier noch 2 Personen aus Deutschland.

Wir hatten eine Pause und danach hat uns der Kursleiter über die schöne Stadt Barcelona etwas informiert und erzählt. Er teilte uns seine Nummer mit, damit wir ihn einfach kontaktieren können, falls wir während des Aufenthaltes Hilfe brauchen. Soviel Vertrauen gleich am ersten Tag fand ich schon mal sehr gut – in Deutschland sind wir an viel mehr Vorsicht und Distanz gewöhnt…

Weiter ging es mit den Präsentationen der Teilnehmer – jeder sollte seinen Arbeitsplatz vorstellen und die Institution, in der man arbeitet. Ich hatte das Video unserer VHS Tornesch-Uetersen dabei, unser Image-Film. Ich hielt meine Präsentation als letzter und erzählte über unser Programm und die üblichen Abläufe.

Ich bin nach dem Kurs zum Cumbre del Tibiado gefahren. Es war eine gute Erfahrung diesen Platz zu sehen.

Dienstag, 2. Juli 2019

Am zweiten Tag, den 02.07.2019, geht es für mich ganz entspannt zuerst zum Frühstück. In meinem Hotel Abba Garden wird zum Frühstück fast „alles“ angeboten. Ich genieße die frühen sonnigen Stunden, und die Atmosphäre im Hotel. Noch eine Tasse Kaffee, dann starte ich satt und zufrieden Richtung Barcino School. Ich bin schon ganz neugierig auf den heutigen Unterricht, Beginn ist wie gestern um 09:00 Uhr. Schon am frühen Morgen ist es in Barcelona ziemlich warm und die Sonne strahlt um die Wette. Ich brauche circa 30 Min. Fahrt mit der S-Bahn vom Hotel bis zum Ort des Geschehens.

Heute habe ich die Möglichkeit meine Mitstreiter etwas besser kennen zu lernen. Eine Teilnehmerin kommt aus Preetz – gar nicht mal sooo weit von unserem Tornesch entfernt, wenn man bedenkt dass der Rest der Gruppe aus Griechenland, Ungarn, Rumänien, Irland und das gaaaaaanz weite Stuttgart kommt.  🙂 Am Anfang hören wir den Rest der Präsentationen von gestern. Nun sind wir endlich alle durch und – ganz im Sinne des Kursthemas! – total „im Film“, was die Tätigkeiten unserer Teilnehmer betrifft.

Unser Dozent Alessandro übernimmt dann wieder die Regie des Geschehens, und erzählt uns einiges über das „Video-Making“. Wir reden über folgende Themen:

  • Making an Account in Youtube
  • Creating and uploading a Video
  • Subscribe
  • Creating a Video on Animoto

Animoto ist ein Online-Platform zur Erstellung von eigenen kleinen Movies. Man lädt seine eigenen Videos hoch oder stellt sie aus Fotos zusammen. Es ist in der Tat vollkommen unkompliziert und relativ schnell zusammen gestellt. Mir kommt kurz die Idee, mit meinem jetzigen Kurs ein paar neue Fotos während unseres Unterrichts in verschiedenen Situationen zu schießen, diese in einem Video zusammen zu setzen und eine Art „Spiel“ mit meinen Teilnehmern zu machen: wer sich auf dem Bildschirm in Großaufnahme sieht, ist einmal dran und versucht sich daran zu erinnern, worüber wir an diesem Tag diskutiert oder was wir gelernt haben. Das ist zwar nur eine Idee und noch sehr ausbaufähig, aber ich nehme mir fest vor, mir das genauer zu überlegen, wenn ich zurück in Deutschland bin.

Jeder von uns musste dann ein Video selbst kreieren. Bei 10 Personen in einer Gruppe sind wir ganz gut beschäftigt und die Zeit ist schneller um als wir uns das vorgestellt haben – unser Unterricht ist plötzlich zu Ende.

Nach dem Unterricht habe ich die Straße „La Rambla“ besucht. Buntes Leben, verschiedene Sprachen und Gerüche von diversen kleinen Ständen kommen mir entgegen. Mir gefällt Barcelona. Ich schlendere über den Mercat de la Boqueria. Ich fühle mich überhaupt nicht müde und habe auch keine Eile zurück ins Hotel zu fahren. To be update und Kultur, hat Alessandro gesagt. To be update habe ich heute im Unterricht gut hinbekommen – dann mache ich nun „Kultur“! 🙂 Ich lerne einfach Barcelona kennen und gewinne neue Eindrücke…

Mittwoch, 3. Juli 2019

Der dritte Tag in Barcelona – gleich beim Aufstehen um 06:30 Uhr scheint schon die Sonne. Das macht unglaublich gute Laune, man kann sich wirklich dran gewöhnen. Es heißt es nun aber Duschen und Frühstücken, dann nehme ich meinen Zug zum Kursort. Inzwischen ist mir der Weg schon vertraut, ich fühle mich hier sehr wohl. Die Bahn in Barcelona ist nicht viel anders als bei uns, nur mit dem Unterschied, dass bei jeder Tour hier mindestens ein Straßenmusiker einsteigt, um sich mit seinem musikalischen „Künsten“ etwas Geld zu verdienen. Auch wenn das für mich etwas komisch ist, scheint sich hier niemand wirklich dran zu stören.

Der Unterricht begann planmäßig um 09:00 Uhr. Am Anfang haben wir den Rest der Videos gesehen, die wir gestern nicht geschaft haben zu sehen. Die Stimmung in unsrer Gruppe ist vom Tag zu Tag entspannter, da wir uns nun besser kennen. Es macht auch wirklich Spaß und wir lachen viel. Jeder hat in den Videos unterschiedliche Sachen bemerkt, die wir nun besprechen. Wir können auch Fragen los werden und unser Dozent Alessandro erklärt ganz geduldig.

Nach der ersten Pause haben wir uns mit folgenden Themen beschäftigt:

  • Find an Idea for the Pilot
  • Write the Pilot
  • Write the Scenes
  • Write the Script
  • Decide the Title
  • Roles assignment
  • Acting out and Filming
  • Editing

Alessandro erklärt uns, wie man ein Video produzieren kann. Von A bis Z. Er gibt uns Tipps für nützliche Ideen, was gut ankommt und was nicht. Man merkt, dass er schon viel Erfahrung hat, denn er kann aus unterschiedlichen Situationen ganz spontan Änderungen im Video machen, in dem er das Ganze an unserem Unterricht anpasst. Das kann er unmöglich davor geübt haben, es sei denn alle stellen immer die gleichen Fragen. Ich glaube aber eher, er kennt sich einfach gut aus, ist kreativ und gedanklich flexibel und hat Spaß daran, was er macht. Ich habe mir mehrfach Gedanken darüber gemacht, was davon ich in meinem Unterricht nutzen kann. Viele unserer Teilnehmer sind junge Menschen, die durchaus vertraut mit Technik sind. Vielleicht bringe ich einfach in meinem Unterricht die Idee hinein, dass wir alle zusammen ein Video drehen. Ich hoffe, dass ich meine Teilnehmer dafür begeistern kann und dass sie nicht viel zu schüchtern sind, um mal vor der Kamera zu stehen. Jetzt aber erstmal heißt es, die eigenen Gedanken etwas zähmen und weiterhin gut aufpassen, während Alessandro erklärt und uns die Möglichkeiten des „movie makings“ zeigt. Ich merke aber jetzt schon, dass mir dieses Projekt gut tut. Nicht nur deshalb, weil ich mal zur Abwechslung nicht vor 20 Personen stehe, die 100 Fragen haben, ihre Hausaufgaben nicht richtig gemacht haben, wegen Pünktlichkeit im Kurs mit mir diskutieren oder sich über die Notwendigkeit der Passiv-Formen im Alltag streiten. Und auch nicht nur deshalb, weil ich mal kein Unterricht vorbereiten muss. Es tut mir deshalb gut, weil ich die Ruhe habe, alles was ich sehe und was mir gezeigt wird, in neue Ideen umzuformen. Dabei spielt keine Rolle, wieviele davon ich verwirklichen werde. Es reicht schon, dass man sich damit auseinandersetzt, über eine neue Form des Unterrichtens überhaupt nachzudenken: nämlich diese, die deutlich mehr Medien einsetzt und die digitale Möglichkeiten unseres Jahrhunderts in der Bildung nutzt.

Nach der dritten Pause sind wir rausgegangen. Alessandro hat uns ein paar Tricks für Video-Making gezeigt und hat uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe muss sich nun eine Short-Story aussuchen, damit morgen einen kurzen Film gemacht werden kann…na bitte! Kann Alessandro etwa Gedanken lesen? Ich hatte doch gerade darüber nachgedacht, so etwas in meinem Unterricht einzubauen.. Nein, das kann er ganz bestimmt nicht, sonst hätte er Eis für uns alle besorgt…die Zeit ist nämlich wie im Flug vergangen, es ist inzwischen reichlich spät geworden und sehr heiß – daher hätte uns eine Abkühlung sicher gut getan. Das kann ich aber gleich selbst tun, denn es ist Feierabend für heute. Ich entscheide mich dafür, mich irgendwo am Meer auszuruhen und den schönen sonnigen Tag zu genießen. Also bin ich nach dem Kurs heute an den Barcelonete-Strand gegangen und habe anschließend indisches Essen gegessen. Ja, nicht ohne die Hilfe einer Kollegin aus Tornesch, die in Deutschland sitzend via Google Maps, WhatsApp und gründlicher Internet-Recherche mich zu einem sehr guten indischen Restaurant gelotst hat. Tja, wir in Tornesch sind nun mal absolut digitalisiert und gehen immer mit der Zeit… essen!!! 🙂

Ich freue mich schon auf morgen. Jetzt nur noch einen Abendspaziergang und dann geht’s ins Bett!

Donnerstag, 4. Juli 2019

Heute ist der vierte Tag in Barcelona. Mein Unterricht beginnt heute erst um 14.00 Uhr, also habe ich die Möglichkeit etwas länger zu schlafen. Ich gehe ganz entspannt frühstücken, der Kaffee ist richtig gut! Da ich in den letzten Tagen wirklich sehr viel gelaufen bin, entscheide ich mich heute am Pool auszuruhen und den Vormittag mit Schwimmen und Sonnen zu verbringen. Es ist noch gar nicht so voll am Pool am Vormittag. Erst etwas später kommen immer mehr Menschen dazu. Als es dann plötzlich richtig voll wird, muss ich schon zum Unterricht.

Wieder 30 Minuten Bahnfahrt, wieder Straßenmusiker mit Gitarren oder Akkordeon in der Bahn. Auch daran gewöhne ich mich langsam. Ich zähle es inzwischen zum kulturellen Programm dazu.

Ich erreiche pünktlich unseren Kursort. Um 14 Uhr geht’s gleich los. Der Unterrichtsplan ist heute eher… spontan. Und mit Aktivität verbunden, denn wir mussten rausgehen und mit den Techniken, die wir gestern besprochen und gezeigt bekommen haben, viele Short-Videos und Fotos machen. Es hat wunderbar geklappt. Es sind viele tolle Fotos entstanden. Alles dreht sich eigentlich um das Thema „Kommunikation“. In Barcelona kein Problem, denn hier fließt Kommunikation in vielen unterschiedlichen Formen. Es ist aus meiner Sicht wirklich kein Märchen, dass die Spanier offene, temperamentvolle und aufgeschlossene Menschen sind, die ständig den Drang verspüren, irgendwie miteinander zu kommunizieren. Sie bekräftigen ihre Konversation auch mit deutlich mehr Körpersprache und das rundet das ganze Bild auf eine sehr sympathische Art und Weise ab. Für uns, eine zusammen gewürfelte Truppe aus unterschiedlichen Nationalitäten, ist das eine interessante Erfahrung, einfach rauszugehen, Videos zu drehen und Menschen zu beobachten. Dennoch haben wir nicht allzu viel Zeit zum Beobachten, denn die eigentliche Aufgabe lautet, uns in verschiedenen Situationen zu filmen und zu fotografieren, um interessante und spannende Kommunikationsmomente fest zu halten. Daraus wollen wir morgen ein richtiges Movie machen. Es ist wirklich eine nette Aufgabe und fordert uns auch kreativ heraus. Bespiel: wir suchen etwas zum Essen und schießen Fotos dabei, wie wir unsere Essenswünsche uns gegenseitig erzählen. Oder wir machen einander auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam und teilen uns unsere Eindrücke davon mit. Dabei entstehen sehr interessante Schnappschüsse und es wird viel gelacht. Wir sind aber auch wieder einmal viel gelaufen, und dies bei 32 Grad. Es geht natürlich nicht anders, irgendwann muss zwischendurch auch wieder ein Eis her. Als ich mich mit meinem Eis in der Hand zufrieden zu meiner Gruppe umdrehe, merke ich, dass ich der einzige bin, der sich ein Eis gekauft hat. Irgendwie dachte ich, dass wir alle dies tun werden… Nun müssen meine Mitstreiter warten, dass ich damit fertig werde… so viel zum Thema Kommunikation! Das ist aber überhaupt kein Problem, wir machen dann gleich weiter und verbringen so den Tag komplett draußen. Kurz vor dem Schluss besprechen wir, was wir morgen mit den Fotos und Stories zusammen basteln wollen und verabschieden uns bis zum nächsten Tag.

Nach dem Unterricht fahre ich wieder zum Nationalmuseum, wo es jeden Abend bei den farbenfrohen Wasserspielen unter anderem auch ein musikalisches Programm gibt. Ich mische mich einfach unter die Leute und genieße die Musik und die Atmosphäre hier.

Freitag, 5. Juli 2019

Letzer Tag – hola amigos! Ich muss ehrlich gestehen, im Büro vergeht die Woche niemals so schnell! 🙂 Die Sonne steht natürlich schon längst am Himmel, es ist einfach Sommer in Barcelona. Wunderbar! Ich bin heute aber extra früher aufgestanden, denn ich wollte unbedingt zum Stadion „Nou Camp“. Wer wenigstens ein bisschen an Fußball interessiert ist, weiß ganz bestimmt, welche Bedeutung dieses Stadion für die Menschen in Barcelona hat. Hier sind alle sehr fußballbegeistert. Also duschen und frühstücken (an diese wirbelförmigen Hefeteilchen mit Puderzucker drauf, die Ensaimadas, kann man sich echt gewöhnen!), dann zum Nou Camp. Es überrascht mich, wie voll es schon am frühen Morgen ist.

Das Stadion ist wirklich beeindruckend. Jetzt ist es leer und nur für Besucher offen, aber man kann sich vorstellen wie es ist, wenn es voll ist und die temperamentvollen Spanier ihre Lieblingsmannschaft anfeuern. Man kann sich hier gut aufhalten, die Zeit vergeht auch ziemlich schnell. Nach meiner Besichtigung des Stadions mache ich mich wieder auf den Weg zum Kursort.

Am letzten Unterrichtstag mussten wir natürlich ein Video produzieren – dafür sind wir schließlich da und das Ende unseres Projektes beinhaltet den sicheren Umgang mit den Video-Making-Tools. Es gibt eigentlich nicht so viel zu berichten darüber, da das Arbeiten mit einem Programm zu Erstellung eines Videos viel mehr praktischer Natur ist, als dass man die Vorgänge großartig in Worte fassen kann. Erstmal gilt es, die besten und ausdrucksvollen Fotos auszuwählen, die das darstellen sollen, was du mit deinem Video aussagen oder präsentieren möchtest. Dann genau über die Reihenfolge nachdenken, über die Subtiles und über ein effektvolles Video-Ende. Der Rest ist eigentlich viel mehr digitales Basteln und Herumklicken. Schneiden und sortieren. Versetzen und neu sortieren. Da wir in den letzten Tagen schon mehrfach mit dem Programm gearbeitet haben, fällt es mir inzwischen nicht schwer. Auch unser Dozent Alessandro scheint zufrieden mit uns zu sein. Er hilft auch geduldig all denjenigen, die sich dennoch mit der virtuellen Videogestaltung schwer tun. Mir braucht er natürlich nicht zu helfen – ich kann das schon ziemlich gut! Und es macht mir auch noch richtig Spaß. Eine Mitschülerin aus Ungarn hatte dazu noch für uns alle Schokolade mitgebracht. Das Anschauen der fertigen Videos mit viel Lachen und Naschen fühlt sich dann einfach wie gutgetane Arbeit und ist ein würdiges Ende einer richtig coolen, entspannten, informativen Kurs-Woche in Barcelona. Wir haben am Ende unsere Zertifikate bekommen, Alessandro macht daraus eine richtige kleine Zeremonie.

Ja, nun ist es auch wirklich an der Zeit, von dieser tollen bunten lebendigen Stadt Abschied zu nehmen. Eins steht fest: ich komme jederzeit gerne wieder, egal ob wegen eines neuen Projekts, oder einfach so, weil ich neben der netten Kurs-Atmosphäre meinen Aufenthalt hier richtig genossen habe. Selbstverständlich nutze ich die Zeit noch ein wenig, um zu bummeln, mir noch mehr spanische Kultur beizubringen und mich einfach zu freuen, dass ich da bin. Und natürlich suche ich gleich ein paar Kekse für meine Kolleginnen in der VHS Tornesch-Uetersen, die sich jeden Tag nach mir erkundigt haben und für jede Frage immer eine Antwort für mich haben. 🙂

Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich hier wirklich viel Neues gelernt habe und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, meine Kenntnisse zu erweitern und neue Unterrichtsmethoden in Erwägung zu ziehen. Auf jeden Fall möchte ich einiges davon auch versuchen, in meinem Unterricht mitzunehmen. Vor allem aber finde ich, dass solche Projekte wie Erasmus Plus für uns Dozenten, aber auch ganz bestimmt für andere Mitwirkende im Bereich der Bildung und Kultur sehr sinnvoll und bereichernd sind. Neue Kulturen kennenzulernen und dort die Arten der Weiterbildung zu beobachten ist ein bisschen wie ein Feedback für die eigene Kultur und Unterrichtsmethoden: was mache ich richtig, was machen die Anderen besser? Was läuft bei uns gut, was habe ich woanders viel effektiver gesehen? Ich denke, das ist der richtige Input für mich. Ich habe so viele neue Erfahrungen gewonnen und freue mich nun wieder auf Deutschland und auf meine Arbeit in der Volkshochschule. Hasta luego! Und hoffentlich bis bald, Barcelona!

Photo & Video Making in our Classroom: Creating and Adapting Original Visual Resources, Barcelona

von I. F.

Tag 1, 1. Juli 2019

Der erste Schultag in der Barcino School begann mit einem recht preisgünstigen Frühstück in der Bäckerei unter meinem Zimmer.

Die Bäckerei in meinem Haus

Ich wohne in einer Altbauwohnung zusammen mit Llum, ihren beiden erwachsenen Töchtern und 2 Studentinnen. Also eine recht nette Frauen-WG. Es ist jedoch so heiß, dass man nicht wirklich denken kann… und sogar die Einheimischen stöhnen.

Allesandro Pumpo aus Florenz gibt uns touristische  Informationen über Barcelona, er gibt einen kleinen theoretischen Input über moderne Formen des Lernens.

Key words sind aus seiner Sicht: Human experience und Hybrid –die Wichtigkeit von Online und Offline Zeit. Er beschreibt Trends für Lehrer:

  1. Sei zielgerichtet
  • Sei proaktiv
  • Mehr aktiv, weniger passiv
  1. Sei nützlich
  • Reagieren Sie auf die tatsächlichen Bedürfnisse unserer Schüler*Innen
  • Werte übertragen
  1. Seien Sie experimentell
  • Haben Sie Vorstellungskraft
  1. Sei grenzenlos
  • Ohne Grenzen – groß denken
  1. Seien Sie kreativ

Outsight-Einblick

Unsichtbar – sichtbar

Ideen verwirklichen

An der Universität – sollten einzigartige Personen geschaffen werden!

Nach dem Input geht es an die Präsentationen. Die Gruppe der Lehrkäfte ist sehr heterogen, daher ist es sehr interessant. Ich habe zum ersten Mal einen Google Präsentation gemacht- diese schicke ich Alessandro als link, so dass der Beamer nicht umgesteckt werden muss.

Dieses funktioniert einwandfrei- nur die Videos kann er nicht öffnen. Also muss ich die Präsentation doch selber öffnen…

Online habe ich 2 Tickets für den Palau Musicale für ein Klavierkonzert von Lucas und Arthur Jussen heute Abend gebucht- für mich und meine neue Freundin Klaudia aus Warschau. Beim Download habe ich dann nur ein Ticket heruntergeladen, so dass der Besuch nur klappte, weil die Spanier so nett waren…

In meiner Frauen WG wieder angekommen, hatte ich noch einen lustigen Abend mit den Mitbewohnerinnen.

Tag 2, 2. Juli 2019

Die 2. Nacht war deutlich besser – ich konnte trotz des Lärms auf der Gran Via, die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht, ganz gut schlafen. Um 9:00 Uhr ging es pünktlich los mit Internetproblemen- das W-lan war zusammengebrochen. Das machte die online Präsentation aus Rumänien etwas holperig… aber die Schule schaffte es doch, die Verbindung wiederherzustellen. Es gibt in Rumänien viele Erasmus Programme gemeinsam mit Frankreich. Die Internetanbindung ist dort besser als in Deutschland und Spanien. Die Präsentation über Irland beinhaltete die Probleme des nahenden Brexits. Achtsamkeit ist ein wichtiges Thema für die Kinder in Irland – Wohlbefinden als Schulfach! Ein Filmemacher aus England war kurz zu Gast (ca. 5 Minuten) und beschrieb seine Arbeit. Er dreht Dokumentarfilme in Ostafrika. Gefragt sind seiner Erfahrung nach 2 Minuten Filme.rafikifilm.com Wichtig sind die kreativen Ideen… alles andere ist Handwerk, welches viel Zeit braucht.

Einführung zu Youtube Kanälen:

Live Session ist möglich, Videos erstellen und hochladen, Playlist erstellen, Abonnements, Fernsehkanal, Kommentare nutzen, Youtube-Upload. Das W-lan funktionierte wieder für ca. 1 Stunde nicht… Daher wurde die Erklärung zum Youtube Channel schwierig…

Zum kostenlosen Erstellen von Videos probieren wir Animoto https://animoto.com/

Ich erstelle ein Video mit Animoto…“it s autosaving“… nur bei mir nicht – er schließt das Fenster und der Film ist weg…leider. Google Chrome soll helfen – ich lade es herunter – und starte neu. Und nachdem ich noch schnell einen Minifilm gedreht habe, welcher auf Grund von Internet Problemen nicht gezeigt werden konnte, ist der 2. Tag in der Barcino School beendet.

Heute steht noch die Sagrada Familia auf dem Programm…und vorher: eine kleine Abkühlung!

Tag 3, 3. Juli 2019

Ich muss mehr trinken… Heute Morgen bin ich aus Versehen mit der Metro in die falsche Richtung gefahren. Nachdem mir gestern fast mein Geld gestohlen wurde (der Rucksack wurde in der Metro geöffnet), hatte ich mir vorgenommen, mehr auf meine Habseligkeiten aufzupassen – dabei vergaß ich auf die Richtung der Metro zu achten.

Nun geht es wieder los. Alessandro erklärt den Weg zu Sehenswürdigkeiten: Parc Güell etc.

Nachdem das Internet wieder nicht für alle funktionierte, zauberte Alessandro einen mobilen Hotspot hervor- nun kann es tatsächlich losgehen. Der Ablauf eines Filmdrehs:

  1. Finden Sie eine Idee für den Film
  2. Schreiben Sie den Plot
  3. Schreiben Sie die Szenen
  4. Schreiben Sie den Skriptdialog
  5. Bestimmen Sie den Titel
  6. Rollenzuweisung und Speicherung
  7. Spielen und Filmen
  8. Bearbeiten
  9. Veröffentlichen und teilen

Eine Talk Show zu drehen ist auch eine gute Möglichkeit um ein Thema zu bearbeiten. Recherche ist wichtig: Audio Video Text Bilder- damit die Idee sich gut verwirklichen lässt.

Die Klasse sollte in mehrere Gruppen aufgeteilt werden: Texter, Musik, Schauspieler, Kamera, alle 20 Minuten Austausch, Verbesserungen durch andere möglich.

Wichtig: Team, Regeln, Deadline, sonst wird es frustrierend, weil es nie fertig wird.

Coggle wird erklärt, eine übersichtliche Art und Weise um komplexe Informationen zu teilen.

Ich erstelle ein Coggle zum Thema „cold places in Barcelona“-eine schnelle Möglichkeit, ein Diagramm zu erstellen und zu teilen- mit Youtube Videos, Fotos etc.

 

Apps für Effekte, Fotobearbeitung –Enlight (Apple) ist eine Möglichkeit- eine App benutzen ist o.k., aber die Bearbeitung kann auch real passieren- Das Foto ausdrucken und darauf malen, z.B. oder mit Schatten spielen- den Schatten nachmalen.

Polysphere ist eine App, um das Bild in viele Teile aufzuteilen. Auch da ist es evtl. besser, zunächst ein real life Puzzle zu machen aus vielen Teilen und so kreativ eine neue Form zu entwickeln.

Stop motion picture – eine Serie von Fotos fotografieren- eine Geschichte so erzählen.

Ein gif zu erstellen kann ebenso Spaß machen. Nach einer technischen Einführung in die Kameraführung ging es an die Entwicklung einer Filmidee. Zu fünft werden wir einen gemeinsamen Film bis Freitag erstellen mit Hilfe von we video.

Tag 4, 4. Juli 2019

Am Morgen ist es um 8:00 Uhr bereits so schön warm, dass ich beschließe nach El Masnou zu fahren, um mir eine kleine Stadt am Meer anzuschauen. Nach nur einer halben Stunde Zugfahrt erreiche ich den ruhigen Hafenort- die Bahn hält direkt am Strand. Einige ältere Damen haben ihre Strandstühle in das Meer gestellt und brutzeln ihre ohnehin sehr braunen Körper. Es ist alles sehr beschaulich und es gibt keine Verkäufer im 2 Minuten Takt, die einem Chips, Bier oder Sonnenbrillen verkaufen wollen.

Der Ort gibt sich Mühe; kleine Tafeln erzählen die Geschichte der Straßen etc. Ich frühstücke in einem kleinen Café und bade anschließend im wirklich kristallklaren Meer.

Um 14:00 Uhr geht es wieder los mit dem Filmprojekt. Nach der Entwicklung (meiner) Filmidee:

„Barcelona aus der Perspektive eines 3-jährigen Mädchens namens Sarah“ ziehe ich mit 4 Teilnehmer*innen los, um die Szenen zu drehen.

Die Story dreht sich darum, dass ein glücklich spielendes Kind von ihren Eltern quer durch Barcelona geschleppt wird- dieses als sehr laut, stressig, bedrohlich erlebt- ausflippt und dann von den Eltern fordert, zu kinderfreundlichen Orten zu gehen- zu der Fontäne, dem Park, dem Spielplatz.

Wir müssen also in gebückter Haltung drehen und jede/r muss auf seinem Handy jede Szene individuell drehen. Der Start um 14:00 Uhr garantiert maximale Hitze (33 Grad)- der Teilnehmerin aus Kreta kommen die Temperaturen normal vor…

Wir starten auf einem Spielplatz und haben eine Menge Spaß dabei, in ungewöhnlichen Perspektiven zu drehen. Im Einkaufszentrum wundert sich niemand über uns, die Spanier*innen nehmen alles sehr gelassen hin. Am Ende des Tages sind 50 kurze Szenen gefilmt- und morgen geht es ans Schneiden und Sortieren!

Heute Abend gibt es noch ein gemeinsames Event- ein Spaziergang durch Gracia mit anschließendem Besuch einer Tapas Bar- das wird entspannt.

 

Tag 5, 5. Juli 2019

Heute Morgen traf ich Klaudia aus Polen an der Metro Station Fontana, um das autofreie Viertel Gracia zu erkunden. In diesem Viertel sind viele alternative Läden, schöne Plätze und auch schattige Straßen. Gestern Abend hatte Alessandro uns ein Pincho Lokal gezeigt, welches wirklich ein absoluter Geheimtipp war. Ab 14:00 Uhr ging es los mit der Endversion unseres ersten Films.

Eine Stunde benötigten wir für das Uploaden und Sortieren der Dateien, zwei weitere für das Zuschneiden, das Einfügen des Textes und der Musik- freier Musikdownload funktionierte über bensound, über online Video converter lassen sich YouTube Videos so konvertieren, dass diese als mp3 für die Filme nutzbar sind.

Fast alle schaffen es, einen 1-minütigen Film herzustellen. Nach dem Abschlussfoto gehen alle auseinander- in dieser Gruppe gab es wenig gemeinsame Zeit außerhalb der Fortbildung.

Das war schade, weil gerade dies ja auch sehr interessant sein kann. Es lag sicherlich daran, dass viele Teilnehmer*Innen ihre Familien dabei hatten.

Insgesamt habe ich in dieser Woche sehr viel gelernt- mein Smartphone habe ich so intensiv genutzt wie noch nie- zum Filmen, Fotografieren, Sounds aufnehmen, Ticket buchen, Routenplanung nur noch über Google Maps etc…zum Glück wurde es nicht gestohlen und hat gut funktioniert.

Morgen werde ich noch den Tag nutzen, um mir das Picasso Museum anzusehen, die Hop on Hop off Tour gemeinsam mit Klaudia zu machen und noch einmal in das warme Mittelmeer zu springen!

Vielen Dank an den Landesverband, dass es mir ermöglicht wurde, an dieser Fortbildung teilzunehmen! Ich werde die Öffentlichkeitsarbeit der vhs Preetz durch mein neues Wissen sicherlich verbessern können.

Auf Grundtvigs Spuren: EAEA Annual Conference, Kopenhagen

von Karsten Schneider

Kopenhagen, 24.06. bis 27.06.2019

Montag, 24.06.2019

Die Mitgliederversammlung und Jahrestagung der European Association for the Education of Adults (EAEA) in Kopenhagen nehme ich zum Anlass, um in der letzten Juniwoche mit Vertretern der dänischen Erwachsenenbildung über Digitalisierung und andere Themen zu reden.

Mit dem Zug reise ich von Kiel via Flensburg und Fredericia nach København. Eines fällt unterwegs auf: Der mobile Internetempfang ist deutlich besser als bei Zugreisen durch Deutschland. Der individuelle Eindruck lässt sich durch Zahlen erhärten. In Dänemark liegt die 4G-Netzabdeckung laut Statista.com bei 80,5%, in Deutschland hingegen nur bei 65,7%.

Die späten Nachmittagsstunden nutzen wir, um Kopenhagen zu erkundigen. Dabei schauen wir uns auch die Dänische Königliche Bibliothek an. Ein dritter Ort ist sie in unseren Augen zwar nicht – dazu ist die Nutzung zu einseitig auf Ausleihe und Lesesaal ausgerichtet. Ein eindrucksvolles Gebäude ist der kubische Anbau „Den Sorte Diamant“ (der Schwarze Diamant) aus poliertem Granit, der elegant an den historischen Teil anschließt und einen großartigen Blick auf den Innenhafen und Christianshavn frei gibt, aber allemal.

Blick aus „Den Sorte Diamant“ auf den Innenhafen und Christianshavn

Dienstag, 25.06.2019

Kopenhagen scheint an diesem Tag am Mittelmeer zu liegen. Um kurz nach acht zeigt das Thermometer bereits deutlich über 20 Grad an. Schon der kurze Weg vom Hotel in die Vesterbrogade zu LOF, dem Verband von 60 dänischen Abendschulen, ist schweißtreibend.

Nyhavn, Kopenhagen

In Gesprächen mit Vertretern der dänischen Erwachsenenbildung wollen wir mehr über das Weiterbildungssystem im Nachbarland erfahren und uns insbesondere über Ansätze im Bereich Digitalisierung austauschen. Beide Gespräche habe ich mit Per Paludan Hansen, dem Präsidenten der EAEA und Vorsitzenden des dänischen Erwachsenenbildungsverband DEAE, angebahnt. Vielen Dank für die Unterstützung!

Zunächst sprechen wir mit Per Paludan Hansen selber, im Hauptamt Geschäftsführer von LOF, und mit Bernhard Trier Frederiksen, Geschäftsführer von FORA. Wir erfahren, dass LOF (www.lof.dk ) und FORA (www.fora.dk ) zwei von fünf Dachorganisationen von Weiterbildungseinrichtungen in Kommunen sind. Vier davon haben eine enge Verbindung zu jeweils einer dänischen Partei, die fünfte ist politisch unabhängig. Alle fünf sind in der Danish Adult Education Association (DAEA, www.daea.dk ) organisiert, gemeinsam mit 31 weiteren landesweiten Dachorganisationen. Die dänische Erwachsenenbildung scheint vielfältiger zu sein als die deutsche. Das Angebotsspektrum der Mitgliedseinrichtungen von LOF und FORA mit Kursen in den Bereichen IT und EDV, Sprache, Gesundheitsbildung, Bewegung und kreativen Themen sowie Vorträgen zu historischen, politischen und kulturellen Themen ist dem Angebot deutscher Volkshochschulen sehr ähnlich.

Die fünf Dachorganisationen haben sich vor zwei Jahren gemeinsam auf den Weg gemacht, eine gemeinsame Administrationssoftware zu entwickeln. Dieser Prozess steht nun kurz vor dem Abschluss. Die größte Herausforderung war dabei offenbar, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig die Software hinreichend einfach zu halten, dass auch kleine Einrichtungen mit halbtags arbeiteten Leitungskräften diese gut einsetzen können. Man ist zuversichtlich, dass dies gelungen ist.

Auch im Online-Marketing arbeiten die Dachorganisationen zusammen, z.B. bei der Produktion von Werbefilmen zu verschiedenen Kursangeboten. Facebook ist für die meisten Mitgliedseinrichtungen ein wichtiger Kommunikationskanal. Das klassische gedruckte Programmheft wurde hingegen flächendeckend eingestellt. Auch ältere Teilnehmer*innen in Dänemark, so Per und Bernhard, erwarten es, ihre Weiterbildungsangebote online zu finden und zu buchen. Lediglich ausgewählte Angebotsformen werden noch zusätzlich über Flyer beworben. Der Grund für diese Entwicklung ist neben der Erwartung der Kunden vor allem auch die Entwicklung im Postbereich. Die dänische Post hat mit der schwedischen fusioniert. Unseren Gesprächspartnern zufolge ist der Service seitdem bescheiden und die Kosten sind hoch, was die Entwicklung hin zum Online-Marketing deutlich beschleunigt hat. Als ich später am Tag eine Postkarte für die Familie kaufe und 30 Kronen (4 Euro) für Briefmarken hinlege, kann ich die Kritik an hohen Kosten nachvollziehen.

Nachdem wir einige Zeit über Kursadministration und Marketing gesprochen haben, fragen wir nach digitalen Elementen in den Kursangeboten und der dafür vorhandenen Infrastruktur in den Mitgliedseinrichtungen. Für uns völlig überraschend, ist das bei LOF und FORA offenbar kein Thema. Bernhard betont, dass die Präsenz bei den Mitgliedseinrichtungen der unique selling point sei und die Teilnehmer*innen ein Lernen in Begegnung suchten. Hinsichtlich der zentralen Bedeutung der Präsenz stimmen wir auch aus Sicht der deutschen Volkshochschulen mit unseren Gesprächspartnern überein. Die dort offenbar daraus gezogene Konsequenz, digitale Erweiterungen der Angebote überhaupt nicht zu verfolgen, scheint mir jedoch im Hinblick auf eine digitale Gesellschaft keine erfolgsversprechende Strategie zu sein. Unserer Vorstellung der Strategie der Erweiterten Lernwelten, der vhs.cloud und des vhs-Lernportals folgen Per und Bernhard zwar aufmerksam, können aber über keinerlei vergleichbare Entwicklungen in ihren Reihen berichten. Immerhin, denke ich am Ende des Gesprächs, ein Aspekt der digitalen Transformation, bei dem wir in Deutschland weiter sind.

Wir machen uns durch die Hitze des späten Vormittags über die Strøget, die 1.100 m lange Fußgängerzone Kopenhagens, auf in die Peder Skrams Gade zu unserem nächsten Gesprächstermin bei Knud Erik Therkelsen, dem Geschäftsführer von Grænseforeningen (https://www.graenseforeningen.dk/). Der Grenzverband hat zum Ziel, die dänische Einheit in der Grenzregion und insbesondere die dänische Minderheit in Südschleswig zu unterstützen. Knud hat einige Jahre eine Heimvolkshochschule in Åbenrå geleitet und erläutert mit begeistertem Redefluss, teils in Englisch, teil in Deutsch, die Arbeit von Grænseforeningen. Wir erfahren einiges über die Planung des Jubiläumsjahres 2020, an dem das 100jährige Jubiläum des aktuellen Grenzverlaufs zum Anlass für ein „Dänisch-Deutsches Kulturelles Freundschaftsjahr“ genutzt werden soll. Aus diesem Gespräch ergeben sich einige potenzielle Anknüpfungspunkte für verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Das Magazin Grænsen von Grænseforeningen

Mittwoch, 26.06.2019

Auf Einladung des Dänischen Erwachsenenbildungsverbandes findet die Mitgliederversammlung der European Association for the Education of Adults (www.eaea.org) dieses Jahr in Kopenhagen statt. Wie an dänischen Volkshochschulen üblich, beginnt die Veranstaltung mit gemeinsamem Singen. Aus dem Liederbuch „Højskolesangbogen“ der Folkehøjskolernes Forening wird zunächst „Morning has broken“ und dann „Svante‘s happy day“, die englische Übersetzung eines dänischen Liedes gesungen. „Life’s not so bad for it’s all we have got. And the coffee’s almost hot“, so die Schlusszeile. Zum Glück stimmt letzteres nicht. Die dänischen Gastgeber haben im Vartov/Grundtvigsk Forum (www.grundtvig.dk/vartov/ ) für eine hervorragenden Atmosphäre und natürlich auch für heißen Kaffee gesorgt.

Der Tagungsort atmet Volkshochschulgeschichte. Im Innenhof, direkt vor dem Tagungsbüro, stehen wir einer überlebensgroßen Statue des knienden Nikolai Frederik Severin Grundtvig gegenüber. Grundtvig war in der Kirche von Vartov (1839-1872) als Priester tätig. Heute befindet sich hier das Grundtvigsk Forum, die Grundtvig Akademie, die Grundtvig Bibliothek und das Grundtvig Zentrum. Kein schlechter Ort für das diesjährige Treffen der europäischen Erwachsenenbildung, deren Dachverband die EAEA ist.

Der kniende Grundtvig mit zwei Vertretern der Volkshochschulen aus dem 21. Jahrhundert

Die Tagesordnung sieht auch auf europäischer Ebene die typischen Punkte einer Mitgliederversammlung wie Jahresbericht, Jahresabschluss, Entlastung des Vorstandes und Wahlen vor. Auch die Anträge auf Mitgliedschaft werden beschlossen. Und so wird an diesem Tag auch unser Landesverband als assoziiertes Mitglied in die EAEA aufgenommen.

EAEA-Generalsekretärin Gina Ebner und der neu gewählte EAEA-Präsident Uwe Gartenschläger (dvv international) mit Michael Kölln und Karsten Schneider, vom neuen EAEA-Mitglied Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.

Auch auf europäischer Ebene kommt ein Jahresbericht im Jahr 2019 nicht um das Thema Digitalisierung herum. Besonders hervorzuheben ist das Projekt „Upskilling Pathways in AEPRO“ (https://eaea.org/project/up-aepro/). Per E-Learning lernen Erwachsenenbildner aus ganz Europa in diesem Projekt etwas über europäische Entwicklungen in der Erwachsenenbildung. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die „Upskilling Pathways Initiative“ der Europäischen Kommission gelegt. Die Weiterbildungspfade sollen Erwachsene dabei unterstützen, ein Mindestniveau an Lese-, Schreib-, Rechen- und digitalen Kompetenzen und/oder ein breiteres Spektrum von Kenntnissen und Fertigkeiten zu erwerben. Das Konzept umfasst drei Schritte: Kompetenzbewertung, Lernangebot sowie Validierung und Anerkennung. Die Umsetzung der Weiterbildungspfade fördert die EU u.a. durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), durch Erasmus+, durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Zusätzlich zu den Inhalten bekommen die Teilnehmer/-innen von UpAEPRO digitale Tools vermittelt und werden daran herangeführt, selber onlinegestützte Lernangebote zu entwickeln.

EAEA Mitgliederversammlungen sehen auch einen Bericht über relevante politische Entwicklungen aus dem in der Europäischen Kommission für die Erwachsenenbildung zuständigen Directorate-General for Employment, Social Affairs and Inclusion vor. Anna Nikowska verweist hier u.a. auf ein demnächst kommendes neues Programm „Digital Europe Programme“, das ein Budget für die Entwicklung von digital skills vorsieht. Details seien aktuell jedoch noch nicht bekannt, zumal der Haushalt der Kommission ihrer Einschätzung zufolge erst im kommenden Jahr feststehen wird.

Am Nachmittag findet eine Reihe von Workshops statt, u.a. zum „Manifesto for Adult Learning in the 21st century: The Power and Joy of Learning“. Mit dem 2019 veröffentlichten aktualisierten Manifest ruft die EAEA dazu auf, „ein Lernendes Europa zu schaffen: ein Europa, in dem alle notwendigen Kenntnisse, Kompetenzen und Fähigkeiten vorhanden sind, um die Zukunft auf positive Weise zu bewältigen“. Unter den im Einzelnen aufgeführten Herausforderungen und Lösungsansätzen, die Erwachsenenbildung adressiert, findet sich auch der Bereich „Digitalisierung“: Die Chancen, Herausforderungen und den Einfluss von Digitalisierung auf Arbeit und Lernen zu verstehen, sei wichtig für alle Erwachsene im Prozess des Lebenslangen Lernens. Das Manifest verweist auf die drohende digitale Spaltung der Gesellschaft und die Bedeutung von Erwachsenenbildung in diesem Zusammenhang. Erwachsenenbildner müssten sich die neuen technischen Möglichkeiten für Lehren und Lernen zu Nutze machen. Erwachsenenbildung vermittelt die erforderlichen life skills, hat aber auch Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Digitalisierung.

Bei der abendlichen Verleihung des Grundtvig-Preises an ausgewählte Weiterbildungsträger steht die Vermittlung von life skills im Zentrum. Einer der Preisträger ist das Projektkonsertium, das die Webseite www.openitup.eu entwickelt hat, ein E-Learning-Angebot im Bereich Literalisierung.

Donnerstag, 27.06.2019

Die Jahrestagung der EAEA zum Thema „Life Skills and participation“ wird erneut von einem Vortrag aus der Europäischen Kommission eingeleitet. Anna Nikowska stellt die aktuellsten Zahlen des Adult Education Surveys (2016) sowie des Labour Force Survey (2018) vor. Beide Erfassungssysteme betrachten je einen zentralen Benchmark für die Erwachsenenbildung. Der Labour Force Survey erfasst die nonformale und formale Weiterbildungsbeteiligung in den letzten 4 Wochen. Die in der EU abgestimmte Zielmarke von 15% erreichen 2018 lediglich 8 Mitgliedsländer. Deutschland legt im Mittelfeld aller Länder, deutlich unterhalb dieser Marke. Der Adult education survey 2016 betrachtet u.a. die Weiterbildungsbeteiligung in den letzten 12 Monaten. Die für diesen Betrachtungszeitraum festgelegte Zielmarke haben 2016 deutlich mehr Länder erreicht, darunter Deutschland mit 50%. Laut Adult Education Survey wurden 2016 bereits 21,7 % der formalen Erwachsenenbildungsangebote als E-Learning wahrgenommen. Im Bereich der nonformalen Bildung waren es 13,5%. Vermutlich werden die Zahlen der nächsten Erhebungsrunde noch höhere Anteile ausweisen.

Abschließend verweist Anna Nikowska noch auf den aktuellen Digital economy and society index DESI (https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/desi) Der DESI erfasst die digitale Wettbewerbsfähigkeit in fünf Dimensionen, darunter neben der Breitbandkonnektivität auch Aspekte wie digitale Kompetenzen, die Internetnutzung und die Digitalisierung der Wirtschaft. Im Gesamtindex liegt Deutschland knapp über dem europaweiten Mittelwert (https://ec.europa.eu/newsroom/dae/document.cfm?doc_id=59991 ). Mindestens grundlegende digitale Kompetenzen weisen in Deutschland 68% (Rang 7) der Einwohner auf, in der gesamten EU 57%. Über mehr als grundlegende digitale Kompetenzen verfügen in Deutschland 37% (Rang 8), in der EU 31%. Bei den grundlegenden digitalen Kompetenzen ganz vorne liegen die Niederlande, Schweden und Luxemburg.

 

Lene Rachel Andersen stellt anschließend zentrale Inhalte ihres gemeinsam mit Tomas Björkman verfassten Bestsellers „The Nordic Secret“ (https://www.nordicsecret.org/) vor. Die Autoren befassen sich darin damit, wie Dänemark, Norwegen und Schweden sich von armen Agrargesellschaften hin zu wohlhabenden industrialisierten Demokratien entwickelt haben. Das Schlüsselkonzept zur Erklärung dieser Entwicklung ist den Autoren zufolge das deutsche Konzept „Bildung“. In ihrem Vortrag schlägt sie einen Bogen von Schiller zu Rosa Parks. Schillers Buch „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ habe Grundtvigs Konzept der Volksbildung beeinflusst. Schiller betont, „es gibt keinen anderen Weg, den sinnlichen Menschen vernünftig zu machen, als dass man denselben zuvor ästhetisch macht“. Erst über die sinnliche Wahrnehmung entwickelt der Mensch demzufolge Sprache und damit „Vernunft“ und erst durch „Vernunft“ ist es dem Menschen möglich „sinnvoll“ und damit „moralisch“ zu handeln. Rosa Parks wiederum habe sich in einer Volkshochschule in Tennessee weitergebildet, die nach dem dänischen Modell gegründet worden sei. Ihr Protest gegen die Rassentrennung in Bussen sei in dieser Bildungserfahrung mit verankert. Somit habe letztlich die dänischen Volksbildungsidee auch die civil right movement in den USA beeinflusst. Der Vortrag macht mich neugierig auf das Buch.

Lene Rachel Andersen bei Ihrem Vortrag zu „The Nordic Secret“

Über das Konzept der Life skills berichten Alex Stevenson von Learning and Work Institute, UK, und Trine Bendix Knudsen sowie Stine Christensen, DEAE, Dänemark. Gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern wurde ein Rahmenkonzept sowie ein Citizens‘ Curriculum entwickelt. Life skills sind demzufolge mit gesundheitsbezogenen, finanziellen, digitalen und zivilgesellschaftlichen Fähigkeiten verbunden. Die enge Verwandtschaft zum deutschen Konzept der lebensweltorientierten Grundbildung ist offensichtlich. In beiden Konzepten geht es um die Relevanz von Kompetenzen im jeweiligen individuellen Kontext. Aus dieser Relevanz lässt sich die für erfolgreiche Lernprozesse so wichtige intrinsische Motivation ableiten. Somit geben beide Konzepte wertvolle Hinweise für die Gestaltung ergebnisorientierter Lernangebote.

Was mir der Aufenthalt in Kopenhagen gebracht hat

Für mich hat sich die Reise nach Kopenhagen sehr gelohnt. Ich konnte einen Einblick in das dänische System der Weiterbildung gewinnen. Die Erkenntnis, dass die digitale Transformation der Weiterbildung im Ursprungsland der Volkshochschulen nur in Teilen weiter fortgeschritten ist, hinsichtlich der Angebote aber weniger weit entwickelt, ist irgendwie beruhigend.

Meine Netzwerke auf europäischer Ebene konnte ich wieder ein wenig weiterspinnen. Wertvoll waren vor allem die Gespräche mit den Kolleginnen der EAEA über mögliche gemeinsame Projekte. Wie jedes Mal konnten nicht nur vertraute Kontakte vertieft werden, sondern auch zahlreiche neue Kontakte zu Erwachsenenbildnern u.a. aus Spanien, Frankreich, Belgien, Italien, Finnland, Weißrussland, Irland geknüpft werden.

Inhaltlich habe ich neben Einblicken in Programme der Europäischen Kommission vor allem das Konzept der Life Skills mitgenommen, das mit dem deutschen Lebenswelt-Konzept gut verbunden werden kann. Und die Verbindung zwischen Schiller und Grundtvig war mir neu – ein schönes verbindendes Element zwischen dänischer und deutscher Erwachsenenbildung, das den Ausbau der Kooperation mit dänischen Partnern weiter beflügeln wird.

Nikolai Frederik Severin Grundtvig im Vartov, Kopenhagen

Malta: Boost your ICT Skills – Technology for the Classroom (7)

von F. M.

Sonntag, 16.06.19 – Tag der Anreise

Mit leicht verspätetem Abflug startet die Reise nach Malta am späten Vormittag und alles verläuft soweit reibungslos. Nach drei Flugstunden (zum Glück habe ich einen Direktflug gebucht) haben wir unser Ziel erreicht. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug bekommt man direkt einen Eindruck von der Hitze, die uns die nächsten Tage begleiten wird. Über 30 Grad ist man als Norddeutsche nun wirklich nicht gewohnt. Im Flughafen selbst ist die Luft wieder angenehm kühl. Generell scheinen Klimaanlagen hier überall vorhanden zu sein. Wenn man es in der Hitze nicht mehr aushält, kann man einfach schnell ein Geschäft betreten und sich etwas abkühlen.

Mein Kollege (Z.A.) aus Deutschland ist bereits gelandet und wartet zusammen mit zwei Mitarbeitenden von ETI, unserem „Empfangskomitee“. Wir bekommen einen Umschlag mit ein paar Informationen und einer Stadtkarte in die Hand gedrückt und dann kommt auch schon der Fahrer, der uns zum ESE Building in Paceville, St. Julian’s bringt, in welchem sich auch ETI befindet.

Eingang ESE Building

Hier bekommen wir noch ein paar Informationen zum Kurs und natürlich das WLAN-Passwort. Ich teste es direkt aus und freue mich darüber, dass es auf Anhieb funktioniert. Nicht so wie beispielsweise das WLAN am Hamburger Flughafen.

Schnell die Sachen in die Zimmer gebracht, etwas hitzetauglicheres angezogen und auf geht’s in die Stadt, schließlich will man die Zeit hier so gut wie möglich nutzen.

Die Häuser wirken als wäre man in einem arabischen Land, die Straßen sind schmal und die Bürgersteige noch schmaler. Die Straßen sind voll von Autos und Menschen und alles wirkt etwas chaotisch. In unserem Viertel gibt es fast nur Einbahnstraßen, sodass man kaum bemerkt, dass man hier wie in England auf der linken Seite fährt. Es ist ein sehr lebhaftes Viertel. Es gibt viele kleine kioskartige Läden, viele kleine Imbisse sowie jede Menge Restaurants, Bars, Pubs und Clubs. Paceville scheint ein regelrechtes Partyviertel zu sein. Am Abend bewahrheitet sich diese Vermutung. Von allen Seiten tönt laute Musik und alles ist voller junger Menschen, die von Bar zu Pub zu Club tingeln.

Wenige Gehminuten von unserer Unterkunft gibt es einen kleinen Strandabschnitt. Sehr nett für eine Abkühlung zwischendurch, jedoch nicht geeignet für einen entspannten Tag am Strand. Alle liegen hier dicht an dicht, aber niemanden scheint dies zu stören.

Zum Abendessen gibt es Burger und Bier und danach einen kleinen Bummel durch das hiesige Einkaufszentrum. Es ist erstaunlich, dass man hier an einem Sonntagabend nach 21 Uhr noch shoppen gehen kann. Oben im Einkaufszentrum befindet sich eine Spielhalle. Hier gibt es neben Billard, Videospielautomaten und Lasertag auch die Möglichkeit, VR-Brillen zu nutzen, wirklich sehr fortschrittlich.

Zurück in unserer Unterkunft müssen wir feststellen, dass unsere in den Zimmern installierten Klimaanlagen nicht funktionieren. Am Empfang kann man uns diesbezüglich leider auch nicht helfen, also heißt es schwitzen. Mit offenem Fenster ist es halbwegs erträglich, leider aber auch sehr laut – Partyviertel eben.

Montag, 17.06.19 – Der erste Kurstag

 

Die erste Nacht ist überstanden und ich habe – nachdem ich endlich eingeschlafen war – tatsächlich durchgeschlafen, trotz Hitze und Lärm. Am Empfang teilt man uns mit, dass die Klimaanlagen hoffentlich im Laufe des Tages repariert werden. Das Frühstück ist okay, jedoch hatte ich mir etwas mehr erhofft. Die Auswahl ist sehr begrenzt und der Orangensaft leider ungenießbar. Aber wir sind satt geworden und das ist die Hauptsache.

Um 9 Uhr finden wir uns mit etwa 20-30 anderen Leuten im Aufenthaltsbereich zusammen und werden den Kursleiterinnen zugeteilt. Unsere Lehrerin heißt Valerie und ist wirklich sehr nett und macht einen kompetenten Eindruck. Unsere Gruppe besteht aus sieben Leuten: Neben uns beiden aus Deutschland sind noch zwei Frauen und ein Mann aus Polen (alle drei von derselben Schule), eine Frau aus Tschechien und eine aus Ungarn anwesend. Der Unterrichtsraum ist sehr klein und grenzt direkt und nur durch eine Glaswand getrennt an einen sehr großen Raum, in dem Englischunterricht für Jugendliche stattfindet. Natürlich läuft die Klimaanlage und insgesamt ist es relativ laut, aber man kann sich gerade noch gegenseitig verstehen.

Zuerst müssen ein paar Formulare ausgefüllt werden. Danach gibt es eine kurze Vorstellungsrunde und dann geht es auch schon los mit dem Thema “Webquests”. Valerie zeigt uns auf dem Smartboard einige Beispiele, wie so ein Webquest aufgebaut ist und eröffnet uns, dass wir bis zum Ende der Woche ebenfalls ein solches erstellen sollen. Hierbei geht es darum, dass eine zentrale Fragestellung anhand verschiedener Rechercheaufgaben im Internet von den Schülern behandelt werden soll, entweder in Einzel- oder Gruppenarbeit. Um die Schüler dabei zu unterstützen, an die entsprechenden Informationen für die Aufgabenbearbeitung zu kommen, kann man ihnen diverse Links zu Videos, Artikeln und Tools zur Verfügung stellen. Webquests sind immer nach dem folgenden Schema aufgebaut: Introduction – Tasks – Process – Evaluation – Conclusion. Hier ist ein anschauliches Beispiel, welches unsere Kursleiterin selbst erstellt hat: http://maltawebquest.pbworks.com/w/page/131459367/Tasks.

Um weitere Eindrücke zu erhalten, sollen wir uns außerdem noch auf den Seiten Webquests, QuestGarden und Zunal umschauen. Momentan erscheint es uns noch fast utopisch, bis zum Ende der Woche ebenfalls so etwas erstellen zu können, aber wir sind optimistisch.

Nach einer kurzen Kaffeepause teilen wir uns in zwei Gruppen auf und fangen an zu brainstormen, welches Thema wir unserem Webquest zugrunde legen und für welche Zielgruppe wir dieses erstellen möchten. Dies gestaltet sich schon als große Herausforderung, da wir sehr unterschiedliche Hintergründe haben (von Grundschule bis Erwachsenenunterricht) und unter keinen Umständen ein Thema finden können, was bei uns allen im Nachhinein im eigenen Unterricht Verwendung finden kann. Also entscheiden wir uns dafür, so zu tun als würden wir für den Englischkurs nebenan ein Webquest über Malta entwerfen, das zum Ziel hat, dass diese am Ende einen Flyer erstellen. Weiter kommen wir mit unseren Überlegungen nicht, denn nun ist Mittagspause.

Essen gibt es hier an jeder Ecke und schnell finden wir einen ansprechenden Imbiss. Da man uns versprochen hat, dass es am Nachmittag ein paar maltesische Snacks und Getränke geben wird, essen wir lieber nicht zu viel.

Im dritten und letzten Kursblock heute beschäftigen wir uns mit Kreuzworträtseln und Quizdesign. Hierfür nutzen wir die Seiten Halfacrossword und Puzzlemaker. Valerie erklärt uns wie diese funktionieren und dann dürfen wir auch schon selbst ausprobieren. Man kann auf diesen Seiten ohne Registrierung in erstaunlich kurzer Zeit eigene Kreuzworträtsel, Bingos, Würfelspiele und einiges mehr erstellen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies den Unterricht auf einfache Weise und ansprechend auflockern kann. Halfacrossword erstellt beispielsweise zwei Kreuzworträtsel, bei denen jeweils nur die Hälfte ausgefüllt ist. In Partnerarbeit muss man sich dann gegenseitig die Begriffe erklären, sodass die andere Person die Leerstellen auf dem eigenen Blatt ausfüllen kann. Hierbei kann man beispielsweise Vokabeln zu einem Thema gut verinnerlichen, da man die Begriffe so treffend erklären muss, dass die andere Person weiß, was gemeint ist.

Halfacrossword zum Thema Webquests

Nach Kursende geht es in das Café/Restaurant “The Cake Box”, welches sich im selben Gebäude befindet, um die angekündigten maltesischen Snacks und Getränke zu probieren. Viel gibt es nicht und pro Person darf auch nur ein Getränk gekostet werden. Leider mag ich meins – eine sehr bittere Orangenlimonade mit Kräutern – nicht und gebe es meinem Kollegen. Die mit Käse bzw. Kichererbsen gefüllten Teigtaschen schmecken jedoch sehr gut.

Im Anschluss holen wir uns einen Kaffee und machen es uns im Aufenthaltsbereich gemütlich, um unser Lerntagebuch zu verfassen.

Am Abend machen wir noch einen kurzen Abstecher zum nahegelegenen Strand. Hungrig von dem anstrengenden Tag lassen wir uns in einem Restaurant nieder, genehmigen uns Pasta und danach machen wir noch einen Verdauungsspaziergang durch die mit feiernden Leuten übersäten Straßen Pacevilles.

St. George’s Bay in St. Julian’s

Bisher gefällt es mir insgesamt sehr gut hier und ich bin gespannt, was uns in den nächsten Tagen noch erwartet.

Dienstag, 18.06.19 – Der zweite Kurstag

Leider funktioniert auch diese Nacht die Klimaanlage nicht, sodass ich heute Morgen sehr zerknautscht aufwache. Die Dusche verschafft mir wieder ein wenig Energie und das Frühstück tut sein Übriges. Heute gibt es noch köstliche Croissants und einen genießbaren Saft, was mich optimistisch stimmt.

Vor Kursbeginn möchte ich mich noch schnell bei PBWorks registrieren, das haben wir gestern als “Hausaufgabe” aufbekommen. Mit dieser Seite kann man Wikis erstellen, unser heutiges Thema. Wiki bedeutet “schnell“ auf Hawaiianisch und genau das ist es auch. Man kann sehr einfach und schnell eine Webseite erstellen, die von mehreren Personen editiert werden kann. Man kann mehrere Ordner und Seiten anlegen und diese miteinander durch Links verknüpfen. So ein Wiki kann man auf vielfältige Weise nutzen und die Schüler gut dabei einbeziehen. Jede/r kann beispielsweise eine eigene Seite in diesem Wiki bekommen, die sie oder er selbst gestalten kann. Dort können unter anderem Arbeitsergebnisse, Links, Videos etc. geteilt und kommentiert werden. Etwas ungünstig ist, dass jeweils nur eine Person zur Zeit eine Seite editieren kann und dass nicht automatisch gespeichert wird, wie es beispielsweise in einem GoogleDocs Dokument der Fall ist. Ein solches Dokument verwenden wir übrigens auch im Kurs. In diesem haben wir zu Anfang alle gleichzeitig unsere E-Mail-Adressen geschrieben und Valerie stellt uns dort immer wieder die Links zur Verfügung, die wir gerade benötigen, wirklich sehr praktisch.

Nach ein paar Startschwierigkeiten bei der Registrierung bei PBWorks haben wir es nun doch alle geschafft. Valerie hat uns bereits heute Morgen eine Einladung zu ihrem Wiki geschickt, der wir nun alle folgen. Wir erstellen uns alle eine Seite in ihrem Wiki, auf der wir ein wenig herumprobieren können. Sie zeigt uns, wie man Bilder, Videos und Links einfügen kann, was jedoch nicht alle auf Anhieb hinbekommen. Das alles nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und dann ist auch schon die kurze Kaffeepause, die wir nutzen, um uns am Kiosk gegenüber für den unschlagbaren Preis von einem Euro einen Kaffee und ein Stück abgepackten Kuchen zu holen.

Nach der Pause zeigt Valerie uns, wie man ein eigenes Wiki anlegt und nun sollen wir auch direkt eines erstellen, welches wir für unser Webquest verwenden sollen. Ich erstelle das Wiki für unsere Gruppe und lege für jeden Abschnitt (Introduction – Task – Process – Evaluation – Conclusion) eine Seite an. Wir einigen uns darauf, wer welche Seite mit Inhalten füllt, und legen los. Es scheint, als wäre nicht all unseren Gruppenmitgliedern klar, was genau eigentlich von uns erwartet wird. Generell scheinen nicht alle in unserem Kurs das erforderliche Sprachniveau für den Kurs aufzuweisen, was uns immer wieder viel Zeit und extra Aufwand seitens der Kursleiterin kostet. Ein kurzer Sprachtest vor der Anmeldung für den Kurs wäre durchaus sinnvoll, da durch mangelndes Verständnis wie gesagt eine Menge Unterrichtszeit verloren geht, weil vieles immer und immer wieder erklärt werden muss.

Nach der Mittagspause widmen wir uns erst einmal anderen Themen. Auf dem Stundenplan sind für den Nachmittag die Themen Concordances, Online Dictionaries und Visual Thesaurus vorgesehen. Zum Einstieg bekommen wir direkt eine kleine Rechercheaufgabe: wir sollen auf “Wortjagd” (Word Hunt) gehen. Jeder zieht zwei Zettel, auf denen jeweils ein englischer Begriff steht. Die Begriffe sind extra so gewählt, dass wir sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht kennen. Nun sollen wir die Bedeutung herausfinden und diese auf kreative Weise in unserem Google Docs Dokument mit den anderen Kursteilnehmenden teilen. Hier zwei Beispiele unserer Ergebnisse:

Nun besprechen wir noch ein paar Vorteile von einem solchen Word Hunt. Indem man selbst die Bedeutungen heraussuchen und für andere aufbereiten muss, kann man sich die Vokabeln im Nachhinein viel besser merken. Auch für die Betrachter ist es durch die Veranschaulichung deutlich einfacher, die Vokabeln zu verstehen.

Für die Recherche haben wir alle unterschiedliche Seiten benutzt. Für eine einfachere Recherche zeigt uns Valerie nun noch ein paar nützliche Seiten. So zum Beispiel Multidict. Der gesuchte Begriff wird hier gleichzeitig in diversen Wörterbüchern gesucht. Man kann so schnell und ohne immer wieder neue Tabs öffnen zu müssen verschiedene Definitionen und Übersetzungen vergleichen.

Viel Zeit bleibt nicht mehr, also zeigt Valerie uns noch ein paar weitere Seiten, die einem bei der Recherche behilflich sein können. Die Seite Snappywords beispielsweise zeigt einem graphisch ansprechend aufbereitet eine Reihe von Synonymen und Wortbeziehungen an (visueller Thesaurus). Leider gibt es diese Seite nicht für die deutsche Sprache. Hierfür kann man die Seite VisuelleSynonyme nutzen, diese ist jedoch längst nicht so ansprechend wie Snappywords.

Die Seite Freerice fragt einen Vokabeln ab und für jede richtige Antwort wird ein kleiner Geldbetrag an das World Food Programme gespendet. Eine nette Motivation, um Vokabeln zu lernen. Man kann sich zwar auch deutsche Vokabeln abfragen lassen, die Abfrage findet jedoch auf Englisch statt.

Zu guter Letzt zeigt Valerie uns noch die Suchmaschine Duckduckgo, die im Gegensatz zu Google keine Daten des Suchenden speichert. Außerdem verweist Valerie noch auf den Artikel “The Best Search Engines in 2019”. Da die Unterrichtszeit nun schon wieder vorbei ist, können wir hierauf nicht mehr eingehen.

Direkt nach dem Kurs steht ein Ausflug nach Valletta an, die Hauptstadt Maltas. Mit dem Bus werden wir und etwa 20-30 andere Teilnehmende von ESE und ETI dorthin gefahren. Bei uns ist der Tourguide Mario, der uns durch die Stadt führt und diverse historische Fakten liefert. In den zwei Stunden halten wir an vielen Orten und er hat viel zu erzählen.

Die Hitze macht mir zu schaffen und ich bin sehr müde (die letzten Nächte waren einfach zu kurz). Daher kann ich Mario leider nicht so gut folgen und alles aufnehmen, was er uns Interessantes erzählt. Das geht auch einigen anderen so. Am Ende der Tour schauen wir uns noch einen Film an: “The Malta Experience”. Dieser Film erklärt 7000 Jahre Geschichte der Insel. An jedem Sitz befinden sich Kopfhörer, denn der Film ist in 17 Sprachen verfügbar. Mario empfiehlt uns aber, Englisch auszuwählen, und so mache ich es dann auch. Nach der langen Tour noch einmal eine ganze Menge Input, jedoch auch sehr ansprechend aufbereitet.

Gegen 18 Uhr geht es mit dem Bus zurück nach St. Julian’s. Schnell noch einen Kaffee geholt und hier sitzen wir nun im ESE Building und verfassen unser Lerntagebuch. Zur Belohnung gönnen wir uns danach noch eine kurze Abkühlung im Wasser (diesmal nur die Füße, denn es ist schon sehr spät und für hiesige Verhältnisse fast schon frisch draußen) und einen Snack am Strand.

Mittwoch, 19.06.19 – Der dritte Kurstag (Halbzeit)

Seit gestern Abend funktioniert die Klimaanlage wieder, endlich eine Nacht bei „normaler“ Temperatur! Ich erwache viel erholter als die letzten Tage und freue mich auf den Tag. Heute geht der Unterricht nur bis 12:30 Uhr und der ganze Nachmittag steht uns zur freien Verfügung.

Wir frühstücken wieder draußen auf der Terrasse, direkt an der belebten Straße, umgeben von Baustellen- und Alarmanlagenlärm. Aber irgendwie habe ich mich fast schon an den hohen Geräuschpegel hier gewöhnt. Hier ein kleiner Eindruck.

Im Kursraum angekommen, erzählt Valerie uns, dass das heutige Thema “Interactive Classroom Activities” ist, und fragt uns, ob wir Kahoot kennen. Die meisten haben mindestens schon davon gehört, einer benutzt es regelmäßig in seinem Unterricht, um seine Schüler zu testen. Mit Kahoot kann man ganz einfach ein Quiz, ein Jumble (verschiedene Antworten in die richtige Reihenfolge bringen) oder eine Umfrage erstellen. Natürlich hat Valerie schon ein Quiz über Malta für uns vorbereitet. Sie teilt uns in drei Teams ein, wir geben den PIN für ihr Quiz ein, denken uns einen Teamnamen aus und schon erscheint dieser auch schon auf dem Bildschirm. Die Fragen werden auf dem Smartboard angezeigt, die Antworten erscheinen auf unseren Laptops (es funktioniert auch mit dem Smartphone). Für die Beantwortung bleiben uns nur wenige Sekunden und danach können wir direkt sehen, wer richtig geantwortet hat. Am Ende erscheint auf unseren Bildschirmen, welchen Platz wir erreicht haben.

Eine neue Funktion von Kahoot, die auch Valerie noch nicht kennt, ist, dass man ein Quiz auch als Hausaufgabe aufgeben kann, eine sogenannte “Challenge”. Nun sind wir selbst dran, ein Quiz, ein Jumble oder eine Umfrage zu erstellen. Den Fragen kann man auf einfache Weise auch Bilder hinzufügen. Es ist auch möglich, vor Quizbeginn ein Youtube-Video abspielen zu lassen, wobei man auch Timecodes setzten kann, damit nur ein Teil des Videos abgespielt wird.

Ein weiteres Tool für Quizze ist Socrative. Auch hier dürfen wir zum Einstieg erst einmal an einem Quiz teilnehmen, zu dem wir auch wieder mit einer PIN gelangen. Socrative ist nicht ganz so bunt und geräuschvoll wie Kahoot, macht es einem aber ähnlich leicht, in kürzester Zeit ein Quiz zu entwerfen. Wir erstellen uns auch hier einen Account. Mittlerweile sind wir alle auf diversen Seiten registriert. Mit einem Google Account geht diese meistens in Sekundenschnelle. Weiter kommen wir erst einmal nicht, denn nun ist es Zeit für die tägliche Kaffeepause. Danach geht es direkt weiter mit Socrative und Valerie leitet uns wieder Schritt für Schritt an, wie wir ein Quiz erstellen können. Auch hier kann man den Fragen Bilder hinzufügen. Im Gegensatz zu Kahoot kann man hier auch noch Erklärungen zu den Antworten hinzufügen, die man direkt nach der Beantwortung der Fragen angezeigt bekommt. Ein bei Socrative erstelltes Quiz kann man entweder als Hausaufgabe aufgeben oder wie bei Kahoot direkt im Klassenraum spielen und die Schüler gegeneinander antreten lassen.

Solche Ratespiele in den Unterricht einzubauen, ermöglicht es den Lehrkräften, auf spielerische Weise Wissen (z. B. Vokabeln, historische Fakten etc.) abzufragen und so zu verfestigen. Die Schüler treten gegeneinander an, was den Ansporn nach den richtigen Antworten noch erhöht.

Als nächstes geht es um Mind Maps. Wir besprechen, dass dies eine gute Möglichkeit ist, komplexe Themen visuell aufzubereiten. Unser Gehirn arbeitet nicht linear und genau das kann man mit einer Mind Map gut abbilden. Hierzu erscheint auf dem Smartboard noch ein Zitat von Tony Buzan: „A mind map is a thinking tool that reflects externally what goes on inside your head.“

Wenn man so ein Mind Map per Hand gestaltet, kann man sich leicht “verzetteln”. Vielleicht möchte man einige Punkte doch lieber woanders stehen haben, etwas entfernen oder hinzufügen, wo nun kein Platz mehr ist. Es kann schnell etwas chaotisch werden. Für eine flexiblere Erstellung bieten sich einige online Tools an, so zum Beispiel GoConqr. Selbstverständlich erstellen wir uns auch hier einen Account und legen direkt los. Wie bisher alle Tools ist auch dieses sehr benutzerfreundlich und auf Anhieb verständlich. Man kann eigentlich nichts falsch machen. Man kann die einzelnen Äste flexibel hin und her schieben, die Farben und Schriftarten ändern sowie Bilder und Videos einfügen.

Hier das Beispiel, welches wir in aller Kürze gemeinsam am Smartboard erstellt haben:

Nun zeigt Valerie uns noch, wie wir dieses ganz einfach in unser Wiki einbetten können.

Eigentlich wollte sie uns noch ein anderes Tool zeigen, mit welchem man mit mehreren Leuten gleichzeitig Mind Maps erstellen kann, jedoch fehlt uns die Zeit hierfür, denn auch heute werden wir wieder durch viele Nachfragen und Verständnisprobleme aufgehalten.

Nach dem Mittagessen holen mein Kollege und ich uns wieder einen Kaffee (mittlerweile sind wir schon Stammkunden in einem kleinen italienischen Laden ein paar Straßen weiter) und setzen uns damit auf die Terrasse, um unsere Blogeinträge zu verfassen.

Danach machen wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Sliema. Von dort aus nehmen wir eine Fähre nach Valletta.

Fähre von Sliema nach Valletta

Die Überfahrt dauert nur etwa 10 Minuten und hin und zurück kostet uns pro Person nicht einmal drei Euro. Die Aussicht ist fantastisch! Wir sind zwar am Dienstag schon in Valletta gewesen, doch wir möchten uns gerne noch einmal in Ruhe umschauen und unsere eigenen Eindrücke sammeln. Also schlendern wir durch die engen Straßen und genießen es, dass es hier nicht so wuselig und voller feiernder Leute ist wie in St. Julian’s.

Ausblick von Valletta in Richtung Sliema

Donnerstag, 20.06.19 – Der vierte Kurstag (Endspurt)

Die Klimaanlage funktioniert nach wie vor und frühstückstechnisch gibt es auch nichts Neues zu berichten. Daher starte ich meinen heutigen Eintrag direkt beim Kurs.

Da Valerie uns gestern eigentlich noch eine Möglichkeit zeigen wollte, wie man gemeinsam an einer Mind Map arbeiten kann, wir aber keine Zeit mehr hatten, starten wir heute direkt damit. Die App, die sie uns präsentiert, heißt Padlet. Es sind nicht direkt Mind Maps, die man damit erstellen kann, aber es bietet trotzdem eine schöne Methode, um ein Brainstorming zu visualisieren. Mit Padlet kann man ganz einfach eine Pinnwand gestalten. Valerie teilt uns den Link zu einer bereits von ihr vorbereiteten Pinnwand und bittet uns, diese mit Leben zu füllen. Hierfür müssen wir uns noch nicht registrieren. (Später tun wir dies aber trotzdem, da wir noch eigene Pinnwände erstellen.) Per Doppelklick auf die Pinnwand öffnet sich auf dieser ein kleines Fenster, in das man direkt hineinschreiben sowie Links, Bilder, Sprachaufnahmen und Videos posten kann. Es sieht ein bisschen aus wie kleine Klebezettel, die man übrigens auch miteinander verbinden kann, wie bei einer Mind Map:

Um zu vermeiden, dass unangemessene Schimpfwörter auf der Pinnwand landen, kann man einen Profanity Filter einschalten. Dieser macht ein wütendes Emoji aus dem Schimpfwort. Mit welcher Treffsicherheit Padlet die Schimpfwörter erkennt, kann ich jedoch nicht sagen. Deutsche Schimpfwörter scheint es jedenfalls nicht zu kennen.

Erstellt man sich einen Account in der kostenlosen Basisversion, ist man auf drei Pinnwände limitiert. Fertige Wände kann man aber als Bild, PDF, CSV oder Excel-Datei exportieren, man muss sie also nicht endgültig löschen, wenn man Platz für eine neue benötigt, kann diese dann allerdings nicht weiterbearbeiten.

Bei der Erstellung eines Padlets gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten: Wand, Leinwand, Stream, Raster, Regal, Backchannel. Diese unterscheiden sich in der Anordnung der Notizen. Wir haben jedoch nur kurz Zeit, um uns dort umzuschauen, da Padlet eigentlich nicht auf dem Plan für heute steht.

Dann geht es auch schon weiter mit der App Tes blendspace. Hier kann man eine Art Linkliste erstellen, die jedoch in Kacheln angeordnet und deutlich übersichtlicher und optisch ansprechender als eine reine Auflistung von Hyperlinks ist. Auch kleine Texte und Quizze kann man hier verfassen:

Im Unterricht kann man diese auch wie eine Präsentation verwenden. Klickt man auf “Play”, werden die einzelnen Inhalte nacheinander groß angezeigt. Erneut erstellen wir uns einen Account, klicken auf „New lesson“ und probieren ein wenig herum. Nebenbei erklärt Valerie uns noch, wie wir dies in unser Webquest einbetten können. Dies tue ich dann auch direkt, um es noch ein wenig mit Inhalten zu füllen. Leider sind wir nämlich während der Unterrichtszeit nicht mehr wirklich dazu gekommen, an diesem zu arbeiten. Das ist aber nicht weiter schlimm, sagt Valerie. Es ist am wichtigsten, dass wir das Prinzip dahinter verstehen und wissen, wie wir eines erstellen können. Sie hat nicht den Anspruch, ein fertiges Webquest von uns gezeigt zu bekommen, solange wir wenigstens mit einer Idee und dem groben Gerüst dafür aufwarten können.

Das nächste Thema ist Wordclouds. In einer Wordcloud kann man viele verschiedene Schlüsselbegriffe zu einem Thema in diversen Anordnungen, Farben und Formen darstellen, wobei die unterschiedlichen Größen der Begriffe die Wichtigkeit indizieren. So eine “Wolke” visualisiert ein Thema und eignet sich sehr gut für den Einstieg in dieses. Man kann gemeinsam überlegen, welches Thema wohl ansteht, was dieses beinhaltet und vieles mehr.

Man kann die Schüler beispielsweise auch nach bestimmten Wortarten suchen lassen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Es folgt der nächste Account (wie viele es jetzt wohl schon sein mögen?), diesmal bei WordArt. Ein paar Klicks und ein paar eingetippte Wörter später habe wir auch alle schon eine Wortwolke auf unseren Bildschirmen. Man kann auch ohne einen Account eine Word Cloud erstellen, jedoch kann man diese dann lediglich als PNG, JPEG oder PDF herunterladen und danach nicht mehr editieren. Mit einem Account kann man bereits erstellte Wolken jederzeit ändern.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie einfach das alles funktioniert und wie zugänglich diese Apps sind. Auch hier dürfen wir wieder herumprobieren und entdecken, was für Möglichkeiten einem geboten werden. Die Einstellungsmöglichkeiten sind vielfältig: Schriftart und -größe, Farben und Form (entweder man wählt eine aus den vielen voreingestellten Möglichkeiten aus oder lädt selbst ein Bild hoch, dessen Form dann verwendet werden kann). Die verwendeten Wörter kann man entweder selbst eintippen und deren Gewichtung angeben oder aber einen ganzen Text importieren und WordArt entscheidet dann eigenmächtig anhand der Frequenz der Wörter, wie groß diese dargestellt werden. Als ich dies ausprobiere (ich nehme hierfür mein Lerntagebuch), muss ich jedoch feststellen, dass insbesondere die für das Thema irrelevanten Wörter wie Präpositionen, Pronomen und Konjunktionen groß dargestellt werden. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Manuell lösche ich viele davon aus der Liste, füge weitere Begriffe hinzu und ändere die Gewichtungen. Dies kostet mich jedoch relativ viel Zeit, in der ich genauso gut auch die relevanten Begriffe hätte eintippen können.

Schnell zeigt Valerie uns noch, wie wir die fertigen Bilder bei imgur hochladen und in PBWorks einbetten können.

Als nächstes stehen Infografiken auf dem Unterrichtsplan. Hierfür registrieren wir uns bei Canva. Wir suchen uns eine Form aus, wählen einen Hintergrund und fügen Texte und Bilder ein, alles ganz einfach mit wenigen Klicks. Die Schwierigkeit besteht eher darin, sich zu entscheiden, weil es so viele Möglichkeiten gibt.

In etwa drei Minuten habe ich folgendes erstellt:

Und wieder bin ich positiv überrascht, wie einfach und schnell das alles geht. Durch Ausprobieren findet man sich schnell in die Funktionen ein. Man kann auch hier wieder per Link andere Personen einladen, das Bild entweder nur anzuschauen oder es sogar selbst zu bearbeiten. Ich bette es noch schnell in meine Wiki-Ausprobierseite ein und dann ist auch schon Mittagspause.

Danach zeigt Valerie uns die Funktionen eines Interactive Whiteboards. Das Board im Unterricht ist von der Marke Promethean. Die Betriebssysteme der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich lediglich in Kleinigkeiten, grundsätzlich jedoch verfügen alle über sehr ähnliche Funktionen. Sie öffnet ein leeres Blatt und legt los. Man kann entweder mit dem Finger oder einem speziellen Stift auf diesem schreiben oder Maus und Tastatur verwenden. Es gibt Textmarker, man kann Formen einfügen, einfärben, mit dem Finger oder der Maus hin und herschieben, mit dem Radierer Dinge entfernen und so weiter. Sie erläutert kurz verschiedene Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. So kann man beispielsweise die Schüler per drag and drop Adjektive in zwei verschiedene Kategorien ordnen oder Wörter in Lückentexte ziehen lassen und vieles mehr. Auch hier sind die Einsatzmöglichkeiten denkbar vielfältig.

Unterrichtsbeispiel von Valerie: Wenn die orangenen Begriffe in den weißen Kreis gezogen werden, erscheinen die entsprechenden Substantive in schwarzer Schrift.

Die Zeit ist schon wieder sehr fortgeschritten und wir dürfen noch ein wenig an unserer Webquest arbeiten, bevor wir uns im Eingangsbereich des ESE Buildings mit einigen anderen zusammenfinden, um gemeinsam einen Ausflug nach Mdina zu machen.

Nach etwa 20-30 Minuten Fahrt im klimatisierten Bus sind wir auch schon da. Mdina ist eine der früheren Hauptstädte Maltas, doch mittlerweile wohnen hier nur noch ca. 250 Leute, weshalb man sie auch als “Silent City” bezeichnet. Wir laufen durch die engen Straßen zwischen den Sandsteingebäuden und lauschen Mario, unserem Tourguide, den wir bereits von unserer Tour nach Valletta am Dienstag kennen. Neben vielen anderen Fakten berichtet er auch, dass hier ein paar Szenen der bekannten Serie Game of Thrones gedreht wurden. Mdina ist eine sehr interessante Stadt und durchaus einen Besuch wert.

Zurück in St. Julian’s gehen mein Kollege und ich noch schnell eine Runde schwimmen, decken uns im Supermarkt mit ein paar Snacks ein (für ein richtiges Abendessen haben wir heute keine Zeit mehr) und machen es uns auf der Terrasse gemütlich, um unseren Tag zu dokumentieren.

Freitag, 21.06.19. (Der letzte Tag)

Das heutige Thema im Unterricht ist Interactive Stories. Zum Einstieg hat Valerie für uns mit Twine ein Spiel vorbereitet, welches wir über Valeries Tes Blendspace erreichen. Wir befinden uns in einem imaginären Labyrinth und müssen uns entscheiden, welchen Weg wir gehen. An jeder Gabelung bekommen wir eine Frage zur englischen Aussprache gestellt und müssen uns durch richtige Antworten den Weg nach draußen bahnen. Am Ende erwartet uns ein großes Feuerwerk. Mit Twine kann man nicht-lineare Geschichten erzählen und die Benutzer entscheiden lassen, wie es weitergeht. Man hat das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Auf diese Weise kann man beliebige Themen interaktiv aufarbeiten und die Schüler können Aufgaben auf spielerische Weise durchlaufen.

Twine ist Open Source und man kann es nur online im Browser benutzen. Diesmal müssen wir uns nicht einmal registrieren. Wenn man die erstellte Geschichte in einem anderen Browser verwenden will, muss man es als html-Datei herunterladen und dann entsprechend wieder hochladen (doch das geht ganz schnell und unkompliziert). Für diese App gibt es sehr viele online Tutorials und auch ein eigenes Wiki. Wenn man programmieren kann, bietet Twine einem unzählige Möglichkeiten, aber auch ohne jegliche Programmierkenntnisse kann man ziemlich unkompliziert so ein “Labyrinth” konstruieren. Zusammen kreieren wir eine Geschichte. Besser gesagt: Valerie tippt am Smartboard und wir tippen ab, damit wir uns nicht in unseren Ideen verzetteln. Schritt für Schritt geben wir kleine Textpassagen ein und verlinken jeweils zwei Möglichkeiten oder lassen die Geschichte an bestimmten Punkten enden. Die einzelnen Schritte sind verlinkt und man kann sie einfach verschieben, um es sich übersichtlicher zu gestalten.

Wie sollte es auch anders sein, natürlich kann man auch hier Bilder, Videos und Links einfügen. Als letztes fügen wir noch ein Youtube-Video ein und klicken auf play, um unsere Geschichte “The Office” zu durchlaufen. Wer sich unser Ergebnis anschauen möchte, kann gerne diesem LINK folgen. Man landet auf meinem Tes Blendspace und kann dort auf “File” klicken. Der blaue Text auf den Seiten ist verlinkt. Manchmal gibt es nur eine Möglichkeit, manchmal muss man sich zwischen zwei Optionen entscheiden. Landet man auf einer Seite, die mit “The End” endet, kann man links mit dem Pfeil zurückgelangen und die andere Variante ausprobieren. Viel Spaß damit!

Ich bin begeistert, mal wieder! Es ist so einfach und das Ergebnis ist großartig. Die Möglichkeiten sind nahezu endlos und ich “befürchte”, ich werde in Zukunft noch einige Zeit auf dieser Seite verbringen. Valerie meinte: “I have spent hours and hours designing such stories.” Daran habe ich keine Zweifel und bin parallel schon am überlegen, was ich damit wohl alles anstellen kann.

Nach der kurzen Kaffeepause füllen wir alle schnell Evaluationsbögen zu dem Kurs und unserer Unterbringung aus. Dann geht es weiter mit StoryJumper. Hiermit kann man Geschichten in einem Bilderbuch erstellen und jede Seite einzeln gestalten oder sich Geschichten anderer Leute anschauen. Es gibt auch die Möglichkeit, das Ergebnis als Hardcover drucken zu lassen oder als eBook zu speichern, das kostet aber. Über den Link zum Buch kann man es sich aber jederzeit kostenlos anschauen. Man kann auch gemeinsam an Geschichten arbeiten oder Kommentare erlauben. Auch diese App ist sehr einfach zu bedienen. Man hat die Wahl zwischen diversen Hintergründen oder kann eigene Fotos hochladen und dann zieht man einfach kleine Figuren in das Bild, kann die Größe ändern und diese beliebig verschieben. Schnell noch ein Textfeld oder eine Sprechblase eingefügt und schon ist die Seite auch schon fertig und man kann zur nächsten übergehen. Den einzelnen Seiten kann man auch Sprachaufnahmen hinzufügen. Ebenfalls eine schöne Möglichkeit, um Geschichten zu erzählen oder die Schüler eigene Geschichten erzählen zu lassen. Allerdings muss man ein wenig Englisch können, denn auf Deutsch ist die Seite nicht verfügbar.

In der Mittagspause organisieren mein Kollege und ich schnell noch eine Karte für Valerie. Wir möchten ihr gerne für diese wirklich interessante und lehrreiche Woche danken! Sie hat uns so viele tolle Dinge gezeigt und war immer außerordentlich freundlich und geduldig.

Nach der Pause erzählt sie uns noch ein paar Dinge über die Seite http://www.languages.dk/tools/. Hier findet man jede Menge Tipps und Tools für CLIL (Content and Language Integrated Learning). Doch auch für “normalen” Unterricht kann man hier Nützliches finden. Wordlink beispielsweise ist mit Multidict verknüpft und besonders für das Lesen fremdsprachiger Texte wunderbar geeignet. Man kann dort einfach einen Artikel verlinken oder einen Text einfügen und per Klick auf jedes beliebige Wort sucht Multidict parallel nach Übersetzungen oder Definitionen.

Nun dürfen wir noch kurz an unserem Webquest arbeiten, bevor es ans Präsentieren geht. Da wir nur zwei Gruppen sind und unter der Woche wenig Zeit für die Bearbeitung hatten, sind wir mit den Präsentationen schnell fertig.

Valerie lobt noch einmal, was wir in der kurzen Zeit alles erreicht haben und plötzlich ist der letzte Unterrichtstag auch schon vorbei. Wir verabschieden uns und ich werde ein kleines bisschen wehmütig. Die Woche verging so schnell und ich brauche sicher noch eine Weile, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Zum Glück fliegen wir erst morgen zurück, sodass wir heute noch den Abend genießen können.

Ich freue mich, dass ich dieses fantastische Angebot nutzen konnte und bedanke mich auch ganz herzlich bei unseren lieben Kolleginnen aus dem Landesverband der Volkshochschulen in S-H, die uns bei den Vorbereitungen immer unterstützend zur Seite standen.