Eman Rashidi
17.08 – 21.08.2026 in Dublin
Anreise nach Dublin:
Am Samstag, den 15.08.2026, sind wir in Dublin angekommen. Nach unserer Ankunft machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel und checkten dort ein. Die Vorfreude auf die bevorstehende Seminarwoche war groß, da uns nicht nur neue fachliche Inhalte, sondern auch der Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern erwartete.
Den Sonntag nutzten wir, um uns zunächst ein wenig mit Dublin vertraut zu machen und erste Eindrücke von der Stadt und der näheren Umgebung zu sammeln. So konnten wir uns in Ruhe orientieren und uns gleichzeitig auf den Beginn des Seminars am nächsten Tag vorbereiten. Bereits die ersten Eindrücke von Dublin machten uns neugierig auf die kommende Woche und auf die vielen neuen Erfahrungen, die uns während unseres Aufenthalts erwarten würden.
Montag, den 17.08.2026:
Am Montag, den 17.08.2026, begann unser erster Seminartag in Dublin. Insgesamt nahmen 13 Personen aus verschiedenen europäischen Ländern an dem Kurs teil. Die Gruppe war sehr international zusammengesetzt. Unter anderem kamen die Teilnehmenden aus Deutschland, Lettland, Tschechien, Kroatien, Polen, Belgien, Spanien, Italien und Frankreich. Begleitet wurde der Kurs von zwei Dozentinnen. Unsere Dozentin hieß Emma O’Hare und arbeitet seit mehreren Jahren für Europass.

Zu Beginn des Seminartages standen zunächst das gegenseitige Kennenlernen und organisatorische Angelegenheiten im Mittelpunkt. Wir stellten uns zunächst jeweils einer Person neben uns vor und kamen dadurch schnell miteinander ins Gespräch. Auf diese Weise erfuhr ich bereits einiges über die beruflichen Hintergründe der anderen Teilnehmenden.
Die Gruppe bestand aus Lehrkräften mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Einige unterrichten Fremdsprachen, andere Fächer wie Geschichte oder Mathematik. Mehrere Teilnehmende arbeiten außerdem mit Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen. Eine Teilnehmerin aus Polen unterrichtet beispielsweise an einer Universität und bereitet Studierende auf medizinisches Englisch vor. Frau Qaser arbeitet im Bereich Deutsch und Alphabetisierung. Diese unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen machten den Austausch von Anfang an besonders interessant.
Anschließend erhielten wir eine Anwesenheitsliste und wurden über die Verwendung von Fotos sowie die korrekte Schreibweise unserer Namen informiert. Die Teilnehmenden konnten dabei ihre Zustimmung zur Verwendung von Bildern geben.
Danach erzählte uns die Dozentin zunächst etwas über Dublin, die Stadt und verschiedene Sehenswürdigkeiten. Noch vor der ersten Pause folgte eine weitere Kennenlernaktivität. Jede Person erhielt ein Blatt mit verschiedenen Fragen und freien Feldern für Namen. Unsere Aufgabe bestand darin, mit den anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, ihnen jeweils eine Frage zu stellen und ihre Antworten auf dem Blatt zu notieren. Diese Methode fand ich sehr gelungen, weil man dadurch nicht nur die Namen der anderen kennenlernte, sondern auch direkt persönliche Gespräche entstanden.
Nach der Pause wurden einige Antworten gemeinsam besprochen. Dadurch konnten wir noch mehr über die anderen Kursteilnehmenden erfahren. Zusätzlich wurde eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Diese sollte während der Seminarwoche für den Austausch von Informationen, Fotos und organisatorischen Hinweisen genutzt werden.
Eine weitere Aufgabe bestand darin, auf einem Notizzettel jeweils ein persönliches und ein berufliches Ziel beziehungsweise eine Erwartung an den Aufenthalt in Dublin zu formulieren. Anschließend tauschten wir uns darüber aus. Dadurch wurde deutlich, dass die Teilnehmenden trotz ihrer unterschiedlichen beruflichen Hintergründe viele ähnliche Erwartungen an die Seminarwoche hatten: neue Unterrichtsmethoden kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für die eigene Arbeit mitzunehmen.
Im weiteren Verlauf informierten uns die Dozentinnen über Irland und einige kulturelle Besonderheiten des Landes.
Ein schöner Abschluss des ersten Seminartages war ein internationales Treffen mit den Teilnehmenden der verschiedenen Kurse der Teacher Academy. Alle waren eingeladen, eine kleine Spezialität aus ihrem Heimatland mitzubringen. Frau Qaser und ich hatten Haribo aus Deutschland dabei. Auch die anderen Teilnehmenden stellten typische Kleinigkeiten aus ihren Ländern auf den Tischen bereit. Dadurch entstand eine angenehme und lockere Atmosphäre, in der man auch mit Personen aus anderen Kursen ins Gespräch kommen konnte.


Nach dem Unterricht nutzte ich die Gelegenheit, Dublin noch etwas genauer zu erkunden. Die Stadt machte auf mich einen sehr lebendigen und zugleich historischen Eindruck. In der Innenstadt treffen alte Gebäude, Kirchen und traditionelle Architektur auf moderne Geschäfte, Restaurants und ein vielfältiges Stadtleben. Besonders auffällig war die offene und internationale Atmosphäre. Gleichzeitig begegnet man an vielen Stellen der irischen Geschichte und Kultur.
Bei unserem Rundgang besuchten wir unter anderem die Christ Church Cathedral und die St Patrick’s Cathedral. Die Christ Church Cathedral gehört zu den ältesten und bedeutendsten Kirchen Dublins. Ihre Geschichte reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück. Das Gebäude beeindruckt besonders durch seine mittelalterliche Architektur und seine zentrale Lage im historischen Teil der Stadt.
Anschließend besuchten wir die St Patrick’s Cathedral. Sie ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Dublins und gilt als die größte Kathedrale Irlands. Besonders bekannt ist sie auch durch ihre Verbindung zu Jonathan Swift, dem Autor von „Gullivers Reisen“, der dort im 18. Jahrhundert als Dekan tätig war.
Der erste Seminartag war damit sowohl fachlich als auch persönlich ein gelungener Einstieg in die Woche. Neben dem Kennenlernen der internationalen Gruppe erhielten wir erste Einblicke in die Organisation des Seminars und konnten gleichzeitig bereits einige Eindrücke von Dublin, seiner Geschichte und seiner besonderen Atmosphäre sammeln.



Dienstag, 18.08.2026
Am Dienstag, den 18.08.2026, begann unser zweiter Seminartag nach dem gemeinsamen Frühstück. Wir waren wieder pünktlich in der Teacher Academy. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag typisch für Dublin: Bei Temperaturen zwischen etwa 11 und 17 Grad war es überwiegend bewölkt.
An diesem Tag waren neun Teilnehmende anwesend. Da die ursprüngliche Gruppe mit insgesamt 13 Personen relativ groß war, war sie bereits in zwei kleinere Gruppen aufgeteilt worden. Dadurch war es möglich, intensiver miteinander zu arbeiten und sich bei den verschiedenen Aufgaben besser auszutauschen.
Der Unterricht begann mit einem kurzen Video. Anschließend sollten wir darüber nachdenken, welche Botschaft hinter dem Video steckt. Dabei ging es unter anderem darum, dass es beim Lernen nicht immer ausreicht, eine Aufgabe lediglich für jemanden zu erledigen. Vielmehr ist es wichtig, den Lernenden zu zeigen und zu erklären, wie etwas funktioniert, damit sie anschließend selbstständig handeln können. Für mich war dies ein interessanter Gedanke, da gerade im Sprachunterricht die Selbstständigkeit der Lernenden eine wichtige Rolle spielt.
Danach wurden wir in drei Gruppen mit jeweils drei Personen aufgeteilt. Unsere erste Aufgabe lautete: „Find five things you have in common.“ Dabei sollten wir fünf Gemeinsamkeiten innerhalb unserer Gruppe finden. Typische und leicht erkennbare Gemeinsamkeiten wie Kaffee, Reisen, der Lehrerberuf, Europa oder Lesen waren ausdrücklich ausgeschlossen.
In unserer Gruppe stellten wir unter anderem fest, dass wir alle verheiratet sind, zum ersten Mal in Dublin waren, uns für Geschichte und Natur interessieren, regelmäßig Sport treiben und weitere Sprachen sprechen. Die Übung war einfach aufgebaut, führte aber schnell zu längeren Gesprächen. Für den Sprachunterricht halte ich eine solche Aufgabe für sehr geeignet, weil die Lernenden Fragen stellen, auf Antworten reagieren und Gemeinsamkeiten formulieren müssen. Je nach Sprachniveau kann die Aufgabe von einfachen A1-Fragen bis hin zu ausführlicheren Gesprächen auf A2- oder B1-Niveau angepasst werden.
Anschließend sprach die Dozentin kurz über künstliche Intelligenz und deren zunehmende Bedeutung bei der Recherche im Internet. Dabei wurde auch thematisiert, dass KI-generierte Informationen inzwischen in vielen digitalen Angeboten unmittelbar angezeigt werden und dass es deshalb wichtig ist, Informationen kritisch zu prüfen und verschiedene Quellen miteinander zu vergleichen.
Der nächste große Schwerpunkt des Tages war CLIL, also Content and Language Integrated Learning. Dabei werden fachliche Inhalte und das Erlernen einer Fremdsprache miteinander verbunden. Die Lernenden beschäftigen sich somit nicht ausschließlich mit der Sprache selbst, sondern verwenden die Fremdsprache gleichzeitig, um sich mit einem bestimmten Sachthema auseinanderzusetzen.
Die Dozentin stellte zunächst vier Faktoren vor, die bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden sollten: Subjects, Students, Style und Space. Für die Lehrkraft bedeutet dies, dass sowohl das Unterrichtsthema als auch die Lerngruppe, die Art des Unterrichtens und die vorhandenen räumlichen beziehungsweise organisatorischen Bedingungen berücksichtigt werden müssen.
Danach beschäftigten wir uns mit dem Unterschied zwischen Soft CLIL und Hard CLIL. Beim Soft CLIL steht die Sprache stärker im Mittelpunkt. Die Unterrichtseinheit wird in der Regel von einer Sprachlehrkraft durchgeführt und ein Sachthema dient als Grundlage für das Sprachenlernen. Beim Hard CLIL liegt der Schwerpunkt dagegen stärker auf dem Fachinhalt. Hier wird ein Fach, beispielsweise Geschichte, Geografie oder Naturwissenschaften, in einer Fremdsprache unterrichtet.
Im Seminar wurden anschließend fünf zentrale Leitbegriffe von CLIL behandelt:
Content bezeichnet den fachlichen Inhalt einer Unterrichtseinheit. Die Lernenden sollen nicht nur neue sprachliche Mittel erwerben, sondern gleichzeitig Wissen über ein bestimmtes Thema aufbauen.
Cognition beschreibt die Denkprozesse, die für die Bearbeitung eines Themas benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise Vergleichen, Einordnen, Analysieren, Vorhersagen oder Begründen. Die Lernenden sollen also nicht nur Informationen wiederholen, sondern aktiv mit ihnen arbeiten.
Communication bezieht sich auf die Sprache, die benötigt wird, um die jeweiligen Inhalte zu verstehen, darüber zu sprechen und Aufgaben zu bearbeiten. Die Lehrkraft muss deshalb überlegen, welche Wörter, Satzstrukturen und sprachlichen Mittel die Lernenden für eine Aufgabe benötigen.
Culture bedeutet, unterschiedliche kulturelle Perspektiven und Erfahrungen in den Unterricht einzubeziehen. Die Lernenden sollen erkennen, dass Themen je nach Land, Kultur und persönlichem Hintergrund unterschiedlich wahrgenommen werden können.
Competence beschreibt schließlich die Fähigkeit, das erworbene fachliche und sprachliche Wissen selbstständig und angemessen anzuwenden. Ziel ist es, dass Lernende zunehmend sicherer werden und ihr Wissen auch in neuen Situationen einsetzen können.
Anschließend sollten wir das CLIL-Konzept anhand einer konkreten Unterrichtsplanung ausprobieren. Die Aufgabe lautete, gemeinsam eine Unterrichtseinheit zum Thema „The Solar System“ zu entwickeln. Dabei sollten wir drei Bereiche berücksichtigen: Concept, Procedure und Language.
Beim Bereich Concept ging es darum, welche fachlichen Inhalte vermittelt werden sollen, beispielsweise die Unterschiede zwischen den Planeten. Bei Procedure sollten wir überlegen, wie die Lernenden diese Informationen erwerben und welche Denkfähigkeiten sie dafür benötigen, beispielsweise Vergleichen, Interpretieren oder Ordnen. Beim Bereich Language musste festgelegt werden, welche sprachlichen Strukturen für die Aufgabe notwendig sind, zum Beispiel Komparativ und Superlativ, wenn Planeten hinsichtlich ihrer Größe, Entfernung oder anderer Eigenschaften miteinander verglichen werden.
Jede Gruppe stellte anschließend ihre Ideen vor und die Dozentin sammelte die Ergebnisse an der Tafel. Besonders hilfreich fand ich dabei, dass eine Unterrichtseinheit nicht nur aus einem Thema besteht, sondern bereits bei der Planung berücksichtigt werden sollte, welches Wissen, welche Denkprozesse und welche sprachlichen Mittel die Lernenden benötigen.
Nach einer Pause beschäftigten wir uns ausführlicher mit sogenannten Thinking Skills. Dazu gehörten Comparing, Categorising, Sequencing, Predicting und Justifying. Auf Deutsch bedeutet dies unter anderem Vergleichen, Kategorisieren, eine Reihenfolge herstellen, Vorhersagen treffen und Aussagen begründen. Diese Fähigkeiten können meiner Meinung nach auch im Sprachunterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 schrittweise aufgebaut werden.
Danach ging es um Kommunikation und um sogenannte Cognates. Dabei handelt es sich um Wörter, die in verschiedenen Sprachen eine ähnliche Form und Bedeutung besitzen. Solche Ähnlichkeiten können für Lernende hilfreich sein, weil bereits vorhandenes sprachliches Wissen genutzt werden kann, um neue Wörter leichter zu verstehen.
Ein weiteres wichtiges Thema war der Unterschied zwischen BICS und CALP. BICS steht für Basic Interpersonal Communicative Skills und bezeichnet vor allem die Sprache, die in alltäglichen Kommunikationssituationen verwendet wird. CALP steht dagegen für Cognitive Academic Language Proficiency und beschreibt eine anspruchsvollere, stärker bildungs- beziehungsweise fachsprachlich geprägte Sprache.
In einer Gruppenaufgabe sollten wir deshalb einfache Begriffe und ihre anspruchsvolleren beziehungsweise akademischeren Entsprechungen miteinander vergleichen.
| BISC | CALP |
| guess | Estimate, Speculate |
| Rules | Laws, Regulation, Theorem |
| Take a way | Subtract |
| Same | identical |
| Way, steps, plan | Methode |
| Many | Loads of, numerous |
Diese Aufgabe fand ich für meine eigene Arbeit besonders interessant. Im Unterricht muss immer berücksichtigt werden, welches Sprachniveau die Lernenden bereits erreicht haben. Gerade bei Teilnehmenden auf den Niveaustufen A1 bis B1 sollte eine unnötig komplizierte Sprache vermieden werden. Zunächst sollte ein Begriff so verständlich wie möglich vermittelt werden. Anspruchsvollere oder fachsprachliche Synonyme können anschließend schrittweise ergänzt werden. Dadurch können Überforderung und Frustration vermieden werden, während der Wortschatz der Lernenden trotzdem kontinuierlich erweitert wird.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Bloom’s Taxonomy. Sie beschreibt unterschiedliche Ebenen des Lernens und Denkens. Wir beschäftigten uns mit den sechs Bereichen Remembering, Understanding, Applying, Analysing, Evaluating und Creating.
Beim Remembering geht es darum, bereits gelerntes Wissen abzurufen. Understanding bedeutet, Inhalte zu verstehen und mit eigenen Worten wiederzugeben. Beim Applying wird das Gelernte in einer konkreten Aufgabe angewendet. Analysing verlangt, Informationen genauer zu untersuchen und Zusammenhänge zu erkennen. Evaluating bedeutet, etwas zu beurteilen und die eigene Entscheidung zu begründen. Creating bildet schließlich eine besonders anspruchsvolle Ebene, bei der die Lernenden auf Grundlage ihres Wissens selbst etwas Neues entwickeln.
Für meinen Unterricht ist dieses Modell hilfreich, weil Aufgaben dadurch gezielter formuliert werden können. Nicht jede Aufgabe sollte lediglich darin bestehen, Wörter oder Regeln wiederzugeben. Je nach Sprachniveau können die Lernenden beispielsweise Informationen vergleichen, ihre Meinung begründen, Situationen beurteilen oder selbst Dialoge und kurze Texte entwickeln.

Danach führten wir eine Übung zur Wortschatzarbeit durch. Dabei wurde gezeigt, dass ein neues Wort auf unterschiedliche Weise erschlossen und gefestigt werden kann. Man kann beispielsweise ein Synonym oder ein Gegenteil finden, das Wort in eine Geschichte einbauen, seine Bedeutung beschreiben oder erklären, in welcher Situation es verwendet wird. Diese unterschiedlichen Zugänge können dazu beitragen, dass neue Wörter nicht nur kurzfristig auswendig gelernt, sondern besser verstanden und langfristig behalten werden.
Zum Abschluss beschäftigten wir uns mit der sogenannten Learning Pyramid. Dieses Modell stellt unterschiedliche Lernformen anschaulich dar und verdeutlicht vor allem den Unterschied zwischen eher passivem und aktivem Lernen. Für meinen Unterricht nehme ich daraus insbesondere mit, dass Lernende möglichst häufig selbst aktiv werden sollten. Diskussionen, Gruppenarbeiten, praktische Übungen, das Anwenden von Wissen und das gegenseitige Erklären können dazu beitragen, dass sich die Teilnehmenden intensiver mit den Lerninhalten beschäftigen. Gerade im Fremdsprachenunterricht erscheint mir dies sinnvoll, weil Sprache letztlich durch aktive Anwendung gelernt und gefestigt werden muss.

Nach dem Unterricht nutzten wir die Zeit erneut, um verschiedene kulturelle Einrichtungen in Dublin zu besuchen. Dazu gehörten das National Museum of Ireland, die National Gallery of Ireland und die National Library of Ireland. Museumsbesuche gehören für mich persönlich zu einem Aufenthalt in einer anderen Stadt dazu. Sowohl bei beruflichen als auch bei privaten Reisen versuche ich deshalb, wenn es zeitlich möglich ist, mindestens ein Museum zu besuchen. Dadurch erhält man häufig einen besonderen Einblick in die Geschichte, Kultur und Entwicklung eines Landes.
Das National Museum of Ireland bietet mit seinen verschiedenen Sammlungen einen umfangreichen Einblick in die Archäologie, Geschichte und Kultur Irlands. Die archäologische Sammlung in der Kildare Street ist insbesondere für die Entwicklung der irischen Zivilisation von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter von Bedeutung.
Auch die National Gallery of Ireland war für mich sehr interessant. Sie beherbergt die nationale Kunstsammlung Irlands und umfasst Werke irischer sowie internationaler Künstler aus mehreren Jahrhunderten.


Daneben besuchten wir die National Library of Ireland. Sie wurde 1877 gegründet und hat die Aufgabe, das dokumentarische Erbe Irlands zu sammeln, zu bewahren und zugänglich zu machen. Ihre Sammlungen umfassen heute mehr als zwölf Millionen Objekte, darunter Bücher, Manuskripte, Fotografien, Karten und historische Dokumente.

Ein besonderes Erlebnis an diesem Tag war für mich außerdem der Besuch des Trinity College Dublin, dieses Mal mit einem regulären Eintrittsticket. Besonders beeindruckt haben mich die historische Bibliothek und das Book of Kells.

Das Book of Kells ist ein aufwendig gestaltetes Evangelienmanuskript aus dem 9. Jahrhundert. Es enthält die vier Evangelien in lateinischer Sprache und wurde auf Pergament geschrieben. Heute gehört es zu den bedeutendsten historischen Schätzen der Bibliothek des Trinity College.
Ebenso beeindruckend war der Long Room der Old Library. Dieser historische Bibliothekssaal ist fast 65 Meter lang und wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Normalerweise beherbergt er rund 200.000 der ältesten Bücher der Bibliothek. Die hohen Bücherregale, die Architektur und die zahlreichen Büsten von Schriftstellern und Denkern vermitteln eine ganz besondere Atmosphäre.
Der Besuch des Trinity College und insbesondere des Book of Kells war für mich einer der kulturellen Höhepunkte unseres bisherigen Aufenthalts. Nach einem sehr inhaltsreichen Seminartag war es eine besondere Erfahrung, die irische Geschichte und Kultur anschließend noch einmal auf diese Weise unmittelbar erleben zu können.

Mittwoch, 19.08.2026
Am Mittwoch begann unser dritter Seminartag. Auch an diesem Morgen war ich wieder frühzeitig in der Teacher Academy. Das Wetter zeigte sich zunächst von seiner sonnigen Seite. Allerdings hatten wir bereits mehrfach gehört, dass man sich auf das Wetter in Dublin nicht unbedingt verlassen könne. Auch für diesen Tag war im weiteren Tagesverlauf wieder Regen angekündigt.
An diesem Tag waren beide Seminargruppen anwesend und wir arbeiteten erneut mit zwei Dozentinnen. Zwei Teilnehmende aus der anderen Gruppe wechselten zeitweise zu unserer Gruppe, da sie einige der vorgesehenen Aufgaben bereits am Vortag bearbeitet hatten und uns deshalb bei der Durchführung unterstützen konnten.
Zu Beginn erhielten wir verschiedene Verben und weitere Begriffe beziehungsweise Aufgabenformen, die wir den passenden Kategorien zuordnen sollten. Zunächst versuchten wir, die Zuordnung selbstständig in der Gruppe vorzunehmen. Anschließend wurden die Ergebnisse gemeinsam mit der Dozentin kontrolliert und besprochen.
Danach beschäftigten wir uns erneut intensiver mit der Bloom’s Taxonomy. Wir erhielten eine Übersicht mit verschiedenen Verben, die den sechs Bereichen Remember, Understand, Apply, Analyze, Evaluate und Create zugeordnet werden können.
Dabei wurde deutlich, dass die verwendeten Verben einen großen Einfluss darauf haben, welche Art von Antwort von den Lernenden erwartet wird. Eine Aufgabe, bei der etwas lediglich genannt oder wiedergegeben werden soll, stellt andere Anforderungen als eine Aufgabe, bei der die Lernenden vergleichen, erklären, bewerten oder selbst etwas entwickeln sollen.
Für meine eigene Unterrichtspraxis fand ich diesen Aspekt besonders interessant. Gerade bei der Vorbereitung auf mündliche Prüfungen können solche unterschiedlichen Arten von Fragestellungen sehr hilfreich sein. Die Lernenden müssen nicht nur über einen ausreichenden Wortschatz verfügen, sondern auch verstehen, was mit einer bestimmten Aufgabenstellung von ihnen erwartet wird.
Bei einer mündlichen Prüfung kann beispielsweise ein Unterschied darin bestehen, ob die Lernenden etwas beschreiben, ihre Meinung äußern, etwas vergleichen oder ihre Entscheidung begründen sollen. Wenn solche Aufgabenformen bereits während der Prüfungsvorbereitung regelmäßig geübt werden, können sich die Teilnehmenden besser auf die jeweilige Situation einstellen. Für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 möchte ich deshalb künftig noch stärker darauf achten, Fragestellungen gezielt und dem jeweiligen Sprachniveau entsprechend einzusetzen.
Im weiteren Verlauf des Tages beschäftigten wir uns mit den Cognitive Discourse Functions, kurz CDFs. Dazu erhielten wir eine ausführliche Präsentation der Dozentinnen. Die CDFs beschreiben sprachliche und kognitive Handlungen, die Lernende benötigen, um Wissen aufzunehmen, zu strukturieren und schließlich selbstständig wiederzugeben.
Im Seminar wurden sieben zentrale Cognitive Discourse Functions behandelt:
Describe bedeutet, Merkmale oder Beobachtungen zu beschreiben. Lernende sollen beispielsweise erkennen und sprachlich ausdrücken können, wie eine Person, ein Gegenstand oder eine Situation aussieht beziehungsweise welche Eigenschaften vorhanden sind.
Define bedeutet, einen Begriff zu identifizieren und seine Bedeutung zu erklären. Dabei geht es darum, ein Konzept möglichst verständlich zu bestimmen.
Classify beschreibt das Ordnen beziehungsweise Einteilen von Informationen in Gruppen oder Kategorien. Die Lernenden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen und entsprechende Verbindungen herstellen.
Explore bedeutet, Informationen zu sammeln und ein Thema genauer zu untersuchen. Die Lernenden setzen sich dabei aktiv mit einem Gegenstand auseinander und versuchen, zusätzliche Informationen zu gewinnen.
Explain bedeutet, Zusammenhänge verständlich darzustellen und dadurch zu zeigen, dass ein Inhalt tatsächlich verstanden wurde.
Evaluate verlangt von den Lernenden, etwas zu beurteilen und diese Beurteilung mit nachvollziehbaren Gründen zu begründen.
Report bedeutet schließlich, erworbene Informationen strukturiert an andere weiterzugeben.
Die Dozentinnen fassten diese Funktionen außerdem in drei größere Bereiche zusammen. Describe, Define und Classify helfen den Lernenden zunächst dabei, neues Wissen wahrzunehmen und zu organisieren. Explore und Explain dienen dazu, dieses Wissen weiter zu vertiefen und Zusammenhänge besser zu verstehen. Evaluate und Report verlangen schließlich, das Gelernte aktiv anzuwenden, zu beurteilen und anderen mitzuteilen.
Auch hierbei konnte ich einen direkten Bezug zu meinem eigenen Sprachunterricht erkennen. Auf den niedrigeren Sprachniveaus können beispielsweise einfache Beschreibungen und Zuordnungen im Vordergrund stehen. Mit zunehmenden Sprachkenntnissen können die Aufgaben anspruchsvoller werden. Auf A2- oder B1-Niveau können die Lernenden beispielsweise Zusammenhänge erklären, ihre Meinung begründen oder über eigene Erfahrungen berichten.
Im Anschluss entstand eine interessante Diskussion mit mehreren Lehrkräften, die mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lernbedürfnissen arbeiten. Sie wiesen darauf hin, dass nicht alle Lernenden Begriffe wie „analysieren“, „bewerten“, „klassifizieren“ oder ähnliche Aufgabenstellungen unmittelbar verstehen können.
Daraus entwickelte sich ein Austausch darüber, wie wichtig eine verständliche Formulierung von Arbeitsaufträgen ist. Eine Aufgabe kann fachlich sinnvoll sein, aber trotzdem ihr Ziel verfehlen, wenn die Lernenden bereits an der Formulierung der Aufgabe scheitern. Deshalb sollte eine Lehrkraft immer prüfen, ob die verwendeten Begriffe und Fragestellungen zum Lernstand der jeweiligen Gruppe passen.
Auch für meinen Unterricht ist dies von großer Bedeutung. Besonders bei A1- und A2-Lernenden müssen Arbeitsaufträge klar, kurz und möglichst eindeutig formuliert werden. Erst mit zunehmender Sprachkompetenz können komplexere Aufgabenstellungen eingeführt werden. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die Lernenden schrittweise mit typischen Prüfungsformulierungen vertraut zu machen, damit diese später nicht allein wegen unbekannter Aufgabenverben Schwierigkeiten haben.
Nach dem Seminar hatten wir an diesem Tag die Möglichkeit, Kilmainham Gaol zu besuchen. Bereits die Organisation des Besuchs war interessant. Unsere Dozentin hatte uns darauf hingewiesen, dass kurzfristig zusätzliche Eintrittskarten beziehungsweise stornierte Tickets am jeweiligen Besuchstag ab 9:15 Uhr auf der offiziellen Internetseite angeboten werden können. Diesen Hinweis haben wir genutzt und tatsächlich noch Eintrittskarten bekommen. Auch auf der offiziellen Website des Museums wird empfohlen, bei ausverkauften Terminen am gewünschten Besuchstag ab 9:15 Uhr nach zusätzlichen Tickets oder Stornierungen zu schauen.

Kilmainham Gaol ist heute einer der bedeutendsten historischen Erinnerungsorte Dublins. Das Gefängnis wurde 1796 als neues County Gaol für Dublin eröffnet. Neben gewöhnlichen Strafgefangenen wurden dort im Laufe seiner Geschichte auch zahlreiche politische Gefangene inhaftiert, die mit dem irischen Unabhängigkeitskampf verbunden waren.
Eine besondere Bedeutung erhielt das Gefängnis während des Osteraufstands von 1916. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden zahlreiche Beteiligte dort festgehalten. Vierzehn führende Männer des Aufstands wurden zwischen dem 3. und 12. Mai 1916 im sogenannten Stonebreakers’ Yard durch Erschießungskommandos hingerichtet. Zu ihnen gehörten unter anderem Patrick Pearse, Thomas Clarke, Joseph Plunkett und James Connolly.
Kilmainham Gaol war außerdem während des irischen Unabhängigkeitskrieges und des anschließenden Bürgerkrieges von großer Bedeutung. Sowohl Männer als auch Frauen wurden dort aus politischen Gründen inhaftiert. Nach der Entlassung der letzten Gefangenen wurde das Gefängnis 1924 nicht mehr als Haftanstalt genutzt. In den 1960er-Jahren wurde das inzwischen stark verfallene Gebäude durch eine Gruppe von Freiwilligen restauriert und als nationaler Erinnerungsort erhalten.
Besonders eindrucksvoll war es, die historischen Zellen, die verschiedenen Gebäudeteile und den Stonebreakers’ Yard selbst zu sehen. Durch den Besuch wurde die komplizierte Geschichte Irlands und insbesondere der lange Weg zur Unabhängigkeit wesentlich greifbarer, als dies allein durch Bücher oder Erzählungen möglich wäre.
Für mich war der Mittwoch damit erneut eine interessante Verbindung aus fachlicher Weiterbildung und kultureller Auseinandersetzung mit Irland. Im Seminar konnte ich konkrete Ideen für die Gestaltung von Aufgabenstellungen und die Vorbereitung meiner Teilnehmenden auf mündliche Prüfungen mitnehmen. Der anschließende Besuch von Kilmainham Gaol ermöglichte mir zusätzlich einen intensiven Einblick in einen wichtigen Teil der irischen Geschichte

Donnerstag und Freitag, 20-21.08.2026
Am Donnerstag kamen wir erneut pünktlich in der Teacher Academy an. Das Wetter war an diesem Morgen etwas bewölkt und windig. Alle Teilnehmenden sowie beide Dozentinnen waren anwesend.
Der Schwerpunkt dieses Seminartages lag auf digitalen Unterrichtsmethoden und dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Bereits zu Beginn hatten die Dozentinnen den Raum für die digitale Arbeit vorbereitet und unter anderem ausreichend Möglichkeiten geschaffen, unsere elektronischen Geräte anzuschließen. Da in Irland andere Steckdosen als in Deutschland verwendet werden, empfand ich diese Vorbereitung als sehr aufmerksam. Ich selbst hatte bereits einen passenden Adapter dabei, den ich von einer früheren Reise nach Schottland besaß.
Als erstes stellte uns die Dozentin ClassroomScreen vor. Diese Anwendung kann insbesondere für das Classroom-Management eingesetzt werden. Mit verschiedenen digitalen Werkzeugen können beispielsweise Arbeitszeiten angezeigt, Schülerinnen und Schüler zufällig ausgewählt, Gruppen gebildet, Arbeitsaufträge eingeblendet und Unterrichtsphasen übersichtlich strukturiert werden. Dadurch kann die Lehrkraft den Unterricht besser organisieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass alle Lernenden möglichst aktiv beteiligt werden. ClassroomScreen bietet dafür unter anderem Timer, einen Randomizer, einen Group Maker, Umfragen und weitere Werkzeuge.
Eine Teilnehmerin aus Tschechien berichtete anschließend über ihre eigenen Erfahrungen mit ClassroomScreen. Sie nutzt eine kostenpflichtige Version und setzt die Anwendung regelmäßig für die Organisation ihres Unterrichts ein.
Danach stellte uns die Dozentin eine weitere Anwendung namens Classroom Zen vor. Auch hier lernten wir verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung und Organisation des Unterrichts kennen. Beispielsweise können Übungen zum Wortschatz, zur Rechtschreibung und zum Schreiben eingesetzt werden.
Besonders interessant war für mich anschließend die Vorstellung von Diffit AI. Mit Hilfe dieser Anwendung können Lehrkräfte Unterrichtsmaterialien erstellen und an unterschiedliche Lernniveaus anpassen. Es können beispielsweise Texte, Lese- und Schreibaufgaben, Wortschatzübungen sowie Fragen zu verschiedenen Themen erstellt werden.
Für meinen eigenen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 sehe ich darin einen großen Nutzen. Ein Thema kann für unterschiedliche Sprachniveaus aufbereitet werden, sodass Lernende mit verschiedenen sprachlichen Voraussetzungen geeignete Materialien erhalten. Gerade bei alltagsbezogenen Themen wie Arbeit, Arztbesuch, Körperteile, Post, Behördenbesuche oder Leben in Deutschland könnten solche Materialien sehr hilfreich sein.
Frau Qaser und ich erstellten gemeinsam einen Testzugang und probierten die Anwendung direkt aus. Als Beispiel ließen wir eine Übung zu den Personalpronomen erstellen. Dabei konnten wir feststellen, dass das Programm auch für deutschsprachige Unterrichtsmaterialien verwendet werden kann. Besonders gut gefiel mir, dass die erstellten Materialien anschließend noch verändert und an das gewünschte Sprachniveau angepasst werden konnten.
Die Anwendung hat bei uns einen so positiven Eindruck hinterlassen, dass wir nach unserer Rückkehr mit der Leitung der VHS darüber sprechen möchten, ob ein entsprechender Zugang auch für unsere Arbeit und möglicherweise für weitere Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden könnte.
Nach einer Pause, in der uns Obst und Nüsse angeboten wurden, ging es zunächst um das Thema Aussprache. Eine Teilnehmerin, die Englisch unterrichtet, stellte eine Frage zur Aussprache verschiedener Wörter. Daraus entwickelte sich ein Gespräch darüber, dass Englisch in unterschiedlichen Ländern und Regionen verschieden ausgesprochen wird. Dazu gehören beispielsweise britische, amerikanische, irische, schottische oder indische Sprachvarianten. Für Lernende ist es wichtig zu wissen, dass es nicht immer nur eine einzige Aussprache gibt und dass sie im Alltag mit unterschiedlichen Akzenten konfrontiert werden können.
Danach beschäftigten wir uns mit der Erstellung eigener Audiodateien für Hörverstehensübungen. Zunächst erstellten wir mit ChatGPT einen passenden Dialog. Dieser konnte anschließend in Google AI Studio übernommen und mit unterschiedlichen Stimmen als Audio ausgegeben werden. Bei einem Dialog müssen die verschiedenen Sprecher eindeutig gekennzeichnet werden. Anschließend können Stimmen und weitere Merkmale ausgewählt und die Audiodatei erzeugt werden. Die Text-to-Speech-Funktion von Gemini ermöglicht grundsätzlich auch die Erstellung von Audios mit mehreren Sprechern sowie die Steuerung von Eigenschaften wie Stil und Akzent.
Frau Qaser und ich entwickelten gemeinsam eine Hörverstehensaufgabe zum Thema „Beim Arzt“. Wir erstellten dafür einen Dialog zwischen einem Arzt und einer Migrantin aus der Ukraine und wandelten diesen anschließend in eine Audiodatei mit zwei Stimmen um.
Das Ergebnis hat mich sehr überzeugt. Gerade für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 kann ich auf diese Weise Hörtexte erstellen, die genau zum aktuellen Unterrichtsthema und zum jeweiligen Sprachniveau passen. Aus einem Dialog lassen sich anschließend zusätzlich Verständnisfragen, Multiple-Choice-Aufgaben, Richtig-Falsch-Aufgaben, Wortschatzübungen oder Lückentexte entwickeln.
Dadurch können mehrere Fertigkeiten miteinander verbunden werden: Die Teilnehmenden hören zunächst einen Dialog, können den entsprechenden Text lesen, Fragen beantworten, neue Wörter lernen und anschließend die Situation selbst nachspielen. Besonders für alltagsnahe Themen sehe ich darin einen großen Vorteil.
Wir experimentierten außerdem damit, aus den erstellten Inhalten mit Hilfe von KI weitere Arbeitsmaterialien und visuell gestaltete Arbeitsblätter zu entwickeln. Dadurch wurde deutlich, dass künstliche Intelligenz nicht nur bei der Texterstellung, sondern auch bei der anschließenden Weiterentwicklung von Unterrichtsmaterialien eingesetzt werden kann.
Nach einer weiteren Pause stellte uns die Dozentin NotebookLM von Google vor. Dabei handelt es sich um einen KI-gestützten Recherche- und Lernassistenten, in den eigene Quellen wie PDFs, Texte, Webseiten, Präsentationen oder Audiodateien eingebunden werden können. Auf Grundlage dieser Quellen können unter anderem Zusammenfassungen, Lernmaterialien, Mindmaps und Audio-Zusammenfassungen erstellt werden.
Diese Möglichkeit fand ich ebenfalls interessant, da umfangreichere Materialien dadurch strukturiert und für die Unterrichtsvorbereitung aufbereitet werden können. Besonders hilfreich ist, dass sich die Antworten auf die bereitgestellten Quellen beziehen und dadurch gezielter mit dem eigenen Unterrichtsmaterial gearbeitet werden kann.
Der Donnerstag gehörte für mich zu den praktischsten Tagen der gesamten Seminarwoche. Vor allem die digitalen Möglichkeiten zur Erstellung von Materialien, zur Differenzierung verschiedener Sprachniveaus und zur Entwicklung eigener Hörverstehensaufgaben möchte ich zukünftig stärker in meinem Unterricht einsetzen.
Nach dem Seminar waren wir erneut in der Innenstadt unterwegs. Dabei besuchten wir unter anderem Temple Bar und erkundeten weitere Straßen und Ecken Dublins. Temple Bar vermittelte eine besonders lebendige Atmosphäre mit vielen Menschen, Pubs und Musik. Der Spaziergang durch die Stadt war nach dem umfangreichen Seminartag eine gute Gelegenheit, weitere Eindrücke vom Leben in Dublin zu sammeln.

Am Freitag begann unser letzter Seminartag in Dublin. Nach dem Frühstück kamen wir wieder pünktlich in der Teacher Academy an. Zu Beginn fragte die Dozentin, wie die Teilnehmenden den vergangenen Nachmittag verbracht hatten. Einige hatten an einer Bootstour teilgenommen und berichteten über ihre Erfahrungen.
Das erste fachliche Thema des Tages war Emigration beziehungsweise Migration. Die Dozentin fragte uns zunächst, aus welchen Gründen Menschen ihr Heimatland verlassen und in ein anderes Land ziehen. Innerhalb der Gruppe wurden zahlreiche Gründe genannt. Dazu gehörten beispielsweise wirtschaftliche Schwierigkeiten, politische Probleme, Klimaveränderungen, bessere Arbeitsmöglichkeiten, Bildung, Familienzusammenführung sowie der Wunsch nach neuen Erfahrungen.
Anschließend zeigte uns die Dozentin verschiedene Bilder von Menschen und historische Darstellungen. Wir sollten überlegen, welche Geschichte sich möglicherweise hinter den Bildern verbirgt und aus welchen Gründen die dargestellten Personen ausgewandert oder eingewandert sein könnten. Danach wurden unsere Vermutungen gemeinsam besprochen.
Im nächsten Schritt folgte eine umfangreiche Gruppenarbeit. Jede Gruppe erhielt einen kurzen Text zum Thema Migration sowie ein großes A3-Blatt. Der Text wurde in die Mitte des Blattes geklebt und rundherum wurden verschiedene Bereiche für mehrere Aufgaben eingerichtet.
In der ersten Runde sollten wir den Text lesen, schwierige Wörter unterstreichen und deren Bedeutung beziehungsweise Übersetzung notieren. Anschließend wurde das A3-Blatt an die nächste Gruppe weitergegeben.
In der zweiten Runde sollte jede Gruppe eine passende Überschrift für den neuen Text finden. Zusätzlich wurde eine künstliche Intelligenz nach einem möglichen Titel gefragt. Bei einem der Texte entschied sich unsere Gruppe beispielsweise für die Überschrift „Reasons for Emigration“, während die KI „Ireland under British Rule“ vorschlug. Dadurch konnten wir vergleichen, wie Menschen und eine KI denselben Text unterschiedlich interpretieren und zusammenfassen.
Danach wurden die Blätter erneut weitergegeben. In der nächsten Runde mussten wir den jeweiligen Text lesen und seinen Inhalt mit nur ungefähr 20 Wörtern zusammenfassen. Diese Aufgabe fand ich besonders interessant, da man gezwungen war, sich auf die wichtigsten Informationen eines Textes zu konzentrieren.
In der folgenden Runde sollten aus dem Text zwei Fragen entwickelt werden. Danach wurden die Blätter wieder an eine andere Gruppe weitergegeben, die diese Fragen beantworten musste. Dabei entstanden beispielsweise Fragen dazu, welche Maßnahmen die irische Regierung zur Unterstützung der irischen Sprache ergriffen hat und ob Sprache als wichtiges Symbol der eigenen Identität angesehen werden kann.
Als letzte Aufgabe sollte schließlich eine Zeichnung erstellt werden, die einen wichtigen Inhalt des jeweiligen Textes darstellte.
Diese Form der Gruppenarbeit gefiel mir sehr gut, weil ein einzelner Text auf unterschiedliche Weise bearbeitet wurde. Lesen, Wortschatzarbeit, Zusammenfassen, Fragestellungen, Schreiben, Kommunikation und kreatives Arbeiten wurden miteinander verbunden. Zudem musste jede Gruppe die Arbeit der vorherigen Gruppe weiterführen.
Nach einer kurzen Pause folgte eine weitere Gruppenaktivität. Jede Gruppe erhielt Teile von mehreren unvollständigen Bildern. Die fehlenden Teile befanden sich jedoch bei anderen Personen im Raum. Unsere Aufgabe bestand darin, miteinander zu sprechen, Fragen zu stellen und herauszufinden, wer das jeweils benötigte Bildstück besaß.
Diese Übung halte ich für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 für besonders gut geeignet. Sie kann beispielsweise genutzt werden, um Fragen zu üben, Informationen zu erfragen und den Wortschatz zu einem bestimmten Thema zu erweitern. Gleichzeitig müssen die Lernenden aktiv auf andere Personen zugehen und miteinander kommunizieren.
Die Aufgabe kann je nach Sprachniveau unterschiedlich gestaltet werden. Auf A1-Niveau können sehr einfache Fragen verwendet werden. Auf A2- oder B1-Niveau können die Teilnehmenden genauere Beschreibungen geben, Rückfragen stellen oder anschließend über das vollständige Bild sprechen. Dadurch entsteht eine echte Kommunikationssituation, in der Sprache benötigt wird, um ein konkretes Ziel zu erreichen.
Zum Ende des Seminartages erzählten uns die Dozentinnen etwas über Hurling, einen traditionellen irischen Mannschaftssport. Zusätzlich sahen wir Videos, wodurch wir einen besseren Eindruck von dem Spiel und seiner Bedeutung in Irland erhielten.
Anschließend machten wir gemeinsam ein Gruppenfoto. Danach wurde der Unterricht offiziell beendet und die Teilnahmezertifikate wurden uns feierlich überreicht. Damit endete unsere intensive Seminarwoche in der Teacher Academy.

Nach dem Kurs fuhren wir noch nach Howth. Howth liegt an der Küste in der Nähe von Dublin und unterscheidet sich deutlich von der lebhaften Innenstadt. Der Ort ist insbesondere durch seinen Hafen, die Küstenlandschaft und die Klippen geprägt. Vom Zentrum Dublins ist Howth mit dem Zug in ungefähr 25 Minuten erreichbar. Entlang des Hafens befinden sich zahlreiche Restaurants und Cafés, und von den Küstenwegen hat man einen weiten Blick auf das Meer und die Umgebung.
Mir gefiel dort besonders die ruhige und maritime Atmosphäre. Nach einer sehr intensiven Seminarwoche war es angenehm, am Wasser entlangzulaufen, die Boote im Hafen zu sehen und die Meeresluft zu genießen. Howth vermittelte noch einmal einen ganz anderen Eindruck von Dublin und seiner Umgebung und war für mich ein schöner Abschluss unseres letzten Seminartages.

Samstag, den 22.08.2026
Da das Seminar am Freitag beendet war, nutzten wir den Samstag noch für einen besonderen Ausflug. Wir besuchten die Game of Thrones Studio Tour in Banbridge in Nordirland. Von Dublin aus beträgt die Fahrt ungefähr 90 Minuten. Die Ausstellung befindet sich in den Linen Mill Studios, die tatsächlich als Drehort für die Serie genutzt wurden.

Während der Tour konnten wir originale Filmsets, Kostüme, Requisiten und verschiedene Bereiche aus der Produktion von Game of Thrones sehen. Dazu gehören unter anderem bekannte Schauplätze wie Winterfell, King’s Landing und Dragonstone. Außerdem erhält man Einblicke in die Herstellung von Kostümen, Spezialeffekten, Masken und Requisiten.

Besonders interessant fand ich, einmal zu sehen, wie viel Arbeit hinter einer solchen Filmproduktion steckt. Im Fernsehen sieht man am Ende nur die fertigen Szenen. In den Studios wurde dagegen deutlich, wie viele unterschiedliche Bereiche wie Bühnenbau, Kostümdesign, Masken, Spezialeffekte und digitale Technik zusammenarbeiten müssen, damit eine solche Produktion entstehen kann.
Der Ausflug war für mich ein sehr interessanter kultureller Abschluss unseres Aufenthalts.
Am Sonntag endete schließlich unser Aufenthalt in Irland. Nach einer abwechslungsreichen und intensiven Woche machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und flogen von Dublin zurück nach Hamburg. Von dort aus ging es anschließend weiter nach Tornesch.
Kurze Zusammenfassung
Die Seminarwoche in Dublin war für mich sowohl beruflich als auch persönlich eine wertvolle Erfahrung. Besonders hilfreich waren die vielen praktischen Übungen, die nicht nur theoretisch vorgestellt, sondern unmittelbar von uns selbst ausprobiert wurden.
Für meinen Unterricht auf den Niveaustufen A1 bis B1 nehme ich zahlreiche neue Ideen mit. Dazu gehören insbesondere kommunikative Gruppenaufgaben, CLIL, Bloom’s Taxonomy, Cognitive Discourse Functions sowie neue Möglichkeiten zur Wortschatzarbeit und Prüfungsvorbereitung.
Von besonderer Bedeutung war für mich außerdem der Einsatz digitaler und KI-gestützter Werkzeuge. Die Möglichkeit, Texte auf unterschiedliche Sprachniveaus anzupassen, eigene Hörverstehensaufgaben zu erstellen und daraus weitere Übungen zu entwickeln, kann meine zukünftige Unterrichtsvorbereitung deutlich erweitern.
Neben den fachlichen Inhalten war auch der internationale Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern sehr bereichernd. Die unterschiedlichen Erfahrungen, Unterrichtsformen und beruflichen Hintergründe führten während der gesamten Woche zu interessanten Gesprächen und neuen Perspektiven.
Gleichzeitig bot der Aufenthalt die Möglichkeit, Dublin und die irische Kultur näher kennenzulernen. Die Besuche historischer und kultureller Orte, Museen, Howth sowie der Ausflug nach Nordirland ergänzten die fachliche Weiterbildung sehr gut.
Insgesamt nehme ich aus dieser Mobilität viele neue Ideen, Erfahrungen und praktische Methoden mit, die ich nach meiner Rückkehr in meinem eigenen Unterricht ausprobieren und weiterentwickeln möchte.


