Malta: Empowerment in ICT Skills: Making Use of Technology Tools (4)

von A. S.

Montag, 10. Juni 2019

Heute ist der erste Tag meines Kurses „Empowerment in ICT skills – Making use of technology tools“ bei ETI in Malta. Pünktlich um 8:45 Uhr reihe ich mich in die Warteschlange für die Einschreibung ein. Die Firma ETI (Executive Training Institute) teilt sich das helle, moderne Gebäude mit einer Sprachschule und um uns herum herrscht vielsprachige Aktivität. Da die Zeit schneller voranschreitet als unsere Einschreibung, werden wir kurzerhand auf unsere Lehrer verteilt und begeben uns zu den jeweiligen Unterrichtsräumen.

Unsere Gruppe ist recht klein: Nur drei Teilnehmerinnen! Rossella aus Italien und Maria aus der Tschechischen Republik unterrichten beide in der Sekundarstufe. Wir legen direkt los mit Google Drive. Valerie, unsere Kursleiterin, erklärt uns die Vorzüge von Google Drive: Hier lassen sich mit einer Gruppe von Teilnehmern gut Dokumente, Bilder etc teilen bzw Formulare, Präsentationen usw erstellen und auch bearbeiten. Jede Teilnehmerin meldet sich daraufhin bei Google Drive an, und wir geben neben unserer Email Adresse noch ein paar persönliche Details zum Kennenlernen ein.

Schon ist die erste Unterrichtseinheit vorbei und nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter: Valerie informiert uns, dass wir eigene Internetseiten erstellen werden. Sie genehmigt uns ein paar Minuten zur Ideenfindung für dies Projekt und zeigt uns noch kurz eine Internetseite, die sie mal eben so selbst entworfen hat. Wir suchen auf Google nach dem Wix Website Builder und los geht’s mit der Anmeldung und der ersten Seite. Das Ganze wird schon komplexer und ich bin froh, dass ich nicht die einzige bin, die immer mal wieder nachfragen muss. Zuhören, neue Begriffe aufnehmen, die Abfolge der einzelnen Schritte erinnern und sich gleichzeitig Notizen machen, ist nicht einfach. Ich analoger Dinosaurier sehne mich nach einem Bedienungshandbuch…

Nach der Mittagspause sprechen wir über Copyright und Valerie empfiehlt den Gebrauch von Fotos aus Pixabay, die immer frei zugänglich sind. Dann suchen wir uns einige Bilder im Internet aus, die wir auf unserer Seite unterbringen möchten, und versuchen, sie auf unserer noch ganz frischen Seite einzubetten. Das klappt mit unterschiedlichem Erfolg, aber schon sind wir beim Thema Hyperlinks, mit denen man eingebettete Bilder versehen kann, um zu weiteren Internetseiten bzw Informationen zu einem Thema zu leiten. Dann ist auch schon der dritte Unterrichtsblock beendet und wir werden zu einem typisch maltesischen Schluck Kimmie (eine leicht bittere Limonade aus Orangen und Kräutern) und maltesischem Pastizzi Gebäck entlassen. Ich hoffe, dass ich morgen noch erinnere, was ich heute neu gelernt habe!

Dienstag, 11. Juni 2019

Zum gestrigen Tag gab es bei uns Teilnehmerinnen noch die eine oder andere Frage, und unsere geduldige Kursleiterin war bemüht, nochmals kurz darauf einzugehen, aber zum Üben blieb keine Zeit, da das Programm sehr straff organisiert ist.

Unser heutiges Thema war „Blogs“. Blogs sind Veröffentlichungen zu bestimten Interessengebieten oder Themenbereichen, wie auch Webseiten, sind aber nicht statisch wie diese, sondern flexibler. Hier werden z.B. Ideen mit Dritten geteilt, die eingeladen werden können, den Blog inhaltlich mitzugestalten. Wie auch bei Webseiten, können z.B. Bilder oder Videoclips in den Blog aufgenommen oder Verweise/Links auf andere Internetseiten eingearbeitet werden.

Über die Seite www.blogger.com hat jede Teilnehmerin ihren eigenen Probe-Blog erstellt, und dann ging es im Verlauf des Tages daran, Posts zu erstellen, also einen eigenen Text mit Bildern und Videos zu versehen, Seiten zu erstellen und das Layout zu gestalten. Wieder gab es eine Flut von Tipps und Informationen, die erst noch in Ruhe zu einem späteren Zeitpunkt ‚einsortiert‘ werden müssen, da man sich soviel Neues einfach nicht auf Anhieb merken kann.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Wir begannen den heutigen Tag mit der Einfuehrung in das digitale Tool Edpuzzle (www.edpuzzle.com). Mit Edpuzzle lassen sich selbst hochgeladene Videos oder Videos von Plattformen wie Youtube für den Unterricht bearbeiten und einsetzen. Die gewählten Videos können gekürzt und mit Fragen, Kommentaren und Aufgaben versehen werden. Der Lehrer stellt das bearbeitete Video dann z.B. auf seiner (Schul-) Webseite oder auf einem Blog bereit. Wenn es z.B. für einen bestimmten Kurs bereitgestellt wird, erhalten die Kursteilnehmer einen Code, mit dem sie dieses Video anschauen und die Aufgaben bearbeiten koennen. Bei Multiple Choice Fragen erhalten sie automatisch eine Rückmeldung, ob die Aufgabe richtig gelöst wurde. Der Lehrer hat die Übersicht, wer das Video angesehen hat, ob bzw. wie die Aufgaben erledigt wurden, wer Schwierigkeiten mit dem Material hatte, und kann den jeweiligen Teilnehmern individuelle Kommentare schicken. Ein tolles Tool für digitalen Unterricht!

Am Nachmittag wurde uns ein weiteres freies Tool für interaktives Lernen vorgestellt: LearningApps (www.learningapps.org). Hier kann man unter einer Vielfalt von Aktivitäten wählen, die man in seinem Unterricht einsetzen möchte, wie Quizzes, Kreuzworträtsel, Gruppenaufgaben und vieles mehr. Das Setzen von Filtern (Thema, Teilnehmerniveau) hilft, die Flut bereits vorhandener Angebote, die an die Bedürfnisse des Kurses angepasst werden können, einzudämmen. Außerdem kann man selbst Aktivitäten mit Hilfe vorgegebener Schablonen konzipieren. Auch dies ist ein fantastisches Tool für digital gestützten Unterricht.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Der heutige Kurstag begann mit Überlegungen zum Thema „Audiomaterial im Unterricht“.  Wir schauten uns gemeinsam ein kurzes Video über den McGurk Effekt an, der besagt, dass visuelle Eindrücke beeinflussen, was wir zu hören glauben und das andererseits ein akustisches Signal einen visuellen Eindruck verändern kann. Da wir normalerweise automatisch akustische und visuelle Signale in der Kommunikation kombinieren, fallen reine Hörverständnisübungen Sprachlernenden allgemein schwer und sollten daher verstärkt trainiert werden. Auch hier lassen sich die verschiedenen bei www.learningapps.org angebotenen Formate gut für das Erstellen maßgeschneiderter Übungen nutzen.

Eine Beispiel-Hörübung, die wir anschließend erstellten, war ein Lückentext zu einem Popsong, den wir als Audiodatei in unseren Blog stellten. Hierzu mussten wir auf YouTube einen Popsong aussuchen und die Audiodatei vom Video trennen. Im Fremdsprachenunterricht würden die Lernenden den Popsong hören und anschließend versuchen, die Lücken auszufüllen – hierbei kann es entweder eine Auswahl ähnlich klingender Wörter geben, zwischen denen das richtige Wort ausgewählt werden muss, oder die Lernenden müssen selbstständig aus einem ihnen bekannten Wortfeld die Vokabeln einsetzen. Weiterhin experimentierten wir mit dem Erstellen eigener Audiodateien, die dann auf der Youtube-Seite von LearningApps gespeichert wurden. Diese Dateien kann man ebenfalls als Link oder durch Einbetten auf seinem Blog oder auf der Webseite anbieten. Hier benutzten wir eine weitere frei verfügbare Applikation (www.123apps.com). Diese App erlaubt es, andere Formate auf MP3 umzuformatieren bzw. ältere Videoformate auf MP4 zu ändern. Da auf dieser App keine Audio- oder Videodateien gespeichert werden können, müssen sie heruntergeladen werden, bevor man sie in einen Blog oder eine Webseite einbettet oder mittels Link verbindet.

Mit rauchenden Köpfen wurden wir in unseren Nachmittag entlassen. Da wir heute etwas früher Schluss hatten, nutzte ich die Gelegenheit zu einem Besuch der prähistorischen Tempelanlagen von Tarxien, deren Anfänge auf 4100 vor Christus datiert werden. Der zeltartig überdachte Rundgang erlaubte es, auch bei den herrschenden Temperaturen (37 Grad C!) die fantastische Anlage zu besichtigen und sich vorzustellen, wie diese Steinkolosse vor so langer Zeit bewegt und bearbeitet wurden. Zurück zur Unterkunft ging es über die pittoreske Stadt Birgu, auch bekannt als Vittoriosa, und eine der drei Städte (zusammen mit Cospicua und Senglea), die von den seefahrenden Rittern des St. John Ordens als ihre Basis auf Malta um den großen Hafen befestigt wurden. Anbei ein paar optische Eindrücke.

Freitag, 14. Juni 2019

Der letzte Tag unseres Kurses begann mit einer Demonstration der App Adobe Spark (https://spark.adobe.com ). Mit Adobe Spark lassen sich Präsentationen gestalten, die etwas erklären oder erzählen, und in denen Fotos, Icons, kurze Videoausschnitte und Text kombiniert werden und mit Musik und/oder eigenen Tonaufnahmen unterlegt werden können. Diese Präsentationen können dann wiederum in eine Website oder einen Blog eingebettet werden.

Eine weitere App, die wir heute kennenlernten und ausprobieren konnten, war ToonDoo (www.toondoo.com). Diese App erlaubt es, eigene Cartoons zu erstellen und zu downloaden oder auch in ein Word Dokument einzufügen und auszudrucken. Im Fremdsprachenunterricht könnten die Teilnehmer z.B. Sprechblasen eines vorgegebenen Cartoons mit Text versehen und so ihre eigene Geschichte erzählen.

Anschließend stellte Valerie uns noch eine nette kleine App namens Hexatar (www.hexatar.com) vor, mit der man eine eigene virtuelle Identität, d.h. einen Avatar, erstellen kann.

Zu guter Letzt schauten wir uns die App Flashback Express (www.flashbackrecorder.com/express/) an, mit der Erklärvideos erstellt werden können. Alles in allem war auch heute wieder ein sehr voller Tag mit dicht gepacktem Lernprogramm. Das meiste konnte kurz ausprobiert werden, aber um die verschiedenen Apps wirklich nutzen zu können, werde ich mich mit dem Ganzen sicher noch einige Male intensiver beschäftigen müssen. Immerhin wurden mir Möglichkeiten aufgezeigt und Anregungen gegeben, die mir vorher nicht bekannt waren. Hier möchte ich mich vor allem bei Valerie für ihre Geduld bedanken, Dinge am nächsten Tag nochmals kurz zu wiederholen.

Vielen Dank auch an den Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins und das Erasmus+ Programm für die Möglichkeit, an dieser Weiterbildung teilzunehmen.

Digital Game-based Learning & Augmented Reality for Schools, Dublin

von E. S. L.

Tag 1, Montag, 13. Mai 2019

Der Kurs Digital Game-Based Learning & Augmented Reality for Schools findet in der Südstadt von Dublin, an der Harcourt Straße statt. Diese Straße ist sehr bekannt, da dort „Dracula“ Autor Bram Stoker lebte. Das National Museum ist auch ein paar Schritte von hier.

Unser Lehrer heißt Bulent Donmez und kommt aus der Türkei, lebt aber in Dublin seit 2 Monaten. Bevor er nach Dublin gekommen ist, hat er viele Jahren in Italien gelebt und gearbeitet.

Die Frauenquote ist ausgesprochen hoch (80%). Die Teilnehmer kommen überwiegen aus Polen, einer aus Spanien und ich aus Deutschland.  Außer ich unterrichten sind die anderen Teilnehmer Lehrer an normalen Schulen (Grundschule und Oberstufe).

Die Erfahrung mit Digital Gamed-Based Learning im Unterricht ist sehr unterschiedlich, was den Austausch sehr interessant macht. Einige haben schon einige Tools ausprobiert, andere kennen die Tools und benutzen diese schon. Sowohl die Schule aus Polen (Zamosc) als auch aus Spanien (in der Nähe von Valencia) benutzen bereits viele Medien wie Whiteboard, Tablets sowie Softwares und Tools wie Kahoot, Scratch, Ode, usw. im Unterricht. Die Nutzung ist von Lehrer zu Lehrer sehr unterschiedlich.

Wir wurden herzlich begrüßt. Die wichtigsten Informationen über den Kurs wurden mitgeteilt. Wir haben uns vorgestellt und über uns und unsere Arbeit berichtet. Ein Video über Dublin in 360° mit einer Virtual Reality Brille wurde vorgestellt. Daher mussten wir folgenden Apps herunterladen: „Cardboard“ und Cloud Video Player für Apple.

Nach der Pause haben wir uns über unsere Erfahrungen mit Digital Education Games ausgetauscht, wie ich oben erwähnt habe.

Was ich von Heute mitnehme sind einige neue Apps sowie die Art und Weise der Einführung mit den Geräten. Wir mussten sie sofort benutzen und ausprobieren. Damit wurde das Thema „Willkommen in Dublin“ behandelt.

Wir haben einen spannenden Lernplan für die Woche. Ich freue mich schon darauf.

Tag 2, Dienstag, 14. Mai 2019

„Das Herunterladen der Apps sowie die Standardisierung von allen Geräten in der Klasse“ nimmt zum Beginn jedes Unterrichts viel Zeit und Raum ein, aber es ist nötig. Nur so kann ein gelungenes Lernen mit den Apps durchgeführt werden und die Teilnehmer haben ein sicheres gefühlt neue Formen des Lernens auszuprobieren bzw. schalten nicht so schnell ab.

Heute haben wir mit der Einführung einer neuen App begonnen: „Quizizz“ www.quizizz.com. Mit dieser App kann der Lehrer ein Quiz zu unterschiedlichen Themen erstellen bzw. vorbereiten, durchführen und zusammen mit den Schülern ihre eigenen Ergebnisse prüfen. Wenn man die App „Kahoot“ schon kennt, dann weiß man sicherlich schon genau worum es geht. Die Schüler können spielerisch lernen (allein oder in der Gruppe). Am Ende des Quiz kann der Lehrer sowohl das individuelle Ergebnis als auch die Punkte der gesamten Klassen erhalten, evaluieren und sich ein Bild über den Lernprozess machen.

Wir haben zuerst aus der Perspektive eines Schülers ein Quiz über Dublin alleine gespielt. Danach haben wir die ganze Klasse zusammen als Wettbewerb gespielt. Ich habe gewonnen Yippee!!! ;). Zum Schluss haben wir unser gemeinsames Ergebnis überprüft und darüber reflektiert bzw. diskutiert. Dieser Ablauf war super und hilfreich für uns, dadurch haben wir zuerst selbst ein Gefühl über das Spiel und die Nutzung erhalten.

Quizizz ist eine interessante und benutzerfreundliche App zur Erstellung von unterschiedlichen Quiz zum Lernen. Bilder können in jeder Frage bzw. Antwort ergänzt werden. Leider kann man kein Video einfügen. Es wäre noch schöner gewesen, wenn man mit kurzen Videos als Darstellung einer Situation, ein Quiz erstellen könnte.

Ich würde diese App für meinen Sprachkurs sowohl als Einführung eines Themas (als Vorkenntnisse, um den Teilnehmern zu aktivieren) als auch zum Schluss eines Kapitels nutzen. Für fortgeschrittene Kurse würde ich die App z. B. dafür nutzen, eine Kultur näher kennen zu lernen.

Ich könnte mir auch vorstellen, Quiz für Soft Skills zu entwickeln.

Man sollte nicht vergessen, dass die Vorbereitung viel Zeit im Anspruch nimmt. Aus diesem Grund würde ich mir eine kollaborative Zusammenarbeit wünschen, wo z. B. viele Lehrer aus verschiedenen VHS zusammen Content erstellen, sich austauschen, ergänzen usw.

Meine Reflexion: Eine Siloarbeit heutzutage ist nicht mehr denkbar. Wissen teilen und kollaboratives Lehren und Lernen ist sehr wichtig.

Der Zugang zu dem Quiz als Schüler läuft über einen Email-Account oder einen Link.

Nach der Pause hat Bulent, der Lehrer die Plattform „edmodo“ vorgestellt. https://www.edmodo.com.

„Edmodo“ ist ein digitaler Klassenraum mit besonderen und unbegrenzten Abspeicherung von Aufgaben, Quiz, Lernprozessen, usw. Diese Plattform ist auch eine sogennante Community wo Lehrer, Schüler und Eltern involviert sind.  Die Gestaltung und das Layout erinnere mich ein bisschen an Facebook.

Heute wurde diese Plattform nur ganz kurz eingeführt. Als Hausaufgabe müssen wir intuitiv zu Hause alle Funktionen ausprobieren bzw. entdecken. Morgen werden wir damit arbeiten.

Wir haben uns im Lehrermodus angemeldet und können unsere eigenen Kurse erstellen. Ich finde es ist eine super Plattform, wo man nicht nur seine Kurse digital verwaltet kann, sondern auch mit anderen Dozenten und Eltern kommunizieren bzw. sich austauschen kann.

Heute haben wir viel gelernt. Es war aber auch sehr anstrengt so viele Stunden mit unterschiedlichen Geräten (zwischen Tablet, Laptop und Mobil) zu arbeiten. Ein paar Pausen dazwischen mit frischer Luft waren sehr willkommen.

Tag 3, Mittwoch, 15.05.2019

Heute Morgen wurde eine kleine Stadtführung zu Fuß für alle Teilnehmer von der Erasmus Gruppe angeboten. Es war ganz interessant die Stadt in dieser Art und Weise zu entdecken. Danach hatten wir ein bisschen Zeit etwas zu essen. Um 13:30 Uhr hat der Kurs pünktlich begonnen.

Heute wurde zum Beginn die App „Quizlet“ vorgestellt. Mit Quizlet kann jeder Inhalte lernen und nutzen, die von anderen Nutzern erstellt wurden, oder eigene Lernsets erstellen.

Zuerst haben wir aus der Perspektiven eines Schülers ein paar Lernsets wie Karteikarten, Frage/Antwort, Test, Zuordnen und als Spiel ausprobiert. Danach haben wir live in Zwei Gruppen gespielt. Es war eine schöne Erfahrung, da wir als Gruppe die gleiche Frage in jedem Tablet erhalten haben, aber die Antwort war nur auf einem Tablet der Gruppemitglieder eingeblendet. Also mussten wir nicht nur auf unseren Bildschirm, sondern auch auf den Bildschirmen der anderen aufpassen.

Der Zugang zum Quizlet erfolgt über eine email-Account von Google oder Facebook.

Diese App kann man ganz gut für Sprachtrainings benutzen oder für das Erlernen bestimmte Begriffe. Ich persönlich bevorzuge für das Vokabellernen Wort + Bild statt die beiden Begriffe direkt zu übersetzen. Die App besitzt eine Datenbank von Bildern und Grafiken, was die Gestaltung der Lernsets benutzerfreundlicher macht.

Nach der Pause wurde die App „Studystack“ eingeführt. Im Grunde ist es sehr ähnlich wie die Quizlet App. Man kann bestehende Karten herausholen und benutzen oder seine eigenen Lernkarten erstellen. Es ist geeignet für Sprachenlernen bzw. Vokabeln lernen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Karten zu verwenden: Als Flashcards, Hangman, Hungry Bug, Matching, Crossword oder QuizStudystack. Im Vergleich zum Quizlet kann man keine Bilder hinzufügen. Der Ablauf der Nutzung dieser App war wie die o.g.

Der Browser „Lyrictraining“ www.lyricstraining.com wurde vorgestellt. Diese Plattform ist ideal für Sprachtrainings. Man kann ein bestimmtes Lied nach Zielsprache finden und den Text mit ein paar Übungen wie z. B. Wort ergänzen, verwenden. Man hat auch die Möglichkeit, diese Übung nach Sprachniveau anzupassen.

Ich finde eine super Plattform zur Übung der Aussprache, Sprechtraining, usw. Ich würde sie aber für Fortgeschrittene Teilnehmer benutzen. Der Zugang erfolgt zu einem Facebook Konto.

Eine andere App zum Sprachtraining ist „Funeasylearn“. Man kann Vokabeln lernen. Diese App kann man nur aus der Schülerperspektiven nutzen. Als Lehrermodus ist es leider nicht möglich.

Diese App könnte ich mir vorstellen, meinen Schüler für das Selbstlernen oder Ergänzungen des Kurses zu empfehlen. Eine sehr gute Übung ist die Aussprache von Wörtern.

Zum Schluss wurde www.geoguessr.com kurz eingeführt. Hier werden Fotos von Landschaften, Städte, Gebäude, Denkmäler, usw. dargestellt. Der Nutzer kann sein Wissen über die Bilder testen bzw. erkunden.

Ich könnte mir vorstellen, „Geoguessr“ für den Unterricht in Landeskunde, Sprachen, Kulturen usw., als Warm-up eines Themas zu nutzen.

Wie gestern haben wir heute viele neue Apps kennengelernt und ausprobiert. Es ist immer spannend, wenn man selber den Inhalt erstellen kann. Morgen geht es um Virtual Reality. Ich freue mich schon darauf!!!

Tag 4, Donnerstag, 16.05.2019

Heute haben wir mit dem Browser „Learningapps“ www.learningapps.org begonnen. Dieser Browser unterstützt Lern- und Lehrprozesse mit kleinen interaktiven multimedialen Bausteinen, die online erstellt und in Lerninhalte eingebunden werden. Es gibt viele Kategorien und man kann eine bestehende Vorlage bearbeiten bzw. anpassen.

Wie gewohnt haben wir diesen Browser zuerst aus der Schülerperspektive verwendet. Danach hat jeder seine eigene App kreiert bzw. angepasst.

Ein Beispiel von mir:

https://learningapps.org/display?v=p038d0go319

Nach der Pause hatten wir einen kurzen Input über das Thema „Gamification“ erhalten. Danach wurde der Browser www.go.edpuzzle.com eingeführt, wo wir das Thema Gamification mit kurzen Videos vertiefen konnten. Es gab auch die Möglichkeit, eine kleine Zertifizierung als Nutzer zu erhalten.

Wir haben mit der Nutzerzertifizierung begonnen aber Aufgrund der geringen Zeit, mussten wir das abbrechen.

Danach haben wir uns als Dozenten angemeldet. Dort konnten wir einen Klassenraum erstellen, um bestehende Videos von YouTube, TED-Talks zu bearbeiten. Ich habe z. B. ein paar Fragen gestellt, Kommentare eingefügt und ein paar Feedbacks gegeben.

Mit diesem Browser kann man viele Videos für den Unterricht verwenden. Es ist eine tolle Plattform. Ich würde es weiter benutzen.

Nach der zweiten Pause haben wir einen Input erhalten zum Thema Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Wir werden die Präsentation am Ende des Kurses erhalten.

Als Hausaufgabe sollten wir die App HR Reveal herunterladen.

Ich habe das Gefühl, dass wir so viele neue Apps und Browsers kennenlernen. Es ist die Gefahr, dass man von vielen Angeboten überfordert sein kann. Ich würde mir zuerst nur ein paar Apps auswählen, die mir ganz gut gefallen, beginnen und vertiefen. Danach werde ich die anderen auch weiter verfolgen.

Es ist auch wichtig, die Frage zu stellen, ob man in Richtung Gamification oder Digital Game Based Learning geht.

Tag 5, Freitag, 17.05.2019

Heute ist Freitag, der letzte Tag unseres Kurses. Es regnet (typisches Wetter in Dublin) aber nicht für uns. Die ganze Woche war sehr schön. Die Zeit ist rasant vergangen. Ich hatte viel Spaß beim Lernen. Wie gewohnt haben wir pünktlich begonnen. Man spürt schon die Müdigkeit im Raum. Man ist nicht mehr agil und kreativ. Wahrscheinlich ist es normal. Wir haben in den letzten Tagen 5 Stunden täglich mit verschiedenen Geräten bzw. Apps voll konzentriert gearbeitet.

Heute haben wir mit der App „HP Reveal“ begonnen. Da ich mit mehreren iOS Geräten arbeite, habe ich Probleme beim Herunterladen dieser App. Am Ende musste ich mit einem Kollegen zusammenarbeiten.

HRReveal

Diese App bietet Interaktion zwischen physischen Objekten mit Augmented Reality (AR).  Man kann sie für Erklärung komplexer Begriffe nutzen. Man kann z. B. Bild mit Video interagieren. Wir haben den gleichen Ablauf wie immer verfolgt: Erklärung – Mitmachen – Ausprobieren und Zeigen.

Augmentedreality

Die zweite App hieß „Augmented Class“. Diese App ist so ähnlich wie HP Reveal. Ganz positiv bei dieser App fand ich, ist die Möglichkeit Text einzufügen. Ich könnte mir vorstellen, Bilder bzw. Videos mit Texten und Augmented Class zu interagieren.

Die App lässt sich leicht zu bedienen. Voraussetzung ist eine gute Internetverbindung, da viele Geräte bzw. Nutzer im Raum gleichzeitig arbeiten bzw. interagieren.

Nach der Pause hatten wir die App „Expeditions“ von Google ausprobiert. Dort gibt es mehr als 230 virtuelle Ausflüge als AR (Augmented Reality) und VR (Virtuelle Reality), die man an seine Schüler weitergeben kann und pädagogische sinnvolle Diskussionen über das jeweilige Themengebiet ermöglichen kann. Es ist eine tolle App, aber nimmt viel Kapazität in dem Mobil bzw. Tablet.  Wir haben die Erklärung erhalten und ausprobiert, aber viele der Teilnehmer konnten weiter nicht arbeiten, da die Geräte zu viel Speicher benötigen.

Zum Schluss wurden zwei Apps vorgestellt, die man auch mit AR und VR für pädagogische Zwecke nutzen könnte. Einige Apps davon dienen nur zur Verwendung bestehende Videos. Mit anderen Apps könnte man es anpassen oder selber kreieren, aber es ist sehr aufwändig. Da die Zeit so knapp war, konnten wir leider nicht beide Apps vertiefen. Ich würde das aber machen, da ich dieses Thema sehr interessant finde.

Die Arbeit mit Apps für AR und VR im Unterricht finde ich toll. Die Umsetzung in der Realität ist es aber schwierig, da die Ausstattung (Brille, Smartphone, Tablets und schnelles Internet) nicht in vielen Schulen vorhanden sind.  Es gibt natürlich viele Lösungen. Ganz wichtig ist es: „Machen und Ausprobieren“.

Der Kurs endete mit der Übergabe den Zertifikaten.

Ich könnte mir vorstellen, ein Projekt mit Online Game Based Learning und Augmented Reality mit und für VHS und Schulen in Schleswig-Holstein zu entwickeln, wo Content und Anwendung ausgetauscht und weiterentwickeln wird. Was halten Sie davon?

Vielen Dank! Es war wieder eine schöne Lernzeit.

Photo & Video Making in our Classroom, Barcelona

von B. B.

Montag, 03. Juni 2019, Tag 1

Blauer Himmel, bildschöne Bauten, brüllend laute Baustellen. Und eine freundliche Begrüßung in der Barrio School.

Prächtig! Als ich gestern mit Airbus-Shuttle und Metro durch die Stadt fuhr, um zu meiner Unterkunft zu gelangen, fiel mir nur dieses Wort ein. Prächtig ist diese Stadt, mit ihren hübsch verzierten Bauten, den breiten Straßen und verschlungen Gassen. Und Kunst und Kreativität an jeder Ecke.
Mein Zimmer habe ich über Airbnb gebucht, es liegt in einer großen stylischen Jugendstilwohnung in der Carrer de Casanova. Das kann ich mir zum Glück gut merken, falls ich mich mal verlaufe. Als ich das Fenster zum Balkon öffne, erschlägt mich fast der Lärm. Wahnsinn, wie laut es hier ist. Die Nacht ist trotz Ohrenstöpsel nahezu schlaflos für mich, denn die ganze Zeit brettern Motorräder, Vespas, Autos über die Straßen. Ich muss nochmal den Vermieter fragen, ob ich das Zimmer tauschen kann.

Los geht´s

Zum Glück ist Barcelona ein wahres Mekka für Kaffeetrinker/innen wie mich (vor allem nach der Nacht). An jeder Ecke finden sich Cafés, Restaurants, kleine Inseln des Innehaltens, Plauderns, Dösen. Und der Kaffee schmeckt fantastisch.
Unser Kurs findet jeden Tag von 13.30 bis 18 Uhr statt. Ich finde das zuerst ein bisschen schade, denn so habe ich immer die Zeit Nacken, wenn ich mir morgens die Stadt ansehen will. Aber wenn ich vom Kurs ordentlich was mitnehmen will, ist es eh besser, mir nicht zu viel aufzuladen.
Die Schule, genau wie meine Unterkunft, liegt im Stadtteil „Les Corts“. Barcelona ist in 10 Stadtteile und 73 Viertel aufgeteilt, die alle ihre eigene Geschichte haben. Bevor der Unterricht beginnt mache ich mich zu Fuß auf den Weg und laufe durch Eixample. Dieser Stadtteil ist bekannt für seine vielen Gebäude aus der Zeit der Modernisme und die quadratischen Häuserblocks. Die Straßen sind voll mit Menschen, Einheimische, die zur Arbeit eilen, Alte und Junge, Touristen jeglicher Herkunft: Japan, China, Amerika, Indien, Deutschland. Es ist ein warmes Wimmeln bei 26 Grad mit strahlendem Sonnenschein. Der Rucksack klebt mir am Rücken, ich lasse mich einfach treiben. Der „Park de Joan Miró“ liegt direkt auf meinem Weg zur Schule. Er wurde 1983 eröffnet und ist der erste größere Stadtparkt, der nach der Franco-Diktatur in Barcelona errichtet worden ist. Unübersehbar:  die phallusartige Skulptur „Donna i Ocell“ (Frau und Vogel) des katalanischen Künstlers Joan Miró.

Lektion 1

Ich bin pünktlich in der Barrio School und schon sehr gespannt auf meine Mitschüler und den Dozenten. Hoffentlich ist es eine nette Gruppe, denke ich noch. Aber als wir alle um den Tisch im klimatisierten Unterrichtsraum sitzen bin ich sehr zuversichtlich. Wir sind zu sechst und als Alessandro unsere Namen und Herkunftsländer aufzählt, klingt es fast wie beim Eurovision Song Contest und der einzig männliche Teilnehmer Jurki sagt: „Finnland, zero Points“, Mari aus Estland, Anna und Maldoscha aus Polen, Stephanie aus Frankreich und ich müssen lachen.
Wir beginnen mit unseren Präsentationen über unsere Berufe und die Schulen. Ich bin froh, dass die VHS-Tornesch Uetersen ein Werbevideo auf der Webseite hat, so dass ich besser zeigen kann, was das ist, eine Volkshochschule. Die anderen arbeiten entweder als Lehrer an herkömmlichen, zum Teil zweisprachigen Schulen oder im Kindergarten.

Alex, unser Dozent, erklärt sehr ausführlich die politische Lage der Katalanen der letzten Jahrhunderte und das Streben nach Unabhängigkeit in diesen Tagen. Man merkt auch ihm an, wie emotional das Thema in Barcelona ist. Anhand von Google Maps erklärt er uns die historischen Hintergründe und die Aufteilung der Stadt und gibt Tipps für die „must-sees“ in der Metropole. Ich beschließe auf jeden Fall, mir ein Stadtrad auszuleihen, um mehr Strecke machen zu können. Morgen geht es richtig los mit dem Erstellen von Videos und ich bin schon total gespannt.
Einige von uns gehen noch essen und ich komme in den Genuss meiner ersten Tapas in Barcelona: Pan con Tomate (wird hier immer dazu gegessen, Weißbrot mit Tomate), Patatas (geröstete Kartoffeln), gegrillter Tintenfisch, Anchovis. Dazu köstlichen kalten Weißwein oder Serveca, spanisches Bier. Uns steigt nach diesem aufregenden Tag der Alkohol ganz schön zu Kopf und genieße wankelnd den 30-minütigen Fußweg „nach Hause“.
Zumindest werde ich wohl besser schlafen können…

Dienstag, 04. Juni 2019, Tag 2

Schlafloses, schönes Barcelona. Und dass Kreativität in der Schule – und überhaupt – der Schlüssel ist.

Puh, hab ich schlecht geschlafen. Daran hat auch der leckere spanische Vino am Abend zuvor nichts ändern können. Der Lärm der Straßen ist nach wie vor eine Herausforderung für mich. Richtig ruhig vor dem Balkon wurde es erst gegen 3 Uhr. Muss denn hier niemand am nächsten Morgen früh aufstehen? Meine Zimmernachbarinnen, drei englische Mädels, scheinbar nicht, die sind auch erst morgens lautstark nach Hause gekommen. Barcelona ist aber auch wie gemacht für das Nachtleben, diese Wärme pusht und lässt einen die ganze Zeit draußen sein wollen. Zum Glück hat mein netter Vermieter ein anderes leiseres Zimmer im Appartement für mich organisiert, ich kann heute noch umziehen.

Los geht´s

Den Morgen vor der Schule nutze ich, um mir den Stadtteil L´Eixample anzusehen. Dort gibt es die berühmte Markthalle St. Antoine.

Ich gehe wieder zu Fuß, denn die Wärme trägt einen so herrlich durch die Straßen, dass es mir gar nichts ausmacht, wenn mein Navi 40 Minuten Weg anzeigt. Denn der Weg ist hier wirklich das Ziel, weil es dabei so viel zu sehen gibt. Immer wieder diese prachtvollen Häuser in gelblichen Tönen, mit wilden Blumen geschmückten Balkone (warum sehen im Süden Geranien eigentlich immer besser aus als zu Hause?), Leute, die sich lautstark gestikulieren auf den Straßen unterhalten, Alte, die vor ihrem Kaffee und der Zeitung eindösen.

Die Straßen von L´Eixample sind schachbrettartig angelegt, die Häuserbreiten exakt vermessen. Der sehr große Plaça Catalunya ist ein zentraler Platz, der die Verbindung zwischen der Altstadt und diesem neuen Viertel herstellt. Die Markthalle ist die größte in Barcelona und liegt im angrenzenden Viertel St. Antoini. Oliven in allen Grüntönen, buntes Obst und Gemüse und frischer Fisch werden hier angeboten und leuchten um die Wette.
Ich laufe weiter und gelange auf die Hauptschlagader des Viertels, der Passeig de Gràcia, einem prächtigen Boulevard. Vorbei am Plaça de Catalunya, dem Knotenpunkt vieler Verkehrswege, der angeblich so groß ist wie der Petersplatz in Rom, führt mich der Weg direkt zur Schule.

Lektion 2

Wir begrüßen uns alle herzlich und berichten, was wir am Vormittag erlebt haben. Viele sind etwas müde und haben ausgeschlafen, wir alle müssen uns erstmal etwas an das Klima und den Rhythmus gewöhnen. Aber es ist ja auch erst Dienstag, das wird schon.
Alex, unser Dozent, startet mit einem Exkurs über Kreativität. Neben der Kursleitung ist er auch Creativ-Direktor in einer Agentur, das merkt man auch. „Kreativer Input ist der Schlüssel“, sagt er immer wieder, in der Schule und überhaupt, egal, wo man arbeitet. Wichtig sei es, eine Mittellinie zu finden zwischen manuellen Tätigkeiten und digitalen, sich den digitalen Tools nicht zu verschließen, weil sie einfach zu dieser Zeit dazugehören, sie aber auch zu geeigneter Zeit beiseite zu legen. Wir lernen ja im Kurs, Videos und Bilder für den Unterricht zu erstellen, bzw. sie von den Teilnehmern erstellen zu lassen, das „Unsichtbare sichtbar zu machen“. Er empfiehlt, in unseren Kursen einen eigenen Youtube-Kanal zu eröffnen und zeigt uns verschiedene Tools, z. B. wie wir die Privatsphäre schützen oder wo wir was abspeichern können.
Für eine Bilderstellung zeigt er uns, wie wir mit unseren Handys besondere Fotos machen können, z. B. Licht durch eine Taschenlampe einzusetzen oder eine Wasserflasche vor die Linse zu halten. Das Programm „Enlight“ eignet sich gut für eine Fotobearbeitung. Für kurze Filmchen „Wevideo“ oder „Animoto“.
Ich muss gestehen, dass ich diese Anwendungen bis jetzt für meinen persönlichen Gebrauch, für kleine Spielchen, sehr spannend finde. Wie und wofür ich das später im Unterricht einsetzen kann, erschließt sich mir noch nicht. Leider hat Alex auch keine Beispielvideos, die schon von Schülern oder deren Schülern erstellt wurden. Und bei meinen vor allem arabischen Schülern, die leider sehr an klassischen Frontalunterricht gewöhnt sind, bin ich noch skeptisch, ob sie wirklich zu einem grammatischen Thema ein Filmchen machen wollen/können. Aber: „zu Kreativität motivieren“ ist Alex´ Leitmotiv. Und letztendlich meins auch. Ich bin gespannt auf morgen, wenn wir endlich selber machen können.

Wir gehen wieder Tapas essen, ein Lehrer aus der Barrio Schule empfiehlt uns eine Bar auf einem traumhaften Platz. Nur Einheimische sitzen hier, plaudern, schlemmen, wir tun es ihnen gleich.
Und heute Abend beziehe ich mein neues leises Zimmer…

Mittwoch, 05. Juni 2019, Tag 3

Geschickte Tools, geniale Apps. Und das grandiose Viertel Gracia.

Es geht los! Nach dem langen Theorieteil über verschiedene Apps, Fotodatenbanken und Videokanäle dürfen wir nun endlich selbst an Werk gehen, darauf freue ich mich schon die ganze Zeit. Vor allem, weil ich heute wirklich ausgeschlafen bin. Mein neues Zimmer hat zwar nun keinen Balkon mehr, aber dafür ist es schön leise. Für heute Abend ist eine kleine Tour mit anderen Schülern der Barrio-School durch das In-Viertel Gracia geplant. Von daher lasse ich den Morgen ganz entspannt angehen und bin richtig mutig: ich laufe ohne Navi (!), sozusagen ganz allein, den Weg zur Schule – eine große Sache für mich, denn ich kann mich wahnsinnig schlecht orientieren. Es klappt, ich muss nur einmal drauf gucken.

Lektion 3

Wir verwenden heute erstmal recht einfache Programme für unser erstes Testvideo. Mit „Animoto“ kann man kostenlos über verschiedene Templates ein Video für den eigenen Zweck erstellen. Braucht man Fotos, ist die free-stock-Datenbank „pexels“ hilfreich. Man gibt einfach das Thema ein und findet so Fotovorschläge oder einfach so als Inspiration.
Wir legen einfach los. Ich entscheide mich für ein Template zum Thema „Vier Tipps für…“ und will eine kleine Story über Prüfungsangst machen. Das ist für meine Schüler eine große Sache, viele haben enorme Prüfungsangst und ich gebe ihnen immer wieder Ratschläge, um damit gut umzugehen. Ich verbinde Fotos aus der Datenbank mit eigenen Sätzen, einer kleinen Melodie und zack, ist mein erstes Filmchen fertig. Es macht großen Spaß, sich zu überlegen, welche Bilder sich eignen, wie man das anschaulich und unterhaltsam kreieren kann, die Musik dafür auszusuchen etc. Die anderen haben kleine Videos zu Barcelona oder auch ihren Schulen konzipiert, es gibt wirklich superviele Möglichkeiten.

Alex zeigt uns auch nochmal die Slow Motion-Funktion der Kamera auf unserem Handy eine App namens Stop Motion. Damit kann man witzige Videos drehen, die wie ein Theaterstück daherkommen. Wir probieren alles Mögliche aus und am liebsten würde ich die ganze Zeit weiterdaddeln. Aber wir haben ja noch eine Aufgabe vor uns: Bis Freitag sollen wir unser Masterpiece erstellen, unser Gesellenstück sozusagen. Alex erläutert nochmal die Wichtigkeit eines organisierten Ablaufs bei so einem Projekt:

  1. Organisieren
  2. Deadlines setzen
  3. Desktop organisieren, Ordner anlegen
  4. Ideenfindung: Brainstorming, Handlung
  5. Recherche, Planung
  6. Herstellung, Produktion, Post-Produktion
  7. Finale Erstellung

Jeder Film braucht inhaltlich einen Filmaufbau, bestehend aus Intro – Botschaft – Ende.
Wir einigen uns darauf, ein gemeinsames Thema zu wählen, jeder einzelne erstellt aber einen eigenen Beitrag dazu und am Ende wird alles zusammengefügt. Nach Brainstorming und Diskussion einigen wir uns auf das Thema „Co-Existenz“, wie unterschiedlichste Dinge nebeneinander bestehen können, vorläufiger Arbeitstitel: „It could be easy (Es könnte alles so einfach sein)“. Wir sind alle im Ideenfindungs-Fieber, aber wir treffen uns gleich mit den anderen an der Metrostation Fortuna in Gracia für den Rundgang. Und wir sind nach dem ganzen auch schon ziemlich hungrig.

Los geht´s

Das Viertel Gracia ist ziemlich hipp. Hier sind wahnsinnig viele, vor allem junge, Menschen unterwegs, alles wuselt und wimmeln durch die Gassen mit den vielen schönen Geschäften.


Ob vegan, vegetarisch, roh-vegan, griechisch, indisch, italienisch – essenstechnisch ist hier alles vertreten. Aber auch schönste Schmuck- und Kleidungsgeschäfte bieten traumhafte Sachen an. An den Balkonen hängen viele Flaggen, die zeigen, dass dieses Viertel ziemlich politisch und definitiv pro Unabhängigkeit Kataloniens ist. Die blaue Fahne mit der weißen Blume ist das Zeichen Gracias, mehr Lokalcolorid geht wohl nicht.
Wir sind eine bunte Gruppe aus Rumäninnen, Italienerinnen, Finnen, Franzosen. Alex zeigt uns wieder einen wunderschönen recht unbekannten Bau Gaudis, dem Casa Vicence, mit tausenden individuell verzierten Kacheln und Messingrosen als Zaun.

Wir schlendern weiter und gelangen zu einem Haus mit traumhaften bunt verschnörkelten Fensterscheiben. An dieser Schönheit Barcelonas kann ich mich gar nicht sattsehen. Und das will ich auch gar nicht, deshalb bespritze ich mich (wie alle anderen) mit Wasser aus dem Barcelona-Brunnen, dessen Sage besagt, wer das tut, kommt definitiv wieder.
Wir beenden die Tour an Place de la Revolution und setzen uns in eine seltsame asiatische Tapas-Bar, die Alex uns empfohlen hat. Es gibt gebackenen Fischkuchen, Sommerrollen, Patatas Bravas (gebackene Kartoffeln mit Aioli) und natürlich Vino Tinto, Rotwein.
Ein toller Tag klingt aus…

Donnerstag, 06. Juni 2019, Tag 4

Streetart, Straßenfotos. Und Stoffsammlung für unser digitales Masterpiece.

Ich fahre heute vor dem Unterricht in das Trendviertel Poblenou, das touristisch noch kaum erschlossen ist. Besonders berühmt ist es für seine Streetart. Als ich aus der Metro komme, bin ich zunächst etwas enttäuscht. Hier zeigt sich ein wenig romantisches Bild von Barcelona, moderne, zum Teil heruntergekommene Häuser, ziemlich leere Straßen, wenig Lebendigkeit. Außerdem ist es bewölkt, was Licht so ausmacht. Aber als ich zum Häuserblock der Carrer de Veneçuela komme, staune ich: Wahnsinnig tolle und interessante Graffitis zeigen sich über vier Straßen hinweg.

Picasso

Ich bin so lange mit dem Bewundern und Fotografieren beschäftigt, dass ich die Zeit vergesse und zum Glück noch rechtzeitig zum Unterricht komme. Unterwegs begegne ich noch vielen Straßenmusikern, deren Musik ich mit dem Handy aufnehme. Vielleicht kann ich sie ja noch für unseren Film, unser Masterpiece, gebrauchen.

 Lektion 4

Alex zeigt uns nochmal einige Bild- und Video-Bearbeitungsprogramme, mit denen wir unser Filmchen erstellen und gestalten können. Hier gibt es zum Bespiel www.canva.com, ein Programm für Bildbearbeitung, um z. B. Präsentationen, Karten, Vorlagen für Instagram/FB, Poster, Eingangsseiten zu erstellen. Es ist total einfach zu bedienen und ich kreiere mir als Test gleich mal eine Einladungskarte zu meinem Geburtstag.  Für den Unterricht kann man damit Einleitungsseiten für eine Präsentation gestalten, ohne gleich einen Master in InDesign absolvieren zu müssen.

Mit www.issuu.com kann man auch, sehr easy und benutzerfreundlich, digitale Zeitschriften fertigen.

Einige Teilnehmer erzählen, dass es Schülerzeitungen in ihren Schulen gibt. Dafür hätte ich im B2 Kurs kaum Zeit, aber man könnte es als Abschlussprojekt eines Kurses einer Gruppe übertragen, als Abschiedszeitung zum Beispiel. Um mein Video später schneiden und erstellen zu können empfiehlt uns Alex das Programm www.wevideo.de. Ich werde es morgen sicher ausgiebig nutzen.

Nun brauchen wir aber erstmal „Stoff“, Filmmaterial, um unser selbstgewähltes Thema „Co-Existenz“ zum Ausdruck zu bringen. Wir ändern auch nochmal das Konzept, jeder erstellt nun doch sein eigenes Video, aber alle zum selben Thema.
Momente sollen wir einfangen, das besondere Alltägliche, per Video oder Foto. Dazu gehen wir alle raus, in die Straßen, ins Einkaufszentrum und filmen und fotografieren, was uns unter die Linse kommen. Als wir wieder im Seminarraum sitzen, läuft mein Computer bei der Bildübertragung vom Handy heiß, ich habe enorm viel zusammengetragen. Zusammen mit meinen Streetart-Bildern und der Straßenmusik lässt sich morgen bestimmt was Tolles zimmern.

Letzte Abendrunde – Los geht´s

Der Abend ist noch so schön und ich hab Lust, noch was anzugucken. Diese Stadt ruft aber auch die ganze Zeit, so viel gibt es hier zu bestaunen. Aber Lust zu Laufen hab ich keine mehr, und so leihe ich mir via App „donkey republic“ ein Rad aus. Dieser Kurs hat mich total sensibilisiert für allerlei Multimedia-Möglichkeiten und ich bin im Umgang damit viel sicherer und auch neugieriger geworden. Ich schnappe mir also den nächsten Drahtesel und fahre in das gotische Viertel „Barri Gòthic“. Oh wow! Ich dachte, ich hätte schon so viele schöne Bauten gesehen. Aber das hier übersteigt alles. Ich laufe durch die wunderschönen Gassen, überall hängen Blumen an den Balkons, Wäsche, Flaggen, passiere die „Kathedrale“ und es wird langsam dunkel.

Ich habe gar nicht gemerkt, wie müde ich bin und lasse das Rad einfach stehen und beende meine Miete per App. Ganz einfach! Die Metro fährt mich heute nach Hause.

Freitag, 07. Juni 2019, Tag 5

Ausgelassene Anfänger-Videos, Abschluss-Zertifkate und Abschied am Strand

Da ich gestern auch wieder fast 16 Stunden auf den Beinen war, lasse ich den Vormittag gemütlich angehen und will auch fit sein für das, was heute kommt: Wir schneiden unser Filmmaterial zusammen und produzieren unseren ersten Film.

Lektion 5

Wir werkeln alle sehr eifrig an unserem Bildmaterial und probieren, je nach Video-Bearbeitungsprogramm, die verschiedenen Tools aus. Ich verwende www.wevideo.com, die mit Mac ihr imovie, was ich im Nachhinein sehr praktisch finde. Es ist super einfach zu bedienen, hat viele schnell verständlich Tools, wie Fotos ausblenden lassen. Überhaupt zeigt sich für mich als PC-Nutzerin in diesem Kurs der Vorteil von Apple, weil die verschiedenen Geräte und Multimedia-Funktion so genial und einfach miteinander verbindet. Aber es macht trotzdem Spaß, auf wevideo herum zu experimentieren. Alex bespricht mit uns nochmal die Projektplanung für Filmerstellung, den wir auch im Unterricht verfolgen sollten:

  1. Die Software herunterladen
  2. Ordner einrichten, die Story erstellen
  3. Texte und Wörter hinzufügen
  4. Musik und special Effects einfügen

Stimmt, Musik benötigen wir ja auch noch. Alex zeigt uns www.bensound.com, hier können wir kostenlos Töne und Melodien herunterladen. Das Programm wevideo hat aber auch eine eigene Datenbank mit Musik, Tönen und special Effects.
Ich brauche sehr lange, um mir den plot zu überlegen, das Material zu ordnen, die richtige Musik zu überlegen. Aber dann sind alle fertig und die Videos werden präsentiert. Es sind wirklich ausgelassene „Anfänger-Videos“, aber wirklich gut für den Anfang. Leider bin ich nicht glücklich mit meinem Ergebnis, die Botschaft kommt nicht richtig rüber, aber ich tröste mich damit, dass man das üben muss. Überhaupt ist es ratsam, sich in all diese Multimedia-Tools in Ruhe einzuarbeiten, auszuprobieren, mutig zu sein. Und das wichtigste: es macht Spaß!

Morgen sollte eigentlich noch Art-Tour über Gaudi, Miro etc. von Europass stattfinden, leider fällt sie aus.
Wir erhalten noch unser Abschluss-Zertifikat und danken Alex für seinen Unterricht, seine Freundlichkeit und vor allem: seine Geduld. Und dann ist der Kurs leider auch schon vorbei.

Mein Fazit

Multimedia ist aus dem Leben und somit auch im Unterricht eigentlich nicht mehr wegzudenken. Und die Schüler sind so vertraut mit YouTube, Apps, Fotos, dass man diese Methoden, die wir hier gelernt haben, wirklich gut einbauen kann. Wie ich das didaktisch mache, muss ich tatsächlich noch durchdenken, was auch daran liegt, dass ich nicht in einer herkömmlichen Schule arbeite. Dort ist der Zeitrahmen anders gesetzt und man könnte so etwas als Projektwoche anbieten.
Es war toll, diese Tools in einem anderen Land mit Teilnehmern aus ganz Europa kennenzulernen und sich immer wieder über Lernmethoden, Schulen, das Schulsystem auszutauschen. Und in Barcelona habe ich mich so sehr verliebt, dass ich auf jeden Fall wiederkomme. Vielen herzlichen Dank an den Landesverband der Volkshochschulen, der dieses Projekt möglich gemacht hat.

Microsoft for Education: Powerful Tools to Create, Share and Inspire, Dublin

von A. P.

Mo, 1. April 2019

Mein erster Kurstag in Dublin begann um 9 Uhr am ULearn Institut. Wir sind nur fünf Teilnehmer/innen: zwei aus Spanien, eine aus Finnland und zwei aus Deutschland.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der wir unsere kurzen Präsentationen zu unserem beruflichen Umfeld zeigten, wurden wir in die Welt der Microsoft Tools eingeführt. Es begann damit, dass wir alle bei OneDrive angemeldet wurden, wo wir den Umgang mit OneNote Online kennenlernten:

OneNote scheint ein gutes Programm zu sein, um Materialien (Links, Dokumente, Bilder, Videos) hochzuladen, zu ordnen und mit anderen zu teilen. So haben wir unterschiedliche Seiten mit Unterrichtstipps und Ratschlägen für einen Dublin-Besuch erstellt:

Try the Ambassador Programme at the Little Dublin Museum. You meet a Dubliner and have tea in a posh hotel (here the Merrion Hotel) – and it is all for free!

https://www.littlemuseum.ie/visit-the-museum/city-of-a-thousand-welcomes

Wir trugen unsere Erwartungen an den Kurs ein:

Expectations :

  • Learn about Microsoft tools, e.g Microsoft Sway, OneNote, Teams, Forms, Video/Stream,
  • How can you link all these programmes to Microsoft Teams
  • Powerpoint presentations integrated into Sway
  • Insert videos etc in powerpoint presentations
  • Get to know other teachers
  • Improve English
  • Enjoy Dublin culture
  • Contact companies

Unser Lehrer Dr. Robert Schwamborn gab uns nützliche Tipps zum Erstellen kurzer Videos, die den Bildschirmverlauf zeigten:

https://screencast-o-matic.com/

  • Document every step of the procedure by recording the screen.
  • Add file to OneNote (create new page if needed) add comments in OneNote

Außerdem bekamen wir zwei Links zum Unterrichten mithilfe von englischen Popsongs:

http://www.tuneintoenglish.com/

https://lyricstraining.com

Im zweiten Teil des ersten Kurstages bekamen wir einen Zugang zu Microsoft Tools (https://www.office.com/) und lernten über verschiedene Aufgaben den Umgang mit Word – teilweise online, teilweise offline. Dabei legte unser Lehrer den Schwerpunkt auf das Formatieren von Dokumenten, was für meine Arbeit nicht so ergiebig war.

Di, 2. April 2019

Heute ist unser zweiter Fortbildungstag in Dublin.

Es ist kühl draußen, aber die Sonne scheint. Wir sind fünf Kursteilnehmer: Jose und Pedro aus Spanien, Anna-Mari aus Finnland und Serena und ich aus Deutschland.

Heute Vormittag sitzen wir an unseren Laptops und bearbeiten verschiedene Übungen, die sich mit dem Word-Programm beschäftigen. Die Übersetzungsfunktion finde ich sehr interessant und werde wahrscheinlich für meinen Unterricht einsetzen. Allerdings gibt es diese Funktion nur online.

Eingang zu unserer Schule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingang zu unserem „Klassenzimmer“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele andere Word-Funktionen sind für mich nicht so interessant, weil sie für meine Arbeit, wie z. B. das Erstellen von Arbeitsblättern, unwichtig sind und nur viel Zeit bei der Anwendung kosten.

Wir bekommen einen interessanten Link zur Wettervorhersage in Irland:

https://www.met.ie/

Auf der Website kann man die Regenwolken und deren Verlauf sehen. Das könnte während eines Aufenthalts in Irland interessant sein.

Im zweiten Teil des Unterrichtstages lernten wir den Umgang mit Powerpoint und bekamen verschiedene Tipps für das Layout von Powerpoint-Präsentationen. Dazu gab es Übungen, die wir unter Anleitung machten.

Für mich waren die Hinweise hilfreich, die sich auf die Gruppierung von Grafiken bezogen. Zusätzlich bekamen wir unterschiedliche Tastenbefehle, die auch für Word benutzt werden können.

Hier ist eine Vorschau der Tastenbefehle:

Slide show tricks:

  • Press “W” to white out your screen
  • Press “B” to blank out your screen
  • Press “Esc” to come back
  • Press “Ctrl+P” to activate pen
  • Press “E” to erase
  • Press “Ctrl+I” to activate highlighter
  • Press “+” and “-” to zoom in or out

Am Nachmittag bekamen wir eine vorzügliche Stadtführung durch Dublin – Hagelschauer inbegriffen. Am eindrucksvollsten fand ich die Oscar Wilde Statue im Merrion Square, die aus verschiedenen Steinen besteht (Granite, charnockit, jadeite, nephrite jade, porcelain, quartz und thulite).

Mi, 3. April 2019

Heute war mein dritter Fortbildungstag in Dublin.

Wir lernen in der ersten Stunde, wie man Quizes oder Fragebögen unter Microsoft Forms erstellt. Nachdem wir eine Einführung  in die wesentlichen Funktionen bekamen, erstellen wir selbst eifrig unsere Quize. Das machte uns Spaß und war eine große Bereicherung für unsere Arbeit. Hier können verschiedene Quizes abgerufen werden:

Irland-Quiz:

https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=LJoTeh7P20q00n0y4BnAC6d5JfaLvp9Eoi-EvU_Z5NZUMVVXTUpRRjQ0V0pFTU9SUlVYQ1Y3Q0c4Si4u

London Quiz:

https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=jG4GP5WDHEqtxoS67Q4HnvdVcsdXtyhAvXujq99XZ45URU1YUzgwVlBPUUNKUFZPQ1QxT0VVUkw1QS4u

Nebenbei bekamen wir einen Link für ein Video, das verschiedene Methoden zum Eierbemalen zeigt:

25 Easter Egg Coloring Tips | Learn How To Dye Easter Eggs By Crafty Panda:

https://www.youtube.com/watch?v=Y67MIxA0zGU&feature=youtu.be

Oder über eine To-Do-Liste (Wunderlist)

https://www.wunderlist.com/de/

Voraussetzung für die Bearbeitung der Quizes im Englischunterricht ist die Verfügbarkeit von technischen Geräten wie z. B. Handys oder Tablets der Teilnehmer/innen oder ein Smartboard, wenn die gesamte Lerngruppe gemeinsam die Quizfragen beantwortet. Das wäre für meine Arbeit an der Volkshochschule in Damp-Vogelsang schwierig, weil wir technisch nicht so gut ausgerüstet sind.

Später lernten wir den Umgang mit Microsoft Sharepoint, eine  Internet-Plattform, über die man sich innerhalb von Gruppen austauschen kann. So lassen sich Dokumente, Videos, Bilder und auch ganze Internetseiten austauschen. Unsere finnische Kollegin benutzt Microsoft Sharepoint ständig als Kommunikationsplattform mit ihren Kollegen/innen und Schülern/innen.

Als Aufgabe für Microsoft Sharepoint sollten wir eine neue Internetseite über ein beliebiges Thema  kreieren und dabei möglichst viele Möglichkeiten ausprobieren. Ich entschied mich für eine Seite zum Thema What to do in Kappeln und es gelang mir, Bilder, Texte und Links in die Seite einzubetten:

https://europasscse.sharepoint.com/sites/MyTeamWebsite/SitePages/Things-to-do-in-Kappeln.aspx?web=1

Gegen Ende des Fortbildungstages kehrten wir wieder zurück zu Microsoft OneNote. Dort wurden unsere Ergebnisse z.T. gesammelt und wir bekamen die Aufgabe, ein digitales Aquarium zu erstellen.

Man kann sich meins ansehen unter: https://onedrive.live.com/redir?resid=AB74DDC53B234A7%21442&page=Edit&wd=target%28Aquarium.one%7Cf3323b3c-cf51-475d-a92f-e4776e7d080a%2FAnnelene%27s%20Aquarium%7C5573f998-f7d3-4ca3-b0cd-f884da2a33ce%2F%29

Am Nachmittag besuchte ich das Science Museum beim Trinity College. Der Eintritt war kostenlos und es gab vor allem digitale Projekte zu bestaunen. Eindrucksvoller war ein Blick in das Institut für Geographie und Geologie am Trinity College:

Außerdem besuchte ich das Irish Writers Museum (Eintritt 6,30 Euro), dessen Besuch wirklich sehr lohnenswert war.

Institut für Geographie und Geologie am Trinity College

Donnerstag, 4. April 2019

Heute war das Thema Microsoft Teams Basics an der Reihe. Wir wurden alle unter MicrosoftTeam als Gruppe angemeldet.

Wir lernten, wie wir Material unter Kollegen digital austauschen können. Es hat mich sehr an Microsoft SharePoint erinnert.

Dann wurden wir in die Benutzung von Microsoft Teams eingewiesen. Folgende Vorteile bringt der Einsatz der MicrosoftTeam Seite:

  • Advanced search function (e.g. by time)
  • Add tags (e.g. important, to do, etc).
  • Password protect sensitive parts.
  • Record audio: typing any notes while speaking will link notes to audio recorded at the moment of typing.
  • Linked Notes: connect documents/internet pages to OneNote
  • Export or Send to share content in different formats (e.g pdf, Word)
  • Sending content from Word to OneNote: you can also use the Print function
  • Share via OneDrive (or SharePoint)

 

Wir übten uns darin über MicrosoftTeams, zu chatten und anschließend Aufgaben einander digital zuzuschicken. Die Aufgaben gingen von: “Find the lyrics of the Molly Malone Song” bis “Send in a map of Ireland” oder “Make a mindmap of Dublin”. Nachdem die Lösungen eingesandt wurden, schickten wir Rückmeldungen an die Kursteilnehmer. Wir lernten über diese Plattform Termine zu machen oder uns über Apps auszutauschen. Eine sehr brauchbare App finde ich, ist MindMeister, über die man sehr schnell und einfach Mindmaps erstellen kann. Dies ist für meinen Unterricht brauchbar.

Unsere finnische Kollegin zeigte uns in einer Präsentation den praktischen Nutzen der Plattform MicrosoftTeams: Verschiedene Klassen, Lern-, Projekt- oder Arbeitsgruppen sind dort angemeldet und tauschen Materialien über die Plattform aus. Die Aufgaben für die Schüler werden an ihrer Schule nur noch digital gestellt und nach der Bearbeitung bekommen die Schüler Feedback vom Lehrer. Klassenarbeiten und Tests werden nur noch digital bearbeitet (inkl. finnische Abschlussarbeiten).

Sie bemängelte die Langsamkeit der Microsoft Tools. Dieser Kritik kann ich mich anschließen.

Nach Unterrichtsschluss habe ich mit meiner Kollegin das Trinity College besichtigt (Book of Kells) und wir haben die Charity Shops nach englischsprachiger Literatur durchforstet. Bei Lidl und Aldi habe ich Prospekte für meine Englisch-Klasse eingesammelt, um sie für meinen Kurs in der kommenden Woche einzusetzen (Thema: Shopping).

Grafton Street heute Nachmittag

Freitag, 5. April 2019

Am Anfang des Tages zeigte uns unser Lehrer, wie man eine Email Signatur erstellt. Ich denke, diese Funktion ist lediglich für Unternehmensleiter/innen interessant.

Wir wurden anschließend in das Erstellen und Hochladen von Videos unter MicrosoftStream. Als Aufgabe sollten wir ein Video erstellen oder einen Link zu einem Video unter MS Stream hochladen. Wir lernten u.a., wie man die Videos über diese Plattform beschriften oder bearbeiten kann. Die Videos, die wir uns anschließend über MS zuschickten, kommentierten wir. Am Abend zuvor waren wir mit allen Kursteilnehmern im Devitts Pub in Camden Street, wo wir bei irischer Live-Musik fröhlich feierten. Dabei entstand ein Video, das wir dann unter MSOneNote herunterladen konnten. Ein Nachteil von MS-Stream ist aber, dass  Videos auf YouTube können nicht  heruntergeladen werden können. Man muss sie erst vorher konvertieren und abspeichern.

Im zweiten Teil unseres Fortbildungstages lernten wir den Umgang von MicrosoftSway. Diese App eignet sich für das Storytelling, das Erstellen von Blogs oder Anleitungen mit Bildern. Dabei liegt die Visualisierung im Vordergrund. Eine Auswahl von verschiedenen  Designs ist vorgegeben und man kann unter dem  Menüpunkt  Storyline unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die App ist ähnlich wie MS-Powerpoint mit dem Unterschied, dass wesentlich weniger Funktionen zum Format vorhanden sind. Das hat zur Folge, dass ein Thema relativ schnell unter MS-Sway dargestellt werden kann. Es eignet sich dazu, Vorträge ohne Presenter, d.h. ohne dass ein wirklicher Vortragender präsentiert, vorzustellen.

Wir bekamen anschließend die Aufgabe, eine Storyline zu erstellen, die unseren Aufenthalt in Dublin und die Lerninhalte unseres Kurses behandeln. Dabei sollten wir nicht nur Texte und Bilder einbinden. Anschließend sollten wir die Storylines mit den anderen Teilnehmern teilen. Hier ist ein Beispiel unserer Storylines:

https://sway.office.com/5jB8ITEPsyWTBkMp?ref=Link

Heute war unser letzter Unterrichtstag. Wir wurden um ein online Feeback gebeten. Ich bin dankbar für die Tipps bzgl. der Benutzung von Microsoft Powerpoint, insbesondere der Tastenbefehle. Die Microsoft OneNote finde ich auch sehr nützlich, um Materialien abzulegen und zu teilen. Vielleicht werde ich sie mit meinem VHS-Kurs nutzen. Außerdem kann ich die App MicrosoftForm gut nutzen zur Erstellung von Quizzes, Umfragen, Bewertungen etc.

Morgen ist eine ganztägige Exkursion an die irische Westküste geplant. Mehr davon morgen …

Samstag, 6. April 2019

Barack Obama in Moneygall (Man beachte die irische Schreibweise!)

Heute stand ein Tagesausflug an die irische Westküste auf dem Programm. Wir waren ca. 35 Personen im Bus. Unser erster Stop war Barack Obama Plaza in Moneygall. Sie liegt an der M7 in County Tipperary und bietet neben einer Tankstelle und verschiedenen Restaurants ein kleines Museum, das an Barack Obamas Besuch während seiner Wahlkampagne 2011 erinnert. Außerdem gab es Exponate zu J.F. Kennedy, der auch irische Vorfahren hatte. Die Bedeutung Irlands wurde uns verdeutlicht: Irland hat ca. 4,5 Mio. Einwohner, aber ca. 35 Mio. Menschen mit irischen Vorfahren leben in den USA.

Weiter ging es zu den Cliffs of Moher, wo wir die grandiose Landschaft bewundern konnten und uns im Infozentrum über die Entstehungsgeschichte informieren konnten. Weitere Stops waren die Karstlandschaft The Burren und Galway.

 

Fazit

Die Woche in Dublin war sehr lehrreich für mich. Ich lernte den Umgang mit verschiedenen Microsoft Apps (Word, Powerpoint, OneNote, Share, Team, Form, Sway …) und werde sicher einige in meiner kleinen Englisch-Lerngruppe einsetzen, z. B. als Quiz. Die Umsetzung ist allerdings begrenzt, da unser Raum über keine Smartboard verfügt. Nebenbei lernte ich weitere Apps kennen, die ich für meine Arbeit sehr nützlich finde, z. B. MindMeister oder Quizlet. Neben den digitalen Inhalten lernte ich viel über die Landeskunde in Irland (Politik, Geographie, Kultur) und knüpfte Kontakte zu spanischen und finnischen Lehrkräften. In meinem VHS Kurs werde ich mitgebrachtes Material einsetzen (z.B. die Aldi-Broschüre). Alles in allem sehr lohnenswert!

 

Malta: Empowerment in ICT Skills: Making Use of Technology Tools (3)

von K. A.

Sonntag, 19.5.2019

Verspätet wegen des Fluges und des Taxifahrers erreichte ich am frühen Abend meine Gastfamilie – eine alleinerziehende Psychotherapeutin, zu deren Hobbies das Kochen zählt. So ist für Leib und Seele ausreichend gesorgt…

Montag, 20.5.2019

Für den 20-minütigen Fußweg zur Schule, empfahl mir meine Tochter Google Maps zu nutzen. Und Google lässt mich seitdem nicht mehr los…

Pünktlich um 9.00 Uhr begann der Unterricht mit einer Vorstellungsrunde unserer kleinen Gruppe:
Valerie, unsere Lehrerin, eine Polin, eine Ungarin und zwei Deutsche.

Dann sollte jeder den schon zu Hause eingerichteten Gmail Account öffnen und darüber Google Drive nutzen. Damit begann ein begeisterter Vortrag von Valerie zu Google. Für mich war diese Begeisterung recht befremdlich, spielt doch der Datenschutz in Deutschland eine große Rolle. Aber jetzt heißt es Augen zu und durch. Ich war sodann auch beeindruckt welche Möglichkeiten Gmail und Google Drive bietet. Diese hätte ich allein nie erfasst, und es bedurfte höchster Konzentration meinerseits den schnellen Erklärungen zu folgen. Google Drive ermöglicht das Teilen von Informationen, Dokumenten, Dateien und das gemeinsame Bearbeiten von Präsentationen, Tabellen und Grafiken – alles Neuland für mich.

Nach unserer ersten Pause hieß es: „How to design your own Website“ und endete schließlich an diesem Tag in „Creating a Website“mit dem kostenfreien Programm https://www.wix.com/.

Dabei wurden Fotos, Videos, Links, Buttons „embedded“ sowie Hintergrund, Schrift etc. bearbeitet.
Morgen setzten wir das Erstellen der Website fort. Ich freue mich auf den Unterricht und meine kleine Gruppe und bin gespannt, ob ich das heute Erlernte anwenden kann. Unterstützung ist gewiss erforderlich.

Dienstag, 21.5.2019

Heute arbeiteten wir weiter an unserer Website und versuchten das Gelernte zu wiederholen. Dabei entdeckten wir vor allem unsere Lücken und Schwachpunkte. Aber auch unsere Lehrerin hatte Schwierigkeiten, mit unseren „anspruchsvollen“ Versuchen, die Seite aufwendiger zu gestalten. Um das Ergebnis meiner Website zu sehen, veröffentlichte ich schließlich meine Website. So konnte ich u. a. meine Buttons nutzen und die Videos und Links aktivieren. Und dann sollte dieses unvollkommene Produkt doch bitte wieder aus dem Netz verschwinden – unpublished again. Das wurde schließlich die große Herausforderung des Vormittags…, so dass unsere Lehrerin fast aufgab und mich beruhigte: „Your website – it’s just a drop in the ocean..“ Letztendlich schaffte sie es noch diesen „ocean-drop“ zu entfernen.

Das nächste interessante Thema lautete „Creating a Blog“. Wir diskutierten, wofür man einen Blog verwenden kann:

Dann ging es ans „kreative“ Entwickeln des Blogs, wobei folgende Punkte beachtet wurden:

  • Titel und Bilder
  • Seiten
  • Gadgets
  • Useful Links
  • Labels (= Hashtags)

Weitere Aufgaben folgten wie Videos und Links direkt auf der aktuellen Seite anbieten:

Included video on the course (nur zu sehen auf dem erstellten Blog).

Find more about Malta

Unsere nächste Unterrichtseinheit wurde noch kurz angesprochen. Wie erstellt man Videos, die für den Unterricht oder auch für die Website bzw. den Blog nutzbar sind?

Morgen werden wir nur bis mittags Unterricht haben. Nachmittags findet die gebuchte Valletta Tour statt.

Mittwoch, 22.5.2019

Auf dem Weg zur Schule lässt sich die Sonne noch nicht blicken – für mich als Norddeutsche durchaus angenehme Temperaturen, während die Malteser von ungewöhnlich kühlen Tagen zu dieser Jahreszeit sprechen.

 

Der Unterricht wurde heute rechtzeitig beendet, so dass der Nachmittag zur freien Verfügung steht. Jedoch haben die meisten von uns

im „ETI –Paket“ heute und morgen die „Guided Tours“ gebucht. Es bleibt mir aber genügend Zeit für ein entspanntes Mittagessen und zum täglichen Schreiben.

Unser heutiges Unterrichtsthema lautete: „Make a video for a lesson“

Als Hausaufgabe hatten wir uns unter https://edpuzzle.com/ ein Video herausgesucht. Bekannte Anbieter wie TED stellen ihre Videos zur Verfügung, die dann bearbeitet werden dürfen. Copyright ist daher kein Thema.

Das gewählte Video wurde gestoppt, gekürzt mit eigenem gesprochenen Text bearbeitet – „overecorded“ mit dem „voiceover“  – , Fragen (z. B. Multiple choice, offene Fragen…) sowie Links wurden eingebaut….es gab wieder unfassbar viele Möglichkeiten der Gestaltung und man kann unendlich viel Zeit darauf verwenden ein Video nach eigenen Vorstellungen zu bearbeiten.

Spannend war es allemal und auch anstrengend, da man hochkonzentriert die gesamte Zeit der Lehrerin folgen muss. Sonst wird man abgehängt und bewegt sich verloren im Netz.

Schließlich wurde dieses Video noch auf unsere Website und unseren Blog eingearbeitet.

Anschließend fand der kulturelle Teil des Aufenthaltes statt:

Unsere erste „Guided Tour“ am Mittwoch führte uns in die Hauptstadt Maltas – nach Valletta. Die schöne Altstadt hat mich begeistert. Man ließ den Ort die Schule und St. Julian mit dem Baulärm, den Presslufthammer, dem Schmutz und Abfall hinter sich und erblickte herrliche Plätze, Aussichten, Bauwerke verbunden mit jeder Menge Geschichte. Mario, unser Stadtführer, erklärte uns engagiert und begeistert die Geschichte und Kultur Maltas und Vallettas. Dieser erste Eindruck weckte das Interesse für weitere Besuche.

Donnerstag, 23.5.2019

Donnerstag begann der Unterricht mit einem kleinen Austausch unserer Ausflugs-Erlebnisse. Unsere Lehrerin empfahl uns noch einige interessante Orte auf Malta und Gozo.

Dann begann das intensive Arbeiten in:

https://learningapps.org/

Es werden in dieser App verschiedene Module angeboten.

So kann man u.a. einen Lückentext, Kreuzworträtsel, Multiple Choice Quiz oder „matching pairs“ erstellen. Auch eine Variante „Wer wird Millionär“ wird angeboten. Nachdem wir gemeinsam den „Hanging Man“ erstellten, der aus Gründen der „Political Correctness“ keinen Galgen mehr sondern eine Blume mit Blütenblättern nutzt, konnten wir selber eine „Learning App“ kreieren.

Dabei gibt es zum Beispiel für das Modul Multiple Choice Quiz verschiedene Optionen zur Gestaltung wie Text, Bilder, Video, Audio.

Nach der Mittagspause wurde uns folgendes YouTube Video vorgestellt

https://www.youtube.com/watch?v=kzo45hWXRWU

Das war der Einstieg zum Erstellen eines eigenen Audio-Videos über:

https://123apps.com

Sound Effekte konnten über http://soundbible.com/ genutzt werden.

Und daraufhin gingen wir über zur Erstellung eines eigenen das Podcasts:

https://www.podomatic.com/

Das Ergebnis wurde dann schließlich auf der selbst erstellten Website oder dem Blog verlinkt oder eingebettet/embeded. Beim „Embedding“ wird der kopierte HTML Code eingegeben. Entsprechende Felder bieten die Programme an. „Embedding“ beansprucht weniger Speicherplatz. Dieser ist auf den „Free Versions“ meistens begrenzt.

Die Stunde wurde etwas früher beendet, da die nächste „Guided Tour“ mit Mario nach Mdina startete.

Wir erlebten die ehemalige Hauptstadt Maltas tatsächlich als „Stadt der Stille“. Die Kreuzfahrtschiffe verlassen am Abend Malta, so dass gegen 17.00 Uhr mit uns nur noch wenige Touristen und noch weniger Einheimische die schmalen Gassen bevölkerten.

Am Ende der Tour entschloss sich eine kleine Gruppe von uns noch die beschauliche unbebaute Sandbucht Ghajn Tuffieha aufzusuchen – ein schöner Abschluss dieses Tages.

Freitag, 24.5.2019

Ein letztes Mal legte ich den Weg zur Schule zurück, schlängelte mich zwischen die Autos, um Tunnel und Kreuzung zu überqueren – wie schnell die Zeit verging.

Und auch der Unterricht am Morgen verging wie im Fluge.

https://spark.adobe.com/  wurde uns vorgestellt. Mit diesem Programm kann man seine eigene „animated Slide Show“/ Dia-Show erstellen. Es werden wieder viele Möglichkeiten angeboten. Musik und Kommentare können hinterlegt werden und Texte oder Icons bearbeitet und eingeblendet werden.

Im Schnelldurchgang konnten wir uns noch auf folgenden Seiten zum Erstellen von Cartoons oder von virtuellen Avators herumtummeln:

 

Creating Cartoon: Toondo   Storyboard That    Witty Comics

Creating Virtual Identities – Avatars: Voki   Hexatar

http://www.toondoo.com/
www.storyboardthat.com                                          http://www.wittycomics.com/join.php
https://www.voki.com/
http://www.hexatar.com/

Nach der Mittagspause stellte schließlich noch jeder seine Website und seinen Blog vor und nach dem Ausfüllen der Feedbackbögen und dem Aushändigen der Zertifikate endete dieser interessante Kurs.

Für mich waren von besonderem Interesse die Gestaltung von Blogs und Websites. Dazu wurde uns eine große Auswahl an Möglichkeiten angeboten, um diese zu erweitern. Der Kurs war sehr informativ und hat mir einen hilfreichen Einstieg und Einblick in den Stand der Digitalisierung gegeben.

Ich bedanke mich beim Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins, der es mir ermöglicht hat an dem Programm Erasmus+/Europ@vhs#digital teilzunehmen. Es war eine interessante und lehrreiche Zeit.

ETI Malta – Eingangsbereich

Florenz: There is an App for That!

von S. K.

 

Monatg: 06.05.2019

Erster Tag in Florenz beim Kurs: There is an App for That! Zwar hatte mich der Reiseführer vorgewarnt, dass Hausnummern in Florenz nicht notwendigerweise die übliche Reihenfolge haben, sondern in Rot und Schwarz unterteilt sind für Geschäfte (rot) und normale Wohnungen, Restaurants usw. (schwarz). Trotzdem war ich komplett verwirrt und habe etwas länger als geplant gebraucht, um meine Schule zu finden, und war gerade noch rechtzeitig.

Der erste Unterricht war natürlich eine Kennlernrunde, der Kurs besteht nur aus 5 Teilnehmern, wir sind eine Mischung aus Finnland, Polen (2TN) und Deutschland (2TN). Wir unterrichten Kinder im Kindergartenalter oder Erwachsene wie in der VHS in Deutschland, also oft in fortgeschrittenem Alter. Darüber hinaus ist auch eine Teilnehmende in der Leitungsposition. Unsere Fragen und Wünsche sind also vielfältig und wir werden im Kurs die Themen aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchten können.

Gleich zu Beginn wurden wir per Glücksrad auf dem Smartboard ausgewählt, unsere Schule und unsere Bedingungen zu präsentieren. Wenn man so eine intelligente Tafel sowieso im Unterrichtsraum hat, ist es toll, was man damit machen kann.

Unser Lehrer Iacopo sieht das zum Glück als Herausforderung und nach dem heutigen Tag werden wir, unserer geringen Größe zum Trotz, binnendifferenziert arbeiten. Jeder soll zu den Fragen etwas machen, die für das eigene Lernpublikum nützlich sein könnte. Das allein ist schon ein Punkt, der mich sehr interessiert, denn auch ich verspreche mir vor der Nutzung digitaler Medien im Unterricht die Möglichkeit der Binnendifferenzierung, unterschiedliche gute Teilnehmende mit für sie interessanten und weiterführenden Aufgaben zu beschäftigen. Toll wäre dabei, wenn alle etwas erstellen, das wiederum für alle präsentiert werden kann. Diese Idee wurde im Kurs folgendermaßen formuliert:

Apps oder allgemein Technologie im Unterricht muss sich an den Bedürfnissen der Teilnehmenden orientieren, sie sollen dazu dienen, individuell zu unterrichten und mehr Möglichkeiten zu finden, für jeden Teilnehmenden das Richtige anzubieten.

In einer Schule sollte es deshalb jeweils einen Technologiebeauftragten geben, um Abstimmungsprobleme zu vermeiden. Damit die Teilnehmer nicht bei verschiedenen Lehrern immer wieder mit neuen Programmen arbeiten müssen, sollte es im Wesentlichen gleiche Programme bei allen Lehrern innerhalb einer Schule geben. Dazu gehören:

1 Schulplattform, die der Kommunikation zwischen Schule, Lehrern und TN dient, aber auch der Organisation und Verwaltung z. B. von Schülerdaten. (Option: office 365)

1 bis 3 Klassenzimmer Manager für aktuelles Lehrmaterial des Kurses, die Kommunikation mit der Klasse oder dem Kurs oder Aufgabenstellungen. (Option: one note, edmodo oder classdojo besonders für Kinder)

4 Basis Tools, ideal ist, wenn sich die TN nicht überall neue Accounts anlegen müssen, sondern frei darauf zugreifen können.

Der Beauftragte entscheidet mit der Leitung über die Programme, führt sie ein und erklärt sie, außerdem organisiert er Treffen zur Evaluation und ist Ansprechpartner für Probleme der Lehrer.

Dabei gilt grundsätzlich zu berücksichtigen, dass das überbordende Nutzen der neuen Technologien süchtig macht. Vor allem junge Menschen sind hier gefährdet, so dass ich für meinen eher älteren Teilnehmerkreis dieses Problem nicht sehe. Gerade bei den Teilnehmern 60 Jahre und älter befürchte ich generelle Ablehnung von zu vielen neumodischen Methoden, so dass eine gute Auswahl der Apps für mich wichtiger als die Gefahren ist.

Ich teile aber generell die Haltung unseres Lehrers, dass man in der Schule bzw. im Kurs Regeln für die Nutzung aufstellen sollte, z. B. auf alle Fälle weiter Unterrichtszeit komplett ohne Handynutzung beibehalten sollte. Man muss seine Lerner dazu bringen, mit Geduld zu lernen, Wiederholungen zuzulassen, sich nicht ablenken zu lassen von der nächsten App, damit das Wissen vom Arbeitsspeicher auch ins Langzeitgedächtnis gelangt.

Ein kleiner Exkurs führte uns vor Augen, dass vor allem die sozialen Medien ablenken. Exzessive Nutzer dieser erlauben nicht die nötige Zeit für Wiederholungen, brauchen schnellere Lernerfolge, weil sie sonst schnell frustriert sind. Auf der anderen Seite sind sie in der Lage, visuell schneller Dinge erkennen zu können, vielleicht ein erster Hinweis für uns Lehrer, mehr zu visualisieren.

Damit endete der Unterricht für heute, konkreter wird es ab morgen. So blieb noch viel Zeit, sich in Florenz zu orientieren und gleich eine Spezialität kennenzulernen, scerciado, ein mit Fleisch oder Fisch, Gemüse und Olivenöl gefülltes Brot, das man nur ein paar Häuser neben der Schule genießen kann und das unbedingt empfehlenswert ist.

Am Abend kam die Zeit für die Hausaufgabe, über unsere neue Kursplattform edmodo erste Nachrichten auszutauschen. Wie das geklappt hat und was man sonst damit machen kann, gibt es am zweiten Tag mehr.

 

Dienstag: 07.05.2019

Dies ist der zweite Tag in Florenz, und dieses Mal habe ich mich nicht verlaufen, sondern auf dem Weg zur Schule eine Kirche entdeckt und einen kleinen Abstecher hineingemacht. Man stolpert hier ständig über Kirchen und die kleinen sind nicht so voll von Touristen, also immer einen Besuch wert.

Der Unterricht begann mit dem Programm classdojo für unsere Kindergartenerzieherinnen, das für die Kommunikation mit den Eltern der Kindergartenkinder hilfreich ist. Man kann ihnen damit Rückmeldungen zum Verhalten ihrer Kinder geben, sowohl nach vorinstallierten Kriterien, aber auch nach eigenen Wünschen neue Kriterien erstellen. Für die Arbeit mit der Gruppe bietet das Programm einen Timer, um die zur Verfügung stehende Arbeitszeit zu visualisieren, sowie einen Lautstärkemesser, der gerade für die Arbeit mit Kindern hilfreich sein kann. Außerdem kann man mit dem Programm Zufallsgruppen bilden. Die Kinder werden dabei mit niedlichen Monstern dargestellt, von denen unsere beiden Expertinnen sagten, dass die Kinder diese Motive lieben würden.

Während die beiden Erzieherinnen also mit diesem Programm etwas Nützliches für ihren Kindergarten erstellen sollten, hieß das weitere Programm für alle in der Erwachsenenbildung Tätigen One Note (von Microsoft Office) kennenlernen. Das Programm für das Klassenzimmer, den Kursraum findet man unter One Note Class Notebook.

Wie das Programm oben hilft es dem Lehrer, mit den Schülern oder Teilnehmern zu kommunizieren. Außerdem kann man Material hochladen, das zum nächsten Termin vorbereitet werden soll, oder Hausaufgaben. Das Material kann unterschiedlich verwendet werden, z. B. kann man sich Texte vorlesen lassen (was bei einem Text in chinesischen Schriftzeichen für die Teilnehmer eine große Hilfe sein kann). Oder man kann dem Programm Texte diktieren, das Programm schreibt und ermöglicht durch den Text eine Kontrolle der Aussprache. Texte lassen sich auch grammatisch markieren, um das Verständnis zu vereinfachen, so kann man Wortarten angeben (mit verschiedenen Farben) oder die Silben. Für die Arbeit im Unterricht kann man den Text so anzeigen, dass immer nur die aktuelle Zeile (oder die aktuellen drei Zeilen) lesbar ist, und die Teilnehmer auf diese Weise gezwungen sind, sich auf einen Teil des Textes zu konzentrieren.

Insgesamt waren diese Möglichkeiten interessant, aber ähneln doch stark der VHS Cloud, so dass ich zwar mehr Verständnis für das Funktionieren all dieser Hilfsmittel gewonnen habe, aber noch nicht so sehr Veränderungen für meinen Unterricht sehe.

Die zweite Hälfte des Unterrichts widmete sich dem flipped oder inverted classroom. Dabei wird die übliche Aufteilung, die Theorie im Klassenzimmer zu unterrichten und die Übungen zu Hause zu machen, auf den Kopf gestellt. Das heißt, der Lehrer produziert ein Lehrvideo, dass die Teilnehmer zu Hause ansehen, jeder zu seiner Lieblingszeit. Die praktischen Übungen finden statt zu Hause, im Unterricht statt. Es heißt auch videobased lesson.

Quelle für viele Lehrvideos ist natürlich YouTube. Die Länge eines ausgewählten Films sollte einige Minuten nicht überschreiten, da die Aufmerksamkeit der Lerner sonst nicht mehr gegeben ist. Man rechnet 1 bis 1,5 Minuten x (mal) Klassenstufe, um die mögliche Zeit zu bestimmen.

Probleme bei der Auswahl von YouTube sind die Werbung am Anfang (man kann vor dem Unterricht an die richtige Stelle vorlaufen lassen) oder im Sprachunterricht ungewollte Untertitel. Leider kann man nicht alle löschen, unter Umständen muss man auf das Video verzichten.

Um ein Lehrvideo zu erstellen, ist ed.ted die richtige App bzw. das richtige Programm. Es funktioniert wie eine Maske, die der Lehrer mit Videos und Aufgaben füllen kann. Nach einem Titel folgt als nächstes das Video, unter Think kann der Lehrer eigene Fragen an die Lerner einstellen. Bei Dig Deeper kann weiteres Material gegeben werden, um die Fragestellung zu vertiefen. Die eigene Meinung können die Teilnehmer unter Discuss eingeben und damit dem Lehrer in der Unterrichtsvorbereitung Punkte zur Besprechung aufgeben. Es eignet sich sehr gut, um zum Beispiel Ferienpausen zu überbrücken, denn mit einer derartigen Aufgabe können sich die Teilnehmer mehrfach beschäftigen, damit sie im Sprachunterricht in längeren Ferien nicht alles vergessen.

Den Rest des Unterrichts sollten wir nutzen, um ein eigenes Video zu erstellen.

Am Nachmittag stand ein Stadtrundgang zu den wichtigsten Punkten in Florenz auf dem Programm, der wirklich zu empfehlen ist. Yasmin von Europass hat viel von der Geschichte der Stadt erzählt, immer mit den passenden Hinweisen zu den Gebäuden, vor denen wir gerade standen. Dabei klang ihr Vortrag, als würde sie ihn nur für uns halten, und nicht jede Woche für eine neue Gruppe. Vor allem um einen Überblick zu bekommen, ist es ein wunderbarer Anfang. Danach möchte man jedenfalls für mehr als 5 Tage Unterricht in Florenz bleiben. Der Rundgang dauerte ungefähr zwei Stunden, von 15.00 bis 17.00 Uhr. Man hat also danach noch Zeit, die erste Sehenswürdigkeit in Angriff zu nehmen oder einen Kaffee zu trinken und zumindest heute die Sonne zu genießen. Für uns war es der Palazzo Vecchio, dessen Turm einen guten Blick über die Stadt verschafft.

 

Mittwoch: 08.05.2019

Wir starten in den dritten Tag unseres Kurses, der uns hilfreiche Apps für den Unterricht vermitteln soll. Und je mehr wir kennenlernen, desto größer wird der Zeitraum, in dem wir die vorgestellten Apps ausprobieren, also selbst etwas damit erstellen, und die Ergebnisse der anderen sehen. Nachdem wir gestern zwei Möglichkeiten für die videogestützte Stunde kennengelernt haben (ed.ted und flipgrid), schauen wir heute, wie man damit italienische Gesten, polnische Kinderlieder, arabische Buchstaben oder chinesische Zeichen lernen kann. Um die erstellten Ergebnisse in unsere Organisationsplattform edmodo einzufügen, kopiert man den Link der erstellten Stunde und postet ihn in der Gruppe, damit ist er für alle Gruppenmitglieder abrufbar.

Ein neues Programm ist heute Padlets, mit dem man Mindmaps oder eine Art digitale Pinnwand erstellen kann. Dabei ist in der Planung zu überlegen, ob die Teilnehmer nur das Ergebnis sehen sollen (nur viewer, also Zuschauer sind), oder selbst auch dazu beitragen sollen, dann also contributor sind. Die Teilnehmer müssen vom Lehrer dazu eingeladen werden, indem man ihre Emailadressen einträgt, so erhalten sie Zugriff auf die Pinnwand.

Die Art der Beiträge ist sehr unterschiedlich, natürlich lassen sich Bilder, Texte oder Videos aus dem Internet hochladen, aber auch eigene Fotos und Texte können beigetragen werden. Für den Chinesischunterricht am interessantesten fand ich die Funktion malen, bei der man mit dem Finger oder einem geeigneten Stift am besten auf dem Tablet, notfalls dem Handy, z. B. Schriftzeichen schreiben kann. So lassen sich die Zeichen verschiedener Teilnehmer vergleichen, man kann ein perfektes Zeichen mit Anweisungen daneben stellen, und jeder kann selbst erkennen, welche Punkte vielleicht noch Übung brauchen.

Ein kleiner Exkurs führte uns zu den Selbstlernprogrammen, die wir unseren Teilnehmern empfehlen können. Als erstes zu nennen ist das mondly, bei dem man kostenlos zwar das Tagesquiz oder das Quiz der Woche machen, man aber bezahlen muss, wenn man individueller (und damit effektiver) lernen will. Mit mondly kann man sich alle Sätze vorlesen lassen, aber es gibt kein Aussprachetraining, man kann sich also selbst nicht kontrollieren. Es gibt Grammatikübungen, aber keine Erklärungen zur Grammatik. Und speziell für Chinesisch werden zwar auch die Schriftzeichen verwendet, aber es gibt keine Schriftzeichendidaktik zum Schreiben der Zeichen. Eigene Gestaltungsmöglichkeiten fehlen. Zum Vokabellernen eignet sich daneben fun easy learn, mit dem man sich Vokabellisten zum Üben erstellen kann. Besser geeignet, aber leider kostenpflichtig sind auf diesem Gebiet Memorise und Rosetta Stone, sie geben dem Lerner Rückmeldung zu seinem Lernerfolg, weisen auf Defizite hin, an denen man arbeiten soll.

Letzter wichtiger Punkt war das Designprogramm Canva, mit dem man vor allem Bilder erstellen kann, keine Videos. Die Benutzung über ein Laptop empfiehlt sich, auf dem Tablet gestalten sich manche Herstellungsprozesse etwas schwierig. Der Lehrer oder auch die Teilnehmer können mit diesem Programm z. B. Speisekarten, Postkarten, Einladungen usw. gestalten und dabei die gegebenen Vorlagen nutzen. Neben dem Text lassen sich auch Rahmen, Dekorationsornamente (aus einem Pool des Programms) verwenden, um das typische Aussehen dieser Texte zu imitieren. Bilder kann man ebenfalls direkt aus dem Programm verwenden (Achtung, manche sind kostenpflichtig) oder aus dem Internet oder der eigenen Fotogalerie hochladen. Im Programm lassen sich die Bilder auch mit Schlagwort suchen, das beschleunigt die Suche.

Um die eigenen Produkte mit den anderen zu teilen, empfiehlt sich wieder eine Plattform, zum Hochladen dort am besten über die Downloadfunktion gehen. Damit haben wir heute die besten Ergebnisse erzielt. (Ein Beispiel unten)

Der Nachmittag galt wieder Florenz, die Schule bot noch eine weitere Sightseeingtour, diesmal mit Enzo, an, die sich vor allem dem Florenz vor der Zeit der Medici widmete. Wir haben wieder viel gesehen und unglaublich viele Informationen von einem gebürtigen und sehr fachkundigen Florentiner bekommen. Es ist unbedingt empfehlenswert, die Touren mitzumachen. Auch dieses Mal waren wir ungefähr 2 Stunden unterwegs, konnten Fragen stellen, und wer schon vorher einen Termin hatte, konnte die Tour natürlich jederzeit verlassen.

Die Zeit hier vergeht wirklich schnell, denn dieser dritte Tag im Kurs heißt auch, dass schon mehr als die Hälfte hinter uns liegt. Wir haben eine Fülle von Informationen bekommen, die sich dann in unserer Unterrichtswirklichkeit bewähren müssen.

 

Donnerstag: 09.05.2019

Am vierten Tag hatten wir aus organisatorischen Gründen nachmittags Unterricht, der Vormittag war zur freien Verfügung. Es hieß also, einiges von Florenz zu erkunden, was in den geführten Touren noch nicht an der Reihe war, für mich die älteste Kirche San Lorenzo und den zentralen Markt.

Um zwei startete der Unterricht und man konnte merken, dass wir alle nicht so frisch waren wie sonst. Deshalb war es gut, dass es viel auszuprobieren gab. Die erste neue App war das Programm Learning App, über das sich Zuordnungsspiele, Memories, Kreuzworträtsel, Lückentexte und viele andere Testformate erstellen lassen. Dabei kann man Text zu Text, aber auch Text zu Bild oder sogar Text zu Sprache (Hörverständnis) kombinieren, so dass man die verschiedensten Fertigkeiten üben kann. So können die Teilnehmer Vokabeln lernen oder im Orientierungskurs Multiple Choice Fragen außerhalb vom Test Leben im Deutschland üben, um sich nicht nur auf den Test zu konzentrieren. Man kann Zuordnungsübungen z. B. für der, die, das oder Pluralendungen machen. Das Erstellen der Aufgaben wird sehr gut geführt, das Programm bietet schon eine große Auswahl an Bildern, die sich aber durch eigene oder Bilder aus dem Internet ergänzen lassen. Es empfiehlt sich, beim Erarbeiten der Aufgaben zwischendurch den Button fertigmachen und ansehen zu nutzen, um über den Stand der Aufgabe den Überblick zu behalten, danach kann man einfach weiterarbeiten.

Nächster Punkt war das Thema Augmented Reality, zu dem wir zwei Beispiele betrachtet haben. Um kennenzulernen, was Augmented Reality heißt, haben wir uns mit dem Programm Quiver beschäftigt, dass eher für den Kindergarten, aber nicht für die Erwachsenenbildung geeignet ist. Man kann nur vorgegebenen Unterlagen arbeiten, diese werden ausgedruckt, angemalt und dann über die App lebendig gemacht, indem das Bild gescannt wird.

Mit hp reveal kann man dagegen selbst Augmented Reality gestalten. Man wählt ein Basisbild (base image), dass man ausdrucken und von den Teilnehmern scannen lassen kann. Dieses Bild muss unbedingt immer gleich aussehen, sonst wird es vom Programm nicht erkannt. Hier kann man z. B. mit Bildern aus dem Lehrbuch arbeiten. Dahinter versteckt man den Inhalt, einen Film, Text oder weitere Bilder (content oder overlay). Alles zusammen nennt sich Aura in diesem Programm.

Die Teilnehmer können die Bilder im Unterricht scannen und die Informationen dahinter lesen, sehen usw. Überprüfen könnte man das Verständnis dann mit einem Fragebogen. Bei jüngeren Teilnehmern können auch alle am Entstehungsprozess mitarbeiten, dann werden die Filme hinter den Bildern von den Teilnehmern erstellt und in einer Stunde dürfen alle alles ansehen. Damit könnte man z. B. einen Stadtrundgang durch Berlin gestalten oder kleine Dialoge im Supermarkt oder Kaufhaus (in Gruppenarbeit) produzieren lassen.

Vor allem für das Sprechen eignet sich die App Madlipz, bei der man in einer kurzen Filmsequenz den gesprochenen Text durch einen eigenen ersetzen kann. Das Programm bietet eine riesige Auswahl an Filmausschnitten, aber auch Politikeransprachen, Tierfilmchen, Comics u.v.m. Zunächst muss man eine Sequenz aussuchen, dann den oder (falls mehrere Personen auftreten) den bzw. die gewünschten Sprecher stumm schalten und mithilfe des roten Knopfes den eigenen Text aufnehmen. Dabei sollen die Teilnehmer natürlich möglichst synchron zu den Lippenbewegungen sprechen, d. h. die Textsequenz muss einige Male geübt und dann auch mehrfach aufgenommen werden, bis alles passt. Man kann dabei den Text vorgeben oder die Teilnehmer kreativ werden lassen. Über eine Plattform können die Filmchen allen zugänglich gemacht werden.

Alternativ kann man über diese App auch die Filmsequenzen mit Untertiteln versehen. Hier ist natürlich nur Kreativität und Sprachkenntnis gefragt, es fehlt der Aspekt des Sprechens, so dass ich das zwar interessant, aber für den Sprachunterricht nur bedingt hilfreich fand.

Zum Ende des Unterrichts gab es noch ein paar Hinweise zu Geographieapps, die sich im Fremdsprachenunterricht vielleicht unter den Rubrik Kulturkenntnisse verwenden lassen und die deshalb hier nicht fehlen sollen. Als erstes zu nennen ist Seterra, dass eigentlich ein Geographiequiz ist. Manche Quizformate lassen sich ausdrucken und offline machen, andere sind nur online verfügbar, z. B. für den Chinesischunterricht eine Karte von China, bei der man die Provinzen zuordnen muss. Für Deutschland gibt es verschiedene Ratespiele. Wichtig, damit alle Teilnehmer mitmachen, ist natürlich die Projektion des Ganzen an die Wand oder auf ein Smartboard. Das gilt auch für die folgenden Programme Tour Bilder, Place Spotting oder Geoguessr.

Beim ersten kann man über das Rätseln hinaus auch eigene Touren erstellen, z. B. zur Route der Seidenstraße oder einen Rundgang durch Hamburg bzw. die Heimatstadt. Man sucht Orte auf der Karte aus und fügt ihnen Bilder, Texte oder Links hinzu, die die Teilnehmer dann lesen und ansehen können, oder man erstellt alternativ mit den Teilnehmern zusammen eine solche Tour, kleine Gruppen übernehmen dabei jeweils einen Stopp. Die beiden letztgenannten Programme lassen sich nur wie vorhanden nutzen, man kann keine eigenen Karten erstellen, aber die Quizprogramme machen Spaß, wie wir zum Schluss um halb sieben festgestellt haben, als wir die Variante find famous places gemeinsam gespielt haben.

Kaum zu glauben, dass morgen schon unser letzter Tag ist.

 

Freitag: 10.05.2019

Letzter Kurstag und wieder Nachmittagsunterricht. Also ist es wichtig, morgens alle für die Abreise notwendigen Dinge zu erledigen, z. B. ein Bahnticket nach Pisa kaufen, letzte Souvenirs besorgen usw.

Im Kurs ist schon ein bisschen Aufbruchsstimmung, allen ist bewusst, dass wir uns heute zum letzten Mal treffen. Trotzdem gibt es noch einiges zu lernen, also los. Erstes Thema ist das Programm lyricstraining, das auf Liedern der Sprache basiert, die man lernen möchte. Für mich kommen also Deutsch oder Chinesisch in Frage. Die Aufgabe, die der Lerner lösen soll, ist, im Liedtext einzelne Wörter zu ergänzen. Als Lehrer kann man auf bestehende Aufgaben zurückgreifen, aber auch eigene erstellen. Vor allem deutsche Songs sind im Programm reichlich vorhanden und müssen nur über die Suchfunktion aufgerufen werden. Chinesische Songs fehlen, können aber aus YouTube hochgeladen werden. Im Programm müssen sie dann so bearbeitet werden, dass man jeder Textzeile die verstrichene Zeit zuweist, damit später passend zum Songtext auch die Textzeilen erscheinen.

Die erstellte Aufgabe kann von den Lernern online über das Programm oder offline und ganz traditionell mit einem Arbeitsblatt gelöst werden. Online kann man beim Erstellen entscheiden, ob die Teilnehmer aus einer Wortauswahl das passende Wort anklicken sollen, dann wählt man die Option choice mode, oder ob sie das Wort selbst in die Lücke schreiben sollen, dann wählt man write mode. Dabei ist zu beachten, das letzteres nur bei ganz langsamen Songs oder sehr kurzen Wörtern funktioniert, man muss also sicherstellen, dass die Zeit zum Bearbeiten ausreicht. Für die Variante Arbeitsblatt gibt es am Ende des Erstellungsprozesses die Printfunktion. Nachdem man sich für die Art der Aufgabe entschieden hat, muss man nur noch einen Titel und das angestrebte Niveau vergeben und im Songtext die gewünschten Wörter löschen (einfach anklicken) und das Ganze speichern. Eine tolle Gelegenheit, Musik in den Unterricht zu integrieren, man kann sie so sogar mit Grammatik kombinieren (wenn man z. B. nur Verben oder nur Präpositionen löscht).

Wenn man die Aufgabe über eine Plattform teilen will, empfiehlt sich die Arbeit über einen Laptop. Über das Tablet lassen sich die Aufgaben nur schwer teilen.

Mit den nächsten Programmen lassen sich Lernspiele erstellen. Zuerst haben wir Quizlet kennengelernt. Wenn man dabei einmal zusammengehörige Paare erstellt hat (z. B. Vokabeln Muttersprache und Fremdsprache, Verbformen und Lückensätze, Wörter und ihre Erklärung oder Bild), lassen sich per Knopfdruck unterschiedliche Lernspiele daraus machen.

Flashcard            Lernkarten

Learn                    Multiple Choice Aufgaben

Write                    aus der Erklärung das richtige Wort erkennen

Spell                      buchstabieren

Test                       mehrere vermischte Fragen

Darüber hinaus gibt es auch Quizze von anderen Lehrern, die man nutzen kann. Für die gängigen Deutschlehrbücher (Linie 1, Schritte, Aspekte) gibt es jedenfalls schon Aufgaben. Man sollte unbedingt vorher ausprobieren, was man ausgesucht hat, denn es sind natürlich internationale Lehrer dabei, so habe ich bei den Flashcards die Sprachenpaarung Deutsch und Russisch gefunden, die für internationale Kurse sicher nicht einsetzbar ist. Sogar zu dem von mir genutzten Chinesischlehrwerk Long neu gibt es schon Aufgaben.

Ähnlich lässt sich auch das Programm gocongr nutzen. Hier kann man zusätzlich auf dem Smartboard gemeinsame Mindmaps erstellen, bei denen nicht nur Text, sondern auch Bilder, Videos und Hörsequenzen verwendet werden können.

Den Abschluss des Kurses bildete eine Fragerunde, besonders erwähnenswert daraus ist die Frage, welche Bilder von Google denn problemlos verwendet werden können. Hier empfiehlt sich bei der Suche unter der Rubrik Tools auf usage rights (Verwendungsrechte) zu klicken und die Variante labeled for reuse (freigegeben zur Weiterverwendung) auszuwählen. Damit lassen sich Bilder, für die man bezahlen müsste, ausklammern.

Die Feedbackrunde zeigte, dass wir alle das Gefühl hatten, etwas Neues gelernt zu haben, etwas für uns Nützliches unter all den Angeboten gefunden zu haben. Der Wunsch, zu Hause auch mit einem Smartboard zu arbeiten, ist eindeutig größer geworden. Besonders positiv zu vermerken ist, dass wir alle Programme ausführlich ausprobiert haben, nicht nur theoretisch kennengelernt haben. So konnten wir viele Probleme, die immer erst beim Anwenden entstehen, erkennen und beheben. Außerdem hatten wir auf diese Weise viel Spaß beim Ausprobieren dessen, was die anderen Teilnehmer erstellt hatten. Das hat sicher zur kreativen und lockeren Atmosphäre im Kurs beigetragen.

Finnland: Migrants‘ course: Let’s use ICT teaching and learning of newly-arrived migrants – Helsinki

von V. H.

 

Sonntag: 12.05.2019

Gleich am Tag der Ankunft habe ich zwei finnische Lehrerinnen getroffen. Die Gespräche haben meine eigenen Erinnerungen als Finnin und meine Gedanken an das Bildungssystem bestätigt. Die Lernenden werden als Individuum behandelt. Sie haben die Möglichkeit, für sich persönlich geeignete Lernmethoden auszusuchen.

Digitales Lernen fordert viel mehr als nur das Herunterladen der Apps. Die Lehrer bereiten die Arbeit zielgerichtet und sorgsam vor. So dass sich das Lernen vom langsamen zum schnellen Lernen bewegt. Das digitale Lernen wird mit haptischen Möglichkeiten ohne die klassischen Lehrbücher zu vergessen, ergänzt. Der Lerner entscheidet mit der Begleitung des Lehrers, mit welchem Material er lernen möchte. Meine erste Frage war, wie leise die Klassen sind. Darauf konnte Heini Syyrilä, vielleicht eine der Spitzenexpertinnen des digitalen und haptischen Lernens, lächelnd antworten, dass nur die Phase der Aufgabenerklärung ruhig sei, ansonsten werde aktiv ausgetauscht und diskutiert. Die Lernatmosphäre sei entspannt und positiv.

Sie betonte aber auch, dass kein digitales Programm ohne das Wiederholen der mündlichen und schriftlichen Fertigkeiten Erfolg bringe.

Nach den ersten inspirierenden Erfahrungen durften wir am Tag des Zusammenkommens der bunten Gruppe, gleich vielleicht eine der spannendsten Innovationen des Landes, die neue Bibliothek „Oodi“ , besichtigen. Es ist Sonntag und wir befinden uns in der Mitte von vielen Menschen, die diesen Bildungsort als eine Art erweitertes Wohnzimmer, Kinderzimmer oder auch als Arbeitszimmer benutzen. Von Eile oder Angespanntheit ist nichts zu spüren. Es ist kaum zu glauben, aber die Bücherregale sind nur schlicht mit Büchern befüllt. Das hängt nicht damit zusammen, dass der Staat die Finanzierung verkürzt hätte, sondern die Finnen waren und sind noch heute aktive Benutzer ihrer Bibliotheken. Das Wort Bibliothek erlebt, aber eine Erweiterung an diesem Ort. Zahlreiche Leseecken und -ebenen laden die Besucher zum Verweilen ein. Erweitert wird das Angebot durch die Möglichkeiten des digitalen Lernens allein, zu zweit oder in größeren Gruppen. Am meisten fällt mir auf, dass das Publikum aus unterschiedlichen Schichten und Herkunftsländern stammt. Jeder scheint diese fast grenzlosen Möglichkeiten zu genießen. Eine ungewöhnlich, aber vor allem sehr weitblickende Variante des Handwerks ist das Angebot, die 3-D-Drucker nutzen zu können, was diesen Ort noch beeindruckender erscheinen lässt. Mit diesen Eindrücken kann ich nur auf die weiteren Tage gespannt sein.

Montag: 13.05.2019

Der Tag begann mit den Besichtigungen in den Werkstätten der Schule. In dem anschließenden Vortrag über das finnische Bildungssystem von Pia Hakkari, haben wir sehr konkret erfahren, worauf es in der finnischen Schule ankommt.

Der Schulalltag basiert auf das gegenseitige Vertrauen, damit ist nicht nur die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern gemeint, sondern auch die Eltern werden in den Schulalltag einbezogen. Am Anfang des Schuljahres erhält jeder Schüler einen eigenen Lernplan, der nach Bedarf eventueller Fördermaßnahmen auch ergänzt wird. Inzwischen dürfen Lehrer entscheiden, welche Fördermittel die einzelnen Schüler benötigen.

Es werden auch keine Sprachtests mehr bei den Schülern durchgeführt. Entscheidend ist, dass der Fachlehrer mit einem Sprachlehrer eng kooperiert. Der Unterricht besteht aus einer Kombination von Sprachförderung und fachlichen Fähigkeiten. Die berufliche Bildung nutzt auch eine Großzahl der Erwachsenen. Das Sprachniveau kann durchaus auf dem Niveau A1-A2 sein. Die Aufgaben werden am Anfang des Tages so vorgelegt, dass der Lernende für sich geeignete Aufgaben suchen darf. Auch wie sie lernen, ist den Lernenden überlassen.

Eine der wichtigsten Botschaften des Tages war: „Die Zeitspanne des Lernens ist nicht wichtig, sondern die Fähigkeiten, die vermittelt werden und wir können die Schüler nicht ändern, aber unseren Unterricht.“ Viele der Migranten bringen schon einen Beruf mit sich. Den Beruf können sie oft weiterhin ausüben, sie werden in der Regel einen verkürzten Lehrgang absolvieren und so als Arbeitskraft für den Arbeitsmarkt vorbereitet. Da die Sprachkenntnisse oft am Anfang sehr gering sind oder das benötigte Fachvokabular fehlt, werden sie sehr praxisnah unterrichtet. In diesem Zusammenhang sind gerade digitale Medien eine enorme Hilfe. Die Schüler machen zweimal ein Praktikum. In den Praktikumsberichten entfernt man sich langsam vom reinen Schreiben. Die Berichte dürfen mit Bildern und Videos ergänzt werden. So wird es viel lebendiger für die Schüler und das unterstützt den Lernprozess.

Wie die digitalen Medien eingesetzt werden, haben wir konkret im zweiten Teil des Tages erfahren. Piccollage haben wir eher überflogen, da es sich bei dieser App um ein einfaches Bildbearbeitungsprogramm handelt. Die ersten tieferen Eindrücke konnten wir bei H5P, einem interaktiven Videoprogramm, gewinnen.

Mit der ThingLink-App haben wir die ersten Übungen für unsere eigenen Schüler vorbereiten können. Diese App ermöglicht Bilder mit Stimme und Text zu verbinden. Das hat den Vorteil, dass man den themenspezifischen Unterricht mit einem Fachlehrer vorbereiten kann oder sie ist auch für den allgemeinen Sprachunterricht hervorragend geeignet ist. Durch Fotocollagen wird der gewünschte Lehrstoff konkretisiert.

Als letztes haben wir noch das Padlet-Onlinetool kennengelernt, das die Lernenden prima zusammen mit dem Lehrer benutzen können.

Mit diesen vielfältigen Eindrücken beendeten wir den ersten Lerntag.

 

Dienstag: 14.05.2019

Der Tag begann mit einem lustigen Aufrufen der Namen. Wir hatten uns durch eine App in eine Icon-Figur verwandelt. Das war durch die App teach.dassdojo.com möglich. Diese App eignet sich gut für Grundschüler, aber auch für Erwachsene. Diese App können wir kostenlos herunterladen. Karoliina Mutanen aus Vantaa, hat den Tag mit einem spannenden Spiel begonnen, in dem wir uns noch näher kennenlernen konnten.

Ihre wichtige Botschaft für uns war, dass alle Lehrer Vermittler der Sprache sind. Scaffolding ist eine der wichtigsten Stichwörter, wenn wir Sprachen lernen. Wir bauen schrittweise unseren Lernprozess auf. Um diese Schritte aufzubauen, benötigen wir die Vielfalt der Tools, die wir heute teilweise digital ausprobieren.

Wir müssen uns es auch bewusst machen, um ein akademisches Sprachniveau zu erreichen, braucht der Lernende etwa  5 bis 7 Jahre. In diesem Zusammenhang hat Karoliina uns ein Motto mitgeben:“Good“ news = TIME – All you Need is Time!

Um arbeiten zu können, müssen wir den Schülern vorstellen, was wir an dem Tag vorhaben. Zweitens sollen wir die Inhalte vereinfachen. An dritter Stelle kommt die Wortschatzarbeit durch Visualisierung, Körpersprache oder auch Übersetzung. Zu den Themen können wir Plakate vorbereiten, die wir im Klassenraum aufhängen. Außerdem sollen wir langsam und mit einer vereinfachten Sprache sprechen. Alles was wir sehen, sollten wir auch schriftlich sichtbar machen. Die Reflexion des Unterrichts wird die Einheit beenden. Als Hausaufgabe ist es sinnvoll etwas zu den Hauptthemen zu zeichnen oder eine kleine Zusammenfassung zu schreiben.

Die Lernenden, die in der Freizeit aktiv bleiben, Hobbys haben, lernen die Sprache deutlich schneller. Sie sollten ermutigt werden Deutsch in der Freizeit zu nutzen. Geeignete Quellen sind YouTube, Fernsehen, Musik oder auch Radiosendungen.

Die App ClassDojo.com verbindet die Schüler, Lehrer und die Eltern, diese App könnte man eine Art Intranet nennen. Die Schüler erscheinen nur mit dem Vornamen und bekommen nur ihr eigenes Profil zu sehen, das gilt ebenfalls für die Eltern. Der Vorteil ist, dass die Kommunikation zwischen der Schule und den Eltern transparenter wird. Die Eltern sind beteiligt und wissen, wie die Fortschritte des eigenen Kindes sind. Die Kinder können wiederum das eigene Profil verändern.

Der Lehrer benutzt ein eigenes Konto mit einer Übersicht der Klasse. Diese Übersichten können individualisiert werden. Also gelingt das Klassen-Management mit einfachen und übersichtlichen Schritten.

Quizlet.com erleichtert die Wortschatzarbeit, in dem der Lehrer den Wortschatz bildlich und schriftlich vorbereiten kann. Der Lernende geht über die virtuellen Karteikarten, spielerischen Übungen bis zu einer spannenden Gruppenarbeit. Auch schwierigerer Wortschatz wird deutlich schneller verinnerlicht.

Am Ende des Tages haben wir noch unterschiedliche Google Tools kennengelernt. Diese Tools können für Präsentationen, Quiz, Tests oder auch verschiedene Animationen genutzt werden.

 

Mittwoch: 15.05.2019

Heute durften wir ein interaktives Programm austesten, in dem wir schon vorher überlegt hatten, welches Video sich gut für unseren Unterricht eignen würde. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass die Möglichkeiten fast grenzenlos sind. Über www.h5.org ist es möglich selbstkreierte Videos oder auch kurze YouTube-Videos für den Unterricht anzupassen. Jedes Video lässt sich für den jeweiligen Sprachbedarf modifizieren. Diese App eignet sich auch gut für andere Fächer wie Geschichte oder Geografie. Gerade auch auf dem höheren Niveau könnten schwierige Definitionen oder auch Begriffe kinderleicht eingeprägt werden. Im Sprachunterricht kann man vom Grundschulniveau an mit tollen Animationen den Unterricht bereichern.

Nachdem wir diese vielfältigen Aufgaben erledigt und ausgiebig getestet hatten, haben wir unsere Ergebnisse auf die gemeinsame Padlet-Plattform kopiert. So hatten wir noch die Möglichkeit voneinander zu lernen.

Da wir zum Glück ein wenig Zeit hatten, konnten wir die zusätzlichen Funktionen dieser App in aller Ruhe ausprobieren. Es ist unglaublich, wie viel Neues man lernen kann. Das schöne ist, dass man in der Digiwelt nie auslernt. Wie unsere Dozentinnen mehrmals betont haben, braucht man nur Ruhe und viel Geduld beim Entdecken der neuen Möglichkeiten.

Mit Kahoot.it konnten wir selbst austesten wie die Wortschatzarbeit auch wirklich Spaß machen kann. Spielerisch lernt man in Gruppen, in Partnerarbeit oder allein den neuesten Wortschatz. Durch eine Art Karteikarten kann man sein Wissen überprüfen. Diese App kann auch als Vokabeltest dienen. Allerdings ist es sinnvoller die falschen Antworten noch einmal zu wiederholen. So entsteht auch eine positive Lernsituation. Auch durch das positive Bestärken motiviert man die Erwachsenen. In dieser Hinsicht unterscheiden wir uns nicht von den Kindern.

Das Erstellen der Lernkarteien dauert nicht lange und die Bedienung dieser App ist relativ leicht auch, wenn man wenig Erfahrung mit digitalen Medien hat.

 

Donnerstag: 16.05.2019

Heute werden wir vor allem eigene Inhalte kreieren und analysieren. Als erstes haben wir mit flipgrid.com ein Video gedreht. Wir sollten mit einem kurzen Videoclip vorstellen, wie man mit Bildern oder Videos Sprachen lernt. Anschließend schickten wir diese Kurzfilme auf eine gemeinsame Plattform. Diese erschienen auf dem großen Bildschirm in der Klasse. Wir hatten auch die Möglichkeit von unseren Tablets jedes einzelne Video der anderen anzusehen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Drehen den Schülern viel Spaß macht, denn auch die Lehrer waren wirklich begeistert.

Die Dozentin erklärt uns, wie sie in ihrer Klasse flipgrid eingesetzt hat. In der Schule gab es eine Themenwoche zum Thema „Lesen“. Die Kinder lasen über 200 kleine Bücher. Anschließend haben die Schüler kleine Buchvorstellungen mit Hilfe von flipgrid erstellt. Auch die schüchternen Schüler werden so ermutigt zu sprechen. Möchte jemand nicht gesehen werden, kann er auch Handpuppen als Videofigur benutzen.

In meinem Beispiel habe ich den Berufsschülern eine Aufgabe gestellt. Unter dem folgenden Link finden Sie eine Möglichkeit einen Praktikumsbericht zusammenzustellen: https://flipgrid.com/06c1255a

Vor dem Mittagessen begannen wir unsere Gruppenarbeit mit der App Adobe Spark Video. Unsere Aufgabe war es drei kurze Videos zu drehen und fünf Fotos zu machen. Mit diesen Materialien haben wir die Frage, wie das finnische Ausbildungssystem ist, beantworten können. Diese App eignet sich sehr gut für Schüler, die schon die ersten Erfahrungen mit Filmen gemacht haben.

Da der Schultag durchaus anstrengend ist, verwenden viele Schulen GoNoodle.com. Nach einer kurzen Entspannungsübung sind die Schüler wieder fit für die nächsten Übungen. Es funktioniert, denn unsere Gruppe war ebenfalls nach dieser Entspannung mit Begeisterung dabei.

Anschließend erfahren wir die Vorteile des Programms Bookcreator. Mit der App kann man relativ schnell und übersichtlich ein Album erstellen, eine Geschichte erzählen oder für Berufsschüler könnte sie als Notizbuch dienen z. B. bei einem Praktikum. So wird die Erstellung des Praktikumsberichtes viel mehr Spaß machen, außerdem ist es auch für den Lehrer viel angenehmer zu lesen.

 

Freitag: 17.05.2019

Den 6. und letzten offiziellen Fortbildungstag verbrachten wir am Campus des Vantaa Vocational Collages Varia Aviapolis.

Anssi Salmi führte uns am Anfang des Tages in die Kfz-Werkstatt. Die Schule verfügt über ca. 30 unterschiedliche Fahrzeuge, von alten noch technisch einfacheren Wagen bis zu LKWs und Flugzeuge, die wir auch anschließend in der Flugzeughalle besichtigen durften. Es ist schon beeindruckend, dass überall in der Schule eine angenehme Lernatmosphäre herrscht. Die Zusammenarbeit zwischen den Lehrern und Schülern ist entspannt und der Umgang erscheint untereinander sehr freundlich zu sein.  Diese Einheit hat ca. 500 Schüler.

Pia Kovalainen und Sanna Karayilan bringen fast schon künstlerische Effekte in das Lernen ein. Sie finden, dass abwechslungsreiche Lernorte auch beim Kennenlernen einer neuen Umgebung sehr nützlich sind. Diese Gedanken konnten sie uns auch überzeugend präsentieren, denn sie zeigten uns, wie man die Kamera einfallsreich im Unterricht einsetzen kann.

Die beiden Lehrerinnen begannen mit einem Projekt draußen. Die Gruppe ihrer Migrant*innen fuhr zu einer bekannten Insel, in der sich eine ehemalige Festung von Helsinki „Suomenlinn“ befindet. Zu diesem Projekt konnten sie von der Schule professionelle Kameras ausleihen.

Die Schüler, die noch ein sehr niedriges Sprachniveau hatten, konnten auf diese Weise die neue Umgebung erforschen und für sich entdecken. Dadurch entstanden auch die ersten Gespräche mit den Finnen, die wiederum neugierig nachgefragt haben, warum so viele Fotographen auf der Insel unterwegs seien.

Weiterhin haben sie ein Projekt gestartet in dem sie das Thema „Bild und Grammatik“, behandeln.  Die Schüler bereiten Fotoserien z. B. aus den Werkstätten vor, aus den Serien wurde auch anschließend eine Ausstellung konstruiert. Die Bilder wurden vergrößert und an den Wänden der Schule aufgehängt. Nach der Ausstellung durften die Schüler diese Bilder mit nach Hause nehmen. Interessant fand ich auch in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit einer Hochschule. Die wiederum eine Erweiterung des technischen Equipments ermöglicht. Für die beiden war ganz klar, dass die Lernenden durch diese Projekte sehr schnell und natürlich mit der Sprache und der alltäglichen Umgebung konfrontiert werden. Die Lernautonomie und die methodischen Fähigkeiten werden fast unbemerkt, aber nachhaltig gefördert.

Pia hat mit ihren Schülern eine WhatsApp Gruppe gebildet. In diese schicken die Lernenden Bilder, kurze Videos zu einem bestimmten Thema, das sie z. B. als Hausaufgabe oder Unterrichtsthema hatten.

Wir sollten auch ein Video mit unserem Smartphone drehen, in dem wir ein Wort nach unserer Wahl präsentieren sollten.  Unsere Gruppe hat das Wort „neugierig“ für sich ausgesucht. Das Video sollte 15 Sekunden lang sein. Für die Erledigung der Aufgabe hatten wir 20 Minuten Zeit. Der Vorteil dieser Aufgabe ist, dass sie fast überall umgesetzt werden kann. Die Lernenden müssen miteinander planen und sich abstimmen, außerdem macht es auch einen riesigen Spaß. In der Pädagogik kennen wir den Namen Camera-pen-pedagogy, der für diese Art der Aufgaben benutzt wird.

Im zweiten Teil schulten uns Anssi Salmi mit Anna Kapanen mit dem Umgang der virtuellen Welt inklusive der VR-Brille. Diesen Themenbereich erkundeten wir mit der App Seppo.io. In Gruppen hatten wir eine Karte zur Verfügung, in der unsere Stationen in der Schule markiert waren. In der ersten Station testeten wir die viel erwartete virtuelle Brille. Es war beeindruckend sich in eine Werkstatt zu versetzen und sich gefühlt dort zu bewegen. Da die Kfz Schüler kostenfrei den Führerschein in der Schule machen dürfen, gibt es einen Raum mit verschiedenen Simulatoren, die wir austesteten. Zugegeben, die geborene LKW-Fahrerin bin ich auch nicht. Nach 50 Metern hätte ich schon 940 Euro Strafe zahlen müssen, da musste Anssi auch etwas schmunzeln.

In den fünf Tagen in der Schule haben wir eine unglaubliche Menge zur Didaktik und den Methoden mit den digitalen Medien gelernt. Zu Hause muss man diese Stück für Stück einführen. Gerade für die Binnendifferenzierung kann ich auch jetzt je nach meinem Bedarf verschiedene Apps und Tools einsetzen. Sicherlich gibt es heute noch Diskussionen, wie und wer sie im Unterricht benutzen möchte, aber im Jahre 2019 sind diese Methoden nicht mehr vom Unterricht wegzudenken. Zu gerne möchte ich, mein Wissen meinen Kollegen weitergeben und mein eigenes Wissen erweitern. Es hat mich sehr beruhigt, dass unsere Dozentinnen uns auch nach der Fortbildung gesagt haben, dass sie selbst während der Schulung neue Features der App entdeckt haben, obwohl sie diese oft verwenden. Fazit: Wir lernen nie aus!

 

Samstag: 18.05.2019

Nachdem uns auch noch der Sommer ab Donnerstag in Helsinki begrüßt hatte, konnten wir unser Glück mit dieser extrem inspirierenden Schulung nicht fassen. Jenni und Ilpo, die uns auch die Woche durch begleitet haben, präsentierten uns noch einen Standort der Innovation und Entdeckung.

Wir hatten uns mit der restlichen Gruppe, die noch vor Ort war, für 10 Uhr verabredet. Heureka, das Zentrum zum Entdecken und Erforschen, liegt in Vantaa und lädt die Gäste zum selbstständigen Ausprobieren z. B. der eigenen Hirnfunktion oder physikalischen Elementen ein. Wir verbrachten noch die letzten zwei Stunden vor der Abreise dort, um uns auch miteinander auszutauschen. Mit Jenni und Ilpo haben wir über das Bildungssystem Finnlands gesprochen und unsere Eindrücke der vergangenen Woche Revue passieren lassen. Wir waren uns einig, dass in Finnland Schüler viel mehr als Individuen betrachtet und dementsprechend gefördert werden. Wir als Vermittler des Lernprozesses können die Stärken unserer Lernenden fördern und unterstützen.

Diese zahlreichen Möglichkeiten der digitalen Medien können wir als ein festes Standbein unseres Unterrichts einbauen. In den kommenden Wochen sehe ich mich noch beim Austesten der Apps. Also mit Geduld und Ruhe, wie die Finnen es betonten, erreichen wir die besten Ergebnisse. Ich möchte auch als Multiplikator der neuen Medien Lehrkräften und Dozenten bei der Entdeckung der neuen Wege oder damit verbundenen Ängsten helfen.

Malta: Empowerment in ICT Skills: Making Use of Technology Tools (2)

von G.H.

Sonntag, 07.04.2019

Ich war bereits am Samstagnachmittag auf Malta gelandet und freute mich über ca. 17 Grad und  Sonnenschein bei der Ankunft. Diese Freude währte aber nicht lange, denn als ich wenig später meine Unterkunft erreichte und mich mit meiner Gastfamilie unterhielt, zogen dunkle Wolken auf. Die Vorboten eines Wetterwechsels. Auch am Sonntagmorgen war es bewölkt und als ich nach 30 Minuten Busfahrt (Kosten 1,50 € !!!)  in Valletta ankam, regnete es, wie mir meine Gasteltern mit „It´s a weather for ducks“  angekündigt hatten. Die wenigen Touristen strömten tapfer durch das auffällige Stadttor in die  menschenleere Republic Street auf der Suche nach einem Museum oder einer Kirche, wo man sich im Trockenen aufhalten konnte. Ich besuchte „Malta Experience“ und erlebte in dem 45-minütigen Film die Geschichte der maltesischen Inseln im Zeitraffer. Das war sehr sehenswert und informativ, da die Geschichte Maltas gespickt ist mit Eroberungen durch verschiedenste Völker.  Mittags kam schließlich die Sonne heraus, so dass sich der der Charme der Stadt offenbarte. Vom  „Upper Barrakka Gardens“  bot sich ein fantastischer Blick auf den Grand Harbour mit vielen Schiffen, Segelyachten und auch Kreuzfahrtschiffen. Die Busfahrt zurück dauerte dann deutlich länger als die Hinfahrt, denn bei dem schönen Wetter waren alle Küstenorte, die wir passierten, voller Touristen und Einheimischer. Ich kam gerade noch pünktlich zum Abendessen um 19 Uhr und lernte die neuen Gäste – vier junge Österreicher – kennen, die mit 76 weiteren Mitschülern und Mitschülerinnen einen Englisch-Sprachkurs für eine Woche gebucht hatten. Es entwickelte sich ein angeregtes Gespräch zwischen Gastgebern und Gästen, wobei die vier jungen Männer gegen 20 Uhr aufbrachen, um die Partyszene in St. Julian´s kennenzulernen. Das gehört zum Sprachkurs auf Malta unbedingt dazu.

 Stadttor von Valletta mit Tritonbrunnen

 

Blick auf Grand Harbour

 

Montag: 08.04.2019

Den Weg zum meinem Unterrichtsort in St. Julian´s  war ich vorsichtshalber schon am Samstag abgegangen, um mich nicht zu verlaufen. Ein netter, ruhiger Gang hinunter in die Stadt, kaum Verkehr,  kaum Leute, durch einen Tunnel hindurch, quer über einen Kreisverkehr und dann nach 15 Minuten ganz entspannt da.
Am Montagmorgen stellte ich um 8.30 Uhr fest, dass Horden von Sprachschülern zu ihrem Unterricht unterwegs waren, dass überall Häuser gebaut oder umgebaut wurden und die Presslufthammer  einen ohrenbetäubenden Lärm machten und dass der Berufsverkehr das Durchqueren des Tunnels zum Abenteuer machte, da es keine Abgrenzung zwischen (wenigen) Fußgängern und (vielen) Autos gab. Am Ende des Tunnels dann direkt an einem Kreisverkehr die richtige Lücke zwischen den Autos abzupassen, um die Fahrbahn zu überqueren, war noch abenteuerlicher. Zum Glück wollten 2 weitere Fußgänger auf die andere Straßenseite, zu dritt fühlten wir uns sicherer. Was für ein Unterschied zu Samstag!

Um 8.45 Uhr checkte ich beim eti– executive training institute malta –ein, wo ich den einwöchigen Kurs „Empowerment in ICT Skills – Making Use of Technology Tools“ gebucht hatte.

 eti

 

Unsere Dozentin Josie begleitete uns in einen kleinen Raum ohne Fenster, dafür mit Klimaanlage. Wir waren nur 4 Kursteilnehmer*innen, eine Tschechin, ein Deutscher, ein Deutsch-Amerikaner und ich. Zuerst richtete Josie auf dem interaktiven Whiteboard mit GoogleDrive ein Dokument ein, in dem jeder gleichzeitig persönliche Informationen zu Beruf, Familie oder Hobbys eingab, anschließend konnten wir bei den anderen Fragen einfügen, die wir mündlich mehr oder weniger ausführlich beantworteten. Eine andere Art des Kennenlernens, die Spaß machte.

Das Whiteboard bediente Josie direkt von ihrem Laptop und sie betonte, dass in Malta jeder Klassenraum mit einem modernen interaktiven Whiteboard ausgestattet  ist, wobei die Generation von Whiteboards mit Beamer als überholt gilt. Jedes Schulkind bekommt mit 8 Jahren ein eigenes Tablet und bis zum 16. Lebensjahr wird dieses Tablet zweimal erneuert.

Josies Frage, ob jemand von uns eine eigene Website habe, verneinten wir alle. Sie zeigte uns ihre und erläuterte die Vorteile für sie als Dozentin, da sie nicht nur ihre Materialien dokumentieren und verwalten, sondern diese auch mit ihren Kursteilnehmern bei Bedarf teilen kann.  Auf

www.wix.com

legten wir dann gleich alle eine eigene Website an, die in der einfachen Variante kostenlos ist,  und machten uns mit den vielfältigen Möglichkeiten vertraut.  Das Einfügen von Fotos und Videos klappte schon ganz gut, wobei Josie uns geduldig zur Seite stand. Dann hieß es ausprobieren, im Preview ansehen, ggf.  ändern oder löschen. Als Zielgruppe für meine Website wählte ich meine Kursteilnehmer/innen,   für die ich den Englischunterricht mit digitalen Tools abwechslungsreicher  gestalten möchte. Die Eindrücke von Valletta noch frisch im Gedächtnis, entschied ich mich für die Hauptstadt Maltas als Thema für den Blog, den Josie uns schon angekündigt hatte,  und für Unterthemen, für die ich meine eigene Fotos verwenden konnte.

Beim Abendessen um 19 Uhr berichteten die jungen Österreicher von ihren Erlebnissen am Vorabend, wobei sie vermutlich nicht alle Einzelheiten erwähnten. Jedenfalls hatten sie sich prächtig amüsiert am Strand.

 

Dienstag: 09.04.2019

Dass der Presslufthammerlärm bereits um 7 Uhr beginnt, hängt mit der späteren Tageshitze zusammen. Morgens sind die Temperaturen für die Bauarbeiter noch angenehm. Langschläfer werden hier jedenfalls nicht glücklich.

Vormittags waren Websites und Blogs unsere Themen. Wer schon immer wissen wollte, wie Websites eigentlich funktionieren, kann sich hier schlau machen:

How websites work:

https://www.youtube.com/watch?v=D8c4JZW73cM

 

Und wer dann schon bei youtube ist, kann sich auch gleich ansehen, was ein Blog ist:

 

https://www.youtube.com/watch?v=NjwUHXoi8lM

 

Denn heute sollten wir einen eigenen Blog erstellen.  Von den ca. 7.7 Milliarden Menschen auf der Welt sollen angeblich etwa 31 Millionen Blogs schreiben. Ab heute: plus 4. Mit der folgenden Seite ist das recht einfach möglich:

www.blogger.com

Jetzt wurde mir auch klar, warum eti empfohlen hatte, bereits zu Hause ein Google-Konto anzulegen, denn man kann sich auf vielen Seiten einfach mit Google anmelden, ohne dass man immer wieder ein extra Passwort anlegen muss. Das ist schon praktisch. Allerdings auch ein bisschen beängstigend. Google kennt mich jetzt und weiß, auf welchen Seiten ich mich anmelde.

Josie zeigte uns am Whiteboard, wie man einen Blog erstellt, wie man Links, Fotos, Videos einfügt und erklärte anhand ihrer eigenen Website, wie wir den Blog mit unserer Website verbinden.

Unterricht

Dann hieß es, den Blog mit Text zu füllen, wobei ich einfach anfing mit meinen Eindrücken von Valletta, meine Formulierungen aber mehrmals änderte. Josie ließ uns in Ruhe arbeiten und half, wenn wir nicht (mehr) weiterwussten. Die Zeit verging wie im Fluge. Nach der Mittagspause kam die nächste Herausforderung, als wir uns bei

www.edpuzzle.com

einloggten, um Videos, die wir in unserem Blog zeigen wollten, zu bearbeiten, z.B. kürzen oder mit Quizaufgaben versehen.  Bei edpuzzle hat man Zugriff auf Videos von edpuzzle, Yutube, National Geographic, TED Talks und anderen Plattformen. Das machte richtig Spaß und ich kann mir gut vorstellen, dass man den Unterricht sehr interessant gestalten kann. Die Herausforderung besteht darin, bei der Menge an Anregungen etwas Passendes zu finden.

Wir machten pünktlich um 14.30 Uhr Schluss, denn es stand ein Ausflug nach Mdina an. Wir saßen ungefähr eine Minute im Bus und waren nur um die Ecke gefahren, als ein falsch geparktes Auto die Straße blockierte und den Bus an der Weiterfahrt hinderte. Der Busfahrer hupte, aber niemand erschient. Über den Bürgersteig zu fahren, lehnte der Busfahrer ab.  Keine Ahnung warum. Wir warteten sage und schreibe 30 Minuten, bis auf einmal der Fahrer des geparkten Autos ins Auto huschte und eiligst davon fuhr. Die Stadtbesichtigung von Rabat und Mdina war Dank des gut informierten Reiseführers Mario ein richtiges Erlebnis. Mdina, die frühere Hauptstadt Maltas mit jetzt 250 Einwohnern, scheint in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. (Bitte nicht wachküssen!)

Das Stadttor wurde sogar bei der Verfilmung von „Game of Thrones“ in Szene gesetzt. Die Straßen sind alle eng und verwinkelt. Es heißt, sie sind nur so lange gerade, wie man einen Pfeil schießen kann. Das erleichterte die Abwehr von Feinden, die sich in den engen Gassen verirrten. Wir wurden auf viele Details an den Häusern wie wunderschöne Messingtürklopfer, Holzbalkone, zugemauerte Tore und verschiedene Baustile aufmerksam gemacht, die uns so wahrscheinlich nicht aufgefallen wären. Wir hörten die Geschichte vom Schiffbruch des Apostels Paulus vor Malta, an die überall erinnert wird. Von der Stadtmauer genossen wir einen beeindruckenden Rundblick auf die Küste mit Valletta und St. Julian´s in der Ferne. Ein toller Ausflug!

Stadttor Mdina

Gasse Mdina

 

 Rundblick von der Stadtmauer aus

 

  Messingtürklopfer

Begeistert berichtete ich beim Abendessen um 19 Uhr von meinen Erlebnissen und meine Gasteltern gaben noch Hinweise zu anderen sehenswerten Orten auf der Insel. Schade, dafür reicht meine Zeit hier nicht,  aber vielleicht beim nächsten Besuch.

 

Mittwoch: 10.04.2019

Meine Gastgeber waren ausgesprochen zufrieden. Am Vorabend hatten sie im Pub das Fußballspiel zwischen Liverpool und Porto verfolgt. Zum Glück hatte Liverpool gewonnen und war eine Runde weiter. Tunnel und Kreisverkehr nahm ich inzwischen sportlich, man gewöhnt sich an alles.

Josie hatte für uns eine Aufgabe mit

www.learningsapps.org

erstellt. Wir sollten erraten, in welchem Land (Deutschland, Tschechei, USA) etwas erfunden worden ist, z.B. Würfelzucker, weiche Kontaktlinsen, Weihnachtsbaum, Blue Jeans, Locher, Roboter etc. Wir berieten uns, wo wir uns nicht sicher waren, ordneten die Begriffe den Ländern zu und stellten fest, dass nicht alles stimmte. Eine tolle Aufgabe, die man für jeden Unterricht entsprechend gestalten kann.

  learningapp

Wir loggten uns bei der Website ein und lasen, um was es da geht:

LearningApps.org unterstützt Lern- und Lehrprozesse mit kleinen interaktiven, multimedialen Bausteinen, die online erstellt und in Lerninhalte eingebunden werden. Für die Bausteine (Apps genannt) steht eine Reihe von Vorlagen (Zuordnungsübungen, Multiple Choice-Tests etc.) zur Verfügung. Die Apps stellen keine abgeschlossenen Lerneinheiten dar, sondern müssen in ein Unterrichtsszenario eingebettet werden.

Wir verschafften uns erstmal einen Überblick, was schon alles vorhanden ist, bevor wir selbst loslegten. Ich stieß auf ein Wissens-Quiz über Valletta, das ich kopierte und mit eigenen Fragen/Antworten bearbeitete und auf meiner Website hoch lud.  Ich war begeistert und stellte mein Quiz natürlich für andere Nutzer zur Verfügung. Das ist wirklich eine tolle Arbeitsteilung, dass man von den Aufgaben anderer profitieren und sich auch revanchieren kann.

Nach der Mittagspause waren wir auf der Website

www.123apps.com

Da geht es um Tonaufnahmen, die man erstellen und zuschneiden kann, je nach Bedarf.

Wir arbeiteten mit Kopfhörern, um einander nicht zu stören, und waren ganz vertieft in unsere sprachlichen Experimente. Das Unterrichtsende kam wieder schneller als erwartet. Der nächste Ausflug nach Valletta stand an, zu dritt eilten wir zum Bus. Mario, unser Reiseführer von gestern, war wieder dabei und machte auch dieses Mal wieder eine wunderbare Führung. Heute ging ich durch Valletta auf der Suche nach ungewöhnlichen Fotomotiven für meine Website. Neben Fotos machte ich natürlich auch Videos, denn die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hatten wir  ja auch schon kennengelernt.

Mario konnte zu jedem Winkel, jedem Gebäude, jeder Statue etwas erzählen. So zeigte er uns mehrere Palmen, die im Stamm ein dickes Loch hatten, manchmal auch zwei Löcher. Sie waren durch den Beschuss im 2. Weltkrieg entstanden. Wie diese Bäume mit diesen wirklich großen Löchern überhaupt weiterwachsen konnten, bleibt ein Rätsel.

Palme mit Loch

Wir kamen rechtzeitig zum Salutschießen in die Upper Barrakka Gardens, wo zur Freude der vielen Touristen eine Kanone abgefeuert wurde.  Ich filmte das natürlich für meine Website.

In der Tour war auch der Besuch des „Malta Experience“ enthalten. Den Film hatte ich zwar schon am Sonntag gesehen, aber beim 2. Mal konnte ich mir die Einzelheiten aus der 5000-jährigen Geschichte besser merken.

 Malta Experience

Der Bus quälte sich anschließend durch den Feierabendverkehr. Erst gegen 18.30 Uhr war ich in meiner Unterkunft, zum Glück rechtzeitig fürs Abendessen.

 

Donnerstag: 11.04.2019

Ein weiterer sonniger Tag mit 17 Grad am Nachmittag. Dass Malta eine Insel ist, merkt man am ständigen Wind.

Wir befassten uns im Kurs damit, einen Text aufzunehmen, ihn mit Musik zu hinterlegen und einen Podcast zu erstellen.

Josie erklärte uns die Schritte am Whiteboard, wies uns aber auch daraufhin, dass wir nur erste Eindrücke bekommen sollten. Vertiefen müssen wir das später selber. Wir schauten uns verschiedene Websites an, um Musik herunterladen zu können wie

http://freemusicarchive.org/

http://www.soundclick.com

https://soundcloud.com/

 

Auf der Website

https://www.audacityteam.org/

kann man die Tonspuren von Stimme und Musik zusammenfügen und mit

https://www.podomatic.com/

dann einen Podcast erstellen.

Es war schon sehr anspruchsvoll, einigermaßen den Durchblick zu behalten und ich fühlte mich etwas überfordert. Den anderen Teilnehmern ging es aber genauso, wie ich feststellte. Die Websites muss man sich wirklich noch einmal in Ruhe anschauen, um herauszufinden, ob und wie man das für sich nutzen kann.

Nach der Mittagspause, die wir dringend, wirklich sehr dringend benötigten, waren wir bei

https://spark.adobe.com

Josie erläuterte auf der Seite, wie man ein Video erstellt und endlich war die Handhabung mal so einfach, dass wir gleich loslegten. Ich fügte eigene Videos, die ich in Valletta gemacht hatte, mit Fotos zusammen, belegte die Fotos mit Untertiteln und nahm Texte mit dem Mikrofon auf. Das war ruckzuck gemacht und machte großen Spaß. Als ich das Video auf meiner Website einfügen wollte, brauchte ich aber doch wieder Josies Hilfe. Ich musste den Embed-Code erstellen, den unter HTML einfügen und dafür die richtigen Fenster öffnen. Das hätte ich alleine nicht mehr geschafft.

Nach Unterrichtsende fuhr ich noch einmal nach Valletta, um die St. John´s Co-Cathedral zu besichtigen. So schlicht die Kathedrale auch von außen wirkt, umso prachtvoller ist sie von innen. Im Oratorium hängen zwei Gemälde von Caravaggio, darunter sein größtes Werk „Die Enthauptung Johannes des Täufers“.  Es ist auch das einzige Gemälde, das er signiert hat. Ohne Hinweis, würde man seinen Namen nie entdecken.

 Caravaggio

Das Salutschießen im Upper Barrakka Gardens schaute ich mir auch noch einmal an. Dieses Mal verfolgte ich das große Peng aber nicht von der Balustrade aus, sondern von unten in unmittelbarer Nähe der Kanonen, um ein noch besseres Video für meine Website zu bekommen. Der Ehrgeiz hatte mich gepackt.

Saluting Battery

 Saluting Battery

Am späten Nachmittag quälte der Bus sich wieder durch den Feierabendverkehr zurück. Nach dem Abendessen zog ich mich gleich zurück, um noch die neuen Fotos und Videos von Valletta auf meiner Website hochzuladen, was dann doch zeitintensiv war.

 

Freitag: 12.04.2019

Unser letzter Kurstag, an dem wir unsere erstellten Websites präsentierten und unser Zertifikat bekamen.

Am Vormittag befassten wir uns mit verschiedenen Themen, jeweils nur kurz, um – wieder mal – einen ersten Eindruck zu bekommen. So kann man per Screenshot recording ein Video kommentieren:

www.flashbackrecorder.com

Wenn man von Youtube ein Video benutzen will, muss man das aber erstmal herunterladen, und zwar mit

www.atube.com

Einen Cartoon erstellten wir danach mit

www.toondoo.com

Die Vorlagen sind sehr vielfältig und es ist schon witzig, mit wenigen Klicks Figuren zu schaffen, sie mit einer Sprechblase auszustatten und etwas äußern zu lassen. Ich wählte gleich die erste Vorlage, die mir gefiel, sorgte dafür, dass die junge Dame am Strand etwas zu essen und zu trinken hatte, füllte die Sprechblase  und fügte meinen eigenen Cartoon gleich am Anfang meines Blogs ein.

 Cool-cartoon

Natürlich habe ich meinen Blog nicht am Strand liegend geschrieben, aber es muss ja nicht alles der Wirklichkeit entsprechen.

Eine Website für comics ist:

www.wittycomics.dom

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Avatar zu erstellen, teilweise mit Verfremdung eines eigenen Fotos:

www.voki.com

www.hexatar.com

www.storyboardthat.com

www.avachara.com

www.home.mywebface.com

Zum Glück bekamen wir für jede Website eine schriftliche Anleitung fürs Einloggen und Bearbeiten. Vieles ähnelt sich, aber im Detail gibt es doch Unterschiede, die man sich nicht alle merken kann. Bei vielen Seiten gibt es auch erstmal Einführungen in die Handhabung, damit man die Möglichkeiten kennenlernen kann.

Und dann muss man probieren und dranbleiben.

Josie gab uns noch Zeit, unsere Websites zu überarbeiten, dann wurde es ernst, der letzte Schritt war, die Seiten zu veröffentlichen, damit wir sie uns ansehen konnten. Ein Klick und dann waren wir online.

Neugierig betrachteten wir nacheinander unsere Websites, die sich jeweils an unsere Zielgruppen, also kleine Kinder, Schüler, Studierende bzw.  Kursteilnehmer richteten, und stellten anhand der unterschiedlichen Übungen fest, dass wir alle viel gelernt hatten.

Bei meiner Seite ging es mir darum, viele Informationen über Valletta zu geben und diese mit eigenen Fotos und Videos anschaulich zu machen. Eine Übung mit einem Lückentext hatte ich im Blog eingebaut. Anregungen für Diskussionen mit meinen Teilnehmern sind auf jeden Fall vielfältig vorhanden, was mir besonders wichtig war. Ich freue mich schon, meine Seite im Unterricht zu präsentieren.

Letztlich konnten wir nur einen Ausschnitt der vorgestellten Möglichkeiten nutzen, was aber in der Kürze der Zeit nicht anders zu erwarten war. Im Hinblick auf die immense Vielfalt an digitalen Tools und ihren Einsatzmöglichkeiten im Unterricht haben wir einen tollen Überblick erhalten.  Wichtig für mich persönlich war,  mich ausführlich mit der Welt der digitalen Medien zu befassen und eine eigene  digitale Kreativität zu entwickeln.

 

Samstag, 13.4.2019

Ein letztes Mal Tunnel und Kreisverkehr meistern, was am frühen Samstagmorgen ausgesprochen langweilig war. Aus anderen Berichten über Malta wusste ich, dass sich der von eti am Samstag geplante Ausflug zur Nachbarinsel Gozo lohnen würde, so dass ich um 8.30 Uhr mit 14 anderen Teilnehmern mit dem Bus Richtung Fährhafen unterwegs war. Mario war wieder unser Reiseleiter. Die  Fähre brauchte ca. 25 Minuten nach Gozo rüber. Sonne, Wind, tiefblaues Wasser, herrlich.  Auf Gozo wartete ein anderer Bus auf uns, der uns nach Xlendi brachte, wo wir ausstiegen und die traumhafte  Bucht erkundeten. Es ging weiter zum Blue Hole an der Westküste, bekannt für den Fungus Rock und das Azure Window, ein Felsentor, das leider 2017 bei einem schweren Sturm eingestürzt ist. Bei „Game of Thrones“ kann man es noch in der ersten Staffel sehen, denn auch hier wurde gedreht.

Fungus Rock

In der Hauptstadt Victoria führte uns Mario nach dem Mittagessen in die Citadelle, eine imposante Befestigungsanlage, von der wir einen wunderbaren Blick auf die Umgebung hatten. Wir fuhren weiter zur Ostküste, zur Calypso Cave, und zurück zum Fähranleger, von wo es zurück nach Malta ging. Ein lohnenswerter Ausflug!

Ich bin dem Landesverband der Volkshochschulen sehr dankbar, dass mir dieser Einstieg in digitales Unterrichten und Lernen ermöglicht wurde. Es war eine spannende, intensive, lehrreiche Woche mit vielen Aha-Erlebnissen bezüglich der vielfältigen digitalen Anwendungen.

Innovatives Lernen mit Tablets, Graz (4)

von K. K.

Anreise am 04.05.2019

Die Anreise lief wie geplant. Mit dem Flieger von Hamburg nach Wien. Von dort sollte es bereits eine Stunde später mit dem Zug nach Graz weitergehen. Da die Zugfahrt drei Stunden andauert, wollte ich mir auf dem Flughafen/Bahnhof nur kurz was zu trinken kaufen, was erst mal daran scheiterte, dass ich kein Kleingeld für den Automaten hatte. Und mit der EC-Karte funktionierte es irgendwie nicht. Ich sprach gefühlt 20 Personen an, ob sie mir meinen 10 Euro-Schein wechseln könnten. Fast keiner hat mich verstanden, weil alle kein Deutsch sprachen. Es waren diverse Nationalitäten dabei. Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Englisch usw. Ich konnte mich glücklicherweise in Englisch verständigen, aber es konnte keiner wechseln. Irgendwann kam dann eine Dame auf mich zu, sie war meine Rettung… Es ging dann endlich weiter mit dem Zug nach Graz und von dort dann weiter mit der Straßenbahn. Ich war dann froh, irgendwann im Hotel angekommen zu sein…

Sonntag, 05.05.2019

Unsere Aufgaben für heute von 12.00 bis 18.30 Uhr:

Installation der Apps und erste Eindrücke von Graz. Um 18.30 Uhr gemeinsames Abendessen beim Wiener Wirt.

Also recherchierte ich in Google, was ich mir denn so anschauen könnte. Ich fand etwas über einen Hauptplatz. Ein von mittelalterlichen Gebäuden umgebener historischer Stadtplatz, heißt es in Google. Das schaue ich mir doch mal an. Gesagt, getan… Es war wirklich beeindruckend. Sehr viele schöne Häuser in einer traumhaften Architektur. Hier einige Bilder…

Wir haben vorab von unserem Kursleiter Thomas eine lange Liste zugeschickt bekommen mit allen von uns zu installierenden Apps. Ich hatte das Gefühl, es nimmt kein Ende… Das hat schon einige Zeit in Anspruch genommen, bis alle Apps auf dem Tablet installiert waren. U. a. von Google: Classroom, Maps, Präsentationen, Docs und Tabellen usw. Des Weiteren wie z. B. Kahoot, NeoReader, Padlet, PowerDirector, Math42, AB Mathe, Mindmeister und noch diverse mehr. Und zum Teil mussten wir auch schon an unserem vom Kursleiter Thomas angelegtem Google-Konto Einrichtungen vornehmen sowie in der App Classroom und Google-Drive.

Dann war es Zeit, sich auf den Weg zu machen zu unserem Kennlern-Abendessen. Wir kannten unseren Kursleiter ja bisher nur per Mail. Es war ein ausgesprochener netter Abend. Wie wir erfuhren, haben wir zwei Kursleiter, Thomas und Karl. Beide sind wirklich nett. Es war spannend, die österreichische Mentalität mal genauer kennen zu lernen.

Ebenso war es eine tolle Erfahrung, die anderen Kursteilnehmer kennen zu lernen. Ich glaube, vom ersten Eindruck her, wird es eine interessante Woche werden. Ich freue mich schon auf morgen.

Montag 06.05.2019

Als Erstes erläuterten unsere beiden Kursleiter Thomas und Karl detailliert den gesamten Kursplan für die ganze Woche. Ich bin sehr gespannt, auf das, was mich noch erwarten wird…

Der Plan für heute sieht vor, dass wir u.a. einen Einblick in „Google Classroom“, dem papierlosen Klassenzimmer, bekommen sowie in einigen anderen diversen Apps, aber dazu später mehr. Des Weiteren einen Eindruck zu erhalten, wofür die Einrichtung atempo Betriebsgesellschaft überhaupt steht.

Dann wartete eine ungewöhnliche Aufgabe auf uns. Eine Nudel-Challenge 😀. D.h. Wir wurden in 4 Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam 20 Spaghetti-Nudeln, 1m Klebeband, 1m Strickgarn und ein Joghurt-Gummi. Der Sinn dieser Challenge bestand darin, wer mit diesen Utensilien den höchsten Turm baut. Wir hatten 18 Minuten Zeit. Es waren wahrlich die schwersten, aber auch die lustigsten 18 Min. Was daraus geworden ist, siehe Foto 😂. Leider hat unsere Gruppe nicht gewonnen, aber es gibt Schlimmeres…

Nun erhielten wir einen Rundgang durch die Firma atempo. Atempo entwickelt digitale Produkte und Dienstleistungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung. Wir durften uns einen Einblick eine Gruppe verschaffen, deren Projektaufgabe ist, mit Book Creator ein digitales Buch zu erstellen. War schon beeindruckend.

Nach der Kaffeepause wurden wir dann in die Tiefen des Google Classroom eingeweiht.  Thomas erläuterte den Unterschied zwischen dem „Traditional Classroom“ und dem „Flipped Classroom“. Beim traditionellen steht der Lehrer vorne und lehrt die Schüler, es wird größtenteils nur Wissen vermittelt und der Freiraum für Übungen bleibt oft auf der Strecke. Beim Flipped Classroom (umgedrehter Unterricht) spricht man von der Unterrichtsmethode des integrierten Lernens. Sowohl die Stoffvermittlung sowie entsprechende Übungen erfolgen direkt vor Ort in der Schule. Lehrer stellen Lern- und Übungsaufgaben ein und die Schüler bearbeiten diese Aufgaben während der Schulzeit oder bekommen dies auch als Hausaufgabe zugewiesen. Es können auch diverse Apps mit eingebunden werden wie z.B. heute in unserem Projekt, eine Präsentation mit „Google Präsentation“ in dem Google Classroom zu erstellen. Die entsprechende Aufgabenvorlage wurde gruppenweise zugewiesen. Es war total spannend. Wir konnten alle gleichzeitig in dieser Datei arbeiten und es war sofort ersichtlich, wenn jemand Änderungen vorgenommen hat. Selbst, wenn derjenige noch im Bearbeitungsmodus gewesen ist. Ein weiterer Vorteil dieses Classroom ist, dass eine direkte Kommunikation hierüber möglich ist. Am Ende hat jede Gruppe ihre erstellte Präsentation vorgestellt. Es war sehr beeindruckend, wie kreativ doch alle gewesen sind. Es ging schon mit der Auswahl der Gruppenbezeichnung los. Die Digi-GRAZien, die Unglaublichen, Fanstastic Four und SOJAPE (wenn ich es richtig erinnere).

Nach der Mittagspause wurden dann einige Hilfefunktionen beim iPad erläutert, wie z.B. der Lesemodus, die Vorlesefunktion usw. Leider konnte man uns das auf den Android-Tablets nicht näherbringen, was ich schade fand. So machten diverse andere Teilnehmer und ich mich währenddessen selbst im Netz schlau, was es für Möglichkeiten gibt. Es war leider nicht ganz zielführend, aber ich bleibe dran.

Es wurde dann der „Europäische Rahmen der digitalen Kompetenz von Lehrenden“ ausführlich erläutert. Des Weiteren durften wir diverse Lernprogramme ausprobieren, die auch in den Schulen zum Einsatz kommen: Fingerzahlen, AB Mathe, Anton und Math 42. Es sind wirklich tolle Übungen dabei, die uns wirklich Spaß bereitet haben.

Der heutige Tag war immens viel Input, den ich erst mal verdauen muss. Aber morgen ist ein neuer Tag und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht…

Dienstag 07.05.2019

Für den heutigen Vormittag stand der Besuch in der NMS (neue Mittelschule, ab nächsten Jahr nur noch Mittelschule) Jennersdorf an. Die erste iPad-Schule Österreichs.

Ich muss schon sagen, dass ich absolut beeindruckt bin. Soviel Technik, einfach unglaublich…

Der Schuldirektor berichtet, dass sie mit einer ersten Klasse begonnen habenden, iPads zu implementieren, was vorerst ein Reinfall gewesen ist, da sich keiner damit ausgekannt hat. So nach und nach etablierte sich die Nutzung von iPads immer mehr, seit zwei Jahren gibt es nur noch iPad-Klassen. Das bedeutet, jedes Kind, was an die Schule kommt, muss ein eigenes iPad mitbringen, welches auf dem aktuellen technischen Stand ist, also kein veraltetes. Dies soll schließlich die nächsten vier Jahre verwendbar sein. Des Weiteren muss von den Eltern ein bestimmter finanzieller Beitrag geleistet werden (100 € für 4 Jahre, also pro Jahr 25 €) für den Kauf von Apps. Die Lehrer sind selbstverständlich ebenfalls komplett mit iPads ausgestattet. Die Übertragung der iPads werden zum Teil noch mit integrierten Beamern an Smartboards dargestellt, allerdings hat sich Technik in der Schule nicht wirklich durchgesetzt. Inzwischen erfolgt das Streamen mit dem Anschluss von Apple TV am Beamer und kann direkt am Monitor dargestellt werden. Der Vorteil, die Anschaffungskosten sind im Verhältnis sehr gering zum Smartboard, was sich kostentechnisch im vierstelligen Bereich bewegt. Ein weiteres Problem stellt wohl die Beschaffung von Ersatzteilen für die Smartboards dar. Diese scheint man wohl kaum noch zu bekommen.

Und was machen die Schüler mit den iPads? Hier der Imagefilm der Schule direkt:

Imagefilm iPad-Schule Jennersdorf

Wir hatten dann die Ehre in einige Klassen reinschnuppern zu können, was überaus interessant gewesen ist. Die eine Klasse hat uns ganz herzlich begrüßt:

Wir durften direkt im Unterricht mitwirken, mit z.B. der Verwendung der App „AnswerGarden“. Das ist eine interaktive Lern-App, in der Fragen beantwortet werden müssen. Den Lehrern wird sofort jede Antwort vorne am Board angezeigt. Des Weiteren kann nachgeprüft werden, welcher Schüler welche Fragen richtig oder falsch beantwortet hat.

Ein weitere Lern-App war Socrative Quizzes. In dieser App stehen drei Fragetypen zu Verfügung:

Multiple Choice: Die Schüler können zwischen beliebig vielen Antworten wählen, aber es können nur so viele Antworten gewählt werden, wie es korrekte Antworten gibt. Das heißt, die Schüler können immer rausfinden, wie viele richtige Antworten jede Frage hat.

True/False: Eine Frage, die mit wahr oder falsch beantwortet werden kann.

Short Answer: Bei diesem Fragetyp kann man eine oder mehrere korrekte Text-Antworten hinterlegen. Die Antworten der Schüler müssen genau mit einer dieser Antworten übereinstimmen.

Bei allen Fragezeichen lassen sich auch Bilder einsetzen.

Während der Nutzung dieser App durften wir auch mit der Apple-Lupe experimentieren.

Wir haben dann eine Klasse beim gemeinschaftlichen Kochen besucht. Auch hier kommen die iPads zum Einsatz. Ob es die Rezeptauswahl oder die Zubereitung ist. Oder ein unbekanntes Gewürz recherchiert werden muss. Auch dies wird direkt zum Monitor übertragen. In einer anderen Klasse verwendet man das iPad als Luftdruckmessgerät. Oder man musiziert damit. Oder man nutzt das iPad als Musikinstrument. Es sind ja keine Grenzen gesetzt.

Die Lehrer nutzen die iPads in der Regel auch im vollen Umfang. Das Klassenbuch ist komplett integriert. Die iPads sind alle miteinander vernetzt. Verwaltet werden sie über das Device-Management, eine Art Programm, die sowohl die mobilen Geräte sowie auch die Apps für alle User verwalten kann. Es steht in der gesamten Schule WLAN zur Verfügung. Spannend ist auch die Verteilung der Access-Points. Diese sind überall in der Schule verteilt und sind so geschaltet, dass die Ressource erst dann zur Verfügung gestellt werden, sofern jemand in diesen Frequenzbereich kommt.

Um auch immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben, haben sie sich SCHILF (steht für interne Fortbildungen) sowie auch SCHÜLF (schulübergreifende Fortbildungen) auf die Fahne geschrieben. Beide Formate ermöglichen gemeinsames Lernen in professionellen Lerngemeinschaften. Das sind sowohl ein gesamtes Kollegium einer Schule als auch ein bestimmtes Team einer Schule oder auch mehrere Teams mehrerer Schulen im Netzwerk. So kann Fortbildung am effizientesten auf die lokal und regional unterschiedlichen Bedingungen und auf die von Schulen definierten Entwicklungsziele eingehen.

Nachmittags besagte unser Kursplan einen Ausflug entweder zur Ritterburg oder zur Zotter Schokoladenfabrik. Wir teilten uns in 2 Gruppen. Ich entschied mich für die Ritterburg. Es war auch sehr beeindruckend:

Ich habe von dem Vormittag sehr viel für mich mitnehmen können. Ich war ja eigentlich sonst nicht so von iPads überzeugt, aber man hat mich nach dem heutigen Tag absolut davon überzeugt, dass die Nutzung von mobilen Apple-Geräten einfach vielfältiger ist, als mit mobilen Android-Geräten. Ich muss für mich schauen, wie ich dies optimal umsetzen kann.

Ich bin wieder gespannt auf den nächsten Tag…

Mittwoch 08.05.2019

Heute haben wir im Lern-Café diverse Lern-Apps kennen gelernt. Für mich eine sehr interessante und tolle Erfahrung war, dass wir von jungen Menschen mit Behinderung in die Tiefen der Materie eingewiesen wurden, die sich bei atempo in Bildungsmaßnahmen befinden. Man spürte einfach die Begeisterung jedes einzelnen und es war super, wie sie uns das präsentiert haben. Sehr bewundernswert 😊.

Diese Lern-Apps sind von der Firma Osmo entwickelt worden. Sie unterstützen nicht nur die Schüler beim Lernen, sondern es ist auch eine große Unterstützung für die Lehrer. Beim traditionellen Unterricht ist die Vorbereitungszeit viel aufwendiger. Im Gegensatz decken die Apps eine Vielfalt an Übungen bereits ab, z. B. in Mathe, in Rechtschreibung oder auch in Zeichnen. Und auch die räumlichen Beziehungsfähigkeiten werden getestet.

  1. Spiel – Tangram

Hier müssen die Puzzle-Teile so gelegt werden, wie auf dem Bild vorgegeben. Das iPad zeigt Dir an, ob man es richtig gelegt hat oder nicht.

  1. Spiel – Numbers

Es werden mehrere Wasserblasen angezeigt und man muss mit den Zahlenkärtchen entsprechend die Summen bilden.

  1. Spiel – Blue-Bot

Hier muss man den fehlenden Buchstaben erraten und im Anschluss den Roboter so programmieren, dass er den Weg zum fehlenden Buchstaben findet.

  1. Spiel – Pizza Co

Hier hat man gleich mehrere Aufgaben zu erledigen. Als Erstes wird einem vorgegeben, wie man die Pizza ganz individuell zu belegen hat und man muss sie sogar auch in den Ofen schieben. Dann erhält man die Bezahlung und es muss selbst ausgerechnet werden, ob Rückgeld gezahlt werden muss oder nicht. Entsprechend muss auch die Platte richtig rum gelegt werden. Beim Bezahlen  die graue Seite, bei der Pizza die gelbe Seite mit dem Käse.

  1. Spiel – Monster

Hier ist die Aufgabe vorgegebene Dinge zu zeichnen. Die eigene Zeichnung wird dann ins Programm integriert und animiert.

  1. Spiel – Programmier-App

Hier ist man gefordert, die Befehle so zu programmieren, dass die Figur korrekt ins Ziel geführt wird. D.h., z. B. einfach nur gehen oder springen.

 

Für mich absolut der Knaller sind die „Agumented Reality“-Apps. D.h. computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Ein Beispiel bietet zum Beispiel der WDR als App an (WDR AR). In den Videos werden die Personen visuell so dargestellt, als wenn sie bei mir zuhause im Wohnzimmer sind. Und entsprechende Berichte werden ebenfalls visuell eingeblendet, so dass man das Gefühl hat, mittendrin dabei zu sein. Einfach unglaublich.

Eine andere AR-App zeigte uns einen Frosch komplett in 3D und man konnte mit bestimmten Funktionen in jede weitere Schicht des Frosches vordringen, bis hin zum Skelett. Und jeder einzelne Knochen kann genau selektiert werden. Der Frosch wird visuell so dargestellt, als wenn er auf meinem Schreibtisch zerlegt wird. Wahnsinnig beeindruckend.  Diese App wird tatsächlich im medizinischen Bereich inzwischen viel eingesetzt, da es auch beispielsweise das Herz des Menschen auswählen kann. Oder auch andere Organe usw.

Und des Weiteren wurden wir noch ausgiebig in die App Quizlet eingewiesen, mit der Ausführung diversen Übungen. Wir hatten ja am Vortag in der Schule schon einen Einblick bekommen. War auch sehr interessant.

Und zu guter Letzt haben wir noch eine Darstellung der App Book Creator erhalten, mit der man sehr gestalterische Bücher erstellen kann. Hier kann man sich völlig frei entfalten, mit diversen Layouts, Bildern und Videos einfügen, es ist alles möglich.

Und wieder wartet morgen ein spannender Tag auf mich 😊.

Donnerstag 09.05.2019

Heute wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe fuhr zur VS Hirten und meine Gruppe blieb vor Ort bei atempo. Dort wurde uns von Frau Kulmer von CONEDU ausführlich über EBMooc berichtet. EBMooc ist der erste offene Online-Kurs für die Erwachsenenbildung in Österreich. Er wurde 2017 erstmals durchgeführt, 2018 in einer überarbeiteten Version abgehalten und erreichte bis Ende 2018 über 6.200 angemeldete Teilnehmer. Während der begleiteten Durchführungen 2017 und 2018 wurde das Selbststudium durch Foren-Diskussionen, Online-Meetings (Webinare=Web/Seminare) und Begleitgruppen zum Austausch mit anderen Interessierten unterstützt.

Es gibt sechs Module. In diesem umfassenden Kurs (Gesamtumfang: 18 Stunden) können sich Lehrende und Trainer, Berater und Bildungsmanager wichtige Grundlagen und Werkzeuge der digitalen Erwachsenenbildung mit dem Internet aneignen. Sie müssen dafür nichts bezahlen, können sich die Zeit selbst einteilen und erhalten eine Teilnahmebestätigung. Ergänzend zum Selbststudium gibt es in der begleiteten Form auch Foren, Online-Meetings (Webinare) und Begleitgruppen zum Austausch mit anderen Interessierten.

„Digitale Kompetenz“. Das ist nützliches und didaktisch sinnvolles Knowhow über den Einsatz alltagstauglicher und einfach zu bedienender Tools – und zwar für alle Tätigkeiten von Training über Beratung bis hin zum Management.

Im Anschluss blieb uns etwas Zeit für Übungen mit Apps unserer Wahl. U. a. Padlet, ein tolles Pinnwandprogramm, in dem mehrere Teilnehmer eingebunden werden und anpinnen können. Der Ersteller eines Eintrages kann die Berechtigungen der anderen Teilnehmer festlegen. Man kann dort Texte, Bilder, Videos oder auch Hyperlinks einfügen. Des Weiteren lernten wir, wie man mit Mentometer Abfragen erstellt und versendet und die Rückmeldungen dazu dargestellt werden.
Am Nachmittag erfuhren alles rund um das Pilotprojekt DigiDAZ (Deutsch als Zweitsprache) und dem Unterprojekt DigiMU (Deutsch als Muttersprache).

Es findet für einen ausgewählten Kreis an Schülern ein Online-Unterricht statt, d. h. Lehrer und Schüler befinden sich an unterschiedlichen Orten. Der Vorteil, keiner der beiden muss irgendwo hinfahren. Die Durchführung ist von jedem beliebigen Ort möglich, sofern eine Internetverbindung vorhanden ist und beide über ein iPad verfügen. Die Verbindung zu beiden iPads wird z. B. über WebEx, eine Art Videokonferenz, hergestellt. Der Lehrer setzt für die Aufgabenstellungen an die Schüler diverse Lerning-Apps, wie z. B. Keynote, BaiBoard3, Book Creator, Sock Puppets und iMovie ein.

Der Lehrer kann dem Schüler beim Abarbeiten der Aufgaben direkt zusehen und an entsprechender Stelle direkt helfen, wenn es hakt.

Zum Abschluss des Tages wurde uns die genauen Funktionen bzw. Einstellungen in Google Drive erläutert…

Wieder ganz schön viel Input, aber ich habe für mich wieder eine Menge mitnehmen können…

Freitag 10.05.2019

Unser letzter Tag war auch wieder ein sehr spannender Tag. Zuerst hat uns eine Dame mit Sehbehinderung die „Voice Over“-Funktion ihres iPhones erläutert. Mit dieser Funktion wird jede Berührung am Display des Handys in Sprache ausgegeben. So ist es ihr möglich, auch in jede Menüeinstellung zu gelangen und auch Änderungen vorzunehmen. Es wird wirklich alles sprachlich ausgegeben. Sie kann sogar damit WhatsApp-Nachrichten etc. schreiben, weil sie sich durch jeden Buchstaben durchhangeln kann. Und zur Vereinfachung kann sie auch die Wortvorschläge übernehmen. Und auch die Emojis werden detailliert sprachlich ausgegeben, wirklich faszinierend. Wenn sie unterwegs ist, nutzt sie dafür natürlich Kopfhörer, um ihr Umfeld nicht zu stören.

Sie hat uns auch noch ein Tool vorgestellt, das Sehbehinderten bei der Darstellung der Umgebung helfen kann. Z. B. wenn ihr ein Mensch gegenübersteht, beschreibt das Tool im Rahmen des Möglichen diese Person, bis hin zum Alter. Dies haben wir am dem Dirk getestet, der sich gefreut hat, 5 Jahre jünger geworden zu sein 😀.

Ein weiteres Tool ist das „Be My Eyes„. Hier kann bei Bedarf fachkundige Hilfe zur Lösung von kleineren Problemen angefordert werden:

In diesem Tool sind mehrere Personen hinterlegt, die sich für die Hilfestellungen zur Verfügung stellen. Es wird dann über das Tool angerufen und es durchläuft eine Schleife. D. h. wenn der erste TN vielleicht nicht rangehen kann, wird der Anruf automatisch auf den nächsten umgeleitet usw. Die Anfragen sind dann z. B., wo finde ich den nächsten Zebrastreifen. Oder wenn man zuhause mehrere Nudelpakete hat und nicht fühlen kann, welche für das Rezept jetzt die richtigen sind. Bei jedem Anruf wird eine Videokonferenz hergestellt, so dass der Angerufene sich auch immer ein Bild von der Lage machen kann. Des Weiteren verwendet sie noch den Sprachassistenten SIRI, wie z.B. Anrufe tätigen, Termine einstellen oder bei allgemeinen Fragestellungen. Bei Android-Geräten wird der Google-Assistent verwendet.

Dann haben uns der Karl und der Thomas ausgiebig die App „Socrative“ vorgestellt. Sowohl die Schüler- als auch Lehrer-Variante. In der Teacher-App habe ich auch hier wieder drei Fragetypen zur Auswahl. „Multiple Choice“, „True/False“ oder „Short Answer“. Der Lehrer kann genau ersehen, welcher Schüler wie viel prozentual beantwortet hat und wie viel davon korrekt oder falsch, sofern es sich um eine vorgegebene Auswahl handelt. Am Ende kann man dann auswählen, ob man eine Auswertung in Listenform haben möchte oder grafisch. Oder auch Beides.

Nun wurde uns ActionBound detailliert vorgestellt. Mit dieser App kann man anderweitige Aufgabenstellungen anfertigen z. B. in Form einer Schnitzeljagd. D. h. man wird aufgefordert, verschiedene Gegenden aufzusuchen, sie zu fotografieren und ggf. ein Video aufzunehmen. Und dies in einem bestimmten Zeitraum. Für jede erfolgreiche Absolvierung einer Aufgabe gibt es Punkte. Wenn mit mehreren Teams gespielt wird, gewinnt das Team, welches alle Aufgaben vor Ablauf der vorgegebenen Zeit absolviert hat.

Uns unsere letzte Aufgabe in dem Seminar für heute war, ein Feedback-Video anzufertigen.  Wir wurden in die Tiefen des Tools iMovie eingewiesen, wurden dann in zwei Gruppen aufgeteilt. Wir hatten eine Zeit vorgegeben bekommen, in der wir das Video aufgenommen, geschnitten und bearbeitet abzugeben hatten. In dem Video sollten wir festhalten: Was war unser das Highlight diese Woche? Was wird unser erster Schritt zuhause sein? Und was werden wir als Erstes versuchen wollen umzusetzen? Jeder hat seinen entsprechenden Teil dazu beigetragen.

Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich eine ganze Menge mitgenommen habe. Dies muss ich erst mal sortieren und selektieren. Ich habe auch schon die eine oder andere Idee. Aber es Bedarf sicherlich noch einer ganzen Menge an Zeit, ein gut durchdachtes Konzept, mit dem entsprechenden Gremium, auszuarbeiten. Aber ich bin mir sicher, dass wir die weiteren Schritte der Digitalisierung in der vhs einschlagen werden…😊

Innovatives Lernen mit Tablets, Graz (3)

von E. B.

GRAZ – SAMSTAG, DER 4. 5. 2019

Anreisetag. 18 Uhr. Wir fahren langsam mit der Straßenbahn zum Hotel, konzentrieren uns auf Stationennamen und betrachten nahliegende Gebäude. Die Stadt wirkt auf mich harmonisch, beruhigend und gemütlich. Ich bin fast vom ersten Augenblick verliebt und hoffe auf eine schöne und produktive Zeit hier. Hinter uns liegt der Flug Hamburg – Wien und die restliche Reise mit dem Zug Wien – Graz.
Die zweitgrößte Stadt ist die schönste Stadt Österreichs.
Das ist der erste Grund aus zehn, warum man 2019 unbedingt Graz besuchen sollte. Das steht im Bordmagazin von Austrian Airlines.
Das Hotel haben wir schnell gefunden und waren von der Lage (idyllisch und grün mit Blick auf die Berge) positiv überrascht.
Zum Schluss haben wir uns mit einem guten Essen für den morgigen Tag gestärkt.

GRAZ – SONNTAG, DER 5. 5. 2019

Dieser Tag wurde von den Organisatoren als Kursvorbereitung geplant. Diese Phase ist individuell und selbständig zu gestalten. Jeder sollte in seinem Tempo die Apps installieren. Diejenigen, die das eigene Tablet mitgenommen haben, haben das schon erledigt. Andere, zu denen ich auch gehöre, bekommen die Tablets von Atempo morgen und holen es dann nach. Doch die Zeit für einige Erfahrungen aus dem Internet habe ich mir genommen.
Der aktive Tag beginnt für unser Team aus S-H mit dem Spaziergang zum Schulungsort Atempo (etwa 3 km vom Hotel entfernt). Eine kurze Besichtigung des Gebäudes und Umgebung ergänzt die Vorbereitungsphase.
Dann gehen wir weiter zu Fuß zum Stadtzentrum. So kann man am besten Graz erkunden.
Dem zweiten Grund „Weil jeder Spaziergang durch das Unesco Weltkulturerbe zu einer Entdeckungsreise wird“ kann ich nur zustimmen. Prächtige Palazzi und verspielte Plätze, versteckte Gässchen und romantische Innenhöfe, Kopfsteinpflaster und rote Ziegeldächer: die italienischen Baumeister, die einige Jahrhundert lang in Graz lebten und wirkten, prägen diese Stadt bis heute.

18 Uhr. Gemeinsam mit anderen Teilnehmerinnen, die in unserem Hotel wohnen, gehen wir zum Willkommensessen beim Wienerwirt und lernen uns unterwegs näher kennen. Wir genießen die Steirer Spezialitäten und Getränke und lassen den Abend ausklingen.

Morgen erwartet uns ein Programm voll Herausforderung und Überraschung.

GRAZ – MONTAG, DER 6. 5. 2019

Heute um 9 Uhr startet unser Kurs. Die Gruppe ist relativ homogen: motivierte Lehrer aus Deutschland und Bulgarien. Am Anfang gehen unsere Kursleiter Karl und Thomas die Programmpunkte durch. Dann kommt die Einführung ins Papierlose Klassenzimmer mit Google Classroom. Wir versuchen Schritt für Schritt in Kleingruppen, die iPads zu zähmen. Am spannendsten ist die praktische Aufgabe, die Teams mit frischgemachten Fotos zu präsentieren. Als Arbeitsergebnis entstehen: Fantastic Four, Die unglaublichen Vier, SOPEJO und Die Digi-GRAZien. Als Erwartung vom Kurs wird fast von allen Gruppen „Input und seine weitere Realisierung in den Lernprozess“ genannt. Wir sind gespannt, was auf uns zukommt. Nach einer kurzen Kaffeepause folgt der Hausrundgang durch das Atempo-Gebäude. Der Schwerpunkt dieser Organisation ist die soziale Begleitung für behinderte Menschen in der Vorausbildungsphase.

Am Nachmittag hören wir einen ausführlichen und informativen Vortrag über den Europäischen Rahmen für die Digitale Kompetenzen von Lehrenden. Der Kompetenzrahmen ist gegliedert in sechs Kompetenzbereiche mit insgesamt 22 Kompetenzen. Thomas präsentiert auch didaktische Möglichkeiten digitaler Werkzeuge am Beispiel des amerikanischen Modells „SAMR“.

Intensive theoretische Einführung in DigCompEdu wechselt sich wieder durch aktives Kennenlernen digitaler Ressourcen ab. Wir lernen, wie man digitale Medien zur Differenzierung und Individualisierung in den alternativpädagogischen Prozess einsetzen kann. Ich habe viele Anregungen bekommen und weiß schon, was ich in meinem Unterricht anwenden werde.

GRAZ – DIENSTAG, DER 7. 5. 2019

Heute ist ein schöner Tag. Erstens, die Außentemperatur soll bis auf 16 Grad steigen.

Zweitens, am Vormittag besuchen wir die erste iPad-Schule Österreichs und am Nachmittag erkunden wir die mittelalterliche Riegersburg.

Um 8.15 Uhr fahren wir vom Hotel Stoiser ab. Die Fahrt bis Jennersdorf, wo die Schule ist, dauert ca. 1 Stunde. Wir sind an Ort und Stelle und uns kommen die Schüler entgegen, die im Werkunterricht aus Holzbrettern iPads basteln wollen.

Der offizielle Besuch beginnt mit Begrüßung des Direktors. Danach gehen wir in die Medienhalle und der Schulleiter hält einen Vortrag über seine Schule. Heute ist es Symbiose zwischen der Mittelschule und der Polytechnischen Schule mit 13 Klassen und ca. 35 Lehrern, die mit iPads ausgerüstet sind. Nach kurzer Kaffepause dürfen wir im Unterricht schnuppern. Bei der ersten Stunde werden wir an die Stelle von Schülern gesetzt und erleben entsprechende Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Apps und Programmen zu arbeiten. Die Schüler der dritten Klasse (in Deutschland entspricht das der siebten Klasse) helfen uns dabei.

Dann besuchen wir nacheinander den Physik-, Hauswirtschafts-, Sport- und Geschichtsunterricht. Die Führung rollt reibungslos ab und wir dürfen die modernen Unterrichtsräume mit Activeboard und WLAN-Verbindung, das Lehrerzimmer, die Küche, den Speiseraum, die Werkstatt bestaunen. Zum Schluss kommen wir noch einmal in den Medienraum und dürfen beeindruckt noch ein paar Fragen stellen. Wir werden die nächsten Tage bestimmt mit Kollegen auf dieses Erlebnis zurückkommen.

Der warme Nachmittag lässt uns die wunderschöne mittelalterliche Burg in Sonnenstrahlen genießen und für kurze Zeit von digitalen Medien abschalten. Morgen lernen wir wieder etwas Neues dazu.

GRAZ – MITTWOCH, DER 8. 5. 2019

Der heutige Tag begann mit dem Präsentieren der OSMO-Produkte. Unser Kursraum hat sich in ein digitales Lerncafé verwandelt. An mehreren Tischen wurden die Lernspiele aufgebaut und wir sind mit dem Stationenlernen gestartet. Die Atempo-Lernenden unterstützen uns beim Buchstabenrätsel, Rechnen mit Zahlenblasen, Nachmalen und Tangram.

Wir fühlen uns wie Kinder und spielen gerne zusammen oder gegeneinander. Dann kommt die Zeit, neue Apps kennenzulernen. Mit Thomas lernen wir, wie man Wissen mit digitalem Mindmapping entwickeln und organisieren kann. Marcus erklärt uns, wie digitales Karteikartensystem mit Quizlet funktioniert. Das Potenzial von beiden Apps im DaZ-Bereich kann man nicht unterschätzen und wir denken schon über die Themen für unseren Integrationskurs nach. Den Rest des Tages verbringen wir mit Book Creator und digitalisieren Graz beim lockeren Spaziergang in Form einer Schnitzeljagd. Mit regem Austausch mit anderen Teilnehmern geht unser Arbeitstag zu Ende.

GRAZ – DONNERSTAG, DER 9. 5. 2019

Heute gibt es im Programm Parallel-Sessions. Ein Teil der Gruppe trifft sich in unserem Atempo-Raum für die Arbeit am Thema „Digitalisierung in der Erwachsenenbildung“. Die restlichen Teilnehmer entscheiden sich für den Besuch der Volksschule Hirten. Wir starten vom Hotel um 8 Uhr und sind in einer Dreiviertelstunde vor Ort angekommen. Die Mehrstufenklasse ist die einzige in Graz. Das schulzentrierte Konzept, wo die Verantwortung für den Bildungsweg nicht vom Lehrer bestimmt wird, sondern vom Kind übernommen wird, hat mich erstaunt. Der Klassenlehrer, der dieses Konzept entwickelt hat, konnte das nicht nur beim Vortragen begründen, sondern mit seiner Arbeit demonstrieren. Wir warten, bis die Kinder den Klassenraum betreten. Sie kommen ganz ruhig und setzen sich auf die Bank in einen Kreis. Ein Mädchen nimmt Triangel und Stock und nun kommt das Signal für Unterrichtsanfang. Die Schüler stehen auf und gehen zu den Tischen. Jeder nimmt ein Aufgabenheft und erledigt das, worauf er gerade Lust hat. Sie arbeiten langsam und konzentriert. Wenn jemand eine Frage hat oder Hilfe braucht, kommt der Lehrer oder Assistent. Man spürt keine Hektik oder Spannung. Der ganze Lernprozess wird von den Schülern selbst geleitet. Alle Schulrituale wie Morgenkreis, Arbeitsphasen, Singpausen, Besprechungen, Abschlussdiskussionen, sogar die Raumausstattung werden von im Voraus gemeldeten Schülern durchgeführt. Diese Kinder verfügen über gute soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit.

Die zweite Klasse ist die multikulturelle iPad-Klasse in der gleichen Schule. Mir gelingt es, bei dem Unterricht im Rahmen des Projekts digi.DaZ dabei zu sein. Ein Mädchen und ein Junge führen per iPad das Gespräch mit dem Lehrer, den sie vor sich auf einem separaten Tablet sehen, und machen ab und zu kurze Aufgaben, die sie mit einem Click zur Kontrolle an den Lehrer senden. Sie lernen heute Präteritumformen. Alles läuft reibungslos. Der Besuch hat mir viel Input gegeben und im Kopf drehen sich schon viele Ideen.

Im „Offenem Lernraum bei Atempo“ am Nachmittag ist als Gast Anida Kadri. Sie berichtet ausführlich über das Projekt digi.DaZ und digi.MU und präsentiert Kurzfilme und Videosequenzen zum Onlineunterricht. Mich beeindruckt, wie offen Anida über die Probleme im DaZ-Bereich, über eigene Fehler und kleine Errungenschaften spricht. Der rege Austausch und Diskussion wechselt zu einer Live-Schaltung mit einem Onlinelehrer für Bosnisch, Serbisch und Kroatisch im Rahmen des Projekts digi.MU. Zum Schluss erproben wir in Kleingruppen die vorgestellten Apps.

Vom heutigen Tag konnte ich als Pädagoge bisher am meisten profitieren.

GRAZ – FREITAG, DER 10. 5. 2019

Heute ist der letzte Tag unseres Fortbildungskurses, und laut des Programms erwarten wir einen Überraschungsgast. Das ist wirklich eine Überraschung. Sandra, eine blinde Frau, hält für uns den Vortrag über die Hilfsfunktion für blinde Menschen VoiceOver und zeigt die Möglichkeiten der integrierten Assistentin Siri und der App Be My Eyes, die das iPhone bietet. Besonders interessant sind die ausführlich beschriebenen Bedeutungen von Smileys, die wir jeden Tag benutzen. Es ist schön, wieder was Neues zu lernen oder das Bekannte von einem anderen Betrachtungswinkel zu beobachten. Nach kurzer Pause beschäftigen wir uns mit digitalen Quiz und Testtools. In Einzelarbeit erstellen wir kleine Frage-Antwort-Spiele und testen diese an Kollegen. Nur durch die praktische Arbeit kann man das Potenzial der zahlreichen Apps für digital-inklusive Bildung auswerten.

Ein Crashkurs in mobiler Videoproduktion von unserem Kursleiter Thomas lässt uns nochmals überraschen, wie schnell man ein wundervolles Video erstellen kann. Wir erlernen die Grundlagen der Montage und der Arbeit mit Licht und Ton und bekommen die letzte Aufgabe: Erstellen eines Videofeedbacks. Das wird der Höhepunkt des Tages. Das Video sollte 3 Punkte umfassen: Highlights der Woche, unser erster Schritt nach der Rückkehr und Umsatz des Erlernten. Zwei Gruppen machen sich an die Arbeit. Das Wetter ist schön und wir können uns die Aufnahmen draußen im Garten leisten. Wir überlegen das Konzept und wundern uns, wie eifrig und kreativ unsere Kollegen sind. Nach der Mittagspause beginnt die Präsentation. Alle sind gespannt und warten neugierig auf die Reaktion von den Kursleitern und Kollegen. Unser Video ist fast klassisch gebaut. Im Kreis mit grünem Hintergrund berichten wir nacheinander über die Ergebnisse. Das andere Team hat sich ideenreich und phantasievoll gesagt. Wir lachen vor Vergnügen.

Nun ist die Zeit Abschied zu nehmen. Karl und Thomas schalten einen Song von Pharrell Williams „Happy“ ein und tanzend bekommt jeder sein Zertifikat. Die Stimmung unter den Teilnehmern ist harmonisch. Ich glaube, eine Weile später werden sich alle an diese produktive und kreative Zeit mit Lächeln erinnern.

Ich wollte schon meinen Bericht beenden, aber beinahe habe ich vergessen, weitere Gründe zu schreiben, Graz zu besuchen. Die zähle ich einfach so auf für Interessierte:

  • weil Avantgarde in der UNESCO City of Design lange Tradition hat;
  • weil Kunst und Kultur schon in der DNA der Stadt stecken;
  • weil ein Besuch in Graz für kleine und große Kinder unvergesslich bleibt;
  • weil im Herzen der Altstadt ein Berg steht;
  • weil eine Zeitreise durch die Jahrhunderte ein Spaziergang ist;
  • weil man zu Recht von der Genusshauptstadt Österreichs spricht;
  • weil „Shopping mit Kultur“ in der City of Design einfach mehr Freude macht;
  • weil auch Ausflüge in die nahe Umgebung so manche Kostbarkeiten bieten.