von Susanne Schönharting, Eszter Lovas, Imke Steffen
Malmö/Schweden, 23.-26.4.2024

Dienstag, 23.4.2024
8:45 Uhr: Unsere Reisetruppe trifft sich, aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen kommend, morgens in Flensburg und hier steigen wir bei schönem Sonnenschein und kalter, klarer Luft in den vhs-Bus.
Zehn Minuten später fahren wir schon über die erste Grenze der Reise nach Dänemark. Während der Fahrt Richtung Öresundbrücke, wo wir Dänemark wieder verlassen und am Ende Schweden betreten werden, gibt es einen von Imke Steffen vorbereiteten Einblick zum Thema „Aufenthaltstitel in Deutschland und wozu sie berechtigen“, um uns vor Augen zu führen, welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten unsere DaF-Kurs-Teilnehmenden hätten, wenn wir sie mit auf die Reise nach Malmö hätten mitnehmen wollen.
In Schweden angekommen, lassen wir Malmö zunächst links liegen und besuchen Lund, wo wir uns die Stadt, den ältesten Dom Skandinaviens und die Universität angucken möchten. In der Uni haben wir auch einen Termin mit Helena Berglund (Assistent Head of Teacher Education), die uns schon an der Straße abfängt, damit wir uns nicht verlaufen und uns dann bei der ersten „fika“ (schwed. Kaffeeimbiss) eine Präsentation zum Thema Bildungssystem in Schweden hält mit dem Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung an der Universität in Lund.


Hier bekommen wir das erste Mal einen Eindruck davon, welchen Stellenwert die Erwachsenenbildung innerhalb des schwedischen Schulsystems und in der Gesellschaft zu spielen scheint.
Spontan erzählt uns ihre Kollegin Sinikka Neuhaus, die gerade vorbeikommt, von dem besonderen Projekt „The Art of Belonging“, in dem Migrant*innen sich durch Malerei ausdrücken konnten und das am Ende mit einer Ausstellung in der Stadthalle abgeschlossen wurde. Frau Berglund führt uns anschließend über den beeindruckenden und weitläufigen Universitäts-Campus.
Dann geht es aber nach Malmö. Wir checken im Hotel ein, das sehr zentral liegt und in dem sich früher die berühmte Schokoladenfabrik Mazetti befand, bekommen jede ein komfortables Zimmer und treffen uns noch einmal zu einem gemeinsamen Abendessen in einem schwedischen Pub um die Ecke, dem Taproom Malmö, wo es 40 verschiedene Biersorten, davon die meisten selbstgebraut, gibt.
Limerick des Tages
In Lund
Es war eine Gruppe in Lund
Die machte im Dom einen Fund
Die Krypta war ziemlich warm
Im Aufzug der Uni: Alarm!
Die Kehlen vom Kaffee ganz wund
Mittwoch, 24.4.2024
Nach unserer ersten Nacht in den wunderbar bequemen Betten des The More Hotels im Zentrum Malmös, nicht weit vom Bahnhof Triangeln, genießen wir das reichhaltige und schwedisch inspirierte Frühstück im architektonisch interessanten runden Restaurant des Hotels. Es gibt, neben reichlich Müsli, Obst und Rohkost, diverse Brotsorten, Käse, Färskost, Wurst, Eier, diverse Fischsalate und natürlich Knäckebrot und kleine süße Hörnchen…und Kaffee ohne Ende…

Um 8:45 Uhr holt Henning Süssner Rubin, der Schulleiter der Kvarnby Folkhögskola, uns im Hotel ab und wir fahren gemeinsam mit unserem vhs-Bus ca. 20 Minuten durch die Stadt zur Schule. Die Schule im Kvarnbyvågen 68 liegt eher ländlich und ist umgeben von Weiden und Pferdekoppeln. Das gesamte Gebäude macht einen sehr gemütlichen und freundlichen Eindruck, ebenso die Lehrkräfte, die wir später kennenlernen dürfen.
Selbstverständlich beginnt unser Tag mit einer schönen Tasse Kaffee oder Tee, in Schweden ein Muss, auch Kekse aller Art stehen jederzeit zur Verfügung.

Henning erläutert uns ausführlich das schwedische Schulsystem: Es gibt eine Schulpflicht bis zur 9. Klasse, generell ist es aber üblich Abitur zu machen, da auch in Ausbildungsberufen der Abschluss erforderlich ist und man ohne Abitur keine Chance hat.
Volkshochschulen werden vom Staat finanziert. Wir sind sehr positiv überrascht von der vom Staat geförderten Möglichkeit des „Lebenslangen Lernens“. Sowohl berufliche Fortbildung als auch persönliche Weiterbildung, z. B. zur Persönlichkeitsentwicklung, Sprachen lernen, Malen, Töpfern PC Kurse, werden staatlich gefördert und sind in Schweden sehr akzeptiert. Jeder Einwohner hat bestimmte „Credit Points“ zur Verfügung, die er im Laufe seines Lebens verbrauchen kann, dabei handelt es sich zu 90% um einen Kredit, den aber jeder Schwede, genau wie die Steuerzahlung selbstverständlich leistet. Es erhebt sich die Frage, ob die Schweden dadurch generell besser ausgebildet sind als andere. Auch ein Zugewanderter hat nach 2 Jahren Aufenthalt Anrecht auf die Credit Points, was die Einwanderung natürlich attraktiv macht.
Inspirierender Besuch eines Akademikerkurses (Svenska für Akademiker)
Henning erwähnt insbesondere die Intensiv-Schwedischkurse für Akademiker*innen (die für uns als Dozentinnen vornehmlich in Berufssprachkursen B1/B2 besonders interessant sind). Bei solch einem Unterricht dürfen wir drei vom Team Integration später hospitieren; ein beeindruckendes Erlebnis.
Oscar, der Schwedisch-Dozent, ist unglaublich freundlich und zugewandt und begrüßt uns drei gerne in seinem Unterricht, ebenso freuen sich die Teilnehmer*innen über den Besuch aus Deutschland. Wir sind mit Dänisch, Norwegisch und Schwedisch ganz gut gewappnet und verstehen fast alles. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wird schnell klar, dass sich hier, genau wie in unseren Kursen an der vhs Husum, verschiedenste Nationen zusammenfinden. Die Teilnehmer*innen haben bereits alle akademische Abschlüsse, zum Teil anerkannt, und sind sehr motiviert und zuversichtlich, in Schweden entsprechende Beschäftigungen zu finden. Die Unterrichtsatmosphäre ist sehr locker, heiter und entspannt, ohne Stress oder Druck.
Heute sind transitive und intransitive Verben Unterrichtsthema, genau wie im Deutschen gibt es im Schwedischen die Verben liegen, stellen, sitzen (stâ, ligga, sitta) intransitiv und transitiv (ställa, lägga, sätta), z. B. „Jag ställer bilen i garaget – bilen står i garaget.“ (Ich stelle das Auto in die Garage – Das Auto steht in der Garage)
Die TN füllen vorbereitete Arbeitsblätter aus, arbeiten selbstständig und diskutieren ihre Ergebnisse zu zweit oder in kleinen Gruppen. Oscar steht für Fragen zur Verfügung und geht auf jeden einzelnen ein. Offenbar sind die TN höchstmotiviert, die Grammatik richtig anzuwenden, ein gutes Beispiel für selbstverantwortliches Lernen, das uns auch in anderen Kursen noch begegnen wird. In der Pause bietet einer der Teilnehmer, Mustafa aus Syrien, eine Art Puddingkuchen mit Rosenwasser für alle an, da er heute exakt zwei Jahre in Schweden ist, sein zweiter Geburtstag, wie er betont. Wir verspeisen ihn ganz unkompliziert mit Löffeln direkt aus der Form…

Danach leitet Oscar zur aktuellen Kurslektüre von Selma Lagerlöff über, Kejsarn av Portugallien, indem er Idiome der bearbeiteten Verben erklärt und in Bezug zur Lektüre setzt, von der die TN sehr angetan sind. Leider ist der Unterricht hier beendet und das Thema wird nur angerissen. Erstaunlicherweise gibt es außer der Lektüre kein Lehrwerk. Oscar hat offenbar viel improvisiert und war sehr offen für die Anliegen der TN, hat seinen roten Faden dennoch nicht verloren.
Nach einem köstlichen vegetarischen Mittagessen in der Kantine der Schule, die als inklusives Projekt betrieben wird, haben wir nochmal kurz die Gelegenheit zum Austausch mit den schwedischen Kolleg*innen, natürlich dürfen Kaffee und Kekse nicht fehlen…
Wir erfahren, dass es in der Schule einen Kurs für Akademiker und drei für Nichtakademiker gibt. Die SFI (Svenska för Invandrare) A2 – B1 Kurse bewegen sich ungefähr auf dem Niveau der 6. Klasse im Gymnasium; der Akademikerkurs, den wir gerade besucht haben, ähnelt den Berufssprachkursen mit dem Zielniveau B2 bei uns.
Neuankömmlinge werden von der Kommune eingestuft und unterschreiben eine Eingliederungsvereinbarung. Auf die Frage nach dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht wird uns mitgeteilt, dass die Digitalisierung eher rückläufig sei.
Prüfungen nehmen die Dozenten selbst ab, da sie den Wissensstand der TN kennen und die Leistung so besser einschätzen können.
Eine Besonderheit der Kvarnby Folkhögskola ist, dass auf dem Gelände Bienenzucht betrieben wird, ein Glas Honig dürfen wir mitnehmen.
Am Nachmittag gibt uns Henning, der selbst Historiker ist, eine 1a-Stadtführung durch Malmö. Die Stadt zeigt sich bei strahlendblauem Himmel und Sonne von ihrer besten Seite. Wir erfahren, dass es in Malmö eine Neustadt und eine Altstadt gibt, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Auf der Davidshallbrücke sind Schuhe berühmter schwedischer Künstler aus Bronze nachgebildet, sie führt uns in den alten Teil der Stadt. Wir besuchen den Stortorget, den größten Platz in Malmö, mit dem beeindruckenden historischen Rathaus im Renaissancestil, dem Reiterstandbild des Königs Karl X. Gustavs und der ältesten Apotheke Malmös, die immer noch betrieben wird.

Ganz in der Nähe befindet sich Lilla Torg, ein romantischer kleiner Marktplatz, mit vielen kleinen Cafés und Geschäften drumherum, wo historische Umgebung und moderner Lebensstil aufeinandertreffen. Auf dem König Gustav IV. Adolfs Torg, dem zweitgrößten Platz in Malmö, bewundern wir den Springbrunnen Öresund mit zwei lebensgroßen Bronzefiguren des Künstlers Gerhard Henning von 1934. Danach schlendern wir zum Schlosspark, das aus roten Backsteinen erbaute Malmöhus Slott erinnert eher an eine Festung, denn an ein Schloss… In der Nähe der Schlossmühle, einer bis 1945 betriebenen Windmühle, treffen wir zufällig die Tochter einer Kollegin, die in Malmö lebt und begeben uns zur gemeinsamen „Fika“ (Kaffeezeit) ins Schlosscafé, das inmitten herrlich angelegter und blühender Blumenbeete liegt.
Am Abend steht der Besuch des Folkets Park an, der diverse Spielmöglichkeiten für Kinder, aber auch Unterhaltung für Erwachsene bietet (Theater, Konzerte, Kunstaustellungen, Restaurants). Wir möchten in einem dieser originellen Biergärten „Far i Hatten“ Pizza essen, leider ist es einigen von uns abends doch ein bisschen frisch…
Limericks des Tages
Oscar
Es war ein Mann aus Schweden
Der konnt‘ gut Schwedisch reden
Englisch, Dänisch, Deutsch konnt‘ er auch
Da war er sicher im Gebrauch
Mit dem Talent begeistert‘ er jeden.
Henning
In Schweden gibt es einen Mann,
der ist beinah zwei Meter lang
man kann ihn alles fragen
er hat so viel zu sagen
er zog uns sehr in seinen Bann.
Donnerstag, 25.4.2024
8:30 Uhr: Wir treffen Henning im Foyer des Hotels und fahren zusammen zum ABA-Haus der Kvarnby Folkhögskola (Schelegatan 7, 212 28 Malmö), in dem die SFI stattfinden. Bis zur ersten Pause erläutert Henning die für uns besonders interessanten Bestandteile der Erwachsenenbildung und ihre politische sowie finanzielle Einbettung in das schwedische Bildungssystem. Wir erfahren, was ,Komvux‘, ,ABF‘ und ,FHS‘ verbindet und unterscheidet. (Am Freitag steht ein Besuch bei Komvux in Malmö an.) In Schweden gibt es eine kreditbasierte Studienförderung, die für alle möglich ist, um eine weiterführende berufliche Bildung zu erhalten – unabhängig vom Einkommen (auch vom Einkommen der Eltern).
Um 10:00 Uhr beginnt die erste Pause in den Schwedischkursen, wir lernen drei Lehrer*innen kennen und teilen uns in drei Zweiergruppen ein, um drei Kurse (circa Niveau A1.1, A2 und B1) zu besuchen. Im Unterricht kommen wir mit unseren Deutsch-, Schwedisch,- Dänisch- und Norwegischkenntnissen erstaunlich gut klar. Wir werden herzlich empfangen und tlw. ins Unterrichtsgeschehen eingebunden. Anschließend setzen wir uns wieder im Aufenthaltsraum zusammen und besprechen kurz unsere Beobachtungen. Wir stellen Henning Fragen insbesondere zu Lehrerfortbildung und kollegialen Unterrichtsbesuchen.
Nach der Mittagspause (die Lehrer haben eine interne Besprechung mit einem gründlich vorbereiteten Impulsvortrag mit anschließender Diskussion, welche Relevanz das vorgetragene Thema für ihren eigenen Unterricht hat) beantworten uns Henning und zwei Lehrer unsere Fragen gerne und ausführlich. Hauptsächlich kreisen die Fragen um Konfliktmanagement im Unterricht, Prüfungsorganisation, Voraussetzungen einer Beschäftigung als Lehrer in Schwedischkursen, Vertragskonditionen (Zahl der Wochenunterrichtsstunden, Gehalt im Vergleich zu dem von Lehrern an staatlichen Schulen, Urlaubsregelung). Danach freies Programm (Stadtbummel, Kaltbadehaus, Hafen).

Limerick des Tages
Kneippen im Kaltbadehaus
In Schweden gab es mal einen Klaus,
der ging so gerne ins Kaltbadehaus.
Die Sauna dort gefiel ihm sehr,
danach sprang er mit Schwung ins Meer,
Kam neugebor´n heraus
Freitag, 26.4.2024
An unserem letzten Tag haben wir die Möglichkeit, eine KomVux Schule zu besuchen und dort einen Rundgang zu machen. Schon an unserem Anreisetag war der Begriff KomVux gefallen, weil die Bildung in solch einer Schule in jeder Kommune existieren muss und fest zum Schulsystem in Schweden dazugehört. Jetzt haben wir die Möglichkeit, eine KomVux Schule von innen zu besichtigen und Werkstätten, Lernwerkstätten und die Bibliothek anzusehen.

Mittags haben wir einen Termin in der ABF und hier finden wir eine
Bildungseinrichtung, die wahrscheinlich am ehesten mit unserer deutschen vhs zu vergleichen ist. Es gibt Sprachkurse für Migrant*innen genauso wie freie Kurse mit kultureller, politischer oder sportlicher Thematik, Angebote für Senior*innen aber auch für Kinder. Demokratieförderung und das Angebot, ein Treffpunkt für Menschen aller Art zu sein, steht hier im Vordergrund. Anders als in der Folkhögskola und im KomVux geht es bei ABF nicht um schulische Abschlüsse.
Die ABF hat einen klaren politischen Hintergrund und kommt aus der Arbeiterbewegung. Eindrucksvoll ist das zu erkennen an den riesigen Wandgemälden, die im Flur und im großen Versammlungsraum noch im Original aus den 1920er Jahren zu sehen sind.

Limerick des Tages
Ausklang
Es war eine Gruppe in Schweden,
die hatte genug vom Reden
Nach Hause ging es recht leise,
denn eindrucksvoll war die Reise
an Tagen mochten wir jeden
Fazit
Der Unterricht für Migranten in Schweden unterscheidet sich nicht sehr von dem an unserer Schule. Das von uns erwartete digitale Feuerwerk blieb aus, im Gegenteil, in der Kvarnby Folkhögskola war nicht einmal die Tafel digital oder das Lehrwerk. Bei der ABF gab es offene Ablagefächer für allerlei Unterlagen. Beneidenswert war die Möglichkeit, die Progression im Unterricht den anwesenden TN anzupassen, es wurde nicht durch den Stoff gehetzt und es war Zeit, eine Lektüre in den Unterricht einfließen zu lassen.

Auch die Tatsache, dass Prüfungen die Dozenten selbst abnehmen, da sie den Wissensstand der TN kennen und die Leistung so besser einschätzen können, hat uns erstaunt. Folgerichtig taucht die Frage auf, ob das Lernen für Schwedischlerner*innen messbar erfolgreicher und nachhaltiger ist und wenn das so ist, ob die „Erlernbarkeit“ von Schwedisch und Deutsch im Erwachsenenalter überhaupt vergleichbar ist. Die Dozenten gehören im Bereich SFI fest zum
Personal, sind keine freiberuflichen Dozenten wie bei uns hauptsächlich, sondern haben einen festen Arbeitsplatz an der Schule und haben regelmäßigen und organisierten Austausch untereinander. Sie wirken entspannt und motiviert (was sich auch auf die Teilnehmenden und das soziale Miteinander im Kollegium überträgt), engagieren sich bei der monatlichen hausinternen Fortbildungsreihe, bei der ein*e Pädagog*in ein Thema (z.B. zur Didaktik, Methodik, Geschichte der Pädagogik, Konfliktmanagement) präsentiert. Im Anschluss diskutieren alle über eine mögliche Adaptation/Implementierung des Präsentierten für den eigenen Unterricht. Gegenseitige Hospitationen werden vom Schulleiter zwar angeboten und nahegelegt, in der Praxis finden sie aber so gut wie nicht statt. Wir führten es auf den freien unterrichtsgestalterischen Raum zurück. Ein Curriculum wie für die IK / BSK in Deutschland gibt es in der Form nicht, Grobziele werden natürlich definiert, aber ohne eine bei uns übliche starke Anlehnung an den GER. Die Haltung der Einrichtungen den TN und Dozenten gegenüber ist sehr fürsorglich, dazu gehört vor allem die Versorgung mit Kaffee, Keksen und Essen, sowie die Frage nach dem persönlichen Wohlbefinden. (Faszinierend: die Anzahl an Mikrowellengeräten zum Aufwärmen von mitgebrachten Speisen für die Kursleiter*innen.)

Die offene und freundliche Gestaltung der Räume ist lernfördernd. Ebenso stehen gemütliche Aufenthaltsräume, teilweise ausgestattet mit Kopierern, Druckern etc. allen zur Verfügung. Bei KomVux haben uns die Lern- und Gesprächsinseln mit Schallschutzmöbeln sehr beeindruckt: Das Team Grundbildung möchte das Lernsetting für das Projekt LernTreff ähnlich gestalten.
In Schweden gibt es eine andere Akzeptanz und Sensibilisierung für das Thema Lebenslanges Lernen, persönliche Fortbildung, Weiterbildung. Dafür Kredite aufzunehmen ist allgemein akzeptiert und wird wie eine zusätzliche Steuerzahlung angesehen.
Institute der schwedischen Erwachsenenbildung und Politik sind im Gegensatz zu den deutschen Volkshochschulen, die sich als politisch neutral verstehen, vielfach verzahnt.
Zum Hintergrund unserer Wahl auf die Folkhögskola in Malmö sei hier noch ein interessanter Zeitungsartikel erwähnt, in dem die engere Verbindung unserer Schulen deutlich wird.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1158801.bildungspolitik-in-schweden-politisch-umkaempftesfeld.html

Farberklärung an Malmö
Malmö,
Du Schöne!
Von Meer umgeben,
Dein Licht so klar,
Himmelblau!
Vielen Dank für die Ermöglichung dieser interessanten Erasmus+ Mobilität und die freundliche Aufnahme in Schweden!
Tack så mycket!





































































Um 8:03 Uhr setzt sich der Zug von Kiel nach Schleswig in Bewegung. Die Kieler Gruppe: Doris, Floriona, Patrick und Martina (v.l.n.r.) ist gutgelaunt an Bord.
Und es gibt bereits eine erste Lektion in digitaler Kompetenz: Floriona erklärt ihrer Lehrerin Doris, wie Instagram funktioniert. Um kurz vor 9 Uhr kommen wir in Schleswig an, wo uns die Husumer Gruppe schon am Bahnhof erwartet. Eine kurze Begrüßung zwischen den Husumern und den Kieler*innen, dann schnell im Bahnhofskiosk mit Proviant eingedeckt und los geht es im blauen Bulli der vhs Husum Richtung Norden. 

Um 13.15 Uhr sind wir dann bereits im Hotel im Malmö angekommen und beziehen unsere schönen Hotelzimmer. Um 14 Uhr treffen wir uns bereits wieder in der Hotellobby und starten einen Stadtrundgang mit dem Schulleiter Henning Süssner Rubin als Stadtführer. Praktischerweise ist Henning in Deutschland geboren, so dass es mit der Verständigung ganz einfach ist. Henning nimmt sich den ganzen Nachmittag für uns Zeit, um uns die schönsten Stellen der Malmöer Altstadt zu zeigen.
Malmö ist viel größer als Husum und sogar größer als Kiel. Es ist die drittgrößte Stadt Schwedens und war früher sogar für 8 Monate Hauptstadt! Die Sonne strahlt vom blauen Himmel als wir die Altstadt erkunden.
Wir sehen, wo früher die Stadtmauer stand und bewundern das schöne alte Rathaus (Bild oben), besuchen die wunderschöne St. Petri Kirche (unten) und essen Hamburger von einem echten schwedischen Burgerladen auf den Stufen eines Denkmals von einem der vielen schwedischen Könige, die alle Carl hießen.
Nach 3 Stunden Stadtrundgang bringt uns Henning zum Hotel zurück und nach einer kleinen Pause starten wir ins Abendprogramm und suchen uns ein Restaurant. Manche essen eine „Planka“, ein typisch schwedisches Gericht mit Kartoffelbrei. Gestärkt vom Essen besprechen wir, was wir alles erlebt haben.
Der letzte Programmpunkt des Tages, ist das Tagebuchschreiben. Was hat uns heute am besten gefallen?
Auf dem Rückweg plündern wir noch die Naschibar eines Supermarktes. Das gibt es so in Deutschland nicht! Dank der Rechen-App von Patrick wissen wir, dass wir jeden Preis ungefähr durch 10 teilen müssen, um Schwedische Kronen in Euro umzurechnen. Und die Naschibar taucht dann auch später unter anderem in der Whatsapp-Story einer der Kursteilnehmenden auf…
Um 21:30 Uhr geht ein wundervoller erster Tag zu Ende. Godnatt, Malmö!
Der Stadtteil Rosengård sieht aus wie der Kieler Stadtteil Mettenhof. Hier wohnen sehr viele Menschen, die aus einem anderen Land nach Schweden gekommen sind, z.B, auf der Flucht vor Krieg.
Nach diesem kleinen Abstecher geht es endlich in die Kvarnby Folkhögskola. „Kvarnby“ bedeutet „Mühlendorf“. Wir bekommen eine Führung und erfahren bei einem Kaffee alles, was es über die Folkhögskola zu wissen gibt und wie sie organisiert ist.
Anders als in Deutschland gehört die Folkhögskola nicht zur Stadtverwaltung wie in Kiel und ist auch kein eingetragener Verein wie in Husum, sondern sie ist als eine Kooperative zwischen 180 Eignern organisiert. Davon sind 40 Vereine und Institutionen.
Alle Kurse sind kostenlos und werden vom schwedischen Staat finanziert! In Malmö gibt es sieben verschiedene Volkshochschulen! Das liegt daran, dass jede Schule ihr eigenes Profil hat, also eine Auswahl an Bildungsbereichen und Themen, die man dort lernen kann. In Kvarnby gibt es die Bildungsbereiche: Schwedisch, Schulabschluss, die ästhetische Linie für Comiczeichner*innen und Autor*innen und eine politische Linie. Die Schule hat drei Standorte. Wir sind jetzt in einem, der etwas außerhalb von Malmö liegt und einen wunderschönen Garten hat, in dem es sogar Bienenstöcke gibt. Im Schulgebäude gibt es viele schöne Ecken und Nischen zum Lesen und Lernen.
Außerdem hat der Bildungsbereich für Schriftstellerei ein eigenes kleines Literaturhaus. Aus dem Kurs sind schon einige berühmte Schriftsteller*innen hervorgegangen, z.B. Jonas Hassen Khemiri, der schon viele Preise gewonnen hat, und dessen Werke auch ins Deutsche übersetzt wurden und sehr erfolgreich sind. In der Schule gibt es ein Café, das Café „Plugghästen“, in dem Menschen mit Behinderungen ihren Arbeitsplatz haben, ähnlich wie auf einem Außenarbeitsplatz einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Wie das genau organisiert ist, werden wir noch am Donnerstag erfahren.
Wir bekommen auch gleich eine typisch schwedische Kostprobe aus dem Café: Frischgebackenes Knäckebrot – sehr lecker! Wir lernen das Café-Team kennen, das bereits unser Mittagsessen vorbereitet, und erfahren, welche Aufgaben zur Arbeit im Café gehören: das Kochen, die Arbeit an der Kasse und mit den Kunden sowie der Abwasch.
Das Mittagessen, das wir später serviert bekommen, war sehr lecker und gesund, wie auch später auf Whatsapp zu lesen ist 🙂 Und dann nimmt sich Henning die Zeit, um alle unsere Fragen zu beantworten, die wir gestern auf der Hinfahrt gesammelt haben: Frage: Was darf der König? Antwort: Wie in Deutschland ist Schweden eine Demokratie, das heißt, eine vom Volk gewählte Regierung trifft die wichtigen Entscheidungen. Die Gesetze erlässt der Reichstag. Der König ist zwar laut Verfassung das Staatsoberhaupt, aber er nimmt eher feierliche Aufgaben wahr, etwas vergleichbar mit dem Bundespräsidenten in Deutschland. Außerdem ist er „immun“, das bedeutet z.B. wenn er zu schnell Auto fährt, verliert er nicht seinen Führerschein. Nach Carl Gustaf wird seine Tochter Viktoria die nächste Königin. Frage: Gibt es in Schweden auch Bundesländer? Antwort: In Schweden gibt es keine Bundesländer, sondern Schweden ist zentral regiert. Aber es gibt Regionen und Kommunen, die den deutschen Kreisen und Städten entsprechen. „Skåne“ ist der Regierungsbezirk, in dem Malmö liegt. Frage: Was ist „typisch schwedisch“? Antwort: In Schweden sind alle sehr höflich und legen darauf auch großen Wert. Zum Beispiel bedankt man sich ständig für alles Mögliche. Und man gibt in einer Gruppe von Menschen zur Begrüßung immer allen einzeln die Hand. Außerdem ist es typisch schwedisch, dass sich alle mit Du und mit Vornamen ansprechen. Frage: Wie Fußball-begeistert ist Schweden? Antwort: Sehr! Die Stadien sind oft voll – allerdings auch, weil sie so klein sind. 22 500 Menschen passen in das Stadion von Malmö, dessen Mannschaft in der 1. Liga spielt. Frage: Wie ist das mit dem Alkohol in Schweden? Antwort: Der Alkohol ist sehr teuer. Jedes Getränk mit über 3,5, Prozent Alkoholgehalt wird in besonderen Geschäften, die „Systembolaget“ heißen, verkauft und nicht im Supermarkt. Hier darf man Bier in einem Restaurant erst trinken, wenn man 18 Jahre alt ist, aber um Alkohol in einem Systembolaget kaufen zu dürfen, muss man 20 Jahre alt sein. Jugendliche dürfen also eigentlich keinen Alkohol trinken, aber es gibt Erwachsene, die Jugendlichen Alkohol kaufen, die sich dann betrinken. In Schweden trinkt man mehr Schnaps als Deutschland, wo man eher Bier trinkt. Die strengen Regeln gibt es, weil früher die Menschen im Alltag oft betrunken waren.
Um 13:30 Uhr geht es los zu einem anderen Standort von Kvarnby, wo wir bereits von der Lehrerin Agnes zum Schwedisch-Unterricht erwartet werden. Da Agnes kein Deutsch spricht, geht es gleich los auf Schwedisch. Das klappt besser als gedacht. Wir bekommen von Agnes oft ein „mycket bra!“ zu hören – und was sich für uns immer anhört wie das deutsche Wort „Mücke“ bedeutet auf Schwedisch „Sehr gut!“, wie wir schnell verstehen.
Wir lernen, dass das O im Schwedischen aussieht wie ein A mit einem Kringel: Å. Und das U wird wie ein Ü ausgesprochen. Es dauert eine Stunde und wir alle können uns mit Namen vorstellen, sagen, wo wir wohnen und welche Farbe unsere Kleidung hat. Außerdem heißt in Schweden das Bier „Öl“…. Es entstehen die ersten kleinen Unterhaltungen. Toll! Dann werden wir eingeladen zu einer typisch schwedischen „Fika“, einer schwedischen Kaffeepause mit den typischen Zimtschnecken.
Und plötzlich kommt Henning mit tollen Kvarnby-Fleecejacken um die Ecke, die wir geschenkt bekommen. Und wir sagen: Tack så mycket! Zurück mit dem Bulli Richtung Hotel, probieren wir aus, ob der Bulli ins Parkhaus passt: Er passt! Als nächster Punkt auf unserem Programm steht: Shopping! Gemeinsam mit Henning spazieren („promenerar“) wir ins Einkaufszentrum „Triangel“ und teilen uns auf, um shoppen zu gehen. Dabei machen wir die Erfahrung, dass in manchen Geschäften kein schwedisches Bargeld angenommen wird, weil alle nur mit Bank-Karte bezahlen!
Mit unseren Einkaufstüten ziehen wir weiter in ein Restaurant, denn mittlerweile ist Abendbrotzeit. Wir kehren ein im „Ölkaffeet“ und wir wissen nun dank Agnes, dass das „Bier-Café“ bedeutet und die Stammkneipe des hiesigen Fußballvereins ist – mit Fernsehern, wohin man auch blickt. Für unsere fußballbegeisterte Gruppe genau das Richtige! Der Abend klingt aus wieder mit den typischen „Planka“ (lecker!), schwedischem Bier (nicht so lecker) und sehr schönen Gesprächen mit Henning, Agnes und der Tochter einer Kollegin aus Husum, die in Malmö lebt, sowie ihren Freunden, so dass wir eine lustige Truppe von 13 Personen waren. Wir haben heute so viel über Schweden erfahren, dass der Kopf schwirrt, als wir um 24 Uhr wieder im Hotel sind. Ein toller Tag! Tack så mycket, lieber Henning und liebe Agnes und das ganze Küchenteam von Kvarnby!
Ein neuer sonniger Tag startet wieder mit einem leckeren Frühstück am Hotelbuffet. Weil der Tag gestern voller Termine war und wir es nicht geschafft haben, treffen wir uns heute um 9.00 Uhr in der Hotellobby, um Tagebuch für den gestrigen Tag zu schreiben. Was war gestern besonders toll?
Danach holt uns wieder Henning ab und wir spazieren zum Schlosspark. Dort ist es sehr schön mit Gänsefamilie, viel Wasser, grünen Wiesen, einer Windmühle und schönen Blumen.
Wir legen einen Zwischenstopp in der Stadtbücherei ein, die in Schweden für alle Menschen kostenlos ist. Anders als in Deutschland, wo man eine Jahresgebühr bezahlen muss, um Bücher und andere Medien ausleihen zu können – was Henning uns erst gar nicht glauben will! Es gibt sehr viele Bücher in „Lättläst“ (siehe Bild links), das schwedische Wort für Leichte bzw. Einfache Sprache.
Danach besuchen wir das Technische Museum. Das ist ein toller Ort, wo es viel zum Anschauen und zum selbst ausprobieren gibt. Wir bestaunen alte Fahrräder, Flugzeuge und Autos.
Eine Etage höher können wir sehr viele Experimente selber machen. Zum Beispiel gibt es eine Wärmebildkamera (links), auf der wir klar sehen können, wer von uns eine kalte Nase hat, die ist dann nämlich dunkel!
Außerdem gibt es eine Umfrage, mit vielen Fragen zu einer nachhaltigen Zukunft. Henning übersetzt uns, so dass wir mitmachen können und wieder etwas Neues über die schwedische Kultur und den Umweltschutz lernen. Zum Beispiel, dass es vielen Schweden bei Ihrer Art zu wohnen am wichtigsten ist, in der Nähe ihrer Familie zu wohnen. Das ist ihnen wichtiger, als in einer großen oder modernen Wohnung zu wohnen. Wir überlegen, ob das vielleicht daran liegen könnte, dass Schweden ein so großes Land ist mit weiten Entfernungen.
Wir sind alle total begeistert und danach sehr hungrig! Also zurück in den Schlosspark, wo es in einem Biergarten endlich das klassische schwedisch Essen gibt: Köttbullar! Wir nutzen die Gelegenheit, um Postkarten zu schreiben.
Gestärkt machen wir uns danach zu Fuß auf den Weg zum Strand, wo es ein wunderschönes Meerwasserbad mit Sauna gibt, das über einen Steg erreichbar ist. Von dort aus sehen wir auch den „Turning Torso“, mit 190 Metern Höhe der höchste Wolkenkratzer Schwedens und ein modernes Wahrzeichen von Malmö.
Da wir gerade mal 12 Grad haben, traut sich niemand von uns ins Wasser, aber wie gut, dass die Husumer extra ihren Fußball mitgebracht haben, so dass wir einen entspannten Nachmittag am Strand mit einem Freundschaftsspiel Husum-Kiel im Dünensand erleben.
Ein sehr entspannter Nachmittag geht zu Ende und wir fahren mit den Öffentlichen Verkehrs-mitteln zurück in die Innenstadt. An der Bushaltestelle hören wir plötzlich eine Stimme, die ansagt, wann welcher Bus als nächstes fährt. Eine Schwedin zeigt uns einen Knopf an der Haltestelle auf dem „Info“ steht. Wenn man darauf drückt, werden die aktuellen Abfahrtzeiten genannt. Das finden wir toll! Zum Beispiel für Menschen, denen das Lesen schwer fällt oder die nicht gut sehen können.
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel treffen wir uns wieder und gehen zum Abendessen in eine Pizzeria. Eine von uns traut sich an exotische Pizza mit Curry und Banane – und die ist wohl super lecker, wie auch später auf Whatsapp zu lesen ist… Es ist ein toller Abend, an dem wir viel quatschen und sogar Geheimnisse miteinander austauschen (welche, werden natürlich nicht verraten). Und man merkt: Husumer und Kieler*innen sind zu einer echten Gruppe zusammengewachsen. Alle würden gerne noch länger bleiben, doch gleichzeitig freuen wir uns auch alle wieder auf zu Hause. Ein weiterer toller Tag geht zu Ende.
Heute steht ein ganz besonderer Programmpunkt an, den man als normale Tourist*innen nicht erleben kann: Die Stadtverwaltung von Malmö öffnet uns die Türen und wir bekommen einen exklusiven Einblick in das schwedische Sozial- und Bildungssystem. Wir werden schon von Lisa und Lena erwartet, die uns ganz „typisch schwedisch“ zur Begrüßung allen die Hand reichen und uns sofort duzen. Die beiden arbeiten in dem Bereich, der Menschen mit einer Behinderung dabei unterstützt, eine passende Arbeitsstelle zu finden. Das System ist anders organisiert als in Deutschland: In Schweden gibt es keine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM), aber man hat ein Recht auf „Tägliche Aktivitäten“. Tägliche Aktivitäten kommen in Frage, wenn man keinen Job findet auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und keine Ausbildung machen kann. Sie sind keine Pflicht, sondern ein Recht. Man macht die Tätigkeit freiwillig, um eine sinnvolle Beschäftigung zu haben. Man bekommt auch keinen Lohn, sondern man bekommt sein Geld von der staatlichen Krankenkasse. Je nachdem, was man sich als Beschäftigung wünscht, kann man verschiedene Sachen ausprobieren und darf sich dann entscheiden. Aber auch hier ist das Ziel, aus der Aktivität herauszukommen und lieber einen richtigen Job zu finden, weil man dann auch mehr Geld verdient. So ist es auch in Deutschland. Im Malmö gibt es 75 verschiedene Arbeitsbereiche, an denen 900 Menschen tätig sind. Das war wirklich interessant! Und nun heißt es Abschied nehmen von Henning und von Malmö. „Hejdå, Henning!”
Wir fahren mit dem Auto nach Lund, einer schönen schwedischen Stadt, etwa eine halbe Autostunde von Malmö entfernt. Dort besichtigen wir den berühmten Dom und besuchen die Markthalle. Leider ist das Wetter heute so kalt und windig, dass wir uns nach einem Mittagessen schnell wieder auf dem Weg zum Auto machen und unsere Heimreise antreten. Wir nutzen die gemeinsame Zeit, um noch einmal zusammenzutragen, was wir alles erlebt und gelernt haben und was in Schweden anders ist, als in Deutschland:
– es gibt in jedem Restaurant immer Wasser umsonst – Kaffee kann man sich immer nachnehmen – Alle bezahlen mit Karte, es gibt sogar Geschäfte, die kein Bargeld annehmen. – Malmö ist größer als Husum und als Kiel – Es gibt keine getrennten Toiletten, das ist toll für Transmenschen! – Das Toilettenpapier ist nur einlagig – Alle duzen sich und sprechen sich mit Vornamen an, auch auf dem Amt – Es gibt mehr bunte Farbe bei Gebäuden und Parkbänken – Die Bücherei kostet kein Geld – Der „Öl“-Preis (also der Preis für das Bier 😉 ändert sich im Laufe des Tages – Alkohol kann man nur in besonderen Geschäften kaufen – Es gibt Gamingbars – Es gibt weniger Erwachsene, denen das Lesen und Schreiben schwer fällt, ungefähr nur halb so viele wie in Deutschland – Es gibt König und Königin – Es gibt viele Fernseher in den Kneipen und Restaurants – Es gibt Pizza mit Banane, Ananas und Curry Und was waren unsere Highlights der gesamten Reise? – Patrick (Husum) und Florian: Der Schwedisch-Unterricht – Patrick (Kiel): Wie freundlich wir in Hennings Schule empfangen wurden – Floriona: „Planka“ mit Lachs und das gemeinsam Essen mit der ganzen Gruppe – Doris: Wie gut die Gruppe zusammengepasst hat. – Jochen: Der Schwedisch-Kurs – Ascan: Dass die Gruppe so gut zusammen funktioniert hat – Martina: Der Abend in der Pizzeria mit dem Austauschen von Geheimnissen.
Kaum fahren wir über die deutsche Grenze, fängt es an zu regnen. Die Reise klingt aus mit dem Erzählen von ein paar Witzen und lautem Lachen. In Schleswig werden die Kieler*innen wieder am Bahnhof abgesetzt und fahren mit dem Zug zurück nach Kiel. Wir alle sind um so viele Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrungen, leckeres Essen und sehr nette neue Bekanntschaften reicher! Wir sagen: Tack så Mycket, ERASMUS+!














































