BNE-Hospitation in Madrid, Spanien

Florin Feldmann Mai 2025

Die unten beschriebenen, recht verschiedenen Stationen haben meine BNE-Hospitation bei der Federación Española de Universidades Populares (FEUP), dem spanischen vhs- Dachverband, geprägt.

Die Volkshochschulwelt in Spanien

Der vhs-Bundesverband Federación Española de Universidades Populares (FEUP) hat rund 230 Volkshochschulen als Mitglieder (https://feup.org/web/). Anders als in Zwischenstruktur in Form von Landesverbänden (derer es nur zwei gibt: in Extremadura https://www.aupex.org/   und auf den Kanarischen Inseln https://www.upcanarias.com/) sind die Aufgaben und der Arbeitsalltag des Bundesverbandes gut mit denen von uns als Landesverband SH vergleichbar. Manche sogar sehr offensichtlich: so wie wir eine hervorragende Kooperation mit der Verbraucherzentrale sowie das Treibhausgas-Einspar-Projekt „vhsgoesgreen2“ haben, gibt es dort eine enge Kooperation mit den Energieanbietern, die gemeinsam mit den Volkshochschulen Selbstlernkurse anbieten (https://hemera.feup.org/). 

SDG 4: Ich erfahre spannende Parallelen und Unterschiede zu unserer Arbeit. Der Dachverband publiziert regelmäßig: In diesem Herbst (2025) wird es eine Publikation über die vhs-Aktivitäten im Bereich Ökologische Nachhaltigkeit geben, die dann auch kostenlos auf ihrer Homepage zum Download zur Verfügung steht.

SDG 3: Aktuell haben sie einen starken Fokus auf Einsamkeitsprävention und ich bin gespannt am Ende des Jahres zu erfahren, wie ihre Ansätze angenommen wurden. U.a. wird mit Apotheken und Hausärzten zusammengearbeitet, um mit von Einsamkeit betroffenen Menschen in Kontakt zu kommen.

SDG 8: Berufsbezug ist finanzierungsbedingt das Querschnittsthema durch fast alle vhs-Angebote. Hier ist es sehr spannend zu sehen, wie die Angebote denen unserer Volkshochschulen sehr ähnlich sind, und dann aber zusätzlich diesen Bogen schlagen.

Escuela Feminista Estatal der FEUP: Feministische vhs in Trägerschaft des Dachverbandes

2019 wurde in Valencia die feministische Volkshochschule eröffnet (https://efe.feup.org/), die bundesweit tätig ist.

SDG 5: eine gesamte vhs, die sich der Frauenförderung verschrieben hat. Und ihren Schwerpunkt hierbei vor allem (aber nicht nur) im ländlichen Bereich setzt ist ein hochinteressantes Konzept!

Unter anderem führte sie ein EU-gefördertes Projekt durch, in dem es darum ging, die klassischen Haushaltskompetenzen von Frauen und vor allem Müttern sichtbar zu machen und so auf den Beruf zu übertragen. Wie auch die generellen vhs-Veranstaltungen sind die der EFE ebenfalls mit einem starken Berufsbezug, der gerade im ländlichen Raum oft auch auf Gründung und Selbstständigkeit ausgerichtet ist.

Meeresschutzausstellung Eco del Oceano: Ozeanausstellung fernab von Küstengebieten

Nach dem offiziellen Programm besuche ich noch das Ausstellungshaus einer anderen großen Stiftung, die keinen allgemeinen BNE-Anspruch verfolgt, aber aktuell eine Ozeanausstellung zeigt: https://espacio.fundaciontelefonica.com/evento/ecos-del-oceano/.

Mir fällt erst hier auf, dass ich bisher nur in Meeresausstellungen war, die sich in Küstennähe befinden. Da Madrid genau im Zentrum von Spanien liegt, ist die Küste in alle Richtungen maximal entfernt. Vielleicht wurde auch deshalb ein so sehr atmosphärischer Zugang gewählt.

SDG 14 und SDG 4: Die Ausstellung beginnt mit einer Klangmeditation und hat somit eine rein sinnliche Eröffnung des Themas. Erst langsam werden im Laufe der Ausstellungsräume Informationen eingestreut, bis es zum Abschluss eine sehr hohe Informationsdichte gibt. Also ein sehr BNE-gerechtes Lernen mit allen Sinnen. Eine gute Anregung für Volkshochschulen, auch mal mutig auszuprobieren, die Wissensvermittlung beim Themeneinstieg aus dem Vordergrund zu nehmen, um anderen Zugang zu schaffen.

La Casa Encendida

Etablierter Dritter Ort: Lernräume, Veranstaltungsräume, Bibliothek, Ausstellungen, Aufenthaltsbereiche, Urban Gardening  (https://www.lacasaencendida.es/en).

„Wir demokratisieren die Kultur“, hieß es in der Führung hinter die Kulissen, an der ich teilnehmen durfte. Gemeint ist, dass sie Kultur für alle zugängig und für alle gestaltbar machen. Was auch angesichts der geographischen Lage in der Stadt spannend ist: Dieses Haus liegt genau zwischen einem Museum mit Weltruf (Museo Reina Sofia, in dem u.a. riesige Werke von Picasso zuhause sind) und einem eher armen, migrantisch geprägten Stadtteil (Lavapies), in dem es aktive Stadtteilarbeit betreibt. Spannend waren sowohl das Konzept des Hauses, das extrem gut angenommen wird, als auch einzelne Elemente und Ausstellungen.

Ganz im Sinne von BNE verbindet das Konzept die Dimensionen Gesellschaft, Kultur, Bildung und Umwelt. Mindestens zwei dieser Säulen müssen bei jedem Angebot abgedeckt sein, in der Gesamtsumme müssen alle ausgewogen erkennbar sein.

Gedanken

SDG 4 und SDG 11: Eigentlich führt für Volkshochschulen an dem Konzept der Dritten Orte kein Weg vorbei.

SDG 13 und SDG 15: Könnten Volkshochschulen die Verbindung von Urban Gardening Aktivitäten in SH sein und dadurch die SDGs „Leben an Land“ und „Gesundheit“ noch sichtbarer machen?

SDG 10: Zum einen bekam ich neue, konkrete Anregungen, wie Inklusion an Volkshochschulen realisierbar wäre – wenn denn die Finanzierung einfacher wäre. Zum anderen gab es eine interessante Anregung zur Erreichung und Verbindung von Zielgruppen: Hier werden zum Teil gezielt zwei Zielgruppen in einer Veranstaltung zusammengebracht. Dies mal auszuprobieren und mit dieser Mischung zu arbeiten könnte ein spannender Ansatz sein.

El Maradero

Der ehemalige Schlachthof mit einem Gebäudeensemble von 1924 ist ein riesiges Kulturzentrum mit 3.Ort-Elementen, das laufend weiterentwickelt wird. „Ein offener Kulturort zum Erkunden, Sich-Treffen und Teil-sein“, wie es in der Selbstbeschreibung heißt: https://www.mataderomadrid.org/.

Gedanken

SDG 4, SDG 12, SDG 15 werden hier in das Angebot eines Ortes eingewebt, der in erster Linie Kulturinteressierte anspricht. Auf diese Weise wird auch eine untypischere Zielgruppe für Themen der Ökologischen Nachhaltigkeit erreicht.

Durch die permanente Weiterentwicklung des Ortes wird dieser auch von Personen, die schon oft da waren, als immer wieder neu-interessant erlebt.

Kulturelle Ressourcen für den Spanischunterricht in Santiago de Compostela

von René Brown, Santiago de Compostela, 21.07.2025 – 25.07.2025

Meine Reise nach Santiago de Compostela in Galicien, Spanien, begann am Samstag, den 19. Juli, von Schwerin aus. Nach einer Zugfahrt und zwei Flügen kam ich am Nachmittag desselben Tages in Galicien an.

Der Kurs fand in der Akademie Iria Flavia statt, die seit mehreren Jahren solche Mobilitäten im Rahmen des Programms Erasmus+-Programm anbietet. Für mich war es das erste Mal, dass ich an diesem Programm teilgenommen habe. Die Akademie zeigte sich von Anfang an äußerst kooperativ, und die Kommunikation sowie der Informationsaustausch waren klar und schnell. Das Gleiche gilt für den Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.

Die Organisation meiner Unterkunft übernahm die Akademie, und meine Gastgeberin María empfing mich in ihrer gemütlichen Wohnung in einem zentralen Stadtviertel, ganz in der Nähe der Akademie und des Stadtzentrums.

Ich hatte das Glück, dass mein Kurs genau in die Woche der Feierlichkeiten zu Ehren des
Apostels Jakobus fiel, die vom 16. bis 25. Juli stattfinden, wobei der 24. und 25. die wichtigsten Tage sind. Jeden Abend bot die Stadt kulturelle Programme an verschiedenen Orten sowie zahlreiche Gratis-Konzerte an.

Am Wochenende habe ich diese sehr interessante und touristische Stadt erkundet, die von viel historischer Tradition rund um die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg geprägt ist. Die
Freundlichkeit der galicischen Menschen trägt sehr dazu bei, die lokale Kultur kennenzulernen und von einem Kursbesuch in einem Land zu profitieren, in dem die Zielsprache des Unterrichts gesprochen wird.

Der Kurs begann pünktlich am Montag, dem 21. Juli. Wir trafen uns kurz vor 9:00 Uhr, und nach einer Begrüßung stellte uns der Akademieleiter José Luis Clavijo die Lehrer vor und gab uns eine kurze Erklärung zu den organisatorischen Einzelheiten für den Unterricht und die Führungen. Es wurden zwei parallele Gruppen mit Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, der Schweiz, der Slowakei und den Vereinigten Staaten gebildet. Der Lehrer meiner Gruppe für die gesamte Woche war Marcos Suárez.


Direkt danach begannen wir mit dem ersten Modul des Kurses, das sich mit dem Einsatz von Comics und Graphic Novels als didaktische Ressourcen beschäftigte. Es war sehr interessant, diese Materialien unter Beachtung von Aspekten wie Urheberrecht und digitalen Tools zu bearbeiten. Von Beginn an wurde Wert daraufgelegt, Materialien zu gestalten, die leicht an unterschiedliche Lernstufen und Gruppengrößen angepasst werden können.

Zu diesem Zweck wurde unter anderem empfohlen, Bilder von Google herunterzuladen, entweder als Dateien oder als Screenshots, um sie auf der kostenlosen Webseite PDF Escape (https://www.pdfescape.com/) zu bearbeiten. Dort können die Sprechblasen aus den Comics „entleert“ werden, damit die Schüler sie entsprechend ihrer jeweiligen Sprachkenntnisse ausfüllen können.

Wir haben auch das Erstellen eigener Comicstrips mit eigenen Ideen sowie mit den Grafiken, die auf kostenlosen Webseiten wie Pixton, Witty Comics und Makebeliefs angeboten werden, geübt.

https://www.pixton.com/welcome
https://www.wittycomics.com/
https://makebeliefscomix.com/

Außerdem haben wir mit einfacheren Übungen gearbeitet, zum Beispiel indem wir Ausschnitte eines Comics mit Dialogen bereitgestellt haben, damit die Geschichte mithilfe der Bilder und des entsprechenden Wortschatzes in die richtige Reihenfolge gebracht werden kann.

Am Nachmittag, nach der Mittagspause, machten wir eine Stadtführung durch das Zentrum und am Abend gingen die Gruppen gemeinsam essen.

Am Dienstag, den 22., widmeten wir uns der Durchsicht vieler Online-Materialien, insbesondere Werken spanischer Künstler, um die Ressourcen auf der Grundlage der Zielsprache auszurichten. Wir übten interaktive Aufgaben für den Unterricht, die das Beschreiben und den Meinungsaustausch fördern.

Für diesen Zweck haben wir zahlreiche Webseiten verschiedener Museen und spanischer Institutionen besucht, ebenso wie die Kultursektionen von Online-Zeitungen (z.B. El País), sowie verschiedene Instagram-Seiten.


Am Mittwoch, den 23., machten wir virtuelle Besuche in spanischen Museen, bei denen neben den Beschreibungen der verschiedenen Ausstellungsräume auch zahlreiche pädagogische Materialien, die im Jahresverlauf wechseln, verfügbar sind. Anschließend besuchten wir den lokalen Markt, um die typischen Speisen der Region kennenzulernen und zu genießen.

Den Abschluss des Moduls bildeten Besuche im Centro Gallego de Arte Contemporáneo und die Fundación Eugenio Granell (surrealistische Kunst).

Am Nachmittag gingen wir eine kleine Etappe des Jakobswegs (ca. 10 km) von Palas de Rei bis zum Ort O Coto, etwa 60 km von der Stadt entfernt.

Am Donnerstag, den 24., besprachen wir zahlreiche Kurzfilme zu verschiedenen Themen und diskutierten, wie man die Inhalte je nach Niveau, Alter und kulturellem Hintergrund der Schüler einsetzen kann und wie man heikle oder ausschließende Themen vermeidet. Wie in allen vorangegangenen Modulen tauschten wir Ideen zur Umsetzung von Übungen mit den vorgestellten Materialien aus, wobei stets die urheberrechtlichen Einschränkungen beachtet wurden.

Die Quellen für visuelles Material, in diesem Fall die Kurzfilme, sind zahlreich, und es war sehr hilfreich, Informationen über spanischsprachige Seiten zu erhalten, die man im Ausland bzw. in Deutschland nicht immer leicht findet.

Es war auch sehr interessant, die Übungen, die wir im Comic-Modul verwendet haben, für die Nutzung mit Kurzfilmen anzupassen. Um einige Beispiele zu nennen: die Erstellung von Dialogen mit Standbildern; das Beschreiben dessen, was geschehen ist oder geschehen wird, ausgehend von einer bestimmten Aufnahme; die Beschreibung der Geschichte oder der verschiedenen Charaktere aus unterschiedlichen Perspektiven; oder die Verwendung von Lückentexten zur Verstärkung grammatischer Punkte (z. B. Verben, Präpositionen, Adjektive usw.).

Am Nachmittag besuchten wir ein letztes Museum in der Stadt, das Pilgermuseum, und am Abend genossen wir das Feuerwerk zu den lokalen Festlichkeiten.

Am Freitag, den 25. Juli, arbeiteten wir mit Werbung im Bereich Guerilla-Marketing und lernten didaktische Ansätze für Werbeanzeigen kennen. Wir haben auch das Untertiteln von Videos geübt, um interaktive Übungen zu erstellen. Dazu arbeiteten wir mit dem VLC-Player und dem Bearbeitungsprogramm Aegisub (beide kostenlos). Nachdem die technischen Schwierigkeiten beim Installieren eines neuen Programms und dem ersten Umgang damit überwunden waren, führten wir eine praktische Übung mit einem Ausschnitt eines spanischen Werbespots durch.

Wieder einmal halfen uns die während der Woche erlernten verschiedenen Übungen, die Aktivitäten mit diesem neuen Material an die unterschiedlichen Wissensstufen der Schüler anzupassen. Wie zuvor halfen uns die Übungen, die wir während der Woche gelernt hatten, dabei, die Aufgaben mit dem neuen Material an Schüler mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen anzupassen.

An diesem Tag endete der Kurs für mich und einen weiteren teilnehmenden Lehrer.

Der Besuch dieses Kurses, der verschiedene Materialien und Themen, Führungen und Ausflüge in der Stadt und Umgebung umfasste, war für mich äußerst wertvoll und bereichernd. Es war ebenso bereichernd, die Möglichkeit zu haben, Erfahrungen und Ideen mit Lehrkräften aus anderen europäischen Ländern auszutauschen, um einen anderen Blick auf die jeweiligen Bildungssysteme zu erhalten – mit ihren Vor- und Nachteilen.

Für mich persönlich war es außerdem besonders wertvoll, bei einer lokalen Familie zu wohnen, was meinen Erasmus-Aufenthalt zu einer rundum positiven Erfahrung gemacht hat – eine, die ich gerne wiederholen und Kollegen in jeder Hinsicht empfehlen würde.

Sustainable lifestyles – taking environmental awareness into action in Santa Cruz de Tenerife

von Kirsti Thiessen

Ich komme aus Husum, was direkt neben dem Nationalpark Wattenmeer liegt. Unsere Gegend ist geprägt von Tourismus. Nachhaltigkeit, sowohl ökonomisch als auch ökologisch beschäftigt auch uns als Volkshochschule schon eine ganze Weile. Faire Produkte, faire Arbeits- und Lebensbedingungen, Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur, all das möchten wir auch an unsere Teilnehmenden weitergeben, aber ohne Verbote oder mit dem erhobenen Zeigefinger. Menschen für Ihre Umgebung zu begeistern und zu erklären „warum“, ist das Ziel. Nur was man versteht, kann man lieben, nur was man liebt, will man schützen. Also auf nach Teneriffa zu edu+, wo sehr viele Kurse zu diesem Thema angeboten werden.

Montag, 23.06.2025

Nachhaltigkeit und Outdoor- bzw. non-formal-teaching sind die Schlagworte meiner Mobilität.

Vom Plaza España sind wir zum 6 km entfernten Sandstrand gefahren, um uns dort vor Ort kennenzulernen. Wir sind eine Gruppe von 24 Teilnehmenden aus 6 Ländern. Manche sind Lehrende, andere gehören zu NGOs, denen es vor allem auch um das Thema Nachhaltigkeit geht. Viele der TN sind aus Portugal, sie bilden die größte und auch gemischteste Gruppe. 

Brunnen zur Speicherung von Wasser

Nachdem wir erfahren haben, dass der Sand dort nicht „echt“, sondern von der Sahara in den 70er Jahren dorthin geschifft wurde, fuhren wir über Serpentinen nach oben und auf die andere Seite der Insel. Dort gibt es keinen Sand, nur raue Felsen. Dort haben wir gegessen und danach haben wir im Wald eine Schatzsuche veranstaltet. Zwischendurch haben wir gestoppt, um Waldbaden zu erleben, gelernt, wie das Wasser aufgefangen wird und wie kalt und windig es dort oben ist. Der Schatz war übrigens das Wasser, es kommt durch den Wind als Wolken zu den hohen Bergen und dort bleiben die Wolken hängen. Wir haben erlebt, was es mit der Natur auf Teneriffa macht, denn nur dort und auf Gran Canaria gibt es solch eine vegetative Vielfalt in den Kanaren.

Es gibt 1600 unterirdische Höhlen und 400 Brunnen für die Grundwasserversorgung. Dieses System soll besser geschützt werden, deshalb werden Meerwasser-Entsalzungsanlagen gebaut. Teneriffa hat bisher noch kein Problem mit Wasserknappheit, allerdings muss trotzdem gespart werden. Vor allem wenn viele Touristen auf der Insel sind, die auf 900.000 Einheimische kommen. 7.000.000 Besucher gibt es jedes Jahr. Dieser Entwicklung versuchen NGOs und Politik durch Information und neue Konzepte entgegenzuwirken. 

Dienstag, 24.06.2025

Der heutige Tag startete mit einer Indoor-Session zu non-formalem Lernen. Wir haben zuerst den gestrigen Tag rekapituliert und festgestellt, was wir gelernt haben. Hier war neben Teamwork und dem Kennenlernen an sich, vor allem von dem Ort „Wald“ die Rede, dass Bäume wandern und vernetzt sind, sowohl über als auch unter der Erde, dass das Baden darin eine unglaublich gute Übung ist, um „runterzukommen“ und sich selbst zu spüren.

Die Lernform heißt „TORE“. Wir hatten ein Thema, die Tour war organisiert (Schatzsuche mit Stationen), es muss relevant für die Teilnehmenden sein und der Spaß darf nicht zu kurz kommen – enjoyable. Vor allem muss erklärt werden, warum man etwas wissen muss. Provokation gehört dazu, um Menschen auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen. Diese Lernform hat Freeman Tilden für den US National Park Service beschrieben, er selbst war Ranger und Lehrer im Yellow Stone Nationalpark.

Das nächstes Thema war der Unterschied zwischen Gamebased-learning und Gamification. Javier zeigte uns viele Beispiele, wie dadurch erstens auf nachhaltige Themen aufmerksam gemacht werden kann (Wissen über die eigene Umwelt erzeugt Liebe zur Natur, erzeugt Bereitschaft, diese zu schützen). Was passiert also da draußen im Meer mit dem Fisch, wieso beinhaltet er Mikroplastik? Was passiert mit verschmutzten Stränden? Challenges und Spiele, die durchaus mit Aha-Effekten enden (Spiegel in der Schatztruhe auf die Frage, wer kann die Umwelt retten). Außerdem bieten sich solche Aktivitäten auch bei inklusiven Projekten an, da jeder Einzelne auf seine Art Erfolg haben kann und es letztendlich auch immer um das gesamte Team und den Erfolg für das gesamte Team geht.

Nach der Pause waren wir wieder gefordert. Der Unterricht wurde wieder nach draußen verlagert. Nach einem Energizer, der am Ende vier Teams bestimmte, mussten wir verschiedene Fragen beantworten und selbst im Team für alle anderen Teams eine Challenge kreieren.

Mittwoch, 25.06.2025

Heute Morgen ging es für unsere Gruppe in den Teide-Nationalpark. Zuerst erwarteten uns Wolken und Kälte. Wir bekamen einen Überblick über die Vegetationsstufen von Teneriffa. Außerdem lernten wir, dass Pinien durch Waldbrände nicht sterben, sondern das zu Anlass nehmen, neue Samen zu produzieren und vermehrt zu wachsen. An unserem nächsten Halt haben wir erst die einzelnen Kanarischen Inseln gepuzzelt, dann waren wir Vulkane und lernten dadurch in welcher Reihenfolge die Inseln entstanden sind. Es war ein großartiges Bewegungsspiel, welches mir in Erinnerung bleiben wird. Alles fand dann schon über den Wolken statt – faszinierend. Leider musste ich feststellen, dass auch hier die Raucher nicht davor zurückschreckten, ihre Kippen zu verteilen. Ich habe auch gefragt, warum keine Mülltonnen am Aussichtspunkt sind: Diese wurden abgebaut, da die Menschen ihren Müll auch in volle Behälter und daneben geschmissen haben, so nehmen sie ihn mit, das klappt wohl besser – bis auf die Kippen.

Im Nationalpark angekommen lernten wir durch Theater, wie die kleine Spitze auf den Teide gekommen ist. Ein Mythos von vor tausend Jahren besagt, dass im Vulkan ein Monster lebt, welches neidisch darauf ist, dass die Ureinwohner der verschiedenen Königreiche sich am Ende des Sommers trafen und ein großes Fest abhielten. Also stahl es die Sonne. Nun war es am Wind, gegen das Monster zu kämpfen. Dieser schaffte es und zwang das Monster zurück in den Vulkan. Damit es nicht wiederkommt, wurde ein Deckel aufgesetzt.

Natürlich ist heute alles naturwissenschaftlich zu erklären, aber man lernt besser durch eigene Beteiligung. Zum Schluss haben wir noch eine wundervolle Pflanze kennengelernt, welche es nur auf den Kanaren gibt. Sie heißt Kanaren-Natternkopf und ist wunderschön und dient Wildbienen als Nahrungsquelle, denn davon gibt es sogar Honig. Ihr Erscheinungsbild verändert sich, je näher man kommt.

Donnerstag, 26.06.2025

Heute besuchten wir das SOS Kinderdorf in Santa Cruz, es ist sehr weit oben gelegen und man hat einen fantastischen Ausblick. Wir waren aber vor allem wegen des Nachhaltigkeitsaspektes hier.

Das Dorf versucht so autark wie möglich zu sein, so gibt es einen Garten, in dem Gemüse und Obst angebaut werden und Solar auf jedem Dach, darüber wird auch die Warmwasserversorgung gewährleistet. In den Häusern wohnen eine Anzahl von Kindern mit einer ausgebildeten Betreuungsperson. Es gibt einen Wettbewerb zwischen den Häusern, welches am wenigsten Energie verbraucht, der Gewinner erhält etwas, was dann wieder für die Weiterentwicklung des Hauses benutzt werden kann. Wir konnten dann Häuser bewundern, die auf der Öko-Farm mit natürlichen Rohstoffen hergestellt worden sind – immer als Teamarbeit zusammen mit Profis. Unser Gruppenfoto wurde in einem Dom aufgenommen, in dem viel mit autistischen Menschen gearbeitet wird, es ist eine sagenhafte Akustik und die Materialien sind an sich schon beruhigend. Auch Yoga für Menschen mit Down-Syndrom wird dort durchgeführt.

Im Moment wird gerade an einer Wegführung zum Dom mit Gehwegfließen, die dort vor Ort mit natürlichen Materialien hergestellt werden, gearbeitet. Im Sommercamp arbeiten junge Erwachsene aus schwierigen Verhältnissen zusammen mit Freiwilligen aus anderen Ländern zusammen. Sie lernen etwas Substanzielles und wissen, dass sie Teil des Ganzen sind. Sie haben am Ende Werte geschaffen, die andere sich später noch anschauen können.

Sowohl Tonziegel als auch Fliesen werden aus organischem Material hergestellt, wir durften diesen Prozess begleiten. Wir durften bei der Schreinerwerkstatt zuschauen, wie eine neue Art von Schließsystem für Fenster erprobt wurde und haben ein Haus gesehen, welches aus Stroh vermischt mit Tonerde errichtet wurde. Auch hier wurden nur natürliche Materialien verwendet und wir konnten uns anschauen, wie die Füllung, die verputzte Wand und die versiegelte Wand aussah. (Die Technik der Versiegelung mit Öl kennt man aus Marokko, wo die Bäder so versiegelt werden. Fun fact: Die Arbeit des Versiegelns dauert etwas länger, so dass man Zeit hat, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig kennenzulernen.

Freitag, 27.06.2025

Zum letzten Mal treffe ich meinen Kurs auf der wunderschönen Insel Teneriffa. Ich habe hier nicht nur einen tollen Kurs, sondern auch eine liebenswerte Insel kennengelernt. Wir treffen uns noch einmal draußen, um auf spielerische Art und Weise etwas aus der Geschichte der Insel zu lernen. 

Bevor die Spanier im Jahr 1492 die Insel annektierten, lebten dort die sogenannten Guanchen. Wir erfuhren, wie die Eroberung vonstattenging. Aufgrund der spanischen Kolonisation überlebten die Guanchen als Ethnie kaum, allerdings ist sie in den heutigen Insulanern immer noch zu ca. 40 Prozent nachzuweisen. Vor allem die Frauen wurden von den Spaniern „integriert“. Heutzutage werden in Ausgrabungen immer wieder Beweise dieser Geschichte gefunden. Im Museum für Geschichte in Santa Cruz wird darüber berichtet.

Nachhaltigen Tourismus auf der Insel zu implementieren ist schwierig. Es gibt eine Reihe von kleinen NGOs, die den Tourismus nachhaltig gestalten wollen, mit fairen Preisen für die nationale Bevölkerung, die oft in der Tourismuswirtschaft arbeitet, zum Beispiel mit Wandertouren auf den Bergen oder in den Wäldern. Eine neue Art des Tourismus ist, dass Menschen kommen und helfen, die Insel (und auch das Meer) zu säubern. Auch hierbei wird mit non-formalen Lernmethoden gearbeitet, z.B. mit Escape-Room-Spielen.

Es war eine ereignisreiche Woche mit einer tollen Gruppe, die in mir einiges bewirkt hat, vor allem hat sie mich zur Selbstreflexion zum Thema Nachhaltigkeit angeregt. Ich habe viele Formen des Outdoor-Lernens kennengelernt, die Einfluss auf unsere Arbeit hier an der vhs Husum haben können.

Ich bin sehr dankbar, dass ich an diesem Erasmus+-Kurs teilnehmen durfte.

Kirsti

Global Education and Critical Media Literacy in Sevilla, Spanien

von Heidi Krautwald

Sonntag, 20. April 2025 – Anreisetag

¡Hola!

Herzliche Grüße aus Sevilla 😉

Wie schön, dass ich erneut mit einer Erasmus+Mobilität unterwegs sein und an einer interessanten Fortbildung teilnehmen kann!

Da ich seit dem vergangenen Sommer meine Lehrtätigkeit ausgeweitet habe und mich mit mehreren Kursen an der vhs-Kunstschule und in der Grundbildung für die Vermittlung demokratischer Werte stark mache, suchte ich nach einer Möglichkeit, mich in diesem Bereich fortzubilden. Als ich entdeckte, dass die Europass Teacher Academy einen Kurs mit dem Thema „Global Education and Critical Media Literacy“ anbot und ich u.a. das durchweg positive Feedback bisheriger Absolventen las, bewarb ich mich erneut beim Landesverband der Volkshochschulen um eine Teilnahme am Erasmus+ Programm explizit für dieses Kursangebot. Und Spanien im Frühling schien mir als Reiseziel sehr verlockend.

Leider hätte die Fahrt mit dem Zug von Kiel nach Sevilla mit 36 Stunden den zeitlichen Rahmen gesprengt. Also entschloss ich mich, auf green travelling zu verzichten und nur bis Frankfurt mit dem Zug zu fahren, um von dort am Ostersonntag Morgen mit einem Direktflug nach Sevilla zu fliegen. Ich landete pünktlich um halb zwölf und war kurz nach halb eins bei meiner Airbnb-Unterkunft. Sie ist nur zwei Minuten zu Fuß vom Unterrichtsort entfernt und liegt im malerischen Altstadtviertel.

Nachdem ich meinen Koffer abgestellt hatte, machte ich mich gleich auf den Weg, um die vielen kleinen Gassen zu erkunden. An einer Straßenecke standen eine ganze Menge Passanten und schienen auf etwas zu warten. Ich gesellte mich zu ihnen, bekam einen ersten Eindruck von den Einheimischen (die Touristen waren ein Stück weiter rund um die Kathedrale zu finden) und wurde mit dem Schauspiel einer traditionellen Osterprozession belohnt.

Bei meiner weiteren Erkundungstour kam ich bei der Kathedrale Santa Maria de la Sede mit der Giralda und den Palast Alcazar vorbei, spazierte durch den Maria Luisa Park, der anlässlich der Iberoamerikanischen Ausstellung 1929 angelegt wurde und lief am Ufer des Flusses Guadalquivir entlang zurück zur Altstadt. Im Gewirr der kleinen Gassen verirrte ich mich, dank Google Maps fand ich aber zurück zu meiner Unterkunft, wo ich die Abendsonne auf der Dachterrasse genoss.

Montag, 21. April 2025

¡Buenas dias!

Heute war unser erster Unterrichtstag. Wir sind eine sehr kleine Gruppe mit nur fünf Teilnehmerinnen: Pryanca aus Leeuwarden in den Niederlanden, eine junge Lehrerin der internationalen Schule, die hauptsächlich Schüler mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung unterrichtet. Und drei befreundete Lehrerinnen, die aus der nordgriechischen Stadt Drama kommen. Sie unterrichten dort an einer weiterführenden Schule mit dem Schwerpunkt Musik. Ich bin die einzige Teilnehmerin aus dem Bereich der Erwachsenenbildung, aber da es bei dem Thema „Global Education“ um generelle Grundzüge des Lernens geht fühle ich mich in der Gruppe gut aufgehoben.

Dazu trägt im Wesentlichen unsere Kursleiterin Blanca Gallego bei. Sie achtet sehr auf eine angenehme und effektive Lernatmosphäre und lässt genügend Raum für die Fragen und Beiträge von uns Teilnehmerinnen.

Nachdem wir uns gegenseitig unsere Institutionen vorgestellt hatten, an denen wir unterrichten, gab uns Blanca einen Überblick über die Inhalte der Fortbildung und erklärt aus neurowissenschaftlicher Sicht, wie unser Gehirn beim Lernen funktioniert.

Heute habe ich u.a. gelernt:

  • Wie Lernen gelingt und was den Lernprozess beeinträchtigen kann
  • Handschriftliche Notizen sind effektiver und bleiben besser im Gedächtnis als in die Tastatur getippte.
  • Notizen machen einen Sinn, wenn man ihnen einen Verwendungszweck zuordnet.
  • Lernen erfolgt nicht nur auf rationaler Ebene, es gibt eine emotionale Intelligenz, die ebenfalls Einfluss auf den Lernerfolg hat.
  • Was das Lernen beeinträchtigen kann: Unsicherheit, Vergleich mit anderen, kein Platz für Autonomie, (das Gefühl von) Ungerechtigkeit

Am Nachmittag unternahm ich einen weiteren Stadtspaziergang durch schmale Gassen, großzügige Architektur und an touristischen Sehenswürdigkeiten vorbei. Ich setzte auf dem Weg eine Aufgabe um, die ich gelegentlich meinen Kursteilnehmern stelle: Alle 20 Schritte ein Bild machen und dabei dem Zufall überlassen, worauf der Blick fällt. Der krönende Abschluss war eine Flamencotänzerin, die als Straßenkünstlerin die Passanten verzauberte.

Dienstag, 22.April 2025

¡Hola!

Der zweite Kurstag begann mit folgender Übung:

Wir hatten zehn Minuten Zeit aufzuschreiben, was uns vom Unterricht am Tag zuvor in Erinnerung geblieben war – und warum wir es uns gemerkt haben.

Blanca erklärte uns an diesem Beispiel, wie unser Gedächtnis funktioniert und wir trugen die Faktoren zusammen, die den Lernprozess begünstigen.

Wir sprachen über die Entwicklung des Gehirns bei Kindern und Erwachsenen. Lebenslanges Lernen ist möglich, man kann das Gehirn trainieren, ähnlich wie unsere Muskeln.

Als nächstes analysierten wir die Mittel für eine effektive Kommunikation, lernten unterschiedliche Kategorien von Kreativität kennen und erfuhren, auf welchen Ebenen Lernen stattfindet, bis man das Erlernte selbstverständlich und ohne lange nachzudenken anwenden kann.

Aber nicht nur das Lehren und Lernen steht im Fokus unserer Überlegungen, sondern auch das kritische Denken, wie wir es bei uns selbst und bei unseren Schülern entwickeln können, z.B. indem wir sinnvolle Fragen stellen.

Blancas Unterricht ist zwar vollgepackt mit Informationen, aber nie langweilig. Sie bezieht an vielen Stellen die Fragen, Beiträge und Erfahrungen der Teilnehmerinnen ein, hat eine sehr lebendige Art, ihr Wissen zu vermitteln und obwohl wir teilweise sehr ernste Themen besprechen, lachen wir viel.

Nach dem Unterricht benötigte ich erstmal eine Pause auf der Dachterrasse meiner Unterkunft, bevor ich zum nächsten Streifzug durch die Stadt aufbrach. Eigentlich wollte ich zum Museum für zeitgenössische Kunst an dem anderen Ufer des Flusses. Auf dem Weg dorthin kam ich am Museum Casa Fabiola vorbei und entschied mich spontan für einen Besuch der Ausstellung. Neben spanischer Malerei aus dem 19. Jahrhundert und einer Sonderausstellung des Modeschöpfers Antonio Garcia gibt es eine Abteilung mit Jesusstatuen, die für eine norddeutsche Protestantin seltsam anmuten.

Danach setzte ich meinen Weg fort und landete im Stadtteil Triana, einem ehemaligen Arbeiterviertel, das aber auch einen Anteil von großzügiger fin de siècle-Architektur aufweist.

Das Museum für zeitgenössische Kunst habe ich leider nicht gefunden, so habe ich mich stattdessen durch die abendliche Stadt treiben lassen und beobachtet, wie sich nicht nur das Stadtbild im Abendlicht veränderte, sondern auch die Erscheinung der Passanten, die zum Abendessen ausgingen.

Mittwoch, 23. April 2025

¡Buenos dias!

Heute besprachen wir als erstes unsere „Hausaufgabe“.

Wir sollten ein (Unterrichts-)Problem erfassen, überlegen, was wir ändern wollen und in einem Brainstorming mögliche Lösungsansätze zusammentragen.

Danach berieten wir mir Blanca, welche Lösungen passend sind und wie sie zustande kommen, ob sie von unserem emotionalen oder rationalen Denken bestimmt sind.

Der nächste Themenkomplex handelte vom kritischen Umgang mit Narrativen.

Wir verglichen allgemein bekannte Geschichten (z.B. die Schöpfungsgeschichte oder Märchen und Sagen etc.) in verschiedenen Religionen und Kulturkreisen.

Die Hauptelemente solcher Geschichten sind meistens folgende Merkmale:

  • Der Charakter der Geschichte – was ist die Hauptaussage?
  • Der Konflikt – welches Problem wird verhandelt?
  • Die Lösung – wie wird das Problem beseitigt?
  • Die Rahmenbedingungen – wo findet die Handlung statt?
  • Die emotionale Ebene – welche Gefühle werden angesprochen?
  • Die Lehre – was sollen wir daraus lernen?

Als nächstes diskutierten wir die Definition von Fake News und Blanca zeigte uns an dem Beispiel „Local school bans homework because kids are too lazy“ die Struktur von Fake News. Daraufhin suchten wir im Internet selbst nach Beispielen. Als ich auf meinem Smartphone Google aufrief, ploppte zum Beispiel diese Nachricht auf: https://www.karlsruhe-insider.de/verbraucher/durchgesickert-bundesweites-rasenmaeher-verbot-soll-kommen-242818. Sie besitzt viele manipulative Elemente und die Überschrift will Empörung hervorrufen, obwohl im Text die Aussage relativiert wird.

Zum Schluss stellte uns Blanca die Theorie menschlicher Werte nach Shalom H. Schwartz vor und gab uns einen Fragebogen, mit dem wir beantworten können, wie stark unser Unterricht auf den jeweiligen Werten basiert.

Am Nachmittag und Abend standen die „cultural activities“ der Erasmus+ Fortbildung auf dem Programm. Um 16 Uhr trafen wir uns mit einer Stadtführerin an der Plaza de Cuba, um eine zweistündige Walking-Tour durch das Stadtviertel Triana zu unternehmen. Vieles hatte ich gestern schon gesehen, heute bekam ich die Erklärung dazu. Danach war ich mit Pryanca und ihrer Mutter in einer Tapas-Bar, bevor es weiterging zu einer Flamenco-Show. Musiker, Sängerin und TänzerInnen boten eine einstündige leidenschaftliche Performance, von der wir alle sehr beeindruckt waren.

Donnerstag, 24. April 2025

¡Buenos dias!

Für den vierten Kurstag hatte sich Blanca etwas Besonderes ausgedacht: Wir trafen uns nicht an unserem Unterrichtsort, sondern im Museo de Bellas Artes.

Die erste Aufgabe bestand darin, für 30 Minuten durch das Museum zu laufen und ein besonderes Kunstwerk auszusuchen. Mindestens 80 Prozent der ausgestellten Werke sind sakrale Kunst und so fiel meine Wahl auf eine Jesusdarstellung, die sich sehr von den gängigen Bildmustern unterschied. Reihum stellten wir uns gegenseitig die ausgewählten Kunstwerke vor. Blanca fragte als erstes „Was seht Ihr auf dem Bild? Was stellt Eurer Meinung nach das Bild dar? Welche Gefühle ruft es hervor?“ Als nächster Schritt wurden Fragen gesammelt, die zum Narrativ des Bildes führen, wir analysierten das Gesehene und dachten uns gemeinsam Geschichten aus, die wir mit dem Bild erzählen könnten. Diese phantasieanregende Herangehensweise gefiel mir besonders gut. Nach einer kleinen Kaffeepause stellte uns Blanca die Methode der Denkhüte von Edward de Bono vor. Jede Teilnehmerin durfte sich einen Hut in einer bestimmten Farbe aussuchen. Blau steht für Analyse und Organisation, weiß für Fakten, rot für Emotionen, grün für Kreativität, schwarz für Skepsis und gelb für Optimismus.

Anhand des Gemäldes „¡Sin pan!“, 1905 von Manuel González Santos spielten wir die Problemlösung des dargestellten Themas anhand der unterschiedlichen Sichtweisen durch.

Nachdem wir zum Schluss ein Gruppenfoto im Innenhof des Museums aufgenommen hatten, verabschiedete sich Blanca und wir anderen gingen gemeinsam zum Archivo General de Indias, das wichtigste Dokumentationszentrum zur Entdeckung und Eroberung der neuen Welt.

Den restlichen Nachmittag verbrachte ich mit Angeliki, Angeliki und Adriadne, den drei Teilnehmerinnen aus Griechenland. Auf dem Weg und später in einer typischen lokalen Tapasbar diskutierten wir lebhaft über die politische Entwicklung in unseren Ländern und weltweit. Über die Rolle der Frauen tauschten wir uns anhand der eigenen Lebensgeschichten aus.

Am Abend drehte ich mit meiner Kamera noch einmal eine Runde durch die Straßen, vorbei an alter und moderner Architektur und vor allem genoss ich die Atmosphäre der lebendigen Stadt.

Freitag, 25. April 2025

¡Buenos dias!

Heute fand der fünfte und letzte Kurstag statt.

Wir waren alle etwas traurig, dass die Fortbildung schon zu Ende ging und dass wir uns von unserer Kursleiterin Blanca Gallego und von den anderen Kursteilnehmerinnen verabschieden mussten.

Bevor es soweit war, gab uns Blanca ein persönliches Feedback zu unserer „Hausaufgabe“ vom Mittwoch, basierend auf dem Wertemodell nach Shalom H. Schwartz: Welche Werte sind uns wichtig und wie setzen wir sie im Unterricht um? Was wollen wir aktiv ändern?

Blanca fasste noch einmal zusammen, welche Themen wir im Laufe der Fortbildung behandelt haben und wie wir sie im Unterricht sinnvoll einsetzen können:

  • Metacognition: Bessere Lernergebnisse durch ein sicheres emotionales Umfeld, aktives Zuhören, effektive Kommunikationsmuster, Feedback und Bestätigung
  • Globales Denken: Kraftvolle, offene Fragen und design thinking (Problemlösung ausgehend vom Nutzen für den Adressaten)
  • Geschichten erzählen und Geschichten ersinnen
  • Fake News und deren Analyse
  • Wertemodell nach Schwartz und die Relevanz der Werte für unseren Unterricht
  • Betrachtung von Kunstwerken oder visuellen Eindrücken nach dem Prinzip sehen – vorstellen – fühlen
  • das Prinzip der 6 Denkhüte
  • Stereotype und Gegenmaßnahmen

Zum letzten Punkt stellte uns Blanca eine Aufgabe:

Ein Problem benennen, das durch eine klischeehafte Meinung entsteht und eine Aktion überlegen, die als Gegenmaßnahme die Meinung in eine positive und förderliche Richtung lenkt.

Damit waren wir am Ende des Kurses angelangt. Wir füllten den obligatorischen Feedback-Fragebogen aus und bekamen in einer kleinen Zeremonie unsere Teilnahme-Zertifikate ausgehändigt.

Da die drei Teilnehmerinnen aus Griechenland ihren Zug nach Madrid nicht verpassen wollten, verabschiedeten sie sich rechtzeitig. Pryanca und ich hatten die Gelegenheit, mit Blanca weitere offene Fragen zu besprechen.

Ich nahm für mich selbst eine wichtige Erkenntnis mit: Gedanken, die mit „ich muss“ beginnen, versuche ich in Zukunft in „ich entscheide mich“ umzuwandeln. Ich bin gespannt, welche Auswirkung dies in meinem Alltag haben wird.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Pryanca und ihrer Mutter im Marie Luise Park und auf der Plaza de España. Zum Abendessen trafen wir uns in der Bar Alfalfa, wo ich mit viel Geduld einen Platz für uns ergatterte und wir mit leckeren Tapas und typisch lokalem Lebensgefühl belohnt wurden.

Sonnabend, 26. April 2025

¡Hola!

Der heutige Tag stand mir gänzlich frei zur Verfügung.

Ich entschied mich gegen die Fahrt ins Umland und wollte lieber noch etwas Kulturprogramm in Sevilla genießen.

So stand am Vormittag der Besuch der reich verzierten Kirche del Salvador und der Kathedrale Santa Maria de la Sede, einer der größten Kirchenbauten der Welt, auf dem Programm.

Vom Glockenturm La Giralda genoss ich trotz einigem Gedränge die Aussicht über die ganze Stadt, die sich in unerwartetem Ausnahmezustand befand. Seit dem Morgen waren tausende von Fußballfans angereist, die nun in ausgelassener Stimmung durch die Straßen zogen. Sie hatten den ganzen Tag Zeit dazu, da das Spiel um die Copa del Rey erst um 22 Uhr begann und nach Mitternacht mit 3:2 für den FC Barcelona gegen Real Madrid entschieden wurde. Abseits des Trubels besuchte ich zwei Museen mit Ausstellungen zeitgenössischer Kunst: Das Espacio Santa Clara und das Kloster Santa María de las Cuevas. Sie vertreten ein interessantes Konzept, moderne Kunst mit alten sakralen Orten zu verbinden.

Als ich bei Einbruch der Dunkelheit zurück zu meiner Unterkunft kam, hatte ich etliche Kilometer durch die Stadt zurückgelegt. Nach einer kleinen Pause drehte ich eine letzte Runde durch das mir inzwischen vertraute Viertel und war mir sicher: Ich möchte wiederkommen nach Sevilla, in diese besondere Stadt!

Sonntag, 27. April 2025 – Rückreisetag

¡Adiós, hasta la vista!

Am Vormittag hieß es, mich von Sevilla zu verabschieden.

Die Suche nach der Haltestelle für den Bus zum Flughafen war ein wenig aufregend, da die einheimischen Passanten, die ich nach dem Weg fragte, mich in verschiedene Richtungen schickten. Ich entdeckte durch Zufall die richtige Buslinie und der Fahrer war so freundlich auf mich zu warten.

Im Flugzeug freute ich mich über meinen Fensterplatz und beobachtete, wie sich unter mir die vor allem durch Agrarwirtschaft gestaltete Landschaft veränderte. Außerdem nutze ich die drei Stunden Flugzeit, um in dem Buch „Gebrauchsanweisung für Spanien“ zu lesen, welche Erfahrungen mit dem Land der Autor Paul Ingendaay zusammengetragen hat. Nach den eigenen Eindrücken ist dies eine Erweiterung des Blicks auf das Erlebte und die Konfrontation mit den Themen und Problemen der spanischen Gesellschaft jenseits der touristischen Highlights.

Ich kam pünktlich in Frankfurt an und konnte den Rest des Tages mit meiner Tochter und ihrer Familie genießen.

Der letzte Teil der Rückreise nach Kiel am Montag erforderte Geduld, denn der ICE sammelte auf der Strecke von Frankfurt nach Hamburg 100 Minuten Verspätung. Als ich in den Nachrichten vom großen Stromausfall in Spanien las, war ich froh, dass ich schon einen Tag zuvor zurückgeflogen und somit meine Rückkehr nicht davon betroffen war.

Ich bin sehr dankbar, dass ich erneut an einer Erasmus+ Fortbildung teilnehmen konnte. Ich fühle mich in meiner Art zu unterrichten bestätigt, habe aber auch neue Möglichkeiten und Methoden kennengelernt, die ich in meinen Unterricht und den Umgangen mit Kursteilnehmenden einfließen lassen möchte. Ich kann auch persönlich von dem Gelernten profitieren und sicherlich im Alltag davon einiges weitergeben.

Artificial Intelligence Tools for Language Teachers, Valencia

von I. Faroldi und D. Berry

vom 28. Oktober – 2. November 2024

Anreise

Ready to go ?
Die Reise nach Valencia ist gestartet und wir freuen uns sehr.
Wir verlassen das sonnige Hamburg und landeten in Valencia, wo der Regen auf uns wartete.
Wir erkunden die Stadt um ein Gefühl zu bekommen.
Valencia ist eine wunderschöne Stadt aber sehr rutschig, wenn es regnet.


Montag, 28.10.2024
Die Europass-Schule liegt sehr zentral, in der Nähe von der Mercat central, der Markthalle.
14 Lehrkräfte aus unterschiedlichen EU-Ländern (Ungarn, Deutschland, Niederlande, Belgien) und sogar zwei Lehrerinnen aus Costa Rica haben sich und deren Schulen kurz vorgestellt.
Wir hatten auch eine kurze Präsentation über die VHS Elmshorn vorbereitet
(siehe hier: https://prezi.com/p/edit/4snodp83etlk).


Geschenke am ersten Tag ?


Unser Klassenzimmer für die Woche

Wir hatten kurze „icebreaker“ Spiele in Form von Aktivitäten um eine entspannte Atmosphäre zu kreieren. Solche Aktivitäten bringen die Lernenden dazu, miteinander zu interagieren und sich besser kennenzulernen. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und erleichtert die Zusammenarbeit.
Wir werden einige definitiv in der Zukunft gut im Unterricht einsetzten können. Ein Beispiel hier:

 

Wir hatten die ersten Schritte in der Welt der KI geschafft und etwas über die Geschichte der künstlichen Intelligenz erfahren.
Wir sind voller Erwartung auf den morgigen Tag, wo wir die Welt der KI eintreten werden.

Dienstag, 29.10.2024

Heute war ein sehr erfolgreicher, aber intensiver Tag. Wir sind in der Welt der KI eingetaucht.
Wir haben mehrere Aufgaben in unserer google classroom Klasse bekommen:

    • wir haben gelernt, wie man perfekte „prompts“ schreiben kann
    • wie man mit KI-Unterrichtspläne, Tests und kreative Aufgaben vorbereiten kann
    • wie man aus Texten mit SUNO ein Lied in wenige Minuten kreieren kann
    • wir haben uns mit „question well“ in Zusammenhang mit Kahoot und andere gamification tools auseinandergesetzt

Das Beste war aber unsere „marshmallow challenge“: in Gruppen mussten wir eine bestimmte Aufgabe mit der Hilfe von KI lösen. Sehr witzig und perfekt als „teambuilding-activity“ (siehe Foto):

Nachmittags sollten wir Fotomaterial in der Stadt sammeln, aber es war zuerst extrem windig und dann fing es an stark zu regnen.

Mittwoch 30.10.2024

Der Tag ist leider mit traurigen Nachrichten über Überflutungen gestartet.

Viele Kolleg*innen hatte Schwierigkeiten die Schule zu erreichen, weil Verkehrsmittel sehr beschränkt fuhren.
Die Atmosphäre in der Stadt war sehr bedrückend und es war eine Stille, die unrealistisch klang.

Aber wir konnten trotzdem unseren Kurs fortfahren.
Wir haben sehr viele interessante KI-Möglichkeiten entdeckt und getestet.
Anbei nur einige Programme als Beispiel:

https://garticphone.com
https://youglish.com/
https://gliglish.com/intl/de
https://lyricstraining.com
https://speechgen.io/
https://ttsmaker.com/
https://play.ht/
https://www.naturalreaders.com/online/

Die meisten Apps waren sehr inspirierend und kreativ, so dass wir mehrere Ideen entwickeln konnten, wie wir zukünftig unsere Lerneinheiten noch sinnvoller und Teilnehmer-näher vorbereiten können.
Wir mussten sogar zeichnen ?

Das Wetter war, komischerweise, wunderschön: sonnig und warm. Daher war es möglich im Zentrum zu Fuß unterwegs zu sein um einige KI-Tools zu testen.

Highlight des Tages:
wWr haben die App goosechase (https://goosechase.com) im Stadtcentrum von Valencia in Gruppe getestet: es ist eine Art von KI-Schatzsuche, die man sehr schnell und in einfacher Weise vorbereiten kann. Es hat sehr viel Spaß gemacht und meine Gruppe, „die Pisa-Gruppe“ hat gewonnen.

Donnerstag 31.10.2024

Heute, trotz schrecklicher Nachrichten aus der Umgebung (Notfallalarm in der Nacht, dann früh am Vormittag und auch tagsüber), konnten wir sehr gut vorankommen und sehr hilfreiche KI-Anwendungen testen.
Wir haben mit Nearpod angefangen und interaktive Lerninhalte erstellt.

Danach haben wir interaktive Übungen mit einem Besuch des Museums Centre del Carme Cultura Contemporànea verbunden: wir sollten einen Stuck Kunst aussuchen und mit der Nutzung von chat GPT/Copilot, Google Lens und Canva eine KI-Präsentation erstellen.

Wir mussten sogar Bilder und Videomaterial mit der Nutzung der KI vorbereiten. Ein Beispiel hier:

Highlight des Tages für mich und meinen Kollegen: Erstellung von Lernmaterial und Lehrplänen mit der App Diffit. Diffit ist eine wunderschöne Lösung um differenziertes Lernmaterial zu kreieren. Wir konnten nicht aufhören, Lerninhalte zu erstellen ?
Halloween wird in Valencia groß „gefeiert“ und, trotz allem, konnte man viele verkleidete Personen unterwegs sehen.

Das Rathaus ist wunderschön.

 

Freitag 01.11.2024 (+ Samstag 02.11.2024)

Da die öffentliche Verkehrsmittelsituation sehr schwierig ist, haben wir entschieden heute den ganzen Tag zu arbeiten, damit einige Kolleg*innen schon morgen die Möglichkeit haben , abzureisen.
Wir haben einige Aufgaben für den morgigen Tag als Hausaufgaben bekommen, die wir digital zuschicken müssen.
Die Sonne scheint und es sind mehr als 20 Grad draußen aber man spürt die Katastrophe rum herum:

Kein Wasser mehr im Supermarkt.

Also langer Tag heute und komische Stimmung unterwegs, aber trotzdem sehr erfolgreich.
Wir haben den Tag mit dem Programm Twee angefangen: wir haben geübt, wie man Lehrpläne erstellt und Aufgaben, die zu dem Lehrplan passen.
Twee ist sehr umfangreich und wir konnten Texte, Videos, Lieder und Sprechaufgaben erstellen und testen, wunderbar!
Danach haben wir uns mit einer Vielfalt von Apps beschäftigt: Hemingway, Reflect, Quillbot, Magic school, Gamma, Eduaide, Fliki, fobizz u.s.w.

Wir waren sehr glücklich unsere Zertifikate zu bekommen!

Fazit der Fortbildung in Valencia

Unsere Fortbildung in Valencia war eine äußerst bereichernde und lehrreiche Erfahrung, die nicht nur neue Technologien und Arbeitsweisen nähergebracht hat, sondern uns auch konkrete Werkzeuge und Ideen für die zukünftige Gestaltung unseres Unterrichts vermittelt hat. Rückblickend können wir sagen, dass wir nicht nur unser Wissen über künstliche Intelligenz (KI) erweitert haben, sondern auch viele praktische Anwendungen und innovative Methoden entdeckt haben, die wir sowohl in der VHS Elmshorn als auch in unserem eigenen Unterrichtsalltag direkt umsetzen können.

Besonders gut:
Ein großes Highlight war sicherlich die Einführung in die verschiedenen KI-Tools und deren praktische Nutzung: das ist, insbesondere für heterogene Lerngruppen, sehr wertvoll. Die Teamarbeit und das spielerische Lernen mit KI waren nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern haben uns auch gezeigt, wie wir Spiele oder Teamaktivitäten in unserem eigenen Unterricht einbauen können, um das Gemeinschaftsgefühl und die Zusammenarbeit der Lernenden zu stärken. Solche Methoden können nicht nur den Unterricht auflockern, sondern auch die Kreativität der Teilnehmenden fördern.

Was war weniger gelungen?
Trotz der überwältigenden Zahl an positiven Aspekten gab es auch einige Herausforderungen. Besonders der schwierige Zugang zu einigen Programmen aufgrund von Rechten und technischen Hürden (notwendige Anmeldungen) war ein kleines Manko. Auch die unvorhergesehenen Wetterbedingungen und die dadurch bedingte Einschränkung der Stadterkundung waren bedauerlich. Doch insgesamt überwiegen die positiven Erlebnisse.

Perspektiven und zukünftige Anwendungsmöglichkeiten
Die Fortbildung hat uns nicht nur ein tieferes Verständnis für die Einsatzmöglichkeiten von KI im Unterricht vermittelt, sondern auch konkrete Ideen geliefert, wie wir diese in der Praxis umsetzen können. Besonders wertvoll ist der Umgang mit KI-Tools zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien. In der VHS Elmshorn werden wir in Zukunft verstärkt auf Programme wie Diffit setzen, um differenzierte Lerninhalte für unsere Teilnehmenden zu erstellen. Dies ist besonders wichtig, da unsere Lerngruppen oft sehr heterogen sind, was den Bedarf an individuell zugeschnittenen Materialien noch verstärkt.

Zukünftig möchten wir auch verstärkt auf Tools zurückgreifen, um kreative Lernaktivitäten zu entwickeln, die den Unterricht auflockern und den Teilnehmenden eine spielerische Herangehensweise an neue Themen ermöglichen. Besonders in der Erwachsenenbildung, wo es oft schwieriger ist, die Lernenden zu motivieren, bieten sich solche gamifizierten Ansätze an, um den Lernprozess unterhaltsamer und einprägsamer zu gestalten.

Fortbildungsbedarf? JA!
Obwohl wir in dieser Fortbildung bereits viele neue Technologien kennengelernt haben, gibt es noch zahlreiche Aspekte der KI, die wir weiter vertiefen können. Ein weiterer Fortbildungsbedarf besteht sicherlich in der vertieften Anwendung von KI in der individuellen Lernbegleitung, um personalisierte Lernpfade zu erstellen. Eine Hospitation wäre vielleicht eine Möglichkeit.

Insgesamt war die Fortbildung in Valencia eine einmalige Gelegenheit, uns nicht nur mit aktuellen Trends und Technologien im Bildungsbereich auseinanderzusetzen, sondern auch praktische und kreative Ideen zu entwickeln, wie wir diese in unserem Unterricht einsetzen können. Wir sind motiviert, das Gelernte in unserer eigenen Praxis umzusetzen, und freuen uns darauf, in den kommenden Monaten die vielfältigen Anwendungen in unseren Unterricht zu integrieren. Wir planen einen Austausch mit den Kolleg*innen einzubringen, voraussichtlich in Januar 2025.

Gleichzeitig bleibt es wichtig, uns kontinuierlich fortzubilden und offen für neue Entwicklungen zu bleiben, um auch in Zukunft den technologischen Wandel im Bildungsbereich mitzugehen.
Adiós Valencia – und auf bald im Unterricht!

Classroom Management Solutions for Teachers, Bacelona, #2

Lerntagebuch von Eman Rashidi

29. April bis 3. Mai 2024

Classroom Management Solution for Teachers: New Methodologies, Effective Motivations, Cooperation and Evaluation Strategies

1.  DAY IN BARCELONA

Montag, 29.04.2024

Anreise nach Barcelona:

Am 27.04.2024 sind wir vom Flughafen Hamburg nach Barcelona geflogen. Die Landung gestaltete sich aufgrund des schlechten Wetters etwas holprig, da der Pilot zunächst eine weitere Runde drehen musste, bevor wir sicher landen konnten. Und ja, es wackelte dabei auch wirklich ordentlich. Trotzdem hat uns dieser Umstand nicht daran gehindert, uns auf die Reise nach Barcelona und auf das neue Seminar richtig vom Herzen zu freuen – da nimmt man so einen wackeligen Flug dafür im Kauf.  Nach unserer Ankunft gegen 00:30 Uhr sind wir ins Hotel Best 4 Barcelona gefahren. Das Check-in verlief problemlos, und wir waren zufrieden mit unserem Zimmer. Der Flug war nun endgültig vergessen!

Erster Tag in Barcelona:

Am Sonntag, den 28.04.2024, haben wir uns zunächst einmal ausgeruht, später etwas durch die Stadt geschlendert und abends ein indisches Restaurant besucht und dort zu Abend gegessen. Das Wetter in Barcelona hat uns aber enttäuscht, da es ununterbrochen geregnet hat. Allerdings ist dieser Regen für Barcelona sehr wichtig, da die Stadt an Wassermangel leidet. Die Einheimischen waren darüber sehr glücklich.

Nach dem Abendessen habe ich beschlossen, mir einen Tee zu machen und das Buch „Der Fremde“ von Albert Camus zu lesen. Der Spaziergang im Regen war wohl dennoch anstrengend, denn ich bin beim Lesen einfach eingeschlafen.

Erster Tag des Seminars:

Am Montag, den 29.04.2024, wurde ich um 06:00 Uhr von meinem Wecker geweckt. Nachdem ich meine Sachen für das Seminar gepackt und mich fertig gemacht hatte, bin ich zum Frühstück gegangen. Das Frühstück war standardmäßig, aber ausreichend. Es gab Eier, Käse, Gemüse und Orangensaft.

Mit einem Kaffee konnte ich dann langsam wach werden. Anschließend bin ich mit meiner Kollegin, die ebenfalls an diesem Seminar teilnimmt, mit der Linie L4 zum Europass Teacher Academy in der Rambla de Catalunya 15 gefahren. Wir waren rechtzeitig da und wurden herzlich von der Dozentin, Frau Daniela Festtino, begrüßt.

Seminarbeginn:

Zu Beginn hat uns Frau Festtino gefragt, wer von uns bereits in Barcelona war. Vier Personen hatten bereits Erfahrungen mit der Stadt gemacht, zwei davon vor einigen Jahren und zwei in den letzten Jahren. Anschließend hat sie uns einige Informationen über Barcelona und das Kursprogramm gegeben. Dabei wurden auch praktische Details wie das WLAN-Passwort und der Ablaufplan besprochen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einer Einführung in das Programm „Wakelet“ hatten wir eine kurze Pause.

Aktivitäten und Präsentationen:

Nach der Pause wurden verschiedene Orte in Barcelona vorgestellt, und wir erhielten Tipps zu Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln. Außerdem wurde uns angeboten, an einer kostenfreien Besichtigung teilzunehmen.

Im Anschluss haben die Teilnehmer ihre Schulen und Aktivitäten präsentiert. Die erste Gruppe bestand aus Max und Erika aus Schweden, die Englische Geschichte bzw. Elektro-Basis an einer Schule unterrichten. Max erzählte nebenbei über eine ungewöhnliche Alternative zur Zigarette, was bei Erika auf weniger Begeisterung stieß. Die zweite Gruppe bestand aus Jveta aus Litauen, die uns über das Bildungssystem und den Kindergarten in ihrem Land informierte. Die Präsentation dauerte 35 Minuten und bot viele interessante Einblicke.

Die andere Gruppe bestand aus vier Personen aus Estland, die in einer Schule namens Moos Mois unterrichten. Sie erzählten über die Historie ihrer Schule und die verschiedenen Aktivitäten, die dort angeboten werden.

Freizeit in Barcelona:

Nach den Präsentationen habe ich mich dazu entschlossen, einen Spaziergang zur bekannten Straße La Rambla zu machen und den Markt Boqueria zu besichtigen. Dort habe ich mir Mangos und Erdbeeren gekauft, obwohl die Preise recht hoch waren. Leider hat es angefangen zu regnen, und ich bin komplett durchnässt zurück zum Hotel gefahren.

Zusätzliche Informationen:

Die Dozentin hat uns zudem über die Geschichte einiger Orte in Barcelona informiert, darunter die Barcel Ona Cathedral, den Tibidabo Park und die Sagrada Familia. Außerdem hat sie uns einige lokale Spezialitäten und Getränke vorgestellt sowie Empfehlungen für Restaurants und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gegeben.

Der erste Tag des Seminars war sehr lehrreich und informativ. Wir haben viele interessante Einblicke erhalten und freuen uns auf die kommenden Tage. Morgen werden wir eine kurze Präsentation über die VHS und unsere Aktivitäten halten und weitere Präsentationen der anderen Teilnehmer anhören.

2. DAY IN BARCELONA

Dienstag, 30.04.2024

Ich wache auf und muss direkt feststellen, dass meine Kleidung von gestern immer noch komplett nass vom Regen ist. Die Notwendigkeit eines zweiten Paars Schuhe im Gepäck habe ich als Mann vollkommen unterschätzt – und nun muss ich mir die Schuhe tatsächlich mit einem Föhn trocknen, damit ich sie wieder anziehen kann. Nachdem mir das einigermaßen gelungen war, begab ich mich zum Frühstück.

Das Frühstück war wie üblich – zwar vollkommen ausreichend, aber ich hätte mir mehr spanische Spezialitäten gewünscht.

Nachdem ich meinen Kaffee getrunken hatte, begab ich mich zur Metro-Station und fuhr mit der Linie L4 zur Teacher-Academy. Leider verpasste ich einen Zug und kam dadurch 5 Minuten zu spät an. Dafür aber mit fast trocknen Schuhen. Immerhin!

Die Dozentin begrüßte uns zu Beginn und fragte nach unserem Befinden. „How are you doing in dog-Scale?“

Zudem erkundigte sie sich danach, welche Aktivität wir durchführen würden, deren Organisation von der Teacher Academy übernommen werden. Wir entschieden uns für eine Schifffahrt, die am Donnerstag stattfinden wird. Ja, gewagt – denn es regnet immer noch, aber das Risiko gehen wir ein.

Anschließend fuhren wir mit den Präsentationen vom Vortag fort.

Zuerst hielt Anke aus Frankreich (die ursprünglich aus Deutschland stammt) ihre Präsentation. Sie unterrichtet Deutsch an einer Marketing-Schule. Sie erzählte uns über ihre Schule, die Anzahl der Schüler, ihre Schwierigkeiten und Stärken.

Die andere Dozentin, ebenfalls aus Frankreich, unterrichtet an einer Schule mit 630 Schülern im Alter von 15-18 Jahren. Nur Jugendliche zu unterrichten stelle ich mir anspruchsvoll vor. Es ist wahrscheinlich nicht sehr einfach, ihnen gleichzeitig zu gefallen aber auch von ihnen respektiert zu werden.

Als nächstes waren Frau Qaser und ich an der Reihe. Wir zeigten ein professionelles Image-Video über unsere VHS Tornesch-Uetersen und hielten eine kurze Präsentation über uns und unsere Tätigkeiten dort. Die anderen Teilnehmer waren von unserer vhs begeistert.

Bei meiner Tätigkeitsbeschreibung waren unsere Mitstreiter ziemlich überrascht. Zugegeben, mit meinen 30 Jahren, dunklen Haaren und dunklen Augen sehe ich nicht gerade wie jemand aus, der seit 9 Jahren Deutsch unterrichtet. Unter meiner Person könnte man sich eher einen Künstler vorstellen, meinte jemand und wir mussten lachen.

Für einige Teilnehmer war es auch überraschend, wie Frau Qaser älteren Menschen das deutsche Alphabet beibringen kann. Natürlich sind wir stolz, dass wir bereits so viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln konnten und unsere VHS die Arbeit junger Dozenten unterstützt.

Als nächstes präsentierte ihre Institution eine andere Teilnehmerin, die aus den Niederlanden stammt, aber in England als Englischlehrerin arbeitet.

Aliz aus Ungarn hielt daraufhin ihre Präsentation. Sie stellte zunächst ihr Land vor und sprach über ihre Traditionen und Festivals. Danach erzählte sie über ihre Tätigkeit als Englischlehrerin für die Klassen 4 bis 8.

Osuala Donatus („Don“) aus den Niederlanden unterrichtet in einer Schule mit 1300-1500 Schülern. In seiner Schule werden MAVO, HAVO, VWO und TTO unterrichtet. Er erzählte über die Aktivitäten an seiner Schule und spielte am Ende seiner Präsentation ein Stück Musik von Leeland-Way Maker. Eine wunderbare Präsentation.

Wir hatten eine kurze Pause. Danach wurde uns mitgeteilt, dass die geplante Stadtführung heute aufgrund des regnerischen Wetters nicht stattfinden wird. War ja klar! Aber vielleicht ist es ganz gut so, denn meine Kleidung ist endlich einigermaßen trocken und eine weitere Runde Schuhe trocknen mit dem Fön wollte ich mir gern ersparen.

Nach der Pause wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt, um ein Spiel zu spielen. Jede Gruppe sollte einen Turm bauen. Der höchste Turm sollte gewinnen. Wir sollten außerdem einige Wörter an den Wänden dieses Turms schreiben, die den Charakter eines Lehrers beschreiben, wie z.B. kreativ, diszipliniert, planvoll, leitend usw.

Dann stellte die Dozentin uns die Frage: „Was ist die Definition von Classroom Management für euch?“ Darüber sollten wir nachdenken. Dazu nutzten wir die App Mentimeter. Jeder schrieb seine Definition und sandte sie anonym ein. Am Ende verglichen wir alle Definitionen miteinander.

Meine Definition lautete: „Classroom Management bezieht sich auf die Strategien und Techniken, die von Pädagogen angewendet werden, um eine positive Lernumgebung zu schaffen und aufrechtzuerhalten, in der Schüler effektiv an Lernaktivitäten teilnehmen können. Dies umfasst die Festlegung klarer Erwartungen, die Umsetzung konsistenter Routinen, die prompte und effektive Behandlung von Verhaltensproblemen und die Förderung einer unterstützenden und respektvollen Atmosphäre, die förderlich für das Lernen ist. Effektives Classroom Management ermöglicht es Lehrern, die Unterrichtszeit und den Teilnehmer-Erfolg zu maximieren und Störungen zu minimieren.“

Danach teilte die Dozentin eine Definition des Classroom Managements aus dem Oxford Dictionary mit.

Anschließend stellte die Dozentin die Frage: „Was sollten die Haupttätigkeiten eines Lehrers sein?“ Jeder Teilnehmer konnte über die App Curi.live der Dozentin 10 Wörter mitteilen. Viele Teilnehmer waren der Meinung, dass die Hauptaufgabe eines Lehrers darin besteht, Motivation zu geben. Die Dozentin fragte nach unserer Meinung über den Chat GPT, und jeder äußerte seine Meinung dazu.

Nach der zweiten Pause gingen wir zur Universität Barcelona. Es war nur ein kurzer, 10-minütiger Spaziergang. Ohne Regen. Dort machten wir Fotos. Die Dozentin wollte uns damit zeigen, dass man als Dozent manchmal die Atmosphäre wechseln sollte und verschiedene Methoden nutzen kann, um effektiv zu unterrichten.

Nach Unterrichtsende um 14:30 Uhr hatten wir Hunger. Zum späten Mittagessen entschieden wir uns, ins Vapiano zu gehen und uns eine Pasta Alfredo zu gönnen.

Nach dem Essen wollten wir die Sagrada Familia besichtigen. Die Tickets für diese Woche waren jedoch bereits vor unserer Ankunft in Barcelona ausverkauft. Von außen ist dieses Kunstwerk jedoch ebenfalls beeindruckend.

Danach gönnten wir uns noch einen Kaffee mit Churros und heißer Schokolade. Das Café wurde im Jahr 1954 gegründet, dem Jahr, in dem die Stahlkrise in Deutschland begann.

Es war interessant, etwas über diese Geschichte zu erfahren. Einen kurzen Spaziergang und dann Entspannung im Hotel. Es war ein wirklich sehr schöner Unterrichtstag, und aus unserer freien Zeit haben wir natürlich das Beste gemacht.

3. DAY IN BARCELONA

Mittwoch, 01.05.2024

Tag der Arbeit und der dritte Tag meines Seminares in Barcelona:

Mit einem inspirierenden Zitat von Karl Marx möchte ich meinen Bericht über den heutigen Tag beginnen:

„Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört“ (Das Kapital, Band III, Siebter Abschnitt, 48. Kapitel)

Heute entschied ich mich, auf das Frühstück zu verzichten, um rechtzeitig meinen Zug zu erreichen. Wir waren überpünktlich vor Ort, jedoch war die Tür der Academy aufgrund des Tags der Arbeit geschlossen.

Daher nutzte ich die Gelegenheit und die Zeit, um mir einen Kaffee von Starbucks zu kaufen. Ein kräftiger Flat White sollte genau das Richtige sein.

Die Tür wurde geöffnet, und ich begab mich in den alten Fahrstuhl. Dieser erforderte, dass ich die Tür manuell öffnete, sowie auch die anderen beiden Türen des Fahrstuhls, bevor ich sie wieder schloss. Erst dann konnte ich nach oben fahren.

Das Ganze musste wiederholt werden, diesmal jedoch umgekehrt, indem ich die Türen erneut öffnete. Das fanden wir total witzig.

Der Unterricht begann mit der Frage: „Was haben Sie gestern gemacht?“ Jeder Teilnehmer teilte etwas mit. Auch ich habe erwähnt, dass ich gestern die Sagrada Familia besichtigt habe.

Dann erhielten wir ein Projekt. Jeder von uns sollte mithilfe von Legosteinen und buntem Teig seine eigenen Herausforderungen und Schwierigkeiten darstellen, um seine Herausforderungen in seinem Unterricht zu veranschaulichen.

Jeder von uns hat etwas gebaut.

Ich habe meinen Klassenunterricht anhand eines Stücks Teig mit verschiedenen Farben dargestellt. Dabei habe ich die Herausforderungen von Menschen oder Teilnehmern aus verschiedenen Kulturen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen verdeutlicht, die sich möglicherweise nicht aus ihrer Komfortzone herausbewegen und sich nicht so leicht in die Gesellschaft integrieren.

Aufgrund des Zeitmangels sollte jeder sein kleines Projekt und seine Herausforderung nur kurz erklären.

Die Dozentin hat jedem von uns eine Lösung angeboten. Mir wurde zum Beispiel vorgeschlagen, dass die Schüler etwas aus ihrem Heimatland kochen und zur Schule mitbringen könnten. Dadurch könnte möglicherweise mehr Kontakt aufgebaut werden.

Anschließend präsentierte uns die Dozentin eine Methode:

Das Student-Centered Learning, begleitet von einem Video. Dabei wurden vier Schlüsselprinzipien hervorgehoben:

1. Lernen ist personalisiert.

2. Lernen ist kompetenzorientiert.

3. Lernen kann jederzeit und überall stattfinden.

4. Die Verantwortung für das Lernen liegt beim Lernenden selbst.

Am besten sollte ein Dozent seine Schüler dazu motivieren, kreativ zu denken und zu lernen.

Nach der Pause beschäftigten wir uns mit der Frage: Was ist ein Flipped Classroom?

Ein Flipped Classroom ist ein Unterrichtsansatz, bei dem traditionelle Lehrmethoden umgekehrt werden. Anstatt dass der Lehrer den Schülern neue Konzepte im Klassenzimmer vorstellt und Hausaufgaben gibt, erhalten die Schüler die Lerninhalte zu Hause durch Videos oder andere Materialien und vertiefen ihr Verständnis dann im Unterricht durch Diskussionen und praktische Anwendungen.

Wir diskutierten, wer diesen Ansatz verwendet und warum er genutzt werden könnte. Flipped Learning wurde im Jahr 2011 von Jonathan Bergmann entwickelt.

Nach dem Unterricht beschlossen wir, etwas zu essen, nämlich Chicken Wings von KFC. Danach verbrachte ich eine Stunde damit, zum Tibidabo zu fahren. Die Fahrt mit verschiedenen Verkehrsmitteln war anstrengend, aber es hat sich gelohnt, die Kirche auf dem Berg zu besichtigen.

Für mich ist es immer interessant, die Religionen anderer Menschen zu verstehen und zu respektieren. Ich habe mich einige Minuten in der Kirche still und die Atmosphäre lauschend aufgehalten und eine Kerze vor Jesus Christus angezündet.

Dabei habe ich mich an einem alt persischen Text von Rumi erinnert, und zwar:

„In diesem Boden, in diesem reinen Feld,

sollen wir keine Samen außer Samen der Liebe pflanzen.“

Es drückt die Bedeutung von Liebe und Zuneigung im Leben aus und betont, dass wir in all unseren Handlungen und Beziehungen Liebe und Zuneigung einsetzen sollten und uns darauf konzentrieren sollten, die Samen der Güte und Freundlichkeit zu säen.

Rumi, auch bekannt als Mevlana Jalaluddin Rumi, war ein bedeutender persischer Dichter, Mystiker und Gelehrter des 13. Jahrhunderts. Er wurde 1207 in Balkh (heute Afghanistan) geboren und verbrachte einen Großteil seines Lebens in Anatolien, in der heutigen Türkei.

Seine Poesie, insbesondere seine Sammlung von Gedichten „Mathnawi“ und  „Divan-e Shams-e Tabrizi“, ist weltweit bekannt für ihre spirituelle Tiefe, ihre metaphorische Sprache und ihre universelle Botschaft der Liebe, Toleranz und Spiritualität. Rumi’s Werke haben eine breite internationale Anhängerschaft gewonnen und seine Lehren haben bis heute eine bedeutende kulturelle und spirituelle Wirkung auf Menschen auf der ganzen Welt.

Und hier, in Barcelona musste ich bei der Besichtigung und bei dem Eintauchen in die Kultur an seine Werke denken und dass wir zum Lernen und Lehren da sind und alles, was wir tun, mit Besonnenheit und Freundlichkeit tun müssen.

Dies war meine persönliche Erkenntnis des Tages.


LAST FEW DAYS IN BARCELONA

Donnerstag und Freitag, 02-03. Mai 2024

Am Donnerstag sind wir alle pünktlich zum Seminar erschienen. Die erste Frage der Dozentin lautete, was wir am Vortag getan hatten und wie wir uns fühlten.  Ich hatte bereits erklärt, was wir am Vortag gemacht hatten. Alle haben über ihre eigenen Erfahrungen erzählt und über ihre Erlebnisse berichtet. Der Plan für den Donnerstag sah vor, dass der Unterricht im Nationalmuseum von Barcelona stattfinden sollte.

Zuvor hatte uns Daniella eine App namens Flip vorgestellt.

Mit Hilfe dieser App können kurze Videos im Stil von TikTok erstellt werden. Der Grund für die Nutzung dieser App besteht darin, dass sich die Schüler besser fühlen und die Aufgaben motivierter lösen können.

Ein Vorteil dieser App ist ihre Sicherheit. Die Daten einer Person sind in dieser App sicher. Es kann eine Gruppe vom Dozenten/der Dozentin erstellt werden, zu der alle Schüler und Teilnehmer eine Freundschaftsanfrage senden können. Dadurch werden sie Mitglieder der Gruppe. Jeder kann seine Videos selbst schneiden, anpassen oder mit Musik, Text, Emojis und ähnlichem ergänzen.

Im Unterricht wurden wir in vier Gruppen aufgeteilt. Gemeinsam mit der Dozentin sind wir ins Nationalmuseum Barcelona gefahren. Die Atmosphäre vom U-Bahnhof bis zum Museum war wunderbar.

Im Museum wählte die Dozentin ein Gemälde (von Joan Brull, Barcelona, 1863-1912, Öl auf Leinwand) aus.

Dazu erhielt jede Gruppe zwei Blätter, und zwar:

1. Chat Sheet

2. Answer Sheet

Die Dozentin erklärte zu Beginn der Sitzung, dass es sich um eine Silent-Exercise handelt. Das bedeutete, dass alle Gruppen die Fragen, die auf dem Blatt von der Dozentin gezeigt wurden, im Chat Sheet besprechen sollten und die endgültigen Antworten dann auf dem Answer Sheet schreiben sollten.

In unserer Gruppe waren Frau Qaser, Don und ich. Die Fragen bezogen sich auf das genannte Bild.

Nachdem wir für jede Frage im Chat Sheet etwas geschrieben hatten, haben wir unsere Antwort auf dem Answer Sheet festgehalten. Hierbei muss ich erwähnen, dass wir für jede Frage eine Minute Zeit hatten. Jede Gruppe sollte die Antwort einer anderen Gruppe auf der letzten Frage ergänzen.

Am Ende durften wir wieder miteinander sprechen. Anschließend hörte die Dozentin sich unsere Antworten an und wir diskutierten darüber in einer netten Atmosphäre.

Als nächstes sollten die Gruppen eine weitere Aufgabe lösen. Jede Gruppe sollte im Museum Bilder finden, die Angst, Freude oder Erwartung darstellen. Anschließend sollte jede Gruppe für jedes Thema ein Video produzieren und in der App hochladen.

Wir haben in unserer Gruppe entschieden, dass ich die Videos aufnehme, Frau Qaser sie schneidet, ergänzt und in die App hochlädt, und Don lediglich unsere Zusammenfassung neben dem Bild beschreibt. Dieses Projekt haben wir erfolgreich abgeschlossen, wir waren richtig zufrieden mit unserer Arbeit.

Danach hatten wir die Möglichkeit, in Begleitung unserer Dozentin auf die Terrasse des Museums zu gehen, eine Runde zu drehen, ein Gruppenfoto vor der Kulisse von Barcelona zu machen und uns zu verabschieden.

Nach dem Unterricht sind wir gemeinsam zu einem Restaurant gegangen, um unseren Hunger zu stillen. Frau Qaser hat eine Margarita bestellt und ich einen Hamburger mit Pommes.

Danach beschlossen wir, eine Schiffstour im Mittelmeer zu machen. Die Fahrt war angenehm, aber gleichzeitig auch sehr langweilig. Ich würde sie daher niemandem weiterempfehlen.

Am Freitag begannen wir den Unterricht wieder mit der Frage, wie es uns geht und welche Gefühle wir haben.

Ich fand es tatsächlich sehr gut, dass Daniella das jedes Mal gemacht hat, es aber dennoch schaffte, diese Erzählungen kurz zu halten und keine unnötige Zeit vom Unterricht verstreichen zu lassen. Danach wollte Daniella unsere Meinungen über die Aktivität vom Vortag hören. Sie teilte mit, dass sie das Unterrichtstempo für den heutigen Tag etwas erhöhen würde.

Wir besprachen „Artful Thinking“ und was wir gestern im Museum gemacht haben.

Die Fähigkeiten im 21. Jahrhundert umfassen:

1. Lernfähigkeiten:

– Kritisches Denken

– Zusammenarbeit

– Kreativität

– Kommunikation

 

2. Literalitätsfähigkeiten (IMT):

– Informationskompetenz

– Medienkompetenz

– Technologische Kompetenz

 

3. Lebenskompetenzen (FLIPS):

– Flexibilität

– Führung

– Initiative

– Produktivität

– Soziale Fähigkeiten

Die Bedeutung der Zusammenarbeit besteht darin, die Teile zusammenzufügen.

 

Es wird empfohlen, die folgenden Methoden im Unterricht anzuwenden:

 

– Thinking-based Learning

– Kooperatives Lernen

– Problemorientiertes Lernen

– Projektbasiertes Lernen

 

Die Präsentation des Tages war über mögliche Projekte. Anschließend haben wir uns die Videos angesehen, die wir gestern gemacht haben. Daniella versuchte uns Kommentare dazu zu geben.

Das Ziel dieses Projekts war es, zu verstehen, dass wir als Dozenten stets verschiedene Unterrichtsmethoden haben sollten, um die Motivation unserer Teilnehmer zu fördern. Besonders in der heutigen Zeit der Technologie, in der viele Teilnehmer möglicherweise nicht ausreichend motiviert sind für den Unterricht und die dazugehörigen Aufgaben.

Frau Qaser und ich haben beschlossen, diese Methode in unseren Klassen anzuwenden.

Natürlich sollten wir darüber nachdenken, wie wir sie für unsere Gruppe anpassen können. Zum Beispiel könnte man ein informatives Bild (wie in Teil 2 der DTZ-Prüfung) auswählen, Fragen dazu stellen, die Schüler in verschiedene Gruppen aufteilen und ihnen die Aufgabe geben, kurze Videos über Details des Bildes zu produzieren und in die App hochzuladen.

Somit haben die Teilnehmer die Möglichkeit, miteinander zu sprechen und sich mit der Sprache vertraut zu machen. Am nächsten Tag können die Gruppen ihre Videos allen zeigen, und die anderen Teilnehmer können ihre Meinungen dazu äußern.

Wir würden diese Methode auf jeden Fall in unseren Unterricht integrieren und verwenden. Danach stellte Daniella uns verschiedene Apps und Websites vor, die es uns als Dozenten ermöglichen, digitaler zu unterrichten, unseren Unterricht zu dokumentieren und unsere Klassen zu managen. Sie bat uns erneut, anhand der vorgestellten Apps und Websites einen zehnminütigen Unterricht vorzubereiten.

Frau Qaser und ich beschlossen, eine Übung über die deutschen Artikel zu machen. Wir bereiteten auch ein Kahoot als Übung für unseren Unterricht vor, damit die Schüler uns Feedback geben können. Daniella teilte mit, dass sie zuerst Deutsch gelernt habe, aber aufgrund der Artikel beschlossen habe, Englisch zu lernen.

Die anderen Teilnehmer hatten ebenfalls Präsentationen über Physik, Geschichte, Literatur, ihre Schule usw. vorbereitet. Danach war es Zeit für die Übergabe der Zertifikate.

Wir verabschiedeten uns und beschlossen, an diesem Tag in Barceloneta am Strand Shrimps mit Pommes zu essen.

Die Teilnahme an diesem Seminar hat uns viel Spaß gemacht. Gleichzeitig haben wir neue Methoden und Möglichkeiten für das Classroom Management gelernt, die wir auf jeden Fall in unseren Unterricht einbringen werden. Wir werden auch unseren Kollegen darüber berichten, denn diese Erfahrungen sind auf jeden Fall sehr wertvoll- die neuen Kulturen und die unterschiedlichen Menschen kennenzulernen und über ihre Arbeit zu erfahren- dabei das Beste mitzunehmen, um sich selbst weiter zu entwickeln.

Classroom Management Solution for Teachers, Barcelona

Lerntagebuch von Hajar Qaser-Rashidi

29. April bis 3. Mai 2024

Classroom Management Solution for Teachers: New Methodologies, Effective Motivations, Cooperation and Evaluation Strategies

Am Samstag vor Kursbeginn habe ich mich in Begleitung eines Kollegen auf dem Weg nach Barcelona gemacht. Wir haben uns schon sehr auf unser Seminar gefreut.  Um 20.40 Uhr startete unser Flieger in Hamburg und um 23:30 Uhr landeten wir in Barcelona. Der Flug war wegen des Wetters sehr turbulent, was mir etwas Angst gemacht hat. Als wir schließlich im Hotel ankamen, war ich erleichtert. Am Sonntag haben wir ausgiebig gefrühstückt, der Tag danach war zum Ausruhen gedacht. Das Wetter war ganz passend dafür, denn es hat den ganzen Tag stark geregnet. Irgendwann traute ich mich doch einen Spaziergang im Regen zu unternehmen, denn eigentlich wollte ich trotz des Regens gern ein wenig die Stadt genießen. Auf dem Rückweg zum Hotel regnete es so stark dass mein Schirm sogar kaputt gegangen ist!

Aber diese Strapazen haben meine Vorfreude auf unser Seminar nicht trüben können. Ich war schon sehr gespannt, was mich dort erwartet und packte freudig meine Tasche für den nächsten Morgen. Der Sonntag endete somit entspannt und voller Erwartung.

First Day in Barcelona

Montag, 29.4.2024

Heute war unser erster Tag im Seminar in Europass Teacher Academy hier in Barcelona, und es war wirklich aufregend, neue Erfahrungen zu sammeln und interessante Menschen kennenzulernen.

Der Tag begann mit einer herzlichen Begrüßung und einer Einführung in das Kursprogramm. Es waren insgesamt 14 Teilnehmer anwesend, darunter mein Kollege Eman Rashidi und ich. Nachdem wir uns vorgestellt hatten, erhielten wir einen detaillierten Zeitplan für die kommenden Tage und lernten, wie wir die Plattform Wakelet nutzen können, um Unterrichtsmaterialien und Fotos zu teilen. Ich habe inzwischen in meinem Unterricht mehrere Erfahrungen sammeln können und auch verschiedene Lernplattformen ausprobiert, diese kannte ich jedoch nicht. Die Schwierigkeit in Unterricht ist, auch meine Schüler dafür zu begeistern, sich die Nutzung einer Lernplattform zuzutrauen, denn viele sind mit Technik nicht vertraut und verstehen die Steuerung nicht. Darum ist es wirklich toll, mehrere Plattformen zu kennen. Ich denke mir immer, wer mit einer Plattform zum Lernen nicht zurecht kommt, kommt vielleicht zurecht mit einer Anderen.

Unsere Dozentin, Frau Daniela Festtino, eine freundliche Frau aus Argentinien, sie hat mir gleich bei der Vorstellungsrunde sehr gefallen.

Nach dem kurzen Eintauchen in die Lernplattform gab sie uns einen weiteren Überblick über den Kursinhalt. Sie erklärte, dass wir in den nächsten Tagen verschiedene Themen rund um die Architektur Barcelonas und die katalanische Kultur behandeln würden. Außerdem wurden uns einige Methoden von anderen Teilnehmern vorgestellt, die wir später in unserem eigenen Unterricht anwenden könnten.

Nach einer kurzen Pause präsentierten einige Teilnehmer ihre Schulen und Tätigkeiten in ihrer Heimat.

Es waren die Kollegen aus Schweden, Litauen und Estland, die uns interessante Einblicke in ihre Unterrichtspraxis gaben.  Besonders spannend war es zu erfahren, wie unterschiedlich der Unterricht in verschiedenen Ländern gestaltet wird. Viele Unterschiede ergeben sich aus den Gegebenheiten des Landes, aber selbstverständlich hat auch jeder Dozent seine eigenen Methoden, die sich für ihn als erfolgreich erwiesen haben. Die Erzählungen meiner Kurskollegen waren für mich wie Reisen in ein weiteres fernes Land – dieses Mal ganz ohne einen turbulenten Flug.

Darum schätze ich auch diese Seminare so sehr. Es sind nicht nur die Erlebnisse und die spannenden neuen Menschen, die man kennenlernen kann, nicht nur das neue Wissen und den netten Austausch unter Kollegen. Es ist auch die Möglichkeit, seine Fremdsprachenkenntnisse selbst weiter zu schulen und anzuwenden, aber auch die Berührung neuer Kulturen und Lebensarten.

Der erste Kurstag war somit sehr spannend und auch lehrreich für mich. Die Kursteilnehmer sind alle nett und wissbegierig, fragen viel und erzählen auch begeistert von ihren Ländern. Fast wie aufgeregte frisch eingeschulten Kinder plauderte wir in den Pausen, der Austausch und die Erzählungen dennoch haben mir gleich am ersten Tag viele Einblicke in die Dozentenarbeit in diesen neuen spannenden Ländern geboten, über welche ich bisher verhältnismäßig wenig wusste.

Insgesamt war der erste Tag sehr informativ und inspirierend. Leider haben wir zeitlich nicht geschafft, dass wir alle heute unsere Arbeit und unsere Institutionen präsentieren konnten. Daher haben wir beschlossen, dies morgen nachzuholen.

Der Tag haben wir natürlich mit gutem Essen ausklingen lassen. Das Wetter ist zwar immer noch unfreundlich zu uns, aber halb so schlimm – wir hatten genug Eindrücke gesammelt und konnten uns nett und entspannt über alles unterhalten. Ich freue mich auf den neuen Kurstag!

Second Day in Barcelona

Dienstag, 30.04.2024

Ich wache auf und noch im Halbschlaf hoffe ich, dass heute die Sonne über Barcelona scheint. Leider muss ich enttäuscht feststellen, dass es nach wie vor regnet. Und es ist kalt. Wir sind doch gestern schon klatschnass gewesen, ärgere ich mich tatsächlich ein bisschen. Dennoch hoffe ich, dass sich die Wolken im Laufe des Tages verziehen würden. Ich ziehe mich warm an und begebe mich zum Frühstück.

Nachdem ich meinen Kaffee genossen hatte, machte ich mich auf den Weg zur Metro-Station und fuhr mit der Linie L4 zur Teacher-Academy. Mein Kollege Herr Rashidi ist auch dabei, und wir beide mussten feststellen, dass wir einen Zug schon verpasst haben und auf den nächsten warten müssen. Irgendwie schaffen wir es dennoch, fast rechtzeitig da zu sein- und haben uns nur mit 5 Minuten verspätet.

Die Dozentin begrüßte uns zu Beginn und stellte die Frage „How are you doing in dog-scale?“.. Wir mussten lachen. Die Atmosphäre im Kurs ist locker und freundlich. Obwohl wir uns seit gestern kennen, wirken wir schon wie eine Klassengemeinschaft. Ganz so schnell geht es nicht immer, bis sich alle in einer Klasse wohl fühlen, deshalb bin ich sehr froh darüber und weiß es zu schätzen.

Unsere Dozentin erklärt uns außerdem, dass die Teacher Academy für uns ein kostenloses Event organisieren möchte und wir uns zwischen einige Varianten der spannenden Freizeitgestaltung entscheiden müssen. Wir entschieden uns tatsächlich für eine Schifffahrt, die am Donnerstag stattfinden wird. Ich wage nicht auf meiner Wetter-App nach der Prognose zu schauen, aber stattdessen denke ich mir – was soll’s! Wenn man schon eh nass werden sollte, dann ist man auf einem Schiff sicher richtig!

Anschließend setzten wir die Präsentationen vom Vortag fort.

Anke aus Frankreich (ursprünglich aus Deutschland) startet mit ihrer Präsentation. Sie unterrichtet Deutsch an einer Marketing-Schule und erzählt uns über ihre Schule. Sie berichtet darüber, wieviele Schüler sie hat, was sie bereits mit ihnen unternommen hat, welche Arten von Problemen und positiven Erinnerungen sie mit ihnen hat. Für mich ist jeder Blickwinkel des Dozentenberufs sehr interessant. Ich konnte inzwischen einige Erfahrungen als Dozentin sammeln, obwohl ich noch relativ „frisch“ mit meiner Tätigkeit an der VHS bin. Unsere Arbeit ist allerdings sehr intensiv, und selbst in einer kurzen Zeit erlebt man viel. Gedanklich vergleiche ich die Erzählungen von Anke mit meinen eigenen Eindrücken aus den Alphabetisierungs-Klassen.

Die andere Dozentin aus Frankreich unterrichtet in einer Schule mit 630 Schülern im Alter von 15-18 Jahren. Mir fällt auf, dass sie ziemlich schnell spricht und so denke ich, dass wenn man mit Jugendlichen arbeitet sehr wahrscheinlich immer äußerst flexibel und „auf Zack“ sein muss, um mit den jungen Menschen Schritt zu halten. Diese Arbeitsweise hat sich in der Art dieser Dozentin eingeprägt, sie wirkt auf mich Energie geladen und vital.

Ich habe meistens mit älteren Menschen zu tun. Auch da ist Flexibilität gefragt, aber auf einer ganz anderen Art und Weise. Ich muss schnell umdenken, denn ab einem gewissen Alter ist es für Menschen, die nie in ihrem Leben Bildung genossen haben, sehr schwer Lernen zu lernen. Geduld, Kreativität und vieles Ausprobieren – das ist, was mein Unterricht mir abverlangt. Dennoch stelle ich es mir nicht einfacher vor, junge Menschen zu unterrichten. Die können einen Dozenten sicher ganz anders fordern.

Dann sind Herr Rashidi und ich dran, unsere VHS vorzustellen. Wir haben den Vorteil, dass wir als Grundlage der Präsentation unseren Image-Film über die VHS Tornesch-Uetersen zeigen können, denn er wurde professionell zum Jubiläum der VHS von Journalisten gedreht und ist richtig hochwertig aufgenommen und verarbeitet worden. Unsere Kursteilnehmer sind begeistert! Sie stellten viele Fragen darüber, was wir genau machen. Sie sind sehr überrascht, dass mein Kollege bereits seit 9 Jahren Deutsch unterrichtet und viele Zuwanderer aus mehreren Klassen erfolgreich zum B1-Zertifikat geführt hat. Sie hätten ihn eher dem Kunstbereich zugeordnet. Auch über meine Tätigkeit als Dozentin für Alphabetisierung sind sie sehr erstaunt. Ich muss nun ganz wie in meiner Klasse plötzlich viele Fragen beantworten. Aber es hat Spaß gemacht, über unsere Arbeit zu berichten. Mit dem Abstand zum eigenen Klassenraum wird uns bewusst, dass unsere Arbeit geschätzt wird und wir damit wirklich etwas Gutes tun. Das fühlt sich für mich auch wirklich gut an!

Daraufhin folgen Präsentationen der Kollegen aus dem Niederlande und Ungarn. Die Präsentation des einen Kollegen aus unserem Nachbarland endet mit einem schönen Musikstück. Ich muss zugeben, dass ich nicht so ganz verstanden habe, was genau er unterrichtet, und mache mir einen Gedankennotiz, genauer nachzufragen. Aber er hat eine sehr nette Art und eine positive Ausstrahlung.

Aliz aus Ungarn erzählt uns bei ihrer Präsentation viel über die ungarischen Traditionen und Kultur. Sie unterrichtet Englisch in den Klassen 4-8.

In der kurzen Pause teilt man uns mit, dass der Stadtrundgang aufgrund des Wetters ausfallen wird. Schade, aber es ist richtig so – denn es ist draußen immer noch kalt und ungemütlich.

Nach der Pause spielen wir ein Spiel, bei dem wir uns in zwei Gruppen aufteilen müssen und Türme bauen müssen. Wir sollen den Turm so hoch machen wie wir nur können – der höhere gewinnt! Wir sollten außerdem an den Wänden des Turms schreiben, welche Eigenschaften und Fähigkeiten ein Lehrer besitzen soll. Wir haben richtig viele Ideen – man merkt, dass wir schon Erfahrung haben und uns viele Gedanken über unsere Arbeit machen.

Dann gibt die Dozentin uns die Aufgabe, über die Definition von Classroom Management nachzudenken. Was bedeutet sie für uns?

Ich denke, das ist nicht so pauschal zu definieren. Denn für jede Art einer Klasse gelten verschiedene Schwerpunkte. Also sieht Classroom Management jedesmal etwas anders aus. Oder vielleicht genau das – die Gestaltung des Unterrichts nach den Bedürfnissen der Kursteilnehmer, damit alle als Klassengemeinschaft erfolgreich sein können.

Natürlich gibt’s darüber auch eine fachliche Definition. Aber ich fand unsere Definitionen in der Klasse, und ihre Interpretationen viel passender und treffender.

Nach dieser spannenden Diskussion machen wir eine Pause und gehen im Anschluss zu der in der Nähe liegenden Universität. Ein schönes Gebäude. Wir machen Fotos und unsere Dozentin erklärt uns, dass ein Ausflug immer eine gute und kreative Lösung zum Unterrichten ist und alle enger zusammen wachsen lässt. Das stimmt – ein Ausflug macht immer Spaß.

Der Kurstag ist um 14.30 Uhr zu Ende, und wir sind hungrig. Einen Teller Pasta später sieht die Welt schon viel besser aus. Trotz des andauernden Regens fühle ich mich wohl. Mein Kollege und ich unterhalten uns während des Essens über den Kurs und unsere Eindrücke. Wir entscheiden außerdem, uns etwas Süßes zu gönnen, und holen uns noch eine Portion Churros.

Da der Regen allmählich nachlässt, spazieren wir noch durch die Stadt und begeben uns müde und satt letztendlich zum Hotel.

Third Day in Barcelona

Mittwoch, 2024

Heute will ich unbedingt rechtzeitig da sein, da mich die Verspätung von gestern richtig geärgert hat. Als Dozentin mag ich es überhaupt nicht, wenn sich meine Schüler verspäten und ich die ersten Sätze für die verspäteten Schüler nochmal erklären muss. Meine Solidarität mit Daniella hat mich dazu gebracht, auf das Frühstück zu verzichten und früher als gestern zum Seminar zu fahren.

Ohne Kaffee ist der Beginn eines Tages unmöglich. Daher kaufe ich mir einen Espresso und genieße ihn draußen bei dem immer noch sehr frischen Wetter.

Ich war heute überpünktlich und konnte in aller Ruhe in dem Unterrichtsraum ankommen.

Der Unterricht begann mit der Frage: „Was haben Sie gestern gemacht?“ Jeder Teilnehmer teilte etwas mit. Ich habe über meinen Besuch der Sagrada Familia berichtet und auch erwähnt, dass ich einige die bekannten Süßigkeiten von Spanien probiert habe.

Dann erhielten wir ein Projekt. Jeder von uns sollte mithilfe von Legosteinen und buntem Teig seine Herausforderungen und Schwierigkeiten im Unterricht darstellen, um diese für die anderen Kursteilnehmer zu veranschaulichen.

Ich habe mich entschieden darzustellen, dass die Kontakte zwischen Männern und Frauen aufgrund der kulturellen Bestimmungen und Schwierigkeiten nicht immer einfach geknüpft werden. Dies macht es oft schwer für mich, die Zusammenarbeit mit allen Teilnehmern zu gestalten und ganz besonders die Gruppenarbeit in der Klasse. Ich hatte nicht einmal Diskussionen darüber führen müssen.

Wir hatten nicht so viel Zeit um gegenseitig erraten zu können, was jeder von uns versucht hat darzustellen, deshalb haben wir einfach unser Werk und unsere Schwierigkeiten im Unterricht kurz erläutert.

Die Dozentin hat zu jedem der dargestellten Probleme eine Bespiellösung angeboten. Mir wurde vorgeschlagen, dass ich die Schüler und Schülerinnen Plätze miteinander oder nebeneinander einteile, damit sie sich daran gewöhnen gemeinsam zu sitzen und Gruppenarbeit zu machen. Eventuell werden die Männer und Frauen trotz ihren schwierigen kulturellen und religiösen Problemen miteinander Kontakt aufbauen und sich dadurch daran gewöhnen, gemeinsam weiter lernen: Weiterhin hat uns Daniela eine neue Methode zum Lehren vorgestellt:

Das Student-Centered Learning, begleitet von einem Video,damit wir das Prinzip besser verstehen. Dabei wurden vier Schlüsselprinzipien hervorgehoben:

1. Lernen ist personalisiert.

2. Lernen ist kompetenzorientiert.

3. Lernen kann jederzeit und überall stattfinden.

4. Die Verantwortung für das Lernen liegt beim Lernenden selbst.

Am besten sollte ein Dozent seine Schüler dazu motivieren, kreativ zu denken und zu lernen.

Dies habe ich anhand eines Beispiels erklärt. Ich habe zuletzt meinen Schülern gefragt, wie sie einkaufen. Ich habe ihnen erklärt, dass sie die Möglichkeit hätten, beim Einkaufen in Ruhe die Infos über die Produkte in dem Bereich „Obst und Gemüse“ zu lesen. Somit wäre das wie eine Übung für sie. Das heißt, Lernen kann sogar im Supermarkt individuell, personalisiert und im eigenen Tempo staatfinden.

Nach der Pause beschäftigten wir uns mit der Frage: Was ist ein Flipped Classroom?

Ein Flipped Classroom wird damit erklärt, dass das die Rolle von Lehrer und Schüler umgekehrt werden. Anstatt dass der Lehrer den Schülern neue Konzepte im Klassenzimmer vorstellt und Hausaufgaben gibt, erhalten die Schüler die Lerninhalte zu Hause durch Videos oder andere Materialien und vertiefen ihr Verständnis dann im Unterricht durch Diskussionen und praktische Anwendungen. Das beinhaltet auch, dass die Schüler dem Lehrer die Themen präsentieren, um ihre Kenntnisse zu zeigen und zur Kontrolle des Lernerfolgs.

Wir diskutierten, wer diesen Ansatz verwendet und warum er genutzt werden könnte. Flipped Learning wurde im Jahr 2011 von Jonathan Bergmann entwickelt. Ich persönlich weiß noch nicht recht, was ich davon halten soll. Ich denke dabei – klar ist das eine gute Möglichkeit, dem Schüler auch mal eine andere Perspektive zu zeigen. Wenn der Schüler allerdings etwas falsch verstanden und so gelernt haben sollte, in dem er keine direkten Hinweise vom Lehrer erhalten konnte, so ist es im Nachhinein schwieriger für ihn, es sich neu einzuprägen. Andererseits würde diese Methode den Teilnehmern eine neue Form von Selbstständigkeit im Lernen beibringen. Ich muss darüber nachdenken, aber eins steht fest – für meine Alphabetisierungsteilnehmer ist diese Art zu lernen nicht möglich. Für später vielleicht, wenn sie sicher mit der Sprache umgehen können.

Nach dem Unterricht beschlossen wir, etwas zu essen, nämlich Chicken Wings von KFC.

Danach verbrachte ich eine Stunde damit, zum Tibidabo zu fahren. Mit verschiedenen Verkehrsmitteln, denn es ist nicht sehr einfach, dorthin zu gelangen. Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt, die Kirche auf dem Berg zu besichtigen.

Die Kirche auf dem Tibidabo, offiziell als Templo Expiatorio del Sagrado Corazón de Jesús bekannt, ist eine beeindruckende katholische Kirche, die hoch über der Stadt Barcelona thront. Sie liegt auf dem Gipfel des Tibidabo-Berges und ist ein Wahrzeichen der Stadt, das Besucher aus aller Welt anzieht.

Die Konstruktion der Kirche begann im Jahr 1902 und dauerte mehr als 60 Jahre, bis sie vollendet war. Ihr architektonischer Stil vereint verschiedene Elemente, darunter Neo-Gotik, Moderne und Jugendstil. Das markanteste Merkmal der Kirche ist die große Christusstatue, die majestätisch über Barcelona wacht und von weither sichtbar ist.

Der Besuch der Kirche auf dem Tibidabo bietet nicht nur eine spirituelle Erfahrung, sondern auch eine atemberaubende Aussicht auf Barcelona und das Mittelmeer. Die Umgebung um die Kirche herum ist ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen, mit Freizeitangeboten wie einem Vergnügungspark, Restaurants und Wanderwegen.

Die Kirche auf dem Tibidabo ist nicht nur ein Ort der Anbetung, sondern auch ein Symbol für den Glauben, die Kultur und die Geschichte Barcelonas. Sie verkörpert die Verbindung zwischen dem Göttlichen und der menschlichen Schöpfung und bleibt ein eindrucksvolles Denkmal, das die Besucher mit seiner Schönheit und seiner spirituellen Bedeutung beeindruckt.

Last Days in Barcelona

Donnerstag und Freitag, 2.-3. Mai 2024

Am Donnerstag  lag unsere Priorität wieder einmal bei der Pünktlichkeit. Dafür ist Deutschland doch berühmt, wir wollen es den anderen Kollegen sicher nicht anders vorleben!

Tatsächlich haben wir es geschafft, vor Daniella da zu sein. Die erste Frage unserer Dozentin richtete sich wieder an unserem Wohlbefinden und unsere Freizeit am Tag davor. Wir haben festgestellt, dass trotz des nicht ganz so guten Wetters, sich in Barcelona bisher niemand gelangweilt hat. Prima!

Nachdem alle etwas erzählt hatten, ging es los zu dem Unterricht im Nationalmuseum von Barcelona.

Wir sind mit der U-Bahn gefahren und die Fahrt war sehr lustig, da wir uns schon an diesem vierten Tag gut kannten und viele Späße miteinander machen konnten.

Ziel dieses Ausflugs war die Tatsache, dass unser Unterricht dort interaktiv stattfinden sollte. Es ging dabei um die Nutzung der App Flip, mit welcher man Videos erstellen kann. Damit soll erreicht werden, den Schülern eine kreative Art des Lernens nahe zu bringen und sie dadurch mehr zu motivieren, auch eigenständig zu lernen.

Die App soll mehrfach abgesichert sein, versichert uns Daniella. Die Daten der Personen sind sicher und die Dozenten können damit verschiedene Dinge machen. Die Schüler werden als Freunde hinzugefügt und man kann sie dann in Gruppen zusammenfassen und gemeinsame Übungen, Videos oder Emojies erstellen. Jeder kann seine Videos selbst schneiden, anpassen oder ergänzen.

Damit unser Unterricht besser funktioniert, hat Daniella uns in vier Gruppen aufgeteilt.

Im Museum angekommen zeigte Daniella und das Gemälde von Joan Brull, Barcelona, 1863-1912, Öl auf Leinwand aus.

Dazu erhielt jede Gruppe zwei Blätter-mit zwei Schwerpunkten.

1. Chat Sheet

2. Answer Sheet

Die Dozentin hat uns mitgeteilt, dass es sich hier um eine Silent-Exercise handelt. Wie gut – das muss ich auch mal mit meinen Teilnehmern machen, denn oft merke ich im Unterricht, nach vielem Erklären und Diskutieren, dass die Leute etwas überdreht werden und alles auch durchaus anstrengend werden kann.

So eine Übung zwischendurch könnte dafür sorgen, dass alle etwas wieder „runter kommen“. Eine Silent-Übung bedeutete in unserem Fall, dass man eine Aufgabe zeigt, und diese dann im Chat Sheet besprochen wird, und die endgültigen Antworten dann auf dem Answer Sheet schreiben sollten.

In unserer Gruppe waren mein Kollege Herr Rashidi, Don und ich. Die gestellten Fragen bezogen sich auf das Gemälde.

Wir haben dann im Chat Sheet immer zu den Fragen etwas aufgeschrieben und dann auf dem Answer Sheet unsere Antworten vermerkt. Die Zeit war auf eine Minute begrenzt, und jede Gruppe sollte die Antwort einer anderen Gruppe auf der letzten Frage ergänzen.

Als unsere Silent-Exercise vorbei war, haben wir endlich „das Schweigen gebrochen“ und über unsere Fragen und Antworten diskutiert.

Dann kam auch schon die nächste Aufgabe für die Gruppen: wir bekamen verschiedene Wörter, die Gefühle ausdrücken, und mussten im Museum nach Bildern suchen, auf welchen man diese Gefühle wieder finden kann.

Es handelte sich dabei um Angst, Freude oder Erwartung. Jede Gruppe sollte sich für die passenden Gemälden entscheiden, ein kurzes Video drehen und es in die App hochladen.

Wir haben uns, so richtig als Team-Work, aufgeteilt: Herr Rashidi war für die Aufnahmen zuständig, ich habe mich um den Schnitt gekümmert und Don um die Beschreibung. Wir waren schnell fertig! Ich muss auch sagen, dass wir mit Don sehr gut zusammengearbeitet haben. Das hat auch viel Spaß gemacht!

Natürlich haben wir auch das Museum weiter besichtig, begleitet von unserer Dozentin, und ein Gruppenfoto mit Barcelona als Hintergrund musste auch mal sein! Mit diesem netten gemeinsamen Ausflug beenden wir den Unterricht für heute, und starten direkt in eine weitere Erkundungstour. Aber nicht, ohne zuerst etwas gegen unseren Hunger zu unternehmen, denn so viel Aktivitäten machen auch ordentlich hungrig.

Wir haben uns ein kleines Restaurant ausgesucht, das laut Google-Bewertungen die beste Margarita in Barcelona anbot. Ob es die Beste war, kann ich nicht beurteilen, aber sie hat wirklich gut geschmeckt- ich hatte sie nämlich direkt ausprobiert. Der Kollege Rashidi hat sich für einen Burger mit Pommes entschieden.

Um den Tag zu beenden, wählten wir eine Schiffstour im Mittelmeer.

Wir hatten eine schöne Schifffahrt. Mein Kollege fand sie nicht so spannend aber für mich war das wirklich schön und entspannend.

Dann kam auch schon der Freitag und wir saßen wieder im Unterricht.

Wieder einmal erzählte jeder über seine Erfahrungen und sein Befinden. Dieses Mal jedoch in einer verkürzten Version, denn Daniella wollte unseren letzten Tag so lehrreich wie möglich gestalten und hat somit das Unterrichtstempo etwas angezogen.

Es ging dieses Mal um „Artful Thinking“, bezogen auf dem gestrigen Museumsbesuch. Wir haben uns dazu folgende wichtige Aspekte angeschaut:

Fähigkeiten im 21. Jahrhundert:

1. Lernfähigkeiten:

– Kritisches Denken

– Zusammenarbeit

– Kreativität

– Kommunikation

2. Literalitätsfähigkeiten (IMT):

– Informationskompetenz

– Medienkompetenz

– Technologische Kompetenz

3. Lebenskompetenzen (FLIPS):

– Flexibilität

– Führung

– Initiative

– Produktivität

– Soziale Fähigkeiten

Und damit die Zusammenarbeit gut funktioniert, sollte man diese Komponente miteinander verbinden können.

Auch folgende Methoden für unseren Unterricht haben wir behandelt:

– Thinking-based Learning

– Kooperatives Lernen

– Problemorientiertes Lernen

– Projektbasiertes Lernen

Wir haben eine Zeit über die Möglichkeit von verschiedenen Projekten diskutiert, und uns dann im Anschluss unsere Videos von dem gestrigen Tag angesehen. Auch dieses Mal ging es um die Motivation der Teilnehmer und wie wir sie steigern können. Die Entwicklung der Technologie sollte man eher dafür nutzen, obwohl eigentlich die Teilnehmer aus meiner Sicht oft diese Technologien nicht sinnvoll nutzen. Vielleicht wissen sie es nicht besser, oder sie können sich einfach nicht vorstellen, dass man die zum Lernen nutzen kann und sehen solche Aufgaben auch als unnötige Spielereien.

Manchmal ist es schwierig, den Menschen zu erklären, dass auch dies zum Lernen gehört.

Herr Rashidi und ich haben uns viel darüber unterhalten, wie wir das bisher Gelernte im Unterricht anwenden können.

Mit Apps zu lernen kann einfach sein, wird aber von den Teilnehmern nicht als vollwertiges Lernen akzeptiert. Das ist tatsächlich ein großes Problem. Aber wenn man den Unterricht immer mehr mit Apps ausrichtet und den Menschen immer wieder erklärt, warum das vorteilhaft sein kann, kommt es vielleicht bei Ihnen auch irgendwann an.

Die Apps, die wir von Daniella kennen gelernt haben und auch die Websites, die sie uns noch gezeigt hat, ermöglichen aber wirklich viele Arten des Unterrichts. Noch schöner sind die Möglichkeiten, die man dadurch hat, um die Fortschritte des Unterrichts zu dokumentieren.

Als Abschluss unseres Unterrichts sollten wir alle mit den neuen Apps und Websites einen zehnminütigen Unterricht vorbereiten und vortragen.

Herr Rashidi und ich machten Unterricht mit Schwerpunkt auf deutsche Wortartikel. Wir bereiteten auch ein Kahoot als Übung vor, und es machte unseren Teilnehmern spaß.

Hier erfuhren wird, dass vor langer Zeit Daniella tatsächlich Deutsch lernen wollte, sich aber genau wegen der Artikel anders entschieden hat- es machte ihr total Stress, zu jedem Wort über einen Artikel nachdenken zu müssen.

Mit den Unterrichtsvorstellungen endete auch der fünfte Tag, und so ging unser Seminar zu Ende.

Wir haben unsere Zertifikate erhalten und dann ging es Richtung Strand, um Shrimps mit Pommes zu essen.

Wieder einmal war ich sehr zufrieden, an einem Seminar vom Erasmus Plus Projekt teilnehmen zu können.

Es war eine schöne Zeit mit vielen Unterschiedlichen Erfahrungen und neue Eindrücken. Ich habe tatsächlich auch viel Neues gelernt und bin für jeden Gedankenanstoß sehr dankbar.

Unser Kurs bleibt in meinen Erinnerungen als eine sehr lehrreiche Veranstaltung mit einer großartigen Atmosphäre, nette und aufgeschlossene Menschen und interessante und nützliche neue Lerninhalte.

Wir werden sicherlich die eine und die andere neue Methode ausprobieren und hoffen sehr, damit auch den unmotiviertesten Teilnehmern unserer Deutschkursen zu erreichen. Denn eigentlich macht Sprachen lernen auch Spaß- es ist nur die Überwindung zu sprechen und die Angst, neue Technologien zu nutzen.

Hoffentlich können wir den Teilnehmern diese Angst nehmen – ausprobieren werden wir das auf jeden Fall!

How Digital Tools can help running your School, Madrid

Lerntagebuch Madrid, 04.– 10. Februar 2024

Die vhs Husum schickt zwei Kugelschreiber auf Erasmus-Reise. Mit ihnen unterwegs zwei Kolleginnen, die sich eine Woche lang mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Durch Input im Kurs „How digital tools can help running your school“ wollen wir uns die Zeit nehmen, uns mit anderen zu dem Thema auszutauschen und gemeinsam überlegen, wie wir die Digitalisierung weiter voranbringen können.

Reisetag 0

Die Anreise mit Bahn und Flugzeug klappt ohne Hindernisse.

Wir landen um 18.50 Uhr in Madrid und fliegen Anfang Februar tatsächlich in die Abenddämmerung hinein. Nach den dunklen norddeutschen Wintertagen eine echte Wohltat. Für den Transfer zum Hotel nutzen wir die Metro. Schnell zeigt sich, wie riesig diese Stadt ist: Gelandet in Terminal 4 sind wir nach 2 Metro-Stationen erst bei Terminal 1-3 angelangt… Madrid hat ungefähr so viele Einwohner wie ganz Litauen, lernen wir am nächsten Tag von zwei litauischen Kursteilnehmerinnen.

Tag 1

Der „Arbeitsweg“ in dieser Woche ist kurz: Der Kursort ist nur 3 Minuten vom Hotel entfernt.

Im Raum treffen wir auf vier weitere Teilnehmende: Lehrer*innen aus Litauen, Zypern und den Niederlanden. Die 7. im Bunde ist noch mit verloren gegangenem Gepäck beschäftigt.

Die Zeit im Kurs vergeht schnell mit Vorstellungs- und Kennenlernrunden, einem Blick auf das Programm, einer Vorstellung von Sehenswürdigkeiten der Stadt und Präsentationen der Teilnehmenden und ihrer Schulen. Den Rest des Tages lassen wir uns bei Sonnenschein und angenehmen 14 Grad durch die Stadt treiben – auch das wieder ein willkommener Kontrast zum nassgrauen Wetter daheim. Der Weg führt unsere Kugelschreiber unter anderem am königlichen Palast vorbei.

Tag 2

Der Kurs ist nun vollzählig und um den kroatischen Erfahrungsschatz ergänzt. Wir bekommen einen Eindruck von der School Management Software Additio, Open EduCat und Google Workspace for Education. An keiner der hier vertretenen Schulen wäre aus Datenschutzgründen die Nutzung von Google erlaubt. Auf die Bedürfnisse einer Volkshochschule sind die Programme alle nicht ausgelegt – da sind wir mit Kufer SQL und der vhs.cloud aber auch gut aufgestellt. Wir müssen die vielen Möglichkeiten, die sowohl Kufer, wie auch die cloud bieten, nur (noch) besser nutzen. Durch eine SWOT (Stärken-Schwächen)-Analyse unserer Einrichtungen mit dem Fokus auf Digitalisierung kommen wir in den Austausch und es wird deutlich: Alle stehen an unterschiedlichen Ausgangspunkten, aber die digitale Transformation ist überall eine große Herausforderung!

Auf dem Weg zum Museo del Prado stoppen wir in einer Kirche – und siehe da: Auch hier wurde schon digitalisiert 🙂

Bei Tapas lassen wir den Tag ausklingen.

 

Tag 3

An diesem Kurstag diskutieren wir nach einem kurzen Input, wie man die in der SWOT-Analyse identifizierten Schwächen der Organisation in Stärken umwandeln kann. Die Idee dahinter: Was in einem Kontext Schwächen sind, können in einem anderen Stärken sein! Wir befassen uns auch mit unterschiedlichen Führungsstilen nach D. Goleman, die beim Change Management wichtig sind.

Schließlich lernen wir noch die digitalen Projektmanagement Tools Trello und TeamGantt kennen. In Gruppen wählen wir eins aus und beginnen, damit zu arbeiten. Dabei geraten wir so sehr in den Flow, dass wir unsere Gedanken im Anschluss in einem Café weiterspinnen 🙂

Am späten Nachmittag treffen wir uns wieder an der Schule und machen uns auf zu unserer Cultural Activity: eine geführte Tour durch Malasana, einer zentralen urigen Gegend mit vielen Geschäften im Retro-Stil, jungem Publikum, Cafés und Bars. Im Laden Popland werden wir in die 80er zurückgeworfen und im Keller einer Kneipe entdecken wir eine Beach Bar.

Tag 4

Zuerst sprachen wir über die Vor- und Nachteile von Teamwork und wie man herausfinden kann, wer für welche Rolle am besten geeignet ist. Danach haben wir SoftSkills behandelt, im Allgemeinen und welche SoftSkills für das Projekt Management essenziell sind.

Wir lernten noch weitere Präsentations- und Kommunikations-Apps kennen, hier zum Beispiel Canva und Notion, die beide sehr vielseitig sind und von uns ausprobiert werden konnten.

Kritisches Denken und Problemlösung war weitere Themen, außerdem haben wir gelernt, was Kreativitätskiller sind und unsere eigene Kreativität getestet. „Out of the Box“-Denken ist dafür unerlässlich.

Am Abend ging es für die meisten von uns noch zu einem kulturellen Moment. Eine angesagte Flamenco-Show, welche die Wurzeln dieses ausdrucksstarken Tanzes beleuchtet, stand auf dem Programm. Es war eine absolut kurzweilige, mitreißende kleine Show (es waren nur ca. 50 -60 Leute in der fast ausverkauften Show in einem kleinen Kellergewölbe). Die Emotionen der Tänzer*innen und des Sängers konnte man nicht nur sehen, sondern spüren.

 

Tag 5

Am Anfang des letzten Tages standen für uns noch Umfragen und Evaluationen auf dem Programm. Wir sprachen darüber, wie die Arbeit der Lehrer *innen in den verschiedenen Ländern evaluiert wird und welche digitalen Möglichkeiten dafür zur Verfügung stehen. Auch hier haben wir neue Sachen lernen und ausprobieren können. Es gibt in fast allen der vorgestellten Apps, unter andern Surveymonkey und Surveyplanet, vorgefertigte Fragen, die man auf die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Das erscheint für vielerlei Prozesse interessant sein zu können.

Um die eigene Institution generell zu überprüfen und herauszufinden, inwieweit Digitalisierung in der Schule schon umgesetzt wurde und / oder woran es denn krankt, bietet die EU mit ihrem Tool „SELFIE EU“ eine durchaus fein definierte Möglichkeit, eine IST-Analyse anzufertigen, bei der sowohl Management, Lehrende und auch TN (hier vor allem Schüler*innen) gefragt werden. Dies ist auch für Erwachsenenbildung anwendbar. Zur Verfügung gestellt wird das Ganze von der European Education Area: https://education.ec.europa.eu/de/selfie bzw. https://selfieptk.eu

Am Ende stellten alle Teilnehmer*innen noch die jeweiligen Ergebnisse vor, an denen sie während der Woche gearbeitet haben, und wir bekamen unsere Zertifikate ausgehändigt.

Fazit zum Kurs

Insgesamt hatten wir uns inhaltlich mehr von dem Kurs versprochen. Die Ausrichtung war eher auf Unterrichtsgestaltung als – wie der Titel erwarten ließ – auf die Digitalisierung einer Bildungseinrichtung. Nichtsdestotrotz haben wir Ideen entwickelt und mitgenommen und natürlich durch den fachlichen wie auch privaten Austausch viel von Europa gelernt und unseren Horizont erweitert. Und zu einem nicht unerheblichen Teil geht es ja bei Erasmus genau darum.

Ein abschließendes Highlight war am Samstag noch der Besuch des Museums Reina Sofia, in dem u.a. Picassos Guernica zu sehen ist. Hier steht dann auch mal das Bild und nicht der Kugelschreiber im Fokus 🙂

Vielen Dank für dieses bereichernde Erasmus+ Woche!

Digitale Transformation: Eine Woche voller Innovationen: Mein Erasmus+ Abenteuer in der Welt der neuen Technologien

Eine Woche voller Innovationen: Mein Erasmus+ Abenteuer in der Welt der neuen Technologien

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

vom 22. bis 28. Oktober 2023 fand die von mir mit Spannung erwartete Fortbildungswoche zum Thema digitale Medien im Unterricht in Puerto de la Cruz auf der Kanareninsel Teneriffa statt.

Als Anreisetag habe ich den 20.10.2023 gewählt, um mich vor allem mit dem Nordwesten der Insel vertraut zu machen. Der 5-stündige Hinflug verläuft weitgehend problemlos, ein Passagier wird nach der Landung auf dem Flughafen im Süden der Insel (TFS) wegen Rauchens in der Bordtoilette von der Guardia Civil in Gewahrsam genommen. Mit dem Bus (auf Teneriffa “Guagua” genannt) geht es weiter in den Norden. Bei der Ankunft erwarten mich mit 32° C sehr sommerliche Temperaturen und ein tolles Panorama. So sollte es auch weitergehen …

Tag 1 – Sonntag, 22.10.2023

Gemeinsam mit Lehrkräften aus Ländern wie Italien, Zypern, Ungarn, Schweden, Lettland und Estland habe ich mich für die die Weiterbildung „Making the Most of New Technologies, Apps and Social Media in the Classroom“ angemeldet. Diese Veranstaltung wird von der “Erasmus Learning Academy SL (ela)” organisiert und in den Räumen des Hotels “Marquesa” durchgeführt, wo vor mir auch schon andere nicht ganz unbekannte Persönlichkeiten untergebracht waren.

Im Verlauf des frühen Nachmittages lernt man sich beim gemeinsamen Spaziergang durch die Altstadt von Puerto de la Cruz und im Hotelbereich kennen. Das Hotel “Marquesa” mit sehr hilfsbereitem Personal ist ganz in der Nähe des Hafens gelegen – optimaler Ausgangspunkt für Aktivitäten jeder Art.

Tag 2 – Montag, 23.10.2023

Gleich zu Beginn um 09:00 Uhr morgens wird mir klar, dass allen Teilnehmern eine intensive Woche bevorsteht. Die Unterrichtssprache ist Englisch – auch Spanisch ist möglich. In 35 Wochenstunden, verteilt auf sieben Tage, wollen wir in ein breites Spektrum an Themen und Möglichkeiten eintauchen um zu erleben, wie moderne Technologien, Apps und soziale Medien sinnvoll im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden können.

 

Unser Kursleiter Aleksander Dragutinovic führt uns nach der üblichen “Course introduction” mit Kompetenz und Leidenschaft durch die Welt der digitalen Innovationen im Bildungsbereich. Von theoretischen Grundlagen bis hin zu praktischen Anwendungen wird alles geboten. Im Mittelpunkt des ersten Tages stehen virtuelle Whiteboards. Ziel der Unterrichtseinheit soll es sein, das eigene Smartphone in ein virtuelles Whiteboard umzuwandeln und dabei verschiedene Medien zu integrieren.

Tag 3 – Dienstag, 24.10.2023

Heute liegt der Unterrichtsbeginn um 14:00 Uhr, also kurz nach Mittagessen und Siesta. Die praktische Arbeit steht im Mittelpunkt und es wird besonders Wert gelegt auf innovatives und gleichzeitig motivierendes Vorgehen. Interaktive Präsentationen mit “real-time interaction” durch das Publikum sind genauso herausfordernd wie das Schaffen virtueller und vor allem auch visueller Erfahrungen für die Schüler. Das Erstellen von Social Media Grafiken, Präsentationen, Postern und Collagen in Gruppenarbeit beansprucht kooperatives Handeln genauso wie Konzentration und Kreativität.

Die Einbindung sozialer Medien wird zum Abschluss intensiv diskutiert, und ich erkenne das enorme Potenzial, das in der Nutzung dieser Plattformen für den Unterricht liegt.

 

Tag 4 – Mittwoch, 25.10.2023

Der Tag beginnt früh, sehr früh. Ich habe das Gefühl es hören dennoch alle sehr gespannt zu, als es gegen 08:00 Uhr um das Thema Einführung ins Webdesign geht. Die Gestaltung des Layouts und des gesamten Erscheinungsbildes einer Website wird genauso angesprochen wie die Erstellung eines dazugehörigen Codes. In praktischer Arbeit versuchen die Teilnehmer, ihre eigene persönliche “teaching website” herzustellen. Anschließend soll ein eigenes digitales Lernspiel für alle Altersgruppen hergestellt werden. Wir verbinden diese Aufgabe mit einem kleinen “Walk around Puerto de la Cruz”, wobei wir während des Spaziergangs ein ungeahnt großes Feld an Kreativität innerhalb der (Lern-)gruppe konstatieren.

Praktisches Handeln im Umgang mit einem “digital recap” und das Schaffen kürzerer digitaler Übungen mit Hilfe von angebotenen Websites runden die Arbeit am Vormittag ab.

Gegen 14:30 verlassen wir Puerto de la Cruz erstmals mit der Guagua und fahren in Richtung Icod de los Vinos bzw. La Orotava, zwei interessante Kleinstädte oberhalb von Puerto de la Cruz auf dem Weg zum Teide. Gemeinsam wandeln wir durch die Jardines Victoria in La Orotava und genießen den spektakulären Blick auf die Küste, wobei Aleksander auch hier als Guide fungiert. In Icod de los Vinos lassen wir uns natürlich den angeblich ältesten Drachenbaum der Welt nicht entgehen. Ob der Drago Milenario wirklich 1000 Jahre alt ist, sei dahingestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 5 – Donnerstag, 26.10.2023

Der Tag beginnt wieder sehr früh – ab 08:00 Uhr beschäftigt uns das breite Spektrum der sozialen Medien, wobei Informations- und Kommunikationsstrategien sowie neue digitale Trends im schulischen Bereich präsentiert werden. Die Frage lautet: Wie können welche soziale Medien zu einem Bestandteil von Ausbildung und Lernen werden? Leider kommt hier die praktische Arbeit, wie etwa die Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde mithilfe eines Videos etwas kurz.

Gegen 12:00 Uhr begibt sich die gesamte Gruppe zum bereitgestellten Bus mit dem Ziel “El Teide”     Über die TF5 fahren wir Richtung Osten, um dann über die TF1 in südlicher Richtung unsere Insel-Umrundung quasi fortzusetzen. Leider hat der Fahrer keinerlei Instruktionen und kann uns kaum mit Informationen versorgen. Nach fast 2 Stunden erreichen wir unser Ziel aus südwestlicher Richtung – der erste Stopp ist mehr als willkommen. Das Wetter spielt mit und wir können das Gipfelpanorama von allen Seiten intensiv genießen. Weitere Stopps geben uns die Möglichkeit viele Facetten dieser einmaligen Welt in uns aufzusaugen   

Erst gegen 19:30 Uhr sind wir wieder zurück in Puerto de la Cruz, nachdem wir vorher noch einen Zwischenstopp in Garachico eingelegt haben. Ein faszinierender kleiner Ort an der Nordküste, der Kunst und Industriekultur (Fischfang) direkt am tosenden Ozean in bemerkenswert kreativer Weise zusammengefügt hat.

Tag 6 – Freitag, 27.10.2023

Am freien Vormittag haben wir nochmals die Möglichkeit, die Stadt Puerto de la Cruz und die nähere Umgebung touristisch zu erkunden. Der “Loro Parque” hat es einigen Teilnehmern angetan – mehr als 400 Arten leben in diesem Zoo, incl. Orcas. Ich bin nicht dabei. Alternativ mache ich einen längeren Spaziergang vorbei an riesigen Bananenplantagen zur “Playa Bollullo” – wirklich spektakulär.

 

Der Nachmittag steht noch einmal im Zeichen der digitalen Welt: “Digital tools for presentations”.

Präsentationen zum Thema “How to impress and engage the audience” werden auf ihren Lerneffekt hin untersucht und die praktische Arbeit der Teilnehmer besteht darin, interaktive Bilder und “stunning presentations” mit Hilfe von digitalen Werkzeugen so zu gestalten, dass das Lernen der Schülerinnen und Schüler unterstützt bzw. erleichtert wird.

Der abschließende Austausch innerhalb der internationalen Lerngruppe bezüglich der Verwendung der Tools und Social Media macht einmal mehr deutlich, wie unterschiedlich diese eingesetzt und hinsichtlich ihres Effekts im Bildungsbereich bewertet werden.

In der gemeinsamen Abschlussrunde kommen noch einmal die guten alten Plakate zur Anwendung, mit Hilfe derer die Vielfalt an Erfahrungen von Seiten der Kollegen zu Papier gebracht und mehr als deutlich gemacht wird.

Ab 20:00 Uhr begibt sich die gesamte Gruppe ín ein typisch kanarisches Restaurant und wir lassen die gemeinsame Zeit noch einmal in Ruhe Revue passieren.

 

Tag 7 – Samstag, 28.10.2023

In kleiner Runde treffen wir uns noch einmal am frühen Vormittag, die Zeugnisse werden in einer kurzen Zeremonie ausgeteilt und es folgt ein abschließendes “Farewell”.

Die Tage sind vergangen wie im Flug, und am Ende der Woche fühle ich mich nicht nur fachlich bereichert, sondern auch motiviert, das Gelernte in meiner täglichen Arbeit an der VHS Flensburg umzusetzen und meinen eigenen Unterricht mit innovativen Ansätzen zu bereichern. Ich bin dankbar für die professionelle Organisation durch die Erasmus Learning Academy SL und insbesondere für die inspirierende Leitung durch Herrn Dragutinovic.

Vielen herzlichen Dank an alle, die mir diese unvergessliche Woche ermöglicht haben, angefangen bei Franziska Goettsche von der VHS Flensburg, die mich erst auf das Erasmus+ Programm aufmerksam gemacht hat.

Mein abschließender Dank gilt aber auch Julia Francke und Jana Behrens vom Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins in Kiel, die mich trotz einiger anfänglicher Bedenken meinerseits immer positiv begleitet und motiviert haben !

Herzliche Grüße
Jürgen Leiner
Die Projektnummer dieser Weiterbildung lautet:
2023-DE02-KA121-ADU-000-139417
Puerto de la Cruz 2023 – Mit Erasmus+ in einer anderen Welt

Making the most of new technologies, apps and social media in the classroom, Teneriffa

21.-28. Oktober 2023

von M. Stange

Anreisetag, Samstag, 21.10.2023:

Ich fahre im Morgengrauen von zu Hause aus Richtung Hamburg Flughafen. Es ist schon eine längere Reise, die man auf sich nimmt. Deswegen reise ich einen Tag vorher an, um genug Zeit zu haben mich einzurichten. Am frühen Abend erreiche ich endlich das malerische Teneriffa. Der einstündige Flug von Hamburg nach Frankfurt verlief ohne Probleme, gefolgt von einem fünfstündigen Flug bis nach Teneriffa Süd. Von dort aus erwartet mich eine zweistündige Busfahrt, die mich schließlich nach Puerto de la Cruz führt, dem Ort, an dem der Kurs „Making the most of new technologies, apps and social media in the classroom“ stattfinden soll.

Schon während der Busfahrt merke ich, wie vielfältig die Landschaften auf der Insel sind. Vom steinigen Süden bis zum üppig-grünen Norden – ein beeindruckender Kontrast, der die Schönheit dieser Insel unterstreicht. Die angenehmen 24 Grad hier auf der Insel sind eine wunderbare Abwechslung zu den herbstlichen Temperaturen, die ich zu Hause zurückgelassen habe, auch wenn der Wind heute recht stark ist. Das ist mein erstes Mal auf der Insel und ich bin begeistert.

Die Veranstaltung wird von der Erasmus Learning Academy SL (ELA) organisiert und umfasst neben dem Kurs auch die Unterbringung im historischen Hotel „Marquesa“ direkt in der Altstadt, sowie Vollpension. Also, so eine Art „Pauschalangebot“. Wie es sich später herausstellt, ELA hat kein eigenes Gebäude für Schulungen auf der Insel. Sie mieten lediglich Seminarräume im Hotel. Auch ein Büro gibt es nicht (Info von einem Kursteilnehmer, der zur auf den Unterlagen angegebenen Adresse gefahren ist). Man kann die Verantwortlichen (in unserem Fall waren es die Kursleiter) nur per E-Mail erreichen. Nun ja, die Dinge werden immer öfter online geregelt. Ich möchte mich nicht beklagen. Hauptsache, es funktioniert.

Ich bin gespannt, was mich morgen erwartet, insbesondere da ein Kennenlerntag mit einer Stadtführung angekündigt wurde. Es wird sicherlich eine Gelegenheit sein, mehr über die Umgebung und die anderen Kursteilnehmer zu erfahren.

Tag 1, Sonntag, 22.10.2023

Heute Morgen wache ich um 6 Uhr auf. In Deutschland ist es schon 7 Uhr morgens. Es ist noch dunkel und ich weiß nicht recht, was ich mit der Zeit anfangen soll. Ein Spaziergang durch die Stadt scheint mir eine gute Idee zu sein. Auf meinem Weg begegnen mir lediglich die Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr und ein paar Jogger. Vielleicht liegt es am Wetter – nach einer regnerischen Nacht ist der Atlantische Ozean stürmisch und die Wellen riesig, wirklich beeindruckend. Die roten Flaggen am Strand bedeuten, dass es verboten ist ins Wasser zu gehen. Ich wüsste auch nicht, wer es bei diesen Monsterwellen wagen würde. Hungrig und gut gelaunt gehe ich zurück zum Hotel.

Beim Frühstück entdeckte ich dann einige Teilnehmer des Erasmus-Programms. Irgendwie unterscheiden sie sich von den anderen Gästen des Hotels. Vielleicht, weil sie etwas angespannt aussehen )). Es gibt erste zögerliche Kontakte, doch ich merke schnell, dass die meisten in Gruppen angereist sind – zu zweit, zu dritt und manche sogar zu acht und möchten irgendwie unter sich bleiben. Ich bin eine der wenigen „Einzelkämpferinnen“ unter ihnen. Teilnehmer aus Deutschland sind vorerst auch keine zu sehen.

Nach dem Mittagessen findet eine Stadtführung mit einer netten jungen Frau statt. Kayla ist hier auf der Insel geboren und kennt sich gut aus. Wir besuchen die bekanntesten Orte der Stadt und lernen einiges über die Geschichte der Insel und Puerto de la Cruz. Die Straßen sind voller Menschen im Gegensatz zum ruhigen Morgen. Es hat sich also gelohnt, früh aufzustehen, um ein paar Fotos in den menschenleeren Straßen zu machen. Doch dann fängt es an zu regnen, und obwohl die Führung sehr interessant ist, kehren die Meisten zum Hotel zurück. Von den anfänglichen dreißig bleiben nur noch fünf von uns übrig. Aber wir halten es bis zum Ende durch und bereuen es nicht, da es viel persönlicher und lustiger wird.

Am Abend finden sich einige Erasmus-Teilnehmer an den Tischen vor dem Hotel zusammen. Wir spekulieren darüber, wie der morgige Tag wohl sein wird. Offenbar sind mehr als dreißig Teilnehmer angereist. Möglicherweise gibt es später mehrere Gruppen. Wir rätseln, wo und wann genau der Kurs stattfinden wird. Informationen darüber hatten wir im Vorfeld kaum erhalten, aber wir hoffen, dass wir morgen mehr erfahren werden.

Tag 2, Montag, 23.10.2023

Heute war der erste Tag der eigentlichen Fortbildung, und wie erwartet wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. In meiner Gruppe sind insgesamt 16 Teilnehmer. Unser Gruppentrainer, Alex, ist ein energischer 29-Jähriger Mann mit serbischen Wurzeln. Er spricht einwandfreies English und macht einen netten Eindruck.

In der spielerischen Kennenlernrunde erfahren wir die Namen und ein paar Einzelheiten über einander. Es stellt sich heraus, dass die größte Gruppe aus Litauen stammt, bestehend aus sechs Männern und Frauen, die in einer städtischen Bibliothek arbeiten. Des Weiteren gibt es drei Lehrer aus Schweden, sowie zwei aus der Slowakei. Neben ihnen sind auch eine Ungarin, ein Grieche und ein weiterer Deutscher Teil unserer Gruppe. Wir sind eine bunte Truppe, was eine interessante und bereichernde Lernerfahrung in den kommenden Tagen verspricht.

Dann erzählt Alex uns mehr über die Insel und die von ELA geplanten Aktivitäten. Besonders freue ich mich auf den bevorstehenden Ausflug zum Wahrzeichen von Teneriffa- Vulkan Teide.

Später am Tag arbeiten wir mit der interaktiven Plattform www.mentimeter.com , wo wir über unsere bevorzugten digitalen Unterrichtswerkzeuge diskutierten. Ich notiere mir einige Tools, die mir bisher unbekannt waren, und hoffte, dass wir später genauer darauf eingehen würden. Alex fragt uns nach unseren Erwartungen und Wünschen bezüglich des Kurses und möchte wissen, welche Themen uns am meisten interessieren. Wir sprechen auch kurz über die Herausforderungen bei der Implementierung von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) in Schulen. Es wird deutlich, dass vielen Schulen, unabhängig vom Land, die finanziellen Mittel fehlen, um die notwendige Ausstattung zu beschaffen.

Als Nächstes projiziert Alex einen QR-Code ( www.qrcode-monkey.com  ) an die Tafel, der uns auf die Website www.jamboard.google.com  führt. Dort nutzten wir die Funktionen der Seite, um kleine Präsentationen mit unseren eigenen Fotos zu gestalten. Alle stellen sich erneut vor, diesmal mit mehr persönlichen Details.

Zum Abschluss des Tages nehmen wir in vier Teams an einem Allgemeinwissensquiz teil. Alle sind mit Eifer und Begeisterung dabei und es herrscht eine entspannte Atmosphäre. Nach dem Spiel zeigt uns Alex, wie man ein solches Quiz auf www.jeopardylabs.com selbst erstellt. Mit der Premiumversion (20 Dollar einmalig) kann man die erweiterten Funktionen des Platforms nutzen, darunter z.B. die Möglichkeit, Bilder in die Quizfragen einzufügen. Ich freue mich schon darauf, das Spiel mit meinen eigenen Kursteilnehmern auszuprobieren, da es eine super Möglichkeit ist, für Abwechslung, gute Laune und viel Spaß im Unterricht zu sorgen und dabei auch noch Wissen wiederholen und festigen.

Tag 3, Dienstag, 24.10.2023

Wir werden heute weitere Online-Plattformen kennenlernen, die uns dabei helfen sollen, interaktive und ansprechende Lerninhalte zu gestalten. Wir setzen unsere spielerische Lernerfahrung fort und probierten www.baamboozle.com aus. In zwei Teams müssen wir sportlichen Aufgaben, wie Tanzen oder Laufen, bewältigen. Leider muss ich feststellen, dass dieses Tool möglicherweise nicht für meinen erwachsenen Sprachunterricht geeignet ist. Aber es wäre bestimmt sehr unterhaltsam für Kindergruppen.

Als nächstes beschäftigen wir uns mit www.wordwall.net, einer Plattform, die ich bereits aktiv im Unterricht verwende, sei es als Warm-up mit einer Frage-und-Antwort-Runde oder zur Wiederholung und Festigung von Wortschatz und Grammatik.

Eine neue Entdeckung für mich ist die Seite www.ed.ted.com, auf der wir viel Video-Content finden und sogar eigene Lernvideos erstellen können. Das Prinzip ist einfach: Wir können ein Video von YouTube nehmen und dazu passende Aufgaben erstellen, z.B. in Form von Multiple-Choice-Fragen, offenen Fragen oder sogar Diskussionen über das Thema im Video.

Eine weitere Plattform, um Videoinhalte zu gestalten, ist www.edpuzzle.com, obwohl ich zugeben muss, dass mich diese Plattform nicht so sehr angesprochen hat. Vielleicht werde ich sie später genauer anschauen und ihr eine weitere Chance geben.

Spannend finde ich www.lyricstraining.com, wo man mithilfe von Musik seine Sprachkenntnisse verbessern kann, obwohl es wahrscheinlich weniger für den Unterricht geeignet ist, sondern eher als Tipp für das Lernen zu Hause gedacht wäre.

Wir gehen auf www.padlet.com, das vielen bereits bekannt ist und sich gut für Brainstorming oder Mind-Mapping eignet. Ich fragte mich, warum ich dieses Tool bisher nicht im Unterricht genutzt habe, und beschließe, es später in meinem Kurs einzusetzen.

Als kleine Auflockerung spielen wir auf www.garticphone.com ein lustiges Spiel, eine digitale Variante von „Stille Post“. Es ist unterhaltsam, aber eher für den privaten Gebrauch gedacht.

Der heutige Tag ist vollgepackt mit einer Fülle an Ideen für den Unterricht. Ich merke, dass ich Zeit benötige, um all diese neuen Informationen zu verarbeiten. Wahrscheinlich erst zu Hause werde ich meine Notizen in Ruhe durchgehen, sortieren und darüber nachdenken, was ich davon in meinen Unterricht integrieren kann.

Tag 4, Mittwoch, 25.10.2023

Heute wird mir wieder klar, worum es vor allem bei dem Programm Erasmus+ geht. Wir lernen nicht nur von unseren Kurstrainern, sondern auch die ganze Zeit voneinander. Heute z.B. zeigt uns die Teilnehmerin aus Ungarn eine tolle Sprachenlernplattform, die sie in ihrem Unterricht nutzt: www.xeropan.com. Die Webseite, die auch als App verfügbar ist, kenne ich noch nicht, werde aber bestimmt noch näher anschauen.

Als Nächstes werden wir in vier Gruppen aufgeteilt und dazu aufgefordert, ein oder zwei im Kurs gezeigten Apps den anderen noch einmal vorzustellen. Leider scheint der eigentliche Sinn dieser Aufgabe etwas unklar zu sein, da keine wirklich neuen Tools vorgestellt werden, sondern sich alles um bereits bekannte Themen dreht. Wir haben das Gefühl, dass unser Trainer einfach versucht, die Zeit zu füllen.

Nach einer Weile wird es doch etwas spannender. In Gruppen treten wir gegeneinander zur Schnitzeljagd durch die Straßen von Puerto de la Cruz an. Mithilfe der App Actionbound kann jeder ein ähnliches Spiel erstellen. Allerdings wäre es empfehlenswert, die PC-Version zu nutzen, die auch in deutscher Sprache verfügbar ist: www.de.actionbound.com . Die Registrierung ist kostenfrei.

Am Nachmittag machen wir uns erneut auf den Weg, diesmal mit dem Bus. Unser Ziel ist La Orotava, eine der ältesten Ortschaften der kanarischen Inseln. Alex, unser Trainer, macht für uns eine Führung durch die Stadt. Wir bewundern die historischen Gebäude, die prächtigen Herrenhäuser und schlendern durch die grünen Gassen, während wir den atemberaubenden Blick auf den Atlantik genießen. Ich finde es super, dass Ausflüge ein fester Bestandteil des Kurskonzepts sind.

Tag 5, Donnerstag, 26.10.2023

Heute bekommen wir noch mehr Ideen für den Unterricht. Außer der Seite www.learningapps.org, die ich bereits kenne und nutze, finde ich die anderen vorgestellten Tools nicht unbedingt sehr gut für meinen Sprachunterricht geeignet. Aber da in unserer Gruppe nicht nur Sprachlehrer, sondern auch Lehrer für Physik, Geschichte oder Geographie vertreten sind, finden sie die vorgestellten Seiten interessant für ihren Unterricht. Ein Beispiel hierfür ist die Seite www.jetpunk.com, die eine Vielzahl geografischer, historischer und ähnlicher Quizfragen in verschiedenen Sprachen anbietet. Besonders gut ist, dass man hier ein Quiz mit eigenen Inhalten erstellen kann.

Eine etwas deprimierende Erfahrung machte ich mit der Simulation auf www.playspent.org. Die Website hat das Ziel, den Spielern, vermutlich vor allem jüngeren Menschen, aufzuzeigen, wie kleine, unerwartete Lebensereignisse einen völlig aus der Bahn werfen können und wie schnell der Weg in die Armut sein kann. Leider ist das Spiel nur auf Englisch verfügbar.

Pünktlich um 11 Uhr beenden wir die Aktivitäten, um unsere Lunchpakete abzuholen und uns auf den Weg zum Vulkan Teide zu machen. Wir fahren stundenlang um die Insel herum und quer über das Gelände, machen mehrere Stopps und haben die Möglichkeit (wenn auch bedauerlicherweise auf eigene Faust), die Umgebung zu erkunden. An dieser Stelle werde ich keine ausführlichen Beschreibungen der Insel oder Informationen zum Vulkan geben, da man im Internet bereits alles, inklusive professioneller Fotos, finden kann. Ich kann nur sagen, dass egal, was man im Internet sieht oder liest, man sich nicht vorstellen kann, wie beeindruckend der Vulkan und die umliegende Landschaft tatsächlich sind, bis man es mit eigenen Augen gesehen hat.

Tag 6, Freitag, 27.10.2023

Der Kurs startet heute wieder mit dem Austausch an Apps und Seiten für den Unterricht. Es geht los mit www.socrative.com . Socrative ist ein gut gestaltetes Tool zur Erstellung interaktiver Quizze. Besonders im Spielmodus und im Ablauf der Quizze bietet Socrative vielfältige Möglichkeiten. Allerdings ist die inhaltliche Gestaltung der Quizfragen aufgrund von nur drei verschiedenen Fragetypen etwas begrenzt. Es ist auch schade, dass die Quizze nur live und nicht für Hausaufgaben oder für das Homeschooling genutzt werden können, und dass keine Quizze von anderen Nutzern zur Verfügung stehen. Um unsere Erdkundekenntnisse auf die unterhaltsame Art zu testen gehen wir auf die Website www.seterra.com . In eine ähnliche Richtung geht auch die Seite www.geoguessr.com .

Anschließend versuchen wir, mithilfe von www.weebly.com eine eigene Webseite zu gestalten. Weebly ist ein Drag-and-Drop-Website-Builder, mit dem man ohne jegliche Programmierkenntnisse eine Website erstellen kann. Es stehen sowohl kostenlose Optionen als auch Premium-Tarife zur Verfügung. Die Idee, Weebly als kreatives Tool zu nutzen, klingt vielversprechend, vor allem als Ersatz für PowerPoint, da es sehr einfach zu bedienen ist.

Im Anschluss werden wir in Gruppen aufgeteilt und bekommen die kreative Aufgabe, witzige Plakate zu gestalten. Diese sollten zeigen, wie wir unseren Kurs wahrgenommen haben, welche Erwartungen wir hatten, welche Entdeckungen wir gemacht haben und welche Erlebnisse uns besonders geprägt haben. Die Aufgabe sorgt für viel Spaß – wir lachen und diskutieren, aber gleichzeitig sind wir etwas traurig, da uns allen bewusst wird, dass es unsere letzte Aufgabe in diesem Kurs ist. Am Abend treffen wir uns noch einmal zum Abschiedsdinner und schon am nächsten Tag starten unsere Flieger Richtung Heimat.