Kulturelle Ressourcen für den Spanischunterricht in Santiago de Compostela

von René Brown, Santiago de Compostela, 21.07.2025 – 25.07.2025

Meine Reise nach Santiago de Compostela in Galicien, Spanien, begann am Samstag, den 19. Juli, von Schwerin aus. Nach einer Zugfahrt und zwei Flügen kam ich am Nachmittag desselben Tages in Galicien an.

Der Kurs fand in der Akademie Iria Flavia statt, die seit mehreren Jahren solche Mobilitäten im Rahmen des Programms Erasmus+-Programm anbietet. Für mich war es das erste Mal, dass ich an diesem Programm teilgenommen habe. Die Akademie zeigte sich von Anfang an äußerst kooperativ, und die Kommunikation sowie der Informationsaustausch waren klar und schnell. Das Gleiche gilt für den Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.

Die Organisation meiner Unterkunft übernahm die Akademie, und meine Gastgeberin María empfing mich in ihrer gemütlichen Wohnung in einem zentralen Stadtviertel, ganz in der Nähe der Akademie und des Stadtzentrums.

Ich hatte das Glück, dass mein Kurs genau in die Woche der Feierlichkeiten zu Ehren des
Apostels Jakobus fiel, die vom 16. bis 25. Juli stattfinden, wobei der 24. und 25. die wichtigsten Tage sind. Jeden Abend bot die Stadt kulturelle Programme an verschiedenen Orten sowie zahlreiche Gratis-Konzerte an.

Am Wochenende habe ich diese sehr interessante und touristische Stadt erkundet, die von viel historischer Tradition rund um die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg geprägt ist. Die
Freundlichkeit der galicischen Menschen trägt sehr dazu bei, die lokale Kultur kennenzulernen und von einem Kursbesuch in einem Land zu profitieren, in dem die Zielsprache des Unterrichts gesprochen wird.

Der Kurs begann pünktlich am Montag, dem 21. Juli. Wir trafen uns kurz vor 9:00 Uhr, und nach einer Begrüßung stellte uns der Akademieleiter José Luis Clavijo die Lehrer vor und gab uns eine kurze Erklärung zu den organisatorischen Einzelheiten für den Unterricht und die Führungen. Es wurden zwei parallele Gruppen mit Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, der Schweiz, der Slowakei und den Vereinigten Staaten gebildet. Der Lehrer meiner Gruppe für die gesamte Woche war Marcos Suárez.


Direkt danach begannen wir mit dem ersten Modul des Kurses, das sich mit dem Einsatz von Comics und Graphic Novels als didaktische Ressourcen beschäftigte. Es war sehr interessant, diese Materialien unter Beachtung von Aspekten wie Urheberrecht und digitalen Tools zu bearbeiten. Von Beginn an wurde Wert daraufgelegt, Materialien zu gestalten, die leicht an unterschiedliche Lernstufen und Gruppengrößen angepasst werden können.

Zu diesem Zweck wurde unter anderem empfohlen, Bilder von Google herunterzuladen, entweder als Dateien oder als Screenshots, um sie auf der kostenlosen Webseite PDF Escape (https://www.pdfescape.com/) zu bearbeiten. Dort können die Sprechblasen aus den Comics „entleert“ werden, damit die Schüler sie entsprechend ihrer jeweiligen Sprachkenntnisse ausfüllen können.

Wir haben auch das Erstellen eigener Comicstrips mit eigenen Ideen sowie mit den Grafiken, die auf kostenlosen Webseiten wie Pixton, Witty Comics und Makebeliefs angeboten werden, geübt.

https://www.pixton.com/welcome
https://www.wittycomics.com/
https://makebeliefscomix.com/

Außerdem haben wir mit einfacheren Übungen gearbeitet, zum Beispiel indem wir Ausschnitte eines Comics mit Dialogen bereitgestellt haben, damit die Geschichte mithilfe der Bilder und des entsprechenden Wortschatzes in die richtige Reihenfolge gebracht werden kann.

Am Nachmittag, nach der Mittagspause, machten wir eine Stadtführung durch das Zentrum und am Abend gingen die Gruppen gemeinsam essen.

Am Dienstag, den 22., widmeten wir uns der Durchsicht vieler Online-Materialien, insbesondere Werken spanischer Künstler, um die Ressourcen auf der Grundlage der Zielsprache auszurichten. Wir übten interaktive Aufgaben für den Unterricht, die das Beschreiben und den Meinungsaustausch fördern.

Für diesen Zweck haben wir zahlreiche Webseiten verschiedener Museen und spanischer Institutionen besucht, ebenso wie die Kultursektionen von Online-Zeitungen (z.B. El País), sowie verschiedene Instagram-Seiten.


Am Mittwoch, den 23., machten wir virtuelle Besuche in spanischen Museen, bei denen neben den Beschreibungen der verschiedenen Ausstellungsräume auch zahlreiche pädagogische Materialien, die im Jahresverlauf wechseln, verfügbar sind. Anschließend besuchten wir den lokalen Markt, um die typischen Speisen der Region kennenzulernen und zu genießen.

Den Abschluss des Moduls bildeten Besuche im Centro Gallego de Arte Contemporáneo und die Fundación Eugenio Granell (surrealistische Kunst).

Am Nachmittag gingen wir eine kleine Etappe des Jakobswegs (ca. 10 km) von Palas de Rei bis zum Ort O Coto, etwa 60 km von der Stadt entfernt.

Am Donnerstag, den 24., besprachen wir zahlreiche Kurzfilme zu verschiedenen Themen und diskutierten, wie man die Inhalte je nach Niveau, Alter und kulturellem Hintergrund der Schüler einsetzen kann und wie man heikle oder ausschließende Themen vermeidet. Wie in allen vorangegangenen Modulen tauschten wir Ideen zur Umsetzung von Übungen mit den vorgestellten Materialien aus, wobei stets die urheberrechtlichen Einschränkungen beachtet wurden.

Die Quellen für visuelles Material, in diesem Fall die Kurzfilme, sind zahlreich, und es war sehr hilfreich, Informationen über spanischsprachige Seiten zu erhalten, die man im Ausland bzw. in Deutschland nicht immer leicht findet.

Es war auch sehr interessant, die Übungen, die wir im Comic-Modul verwendet haben, für die Nutzung mit Kurzfilmen anzupassen. Um einige Beispiele zu nennen: die Erstellung von Dialogen mit Standbildern; das Beschreiben dessen, was geschehen ist oder geschehen wird, ausgehend von einer bestimmten Aufnahme; die Beschreibung der Geschichte oder der verschiedenen Charaktere aus unterschiedlichen Perspektiven; oder die Verwendung von Lückentexten zur Verstärkung grammatischer Punkte (z. B. Verben, Präpositionen, Adjektive usw.).

Am Nachmittag besuchten wir ein letztes Museum in der Stadt, das Pilgermuseum, und am Abend genossen wir das Feuerwerk zu den lokalen Festlichkeiten.

Am Freitag, den 25. Juli, arbeiteten wir mit Werbung im Bereich Guerilla-Marketing und lernten didaktische Ansätze für Werbeanzeigen kennen. Wir haben auch das Untertiteln von Videos geübt, um interaktive Übungen zu erstellen. Dazu arbeiteten wir mit dem VLC-Player und dem Bearbeitungsprogramm Aegisub (beide kostenlos). Nachdem die technischen Schwierigkeiten beim Installieren eines neuen Programms und dem ersten Umgang damit überwunden waren, führten wir eine praktische Übung mit einem Ausschnitt eines spanischen Werbespots durch.

Wieder einmal halfen uns die während der Woche erlernten verschiedenen Übungen, die Aktivitäten mit diesem neuen Material an die unterschiedlichen Wissensstufen der Schüler anzupassen. Wie zuvor halfen uns die Übungen, die wir während der Woche gelernt hatten, dabei, die Aufgaben mit dem neuen Material an Schüler mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen anzupassen.

An diesem Tag endete der Kurs für mich und einen weiteren teilnehmenden Lehrer.

Der Besuch dieses Kurses, der verschiedene Materialien und Themen, Führungen und Ausflüge in der Stadt und Umgebung umfasste, war für mich äußerst wertvoll und bereichernd. Es war ebenso bereichernd, die Möglichkeit zu haben, Erfahrungen und Ideen mit Lehrkräften aus anderen europäischen Ländern auszutauschen, um einen anderen Blick auf die jeweiligen Bildungssysteme zu erhalten – mit ihren Vor- und Nachteilen.

Für mich persönlich war es außerdem besonders wertvoll, bei einer lokalen Familie zu wohnen, was meinen Erasmus-Aufenthalt zu einer rundum positiven Erfahrung gemacht hat – eine, die ich gerne wiederholen und Kollegen in jeder Hinsicht empfehlen würde.